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Was verstehst du, im Sinne der momentanen Leitkultur-Debatte, unter deutscher Kultur, die es ja laut ausgewiesenen Experten im deutsch-sein wie Aydan Özoguz ("Eine spezifisch deutsche Kultur ist, jenseits der Sprache, schlicht nicht identifizierbar.") scheinbar gar nicht gibt/geben darf?
Ich hatte schon mal gesagt, dass sich die Frage SO gar nicht beantworten lässt. Eine Kultur existiert nicht im Vakuum. Man kann zwar gewisse Grundbestandteile benennen, aber erst im Vergleich mit anderen Kulturen kristallisieren sich viele Merkmale heraus, die zwar für sich genommen auch in vielen anderen Kulturen auftreten, aber im Zusammenspiel dann eben doch eine recht spezielle Kombination ergeben, die spezifisch für diese Kultur ist, wie ein Fingerabdruck.
Man kann im Groben sagen, dass in der deutschen Kultur z.B. Kants kategorischer Imperativ durchaus tief verankert ist. Das für sich ist nicht speziell deutsch. Das bdeutet aber trotzdem, dass sich Leute aus anderen Kulturen an uns anpassen müssen (nicht unbedingt aus Frankreich oder Schweden, aber eben eher aus Afghanistan oder Marokko), wenn in deren Kulturen eher verbreitet ist, dass man versucht, sich gegenseitig zu übervorteilen, bis eine Seite klar sagt: JETZT REICHT'S, HÖR AUF ODER ES GIBT WAS AUF DIE FRESSE!
In Deutschland ist auch der Umgang mit Angriffen auf die persönliche Ehre anders als in z.B. mediterranen Kulturen. Erstens sehen wir in Deutschland das weniger als Angriff auf die ganze Familie, zweitens gilt es bei uns (wie auch in England oder in den nordeuropäischen Ländern) eher als uncool, jähzornig zu werden. Bewundert wird derjenige, der einen kühlen Kopf bewahrt und sich nicht anmerken lässt, ob und wie tief er getroffen ist. In den besagten anderen Kulturen gilt man als Schwächling, wenn man nicht sofort die Keule rausholt und dem Schmähenden damit droht, ihm und seiner Familie die Scheiße rauszuprügeln. In der Hinsicht sind uns ostasiatische Kulturen etwas ähnlicher als geografisch näher liegende.
Ein weiterer Punkt ist etwa, dass die deutsche Kultur sehr stark an das Prinzip "Wenn du was haben willst, musst du etwas dafür tun" glaubt. Uns wird schon mit Märchen wie vom Schlaraffenland eingebläut, dass Müßiggang nicht gut ist und man sich Dinge verdienen muss. Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Es ist der Glaube an die Verantwortung für das eigene Schicksal. Auch das ist in vielen anderen Kulturen anders. In Indien z.B. ist durch das Kastenwesen der Glaube viel verbreiteter, dass das Schicksal von oben vorherbestimmt ist und durch die Geburt bereits festgelegt wurde. Wer arm ist, ist halt dazu vorherbestimmt, arm zu sein, deswegen arrangiert er sich viel leichter damit. Viele männliche türkische und arabische Jugendliche hierzulande sind der Meinung, sie wären unterdrückte Opfer der Ungläubigen und die Gesellschaft würde ihnen diesen Wohlstand schulden, den sie bei anderen sehen. (Dieser Opfergedanke ist gerade in islamisch-patriarchalischen Kulturen sehr verbreitet.)
Das sind nur drei Beispiele, in denen sich die deutsche Kultur von anderen unterscheiden kann. Natürlich sind das keine hinreichenden Merkmale, um die deutsche Kultur zu definieren, denn viele andere Kulturen haben diese Merkmale auch. Aber dennoch sind dies einige Punkte, in denen Neuankömmlinge sich (unter anderem) anpassen müssen, wenn sie es aus ihrer eigenen Kultur anders kennen.
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Was denkst du eigentlich zu dem Thema Xavier Naidoo und seinem neuen Song? Ist es wirklich so dramatisch oder ist es einfach nur schlecht gemachte Kritik am System?
Ich hab auf Youtube grade ein Video gesehen (https://www.youtube.com/watch?v=kSQx9eMmHHA), in dem es um Naidoo und die Presse ging, in einem Artikel wurde wohl ziemlich unreflektiert zu dem Thema geschrieben. In den Kommentaren gehts jetzt natürlich rund, ein Haufen Naidoo-Fans lässt sich darüber aus, dass man den Kanal ja nicht mehr abonnieren kann, wenn die sich so linksversifft geben...
Ich hab das Lied nicht angehört und nur den Text gelesen (weil ich von Liedern Xavier "Jammerlappen" Naidoo generell die Krätze krieg), aber ich wundere mich auch ein bisschen darüber, dass man da jetzt so einen Aufriss macht.
Ich hab keinen Zweifel darüber, dass der Mann nach rechts tendiert, wenn er bei Reichsbürgern auftritt und im Text ernsthaft diese Pizzagate-Sache erwähnt, und das entbehrt zwar nicht einer gewissen Ironie, aber das ist für sich ja noch kein Verbrechen.
Im Prinzip ist das Lied ein lahmes Produkt der "Wake up, Sheeple!"-Bewegung, und ich wundere mich ein bisschen, wie sicher sich einige Kommentatoren sind, dass mit den Puppenspielern unbedingt die Juden gemeint wären. Aus dem Lied geht das ja gar nicht hervor (es sei denn, da laufen im Musikvideo dauernd Rabbis durchs Bild; ich hab es nicht gesehen, daher weiß ich es nicht).
Sollte man vll. mal als Dialog durchspielen:
A: "Der meint mit 'Puppenspieler' die Juden!"
B: "Woher weißt du, wen er damit konkret meint, das steht doch gar nicht im Text?"
A: "Na wer sind denn sonst die Drahtzieher in der Welt?!"
B: "Äh... Bist du sicher, dass ER der Antisemit ist?"

Ansonsten ist das Lied eben Ausdruck einer Unzufriedenheit mit Politikern, die nicht die Interessen des Volkes vertreten, und da fehlt mir irgendwie die Einsicht, dass das etwas spezifisch Rechtes oder auch nur Radikales wäre, zumal ja oppositionelle Politiker den Mitgliedern der Regierungskoalition auch dauernd vorwerfen, Klientelpolitik zu betreiben und das Volk zu verscheißern.
Einen gewalttätigen Unterton kann man nicht abstreiten, aber schön verpackt in Metaphern. Das ist aber auch nichts spezifisch Rechtsradikales; der Gedanke an die Revolution gegen das Schweinesystem gibt auch heute noch allerlei Ganzlinken eine Erektion. Wie ernst man so was nehmen muss, ist dann allerdings auch ne andere Frage.
Vom Text her mag ich das Lied nicht und find den Texter doof, aber ich seh darin jetzt auch keine eindeutig rechtsradikale Propaganda, die verboten werden müsste.
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Heyho lieber Herrscher über alles erdliche Leben,
Wie stehst du eigentlich zur Debatte, ob eine Frau zum neuen Doctor in Doctor Who wird?
MfG TrashTalker_sXe
Ich bin da sehr skeptisch. Es macht auf mich eher den Eindruck, dass man das fordert, um zu signalisieren, wie fortschrittlich man ist, und nicht etwa, weil es so gut zu dem Charakter passen würde.
Doctor Who hat derzeit eh ein Problem, was die Qualität der Drehbücher und der Charakterisierungen angeht.
Selbst mit neuem Showrunner hab ich ein paar Bedenken, ob sie es schaffen würden, einen weiblichen Doctor so zu schreiben, dass der Charakter nicht in irgendwelchen Klischees versinken würde.
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Was würdest du von der wiederbewaffnung des Volkes halten? Also die Lockerung der Waffengesetze wie in den USA.
Nicht so viel.
Es sollte schon wie in Deutschland ein paar Voraussetzungen geben, damit man eine Waffe führen darf. Dass in den USA die NRA sogar dagegen protestiert, dass man das Recht auf Waffenbesitz für Geisteskranke einschränken will, ist da einfach absurd.
Ich denke, viele Schussverletzungen in den USA kommen auch einfach durch Unfälle und erhitzte Gemüter und wären leicht zu vermeiden, wenn eben nicht jeder Hinz und Kunz einfach so eine Wumme schussbereit in Griffweite hätte.
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Wieviele Geschlechter gibt es?
3.
Männlich, weiblich, Apache-Kampfhubschrauber.
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#43568
Was heißt denn hier Schreck?!? Die Löhrmann war das Schreckgespenst schlechthin und die ist nun weg smile.gif
Ich mein doch den Schrecken bei den Grünen.
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Warum kann ich im Forum meinen YouTube Channel nicht eingeben? Ich bin da nicht als USER sondern als CHANNEL angelegt. Vorgeben ist aber anscheinend USER, weshalb das nicht funktioniert. Vielleicht, wenn Du mal Zeit und Lust hast, kannst Du ja eine Auswahlmöglichkeit dafür anbieten? Im Voraus schon mal vielen Dank!
Ich hab grad mal ein zusätzliches Feld dafür angelegt, hoffentlich klappt's jetzt. smile.gif
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Verfolgst du die Landtagswahl in NRW, obwohl es nicht dein Bundesland ist? Ich war auch nicht wahlberechtigt, aber die langen Gesichter der Grünen sind es wert, mal den TV anzuschalten. biggrin.gif
Üblicherweise schon. Ich hab mich allerdings am Nachmittag für ein Nickerchen hingelegt und bin erst nach 21 Uhr wieder aufgewacht, also hab ich den ersten Schrecken schon verpasst. biggrin.gif
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Ich habe das Gefühl, in den letzten beiden Jahren auf der Videoseite Youtube in einer Feedbackschleife gehalten zu werden und nur noch Vorschläge zu Videos von Kanälen zu bekommen, die ich ohnehin ansehe (und zum Großteil auch schon gesehen habe). Selbst wenn ich dran denke, mal wieder die Cookies rauszuwerfen, habe ich nach einer halben Woche wieder das selbe Elend vor mir.

Mal davon abgesehen, daß es mir die Lust auf die Seite raubt, und nächtelange Entdeckungsreisen von einem Video zum nächsten wie früher heute nur noch im Kreisverkehr möglich wären; was genau versprechen sich die Entwickler dieser und vergleichbarer Seiten davon, das in dieser Form einzurichten?
Das ist gar nicht bewusst so gewollt.
Die Seiten wollen natürlich, dass du dir möglichst viele Videos (und die Werbung dazu) anguckst. Um das zu schaffen, wollen sie dir Sachen empfehlen, die du vermutlich mögen würdest. Was würdest du mögen? Vermutlich so was ähnliches wie das, was du dir eh schon anguckst. (Für andere Interessen haben die Seiten ja keine Anhaltspunkte.) Also werden dir Videos und Kanäle angeboten, die so ähnlich sind; oder genauer: Videos und Kanäle, die von vielen anderen Leuten angeguckt, bewertet oder abonniert wurden, die auch die Videos und Kanäle angeguckt, bewertet oder abonniert haben, die du selbst geguckt/abonniert hast. Da sind die Chancen natürlich groß, dass du die schon kennst, weil die dir halt immer angezeigt werden. Für neue oder unbekanntere Kanäle wiederum gibt's nicht genug Daten, die sie mit deinen Sehgewohnheiten ausreichend verbinden würden, deswegen werden die dir nicht empfohlen.
Dass das durchaus ein Problem ist, weiß auch Youtube, deswegen ändern sie immer mal wieder die Empfehlungsalgorithmen, gerade auch um Newcomern eine bessere Sichtbarkeit zu gewähren, sobald deren Videos eine gewisse Anzahl von Views überschritten haben. Das führt dann wiederum oft zu Gejammer bei größeren Youtube-Kanälen, die feststellen, dass ihre Videos nicht mehr ganz so häufig empfohlen und somit angeklickt werden.

Falls du eine tolle Idee hast, wie das Dilemma beseitigt werden könnte, würde ich sie gern lesen... und dann an Google verkaufen. 07baa27a.gif

(Auf Klopfers Web sind die Empfehlungen für ältere Texte etc. zufällig ausgewählt. Ich könnte natürlich auch versuchen, die bisherigen Favoriten zu analysieren und daraus Empfehlungen abzuleiten, die treffender wären, aber das ist mir erstens zu anstrengend und zweitens wird diese Favoritenfunktion außer bei LmD nicht sehr ausgiebig benutzt.)
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#43555
Man kann schon ein bisschen was tun. Den eigenen Binnenmarkt stärken kann ausgleichend bis stabilisierend wirken. Es bleibt dann mehr Geld im eigenen Land, es muss nicht mehr so viel importiert werden. Das macht einen etwas robuster gegenüber Kursschwankungen der eigenen Währung.
Ja, man holt damit erstmal keine Devisen ins Land, man verhindert aber vielleicht, dass welche Abwandern. Es ist kein Allheilmittel, aber eine ergänzende Möglichkeit. Man kann Einnahmen erhöhen oder Ausgaben verringern, im Idealfall macht man beides.
Man schafft so auch eine Reihe von Jobs, die im ersten Schritt stabil bleiben, auch wenn Exporte zurückgehen.

Im zweiten Schritt muss man einen Export aufbauen, der vielfältiger ist als nur einen Rohstoff zu beeinhalten. Hat man eie gute Binnennachfrage generiert, könnte man schauen, welche der eigenen Produkte in Nachbarländern (mit einer ähnlichen Alltagskultur) gut gehen könnten und gezielt den Export dieser Produkte anstoßen.

Im dritten Schritt Lokale Eigenheiten zur Marke machen. In praktisch allen menschlichen Kulturen gibt es Köche, Schreiner und Töpfer, die sich also um Essen, Aufbewahrung und Möbel kümmern. Über die Jahrhunderte haben sich vielleicht kulturelle Eigenheiten herausgebildet, die man exportieren kann. Gerichte, Vasen, Möbelstücke. Vorteile herausstellen, warum macht die Kultur das so und so und dann in den Export gehen.

Im vierten Schritt baut man die kulturellen Besonderheiten zu Tourismusfaktoren aus. Tourimus ist kein gutes Standbein, zu sehr schwankt der, ist stimmungsabhängig, eine Bombe am falschen Ort und alles geht den Bach runter... aber er ist ein gutes Zuverdienst und Touristen verbreiten die Verwendung heimischer Zutaten, Gerichte und andere Errungenschaften in ihren Heimatländern, das wiederum kann sich positiv auf den Export auswirken.
Das mit der Binnennachfrage ist zwar an sich richtig, gilt aber auch bloß, wenn die Binnennachfrage eben auch zu einem beträchtlichen Teil durch heimische Erzeugnisse gedeckt werden kann. Das zwar ja z.B. auch ein Problem in der DDR: Die Binnennachfrage war riesig und konnte kaum gedeckt werden, aber das beinhaltete zum Beispiel auch Kaffee und Kakao, für deren Import dann auch wieder Devisen notwendig waren, und um die zu erwirtschaften, mussten Waren exportiert werden. (Das sorgte dann dafür, dass die DDR den Anbau von Kaffee in Vietnam sponserte, um den dann später billiger importieren zu können, weil sie das nicht in Dollar hätten bezahlen müssen. Bevor das jedoch Früchte trug, ist die DDR untergegangen; Vietnam allerdings ist durch diese Investition der zweitgrößte Kaffee-Exporteur der Welt geworden.)

Das mit den lokalen Eigenheiten zur Marke machen - das funktioniert eben auch nur sehr sehr begrenzt. Bei Champagner geht's, weil da ein über Jahrhunderte gepflegtes Image hinter dem Namen selbst steht, aber schon bei Gerichten hast du meistens Pech, weil die Leute dann doch meistens schon zufrieden sind, wenn sie das kriegen, was wie das Original aussieht und schmeckt, auch wenn es nicht so heißt: Kein China-Restaurant in Deutschland bezahlt China irgendetwas, um Peking-Ente zuzubereiten. Gleiches natürlich mit Vasen und Möbelstücken. Ich glaube, selbst italienische Restaurants in Europa bestellen sich ihre Einrichtung im italienischen Stil in China. Ich sehe da ehrlich gesagt auch für Venezuela keine großen Chancen, irgendwelche lokalen Eigenheiten zu einem großen Exportschlager zu machen, außer eben vll. durch Export der Rohstoffe.

Tourismus ist für Venezuela immer wichtiger, aber das ist eben auch gerade bei instabilen politischen Verhältnissen sehr wackelig. Insofern ist das natürlich etwas, was man gerade in einer Krise nicht wirklich aufbauen kann.
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Was hältst du von der Leitkultur-Diskussion? Ist "deutsche Leitkultur" nicht einfach "am deutschen Wesen soll die Welt genesen"?
Nein, das ist ne blödsinnige Unterstellung, zumal das ja um das Leben hier in Deutschland geht. Keiner will einem Bolivianer in Bolivien die deutsche Kultur aufdrängen.
Jeder Expat erzählt einem freimütig davon, dass in seinem neuen Land eine ganze Lebenskultur als daheim herrscht und man erst mal einen Kulturschock überwinden muss, aber sich dann anpasst, um sich zu integrieren. Und keiner keucht dann entsetzt: "Oh Gott, der/die hat gesagt, dass es da anders ist als bei uns! NAZISCHWEIN!"
Natürlich haben wir andere Lebenseinstellungen als in anderen Ländern. Das ist doch normal, und es ist auch normal, dass man da eine gewisse Anpassung von Neuankömmlingen erwartet. Zu glauben, dass es für Integration reichen würde, einfach einen Job zu haben und für seinen Lebensunterhalt sorgen zu können, das hat doch schon bei den türkischen Gastarbeitern nicht geklappt. Man kann niemanden integrieren, wenn man leugnet, dass es ein Integrationsziel gibt.
Das heißt ja nun auch nicht, dass man jede Eigenheit aus seinem Heimatland ablegen muss. In den USA sind jede Menge Menschen immer noch stolz auf ihre Abstammung aus Deutschland, Italien, Polen, Japan und so weiter, fühlen sich aber gleichzeitig als Amerikaner und identifizieren sich mit den Werten und der Lebensart, die in ihrer Region bestimmend sind. Man mag darüber streiten, ob die USA eher ein Schmelztiegel oder doch eher eine Salatschüssel sind (das war mal Thema in meinem Englisch-LK XD), aber es ist dort ganz selbstverständlich: Wenn man dauerhaft in den USA leben will, muss man sich auf die Kultur dort einlassen, insbesondere, wenn man dann auch noch Bürger werden will. In anderen Ländern ist es genauso. Das finde ich normal, und ich krieg die Krätze, wenn hier so ein Fass aufgemacht wird, obwohl gerade mit dem Verleugnen von so etwas wie einer eigenen deutschen Identität und Lebensart Integration behindert wird.
Und wir brauchen eine gemeinsame Identität und eine gemeinsame Verbundenheit, weil wir uns nun mal als eine Gemeinschaft fühlen müssen, wenn wir wollen, dass wir weiterhin solidarisch füreinander sorgen können. Ein Sozialstaat, wie wir ihn haben, ist schlicht und einfach nicht denkbar, wenn die Bevölkerung aus zu vielen Gruppen besteht, die nichts verbindet, denn keine Gruppe lässt sich dann davon überzeugen, dass sie für die andere Gruppe solidarisch einstehen sollte. Die Anfänge sehen wir doch auch schon, wenn Leute murren, dass andere Gruppen (etwa Migranten) vom Staat z.B. bei der Wohnungssuche mehr unterstützt werden würden, als es die einheimischen Bedürftigen werden. Das klingt zwar nicht so schön utopisch, wie sich das viele Sozialdemokraten, Linke und Grüne vorstellen, dass doch alle Menschen im Prinzip alle gleich wären und jeder total bereit wäre, für einen Fremden dasselbe zu tun wie für ein Mitglied der eigenen Gruppe, aber das ist nun mal illusorisch. Man muss ja auch mit den Menschen arbeiten, die man hat, nicht mit denen, die man gerne hätte (zumal viele der gleichen Sozis, Linken und Grünen ja auch ein ausgeprägtes Gruppendenken haben).
Ich find's auch bescheuert, wenn sich Leute (wie der Lindner von der FDP) hinstellen und erzählen, unsere Leitkultur wäre das Grundgesetz. Ehrlich? Ist es tatsächlich unsere Leitkultur, dass ein Gemeinsamer Ausschuss von Bundestag und Bundesrat zu zwei Dritteln aus Bundestagsabgeordneten und einem Drittel aus Bundesratsabgeordneten besteht? Das Grundgesetz hat am Anfang zwar ein paar Grundrechte aufgelistet (nebst Kleingedrucktem), aber ist ansonsten doch nur eine Bedienungsanleitung für die Organisation unseres Staates. Das klingt zwar groß, wenn man erzählt, dass das Grundgesetz die Essenz unserer Kultur wäre, aber bei näherem Hingucken ist das eine Plattitüde ohne viel Substanz.
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Dein Urteil über von der Leyen als Kriegsminister?
Mir fällt jetzt nichts ein, was sie da Positives erreicht hätte. Am Anfang machte sie ein bisschen Wirbel mit der Idee, dass für die Bundeswehr Kindergartenplätze am wichtigsten wären. Dann hat sie das G36 reif für die Müllkippe erklärt, obwohl es funktionierte wie bestellt und die angeblichen Mängel nie im Einsatz aufgefallen sind, was im Endeffekt bedeutet, dass die Ausmusterung und Neubeschaffung einer anderen Waffe Unsummen kostet. Bei nötigen Veränderungen (etwa bei der Toleranz für fiese "Aufnahmerituale" in der Bundeswehr oder gelegentlicher Nazi-Umtriebe) zeigt sie nicht das nötige Fingerspitzengefühl. Ich hab ja den Verdacht, dass Merkel die Uschi auf den Posten gesetzt hat, weil sie wusste, dass die meisten Emporkömmlinge den Posten nicht unbeschadet überstehen, spätestens seit Rudolf Scharping.
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http://de.webfail.com/7e5353a2c69

Guck man, sogar für Germanisten wie dich gibt's Arbeit. Scnr.
ko.gif Vermutlich würde ich da sogar mehr verdienen als jetzt...
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Ich weiß nicht ob du das schon gesehen hast, aber die Tagesschau hat gerade einen Artikel online gestellt, in dem angeprangert wird, dass Schulz keine Inhalte hat... fühlst du dich da nicht irgendwie auf den Arm genommen, da du ja schon von Anfang an genau das moniert hast?
Ich war ja nicht der Einzige, der das angeprangert hat, es gab ja auch in diversen Printmedien zu der Zeit ein paar kritische Wortmeldungen, die sich über die Inhaltsleere von Schulz' Reden wunderten. Aber schön, wenn das immer mehr um sich greift, vielleicht fordert ihn das heraus, mal tatsächlich Substanz in seine Aussagen zu legen.
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#43557
Also bei mir lädt die Seite jetzt ewig und Abstimmungsbuttons tauchen trotzdem keine auf. Strg+F5 hat auch nicht geholfen.
Wenn die Seite länger lädt, liegt's nicht an den Änderungen.
Die Abstimmungsbuttons werden Gästen nicht mehr angezeigt; sie können schließlich auch nicht abstimmen.
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#43526

Hätte noch eine Ergänzung bzw. Meinung/These dazu:

Provokative Aussage:
"Das Christentum wurde als Instrument der Herrschenden gegenüber den Beherrschten entwickelt und angepasst."

Das geht z.B. schon bei den Essensgeboten los (denen Jesus gefolgt sein dürfte) über das "Gottesgnadentum" worauf sich viele Herrscher berufen haben bis zu den kleinen Modifikationen die "Gläubigen" erlauben ihren Glauben ohne große Einschränkungen auszuüben vgl. "flüssiges Brot" oder Einstufung des Bibers als Fisch ;-).

Würde sagen, dass ging schon mit Konstantin der Große los, wo gezielt ausgewählt wurde was von den ganzen Überlieferungen gelten soll z.B. wurden die Speisevorschriften im Ersten Konzil von Nicäa aufgehoben....
D.h. es hat durchaus einen Grund, warum gerade das Christentum sich so weit verbreitet hat....meine Meinung....nur mal blöde gefragt, was ist davon noch ursprünglich bzw. war es das jemals da z.B. die Evangelien auch 70 Jahre nach der ganzen Sache verfasst wurden und ich würde mich schwer täuschen, wenn da das alles nicht auch schon ein wenig modifiziert bzw. wenn man es nett ausdrückt interpretiert worden wäre....Jesus hat sporadisch durchaus mal Rot gesehen...z.B. Geldwechsler im Tempel und ist auch handgreiflich geworden....d.h. der war an und zu auch radikal....

bombjack
Dass es später zwischen dem Christentum und den Mächtigen gewisse gegenseitige Rückkopplungen gab (gerade als die Kirche auch weltliche Macht anhäufte), lässt sich nicht bestreiten, aber es war bestimmt am Anfang nicht so angelegt. Das Urchristentum war ja bis zur Zerstörung des Jerusalemer Tempels noch recht eng mit dem Judentum verbunden und eine Sekte unter vielen. Dass sich bald nach Jesu Tod ein Streit entwickelte, wie man mit Heidenchristen umgehen sollte und ob diese sich den jüdischen Ritualen unterwerfen sollten, war bestimmt auch dem Umstand geschuldet, dass man in der Öffnung gegenüber Nichtjuden eine Chance sah, die eigene Anhängerzahl und somit die Bedeutung zu verstärken. Gewisse redaktionelle Änderungen in den Erzählungen über Jesus, die ihn als Erfüllung jüdischer Prophezeiungen darstellen sollten, waren hingegen wohl auch vorgenommen worden, um unter den Juden Anhänger zu finden.
Es war aber sicherlich ein recht glücklicher Zufall, dass sie so weit an Einfluss gewannen, dass sie schließlich ins Umfeld von Konstantin gelangten und somit auch Einfluss auf ihn nehmen konnten, was schließlich immer mehr dazu führte, dass das Christentum auch politische Macht gewann und seinerseits auch die Macht anderer legitimierte. Dass Herrscher ihre Macht Gottes Gnaden verdankten, war schon lange verbreitet, und je mehr sich das Christentum verbreitete, desto wichtiger wurde es für Herrscher, als vom christlichen Gott legitimiert zu gelten. Und natürlich konnte das Christentum seine Anhänger auch gut in ihrer jeweiligen Schicht halten, indem es die Gesellschaftsordnung als gottgewollt und unveränderlich darstellte, was dem Adel auch wieder zugute kam. Da haben sich also mit Adel und Klerus zwei gesucht und gefunden (trotz allerlei Konflikten), auch wenn beide nicht wirklich geschaffen wurden, um einander nützlich zu sein. Hat ja auch geholfen, Abspaltungen des Christentums zumindest ein bisschen in Schach zu halten; die Arianer hätten ohne die Unterstützung der Mächtigen wohl nicht so einfach ausgerottet werden können.
Im Prinzip hätte es aber auch eine andere Religion sein können (abgesehen vom Judentum, welches nicht missioniert und sich somit fast nur durch Sex und Zellteilung vermehrt). Beim Islam sind politische und weltliche Macht auch noch miteinander vereint; das war ja beim Christentum nicht so und sorgte auch häufiger mal für Reibereien zwischen Papst und Kaiser.
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Hast du mal von Republica gehört was hältst du davon
Du meinst diese Re:publica-Konferenz?
Ich hab den Sinn nicht so recht verstanden. Ein paar interessante Fachvorträge gehen in einer Menge anderer Präsentationen unter, die von "Ich erkläre euch, wie ich mir die Welt vorstelle" bis zu "Wir drei auf der Bühne machen jetzt mal ein Kreiswichsen, weil wir uns für unheimlich wichtig und schlau halten" reichen. Das ist eine Beliebigkeit, die ins Belanglose abgleitet. Wem bringt jetzt tatsächlich ein Vortrag wie "Funktioniert Ficken für den Weltfrieden?" oder "Meeting in Virtual Reality"? Brauchen wir wirklich noch eine Plattform, auf der Sascha Lobo tun kann, als hätte er den Durchblick, auch wenn er meistens nicht viel mehr als Dampfplauderei betreibt?
Und was soll diese Hippieparolen? "Love out Loud"? Was'n das für ein Stuss? Wenn ich Sailor-Moon-Plattitüden hören will, guck ich mir Sailor Moon an, aber in der realen Welt funktioniert "Wir sollten uns einfach alle liebhaben" nicht, weil das keinen der Gründe ausräumt, wieso wir uns nicht einfach alle liebhaben.
Keine Ahnung. Vielleicht bin ich auch einfach nur zu sehr Zyniker, um den Sinn solcher Veranstaltungen zu kapieren, aber ich würd mir eher eine TED-Veranstaltung anschauen als Geld für ein Re:publica-Ticket auszugeben.
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Wie schätzt du den gegenwärtigen Zustand des deutschen Journalimus ein?
Nicht so gut, was den allgemeinen und den Nachrichtenjournalismus angeht. Viele deutsche Journalisten haben es sich zur Gewohnheit gemacht, Aktivisten zu sein, die Meinung des Publikums in bestimmte, als wünschenswert gesehene Richtung zu lenken und dabei auch noch etwas zu kuschelig mit den Mächtigen zu sein, falls diese zufällig ideologisch auf der gleichen Linie sein sollten.
Ein guter Journalist sollte sich mit keiner Sache (auch keiner guten) wirklich gemein machen, er sollte Informationen/Skandale/versteckte Probleme suchen, sammeln und für sein Publikum aufbereiten, wobei er natürlich Missstände entlarven kann und soll. Aber es hapert heutzutage sehr daran. Bei wie vielen komplexen Themen nehmen sich Journalisten heute noch die Zeit, mal etwas zu erklären, als einfach die Agenturmeldung umzuschreiben und in die Zeitung zu klatschen? Wie oft besteht das Geschreibsel von Journalisten aus "Mimimi, die sind so gemein zu uns und vertrauen uns nicht mehr und wir hassen das Internet und alles da ist doof, brutal und gefährlich, räbääääh!"? Wie oft wird mit billigsten Emotionen gearbeitet? Anstatt Sachen wirklich umfassend zu beleuchten, wird dann einfach ein kulleräugiges Kind oder eine alte Omi genommen, und wer dagegen ist, der ist ein Bösewicht. (Wie bei der Omi, die über Nazi-Schmierereien drübermalt und deswegen wegen Sachbeschädigung belangt wird. Mag ja sein, dass sie es gut meint, aber leichter macht sie die Beseitigung der Schmierereien nicht.)
Ich hab auch das Gefühl, viele Journalisten sehen sich selbst als beste Experten oder holen sich einfach irgendwelche Leute als Pseudo-Experten ran, die ihren eigenen Ansichten entsprechen. Manchmal wird auch einfach irgendein Scheiß abgeschrieben und mit "Experten sagen" getarnt. Harmloses Beispiel aus diesem Text:
Daher spekulieren Rüstungsexperten, ob der Shuttle als Aufklärungsgerät, zur Reparatur, zum Transport oder gar zum Kapern von Satelliten oder eher als unbemannter Kampfbomber dienen soll, der vom Weltall aus zuschlagen könnte.
Jeder, der das Ding für einen Kampfbomber hält, ist ein Vollidiot und kein Experte.

Was haben uns Journalisten nicht auch alles für Unsinn erzählt über die angeblich milliardenschwere Kinderpornoindustrie, über die angebliche Beeinflussung von Wahlen durch Hate-Speech, über angeblich komplett terroristenfreie Flüchtlingsströme, über Assads angeblichen Giftgasangriff kürzlich, obwohl es überhaupt keinen Sinn für Assad machte, den zu dieser Zeit zu befehlen, über Google Streetview und über allerlei Tricks der Lebensmittelindustrie, die gar keine sind. Wir haben Märchen gehört über die Gefahren von Computerspielen, ebenso über Comics und Pornos, wir hören immer noch Märchen über den Gender Pay Gap. Der Journalismus muss sich wirklich erst mal wieder am Riemen reißen.
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Kommt es mir nur so vor oder reagieren die Abstimmungs-Buttons in der Link- und Lichtbilddeponie manchmal nicht korrekt? Muss ab und zu mehrmals draufdrücken, bis was sichtbar wird.

Leviathan
Ja, das liegt daran, dass den Buttons erst eine Funktion zugewiesen wird, wenn die Seite komplett geladen wurde.
Ich hab es jetzt so geändert, dass die Buttons auch erst dann sichtbar werden (vll. muss man dafür die Seite mit Strg+F5 komplett neu laden), das sollte weniger verwirrend sein. ^^
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Link zu Tagesschau.de

Ich bin ja der Meinung, man hätte ihn hängen sollen, eine Frechheit, was er sich leistet, also wirklich.

Welches Strafmaß hältst du für angemessen?
Ist ja großzügig, dass sie ihm die Steinigung ersparen. tozey.gif
Aber auch schön, wie einige in den Kommentaren dann auf diese Anzeige gegen Stephen Fry wegen Blasphemie verweisen, weil das ja auch sooo vergleichbar ist. (Und Stephen Fry wird nicht mal angeklagt, weil die irische Polizei nicht genug Leute gefunden hat, die sich tatsächlich angepisst fühlen. Wohlgemerkt: Ich halte alle Blasphemiegesetze, ob in Irland oder in Deutschland, für unsinnig und plädiere für eine Abschaffung, aber dass man in islamischen Ländern doch deutlich größeren Gefahren ausgesetzt ist, wenn man was vermeintlich Religionskritisches sagt, sollte wohl offensichtlich sein.)
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In Venezuela sind die Menschen gerade dazu verurteilt, Rattenköttel zu essen (wenn gerade keine Ratte zu finden ist). Glaubst du, dass nun auch bei der letzten roten Socke ankommt, dass der Sozialismus nicht funktioniert, nicht funktioniert hat und nie funktionieren wird?
Nein, weil der Kern des Problems in Venezuela gar nicht der Sozialismus ist, sondern die starke Abhängigkeit der staatlichen Einnahmen vom Erdöl und somit dem Erdölpreis. Soweit ich weiß, hängen über 90% der Staatseinnahmen am Erdöl.
Solange der Erdölpreis hoch war, ging es den Venezolanern ja gar nicht so schlecht in ihrem Sozialismus. Der hatte immerhin dafür gesorgt, dass die Einnahmen aus den natürlichen Ressourcen des Landes einer breiteren Gesellschaftsschicht zugute kommen, etwa durch günstige Energiekosten, kostenlose Krankenversorgung etc. Die Armut ist ja in der Zeit auch stark gesunken, weil durch die sozialistische Verteilung alle davon profitierten, wenn die Öl-Einnahmen sprudelten.
Natürlich hat die staatliche Einmischung in die Wirtschaft ausländische Investitionen und inländische Initiative stark gelähmt, das ist gar nicht zu bestreiten. Allerdings wäre die Krise jetzt auch nicht zu verhindern gewesen, eben durch diese Abhängigkeit vom Erdöl und seinem Preis auf dem Weltmarkt, die dafür sorgte, dass der Rest der Wirtschaft relativ unbedeutend ist. Eine beschlagnahmte Spielzeugfabrik oder eine enteignete Autofabrik ist für die betroffenen Unternehmen sehr mies, aber insgesamt für die venezolanische Wirtschaftskraft eher eine Randnotiz.
Venezuela hat seit Ewigkeiten dieses Abhängigkeitsproblem. Die restlichen Wirtschaftszweige sind eher schwach ausgeprägt, gerade die Landwirtschaft, die eigentlich gefördert werden sollte, ist sehr schwach, alles hängt am Öl. Schon in den frühen 80er Jahren hatte Venezuela das gleiche Problem wie jetzt: Der Erdölpreis sank, die Einnahmen brachen ein, die Korruption stieg extrem an, die Kriminalität stieg, die Leute litten wirtschaftliche Not, es gab Unruhen und Umsturzversuche. Und das war unter einer zunächst christdemokratischen und dann sozialdemokratischen Regierung.
In einer freien Marktwirtschaft wäre die jetzige Situation wohl ebenfalls eingetreten, und zwar aus einem simplen Grund: In einer freien Marktwirtschaft kumulieren sich Investitionen dort, wo die Investoren glauben, dass sich diese Investitionen am schnellsten amortisieren würden. Das wäre also auch fast alles in die Ölwirtschaft geflossen, weil niemand geahnt hatte, dass der Ölpreis so extrem abschmieren würde, und hätte kaum dazu geführt, dass sich die venezolanische Wirtschaft diversifiziert. Ein Aufbau der Landwirtschaft z.B. wäre eine sehr langfristige Investition mit nicht allzu hohen Gewinnspannen, zudem gibt's da ja auch geografische Hindernisse.
Um langfristig lebensfähig zu sein, muss ein Land Handel mit der Welt treiben können, um Geld ins Land holen zu können. Mehr von anderen Ländern zu kaufen, als man selbst ins Ausland liefert, verringert auf Dauer das Kapital im Land. (Diese Diskussion hatten wir ja kürzlich mit dem Einfluss von Deutschlands Exportpolitik auf die Weltwirtschaft.) Eine Colafabrik in Caracas oder eine lokale Playboy-Ausgabe bringen Arbeitsplätze im Land, aber sie tun nicht viel dafür, Devisen reinzuholen. Daher tappen gerade rohstoffreiche Länder oft in die Falle und konzentrieren sich so sehr auf ihre Rohstoffe, werden aber umso brutaler gefickt, wenn der Rohstoffpreis abstürzt. Das ist auch für viele afrikanische Länder ein Problem, welches zu ihrer Armut beiträgt, ganz unabhängig vom Sozialismus. Auf der anderen Seite gibt's natürlich nicht so viel Wirtschaftszweige, wo man als Newcomer noch eine Chance hätte auf dem Weltmarkt. Maschinen, Autos, Chemie, Pharma, Textil - all diese Sachen sind von den großen Industrieländern oder den asiatischen Schwellenländern abgedeckt, und auch in der IT-Wirtschaft sind andere schon Lichtjahre weiter vorne, da stellt sich automatisch die Frage, wohin sich die venezolanische Wirtschaft orientieren sollte, wenn sie vom Erdöl weg und dabei aber trotzdem anderen Ländern was verkaufen will.
Das ist ein gigantisches Problem, und ich sehe ehrlich gesagt nicht, wie eine andere Regierung das hätte lösen können. Man kann den venezolanischen Sozialismus sicher ausgiebig kritisieren und viele Fehler ankreiden, aber den Großteil der jetzigen Situation hat der Ölpreisverfall gebracht und nicht die sozialistische Politik.
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#43543
Was würdest du denn kritisieren?
Die Drückerkolonnen sind so eine Sache. Außerdem die Ablehnung wissenschaftlicher Theorien wie etwa der Evolutionstheorie. Zudem finde ich es sehr kritikwürdig, dass Bluttransfusionen zur Lebensrettung so abgelehnt werden. Wenn Ärzte extra vor Gericht gehen müssen, um Kinder zu retten, weil deren Eltern aufgrund der Beeinflussung durch die religiöse Gemeinschaft Bluttransfusionen verbieten, dann sollte man sich schon fragen, ob die Prioritäten tatsächlich so richtig gesetzt sind. Ich weiß, dass die ZJ inzwischen akzeptieren, dass Gerichte dann im Allgemeinen für die Ärzte entscheiden, aber allein, dass so eine Auseinandersetzung nötig war, finde ich erschreckend.
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#43543
Ist es nicht vielmehr so, dass das Verbieten von Religionen und Weltanschauungen gleich welcher Art ein schwerer Schlag gegen Menschenrechte ist? Wie willst du also ein Islam Verbot begründen?
Menschenrechte sind nicht alle gleichwertig. Es kann sein, dass ein Menschenrecht gegenüber einem anderen zurücktreten muss. Man denke daran, dass das Recht auf Redefreiheit einem nicht erlaubt, in einem voll besetzten Kino "Feuer!" zu rufen, weil in der entstehenden Panik Menschen verletzt werden könnten, ihr Recht auf Unversehrtheit also berührt wird.
Jede Weltanschauung muss sich also gefallen lassen, daraufhin abgeklopft zu werden, ob ihre Ausübung negative Konsequenzen für die Gesellschaft als Ganzes haben könnte und wie wahrscheinlich das ist. Meine Ablehnung des Islams hab ich in #43095 schon mal begründet, und wer sich islamische Staaten anguckt und wie diese mit den Menschenrechten umgehen, der wird nicht viel finden, was einen starken Islam erstrebenswert macht, zumal der Islam ja von Geburt an politische Macht und Dominanz über Andersgläubige anstrebt. Die einzige Sache, die den Islam erträglich macht, ist die, dass ein Großteil der Moslems es mit dem Koran eigentlich auch nicht so ernst nimmt und ihn nicht mal wirklich kennt.
Das heißt nicht, dass ich persönlich den Islam tatsächlich grundsätzlich verbieten würde, weil ich es für sehr schwer halte, jemandem vorzuschreiben, woran er zu glauben hat oder nicht. Aber ich würde es nachvollziehen können, weil der Islam im Kern dem Faschismus gar nicht so unähnlich ist.
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Wenn ich auf einem fremden Profil rumlümmle, sehe ich meine aktuelle Punktzahl zweimal: Einmal an der normalen Stelle, einmal rechts oben in der Nähe des Scrollbalkens.

Leviathan
Argh, den Fehler hatte ich ganz vergessen! 154218d4.gif Danke für den Hinweis, ich denke, ich hab es jetzt gefixt.
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Wie findest du Kobayashi-san Chi no Maid Dragon? Falls unbekannt -> unbedingt mal reinschauen! biggrin.gif Gibts z.B. in der Crunchyroll-App auf Fire TV. Für mich einer der besten aktuellen Animes! adorableplz.gif
Ich werd mal reinschauen, danke für den Tipp! ^^
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Ist dir eigentlich klar, dass du mit der Link- und Lichtbild-Deponie die Fundsachen offiziell beerdigt hast? Warum sollte man dir noch Fundsachen zuschicken, wenn man es dort posten kann.
Um meine Kommentare dazu zu sehen oder damit es nicht automatisch irgendwann gelöscht wird? biggrin.gif
Natürlich ist mir klar, dass das Einfluss auf die Fundsachen hat. Der Bereich lief aber sowieso nicht ganz so rund, wie ich mir das vorstellte (was auch an mir liegt), und so viele Einsendungen gab es in den letzten Jahren ja auch nicht. Insofern ist die Beeinträchtigung der Fundsachen nicht so heftig, wie es auf den ersten Blick scheint.
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Kennst du eigentlich Pen&Paper-Rollenspiele und hast du sowas schonmal gemacht?

Also meine jetzt nicht Computerspiele auf der Basis von Pen&Paper-Rollenspielen, wie VtM-Bloodlines, sondern so richtig mit Würfeln, Zettel und Stift in einer Gruppe? biggrin.gif
Ich weiß, dass es so was gibt und hab auch schon mitgekriegt, wie Leute das spielen, aber es hat wenig Reiz für mich, weil ich generell eher ungern mit anderen Leuten spiele, insbesondere, wenn ich dabei vll. kreativ sein muss.
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Wenn man eine Kolumne liest und die Seite neu lädt, erhält man einen weiteren Punkt auf seinem Punktekonto gutgeschrieben. Das lässt sich vermutlich endlos wiederholen.
Was gedenkst du dagegen zu tun?
In gewisser Weise ist das ja gewollt, weil mehr Klicks auch wiederum Vorteile für mich haben. Ich werde beobachten, welche Auswirkungen es auf die Aktivierung von Premium-Probemitgliedschaften hat, und wenn das zu viel sein sollte, werde ich eine tägliche Maximum-Punktezahl bestimmen.
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Hier sehen wir einen mutigen Hasen vor zwei Hunden und mehreren Reitern fliehen.
Mehr als fliehen, offensichtlich hat Freund Mümmelmann Spaß daran die Verfolger zu deklassieren.
Ist jetz zugegeben keine Frage, aber ein einfacher Weg es dir zu teilen. zunge.gif
https://9gag.com/gag/aNAqmrA
War aber ganz schön knapp. puh.gif
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Wie lese ich ein Parteiprogramm? fragehasi.gif Ich meine, bei den Programmen sämtlicher Parteien wird einem ja das Blaue vom Himmel versprochen - wir fordern dies, wir fordern jenes, Gerechtigkeit, Arbeitsplätze, blabla. Klingt alles toll, aber bei allen gleich. Der Unterschied besteht ja darin, dass sie entweder unter etwas scheinbar gleich Klingendem jeweils ein völlig anderes Ergebnis verstehen (bspw. AfD zur "Stärkung von Familien" oder die Linke zur Geschlechter"gerechtigkeit") und/oder das gleiche Ergebnis durch völlig unterschiedliche Maßnahmen erreichen wollen. Wobei es in letzterem Fall wieder 2 Möglichkeiten gibt: entweder es führen tatsächlich mehrere Wege nach Rom oder einer hat recht und der andere keine Ahnung, nach dem Motto "das Gegenteil von gut ist gut gemeint" (Bsp.: Maas meint seine Maßnahmen gegen Hatespeech zwar gut, produziert aber nur Murks). Wie also differenzieren und zwischen den Zeilen lesen?
Das ist nicht so leicht. Man muss sich die Aussagen immer anschauen und sich vorstellen: "Was für einen Einfluss hat das auf die Bereiche, die gar nicht erwähnt werden?" Wenn die AfD davon schreibt, dass sich die staatliche Verwaltung nur auf eine Handvoll Ressorts beschränken soll, dann muss man überlegen, welche Sachen unter den Tisch fallen, zum Beispiel eben Umweltschutz, Gesundheitsversorgung, Bauvorschriften etc.
Wenn Geld versprochen wird für Renten, Arbeitslose etc., muss man sich anschauen, wo auf der anderen Seite Geld hereingeholt werden soll und wie realistisch das ist (ist z.B. eine deutlich höhere Besteuerung von Reichen möglich, ohne dass die einfach auswandern; die können sich das schließlich meist auch leisten?), oder inwieweit da überhaupt realistische Mehrheiten mit eventuellen Koalitionspartnern entstehen würden, um so etwas durchzusetzen. (Oft wird im Wahlkampf ja das Blaue vom Himmel versprochen, obwohl jeder weiß, dass das ohne eine absolute Mehrheit in Bund und Ländern illusorisch wäre.) Man kann sich auch fragen, ob die angesprochene Maßnahme selbst bei der Umsetzung überhaupt die Wirkung erzielen würde, die erwünscht wäre.
Es gibt keine Politik, die für alle nur gut ist und niemanden benachteiligt. Bei Investitionen und sonstigen Ausgaben muss irgendwer die Zeche zahlen, bei Sparmaßnahmen sind die betroffen, bei denen gespart wird.
Wenn überhaupt keine konkreten Maßnahmen und nur Allgemeinplätze ("Wir wollen das Bildungsniveau in Deutschland wieder steigern!", "Mehr Sicherheit für unsere Bürger!", "Wir unterstützen Familien!" und so weiter) genannt werden, sollte man sie am besten gleich mal streichen. Es ist nichtssagend, weil keine Partei angibt, für weniger Bildung und Sicherheit und Schlechterstellung von Familien zu sein. Das kann man also getrost ignorieren.
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http://www.tagesschau.de/ausland/schulz-343.html

Deine Meinung? Wirst du ihn wählen?
Nein, ich werde ihn nicht wählen. Ich weiß nicht, wieso ich ihn wählen sollte, alles an ihm schreit: "Ich bin ein Karrierist und am wichtigsten ist, dass meine Freunde und ich versorgt sind!" Ich nehm ihm das Mitgefühl für den einfachen Mann nicht ab. Das mag unfair ihm gegenüber sein, aber er wirkt einfach nicht aufrichtig.
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Was ist deine Meinung zum "March for Science" speziell in Bezug auf Deutschland?
Ich find's gut, wenn man für Wissenschaft eintritt. Auf der anderen Seite bin ich etwas irritiert, wenn Mitarbeiter der Humboldt-Universität in Berlin für Wissenschaft auf die Straße gehen, aber andererseits so eine Pseudo-Wissenschaft wie Gender Studies an der Uni problemlos toleriert wird. Die Unis müssen nicht nur Forderungen an die Politik und Gesellschaft stellen, sondern auch selbst gewisse Ansprüche an die Wissenschaftlichkeit erfüllen, und das sehe ich beim Gender-Studies-Lehrstuhl an der Humboldt-Uni oder beim esoterischen "Institut für transkulturelle Gesundheitswissenschaften" an der Viadrina in Frankfurt (Oder) nicht.
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http://m.spiegel.de/politik/ausland/a-1144145.html

Deine Meinung?
Es gibt sicherlich so einige Dinge, die man an den Zeugen Jehovas kritisieren kann, aber ein Verbot erscheint mir dann doch nicht angebracht, zumal sich die negativen Auswirkungen auf Nichtanhänger doch meist in Grenzen halten. Da wäre ein Islamverbot verständlicher für mich. kratz.gif
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#41839 Ich hol diese ältere Frage mal wieder hoch. Wenn du die Auswahl hättest, würdest du Bio-Lebensmittel kaufen, wenn sie genau so viel wie die normale Variante kosten würden, obwohl sie gleich schmecken und nicht gesünder sind? Oder unterstützt du aus Prinzip die Bio-Lobby nicht? biggrin.gif
Ich war letztens im Supermarkt in der bemerkenswerten Situation, dass die Bio-Zitronen (offenbar dauerhaft) den gleichen Preis hatten wie die normalen gespritzten und die Bio-Vollmilch wegen eines Angebots sogar ein paar Cent günstiger war als die normale. urx.gif Hab mich dann für die Bio-Sachen entschieden, obwohl Bio - frei nach Frauentausch-Nadine - für mich eigentlich Abfall ist. ^^
Och klar, wenn sie nicht gammlig aussehen, würd ich dann auch die Bio-Sachen nehmen.
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Was hältst du vom polnischen Politiker Janusz Korwin-Mikke?
War das der, der im EU-Parlament erzählte, dass Frauen eine schlechtere Bezahlung verdienen, weil sie schwächer, kleiner und weniger intelligent wären? Und der irgendwann im Parlament auch mal den Hitlergruß zeigte?
Er ist offensichtlich nicht so ganz zurechnungsfähig, aber ich bewundere schon irgendwie die Eier, die er haben muss, um so etwas öffentlich zu bringen. urx.gif
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Was ist die passende musikalische Untermalung für eine langweilige abendliche Fernbusfahrt durch den Harz? Momentan höre ich den interstellar-Soundtrack und er erscheint mir... geradezu unpassend episch, für die Verhältnisse. hihi.gif
Will man das nicht gerade? biggrin.gif
Ansonsten... kratz.gif "Heartbeats" von José González?
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"Generell gilt: Das Hausrecht und das letzte Wort habe ich. Wenn ich also finde, dass irgendwas hier keinen Platz auf der Seite hat, dann werde ich das auch rücksichtslos entfernen, selbst wenn es nicht in den Regeln erwähnt sein sollte."
Gibst du also zu ein fieser Autokrat und schlimmerere Möchtergern-Diktator als Putin und Erowie zusammen zu sein?angsthasi.gif
Ich regiere mit eiserner Faust! Sie ist flauschig, aber trotzdem ziemlich eisern! zufrieden.gif
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Klopfer, warum lernt man in der Schule nicht hierüber?
Weil's Unsinn ist. Die sowjetischen Kommunisten waren nicht wirklich judenfreundlich, und bei den deutschen Kommunisten wurden während der Weimarer Republik die (meist auch politisch eher gemäßigten) Juden ausgebootet, je näher man an die russischen Kommunisten heranrückte und je größer auch die antisemitischen Tendenzen in der Bevölkerung wurden. Da waren die Kommunisten nicht immun. Auch wenn offiziell Antisemitismus von den deutschen Kommunisten meist verurteilt wurde, so bediente man sich gerade in den letzten Jahren vor dem 3. Reich oft eindeutig antijüdischer Klischees, indem man den Kampf gegen den Kapitalismus auch als Kampf gegen das Judenkapital ansah. Das lässt sich auch gut an jüdischen KPD-Abgeordneten im Reichstag ablesen, da waren in den letzten Jahren vor Hitlers Machtergreifung gar keine mehr vorhanden. Auch in der Sowjetunion der Nachkriegszeit waren Juden nicht unbedingt wohlgelitten, und aus meiner eigenen Schulzeit weiß ich, dass die Judenvernichtung im Dritten Reich (zumindest bis zur dritten Klasse) eher in den Hintergrund gestellt wurde und stattdessen die Verfolgung von Kommunisten, Sozialisten und sonstigen Vertretern der Arbeiterklasse in den Vordergrund rückte.
Warum Juden, denen der jüdische Glaube etwas bedeuten sollte, überhaupt radikalatheistische Politik unterstützen sollten, erschließt sich mir auch nicht. Also: Diese Verbindung, die da in dem Bild konstruiert wird, ist so gar nicht vorhanden, daher ist klar, dass sie nicht gelehrt wird.
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#43534
Deswegen hab ich dich bzgl. der anderen Definition ja aufgeklärt smile.gif Das war nicht geraten, sondern gewusst.
Okay, auch wenn das ein bisschen merkwürdig ist, weil das ja bei ner Kuh und bei nem Hasen trotzdem grundverschieden ist.
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#43535 und weniger Hochsee-Piraterie. Deswegen gilt es auch als sicheres herkunftsland
Hochsee-Piraterie sollte da meiner Meinung nach für die Einschätzung sowieso keine Rolle spielen. Heißt ja schließlich "sicheres Herkunftsland" und nicht "sichere Herkunftssee". biggrin.gif
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Stimmt es, dass in Nordrhein-Westfalen Zustände herrschen wie in Somalia?
Nein. NRW hat ein Vier-Jahreszeiten-Klima.
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#43531

Es gibt mehrere Schriften dieser Zeit, die allesamt den Hasen als Wiederkäuer bezeichnen. Damals galt halt eine andere Definition von Widerkäuen, nämlich etwas essen, was schon mal gegessen wurde. Insofern liegt hier die Bibel nicht falsch, allerdings wurde die Definition im Laufe der Zeit geändert. Insofern ist es unredlich, das als Quatsch zu bezeichnen.
Ich bin mir nicht sicher, ob das tatsächlich eine andere Definition war oder ob die sich nicht einfach nur gedacht haben, dass ein mümmelnder Hase so ähnlich aussieht wie eine wiederkäuende Kuh, und das daraus abgeleitet haben.
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#43532

Du hast mich missverstanden. Ich hatte Dir zugestimmt, das es im deutschen eben nicht so klappt ^^

Allerdings würde ich es trotzdem begrüßen, wenn man zumindest einen englischen Akzent bei Dagobert (Mc)Duck raushören könnte.

Allgemein bin ich ja gespannt, ob die Serie diesmal näher am Original ist. Die alte deutsche Serie hatte ja einige Unterschiede zum Original, wie z.B. Verwandschaften, wo keine sind, Namensgleichheiten, die es gar nicht gibt usw. Nicht das es schlecht war, aber man muss ja nicht zuviel dazu dichten.
Ich weiß nicht, ob das so sinnvoll wäre. Dagobert wohnt ja nun schon seit Ewigkeiten in Entenhausen, sollte sich da ein Akzent nicht vielleicht auch ein bisschen erledigt haben nach so vielen Jahrzehnten? kratz.gif

In Europa herrschen bei den Ducks andere Verwandtschaftsverhältnisse als bei den Amis, das ist keine Erfindung der deutschen Synchro von Duck Tales. Die Comic-Geschichten aus Italien und Dänemark (und von denen kommen ja die meisten dieser Disney-Comics) haben halt diese anderen Verwandtschaftsverhältnisse, die Erika Fuchs für die deutsche Übersetzung auch übernahm. Die Fans kennen das halt schon seit Jahrzehnten so, und ich würde nicht drauf wetten, dass sich das ändert. Bei gewissen Geschichten (wie z.B. von Don Rosa) werden zwar die Verwandtschaftsverhältnisse vom Original übernommen, aber das sind insgesamt eher Ausnahmen.
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#43530

Im englischen könnte ich das schon, weil ich britische Serien oft im O-Ton sehe aber für den Otto-Normal-Bürger gilt das ja nicht. Obwohl ich auch nicht westliches britisch vom östlichen unterscheiden kann. Eher walisischen, schottischen oder isländischen Akzent zu englischem.
facepalm.gif Das ist doch der Punkt, den ich die ganze Zeit anspreche. Klar kannst du im Englischen die Dialekte unterscheiden. Aber es ging doch um deutsche Synchronfassungen.
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#43526
Ich finde da hast Du einen wichtigen Puinkt getroffen, der heute von vielen gerne geleugnet wird. Jesus mag mit Sündern Mitleid gehabt haben, aber er hat immer die Umkehr gefordert. Die Ehebrecherin, die gesteinigt werden soll, da sagt er zwar zu den anderen "Wer frei von Sünde ist, werfe den ersten Stein", aber nachdem die alle mürrisch abgezogen sind, sagt er zur Ehebrecherin eben auch "Geh nun und sündige nicht mehr".

Luther hat es mal so zusammengefasst: Liebe den Sünder, aber hasse die Sünde.

Das Christentum ist keine Religion der großen Toleranz. Es ist eine Religion der großen Vergebung, wenn man bereut und umkehrt.

Angesprochen warum Jesus bei den Sündern sitzt, sagte er auch "Man schickt einen Arzt zu den Kranken, nicht den Gesunden". Die Sünder sind für ihn kranke Menschen, er sucht den Kontakt, um sie zur Umkehr zu bewegen. Zacharäus der Zöllner gibt am Ende des Mahls mit Jesus jedem, den er um Geld betrogen hat, das Doppelte zurück. Er ist begnadigt, weil er umkehrt und für seine Sünden Buße tut.

Das ist das eigentlich revolutionäre im Christentum, eine Religion, die dem unvollkommenen Menschen eine zweite Chance gibt. Es ist aber keine "ihr seid alle okay so wie ihr seid" Religion.

Kann man sich streiten, ob das gut ist. Ich finde es nicht schlecht, einerseits anzuerkennen, dass der Mensch nicht perfekt ist, und andererseits aber den Ansporn bieten, sich zum Positiven zu verändern. Sich nicht hängen zu lassen, sondern an sich zu arbeiten, auch dann, wenn man voll die Scheiße verzapft hat, solange man Willens ist sich zu ändern, hat man eine Chance. Klar, muss einem der Wertekanon gefallen, der definiert, was denn das heißt "zum Positiven".

Alibifrage: wusstest Du, dass es im Alten Testament verboten ist, Hasen zu essen. So wie Schweine auch. Denn Hasen sind Wiederkäuer ohne gespaltene Hufe. (Schweine haben gespaltene Hufe, kauen aber nicht wieder und essen darf man doch bloß Wiederkäuer mit gespaltenen Hufen...)
Ja, ich wusste, dass das da drin steht, obwohl das ja eigentlich Quatsch ist, weil Hasen und Kaninchen ja eigentlich keine Wiederkäuer sind. (Sie würgen ja nicht wie Kühe irgendwas wieder hoch und kauen es so erneut, sie kauen nur gelegentlich halbverdaute Köttel, die sie schon ganz ausgeschieden haben.)
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#43528

Einen Schotten nehmen? Für Raj aus TBBT hat man ja auch einen indischen Synchronsprecher genommen, der halt mit seinem indischen Akzent spricht.
Ich hab keine Ahnung, ob der schottische Dialekt überhaupt rüberkommt, wenn ein Schotte Deutsch spricht, oder ob er nicht einfach so klingt wie ein sonstiger Brite. (Man kann erkennen, ob jemand einen indischen Akzent hat, klar, aber würdest du erkennen, ob der nun aus dem Gujarat kommt oder aus Tamil Nadu?)
Zudem ist ein fremdländischer Akzent eben doch noch etwas was anderes als ein Dialekt, so vom Gefühl her. Deswegen find ich es auch so albern, dass Amis z.B. beim Walküre-Film von Tom Cruise meckerten, dass die Deutschen da nicht mit deutschem Akzent sprechen würden. Das hätte gar keinen Sinn ergeben, weil Deutsche untereinander eben nicht in einer fremden Sprache radebrechen, das wäre also nicht realistischer gewesen.
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#43522
"auch wenn Homosexuelle im restlichen Russland auch ziemlich gearscht sind"

Höhö, Wortspiel beabsichtigt?
Eigentlich nicht, aber nachdem ich es getippt und noch mal gelesen hab, hab ich beschlossen, es drin zu lassen, weil es ja doch irgendwie passt. ^^;
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#43524

Im Original spricht David Tennant mit seinem schottischen Akzent, was dem Charakter von Dagobert Duck ja Authentizität verleiht ( siehe Trailer ).

Kate Micucci als Nicky passt schon ganz gut. Ich kann mich erinnern, das sie in der alten Serie eher zurückhaltend und schüchtern war. In der Neuauflage ist das wohl nicht mehr so und da passt Kate eigentlich ganz gut.

Ansehen werde ich mir die Serie auf jeden Fall aber ob auf deutsch oder englisch weiß ich noch nicht. Mir fehlen bei deutschen Übersetzungen oft die Akzente. Und wenn mal welche drin sind, dann oft zu übertrieben.

Der Admiral
Ich hab mir eher Sorgen gemacht, dass Tennant zu jung klingen könnte. Aber geht ja eigentlich.

Wie will man im Deutschen einen schottischen Dialekt hinkriegen? Das ist halt nicht sinnvoll; und das dann z.B. durch einen deutschen Dialekt zu ersetzen, wirkt dann meistens auch eher unfreiwillig komisch.
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#43496

Maas hat auf den Kalender geschaut und gesehen, dass bald Wahl ist - und da dieser Gesetzentwurf von der breiten Masse befürwortet wird (Internet darf kein rechtsfreier Raum sein), hofft er auf Stimmen.

Ich glaube ja, dass das grade den Linken noch böse auf die Füße fallen wird. Viele Linke Gruppen beachten auch nicht immer alle Regeln der Höflichkeit, wenn sie im Netz unterwegs sind, ich denke da z.B. an diverse Hetz- und Anpranger-Aktionen des Netzfeminismus oder etwa Bepöbeln von AFD-Anhängern. Da das Gesetz neutral sein muss und nicht lediglich Äußerungen, die vom Mainstream abweichen, verhindern kann, können die Opfer solcher Aktionen ebenfalls löschungen verlangen.
Richtig böse wird das natürlich, wenn die dann auch ihren Auskunftsanspruch wahrnehmen. Dann kann z.B. ein gewaltbereiter Neonazi die Daten von den Leuten verlangen, die ihn im Internet beschimpfen um das anschließend persönlich auszudiskutieren. Mit der IP-Adresse und einem Auskunftsanspruch gegen den Internet-Provider wäre dies jedenfalls möglich.
Das ist durchaus eine reale Gefahr. Es wird seine Gründe haben, dass selbst die Kahane-Stiftung vor diesem Gesetz gewarnt hat.
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#43495
"Erinnert ja ein bisschen an das heutige Jesusbild, was mit dem historischen Jesus und seinen Ansichten kaum was zu tun haben dürfte. "

Könntest du das etwas näher erläutern? Habe dazu ein paar wenige Sachen gelesen, aber wirklich viel findet man zu dem Thema nicht. Ich finds aber sehr interessant.
Man muss sich ins Gedächtnis rufen, dass Jesus eigentlich ein politischer Aktivist war, der davon überzeugt war, dass Gott die Juden bald von der Fremdherrschaft der Römer befreien würde, wenn die Juden sich durch ihr Verhalten würdig erweisen. (Reich Gottes und so.) Er war in der Hinsicht den Zeloten dieser Zeit relativ ähnlich, wobei diese ausdrücklich auch gewalttätigen Widerstand gegen die Besatzer befürworteten, um die Befreiung von der Fremdherrschaft herbeizuführen. (Die Zeloten führten dann auch tatsächlich eine Rebellion an.) Jesus war wohl eigentlich kein Pazifist ("Ich bin nicht gekommen, um Frieden zu bringen, sondern das Schwert!"), war aber der Ansicht, dass es den Juden nicht zusteht, selbst zu bestimmen, wann und wem Gewalt zugefügt werden sollte, das würde nämlich Gott zufallen; alles andere wäre Anmaßung.
Daher trat Jesus auch nur für die Juden ein, für Nichtjuden fühlte er sich weder verantwortlich noch wirklich mit ihnen verbunden. Er verbot seinen Jüngern, in nichtjüdischen Gegenden zu predigen, denn es ging ihm um die Befreiung der Juden. Im Markus- und im Matthäus-Evangelium wird erzählt, wie eine kanaanitische Frau ihn anflehte, ihre Tochter von bösen Geistern zu befreien, und er reagierte nicht mal, sagte sogar, dass er nur zu den verlorenen Schafen Israels geschickt wurde. Die Frau flehte weiter, und er sagt in etwa, dass es nicht richtig ist, den Kindern das Brot zu nehmen und es den Hunden vorzuwerfen. Er setzt also Nichtjuden mit Hunden gleich. Und die Frau antwortet: "Selbst Hunde essen von den Brotkrumen, die vom Tisch des Meisters fallen", fordert also einerseits Jesu Mitleid heraus, ohne aber andererseits das Hierarchiegefälle zwischen Juden und Nichtjuden infrage zu stellen. Erst dann lässt er sich dazu herab, ihr zu helfen. Ich denke, diese Geschichte hat tatsächlich einen wahren Kern, weil es keinen Grund gäbe, sie zu erfinden, wo sie doch eigentlich dem Bild, welches man von Jesus später zeichnen wollte, abweicht. Es passt auch zu dem Selbstbild der Juden, gerade zu dieser Zeit.
Er hilft laut NT auch noch ein paar anderen Nichtjuden, aber das passiert nur so hier und da, quasi dann, wenn er konkret mit Elend konfrontiert ist und Mitleid hat, aber er erweitert seinen missionarischen Fokus nicht auf Nichtjuden. (Diese Sache, dass seine Botschaft an alle verbreitet werden sollte, war ja erst etwas, was ihm nach der Kreuzigung zugeschrieben wurde, das kann also getrost als Fiktion betrachtet werden.) Höchstwahrscheinlich war der historische Jesus aber durchaus... nun ja, heute würde man wohl bei anderen Leuten "rassistisch" sagen.

Außerdem tendiert man heute dazu, seine Aufrufe zur Toleranz misszuverstehen und zu offen auszulegen. Dabei darf man aber nicht vergessen, dass er immer noch ein strenggläubiger Jude war und durchaus an all die Gebote der Torah glaubte (daher auch sein Hinweis, dass er nicht gekommen ist, die alten Gesetze aufzulösen, sondern zu erfüllen). Wenn er (anders als seine Mitmenschen) mit Sündern (Steuereintreibern, Prostituierten, Ehebrecherinnen etc.) redete, ihnen Verständnis entgegenbrachte, sie vor Steinigungen bewahrte und ihre Sünden vergab, so ändert das nichts daran, dass er immer noch erwartete, dass sie aufhören zu sündigen.
Im ganzen NT steht nichts darüber, was Jesus von Homosexualität hielt, und viele nehmen deswegen an, dass er ihnen gegenüber voll tolerant gewesen wäre. Aber er war eben auch gläubiger Jude, und da die Torah in Levitikus eindeutig männliche Homosexualität als Sünde bezeichnet, ist es anzunehmen, dass auch er sie als Sünde ansah. Warum sollte er da anders sein als seine Zeitgenossen? Das heißt im Endeffekt: Auch wenn er mit Schwulen geredet und ihre Sünden vergeben hätte, so hätte er höchstwahrscheinlich dennoch erwartet, dass sie aufhören, mit Männern zu schlafen. Ich sehe keinerlei Grundlage zu vermuten, dass er im heutigen Sinne voll tolerant gegenüber Homosexualität gewesen wäre.

Aber heutzutage projiziert man eben in Jesus das hinein, wie man ihn gerne hätte. Würde der historische Jesus heute auftauchen, würde man ihn vermutlich für ziemlich engstirnig halten.
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