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Geschrieben am 27.5.2009 um 16:51 Uhr
Kategorie: Belanglose Gedanken
Arme Frau
Brooke Shields bedauert, dass sie so lange gewartet hat, um ihre Jungfräulichkeit zu verlieren. Die kam ihr nämlich erst mit 22 Jahren abhanden. Ich bin sicher, viele Jungs aus ihrem damaligen Umfeld sind genauso betrübt wie sie. 
Nach der Logik unserer Familienministerin müsste Brooke Shields übrigens lügen. Brooke posierte nämlich mit etwa 10, 11 Jahren nackt für Fotos (und spielte mit 11 Jahren im Film "Pretty Baby" ein gelegentlich nacktes Kind, was in einem Bordell lebt, aber das nur nebenbei). Heutzutage sind solche Nacktfotos zumeist als Kinderpornografie verboten. Und weil nach Frau von der Leyen Kinderpornografie immer und ausnahmslos die brutale Vergewaltigung von Kindern zeigt, kann Brooke Shields gar nicht mit 22 noch Jungfrau gewesen sein. Tststs. Das Entfernen richtiger Kinderpornografie aus dem WWW funktioniert übrigens heute schon einwandfrei.
Geschrieben am 26.5.2009 um 19:51 Uhr
Kategorie: Belanglose Gedanken
Früher war ja nicht alles schlecht...
Auf jeden Fall stellte man sich damals Fragen, die mir heute auch in den Sinn kommen, wenn ich diese Inkompetenzblase namens Ursula von der Leyen sehe oder höre...

Passend zum Thema gibt's auch den aktuellen Mouse-&-Babe-Comic bei GamersUnity.de.
PS: Fans von Lenka Buschovás "Freaky Angel" wollen vielleicht die bisher existierenden Bleistiftseiten zu "Freaky Angel 2" bei Animexx anschauen.
Geschrieben am 24.5.2009 um 16:38 Uhr
Kategorie: Meine Sicht der Welt
Hase sucht Schnuffel
Sorry für den Mangel an Einträgen und Fundsachen in der vergangenen Woche, ich werde aber hoffentlich spätestens Pfingsten wieder etwas mehr Luft haben. Bedanken möchte ich mich aber für die fleißigen Einkäufe bei Amazon: Inzwischen sind schon 70 Euro zusammengekommen, fast so viel wie im Februar und März zusammen. Ihr seid toll! Weiter so. ^^
Sat.1 möchte langsam ja so richtig Gas geben und wieder relevant werden. Man hat den Pocher und den Kerner eingekauft und schmiedet große Pläne, aber gleichzeitig konzipiert man Shows, die dem Zweck irgendwie zuwiderlaufen. Zu diesen Shows gehört auch "Promi-Singles - Traumfrau sucht Mann", eine Sendung, in der Sabrina Setlur, Maja von Hohenzollern und Desiree Nick Partnersuche betreiben. Nun bin selbst ich weit davon entfernt, diese Personen als Traumfrauen zu bezeichnen. Sabrina Setlur kam mir (als sie noch Erfolg hatte) immer etwas zu ordinär vor, Maja von Hohenzollern kenn ich ja nu mal gar nicht, und Desiree Nick ist eher etwas für Träume, aus denen man schweißgebadet und panisch aufwacht und das Haus zusammenschreit, weil man um sein Leben fürchtet. Das wird bestimmt noch weniger romantisch als "Schwiegertochter gesucht" oder "Gräfin gesucht".
(Warum gibt's eigentlich keine Show "Hase sucht Schnuffel"?
Ich nehme Bewerbungen von Damen jedenfalls gerne an.)
Noch ein Grund für die Mädels, sich von dem grobschlächtigen Macho zu trennen, den sie sich irgendwann mal in der Disco eingetreten haben und nicht wieder los wurden: Computergeeks sind bessere Liebhaber. Sie sind am wenigsten selbstbezogen, experimentieren mehr und sind auch offener gegenüber Sexspielzeug. Ganz entsetzlich schneiden dagegen die Leute aus der Fitnessbranche ab: Nichts als selbstsüchtige Rumsbumsnagler.
Das war's wohl für Red Bull Cola: Das Gesöff darf bereits in fünf Bundesländern nicht mehr verkauft werden, weil sich der Hersteller offenbar zu sehr an die Originalrezeptur von Coca Cola annäherte. In der Brause wurde nämlich Kokain nachgewiesen. Die Menge ist zwar nicht gefährlich, und auch die positiven Wirkungen des auch als Fickpuder bekannten Rauschmittels dürften nicht eintreten, aber Kokain ist in Lebensmitteln generell nicht erlaubt, weswegen erwartet wird, dass nach Hessen, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Thüringen und Rheinland-Pfalz auch die anderen Bundesländer nachziehen. Bei Coca Cola wird ebenfalls Extrakt aus Koka-Blättern zur Herstellung verwendet, allerdings wird den Blättern vorher in einer speziellen Fabrik in den USA das Kokain entzogen (anscheinend besser als beim Lieferanten der Red-Bull-Kollegen aus Österreich).
Ich fand es ja echt süß: Da hat ein dreijähriges Mädchen in Neuseeland mit einem Bagger spielen wollen und kaufte sich ihn daher prompt per Online-Auktion im Internet für lumpige 20000 Neuseeländische Dollar (über 8800 Euro). Die Mutti der pfiffigen Kleinen erfuhr von dem Großeinkauf ihrer Tochter per E-Mail, in der ihr zum Erwerb des Grubengrabgeräts gratuliert wurde - zunächst dachte sie noch an ein Spielzeug, bis sie den Preis sah. Der Kauf wurde natürlich rückgängig gemacht, und auch die Auto-Login-Funktion auf dem PC wird wohl vorerst nicht mehr bemüht. Wirklich traurig fand ich jedoch den Namen der Kleinen: Sie heißt Pipi. Armes Mädchen.
Kleiner sinnloser Fakt: Susi, die Pistole des kernigen Fernsehpolizisten Sledge Hammer, wurde nach dem Ende der Dreharbeiten zur Serie gestohlen und Jahre später bei einem Raubüberfall verwendet. Im Original hat die Magnum übrigens keinen Namen, der ist eine Erfindung der deutschen Synchronisation.
Geschrieben am 16.5.2009 um 2:32 Uhr
Kategorie: Meine Sicht der Welt
Teenyfot...o!
Auch wenn ich grad sogar ein wenig bezahlte Arbeit erledigen darf (was gut für mein Konto ist, welches ein wenig gerupft ist, weil ich meiner Mutter was leihen musste), nehme ich mir mal wieder die Zeit für nen Eintrag der Kategorie "Meine Sicht der Welt". Vermutlich warten einige darauf (auch wenn diese Teile immer besonders wenig Kommentare kriegen
).
Abizeitungen und -bücher sind für viele Absolventen nach relativ kurzer Zeit eher eine Peinlichkeit. Die Texte sind ein bissel einfältig, die Zukunftserwartungen erfüllen sich alle nicht (dreimal dürft ihr raten, was da über mich stand
), und man selbst sieht auf den Fotos am scheußlichsten aus. In den USA muss das noch schlimmer sein - dort wird meist jedes Jahr ein Buch herausgebracht. Für eine 16jährige Schülerin der Sickles High School in Citrus Park (Florida) ist die Schmach wegen eines Fotos besonders groß. Allerdings ist ihr Problem nicht etwa ihre Frisur oder ein verkniffener Mund. Sie zeigt nämlich unfreiwillig ihr vertikales Lächeln. Sie trug am Tag, als das besagte Gruppenfoto gemacht wurde, nämlich kein Höschen unter dem Kleid. Und nun haben viele hundert Schüler den Beweis dafür in ihrem Regal. Manche (wie zum Beispiel die Schulleitung) bestreiten allerdings, dass es da ein Problem geben würde - man sehe ja doch nur einen Schatten. Ich würde ja gerne den Richter spielen - aber das Foto konnte ich bisher nicht auftreiben. So werden der Suche nach der Wahrheit Steine in den Weg gelegt. Unverschämtheit.
Vielleicht wird das Mädchen aber irgendwann auch ganz dankbar sein für ein Foto ihrer Mu aus der Zeit, als sie noch zart, samtig und fest war. Nicht jeder kann schließlich der Zeit ein Schnippchen schlagen wie die 75-jährige Russin Nina M, die nun eine Schönheitsoperation an ihrem Feuchtbiotop hat vornehmen lassen. Ihre Motive sind dabei höchst edel: Sie möchte mit der aufgearbeiteten Dose einen jungen Ehemann anlocken und geschlechtlichen Freuden frönen. Ich möchte ihr ja nicht die Hoffnungen nehmen, aber junge Männer schauen (insbesondere bei 75-jährigen Damen) entgegen aller Vorurteile nicht zuerst auf Muschel. Es könnte also gut möglich sein, dass sie auch einige andere Regionen noch einmal renovieren lassen muss.
Einen kleinen Reisetipp kann ich aber geben, falls sie sich die womöglich lange Wartezeit bis zur vollständigen Genesung vertreiben möchte. In China wird im Oktober nämlich endlich ein Vergnügungspark aufgemacht, der seinen Namen verdient: ein Sex-Vergnügungspark. Im Park sollen nackte Statuen zu sehen sein, Ausführungen zu Geschichte und Techniken des Geschlechtsverkehrs und gigantische Nachbildungen von Geschlechtsteilen. Außerdem soll es Seminare zur Verbesserung der Liebestechnik geben. Ein Problem gibt es allerdings: Sex ist in China ein Tabu, und das sorgt für starke Bedenken. Hm... China ist uns nicht nur bei den Internetsperren voraus, auch die von unseren Regierenden vorangetriebene Prüderie können wir im Reich der Mitte schon mal vorkosten. Schade.
Seit über zehn Jahren wird in Deutschland die angebliche Bildungsmisere allgemein beklagt. Langsam werden dusslige Kinder aber wirklich zu einem Problem für unsere Reputation im Ausland, wenn ich mir eine Meldung aus Köln anschaue. Die Kölner Polizei sammelte nämlich einen 15-jährigen Bengel ein, der seelenruhig auf dem Seitenstreifen der Autobahn A4 spazieren ging. Er war nach eigenen Angaben auf dem Weg zum Flughafen, um nach Los Angeles zu fliegen. Finanzieren wollte er den Flug an die amerikanische Westküste mit ganzen 80 Euro, die er gefunden hatte. Jetzt mal ehrlich: Wenn ein Knabe mit 15 Jahren wirklich so erschreckend dämlich ist, kann man den doch als Humanmaterial vollkommen vergessen. Den am Leben zu halten, lohnt sich doch höchstens noch als Reservoir für Organspenden.
Allerdings ist die Welt nicht fair, und vielleicht versagt der Knabe so bizarr, dass er nach oben fällt. So hat er dann vielleicht irgendwann auch das Geld für ein Auto. So wie der 23-Jährige, der sich in den Kopf gesetzt hatte, ein Cabrio im Wert von 23000 Euro zu erwerben, und zwar in bar. Bei der Probefahrt mit dem Audi packte er den Umschlag auf den Rücksitz und düste über die Fahrbahn der A2, die der Adolf früher mal bauen ließ. (Sorry, ich konnte mir das nicht verkneifen.
) Offenbar war er mit den Strömungen bei einer schnellen Fahrt mit einem Cabrio aber nicht vertraut, und so verteilte sich das Geld zunächst in der Luft und dann auf der Straße. Die Polizei konnte später 20000 Euro wieder einsammeln, ein bisschen Geld fand also eventuell Unterschlupf bei klügeren Mitmenschen. Wie aber ein so dussliger Mann in so einem geringen Alter an 23000 Euro in bar kommt, davon berichtet die Presse nicht. Ich wette, der ist ein Arschloch. Liebe Menschen kommen nicht an so viel Geld. QED
Kleiner sinnloser Fakt: Ein Grund, warum die Beschneidung bei Jungen in den USA so verbreitet ist, sind die Ansichten von John Harvey Kellogg, dem Miterfinder der Cornflakes und Erfinder der Erdnussbutter. Der war nämlich davon überzeugt, dass die Beschneidung ein wirksames Mittel wäre, um Jungs von der Masturbation abzuhalten. Er selbst holte sich nie einen von der Palme und vögelte auch nicht herum. Als wenn das (und seine Ansichten zur Genitalverstümmelung kleiner Jungs) nicht pervers genug wären, so fand er seine sexuelle Erfüllung anscheinend in einer bestimmten Form: Er ließ sich jeden Morgen einen Einlauf verpassen.
Geschrieben am 14.5.2009 um 18:54 Uhr
Kategorie: Gemotze
Liebe Paare,
ich habe ja nichts dagegen, wenn ihr gemeinsam in der Straßenbahn fahrt. Aber es wäre doch echt supi-schnuffig von euch, wenn ihr euer Vorspiel auf einen späteren Zeitpunkt verschieben könntet und nicht mitten in der vollbesetzten Straßenbahn eine verspielte Kabbelei anfangt, bei der ich dann dauernd mit dem Kopf ausweichen muss, damit ich nicht bei euren Abwehrbewegungen eine gelangt kriege. *hmpf* Wenn das häufiger passiert, verlange ich die Schnalle als Tribut. Dann muss die nackt in meiner Wohnung stehen und meine Bücher abstauben.
Geschrieben am 14.5.2009 um 12:20 Uhr
Kategorie: Neuigkeiten zur Seite
Grimmiger Statusbericht
Einige hatten ja damals drum gebeten, dass ich Euch bei dieser Grimme-Online-Award-Sache auf dem Laufenden halte.
Also: Klopfers Web ist nicht nominiert.
Schade.
Geschrieben am 13.5.2009 um 17:00 Uhr
Kategorie: Gemotze
Wie, Amoklauf geht auch ohne Pimmel?
Ich finde es richtig stark, wie souverän auf den womöglich geplanten Anschlag auf ein Gymnasium in Sankt Augustin reagiert wird. Nämlich überhaupt nicht souverän. Eine 16-jährige Schülerin wurde anscheinend bei den Vorbereitungen überrascht und hat einer Mitschülerin den Daumen abgesäbelt. Offenbar gibt's ein Schriftstück, dass ungefähr besagt, dass sie ihre Mitschüler weinen sehen will, bevor sie sich selbst umbringt. Und Politik, Medien und angebliche Psychologen stehen nun wie der Ochs vorm Berg und kapieren gar nichts. "Wie, das geht auch mit Mädchen?"
Über die Hintergründe und das Motiv der Schülerin aus St. Augustin herrschte auch am Dienstag noch Unklarheit. Das Mädchen sei eine "an sich gute Schülerin", sagte Schulleiterin Wähner. Laut Informationen der "Bild"-Zeitung handelt es sich bei der 16-Jährigen um eine Einserschülerin aus einer "unauffälligen" Familie.
Na super! Gut in der Schule - da bleiben doch für eine Jugendliche gar keine privaten Probleme mehr übrig, oder? Einserschüler sind doch die Kings und Queens der Klasse, beliebter geht's gar nicht, jeder möchte ihr Freund sein, sie sind die Trendsetter der Schule, und bei Geburtstagspartys werden sie zuerst eingeladen... Von wegen! Es ist zum Kotzen, als Streber abgestempelt zu werden, wie es auch dieser Schülerin passiert ist. Es ist zum Kotzen, wenn man täglich geschnitten wird von den Klassenkameraden, als Ziel ihrer blöden Witze herhalten muss, und falls man aufmuckt, wird man geschlagen und angespuckt. Es ist einfach nur beschissen, wenn man täglich nach Hause kommt und sich flennend aufs Bett wirft, weil man sich vollkommen isoliert fühlt. Es tut wahnsinnig weh. Es ist ein Wunder, dass nicht mehr Einserschüler ihre Schule anzünden. Solche Erlebnisse in der Jugend hinterlassen seelische Narben, die nie ganz verschwinden.
Noch vor kurzem hatte ich (in den Kommentaren oder Frag den Hasen) geschrieben, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis auch hier ein Mädchen austickt, und andere meinten, dass das doch eher unwahrscheinlich sei. "Nach einer Studie der TU Darmstadt wurden nur vier von etwa hundert Amokläufen an Schulen weltweit von Mädchen verübt.", steht im oben verlinkten Spiegel-Artikel. Es ist also keine Premiere. Ob Junge oder Mädchen, irgendwann spielt das keine Rolle mehr. Die Wut verletzter Seelen kümmert sich nicht ums Geschlecht.
Geschrieben am 12.5.2009 um 12:59 Uhr
Kategorie: Belanglose Gedanken
Vorschläge für Pornofilme...
... die niemand bis zum Schluss liest. Vermutlich werden Pornoproduzenten von Filmideen überschüttet, und bei vielen dieser Briefe wird wahrscheinlich nicht einmal die Abschiedsfloskel registriert, weil das Schreiben schon vorher in der Rundablage landet. Um aufzurütteln und anzuprangern (ich weiß nicht was, aber irgendwas wird's schon zum Anprangern geben), zeige ich hier fünf Beispiele, die es nicht geschafft haben, Gnade in den Augen der Erotikfilmer zu finden.
Nehmt euch mal eine Minute Zeit und gedenkt all der Ideen in dieser und anderen Branchen, die es nie zu etwas bringen. 
Geschrieben am 10.5.2009 um 22:19 Uhr
Kategorie: Politisches
Die Lüge von der Politikverdrossenheit
Dieser Text ist nicht lustig und sollte von politikverdrossenen Jugendlichen nicht gelesen werden. 
Die Lüge von der Politikverdrossenheit
Der Klageruf von Politikern, Medien und älteren Mitbürgern ist ein Dauerbrenner: „Die Jugend interessiert sich ja nicht für Politik!“ Dieser Stoßseufzer ist wohl eher von Überheblichkeit und Ignoranz motiviert als von ehrlicher Sorge um das Politikverständnis unserer Jugend – das Gerede von der Politikverdrossenheit soll wohl ausdrücken: „Wenn die Jugend sich für Politik interessieren würde, dann wäre sie nicht so oft anderer Meinung – WIR sind ja schließlich viel informierter und haben deswegen die richtige Überzeugung.“
Meine Erfahrung als Webmaster einer vornehmlich von Jugendlichen besuchten Website ist vollkommen anders. Jugendliche sind sehr an Politik interessiert. Sie beobachten aufmerksam, was passiert, und wenn man ihnen die Möglichkeit gibt, ungezwungen Fragen zu stellen, so nehmen sie diese Möglichkeit dankbar an, um politische Sachverhalte, Probleme und Konflikte besser verstehen zu können. Im Vergleich zu Menschen, für die das Berufsleben zu einem alltäglichen Trott geworden ist, besitzen Jugendliche noch eine gesunde Skepsis, und wenngleich diese Skepsis gelegentlich in Verschwörungstheorien ausufert, so ist das Hinterfragen der Motive und Handlungen unserer politischen Elite doch ein Grundpfeiler unserer demokratischen Gesellschaft. Die jugendliche Politikverdrossenheit ist ein Mythos.
Kein Mythos ist aber die jugendliche Verdrossenheit gegenüber Politikern. Und von ihrem Standpunkt aus könnte nichts verständlicher sein als das. Kinder und Jugendliche werden von der Politik gerne als Thema missbraucht, und oft ist der Hinweis auf den Schutz der Kinder ein Mittel, Kritik an umstrittenen politischen Vorhaben zu diskreditieren. Doch kaum ein Politiker macht sich die Mühe, die Kinder und Jugendlichen tatsächlich als Menschen mit eigenen Ansichten, Vorstellungen und Erwartungen an die Zukunft zu sehen. Viel häufiger bekommen Jugendliche den Eindruck, dass ihnen die Politiker nicht über den Weg trauen.
Das konnte man beim Massenmord von Winnenden gut beobachten: Schon am selben Tag flammte die Diskussion über „Killerspiele“ auf, die für Millionen Jugendliche eine harmlose Freizeitbeschäftigung sind, deren Schilderung in der Medienberichterstattung der nichtinformierten Öffentlichkeit aber nur den Eindruck vermitteln konnte, dass diese Computerspiele binnen weniger Wochen aus gesunden, ausgeglichenen Kindern emotional abgestumpfte Killermaschinen machen würden.
Anfang April erschoss ein Sechzigjähriger seine Schwägerin in einem Landshuter Gerichtssaal und tötete sich dann selbst. Hier suchten weder Medien noch die Politik schnelle Antworten im Medienkonsum des Täters. Als aber wenige Tage später eine Familie in Baden-Württemberg erschossen aufgefunden wurde und der 18-jährige Sohn und sein Freund als dringend Tatverdächtige festgenommen wurden, konnte sich N24 den Hinweis nicht verkneifen, dass die Polizei den Computer des Sohnes beschlagnahmt habe und noch nicht bekannt sei, ob Gewaltspiele auf dem Rechner wären. Das war keine Nachricht – jemand gab sich die Mühe zu betonen, etwas nicht zu wissen, aber auf eine Weise, die eine Verbindung zwischen der Tat und Computerspielen implizierte. Mit Journalismus hat das nichts zu tun.
Für Jugendliche ist die Aussage der Medien daher klar: Wenn Erwachsene durchdrehen, ist das eine durch psychische Probleme begründete Tragödie, die sich leider nicht vermeiden ließ. Wenn Jugendliche durchdrehen, dann stehen Computerspiele dahinter, die man verbieten müsste. Die Möglichkeit, dass auch Jugendliche begründeten psychischen Stress erleiden könnten, der labile Personen zu Gewalttaten treiben könnte, wird in der öffentlichen Diskussion gerne von der Debatte um Killerspielverbote überlagert. Jugendliche können sich so nicht ernst genommen fühlen. Dass in Deutschland das schärfste Jugendschutzrecht der Welt gilt, trägt ebenfalls nicht zur Vertrauensbildung bei – anscheinend traut man im Rest der Welt Eltern und ihren Kindern eher zu, mit dem Medienkonsum verantwortungsvoll umzugehen, ohne dass sich der Staat zu sehr einmischt. Jeder Erwachsene in Deutschland müsste sich kopfschüttelnd fragen, wie er es nur ohne die Zensurbemühungen des Staates geschafft hat, gesund die Volljährigkeit zu erleben, wo doch anscheinend überall Gefahren für die zarte Kinderseele lauern.
Wenn man die Politiker fragte, ob sie denn selbst mal die von ihnen so verachteten Killerspiele gespielt hätten, so wurde schnell klar, dass unsere Volksvertreter nur mit zweifelhaften Informationen aus zweiter oder dritter Hand agierten und sich nie dazu herabgelassen haben, tatsächlich einmal anzuschauen, was da eigentlich verboten werden soll. Der bayerische Innenminister konnte nur so bar jeder Sachkenntnis diese Computerspiele mit Kinderpornografie gleichsetzen – womit er die Computerspieler und Hersteller auf eine Stufe mit Pädophilen und Kinderschändern stellte. Bei der jüngeren Generation bis 30 Jahren, die mit Computerspielen aufwuchs, kann man so keine Popularität erlangen; vielmehr verliert man bei diesen Menschen sämtliche politische Glaubwürdigkeit. Dass Schützenvereine auch beleidigt reagieren würden, wenn man ihre Vereinstätigkeit auf eine Stufe mit dem Vergewaltigen von Kindern stellte, liegt auf der Hand – auf die Befindlichkeiten der jungen Menschen nimmt die Politik hingegen offenbar keine Rücksicht. Dass nicht wenige der Politiker und Bedenkenträger selbst in ihrer Jugend gegen das Unverständnis ihrer Elterngeneration für Rock’n’Roll und freie Liebe aufbegehrten und sich heute wohl nicht mehr daran erinnern können oder wollen, verleiht diesem Konflikt zwischen Jung und Alt eine tragische Ironie.
Eine ähnliche Unbedarftheit zeigt die Politik auch im Umgang mit dem Internet. Unser ehemaliger Bundeswirtschafts- und Technologieminister Michael Glos erzählte von „Leuten, die das Internet für mich bedienen“. Und genauso wird auch Politik mit dem Internet gemacht. Man bekommt nicht den Eindruck, dass diese Leute tatsächlich selbst wüssten, wovon sie reden. Die Junge Union fordert nun mit Rückendeckung der Parteiführung, vor die Registrierung bei Videoseiten wie Youtube eine Ausweisüberprüfung zu stellen, und erweckt in ihrer Begründung den Eindruck, als wenn Youtube ein riesiges Reservoir an Gewaltvideos mit dem einzigen Zweck wäre, sich zu Straftaten zu verabreden. Der Wahrheitsgehalt dieser Aussage ist ähnlich zweifelhaft wie das Gerücht, dass sich viele Jungen im Teenageralter zum Gruppenmasturbieren träfen.
Auch die äußerst fruchtbare Ursula von der Leyen ist zu einem beträchtlichen Teil für die Skepsis der Jugendlichen verantwortlich. Mit ihrer Sperre von Internetseiten wollte sie vorgeblich die Verbreitung von Kinderpornographie behindern, doch Experten bezweifeln nahezu alle Aussagen des Familienministeriums, mit denen diese Sperren gerechtfertigt werden sollen. Von der technischen Wirksamkeit über die fragwürdige Behauptung über eine Kinderpornoindustrie im Netz bis zu der verfassungsrechtlich bedenklichen Aufstellung einer staatlichen Sperrliste für Webseiten ohne Möglichkeit einer unabhängigen Kontrolle: Alle Bedenken werden – teilweise mit persönlichen Angriffen – beiseite gewischt, ohne auf diese Fragen inhaltlich einzugehen. Diese Art des Umgangs mit Kritik und das beharrliche Ignorieren der Expertenmeinungen wirken vermutlich selbst auf Jugendliche erschreckend kindisch – erschreckend nicht zuletzt deswegen, weil die Auswirkungen derartiger Regelungen auf die demokratischen Freiheitsrechte das zukünftige Leben der jungen Menschen in diesem Land beeinflussen. Es geht um ihre Zukunft, doch gestalten dürfen sie sie noch nicht selbst. Dass es nebenbei auch um die Zukunft unseres Landes geht und die Politik eigentlich alles tun sollte, um die Möglichkeiten neuer Medien auszuschöpfen und uns eine faire Chance im internationalen Wettbewerb zu sichern, anstatt ihnen mit Argwohn und Angst zu begegnen, scheint im verkrusteten Denken der Mandatsträger ebenfalls keinen Platz zu haben.
Die Sperre von Internetseiten gehört zu einer langen Reihe von Gesetzesvorhaben, die die Abwehrrechte der Bürger dem Staat gegenüber aushöhlen, insbesondere das Recht der Bürger, den Staat nicht alles wissen zu lassen. Die Speicherung von Verbindungsdaten von Handys und Internetanschlüssen und die Möglichkeit der heimlichen Durchsuchung von PCs durch das Bundeskriminalamt interessieren viele ältere Mitbürger nicht – für sie haben Computer und das Internet tendenziell eher wenig Einzug in ihr Privatleben gehalten. Für die junge Generation der unter 30-Jährigen sieht das ganz anders aus: Das Internet ist ein zentrales Kommunikationsmedium, der PC ein Gerät, in dem man persönliche Gedanken, Fotos und Videos abspeichert. Der Schutz der neuen Technologien vor dem Zugriff des Staates ist für Menschen, die mit diesen Medien aufgewachsen sind, ebenso wichtig für den Erhalt der Privatsphäre wie das Postgeheimnis oder die Unverletzlichkeit der Wohnung.
Das Vertrauen in die Politiker wird weiterhin geschädigt durch den Umgang mit dem Bundesverfassungsgericht, welches immer wieder offen verfassungswidrige Gesetzesvorhaben einkassiert. Als die Karlsruher Richter den Wunsch des Innenministers zunichte machten, entführte Flugzeuge abschießen zu dürfen, und dabei Artikel 1 des Grundgesetzes zitierten, reagierte Wolfgang Schäuble äußerst verschnupft, sprach dem Gericht die Kompetenz ab und kündigte sogar an, die Verfassung notfalls zu ändern – obwohl ihm als Verfassungsminister klar sein sollte, dass Artikel 1 unseres Grundgesetzes eine Ewigkeitsgarantie genießt und überhaupt nicht geändert werden darf. Heutige Jugendliche sind zu jung, um sich an die Verwicklung Schäubles im CDU-Spendenskandal erinnern zu können, aber mit seinem heutigen Verhalten stellt er sich ebenfalls nicht als gesetzestreuer Amtsträger mit ausgeprägtem Pflichtbewusstsein dar, sondern vielmehr als jemand, der dem Staat die Möglichkeit einräumen möchte, zum Wohle des Volkes unschuldige Bürger zu töten.
Und auch Koalitionspartner kommen in der öffentlichen Meinung der Jugendlichen und der meisten Twens nicht gut weg, insbesondere wenn sie wie die SPD bei umstrittenen Gesetzesvorlagen zunächst ihren Widerstand ankündigen und nach wenigen Wochen „mit Bauchschmerzen“ doch zustimmen. Die Ideale zu verraten, für die man angeblich einstehen wollte, sollte eigentlich bei jedem Menschen für Abscheu sorgen.
Nun sollte klar sein, warum die junge Generation nichts von unseren Politikern hält. Die Politiker trauen Jugendlichen nichts zu und verunglimpfen deren Freizeitbeschäftigungen, sie hören nicht auf Leute, die es besser wissen, und sie halten sich nicht an die wichtigsten Gesetze oder an moralische Prinzipien. Man weiß manchmal nicht, ob sie wirklich ahnungslos sind oder einfach nur lügen, um Unsinn anzustellen. Meine Mutter hat mir beigebracht, mit solchen Leuten nicht zu verkehren. Ich glaube, der Jugend geht’s genauso.
Geschrieben am 10.5.2009 um 19:50 Uhr
Kategorie: Hilfeschrei
Kleine Frage
Ich hab Mitte April drei Seiten Text über die angebliche Politikverdrossenheit der Jugend verfasst, ihn bisher aber nicht veröffentlicht. Ich spielte mit dem Gedanken, ihn zum Weiterverbreiten freizugeben (solange die Autorenangabe intakt bleibt), aber nun gibt's ja auch Leute, denen die Seite mittlerweile zu politisch wird. Was meint ihr? Soll ich den Text nun hier veröffentlichen oder sollte ich mich nun lieber komplett um was anderes kümmern?
Ich bin unschlüssig.










