Frag den Hasen

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#44417 an den Fragesteller:
Das Problem ist nicht, dass Deutsche sich wundern, wenn Ausländer gut Deutsch sprechen, sondern dass Deutsche sich wundern, wenn andere Deutsche gut deutsch sprechen. Nur weil die ebennicht blind und blauäugig sind.
Und wundern ist auch gar nicht das Problem, sondern das Problem ist, dass PoC oft eben anders behandelt werden, unabhängig davon ob sie überhaupt Ausländer sind oder nicht.
Ein Problem ist es doch erst dann, wenn jemand wider Erwarten gut Deutsch spricht und man ihn dann trotzdem so behandelt, als würde er es nicht tun.

Ansonsten wird's nämlich voll bescheuert, weil man es dann ja nur verkehrt machen kann.
Bei Sawsan Chebli war man plötzlich voll der Rassist, weil man meinte, ihre Eltern werden wohl nicht so dolle integriert sein, wenn sie nach so vielen Jahrzehnten kein Deutsch sprechen. Da hatte sie dann auf Twitter einen großen Heulkrampf, weil ihr Vater gerade gestorben war und mimimimi. (Wobei das für die Sache unerheblich war, ob der gerade gestorben war oder nicht, der Knackpunkt stimmte ja trotzdem.)
Fazit der Chebli-Sache: Es ist rassistisch, davon auszugehen, dass Leute, die lange hier leben und fremdländisch aussehen, die deutsche Sprache sprechen.
Jetzt kommst du an: Es ist rassistisch, davon auszugehen, dass Leute, die fremdländisch aussehen, die deutsche Sprache nicht sprechen.
Also kann man's ja nur verkehrt machen.

Um einfach mal den Beißreflex gegenüber den Deutschen rauszunehmen: Stell dir vor, du bist als Kind europäischer Eltern in China geboren und aufgewachsen. Würdest du dich echt angegriffen fühlen, wenn Chinesen aus deinem Aussehen erst einmal schließen, dass du kein Chinesisch kannst?

Das kann man ja nun nicht ignorieren, dass in Deutschland dunkle Haut historisch gesehen ein seltener Anblick bei Einheimischen ist. Anders behandelt zu werden (gerade beim ersten Eindruck), wenn man augenscheinlich nicht zur eigenen Gruppe gehört, das ist nichts Überraschendes oder Verwerfliches. Das passiert immer und überall, in Deutschland, in Japan, in den USA, im Kongo und in Chile. In der Familie und am Arbeitsplatz, in der Schulklasse und im Sportverein. Überall wird die eigene Gruppe anders behandelt als eine fremde. Das machen auch diejenigen, die besonders hartnäckig beschwören, dass ihnen Gruppendenken fremd wäre. (Und gerade die sind gerne besonders extrem dabei.) Das ist einfach ein Resultat daraus, dass Menschen soziale Wesen sind und in Gruppenstrukturen denken.
Viel wichtiger ist aber eher: Was macht man beim zweiten Eindruck, wenn man mehr über die Person weiß?
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