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Geschrieben am 20.3.2010 um 17:39 Uhr
Kategorie: Belanglose Gedanken
geschlechtsverkehrt
Man hat ja immer mal die Hoffnung, dass sich Jugendschützer auch mal mit wissenschaftlichen Erkenntnissen beschäftigen, um die Schwerpunkte und Vorgehensweisen ihrer Arbeit auch sinnvoll festzulegen. (Ja, ich weiß, es sind meistens nur Leute, die ihre eigenen Moralvorstellungen zum Gesetz machen wollen. Aber man darf ja die Hoffnung haben.)
In letzter Zeit sind da zwei Arbeiten besonders zu nennen.
Die erste Arbeit ist ein Aufsatz von Milton Diamond, der letztes Jahr in der wissenschaftlichen Zeitschrift International Journal of Law and Psychiatry erschien. Der Text Pornography, Public Acceptance and Sex Related Crime: A Review fasst die Erkenntnisse anderer Wissenschaftler zusammen, um zu untersuchen, ob die Verfügbarkeit von Pornografie sich steigernd auf die Zahl der Sexualstraftaten auswirkt und ob Pornografie in den Konsumenten frauenfeindliche Ansichten verankert. Für die, die sich den Artikel nicht durchlesen wollen, spoiler ich mal: Beides kann verneint werden.
Wo Pornografie frei verfügbar ist, ist die Zahl der Vergewaltigungen deutlich gesunken. Man kann zwar nicht sagen, dass das Sinken unbedingt auf die Pornos zurückzuführen wären, aber man kann deutlich erkennen, dass sie nicht zu einer Zunahme geführt haben. Angesichts der Tatsache, dass Opfer heutzutage eher bereit sind, Sexualstraftaten anzuzeigen, statt sie aus Scham zu verschweigen, ist das recht aussagekräftig.
Ebenso ist das Frauenbild, welches Menschen pflegen, wenig von der Darstellung von Frauen in Pornos abhängig. Einige amerikanische Studien stellten sogar fest, dass Besucher von Pornokinos weniger frauenfeindliche Ansichten hegten als durchschnittliche College-Studenten beiderlei Geschlechts. Diamond weist auch darauf hin, dass Frauen gerade in Ländern mit striktem Pornografieverbot (z.B. in Saudi-Arabien) deutlich schlechter gestellt seien als Männer und zitiert einen anderen Wissenschaftler (Baron): "Pornografie und Geschlechtergleichheit florieren beide in politisch toleranten Gesellschaften."
Die zweite Arbeit ist eine Studie des Leipziger Professors Dr. Kurt Starke, in der die oft von Jugendschützern behaupteten negativen Auswirkungen von Pornografie auf Jugendliche untersucht werden, wobei nicht nur eigene, sondern ebenfalls Erkenntnisse aus anderen Studien eingeflossen sind. (Das Gutachten der Studie mit dem Titel "Pornografie und Jugend - Jugend und Pornografie" kann hier runtergeladen werden.)
Auch hier ist das Ergebnis, dass eine grundsätzlich schädliche Wirkung von Pornografie auf Jugendliche als Fiktion anzusehen ist und das Verbot einfacher Pornografie daher sogar schädlich für die Sexualentwicklung von Jugendlichen sein kann. (Der Text ist recht verständlich geschrieben, man muss also kein Diplom haben, um ihn zu verstehen.)
Und jetzt können wir den neuen (und den alten) Jugendmedienschutzstaatsvertrag meinetwegen zerrupfen und vergessen.
Übrigens wurde ich von mehreren Leuten gebeten, mal was zu den vielen Kinderschändern in katholischen Einrichtungen zu sagen. Okay, ich fasse mich auch kurz. (Denke ich.
) Was dort passiert ist (und vermutlich immer noch passiert; das kommt ja z.B. in Deutschland jetzt alles nur ans Licht, weil's gerade verjährt ist), ist meiner Meinung nach ein Resultat aus dem Verbot, sich sexuell zu betätigen. Die wenigsten der Täter sind pädophil, sie haben einfach eine Gelegenheit wahrgenommen, ihre Triebe zu befriedigen, und das ohne große Gefahr, dabei erwischt zu werden (sie waren für die Kinder ja schließlich Autoritätspersonen mit einem besonderen Draht zu Gott).
Das ist so ähnlich wie bei Knastschwulen. Die sind auch nicht schwul, aber weil sie im Knast keine Frauen zum Poppen haben, befriedigen sie sich gegenseitig. Und wenn sie dann aus dem Gefängnis rauskommen, haben sie überhaupt kein Verlangen danach, jemals wieder einem Kerl die Rosette zu weiten. Die katholischen Amtsträger haben nicht mal die Aussicht auf ein Ende ihrer Haft im Zölibat. Sie haben eigentlich nur drei Möglichkeiten:
1. Sie verkneifen sich alles, werden grummelig und unausgeglichen.
2. Sie führen heimlich eine Beziehung zu einer Frau oder einem Mann (was dann meistens zu einem offenen Geheimnis wird; soweit ich gehört habe, bezahlt die katholische Kirche einem Priester in Polen sogar die Wohnung für seine Frau und seine Kinder, weil sie keinen Nachfolger für ihn finden und daher über den Bruch des Zölibatseids hinwegsehen).
3. Sie fummeln mit ihren Schützlingen.
Das müssen sie nicht mal planen. Ich fürchte, wenn man ein paar Jahre nicht ejakuliert hat und dann durch irgendetwas ein Rohr bekommt, sieht jeder, der nicht gerade wegläuft, irgendwie willig und geil aus. Da werden dann ein unschuldiges Lächeln und jede zufällige Berührung als Aufforderung missverstanden. Ich möchte die Taten dieser Leute nicht entschuldigen; eigentlich hätten sie sich nach den ersten unzüchtigen Gedanken selbst ohrfeigen müssen, statt sie umzusetzen. Sie sollten streng bestraft werden. Aber ich denke, dass die Ursache für so ein Verhalten in der Forderung der katholischen Kirche nach einem Verzicht auf Sexualität liegt. Seine Sexualität zu unterdrücken oder zu verstecken ist einfach ungesund.
Geschrieben am 19.3.2010 um 19:36 Uhr
Kategorie: Neuigkeiten zur Seite
Blindflug
Nach einer Anregung in den Kommentaren zum letzten Eintrag habe ich mal auf die Schnelle hier vier "Sharebuttons" (oder Empfehlungslinks) zusammengehackt, die unter jedem Beitrag im Blog auftauchen sollten. (Die Buttons sind für Twitter, SchülerVz/StudiVz/MeinVz, Facebook und MySpace.)
Ob die allerdings alle funktionieren, weiß ich nicht. Twitter geht, StudiVz scheint's auch zu schlucken; ich habe allerdings keine Accounts bei Facebook oder MySpace, um diese Links zu testen. Falls ihr also Fehlermeldungen bekommt, wenn ihr mal einen Blogeintrag von Klopfers Web euren Freunden bei Facebook oder MySpace zeigen wollt, dann sagt mir bitte Bescheid!
Entsprechende Buttons für die Lästereien, Kolumnen usw. kann ich leider erst beim neuen KW vernünftig einbinden, die Fundsachengalerie kriegt die Teile aber wohl auch gleich.
Geschrieben am 17.3.2010 um 19:12 Uhr
Kategorie: Belanglose Gedanken
Down Under
Ach, Australien. Du warst mal cool. Aber was ist aus dir geworden?
Manche kennen vielleicht die Encyclopedia Dramatica. Man könnte sie als den schmuddeligen Bruder der Wikipedia bezeichnen. So ziemlich jeder Artikel dort ist darauf aus, irgendwelche Tabus zu verletzen. Egal wie man jetzt dazu steht, es ist ziemlich einfach, sich nicht angegriffen zu fühlen: Man geht einfach nicht auf die Seite rauf.
Das ist allerdings ein Konzept, was in Australien bisher offenbar nicht allgemein bekannt ist: Die Australian Human Rights Commission hat aufgrund von Beschwerden über den ED-Artikel zu Aborigines ein Verfahren gegen den Betreiber der ED eingeleitet, der dann vermutlich irgendwann angeklagt werden soll. Nun sitzt der Betreiber zwar in den USA (und hält sich an amerikanische Gesetze, da die Redefreiheit in den USA doch sehr ernst genommen wird), weswegen er wohl nicht fürchten muss, dass ein Urteil gegen ihn vollstreckt werden kann, aber er kann wohl seine australische Familie nie mehr besuchen.
(Ich verzichte hier auf Links zur ED, da manche der Werbebanner dort gelegentlich Malware verbreiten, weil der Werbeanbieter offenbar nicht allzu sorgfältig bei der Auswahl seiner Werbekunden ist. Die ED kann nichts dafür, aber man findet die Seite ja auch recht einfach, wenn man weiß, wie sie heißt.)
Das ist nicht das erste Mal, dass Australien negativ auffällt, was das Internet angeht. In Australien werden jetzt Internetsperren eingeführt. Das Vorhaben lag eine Weile auf Eis, wird aber nun wieder in Angriff genommen. Als Vorwand für die Sperren nahm man natürlich die Kinderpornografie. Auf der Liste, die aber über Wikileaks an die Öffentlichkeit gelangte, waren dann aber auch normale Pornoseiten, Online-Poker-Seiten, Wikipedia-Seiten und sogar die Seite eines Zahnarztes aus Queensland. Oh, und Wikileaks kam dann natürlich auch auf die Liste. Die australische Regierung reagierte auf die Kritik mit der Drohung, jeden zu verklagen, der die Liste veröffentlicht.
Oh, und natürlich gibt's ja gaaanz tolle Gründe, auch normale Pornoseiten auf die Liste zu setzen. Junge, erwachsene Frauen mit A-Körbchen dürfen in Pornos nicht mehr auftauchen, da das kinderpornografisch sei*, und auch weibliche Ejakulation ist verboten.
* Bei uns ist das dank des Jugendpornografiegesetzes de jure auch so.
Einen schönen Bock schoss die Regierung des Bundeslands Südaustralien im Januar, als sie beschloss, dass jeder, der im Internet einen Kommentar zur anstehenden Wahl veröffentlichen wolle, dies nur mit Angabe seines Realnamens und seiner Postleitzahl tun dürfe. Der Aufschrei öffentlicher Empörung sorgte dann dafür, dass man zurückruderte und das Gesetz schnell wieder verschwinden ließ.
Und wisst ihr, was das Schlimmste ist? Australien ist gar nicht so anders als Deutschland.
Das mit der Jugendpornografie habe ich schon erwähnt. Die Internetsperren - vielleicht kommen sie bei uns ja doch noch.
Und auch in Deutschland kann man jetzt Leute in anderen Teilen der Welt verklagen, und falls jemand glaubt, er wäre hier wiederum vor Klagen aus fremden Ländern wie China sicher, der irrt sich auch: Deutsche Gerichte helfen da gerne.
Ach Deutschland. Du warst bestimmt auch mal cool.
Geschrieben am 17.3.2010 um 1:46 Uhr
Kategorie: Neuigkeiten zur Seite
Super-Brüderlichkeit
Eine der DVDs, die mir Armin für Klopfer lästert gespendet hat, war die mit der Super Mario Bros. Super Show, und da dies eine Serie ist, eignet sie sich hervorragend für kleinere Häppchen zwischendurch.
Das erste Häppchen (Einleitung und Episode 1) habe ich jetzt online gestellt. Also viel Spaß damit!
Geschrieben am 15.3.2010 um 0:11 Uhr
Kategorie: Belanglose Gedanken
Länder mit Parkinson
Es gab ab 12. Januar ein großes Erdbeben in Haiti. Am 26. Februar wackelte in Japan die Erde, einen Tag später in Chile. Anfang März wurden Taiwan und die Türkei durchgeschüttelt, am 11. März kam wieder ein Erdbeben in Chile, gestern durfte mal wieder Japan eins erleben, Indonesien kam ebenfalls dran.
Irgendwie komme ich nicht umhin, an einen Superschurken zu denken, der in seiner geheimen Basis in einem erloschenen Vulkan sitzt, seine Erdbebenwaffe auf Welttournee schickt und schließlich irgendwann seine Geldforderungen an die Vereinten Nationen stellen wird. Griechenland sollte beunruhigt sein, eventuell muss das Geld, was für ihr Rettungspaket geplant war, in kleinen, nicht registrierten Scheinen per Fallschirm über einer lauschigen Pazifikinsel abgeworfen werden. Wäre nur blöd, wenn dem Schurken einer zuvor kommt und das Geld früher erpresst ...
... Ich muss mal eben einen kleinen Brief an die UNO schreiben. 
Geschrieben am 12.3.2010 um 13:50 Uhr
Kategorie: Persönliches
Mensch gegen Haus
Anscheinend hat jemand endlich gemerkt, dass das Haus ein bisschen marode ist, und den "Rückbau" angestoßen. Nun sind fast alle Platten oben schon weg:

Im anderen Beitrag hat "Nur so" (warum die Abneigung, einen Namen anzugeben?
) nähere Informationen zu dem Gebäude in den Kommentaren gepostet.
Übrigens gibt's jetzt "Böses Hasi!" in der dritten überarbeiteten Auflage. Ich hoffe, es sind jetzt endlich alle Fehler gefunden und ausgerottet. Sogar der Coverdruck hat diesmal keinen Rotstich. 
Geschrieben am 10.3.2010 um 16:13 Uhr
Kategorie: Persönliches
Haus gegen Natur
Vielleicht habt ihr mal diese Doku auf einem der Nachrichtensender gesehen, in der es darum geht, wie schnell nahezu alle Zeichen menschlicher Besiedlung vom Antlitz der Erde verschwinden würden. Viele Häuser würden nur einige Jahrzehnte durchhalten.
Nun, ich kann so etwas gerade von meinem Fenster aus beobachten:

Seht ihr die beiden großen "Löcher" oben? Die waren gestern Abend noch nicht da. Kleinere Trümmerstücke fallen momentan gelegentlich aus diesen Lücken. Falls das Haus nicht präventiv abgerissen wird, fällt es sicher in den nächsten paar Jahren von selbst in sich zusammen. Nur schade, dass das ohne Vorwarnung passieren wird; ich fänd's cool, das auf Video aufzunehmen.
Vielen Dank übrigens an Armin, der den Klopfer-lästert-Wunschzettel im Alleingang leergeräumt hat!
Ein weiteres Dankeschön geht an Kevin Glinka, der mir seine Einführung zur Stratosphärenforschung mit Ballons geschickt hat. War sehr interessant zu lesen!
Geschrieben am 8.3.2010 um 18:35 Uhr
Kategorie: Belanglose Gedanken
O_O
Ich sehe gerade, dass mein Klopfer-lästert-Wunschzettel bei Amazon nahezu leergeräumt wurde (von dem abgesehen, was nicht mehr erhältlich ist). Ich sehe da jede Menge Arbeit auf mich zukommen, und angesichts der zweifelhaften Qualität der meisten Werke, die auf der Liste standen, weiß ich nicht so recht, ob die Spender es nun gut oder schlecht mit mir meinten. Aber trotzdem vielen vielen Dank! 
Herzlichen Glückwunsch übrigens an Sandra Bullock. Eine goldene Himbeere UND einen Oscar an einem Wochenende zu gewinnen, hat, glaube ich, noch niemand geschafft.
Geschrieben am 5.3.2010 um 19:57 Uhr
Kategorie: Neuigkeiten zur Seite
Uff... Fundsachen
So, es gibt 46 neue Fundsachen, die mir im Oktober und November zugeschickt wurden.
Übrigens: Ich hab mit dem Gedanken gespielt, als nächstes über Star Crash 2 zu lästern. Irgendwelche Gegenvorschläge?
Nachtrag: Ich habe jetzt auch den Dezember abgearbeitet.
Nachtrag 2: Hier ist mein Klopfer-lästert-Wunschzettel bei Amazon. Vielleicht mag ja jemand etwas spendieren.
Geschrieben am 3.3.2010 um 23:07 Uhr
Kategorie: Lästereien
Vorratsdatenspeicherung bringt offenbar nix
Ich fand's lustig, was so in dem Spiegel-Online-Artikel über den Streit zum Urteil des BVerfG zur Vorratsdatenspeicherung so vorgebracht wird.
So verweist die bayerische Staatskanzlei in einem Schreiben, das SPIEGEL ONLINE vorliegt, auf "die praktische Bedeutung des Abrufs von Telekommunikationsverkehrsdaten im Bereich der polizeilichen Gefahrenabwehr" - und nennt Beispiele. Unter anderem werden die Fälle eines angedrohten Amoklaufs und einer Bombendrohung geschildert, bei denen man die unbekannten Urheber wegen schon gelöschter Daten nicht ermitteln konnte.
Schlimm, oder?
Einen Amoklauf gab es nicht, und eine Bombe ist auch nicht explodiert. Also eigentlich hätten sie das Land auch nicht sicherer gemacht, wenn sie die Urheber der Botschaften gefunden hätten.
Man stelle sich mal vor, jedes zwischen Bekannten geäußerte "Ich würde am liebsten die ganze beschissene Regierung umlegen" und jedes "Wenn du meinen Hefekloß wegmampfst, leg ich dich um" würden gleich einen Polizeieinsatz hervorrufen. Die Gefängnisse wären voll. Aber im Internet wird jeder Scheiß ernst genommen. Lächerlich.










