Frag den Hasen

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Was ist nun eigentlich wirklich dran am Glyphosat-Skandal (falls es überhaupt einer ist)? Laut Wikipedia weist es gegenüber anderen Herbiziden "eine geringere Mobilität, eine kürzere Lebensdauer und eine niedrigere Toxizität gegenüber Tieren auf. Dies sind für landwirtschaftlich verwendete Herbizide in der Regel wünschenswerte Eigenschaften." Über Acrylamid wurden damals ja auch viel Blödsinn erzählt, deswegen bin ich bei dem vielen Wind, der aktuell um das Thema gemacht wird, auch sehr skeptisch.
Ja, da steckt eigentlich auch nicht viel dahinter. Die International Agency for Research on Cancer (gehört zur Weltgesundheitsorganisation der UNO) hat Glyphosat als "wahrscheinlich krebserregend" eingestuft, auf derselben Stufe wie Handystrahlung und den Friseurberuf; aber darüber (als "krebserregend" eingestuft) liegen noch rotes Fleisch und Alkohol. Nun nimmt die IARC diese Einstufung dann vor, wenn sie einen Anhaltspunkt sieht, dass der betreffende Stoff irgendwie das Potenzial haben könnte, Krebs auszulösen. Das sagt aber nicht viel darüber aus, wie wahrscheinlich das ist. Viele andere Organisationen stufen Glyphosat nicht als krebserregend ein, weil das bei sachgemäßer Anwendung eben nicht wahrscheinlich ist. (Realistisch gesehen müssten wir dann derartige Auswirkungen schon beobachtet haben, denn Glyphosat wird ja schon lange eingesetzt.) Die Dosis macht halt das Gift, und bei Glyphosat kommt noch dazu, dass der Wirkmechanismus, der daraus ein Pflanzengift macht, bei Tieren (also auch uns) gar nicht funktioniert.
Es ist auch biologisch abbaubar, und es hat wohl auch nicht wirklich was mit Bienensterben zu tun. (Es gibt zwar eine Studie, wonach Glyphosat die Orientierungsfähigkeit von Bienen stören soll, was dazu führt, dass die länger für den Heimweg brauchen, aber ob das nun wirklich ein relevanter Beitrag zum Bienensterben ist, ist dann doch zweifelhaft; viel eher sind wohl Neonicotinoide und Milben für Bienensterben verantwortlich.)
Insofern ist das also wohl wirklich eher eine emotional geführte Kampagne, weil das halt so chemisch klingt und dann auch noch von Monsanto ist, was sowieso jeder Scheiße findet.
Man muss sich auch ins Gedächtnis rufen, dass keine kommerzielle Landwirtschaft ohne Gifte auskommt, auch der Bio-Landbau nicht. Dort dürfen aber nur natürliche Gifte benutzt werden, zum Beispiel Kupfersalze gegen Pilzbefall. Kupfer ist aber nun mal ein Schwermetall, wird nicht biologisch abgebaut und geht ins Grundwasser, was für uns und für Tiere auch nicht super ist. Die viel gescholtenen künstlichen Gifte haben meist den Vorteil, dass sie gezielter wirken können und daher oft auch nur in sehr niedrigen Dosen eingesetzt werden müssen.
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