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Geschrieben am 7.4.2011 um 0:09 Uhr

Kategorie: Stiftung Klopfertest

Wie versprochen gibt es hier den zweiten Teil von Klopfers Bücherstunde mit weiteren fünf Buchvorstellungen. Falls euch eines der Bücher interessiert, wäre es unheimlich toll, wenn ihr über die angegebenen Amazon-Links bestellt. smile.gif

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James May dürfte einigen bekannt sein als einer der Moderatoren der britischen Autosendung "Top Gear". Daneben ist er auch Autor, weswegen viele seiner sonstigen Fernsehreihen mit eigenen Büchern begleitet werden. Im letzten Jahr lief im britischen Fernsehen die Serie "James May's Man Lab", in der James May herausfinden wollte, welche Fähigkeiten ein echter Mann heutzutage besitzen sollte. Das Buch "How to land an A330 Airbus and other vital skills for the modern man" nimmt einige dieser Dinge auf, fügt aber auch eigene Ideen hinzu, die natürlich alle in Form von mehr oder weniger nützlichen Anleitungen genau beschrieben werden, um dem männlichen Leser diese Fähigkeiten beizubringen.
Und ja: Es ist tatsächlich eine Anleitung enthalten, wie man einen A330 landen kann, komplett mit Diagrammen, Zeichnungen und genauen Anleitungen. Kapitel 2 beschäftigt sich mit einem etwas unrealistischeren Problem: Was tut man, wenn ein Ferienort von einer Invasionsstreitmacht zu einem Gefangenenlager umgewandelt wird und man daraus entkommen muss? Leider braucht man hier die Hilfe der Franzosen. Kapitel 3: Wie führt man korrekt ein Duell durch - und zwar nach dem irischen Duell-Codex. Weniger um den Tod als um das Leben geht es in Kapitel 4: Wie leistet man Geburtshilfe, wenn eine Frau Zwillinge zur Welt bringen muss? Das Spielkind im Mann wird durch Kapitel 5 sicher mehr angesprochen. Dort wird beschrieben, wie man eine Dampflokomotive fährt. Noch besser Kapitel 6, welches genau ausführt, wie man die Isle of Wight erobern kann. Weniger vergnüglich ist das siebte Kapitel, welches einen darauf vorbereitet, seinen besten Freund in Zeiten der Not zu essen. Kapitel 8 ist zweifellos eines der nützlicheren, denn hier wird erklärt, wie man eine deutsche Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg entschärfen kann. Kulturell wertvoll ist wiederum das letzte Kapitel: Wie spielt man eine Sonate von Beethoven auf dem Piano ohne vorherige Kenntnisse?
Man merkt, dass das Buch sich nicht wirklich ernst nimmt, obwohl man sich wirklich viel Mühe gegeben hat, alle Fakten in dem Buch möglichst korrekt zu recherchieren. Das Resultat ist gelungen: Man amüsiert sich und lernt trotzdem noch etwas dabei. Nutzloses Wissen, okay, aber es ist cool. Nicht so gut ist das Layout, was bei jedem Kapitel wechselt und gelegentlich eher lesefeindlich ist. Trotzdem eines der besten Bücher der letzten Jahre von der Insel. Eine deutsche Ausgabe existiert bislang leider nicht. (Das englische Buch bei Amazon.de)

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Etwas für die Computergeeks: "Volkscomputer" erzählt die Geschichte des Computerherstellers Commodore, der in den 70er und 80er Jahren dank Rechnern wie PET, VC-20, C64 und Amiga eine der wichtigsten IT-Firmen der Welt war und in den 90ern unterging. Das Buch ist eigentlich eine Übersetzung eines amerikanischen Buchs, wurde aber für die deutsche Ausgabe noch einmal deutlich erweitert und bietet viele interessante Einblicke in die internen Triebkräfte der Computerindustrie. Neben einigen Dingen, die Commodore direkt betreffen (etwa die legendären Ausbrüche des berüchtigten Jack Tramiel), erfährt man auch so manches über die anderen Firmen, die in dieser Zeit ihren Start hatten, etwa Microsoft und auch Apple. Wer Steve Wozniaks gedruckte Masturbation "iWoz" gelesen hat, sollte sich auch "Volkscomputer" mal anschauen, um eine etwas ausgewogenere Einschätzung seiner Leistungen zu lesen, auch im Vergleich zur Konkurrenz während dieser Zeit. (Würde man nach Wozniaks Selbsteinschätzung gehen, war er fast das einzige Genie damals, ohne das es viele technische Neuerungen in den Computern dieser Zeit nicht gegeben hätte.) Und auch sonst ist "Volkscomputer" für jeden empfehlenswert, der sich für die Geschichte der Personalcomputer interessiert. (Das Buch bei Amazon.de)

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Harald Lesch ist einer der besten Wissenschaftsmoderatoren im deutschen Fernsehen. Früher bei Alpha Centauri, dann als Sci Xpert beim Pay-TV-Kanal Sci-Fi, jetzt bei Abenteuer Forschung - ich guck ihn gerne. Und ich les ihn auch gerne, weil er Dinge mit Humor erklären kann. (Kosmologie für Fußgänger und Big Bang, zweiter Akt sind wirklich empfehlenswert.) Dieses Buch hier ist weniger auf Astrophysik ausgerichtet, sondern handelt in kurzen Kapiteln jeweils ein Thema ab, welches mit Naturwissenschaften zu tun hat. Der Text auf dem Buchrücken fragt: "Darf man Wissenschaft mit Witz erklären?", und er gibt auch gleich die Antwort: "Nein, man muss!" Und genau deswegen frage ich mich, wer zur Hölle den armen Harald Lesch abgefüllt hat, bevor er ihn an die Tastatur setzte. In den 119 Kapiteln jagt ein billiger Kalauer den nächsten, und man bekommt den Eindruck, dass die "witzigen" Metaphern zum Selbstzweck geworden sind, hinter dem der Wunsch zurücktritt, tatsächlich etwas verständlich zu erklären. Ein Beispiel aus dem Kapitel "Gottes Luftballon" zum Thema Urknall, welches so beginnt:

Wahrscheinlich ist der Urknall letztlich doch von den Japanern erfunden worden. Aber eigentlich vermute ich doch ganz stark, der liebe Gott hat irgendwo vor dem Urknall in irgendeiner Spielhölle gezockt - und dann ist ihm das Spielgerät um die Ohren geflogen.
Und dann rief seine Frau an und fragte: "Wo bist du? Was machst du?"
"Ja, ich bin hier in Las Dingsbums und ..."
Und dann kommt der berühmte Satz, den auch alle sagen, die etwas mit Computern zu tun haben: "Ich? Ich hab doch gar nichts gemacht."

Das geht noch über eine halbe Seite so weiter, und bis er dann endlich mal auf etwas Astronomisches zu sprechen kommt (dass sich das Universum ausdehnt), hat man schon die Hoffnung aufgegeben, etwas zu erfahren. Ich weiß, ich bin nicht die Zielgruppe für dieses Buch, dafür weiß ich doch schon zu viel über Astronomie und Physik. Allerdings frage ich mich, inwieweit ein unbedarfter Leser etwas aus diesem Buch mitnehmen kann. Besteht nicht die Gefahr, dass er Schwierigkeiten hat, Witz und Fakt auseinander zu halten, weil eines so flapsig wie das andere präsentiert wird? Dazu kommt, dass der Text eher so wirkt, als wurde er für den mündlichen Vortrag geschrieben. Kurze Sätze, viele Stellen, an denen man sich unwillkürlich eine Betonung vorstellt - aber für ein Buch darf es dann doch etwas komplexer sein. Ergo: keine Kaufempfehlung. (Das Buch bei Amazon.de)

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Wer kennt Carrie Fisher nicht? Die energische Prinzessin Leia aus der Star-Wars-Trilogie (es gibt nur eine Star-Wars-Trilogie, lalalala *ohren zuhalt*) war nicht nur ein starker Charakter, sondern führte Millionen von Jungs an die ersten zarten Masturbationsversuche heran. Das allerdings eher indirekt, auch weil George Lucas Carrie Fisher erzählte, im Weltraum gäbe es keine Unterwäsche, also solle sie ebenfalls luftig unter ihren Kostümen herumlaufen.
Man kann die Schauspielerin allerdings nicht auf ihre Rolle reduzieren. Ihr wahres Leben ist ebenso filmreif: Als Tochter des Filmstars Debbie Reynolds und des berühmten Schnulzensängers Eddie Fisher wuchs sie inmitten von Hollywood auf, mit all den Exzessen und ohne Geldsorgen, aber auch ohne feste moralische Leitfiguren. Drogen machten ihr Leben fast kaputt, sie wurde manisch depressiv, hatte Pech mit Männern (einer wurde schwul), einer ihrer Freunde starb in ihrem Bett - es ist ein Wunder, dass sie ihren Humor behalten hat. Verloren gegangen sind allerdings viele Erinnerungen. Denn um ihre Depressionen behandeln zu lassen, musste sie sich einer Elektroschocktherapie unterziehen, welche als Nebenwirkung allerdings einen Großteil des Gedächtnisses gelöscht hat. (Carrie Fisher legt viel Wert darauf zu betonen, dass die Therapie keine barbarische Behandlungsmethode ist, sondern ihr tatsächlich ihr Leben wiedergegeben hat.) Um ihre noch vorhandenen Erinnerungen festzuhalten und zu ordnen, schrieb sie dieses Buch, in dem man ein lückenhaftes, von Anekdoten geprägtes Bild von ihrem Leben erhält, auf das sie mit viel Humor zurückblickt. Nach dem Lesen dieses Buches versteht man etwas besser, wie Charlie Sheen (ebenfalls Sohn eines Hollywoodstars) zu dem werden konnte, was er heute ist. (Der Mann braucht Hilfe, das war eh klar.) "Prinzessin Leia schlägt zurück" ist zwar kein Meisterwerk (wie soll es auch bei der Entstehungsgeschichte), aber ich fand es recht interessant, auch wenn man über Star Wars selbst sehr wenig erfährt. (Das Buch bei Amazon.de)

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Ein Skandalbuch darf nicht fehlen: Christoph Maria Herbsts Buch "Ein Traum von einem Schiff" war kurz nach dem Erscheinen in den Schlagzeilen, weil es verboten wurde. Neuere Auflagen sind an einigen Stellen geschwärzt, weil sich eine Person von dem Buch beleidigt fühlte und gerichtliche Schritte einleitete. Ich habe kurz vor dem Verbot ein Exemplar der Erstauflage gebraucht gekauft, insofern konnte ich das ursprüngliche Werk lesen. (Und ich kann durchaus nachvollziehen, warum diejenige Person das Buch in der Form nicht dulden wollte.) Aber worum geht es eigentlich?
Christoph Maria Herbst spielte in einer Folge der ZDF-Serie "Das Traumschiff" mit. Man kann viel über das "Traumschiff" sagen, aber nicht, dass es wirklich anspruchsvoll wäre - es ist für einen Schauspieler also nicht unbedingt ein Qualitätsmerkmal, da aufgetreten zu sein. Herbst sagte trotzdem zu und schrieb über die Dreharbeiten dieses Buch. Man erfährt, wie er dafür angeworben wurde, wie es auf dem Schiff zugeht, was ihm bei den Landgängen passierte (er wurde beinahe verprügelt, weil sein Gegenüber nicht verstand, dass "Stromberg" eine fiktive Figur ist)... Im Wesentlichen erfährt man aber etwas über die Leute, die bei der Produktion mitmachten. Und der Autor lästert ausgiebig darüber, wobei eine Regieassistentin es besonders heftig abbekommt. In der Erstauflage wenigstens. *hust* Leider ist das Buch selbst nur so mittelmäßig. Es liest sich zwar ganz locker, aber zwischendurch gibt es immer mal wieder eher langweilige Stellen oder längere Abschnitte, in denen man den Eindruck bekommt, dass man ohne fundierte Insiderkenntnisse über die deutsche TV-Landschaft nicht den ganzen innewohnenden Humor versteht. Aber wer weiß, vielleicht ist die Erstauflage ja eine Investition. biggrin.gif (Das Buch bei Amazon.de)

So, das war es erst einmal mit den Buchvorstellungen. Vielleicht gibt es ja bald mal mehr, wenn das Interesse besteht; wenn es gewünscht wird, kann ich ja auch mal einiges zu Büchern sagen, die in den Kommentaren vom letzten Beitrag und dem hier genannt werden und die ich schon kenne.

Link zum Beitrag: http://klwb.de/A9B5E3

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14 Kommentare


Geschrieben am 6.4.2011 um 3:04 Uhr

Kategorie: Stiftung Klopfertest

In den letzten Monaten hab ich wieder einige Bücher gelesen. Nicht genug - es liegen noch neun Bücher auf dem "muss ich noch zu Ende lesen"-Stapel, darunter zwei sehr dicke Wälzer von Stephen King (das ist meine Badewannenlektüre). Nichtsdestotrotz dachte ich mir, dass ich ja mal etwas über die Bücher schreiben kann, die ich gelesen habe, genauer gesagt, zehn von denen, die ich gelesen hab, aufgeteilt auf zwei Einträge. Wer nicht lesen kann, sollte jetzt lieber aufhören, stupide auf die Buchstaben zu gucken und zu hoffen, dass die reine Optik einen Hinweis auf die Bedeutung geben könnte.

Fangen wir zuerst mit dem an, was ich als Klolektüre bezeichne. Das sind Bücher, in denen man für ein paar Minuten lesen kann und die keinen inneren Zusammenhang haben, man sich also nicht erst wieder in den Stoff reinfinden muss.

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Das ist der erste Sammelband der Website belauscht.de, wo lustige Äußerungen gesammelt werden, die Leute im Alltag mal aufgeschnappt haben. Im Buch werden die Zitate in Kapitel eingeordnet, die zum Beispiel "Typisch deutsch" oder "Surreales" heißen und mal mehr und mal weniger eindeutig auf die groben Themen hinweisen. Die Auswahl der Zitate ist gar nicht schlecht, allerdings sollte man das Buch wirklich nicht am Stück lesen, da sich mit der Zeit eine gewisse Ermüdung einstellen kann. Daher: gute Klolektüre. Und die über 280 Seiten dürften für einige intensive Sitzungen reichen. Allerdings empfehle ich dann einen Schutzumschlag. Nicht wegen eventueller Verschmutzungen; das Cover ist einfach potthässlich. (Das Buch bei Amazon.de)

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Ebenfalls ein Sammelband zu einer Website, diesmal von SMSvonGesternNacht.de. Es werden also mehr oder weniger lustige SMS präsentiert, oft gar ganze Dialoge. Also auch hier wieder: gut als Klolektüre.
Eines der größten Probleme der Seite ist allerdings, dass oft Witze mit einem ewig langen Bart veröffentlicht werden. Ein anderes, dass man für manche SMS wohl einfach dabei gewesen sein muss, um sie komisch zu finden. Man hat sich bei der Auswahl der SMS für das Buch schon mehr Mühe gegeben, es gibt tatsächlich einige Perlen, aber hier und da quält man sich schon eher durch die Seiten, als tatsächlich amüsiert zu sein. Die SMS nach Uhrzeit zu ordnen, war jetzt auch nicht wirklich ein Geniestreich, und wirklich lesefreundlich ist das Layout mit den Zitaten in dunklen Kästen auch nicht. Verschenkte Chance. (Das Buch bei Amazon.de)

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Kein Buch zu einer Website, aber auch wieder kurzweilige Unterhaltung mit etwas makaberem Inhalt. Es geht um lustige, bizarre... ach, ich schreib einfach mal vom Cover ab: Es geht um ungewöhnliche Todesanzeigen, die die Herausgeber in Jahrzehnten aus Zeitungen ausgeschnitten und aufbewahrt haben. Jede Anzeige wird von einem launigen Kommentar begleitet, wobei nicht alle Kommentare wirklich gelungen sind. Bei den Anzeigen selbst habe ich besonders die der Adligen gemocht, bei denen es offenbar immer die gesamte Verwandtschaft darauf besteht, mit vollem Namen und allen Titeln genannt zu werden. Wie vorher auch gilt: Klolektüre, bitte nicht am Stück lesen. Erstens ermüdet es, zweitens nervt es die Leute, die auch auf Klo wollen. (Das Buch bei Amazon.de)

Schluss mit Büchern fürs Scheißhaus! ^^

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Der Twitter-Kanal "Shit My Dad Says" war eine der größten Erfolgsgeschichten des Internets: 2009 zog der damals 28-jährige Comedy-Autor Justin Halpern wieder bei seinem Vater ein, nachdem seine Freundin ihn abserviert hatte und seine Wohnung bereits gekündigt war. Sein granteliger Vater nahm schon früher kein Blatt vor den Mund, und so veröffentlichte Justin die Weisheiten seines Erzeugers per Twitter und brachte es auf über 2 Millionen Follower. Schließlich entstand nicht nur ein Buch, sondern sogar eine Fernseh-Sitcom mit William Shatner in der Hauptrolle. Weil "Shit" aber ein böses Wort ist, sind sowohl Buch- als auch Serientitel zensiert. Ich habe das englische Buch gelesen, es gibt aber auch eine deutsche Ausgabe namens "Sh*t - Ansichten meines Dads", wie die Übersetzung gelungen ist, kann ich leider nicht sagen.
Das Buch ist nicht, wie man vielleicht erwarten würde, eine reine Auflistung von lustigen Sprüchen Sam Halperns. Stattdessen gibt Justin Halpern einen Einblick, wie er aufgewachsen ist und seinen Vater dabei erlebte. Dabei wird immer wieder klar, dass sein Papa trotz seiner drastischen und vulgären Ausdrucksweise seinen Sohn liebt und dieses Gefühl von seinem Sohn auch erwidert wird. Man kann manche Sprüche besser einordnen, sodass sie nicht mehr ganz so brutal wirken wie beim reinen Lesen der Tweets. Als amüsante Lektüre nebenbei ist das Buch gut geeignet, man sollte nur nicht zu empfindlich sein, was derbe Wortwahl angeht. (Das englische Buch bei Amazon.de - Die deutsche Ausgabe bei Amazon.de)

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Ja, wir sind noch nicht durch mit den Büchern zu Websites. Hier geht es um den Sammelband zum Webcomic "The Oatmeal", bekannt durch viele nützliche Anleitungen und Listen, die die richtige Verwendung von Satzzeichen erklären, über die Umwandlung von Haustieren zu Kampfmaschinen informieren, Fakten über Kaffee auflisten, erzählen, wie ein gutes Webdesign wegen der Einmischungen des Kunden zum Teufel geht und natürlich, welche fünf Gründe dafür bestehen, einem Delfin die Fresse zu polieren. Ein großer Teil des Buches ist daher schon von der Website bekannt, andere Dinge (wie z.B. die acht Gründe, sich einen Kanadier als Haustier zu halten) sind neu. Nicht alles ist wirklich lustig, aber es ist eine der besseren Buchausgaben von Webcomics, die so existieren. Eine deutsche Ausgabe gibt es bisher leider nicht. (Das englische Buch bei Amazon.de)

So, das war der erste Teil, den nächsten gibt es morgen. ^^ Und falls ihr eines oder mehrere der hier vorgestellten Bücher bei Amazon kaufen wollt - habt ihr eigentlich schon meine Bücher? wink.gif

Link zum Beitrag: http://klwb.de/5B40D6

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16 Kommentare


Geschrieben am 1.4.2011 um 15:54 Uhr

Kategorie: Videos

Aprilscherze ermüden mich. Daher gibt es hier keinen.

Stattdessen: Pinguine! (Und Terry Jones.)

Seht ihr? Ich habe nichts gegen Pinguine. Auch wenn sie schuld an unserem Elend sind. zufrieden.gif

Link zum Beitrag: http://klwb.de/2AA903

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23 Kommentare


Geschrieben am 30.3.2011 um 22:39 Uhr

Kategorie: Gemotze

Wer kennt es nicht? Man hat sich am Abend hingesetzt, um eine wasserdichte Verfassung für die Zeit nach der Ergreifung der Weltherrschaft zu entwerfen, blieb bis 4 Uhr wach und wird dann schnöde um 8.30 Uhr von dem behämmerten Nachbarn geweckt, der in psychopathischer Missachtung aller guten Sitten menschlichen Zusammenlebens kurz nach dem Frühstück seine Schlagbohrmaschine anwirft und der Akustik nach sein Terrordomizil mit der Kraft von Black & Decker in einen Schweizer Käse verwandelt. Auch wenn man umgehend einen Artikel zu seinem Verfassungsentwurf hinzufügt, der derartige Störungen weltherrschaftlicher Nachtruhe mit dem Tode bestraft - eine kurzfristige Lösung ist das nicht.

Ich musste allerdings daran denken, dass man uns doch eigentlich mal versprochen hatte, dass uns die Technik ganz tolle neue Werkzeuge bringt. Laserbohrer zum Beispiel, die Löcher in Wände bohren können, ohne dafür zu sorgen, dass die übernächtigten Nachbarn plötzlich im Bett stehen. Los, Black & Decker, nehmt endlich die Hände vom Sack und arbeitet dran! motz.gif Ich weiß, es ist eine Herausforderung, so ein Ding zu bauen, ohne dass man damit versehentlich die Familie abschlachten kann. Aber es geht um meinen Schlaf! (Nebenbei sind Bohrer neben Staubsaugern die technischen Geräte, die anscheinend genau auf die Frequenzen abgestimmt sind, die mich am meisten nerven.)

Prinzipiell muss man die Menschheit mal rügen. Schaut euch mal an, wie Disney 1958 die Zukunft gesehen hat:

Die Straßen sind immer noch nicht beheizt, und wenn man durch die Wüste (z.B. Brandenburg) fahren will, ist die Autobahn immer noch nicht überdacht und klimatisiert. Tunnel werden immer noch nicht mit atomgetriebenen Maschinen direkt in den Fels geschmolzen. Wer ein Auto fährt, sitzt immer noch nicht auf dem Fahrersitz wie aufm Klo hinter Glas und guckt auf drei Bildschirme mit dem Foto seines Chefs. Und unser Gemüse kommt immer noch nicht per Rakete! fluch.gif

Und hier, schaut mal: der Ford Nucleon, ebenfalls ein Konzept aus dem Jahr 1958.

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Das gute Stück sollte einen eigenen Atomreaktor haben. Wie ein moderner Flugzeugträger! Ihr könnt sagen, was ihr wollt - den Ärger mit E10 hätten wir dann zumindest nicht! ohmy.gif Was gibt es denn überhaupt für einen Grund dagegen?

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Na gut, aber ein bissel Schwund ist doch immer. angsthasi.gif

Jedenfalls: Das war 1958. Und schon neun Jahre später gab es im deutschen Fernsehen eine Reportage über die Zukunft. Und da sah die gar nicht mehr so dolle aus, auch wenn man beim Zeitplan sehr optimistisch war:
Um 1975
- Zuverlässige Wettervorhersage
Na gut. Inzwischen ist sie recht zuverlässig.

Um 1978
- Biologische Mittel zur Zerstörung des Widerstandswillens eines Gegners
- Energiestrahlen als Kampfmittel
Keine Chance dem Pazifismus, ne?

Um 1982
- Permanente Stationen auf dem Mond
- Begrenzte Kontrolle über das Wetter
Ab hier wird es traurig.

Um 1983
- Drogen zur Veränderung der Persönlichkeit
Was haben Drogen denn vorher bewirkt? huh.gif

Um 1985
- Landung auf dem Mars
Immer uff det Schlimme.

Um 1989
- Bergbau auf dem Meeresgrund
- Primitive Formen künstlichen Lebens
Nope.

Um 1990
- Künstliches Eiweiß für Nahrungsmittel
Auch nicht. O_o Aber es gibt gefühlt zehn Milliarden neue Joghurtkulturen im Jahr.

Um 1994
- Immunisierung gegen alle Bakterien- und Viruskrankheiten
Um Himmels Willen! Dann wären die Leute in den ganzen AIDS-Beratungsstellen ja arbeitslos! ohmy.gif Das geht nun wirklich nicht.

Um 2000
- Unterwasserfarmen produzieren 20 % aller Lebensmittel
- Fähigkeit, unsere Erbmasse beliebig zu verändern. Kontrolle über unsere Evolution
tozey.gif Auch alles Nieten.

Um 2006
- Stationen auf dem Mars
Nee. Aber dafür können wir Gigabyte an Pornos drahtlos übertragen!

Um 2008
- Fähigkeit, Organe und Glieder beliebig nachwachsen zu lassen
Besser nicht. Nach spätestens einem Jahr würden die ersten Kerle nach Zweit- und Drittpimmeln fragen.

Um 2012
- Drogen zur dauernden Erhöhung der Intelligenz
Also noch hab ich Hoffnung, dass wir wenigstens das schaffen. Einigen würde ich das Zeug kiloweise in den Schlund drücken. Entweder sind die dann nicht mehr so bescheuert oder sie ersticken. Wir hätten in beiden Fällen gewonnen.

Um 2020
- Landung auf einem Mond von Jupiter
- Direkter Kontakt zwischen menschlichem Gehirn und Computern. Heraufkunft der Mensch-Maschine
Und die Heraufkunft von Wörtern wie "Heraufkunft".

Um 2022
- kontrollierte Hypnotisierung ganzer Völker als militärische Maßnahme
Wirklich nicht viel Hoffnung auf friedliche Menschheitsentwicklung, wie ich sehe.

Um 2023
- Möglichkeit, Gedanken zu lesen
- Vorbeiflug am Pluto
- Kontakt mit anderen Milchstraßen
- Verlängerung des Lebens um 50 Jahre
- Zucht intelligenter Tiere
Ich mag meine Tiere lieber doof und schmusig bzw. schmackhaft. Und Lebensverlängerung um 50 Jahre? Mein Gott, wie lange soll Jopi Heesters denn dem Tod noch von der Schippe springen?

Und wer ist nun schuld daran, dass unsere ganzen Zukunftsvisionen gestorben sind und durch solche apokalyptischen Vorhersagen ersetzt wurden? Hippies und Kommunisten. Sagen einige bestimmt. Kapitalisten und Kriegstreiber, sagen sicher andere. Für Alice Schwarzer sind die Männer schuld. Alle. Ich glaube, es sind die Pinguine.

20110330223231.jpg
Du Arsch!

Aber egal wer schuld ist (Pinguine!) - könnte nicht trotzdem irgendwer einen leisen Bohrer erfinden? fragehasi.gif

Sonstiges:
Installisieren facepalm.gif
Noch ein Tsunami-Video. Man sieht, wie der die Häuser einreißt. urx.gif

Link zum Beitrag: http://klwb.de/C44516

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53 Kommentare


Geschrieben am 28.3.2011 um 20:19 Uhr

Kategorie: Videos

Ich hab gestern Abend bei Youtube ein Kleinod des deutschen Kinderfernsehens entdeckt: die "Löwenzahn"-Folge "Computer können nicht lachen". Die Story ist schnell erzählt. Peter Lustig will Dichter werden, aber weil er keinen ordentlichen Reim auf Specht findet, kommt er auf die Idee, einen Computer reimen zu lassen. Und dabei lernen wir alle auch was. In erster Linie, dass Computer im Jahr 1985 offenbar von einem Amateur so programmiert werden konnten, dass sie in der Lage waren zu sprechen. doofguck.gif

Ein paar Anmerkungen dazu:

  1. Ab Minute 3 beschwert sich der Briefträger darüber, dass er so viel Werbepost austragen muss. "Wissen Sie, wer schuld ist? Die Computer. Die verschicken das ganze Zeuch." Spam war also schon damals ein dickes Problem. Und das ohne AOL-CDs.
  2. Minute 7: Peter klebt artig immer die Herstellernamen auf seiner Milchpackung ab. Keine Schleichwerbung im ZDF! Haribo-Gummibärchen bei "Wetten dass...?" sind aber trotzdem erlaubt.
  3. Ab Minute 10: Lass dich einsargen, Adobe After Effects. biggrin.gif
  4. Ab Minute 14: Das waren noch Zeiten, da durfte jeder Pimpf einfach mal so in den Supermarkt und an den Rechnern herumprogrammieren. Heute bleibt einem nur noch, bei den ausgestellten iPads das Wort "Fotze!" in die Notizen zu schreiben. Bei den richtigen Computern lässt einen eine Passwortabfrage ja nie an den Bildschirmschonern vorbei.
  5. Ab Minute 17: Die Geschichte von Hans, dem Hacker. Und die macht mich sooo sauer! Hans hätte groß herauskommen können. Der könnte heute Milliardär sein (wenn er nicht nur gemalt wäre)! fluch.gif Aber nee, Margaretha muss ihn ja unbedingt unter einen Baum setzen. Diese dumme Nutte hat ihm seine Zukunft versaut! motz.gif Und Hans macht bloß noch die langweiligen Hausaufgaben mit dem Computer, damit Margaretha zu Guttenberg abschreiben kann. *grummelhrmpf* Widerlichste Frischluftpropaganda! fluch.gif
  6. Um Minute 23: Ha, ein Computer in so einem winzigen Schränkchen? Der will mich verkohlen! So kleine Computer sind reine Science-Fiction. Aber die Festplatte eine halbe Minute später gefällt mir. Ist so schön handlich. ^^
  7. Ab Minute 27: So macht sich Peter Lustig also seine Dates klar. Ich hoffe, nach dem Kino blieb es nicht nur beim Abschiedskuss.

Auch heute noch werden jeden Tag Millionen Kinder an die frische Luft gezwungen, wo sie schutzlos der Witterung und den Gemeinheiten asozialer Geburtsunfälle ausgesetzt sind. Helft ihnen und spendet Geld an die Initiative "Klopfer darf nicht hungern". (Nicht, dass beides irgendwie miteinander zu tun hätte. Aber ich finde, wenn ihr denen helft, könntet ihr mir auch Geld spenden. biggrin.gif)

Link zum Beitrag: http://klwb.de/BBE6FC

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32 Kommentare


Geschrieben am 27.3.2011 um 0:34 Uhr

Kategorie: Schamlose Werbung

Nur heute gibt es im Fummelshop 12,36 Prozent Rabatt, wenn ihr den Gutscheincode TICKTACK eingebt. ^^

Wer keine Klamotten will und lieber ein oder zwei signierte Bücher von mir: Ich hab von "Mein Weg zur Weltherrschaft - Phase 2" und "Sexpanzer und Babytod" nur noch sechs bzw. sieben Exemplare vorrätig, und ich werde erst einmal nicht nachbestellen. Wenn die also weg sind, könnt ihr die Bücher zwar immer noch regulär im Buchhandel kaufen, müsst aber auf meine krakelige Unterschrift verzichten. smile.gif

Nachtrag: So, wenn alle neuen Besteller zahlen, sind die Bücher jetzt weg. Danke an alle! ^^
Im Fummelshop ist der Ticktack-Rabatt zwar nicht mehr möglich, aber kann man noch bis zum 4. April 10 Euro Rabatt für Einkäufe ab 50 Euro bekommen (Gutscheincode FRUEHLING2011).

Link zum Beitrag: http://klwb.de/93AAB3

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12 Kommentare


Geschrieben am 26.3.2011 um 16:24 Uhr

Kategorie: Meine Sicht der Welt

Nuff!
Es ist mal wieder soweit: In der kommenden Nacht beginnt die Sommerzeit! Dafür müssen wir eine Stunde überspringen. Euch ist hoffentlich klar, was das bedeutet: Zeitreise für alle!
Deswegen dürft ihr heute Nacht nicht schlafen gehen. Bereitet euch darauf vor, dass die Zeitumstellungskommandos nach Mitternacht bei euch klingeln werden, um euch zu der großen Flotte von DeLoreans zu bringen, die unsere Regierung in ihrer überragenden Weisheit für diesen Zweck beschafft hat. (Da für jede Zeitreise 1,21 Gigawatt nötig sind, muss jeder eine Plutoniumabgabe zahlen oder seinen eigenen Brennstab mitbringen. Also ab zur Apotheke und nach Plutonium fragen!) Die Warteschlangen können aber etwas länger werden, also nehmt auch eine Schmusedecke und ein Schnuffelkissen mit. ^^

Die Zeitumstellung soll eigentlich Energie sparen, was ja im Kampf gegen den Klimawandel durchaus ein nobles Ziel ist. Dummerweise hat man in den letzten Jahren festgestellt, dass die Feuerspuren der DeLoreans die globale Erwärmung anheizen. Dennoch: Wir lassen uns von der Realität nicht in unseren Vorhaben bremsen! Auf in die Zukunft! victory.gif

Link zum Beitrag: http://klwb.de/C68043

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31 Kommentare


Geschrieben am 25.3.2011 um 20:31 Uhr

Kategorie: Meine Sicht der Welt

Ich wollte euch ja noch die beste Kandidatin für den Titel "Mutter des Jahres" zeigen. Die lebt in England und züchtet ihre kleine Tochter als ideales Showfleisch für Schönheitswettbewerbe heran. Und dafür spritzt sie ihrer Leibesfrucht Botox - schließlich muss man die ganzen hässlichen Falten und Runzeln eines achtjährigen Kindes nicht tolerieren. Oh, und natürlich werden die Beine und was sonst so in der Nähe ist mit Wachs enthaart, egal ob es nötig ist oder nicht. Das Haar soll sich erst gar nicht an die Öffentlichkeit trauen.
Das Kind wird später einen zweiten Wohnsitz in einer psychotherapeutischen Praxis haben, fürchte ich. urx.gif

Oh, und weil fette Kinder ja immer gehen: Hinter diesem Link sieht man ein dreijähriges chinesisches Kind mit 60 Kilo Kampfgewicht. Sieht aus wie ein dunkler Michelin-Mann, das arme Ding. O_o

Link zum Beitrag: http://klwb.de/40B0A4

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17 Kommentare


Geschrieben am 24.3.2011 um 23:57 Uhr

Kategorie: Meine Sicht der Welt

Nuff! Ich grüße das Volk!

Eisbär Knut ist letztens gestorben, und wieder einmal zeigte sich, warum man Stimmen aus der Bevölkerung nicht ungefiltert weiterverbreiten sollte, weil es sonst sein kann, dass man den Glauben an die menschliche Intelligenz verliert. Der Bär war noch gar nicht richtig aus dem Wassergraben geholt worden, da spekulierte man schon im Internet (und später auch in den Zeitungen), dass er wegen Einsamkeit oder Mobbing durch die Eisbärdamen in seinem Gehege an gebrochenem Herzen gestorben wäre oder irgendwelche anderen Psychoprobleme gehabt hätte. Knut als Bipolarbär oder so. Und Verschwörungstheorien gibt es auch schon, wie dieser Leserbrief im Berliner Kurier zeigt:

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Passt natürlich, dass sich diese Napfsülze so in die "Man hat Knut umgebracht"-Theorie verliebt hat, dass der Typ schon ankündigt, keine offizielle Erklärung zu akzeptieren. Und was ist die offizielle Erklärung? Knut war hirnkrank. Und das nicht in dem Sinne, dass er mal eine Psychotherapie gebraucht hätte, sondern tatsächlich mit sichtbaren Veränderungen im Gehirn. Kein gebrochenes Herz, keine Einsamkeit, kein fieser Killer, der mit einem Blasrohr im Gebüsch hockte, um einen eingesperrten Eisbären abzumurksen. (Nebenbei mal gefragt: Wer hätte was davon? Ich meine, nicht dass man nicht zwischendurch mal ganz fies zu Knut gewesen wäre - man hat ihm ja sogar mal das Essen weggenommen, aber wo soll beim Umbringen das Motiv liegen?)


Nebenbei hat Europa (in Verbindung mit den USA) mal wieder deutlich demonstriert, dass es eine Zicke ist, die nie das macht, worum man sie bittet. Die Rebellen in Libyen (und schließlich auch die Arabische Liga) baten um die Einrichtung einer Flugverbotszone, damit sie nicht von Gaddafis Luftwaffe abgeschlachtet werden, und hier zögerte man ewig herum, bis Gaddafi die meisten Aufständischen abgemurkst hat. Als man sich dann doch dafür entschloss einzugreifen, hielt sich Deutschland zurück, weil... na ja, man hatte gute Geschäfte mit Gaddafi gemacht, und man weiß nicht, ob das mit den neuen Leuten auch so gut gehen würde. Gaddafi ist ja in den letzten zehn, fünfzehn Jahren ja auch zu einem guten Kumpel für die westlichen Länder geworden.
Deutschland macht also nicht mit, aber andere schon, und die haben wohl nur mit halben Ohr hingehört, was sie eigentlich machen sollen. Es war ursprünglich die Rede von einer Flugverbotszone. Und jetzt bombardieren sie auch libysche Panzer. Also entweder sind das echt abgefahrene Panzer, die auch noch fliegen können, oder aber, man macht mehr als eine Flugverbotszone durchzusetzen. Ich glaube nicht, dass das wirklich hilfreich ist, der Bürgerkrieg an sich sollte lieber von den Libyern selbst ausgefochten werden, ohne dass die Industrieländer sich zu sehr einmischen und dann wieder Befürchtungen in den Libyern wach werden, dass sie vom Westen instrumentalisiert werden.
Eins kann man jedenfalls ganz gut an den politischen Unruhen in Libyen, Algerien, Ägypten und Tunesien sehen: Es wäre eine schwachsinnige Idee, die europäische Stromversorgung von Solarzellen in Nordafrika abhängig zu machen. ^^


Apropos Strom: In den Kontrollräumen der Reaktoren 1 und 3 von Fukushima Daiichi gibt es wieder Licht, yay! Nicht aufregend? Ich bin froh, dass ich das Internet habe - aus den deutschen Medien würde ich gar keine erfreulichen Nachrichten aus dem Kernkraftwerk kriegen, weil man sich hier immer noch darauf konzentriert, möglichst negativ zu berichten. Die Versuche, Wasser in die Abklingbecken zu spritzen, wurde ja hier immer als Verzweiflungstat ohne große Chance auf Erfolg dargestellt. Dass es tatsächlich geholfen hat und die Temperaturen dort laut den Messflügen der Armee wirklich deutlich unter 100 Grad liegen - pff, warum soll man das auch erwähnen? Es wurde am Mittwoch berichtet, dass schwarzer Rauch über einem Reaktor gesehen wurde und man das Werk deswegen evakuiert hatte. Dass der Rauch am Donnerstag nicht mehr zu sehen war und man wieder im Werk arbeitete - das war keine Schlagzeile wert. Man verbreitete aufgeregt, dass im Tokioter Trinkwasser die Jod-131-Grenzwerte für Babys bis 12 Monaten überschritten worden waren. Ich glaube, bisher hat in Deutschland keiner so richtig gemeldet, dass die Werte in Tokio wieder darunter sind und die Warnung aufgehoben wurde. Dass zwei Arbeiter sich jetzt eventuell Betastrahlenverbrennungen an den Füßen geholt haben, weil sie in radioaktivem Wasser standen, wird morgen früh bestimmt auch so dargestellt, als würden sie mit dem Tode ringen und alle anderen Mitarbeiter ebenfalls kurz vor dem Exitus stünden. Eher so nebenbei erfährt man aus einem Interview mit einem ARD-Korrespondenten bei Tagesschau.de, dass es die "Fukushima 50" so gar nicht gibt, dass da mehr Leute arbeiten und die auch regelmäßig ausgetauscht werden, damit sie eben nicht zu lange der Strahlung ausgesetzt werden. Hätte ja vielleicht geholfen, wenn man das in der Berichterstattung selbst mal erfahren hätte.
Oder hey, wie wäre es gewesen, wenn man sich mal um das viel größere Unglück drum herum gekümmert hätte? Die vermutlich 25000 Toten? Die Tatsache, dass Leute in den Notunterkünften erfroren sind? Dass Patienten in den Krankenhäusern in den vom Tsunami zerstörten Regionen gestorben sind, weil man sie nicht richtig behandeln konnte? Oder, um mal eine erstaunliche positive Meldung zu bringen: Dass man es geschafft hat, eine zerstörte Autobahn innerhalb von sechs Tagen zu reparieren? (Nehmt euch da mal ein Beispiel, liebe Straßenbaufirmen in Deutschland.)

Kleiner sinnloser Fakt: In Afrika gab es früher natürliche Kernreaktoren. Dort wurde dank der natürlich entstandenen Urankonzentration in der Erde und durch einströmendes Wasser etwa für eine halbe Stunde eine Kettenreaktion am Laufen gehalten, bis das Wasser verdampfte. Die Reaktion kam dann zum Erliegen, bis nach einigen Stunden wieder genug neues Wasser nachgeströmt kam. Vor etwa 1,5 bis 2 Milliarden Jahren war allerdings der Anteil von Uran-235 so gering geworden, dass die natürlichen Kernreaktoren nach einigen hunderttausend Jahren Aktivität erloschen. Heute sind natürliche Kernreaktoren auf der Erde unmöglich. Alle bisher gefundenen Überreste solcher Kernreaktoren befinden sich in Gabun.

Ach ja, vergessen: Die Deutschen, die sich jetzt mit Jod-Tabletten eindecken oder Geigerzähler kaufen, weil sie Schiss vor der Radioaktivität in einem über 9000 Kilometer entfernten Land haben, sind einfach nur behämmert.

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89 Kommentare


Geschrieben am 21.3.2011 um 15:55 Uhr

Kategorie: Übersetzungen

Ja, ein strahlend schöner Tag ist heute. (In der Nacht hat dieser Spruch der Wettermaus ihrem Sender n-tv so gut gefallen, dass er die entsprechende Aufnahme der Wettervorhersage zweimal hintereinander zeigte.)

xkcd-Webcomic-Zeichner Randall Munroe hat in seinem Blag eine Übersicht über die Arten von Strahlenbelastung gepostet, die man sich aus verschiedenen Quellen einfangen kann.
Ich hab das gestern Abend mal schnell übersetzt:
20110321154708.png

Ich übernehme keine Verantwortung für Fehler. ^^

Und ich arbeite jetzt mal weiter am nächsten Update. ^^

Nachtrag: Natürlich dürft ihr das Bild (wie das Original auch) selbst ohne Beschränkungen weiter verbreiten. smile.gif

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