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© 2015 Christian Schmidt

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Das Buch zu Klopfers Web

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Geschrieben am

Obwohl mich die neueren Medien fest im Griff haben, schaffe ich es doch gelegentlich, meinen Blick von den ganzen Monitoren und Displays loszureißen und ein oder zwei Bücher zu lesen. Ich habe bereits häufiger darüber geschrieben, und nun ist es wieder an der Zeit, meinen Mostrich beizutragen. (Die angegebenen Preise bei englischen Büchern stimmten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung; für spätere Preisänderungen gebe ich keine Garantien.)

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Randall Munroe ist sicher nicht wenigen Lesern als der Zeichner des Webcomics xkcd bekannt. Auf einer Nebenseite beantwortet er inzwischen aber auch ausführlich zumeist mathematische und physikalische Fragen seiner Leser, etwa „Wie viele Menschen müsste ein Tyrannosaurus Rex fressen, um seinen täglichen Kalorienbedarf zu decken?“ oder „Könnte man durch schnelles Umrühren seines Tees so viel Energie zuführen, dass der Tee nicht abkühlt, sondern heißer wird?“ Begleitet werden die launig geschriebenen Texte natürlich von Abbildungen seiner berühmten Strichmännchen. Mehr oder weniger überraschend lautet bei vielen Fragen die Antwort, dass wir alle sterben würden, was ja irgendwie auf existenzieller Ebene auch eine gewisse Dankbarkeit aufkommen lässt, dass uns das Universum das Leben nun schon so lange ermöglicht hat. biggrin.gif Inzwischen lese ich Munroes Antworten auf die „Was wäre wenn?“-Fragen sogar deutlich lieber als den Hauptcomic.

Seit letztem Herbst gibt es nun auch eine Sammlung seiner „What if?“-Texte als Buch, sogar in deutscher Version. Die Übersetzung ist okay, ich würde aber allen, die gut Englisch können, die Originalversion ans Herz legen, zumal die auch als schickes Hardcover mit Schutzumschlag ins Haus kommt.

Deutsche Ausgabe bei Amazon für 14,99€ - Englische Ausgabe bei Amazon für 15,95€

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Beim letzten Mal hatte ich schon „Im Land des Flüsterns“ vorgestellt, dies ist nun ein weiteres Buch über Nordkorea. Hier geht es um den Nordkoreaner Shin Dong-hyuk, der schon im Gefangenenlager zur Welt kam und eigentlich auch dort hätte sterben sollen. In Nordkorea glaubt man, dass bei einem schweren Vergehen (bzw. was die Führung als schwer ansieht) die Familie bis in die dritte Generation besudelt ist. Die Ehe seiner Eltern war eine Belohnung im Gefangenenlager; sein Vater durfte fünf Mal im Jahr seiner Frau beiwohnen, und er war das Resultat einer dieser Zusammenkünfte. Liebe gab es nicht, seine Mutter sah ihn als Nahrungskonkurrenten, sein Bruder war wie ein Fremder für ihn. Als seine Mutter und sein Bruder einen Fluchtversuch planten, verpetzte er (als Vierzehnjähriger) sie, wie er es gelernt hatte, wurde anschließend gefoltert und sah dann bei ihrer Hinrichtung zu. Damals dachte er, sie hätten es verdient. Für fast jedes Vergehen im Lager drohte die sofortige Erschießung. Er sah, wie eine Mitschülerin vom Lehrer totgeprügelt wurde, weil sie fünf Maiskörner in ihren Taschen hatte. Er sah, wie weibliche Mitgefangene von Wärtern sexuell missbraucht wurden. Wenn sie schwanger wurden, wurden auch sie erschossen. Sein Alltag wurde von Zwangsarbeit beim Bau, in der Fabrik und auf dem Feld bestimmt.

Interessant aber auch: Weil die Gefangenen sowieso nie freikommen sollten und als Menschen für die nordkoreanische Führung unwichtig waren, erfuhr Shin nie dieselbe Indoktrination wie die anderen Nordkoreaner. Er lernte nichts über den Koreakrieg und wusste nicht einmal, dass es Länder wie die USA, China oder Südkorea überhaupt gab. Lediglich von Mitgefangenen erfuhr er schließlich etwas über die Außenwelt. Gemeinsam mit einem „Freund“ (wenn man so etwas überhaupt haben konnte) beschloss er schließlich zu fliehen. Er schaffte es, sein Freund nicht. Das Buch erzählt die Geschichte seines Lebens, seiner Flucht und seiner Schwierigkeiten, sich in Südkorea an das normale Leben zu gewöhnen. Wer ein bisschen Interesse an Nordkorea hat, sollte in das Buch unbedingt mal reinschauen.

Deutsche Ausgabe bei Amazon für 10,99€

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Das deutsche Steuersystem ist für die meisten Leute ein Gräuel, und das nicht zu Unrecht. Mit allerlei Durchführungsvorschriften, Sonderregeln und unverständlichen Gesetzestexten gleicht es einem Dschungel, durch den man sich mit viel Aufwand schlagen muss, um dann eventuell am Ende ein bisschen Geld wiederzukriegen. (Nicht in meinem Fall; ich muss immer draufzahlen. schnueff.gif )

Jens Westerbeck versucht in seinem Buch, seinen Frust über die Absurditäten und vermeintlichen Ungerechtigkeiten loszuwerden, und das in amüsanter Weise. Auf dem Cover steht als Empfehlung „Sofort kaufen und abheften – Oliver Kalkofe“, insofern wird die Latte schon mal hoch gelegt. Umso enttäuschender, dass das ganze Geschreibsel mich ziemlich kalt lässt und die gewollte Lustigkeit eher zum Rohrkrepierer wird. Es ist einfach nur Gejammer auf hohem Niveau: Die Besteuerung der Zweitwohnung, die Steuerlast ab einem Einkommen von 60.000 Euro im Jahr, die grobe Ungerechtigkeit, dass überschuldete Leute dank Privatinsolvenz nach ein paar Jahren Wohlverhalten als schuldenfrei gelten – und dann auch noch der blöde GEZ-Beitrag, obwohl die 17,50 Euro im Monat bei den im Buch erwähnten Einkommen eh nur Krümel sind. Es ist nicht mal gut geschrieben. Und am Ende wollte ich dem Schnösel, der das verfasst hat, eher eine klatschen, als ihm zu seiner scharfsinnigen Beobachtungsgabe zu gratulieren. Eine simple Beschreibung davon, dass Uli Hoeneß wegen Steuerhinterziehung eine Selbstanzeige gestellt hat, wird später mit „er hat im Buch schon sein Fett wegbekommen“ beschrieben, und man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass in Herrn Westerbeck jede Menge Sympathie für private Steuerhinterzieher aller Art schlummert.

Ich bin als Unternehmer ja zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet, ich quäle mich auch alle paar Monate durch meine Steuererklärungen bzw. Voranmeldungen, ich fluche wegen bescheuerter Steuer- und Nachweisvorschriften, und ich stöhne, weil ich alle paar Monate vierstellige Summen ans Finanzamt überweisen darf, obwohl ich mit meinem Einkommen deutlich unter dem deutschen Durchschnitt liege. Und trotzdem finde ich mich in diesem Buch nicht wieder. Eindeutig ein Buch für die Altpapiertonne.

Hardcover-Ausgabe bei Amazon für 10,00€

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Dafür, dass die Bibel für Milliarden Menschen eine heilige Schrift ist, ist den meisten Leuten gar nicht so bewusst, was da eigentlich drinsteht. Nun ist das „Buch der Bücher“ auch nicht unbedingt lesefreundlich geschrieben, zumal viele Ausgaben auch noch mit ziemlich kleiner Schrift gedruckt sind, um die Wälzer nicht zu unhandlich zu machen. Brendan Powell Smith hat sich im Laufe von zehn Jahren daran gemacht, mit einem unerschöpflichen Fundus an Lego-Teilen sowohl das Alte als auch das Neue Testament zu illustrieren. Natürlich wird nicht jede Einzelheit illustriert, aber die wesentlichen Bestandteile beider Bücher werden mit viel Detailfreude nachgebildet und neben den entsprechenden Bibelzitaten präsentiert. Und das gab in den USA durchaus Zoff: Viele Eltern, die die Bibel offenbar auch nicht gelesen haben, hatten offenbar bloß gesehen, dass da viele bunte Bildchen drin sind, und die Bücher ihren Kindern gegeben, ohne sie vorher selbst mal genauer anzugucken. Dummerweise ist gerade das alte Testament sehr blutrünstig und zeigt darüber hinaus eine etwas ungesunde Faszination, was Beschneidungen angeht. (Und gerade die Beschneidungsbilder sind herrlich. biggrin.gif ) Die Stärke der Brick Bible ist, dass sie nicht interpretiert und relativiert, sondern tatsächlich das zeigt, was in der richtigen Bibel beschrieben wird. Das ist sicherlich für viele Gläubige aber auch eine Herausforderung, da (insbesondere im Alten Testament) der liebe Gott gar nicht so lieb ist und allerlei Charaktereigenschaften zeigt, die man im Normalfall als extrem schuftig ansehen würde.

Das Alte Testament gibt es auch schon in einer deutschen Version, wer aber keine Probleme mit Englisch hat, sollte sich das „Complete Set“ zulegen: Zwei Hardcover-Bücher im Schuber nebst Poster, und das für gerade mal 21 Euro – das ist ein unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis. Eine Sache ist allerdings schade: Aufgrund der etwas eigentümlichen Haltung vieler Muslime, was die Darstellung ihres Propheten angeht, wird es wohl nie einen Koran in Lego-Form geben; die Veröffentlichung würde sich vermutlich kein Verlag trauen.

The Complete Set bei Amazon für 21,02€ - Deutsche Ausgabe des AT bei Amazon für 18,00€

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Noch ein Webcomic-Buch? Ja, noch ein Webcomic-Buch. Evangeline Neo ist Chinesin und kommt aus Singapur. Die Zeichnerin studierte zunächst Kunst in den USA, fing dann an, Webcomics zu veröffentlichen, und ging schließlich für einige Jahre nach Japan, um dort ihren Master of Business Administration zu machen. So lernte sie quasi drei mal mehr, mal weniger radikal unterschiedliche Kulturen kennen. Diese Unterschiede verarbeitet sie mit ihren Comics, in denen sie die Einstellungen und Gegebenheiten in den verschiedenen Ländern satirisch gegenüberstellt. Damit schaffte sie dann auch den Durchbruch, da sich einige ihrer Comics viral verbreiteten. Sie selbst ist meistens die Hauptfigur – und leidet darunter, dass die Leute sie immer für älter halten, als sie eigentlich ist. Ihre imaginären Haustiere Kopi und Matcha tauchen indes relativ selten auf.

Eva hatte lange versucht, in Japan ihre Comics veröffentlichen zu lassen (was angesichts der großen Comic-Kultur in dem Land ja nicht abwegig ist), erlebte aber viele frustrierende Ablehnungen. Dass sie unter anderem mit den Comics darüber schließlich die ersehnte Veröffentlichung (wenn auch mit einem nichtjapanischen Verlag) schafft, ist da wohl ein bisschen ausgleichende Gerechtigkeit. „Eva, Kopi and Matcha“ gibt’s derzeit nur auf Englisch. Mir persönlich gefällt das Buch, allerdings sollte man vorher die Chance wahrnehmen, sich ein paar von den Comics online durchzulesen, den Link habe ich weiter oben gepostet.

Englische Ausgabe bei Amazon für 15,74€

Fernsehen – Jetzt auch als Buch!

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Philipp Walulis kennen sicherlich einige Leser von seiner empfehlenswerten Sendung „Walulis sieht fern“, in der er früher auf Tele5 und nun auf EinsPlus Fernsehsendungen kommentierte und durch Sezieren und Parodieren ihrer Funktionsweise die Zuschauer sowohl zum Lachen bringt als auch ihnen die Augen öffnet. „Fernsehen – Jetzt auch als Buch“ macht dasselbe, nur noch etwas launiger geschrieben. Es gibt 20 Kapitel, in denen jeweils ein TV-Genre (welches in Form deutscher Produktionen im Fernsehen vertreten ist) näher charakterisiert und nebenbei durch Infografiken und Cartoons demontiert wird. Das ist aufgrund der großen Informationsdichte und dem Fehlen bestimmter Parodiemöglichkeiten etwas ermüdender als bei einer „Walulis sieht fern“-Episode, aber wer sich das Buch nach und nach zu Gemüte führt, wird sich großartig amüsieren. Manche Anspielungen sind mit fortschreitender Zeit etwas optimistisch: Während der 9Live-Ratefuchs schon zu Redaktionsschluss wohl nur noch fleißigen Zuschauern von „Kalkofes Mattscheibe“ in Erinnerung geblieben ist, hat Conchita Wurst mit dem Sieg beim Eurovision Song Contest 2014 dafür gesorgt, dass es viel schwerer wird, die Erinnerung an diese Person aus dem Gedächtnis zu tilgen, während man sie vorher nur dann als Kuriosität aus RTLs Reality-Show „Wild Girls“ kannte, wenn man sich versehentlich beim Zappen auf die Sendung verirrte.

Was es beim Buch noch zu kritisieren gibt, hat nichts mit dem Inhalt zu tun. Vielmehr wirken einige der Design-Entscheidungen so, als würden sie aus dem Buch „Schülerzeitungslayout mit Microsoft Word 97“ stammen, und sehen entsprechend mittelgrässlich aus. Insgesamt kann man das Buch aber empfehlen.

Taschenbuch bei Amazon für 12,99€

Das war wieder eine Ausgabe von "Klopfers Bücherstunde". Eigentlich ist ja seit längerer Zeit auch mal wieder eine Ausgabe von der "Spielestunde" geplant, aber bei manchen Spielen weiß ich schlicht und einfach nicht, ob ich tatsächlich schon genug gesehen habe, um eine faire Einschätzung vorzunehmen, oder ob ich mich beim Spielen einfach nur so dusslig anstelle, dass mir die ganze Spieltiefe verschlossen bleibt. kratz.gif Nun ja, es wird kommen. Irgendwann.


Geschrieben am

Schon eine Weile im Handel, jetzt endlich auch bei mir: Die Mangas vom Februar, an denen ich mitgearbeitet hab. zufrieden.gif Es sind weniger als erwartet. angsthasi.gif

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Zur Serie: Vor zehn Jahren wurde die Welt zerstört - durch den unbedachten Wunsch eines Kindes: Eiji Hoshimiya. Er ist ein Order, einer von etwa 2000 Menschen auf der Welt mit besonderen Fähigkeiten. Seit dieser Katastrophe hat er seine Kräfte nicht mehr eingesetzt, werden doch die Order von der überlebenden Bevölkerung als Gefahr eingestuft. Eiji selbst verlor bei der "Großen Zerstörung" seine Eltern und kümmert sich allein um seine todkranke Schwester. Da kommt eine neue Mitschülerin in die Klasse, in die sich Eiji sofort verguckt - doch sie eröffnet ihm, dass sie ihn töten wird, weil bei der Großen Zerstörung auch ihre Eltern ums Leben kamen. Das ist bald sein geringstes Problem: Er wird von einer Gruppe von Ordern entführt, die sich Versammlung der Zehn nennt.
Zum Band: Eijis Schwester Sena ist entführt worden - und zwar von ihrem eigenen Vater, dem eigentlich tot geglaubten Gennai Hoshimiya. Dieser soll der eigentliche Urheber der Großen Zerstörung sein. Eiji beschließt auf eigene Faust, den Kampf mit ihm aufzunehmen ...
(Der Band bei Amazon)

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Zur Serie: Das Mädchen Kagome Higurashi landet durch einen ausgetrockneten Brunnen auf dem Schreingelände ihres Zuhauses im japanischen Mittelalter und trifft dort auf den Hundedämon Inu Yasha. Als der magische Juwel der vier Seelen durch einen Pfeil von Kagome in viele Splitter zerteilt wird, müssen beide sich aufmachen, diese einzusammeln, bevor sie in den Händen von bösen Menschen oder Dämonen landen, denn jeder Splitter verleiht dem Besitzer unheimliche Macht.
Zum Band: Naraku ist aus dem Räuber Onigumo entstanden, der Gefühle für Kikyo hatte. Um diesen letzten menschlichen Teil loszuwerden, will Naraku ihn abspalten. Dieser Band umfasst Kapitel aus den Originalbänden 21 bis 23; auf den Bonusseiten geht es um Sesshomarus Begleister Rin und Jaken.
(Der Band bei Amazon.de)

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Zur Serie: Für Chihiro Furuya gibt es nichts Schöneres, als mit seiner Cousine Wanko Zombiefilme zu gucken. Als er in einem alten Buch ein Rezept für die Wiederbelebung von Toten findet, beschließt er, in einem alten, verlassenen Gebäude zu experimentieren, um seine gerade verstorbene Katze Baabu wieder auferstehen zu lassen. Dabei überrascht ihn Rea Sanka, eine Tochter aus gehobenem Haus, die unter ihrem strengen Vater und ihrer lieblosen Stiefmutter zu leiden hat. Sie willigt ein, ihm zu helfen - und es funktioniert! Doch durch einen Unfall wird Rea selbst zu einer Untoten, und obwohl Chihiro nun endlich die Zombiefreundin hätte, die er sich wünscht, ergeben sich auch reihenweise Probleme: Wie hält man zum Beispiel eine Leiche frisch?
Zum Band: Rea ist zwar aus ihrer "Confused Eater"-Phase erwacht, aber wie steht es um den Kater Baabu? Der verschwindet jede Nacht, und Chihiro beschließt, ihm zu folgen. Rea indes willigt ganz leichtfertig ein, sich von Darin sezieren zu lassen.
(Der Band bei Amazon)

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Zur Serie: Ein Sonnensturm hat sämtliche Y-Chromosomen der Menschheit zerstört und die Männer aussterben lassen. Mit komplizierten biotechnischen Verfahren pflanzen sich die Frauen dennoch fort. Seit 2000 Jahren ist kein Mann mehr geboren worden, und die Gesellschaft wird zur regelrechten Männerfeindlichkeit erzogen. Als plötzlich ein Junge zur Welt kommt, sorgen seine liebenden Eltern dafür, dass er (Hime) sein Geschlecht verheimlichen kann. Was die Gesellschaft nicht ahnt: Den Frauen steht ebenfalls das langsame Aussterben bevor, wenn sie es nicht schaffen, wieder männliche Chromosomen in den menschlichen Genpool einzuführen. In einem geheimen Forschungszentrum arbeitet man daran, dieses Problem zu lösen - und schreckt dabei auch vor Opfern nicht zurück.
Zum Band: Hime trifft im Quarantänebereich des Forschungszentrums auf seine alte Jugendliebe Kou, die einzige Person, die sein Geheimnis kennt, aber wegen ihres Männerhasses die Liebe nicht erwidern konnte. Wird sie ihn nun verraten? Die künstliche Befruchtung mit gefrorenem Sperma bei Teammitglied Kayashima ist derweil wegen einer allergischen Reaktion gescheitert, doch was ist, wenn alle Frauen unter dieser Allergie leiden?
(Der Band bei Amazon)

Eigentlich sollte diesen Monat noch "Saint Young Men - Band 2" kommen, aber der musste wegen Problemen beim Druck auf März verschoben werden. Also gibt's in Klopfers nächstem Manga-Monat ganze sieben Bände. huh.gif Das wird sich in diesem Jahr wohl nicht mehr wiederholen, schätze ich. *seufz* (Nächsten Monat ist übrigens auch noch die Leipziger Buchmesse, fällt mir gerade wieder ein.)


Geschrieben am

Nuff! Ich grüße das Volk.

In der letzten Woche gab es ja einigen Wirbel um die Äußerung des Papstes, dass "würdevolles Schlagen von Kindern" in Ordnung sei. Nun weiß ich zwar nicht, wie man einen Schwächeren so schlägt, dass seine Würde unangetastet bleibt, aber ich vertraue dem Papst da einfach mal. Ich bin sicher, seine eigenen Kinder erzieht er auch so. nick.gif Und wenn es nicht nur um die eigenen Kinder geht, umso besser: So manche Teufelsbrut bettelt mit ihren Taten quasi um Schläge, die mit einem Baseballschläger appliziert werden sollten. zufrieden.gif

(Aber nicht vergessen: Gewalt ist Schitt!)

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Und fortan gab es nie wieder Probleme mit Gewalt. :3

Bin übrigens amüsiert darüber, dass Australien beim Eurovision Song Contest mitmachen wird. Soll leider nur eine einmalige Sache sein, und so wird es leider nicht dazu kommen, dass bei einem Sieg Australiens die Show 2016 aus Canberra, Sydney, Melbourne oder Walgett kommt. sad.gif

Was passiert ist:

Als ich noch klein war, war es ganz normal, dass wir Kinder ohne unsere Eltern zum Spielplatz gingen oder im nahegelegenen Wäldchen spielten, bis die Straßenlaternen angingen und wir nach Hause mussten. Niemand von uns wurde überfahren oder von irgendwelchen Sittenstrolchen weggeschnappt. Heute gibt es deutlich weniger Gewaltdelikte als vor 25-30 Jahren, aber die Eltern werden immer paranoider. Das ist nicht nur ein deutsches Phänomen.
Im US-Bundesstaat Missouri trieb diese Sorge wirklich extreme Blüten: Dort war eine Familie besorgt, weil der sechsjährige Junge der Sippe angeblich "zu nett" zu fremden Leuten war. Und wie treibt man einem kleinen Jungen seine Nettigkeit aus? Offenbar indem man selbst zum Monster wird: Seine Mutter, seine Oma und seine Tante stifteten einen Kollegen der Tante an, den Knaben nach der Schule zu kidnappen, zu fesseln, mit einer Pistole zu bedrohen und ohne Hosen in einem Keller einzusperren. Und um ja nicht das Risiko einzugehen, dass die Botschaft zu verwässert sein könnte, erzählte er dem Jungen noch, dass dieser seine Mama nie wiedersehen würde, als Sexsklave verkauft werden würde und man ihn an die Wand eines Schuppens nageln würde. (Reduziert das nicht den Wert auf dem Sklavenmarkt? fragehasi.gif ) Erst nach einiger Zeit wurde er losgebunden und zu seiner Familie geschickt, um sich von der erzählen zu lassen, wie furchtbar doch fremde Menschen sein könnten. facepalm.gif
Die Beteiligten an dieser "Entführung" erwartet nun eine Gerichtsverhandlung; der Junge wurde vom Jugendamt aus der Familie geholt. Angesichts dieser bekloppten Aktion und der Erkenntnis, dass die meisten Verbrechen an Kindern von Verwandten und Bekannten verübt werden, wäre der Kleine vermutlich bei zufällig ausgewählten Walmart-Kunden besser aufgehoben als bei seiner eigenen Horde.

Da ist es doch schön, wenn die Familie etwas Nettes mit einem Kind unternimmt und so gemeinsame, qualitativ hochwertige Erinnerungen aufbaut. Gerade in asiatischen Kulturen kann dies auch der Besuch eines öffentlichen Badehauses sein - es ist ja bekannt, dass dahinter eine lange Tradition steckt und man somit Vergangenheit und Zukunft ideal gedanklich verknüpfen kann.
Ein älterer Mann nahm in der chinesischen Stadt Kunming seine sechsjährige Enkelin mit ins Badehaus, wo er sich eine gründliche Wäsche und eine entspannende Massage gönnte. Ist das nicht süß? guteflasche.gif Dann jedoch ging es ans Bezahlen der Rechnung, und da stellte sich heraus, dass der Opa nicht genug Geld dabei hatte. Aber kein Problem: Er würde nur mal schnell Geld holen, und um zu zeigen, dass er wirklich zurückkommen würde, ließ er seine Enkelin als "Pfand" zurück.
Inzwischen ist allerdings über ein Monat vergangen, und so langsam keimt der Verdacht auf, dass der Mann wohl doch nicht zurückkehren wird. Das Mädchen indes wohnt immer noch im Badehaus, wird von den Angestellten gefüttert und ins Bett gebracht, bevor die Angestellten nach Hause gehen und die nächtliche Betreuung einem Fernseher überlassen.
...
3c68bb64.gif Ich will ja die zweifellos sehr engagierte Belegschaft des Badehauses nicht allzu böse kritisieren, aber ist niemand auf die Idee gekommen, das Mädel vielleicht mit nach Hause zu nehmen? huh.gif

Links aus Klopfers Twitter-Feed:

Studenten halt. biggrin.gif Es soll keiner sagen, dass man das Internet nicht dazu benutzen könnte, das Realleben zu bereichern.

Valentinsschokolade in Schweineform. Die eine Schokoskulptur wiegt ein glattes Kilo! ohmy.gif Der 14. Februar ist in Japan der Tag, an dem Mädchen ihren Liebsten (oder auch Freunden) Schokolade schenken. Die Jungs wiederum revanchieren sich dann am 14. März, dem "White Day". Aber zurück zum Thema: 1 Kilo Schweineschokolade!

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"Mein Papa lügt..." schnueff.gif Das rührt mein kleines Herz.

So, beim nächsten Wochenrückblick wird's wohl weniger um Sechsjährige gehen. Hoffe ich. angsthasi.gif


Geschrieben am

Nuff! Ich grüße das Volk.

Ich hab letzte Woche wieder einen Meilenstein für Klopfers Web 2.0 geschafft: Die Bildergalerie und die Fundsachengalerie sind von Grund auf neu programmiert worden. Und obwohl ich an der Verwaltung der Bilder selbst noch arbeiten muss, habe ich die Gelegenheit genutzt und die Adventskalender-Comics in eigene Bilderalben verschoben, damit man sie sich bequemer durchlesen kann als im Blog. Den City-Adventskalendercomic findet ihr hier, den für Krieg der Sterne hier.
Den nächsten Auftritt von den kleinen Plastik-Männchen und -Weibchen gibt's dann übrigens in einem "Klopfer erklärt die Welt"-Text, aber es wird in absehbarer Zeit auch wieder weitere Comics geben. Es waren ja schon länger gezeichnete Comics geplant, und da ich nicht zeichnen kann und die gewünschte Gastzeichnerin doch nicht konnte, ist das der nächstbessere Weg. Nur eben schade, dass ich keine Lego-Hasenohren für die Minifiguren habe.

Ach ja: Ich hab nicht vergessen, dass ich euch auch noch ein paar merkwürdige Stellen aus alten BRAVO-Heften zeigen wollte.

Übrigens gab es in der Zeit seit dem letzten WHWLWG-Eintrag ein typisches "Wenn man vom Esel tratscht, kommt er gelatscht"-Erlebnis: Ein paar Tage, nachdem ich mich darüber gewundert habe, wieso Leute bei Amazon auf Kundenfragen antworten, obwohl sie keinen Schimmer davon haben, bekam ich zum allerersten Mal selbst eine Mail mit so einer Frage. (Aber ich konnte tatsächlich antworten. zunge.gif )

Mit leichter Überraschung habe ich beim Blick auf den Kalender auch feststellen müssen, dass mein Geburtstag keine zwei Wochen mehr entfernt ist. urx.gif Wo zur Hölle ist die Zeit nur geblieben? angsthasi.gif

Was passiert ist:

Was ist das blödeste Unternehmen, welches man in vornehmlich muslimischen Ländern gründen kann? Richtig, ein Schweinefleisch-Restaurant. Gleich dahinter dürfte allerdings ein Tattoo-Studio kommen, denn für sehr viele Muslime sind Tätowierungen schlicht und einfach aus religiösen Gründen verboten, da sie dauerhaft den Körper verändern und dies eine Übertreibung der Verschönerung des Körpers ist (selbst wenn das Tattoo total beschissen aussieht).
Das hat allerdings offenbar ein Brite namens Peter Masters noch nicht mitgekriegt. Der 47-jährige Fotograf besitzt bereits ein Tattoo-Studio in England, gibt aber freimütig zu, selbst überhaupt nicht künstlerisch mit der Tätowiernadel umgehen zu können. Auf einer Fototour durch den Irak kam er auf die brillante Idee, dort ebenfalls einen Tätowierschuppen zu errichten, weil er dort ja so viel Bedarf sieht, angesichts der vielen Briten, Amerikaner und Kurden. Nur doof, dass die Kurden größtenteils eben Muslime sind und die Anglophonen auch nicht dauerhaft dort sein werden - zumal der IS quasi direkt vor der Tür steht und im Falle einer Invasion direkt alle abmurksen dürfte, die in einem als unislamisch geltenden Dienstleistungsbetrieb arbeiten. tozey.gif Dass Herr Masters von der Fee des gesunden Menschenverstands nicht gerade wild gevögelt wurde, könnte man übrigens auch so merken: Sein schon bestehender Tattoo-Laden heißt "Skinzophrenic Tattoos". Was für ein bescheuerter Name. facepalm.gif

Wer zu einer Domina geht und ihr erzählt, dass sie krank im Kopf ist, will vermutlich die extraharte Behandlung, um allerhöchste Befriedigung zu erlangen. Ein wenig anders liegt der Fall jedoch bei der Kanadierin Alissa Afonina. Diese war mal Musterschülerin, künstlerisch begabt und strebte danach, irgendwas mit Medien zu machen und dabei erfolgreich zu sein. Dass sie heute im Erotikgewerbe arbeitet, liegt nicht etwa an schlechtem Umgang mit Gleichaltrigen oder einem vorgezogenen Absturz in die Drogenhölle, wie er Schauspielern zumeist erst nach dem Beginn ihrer Karriere passiert. Im Jahr 2008 fuhr sie mit ihrer Mutter bei dem Freund ihrer Mutter im Auto mit, als dieser wegen überhöhter Geschwindigkeit bei nasser Fahrbahn einen satten Unfall baute. Für Alissa hatte dieser Unfall schwere Konsequenzen: Aufgrund der dabei erlittenen Hirnverletzungen verlor sie ihre Fähigkeit zur Selbstkontrolle und klarem Denken, zeigte impulsives Verhalten und mangelnde Vorsicht. Aufgrund dessen ist sie für normale Jobs nicht mehr zu gebrauchen, also wurde sie Domina. Allerdings zeigen sich auch hier Probleme dank ihrer Hirnverletzungen: Auf im SM-Bereich üblichen Vorsichtsmaßnahmen wie Sicherheitswörter verzichtet sie. Ein Richter sprach ihr nun 1,5 Millionen Kanadische Dollar als Entschädigung zu, auch da sie aufgrund der Unfallfolgen definitiv eingeschränkte Verdienstmöglichkeiten in der Zukunft hat; eine vollständige Arbeitsunfähigkeit wollte er aber nicht feststellen. Angesichts dessen, dass ihre Mutter - die keine Domina wurde - auch fast eine Million gekriegt hat, wirkt aber selbst diese Entschädigung etwas dürftig.

Auch diese Woche darf ein Fast-Food-Meldung nicht fehlen: Während man in Japan Pommeshunger leidet, ist man in anderen Ländern noch schlimmer dran. In Island gibt es seit 2009 nicht mal mehr einen McDonald's! Zum Glück gibt es eine Erinnerung an den Genuss der alten Tage: Der letzte dort von McDonald's verkaufte Hamburger kann bis heute in einem Hostel besichtigt werden. Der Burger wurde drei Jahre nach dem Kauf sogar ans Nationalmuseum gespendet, aber nach einem Jahr wieder zurückgegeben, da ein Banause Experte meinte, es zieme sich für ein Nationalmuseum nicht, einen alten Hamburger auszustellen. Die Mahlzeit selbst sieht wohl trotz ihres gehobenen Alters immer noch recht appetitlich aus - hungrige Besucher sollen sogar schon einige der ebenfalls damals gekauften und nun in Würde gealterten Pommes geklaut haben. Nun wird die letzte Erinnerung an die amerikanische Esskultur der goldenen Bögen in Island von einer Überwachungskamera bewacht, um Mundraub zu verhindern. Falls das Nationalmuseum seine Meinung ändern sollte, ist der Besitzer übrigens immer noch bereit, den gealterten Burger zu stiften.

Links aus Klopfers Twitter-Feed:

Tschechisches Dorf liebäugelt mit dem Anschluss Beitritt zum Geltungsbereich des Grundgesetzes. biggrin.gif

Das ist so stulle, aber irgendwie klasse. XD.gif

Afrika vs. USA. Am beeindruckendsten fand ich ja die Statistiken, wonach z. B. der Abstand zwischen den mittleren Einkommen von schwarzen und weißen Familien in den USA mittlerweile größer ist als damals im Südafrika in Zeiten der Apartheid. urx.gif

Da ist sie ja gerade noch mal davongekommen! puh.gif

Promis, die wie Matratzen aussehen. Weil wieso auch nicht? fragehasi.gif

Das war es also für diesen Wochenrückblick. Genießt die kalten Tage, denkt dran, bei Amazon über Guter Sex zu bestellen, und knuddelt eure Haustiere. ^^


Geschrieben am

Nuff! Ich grüße das Volk.

Jedes Mal, wenn ich auf Amazon herumklicke, finde ich einen Grund, an den intellektuellen Fähigkeiten meiner Mitmenschen zu zweifeln. Ich hab mich ja schon oft genug über Leute ausgekotzt, die nicht kapieren, dass sie Probleme mit einem Händler nicht in die Produktrezension schreiben sollten, sondern in die Verkäuferbewertung. (Einzige akzeptable Ausnahme: wenn der Händler ein Betrüger ist und eine billige China-Kopie als Original verkauft.) Was mich aber ebenso aufregt, ist der Bereich "Kundenfragen und -antworten". Die Idee ist ja ganz nett: Dort kann man zu einem Produkt seine Fragen loswerden, und andere Kunden, die bereits Erfahrung damit gemacht haben, können darauf antworten. Ganz naiv geht Amazon wohl davon aus, dass sich nur die melden, die etwas zu sagen haben. Hier mal ein Beispiel aus dem Kundenfragenbereich zu einem Stylus für kapazitative Touchscreens:

20150129023958.png
DU DUMME SAU! 4d6161fd.gif

Die Frage stammt nicht von mir (ich würde sie nicht stellen), aber was zum Teufel kommt man auf die Idee, auf eine an die Allgemeinheit gestellte Frage unbedingt antworten zu müssen, wenn man die Antwort nicht kennt?! Zu viel Tabak in der Schwangerschaft oder was? Hmpf.

Gleich zwei Beispiele zu einer Spiegelreflexkamera:

20150129055151.png

Das sind bestimmt die Torfnasen, die schon in der Grundschule keinen blassen Dunst hatten, aber sich trotzdem immer meldeten. facepalm.gif

Was passiert ist:

Japan ist ein Land, in dem es den Menschen gut geht, kaum Not und erst recht kein Hunger herrscht. Dieses Bild ist jedoch ... Ja, wenn euch das bekannt vorkommt, dann habt ihr recht: So fing schon mal ein Absatz an. Vielleicht wird es euch überraschen, dass sich die Pommeskrise in Japan ausweitet: Nach Einschränkungen bei McDonald's musste nun KFC den Verkauf von frittierten Kartoffelstäbchen einstellen. Der Grund ist immer noch der Streik von Hafenarbeitern an der amerikanischen Westküste. McDonald's und die Restaurantkette Gusto hatten den Engpass bisland durch eilig eingeflogene Kartoffellieferungen abgemildert. Tja, so kann's kommen. Bei uns meckert man gerne über kalte oder versalzene Pommes, und in Japan müssen kleine Kinder hungern. schnueff.gif (Wenn ihr mir genug Geld spendet, flieg ich hin und schau ihnen beim Hungern zu. greatjobplz.gif )

Dass sich in Russland viele Leute sehnsüchtig an die Sowjetzeit erinnern, als man noch unumstrittene Großmacht war und zumindest die halbe Welt auf einen hörte, ist weithin bekannt. Doch nur wenige Leute nehmen sich tatsächlich vor, etwas zu unternehmen, um die alte Größe wiederherzustellen, so wie zwei Leute, die letzte Woche in Moskau festgenommen wurden. Sie hatten versucht, den toten Lenin, der bis heute im Mausoleum auf dem Roten Platz liegt, mit geweihtem Wasser wieder zum Leben zu erwecken. awesome.png Nein, in Wirklichkeit steckte dahinter der Protest von Aktionskünstlern, die somit allen Zweiflern beweisen wollten, dass Lenin nicht ewig lebt. kratz.gif Ich schätze, der Anblick des langsam vergammelnden Leichnams im Lenin-Mausoleum konnte diesen Gedanken bislang nicht ausreichend kommunizieren. Eine gelungene Wiedererweckung hätte vermutlich aber sowieso nicht ausgereicht, um den alten Lenin an Putins Stelle zu setzen: Lenins Gehirn wurde nach seinem Tod zu Forschungszwecken entnommen und in Scheiben geschnitten, er wäre also höchstens noch geeignet für eine Stelle im oberen Management der Deutschen Bahn.

In Brechts "Dreigroschenoper" heißt es: "Was ist ein Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank?" Wie recht er damit hatte, zeigt sich an einem aktuellen Fall in China. Eine Bankfiliale in Nanjing wirkte vollkommen unauffällig: Die Geschäftszeiten waren normal, die Bankangestellten trugen Uniform. Wirklich verdächtig waren allerdings die Versprechen: 2 Prozent Zinsen versprach die Bank ihren Sparern. Und nicht pro Jahr oder pro Monat, sondern pro Woche! Umgerechnet über 28 Millionen Euro legten Sparer unter diesen lukrativen Bedingungen an, unter anderem ein Geschäftsmann, der alleine schon gut umgerechnet 1,7 Millionen Euro bei der Bank parkte. Als er allerdings die versprochenen Zinsen haben wollte, verweigerte ihm die Bank die Auszahlung. Der anschließende Besuch des Geschäftsmannes bei der Polizei beendete das Spiel der falschen Bank nach über einem Jahr: In Wirklichkeit verbarg sich dahinter eine ländliche Genossenschaft - und eine Genossin schaffte es sogar noch, mit der Kohle ins Spielerparadies Macao zu türmen, wo sie dann verhaftet wurde. Im Endeffekt klingt an dieser Geschichte alles merkwürdig. Eine falsche Bank, die über ein Jahr unbehelligt arbeitet, die Bankkunden, bei denen Versprechen von 2% pro Woche nicht sämtliche Alarmglocken läuten lassen, Millionäre in einem von Kommunisten regierten Land ... (Ja, ich weiß, das ist für China normal, aber Karl Marx würde im Grab rotieren.)

Links aus Klopfers Twitter-Feed:

Das ist Kindesmissbrauch. 3c68bb64.gif

Wie sagt man in Nordschweden "ja"? Ich find's schon putzig (und aus linguistischer Sicht sehr interessant).

In Großbritannien nach dem Weg fragen? Vergesst es, ihr sprecht die Ortsnamen vermutlich eh falsch aus. Benutzt lieber ein Navi. biggrin.gif

So, das war es für den Rückblick.
Falls es übrigens jemanden gibt, der auf tsū angemeldet ist: Klopfers Web gibt's dort jetzt auch. Ich hab zwar nicht viel Hoffnung, damit tatsächlich Geld einzunehmen, aber ich finde die Grundidee ganz positiv.


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Der Januar ist schon wieder fast vorbei, aber ich kann nicht drauf verzichten, doch noch auf die Mangas hinzuweisen, an denen ich für diesen Monat mitgearbeitet habe. Der Vorteil der langen Wartezeit: Diesmal hab ich sie alle selbst schon. victory.gif

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Zur Serie: In Close to Heaven geht es um das Schulmädchen Ninon, das in der Schule gemobbt wird und dessen einziger Freund ihr Wellensittich Sensei ist. Dass der Vogel sprechen kann, weiß niemand. Zufällig bekommt Ninon mit, dass der coole Schulschwarm Kira, der im Nachbarhaus wohnt, an einer tödlichen Krankheit leidet, was er allerdings geheim hält. Ninon schwört, ihm bis an sein Lebensende beizustehen...
Zum Band: Yabe hat Ninon unmissverständlich gesagt, dass er sie liebt - und gibt ihr zu verstehen, dass er aufgrund von Kiras Krankheit die längere Perspektive bietet. Als es Zeit für die Examen wird, fehlt Kira plötzlich und meldet sich nicht mehr. Yabe verspricht Ninon, ihn zurückzuholen ...
(Der Band bei Amazon.de)

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Zur Serie: Das Mädchen Kagome Higurashi landet durch einen ausgetrockneten Brunnen auf dem Schreingelände ihres Zuhauses im japanischen Mittelalter und trifft dort auf den Hundedämon Inu Yasha. Als der magische Juwel der vier Seelen durch einen Pfeil von Kagome in viele Splitter zerteilt wird, müssen beide sich aufmachen, diese einzusammeln, bevor sie in den Händen von bösen Menschen oder Dämonen landen, denn jeder Splitter verleiht dem Besitzer unheimliche Macht.
Zum Band: Unter anderem treffen die Freunde auf die Schwarze Miko Tsubaki, die schon vor 50 Jahren gegen Kikyo um den Juwel der 4 Seelen kämpfte und deswegen noch eine Rechnung offen hat. Und ihre Macht ist groß genug, dass sie Kagome dazu bringen könnte, Inu Yasha zu töten. Dieser Band umfasst Kapitel aus den Originalbänden 19, 20 und 21; auf den Bonusseiten geht es diesmal um den Räuber Onigumo und Narakus Abkömmlinge.
(Der Band bei Amazon.de)

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Zur Serie: Seit seiner frühesten Kindheit kann sich Minami Harusumi an ein früheres Leben erinnern. Damals war er Prinzessin Veronica vom Königreich Zerestria, die bei einem Angriff des Reiches Mohswyck auf ihr Schloss starb. Natürlich wird er in der heutigen Zeit von seinen Mitschülern gemobbt, weswegen er sich darauf beschränkt, seine Erinnerungen in einem Tagebuch aufzuschreiben. Dass er eines Tages die alte Magie einsetzen kann, an die er sich aus seinem früheren Leben erinnerte, bestätigt ihm, dass er nicht spinnt. Doch plötzlich scheinen sich immer mehr seiner Mitschüler ebenfalls an die alte Zeit zu erinnern, und der alte Konflikt droht, die Schule zu gefährden.
Zum Band: Auf der Schultafel findet sich eines Morgens eine Botschaft an Prinzessin Veronica, und Minami muss überlegen, wie er damit umgeht und ob er seine Identität offenbaren will. Nebenbei müssen sie herausfinden, wer für den per Magie ausgelösten Erdrutsch verantwortlich war, der einige Schüler beinahe das Leben gekostet hätte.
(Der Band bei Amazon.de)

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Zur Serie: Das Prequel zur (sehr empfehlenswerten!) Reihe Shakugan no Shana. Shana kommt hier gar nicht vor; hier geht es um ihre Vorgängerin, die früher den Namen der "Kriegerin mit den flammend roten Haaren und den feurigen Augen" trug: Mathilde Saint-Omer. Es geht wieder um den Kampf von bösen Fürsten aus der Purpurwelt (einer Art Paralleldimension), die von den Menschen der Erde "Daseinskraft" rauben wollen. Diese "Tomogara" werden allerdings bekämpft von Purpurfürsten, die dafür Menschen als Kämpfer mit besonderen Kräften ausstatten. Dies sind die "Flame Hazes". (Man merkt, man sollte die alte Reihe unbedingt vorher lesen!) In dieser Prequel-Reihe geht es um eine gigantische Schlacht, die im 16. Jahrhundert zwischen den guten und den bösen Kräften wütet. Wo? Im Harz. Kein Scheiß.
Zum Band: In dem Kampf zwischen den Purpurfürsten und den Tomogara sind immer mehr Opfer auf beiden Seiten zu beklagen, doch die endgültige Entscheidung steht kurz bevor - wenn Mathilde Saint-Omer, die "Kriegerin mit den flammend roten Haaren und den feurigen Augen", das ultimative Opfer bringt...
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Zur Serie: Nachdem im ruhigen Dorf Sotoba eine neue Familie in das alte, leer stehende Herrenhaus gezogen ist, kommt es zu einer merkwürdigen Epidemie. Menschen fühlen sich ganz schlapp, sind lethargisch und sterben schließlich. Der junge Arzt Toshio Ozaki und der Priester Seishin Muroi stehen diesem Phänomen zunächst hilflos gegenüber. Als einige der Verstorbenen jedoch quicklebendig gesehen werden, erinnert man sich an die alte Legende über die Okiagari, untote Vampire, die offenbar versuchen, die Macht im Dorf zu übernehmen. Der Priester nennt sie "Shi Ki".
Zum Band: Die Dorfbewohner befinden sich auf dem Vormarsch im Kampf gegen die Shi Ki und sind wie im Blutrausch. Ein Versteck der Okiagari nach dem anderen wird ausgehoben, doch die Zeit drängt, denn in den Nachbarorten darf niemand von der brutalen "Säuberungsaktion" erfahren. Der Abschluss der Manga-Reihe!
(Der Band bei Amazon.de)

Tja, Shi Ki ist nun vorbei, und obwohl der Zeichenstil etwas gewöhnungsbedürftig ist, hab ich die Serie echt gemocht. Ich hoffe, dass sich nun, wo sie abgeschlossen ist, noch ein paar Leute finden, die sie sich anschauen; überragend waren die Verkaufszahlen leider nicht. angsthasi.gif
Oha, der Februar ist ja schon bald, da ist der nächste Eintrag dazu in gar nicht weiter Ferne. Dann auch wieder mit fünf Bänden!


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Nuff!
Wollte nur mal eben Bescheid sagen, dass ihr hier den neuen Text "Interview mit einem Stalker" lesen könnt.

Diesmal relativ leichte Kost, aber das muss ja auch mal sein. ^^


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Nuff! Ich grüße das Volk.

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© Warner Bros.

Heute ist Weltknuddeltag! guteflasche.gif Und ich hoffe, ihr habt heute ordentlich geknuddelt oder wurdet so geknuddelt, dass euch die Luft weggeblieben ist. happy.gif

Ansonsten ist ja derzeit wieder Hochsaison für Trashfernsehfreunde. Derzeit läuft jede Nacht das Dschungelcamp (erstaunlicherweise schon Fernsehsatire in sich, und durchaus eine gelungene), außerdem darf jeden Mittwoch wieder ein neuer Bachelor versuchen, seinen Lümmel in möglichst vielen Damen zu versenken, bevor er ihnen mit der Begründung "Zu freizügig!" den Laufpass gibt. Ich würde gerne den Bachelor als Lego-Comic verarschen, aber bis ich da alles zusammen habe, um die "Kulissen" vernünftig hinzukriegen, wird vermutlich schon die nächste Staffel starten. :/

Vorhin habe ich erstaunt gelesen, dass der Gründer von 4chan, Chris Poole alias moot, seinen Chefposten bei dem berüchtigten Bilderbrett abgibt. Es wird sehr interessant sein, ob das eine Auswirkung auf den Betrieb von 4chan hat. Ich habe letztens wieder an die Zeit gedacht, als Klopfers Web (damals noch nicht unter diesem Namen) entstanden ist, quasi noch in der Pionierzeit des Webs, als es von einem Datennetz für Akademiker zu einem für alle wurde. Diese Atmosphäre damals war auch fünf Jahre später, als 4chan entstand, noch vorhanden. Alles war anarchischer, weil sich diejenigen, die wirklich was zu sagen hatten, für dieses Internet nicht die Bohne interessierten, und man deswegen machen konnte, was man wollte. Gleichzeitig gab es noch eine gewisse Unschuld. Heute verbringe ich beim Programmieren für Klopfers Web 40 Prozent der Zeit damit, irgendwelche Sperren einzubauen und zu testen, damit Spammer, Hacker und Vandalen keinen Ärger anrichten können; im Jahr 2000 konnte man noch ein Gästebuch ohne Captcha betreiben und hatte trotzdem zehn Tage später keinen Spam drin. *seufz* Und natürlich fehlten die Spaßbremsen vom Jugendschutz, und niemand hat sie vermisst.

Was passiert ist:

Dass viele Moslems es echt nicht verknusen können, wenn man ihren Propheten abbildet, haben wir mittlerweile alle auf drastische Art gelernt. Das Komische ist, dass das Bilderverbot gar nicht im Koran drinsteht (anders als in der Bibel), sondern nur von den Hadithen abgeleitet wird, also Überlieferungen von Handlungen und Sprüchen Mohammeds (bzw. entsprechende Taten/Äußerungen von anderen, die er richtig knorke fand). Genau genommen dürfte man nach Meinung vieler islamischer Gelehrter als Moslem gar nichts Erkennbares malen, was eine Seele hat. Die Begründung in groben Zügen: Mit der Herstellung von Zeichnungen und Skulpturen bildet man quasi den Schöpfungsakt Gottes nach, und das ist Blasphemie, weil einem das dienstgradmäßig nicht zusteht. Ein saudischer Gelehrter hat nun nach einem Schneesturm im Norden des Landes (die haben ein Wetter, was?) klargestellt, dass dies auch für Skulpturen gilt, die nur entfernt Ähnlichkeit mit einem Menschen haben: Schneemänner. Die Öffentlichkeit reagierte indes eher belustigt oder empört auf die Fatwa gegen die Schneebevölkerung, einer meinte ironisch, dass das Bauen von Schneemänner ja die Ungläubigen imitieren und Lust und Erotik provozieren. biggrin.gif Bürgermeister Schneemann hat dennoch sein Erscheinen auf öffentlichen Veranstaltungen in der Lego-City aus Angst vor Anschlägen radikaler Schneefeinde abgesagt.

Jeder Mann, der sich nach dem Betrachten der Fernsehwerbung schon einmal hoffnungsvoll mit Axe eingedieselt hat und auf den Ansturm feuchter Modelweibchen wartete, die nach sexueller Erfüllung verlangten, der weiß: Werbung darf man nicht so ernst nehmen. Eine Frau aus New York wusste das offenbar nicht und hat nun einen Strumpfhosenhersteller verklagt. Dieser hatte in seiner Fernsehwerbung angedeutet, das das Tragen der hauchdünnen Beinkleider geradezu orgasmische Gefühle hervorrufen würde. Und obwohl besagte Dame ganze 7,64 US-Dollar für die Nylonwäsche auf den Tisch legte und hoffte, so ihre Anorgasmie zu besiegen, wurden ihre Hoffnungen tragisch enttäuscht; Sie merkte keinen Unterschied zu ihrer sonstigen Bekleidung. Offenbar braucht es doch ein bisschen mehr als eine Strumpfhose, um eine Frau glücklich zu machen. Aber was das dann wieder kostet! 33c4b951.gif

Wie spätestens seit 1941 jeder weiß, kann es in Russland ziemlich kalt werden. So auch in der Stadt Obninsk. Das war ein Problem für einen kleinen Menschen, der erst kurze Zeit zuvor aus seiner Mutter gekrochen war und von dieser offenbar ausgesetzt wurde. Zum Glück kümmerte sich sofort jemand um das Baby: Wuschelkatze Mascha entdeckte das Würmchen, kletterte in die Kiste, in der das Baby lag, und kuschelte sich an ihn. Außerdem miaute sie laut, um Passanten zu alarmieren. Schließlich hörte eine Frau das Mauzen und dachte zunächst, die ihr wohlbekannte Miezekatze hätte sich verletzt. Der Junge wurde sofort nach der Entdeckung ins Krankenhaus gebracht und dank Mascha für gesund erklärt. Die Katze selbst ist als Heldin anerkannt und wird von den Bewohnern kräftig mit Leckereien verwöhnt. Ob Mascha allerdings in Wirklichkeit nur die Kiste wollte und deswegen maunzte, damit man diesen Störenfried darin entfernt, wird wohl ihr Geheimnis bleiben. fragehasi.gif

Links aus Klopfers Twitter-Feed:

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Das ist ein Titelbild, das der Spiegel 2007 brachte. Und jetzt ist man auf Spiegel Online regelmäßig fassungslos, wieso jemand in Deutschland auch nur auf die Idee kommen könnte, es gäbe eine schleichende Islamisierung. facepalm.gif (Ich hab allerdings den Verdacht, in Wirklichkeit schmollt man in der Redaktion nur, weil man sich durch den "Lügenpresse"-Vorwurf persönlich beleidigt fühlt.)

CSU findet Terrorismus wegen Mohammed-Karikaturen gerechtfertigt und will gerne gegenüber den Islamisten kapitulieren. Sackgesichter.

Der Trailer für die neue Top-Gear-Staffel. Die soll dann übrigens zeitgleich zur Ausstrahlung im britischen Fernsehen weltweit gestreamt werden. huh.gif Ich hab mir kürzlich auch das Patagonien-Weihnachtsspecial angeguckt und war doch sehr entsetzt über die Gewalt des argentinischen Mobs am Ende. Und das nur, weil sie sich von einem Nummernschild beleidigt fühlten, was ganz zufällig an einem der Autos hing.

Ich muss noch eine Ausgabe von Klopfers Manga-Monat machen, aber ich hoffe, dass die Cover auf der Verlagswebsite noch auf die endgültigen Versionen aktualisiert werden, damit ich nicht die Coverdummys zeigen muss. unsure.gif


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Nuff! Ich grüße das Volk.

Die letzten Tage waren erschreckend. Niemand sollte sterben müssen, weil er etwas gesagt, geschrieben, gezeichnet oder gedruckt hat. sad.gif
Was mich aber zum Augenrollen bringt: Im Bemühen, die Mehrheit der Muslime nicht fälschlicherweise in die Terrorecke zu stecken, werden wieder die blödesten Plattitüden gedroschen.
"Das sind keine richtigen Moslems gewesen." Oder: "Die benutzen den Islam nur als Vorwand." Oder: "Der Anschlag hatte nichts mit dem Islam zu tun."
Bullshit. Die Brüder werden nicht eines Morgens am Frühstückstisch drauf gekommen sein, dass sie mal eben Lust haben, ein Dutzend Satiriker umzunieten, und sich dann im Nachhinein als Rechtfertigung die Mohammed-Karikaturen ausgesucht haben. Natürlich repräsentieren sie nicht die Mehrheit der Muslime, aber so zu tun, als hätten sie ihre Motivation nicht aus ihrem Glauben geschöpft, ist Schwachsinn. Und solange Mohammed nicht wiederkommt und etwaige Missverständnisse aufklärt, werden wir auch nicht wirklich wissen, ob nun ein deutscher Islamforscher eine bessere Idee hat, wie der "richtige Islam" ist, als z. B. ein radikalislamischer Prediger aus Saudi-Arabien. Beide können anhand des Korans ihre Haltung begründen. Tatsache ist nun mal: Wenn wir ein Auge darauf haben wollen, wer junge Leute so radikalisiert, dass sie im Namen Mohammeds Anschläge begehen würden oder für den IS in den Irak ziehen möchten, ist es wohl klüger, sich in islamischen Gemeinden umzuschauen als in evangelischen Begegnungszentren.

Noch beknackter ist es, den Islam als "Religion des Friedens" zu bezeichnen. Keine der abrahamitischen Religionen ist eine Religion des Friedens. In den heiligen Schriften von Judentum, Christentum und Islam wird auf Grundlage des Glaubens mehr brutal gemetzelt als für Frieden plädiert. (Und beim Islam kommt noch dazu, dass der Religionsstifter selbst Feldzüge geführt hat, um seine Religion unter den Ungläubigen zu verbreiten.) Dass die Mehrheit der Juden, Christen und Moslems heute friedliebend ist, resultiert nicht aus ihrer Religion, sondern aus der vernünftigen Entscheidung, gewisse Stellen in ihren heiligen Schriften zu ignorieren. Die Zugehörigkeit zu einer Religion sagt überhaupt nichts darüber aus, wie friedfertig jemand ist. Selbst Buddhisten können eindrucksvoll beachtliche Massenmorde begehen oder Andersgläubige kaltmachen.

Wirklich zum Kotzen bringt mich aber die Heuchelei so vieler Politiker. Noch vor wenigen Jahren wurde die Verschärfung des Blasphemie-Paragraphen gefordert, gerade als Reaktion auf Mohammed-Karikaturen. Und jetzt wird ganz selbstverständlich davon geredet, was für großartige Güter Meinungs- und Pressefreiheit doch sind und dass diese nicht aus Terrorangst eingeschränkt werden sollten. Wenn die das ernst meinen, sollten sie die Abschaffung von § 166 StGB beschließen. Einstimmig.

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Um von diesem Thema wegzukommen, hier ein Trost-Teddy. Mit Zunge! guteflasche.gif

Was passiert ist:

In den letzten Tagen bescherte uns der Himmel jede Menge Regen, der laut und heftig gegen die Fensterscheiben prasselte und uns Faulpelzen das wohlige Gefühl schenkte, dass es eben doch nicht nötig war, letzte Woche die Fenster auch von außen zu putzen. zufrieden.gif Ein heftiger Regenguss dürfte indes auch in der chinesischen Stadt Hechi vor kurzem heftig erwünscht gewesen sein. Dort brauchte eine bestimmte Straße nebst der angrenzenden Hausfassaden wirklich eine gründliche Wäsche. Der unappetitliche Grund: Ein Jauchetanker explodierte während der Hauptgeschäftszeit und bedeckte alles im Umkreis mit einer heftig stinkenden Schicht Kacke, natürlich auch viele Kunden und Händler, die zu den vielen Hektolitern Rektalnektar bestimmt noch ein paar Portionen Kotze hinzufügten. Was Entschädigung angeht, sieht es indes für die Be- und Getroffenen düster aus: Die Firma, der die rollende Kotbombe gehörte, schiebt die Schuld auf den Hersteller des Tankers, dieser wiederum beschuldigt die Firma. Die gut gebräunten Opfer bleiben also auf der ganzen Scheiße sitzen.

Die Mühlen der Bürokratie mahlen langsam. Das trifft umso mehr auf Indien zu: Die Beamten dort arbeiten dem Vernehmen nach ungefähr mit der Geschwindigkeit der Kontinentaldrift. Das ist besonders erfreulich für diejenigen, für die selbst diese Arbeitsbelastung eine unzumutbare Qual darstellt und sich deswegen unauffällig aus dem Staub machen. Ein Beamter, dessen Antrag auf Urlaubsverlängerung im Dezember 1990 abgelehnt wurde, beschloss einfach, trotzdem nicht mehr hinzugehen. Ein Disziplinarverfahren 1992 stellte unmissverständlich fest, dass der Mann der unerlaubten Abwesenheit vom Arbeitsplatz schuldig ist, worauf ... nichts passierte. Aber nun, nach 24 Jahren und persönlicher Einmischung des Ministers für Stadtentwicklung kann die indische Regierung stolz verkünden, dass sie es geschafft haben, den Mann endlich zu entlassen. Ich hoffe, die bereuen das nicht. Ich meine, wer soll jetzt die zusätzliche Arbeit erledigen, wenn er nicht mehr da ist? fragehasi.gif

Links aus Klopfers Twitter-Feed:

Französische Jugendliche aus Lille bietet allen eine Gratismahlzeit an, wenn Burger King eine Filiale in der Stadt eröffnet - Burger King eröffnet neue Filiale und verweist auf diesen Tweet. XD.gif

Italienischer Ministerpräsident wollte Berlusconi per Gesetzesnovelle nachträgliche Straffreiheit schenken. Irgendwie erwartet man ja bei italienischer Politik nichts anderes, gell? unsure.gif

22 Cartoons als Reaktion auf das Attentat auf "Charlie Hebdo" - Insgesamt gab es natürlich viel mehr, darunter auch einen von Asterix-Zeichner Albert Uderzo. PS: Okay, inzwischen weiß ich, dass Uderzo das nicht zu diesem Anlass gezeichnet hat. Tse.

Dietmar Wischmeyer bezieht Stellung nach dem Anschlag auf "Charlie Hebdo".

Amazon Japan verkauft großen Roboter. Will haben!

Bevor Heino Rocker war, war er Rapper. Sollten wir nicht vergessen. kicher.gif Everybody party!

Wie, Kondome sind dir zu klein? biggrin.gif

Superman und Spider-Woman - ganz groß in Indien. Diese hervorragenden Spezialeffekte! *_*

Puh, ich hoffe, nächstes Mal wird es etwas unbeschwerter. unsure.gif

Übrigens gibt es jetzt ein paar Fotos mehr beim letzten Webmate und ein neues Forum! happy.gif


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Kategorie: Lästereien

Vermutlich haben manche adleräugige Leser inzwischen mitbekommen, dass ich Lego mag, was eigentlich auch wieder nur ein Stachel in meinem Fleisch ist, weil ich naturgemäß viel zu arm bin, um mich ordentlich damit einzudecken.

Nun hat Lego gewisse Tabus, was sie als Bausatz herausbringen werden. So sollte man besser nicht erwarten, dass sie die Emmanuelle-Reihe in ihr Sortiment aufnehmen, obwohl die reichhaltige Auswahl an Orten und Sexualpartnern ein kulturell vielfältiges Spielerlebnis garantieren würde. Aber auch Krieg ist verpönt, solange er nicht zwischen Sternen stattfindet oder Robin Hood, Ritter, Piraten, Orks oder Indiana Jones beteiligt sind. Selbst mit modernen Schusswaffen tat man sich lange Zeit schwer, weswegen die Polizisten der Lego-City allein durch ihr imposantes Auftreten der Kriminalität in ihrer Stadt Einhalt gebieten können.

Da das Lego-Patent auf die Bausteine inzwischen abgelaufen ist, ergriffen sogleich Nachahmer die Gelegenheit und brachten ihre eigenen Bausätze heraus, wobei sie sich auch an Themen herantrauten, die in Dänemark vermutlich nicht mal im Scherz vorgeschlagen werden.

Ein Beispiel ist die Firma Cobi, die schon in ihrem Sonnenscheinlogo die pure Spielfreude unschuldiger Kinderherzen vermittelt. Und Cobis Thema ist der Zweite Weltkrieg.

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Wir sehen hier den Bausatz „Warschauer Aufstand“. Für den, der zu faul ist, bei Wikipedia nachzugucken: In Warschau versuchten polnische Freiheitskämpfer 1944, ihre Stadt von den Deutschen zu befreien. Der Aufstand wurde (vornehmlich durch die Waffen-SS) niedergeschlagen, Warschau wurde zum größten Teil zerstört. Das ideale Setting zum Spielen! greatjobplz.gif

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Wie wir sehen, kriegt man in diesem Bausatz nicht nur eine Ecke kaputtes Warschau, sondern auch einen Kübelwagen nebst aufrichtigem deutschen Soldaten sowie einen polnischen Patrioten – und Waffen!

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Und hier ist das Set in ganzer Schönheit. Man hat fast einen brenzligen Geruch in der Nase und möchte "Lili Marleen" schmettern. 1b38f9e2.gif

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Kurt freut sich, dass er an seinem freien Tag in die nächste Stadt fahren konnte und sich sogar das Auto ausleihen durfte! 014.gif

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Und hier ist Stanisław, der sich sichtlich freut, dass sein alter Kumpel Kurt vorbeikommt. Heißa, das wird eine Party! oniskiplz.gif

Ihr werdet sicherlich an der Aufschrift auf der Packung erkannt haben, dass Cobi offenbar eine polnische Firma ist, was einerseits das Sujet dieses Sets erklärt und es andererseits noch paradoxer macht. Ich weiß nicht so recht, wen man sich als Zielgruppe vorstellt: Polnische Kinder werden vielleicht nicht unbedingt spielen wollen, wie ihr Volk aufn Sack gekriegt hat, und deutsche Kinder werden das nicht spielen können, ohne sich irgendwie schuftig zu fühlen. kratz.gif

Cobi verkauft auch noch andere WK-II-Sets mit Panzern, Flakgeschützen, LKWs und so weiter (interessanterweise scheint abgesehen von einem T-34-Panzer alles zur deutschen Wehrmacht zu gehören*), aber das ist das einzige Set, welches ein konkretes geschichtliches Ereignis während des Krieges thematisiert und so quasi die Rollenverteilung schon vorgibt. Nix mit „anständiger Wehrmachtssoldat“, nix mit „am Ende noch lebender Pole“. Es ist eine merkwürdige Wahl für ein Set.

Ich will trotzdem noch den Panther-Bausatz haben. 70bff581.gif

*Jetzt, wo ich den Artikel endlich geschrieben habe, zeigt mir Amazon auch andere Bausätze an, in denen militärisches Gerät der Sowjets vorkommt. Tse.