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Hi Klopfer,
ich habe soeben deine neue Ranicki-Kolumne gelesen und wollte das Ganze etwas kommentieren. Ich stimme dir in einigen Teilen zu, in anderen Punkten bist du aber selber so subjektiv, wie Ranicki es war.
Termina wie "unterhaltsam", "gut", "schlecht" und sonstige wertende Adjektive sind in diesem Zusammenhang doch eine ziemlich gefaehrliche Sache. Du kritisierst an Ranicki, dass es aus seiner Sicht als 88-jaehrige(r) Leseratte und Intellektueller sehr subjektiv und daher nicht fuer die Allgemeinheit sprechend ist, Fernsehen als "nicht unterhaltsam" zu deklarieren. Das Problem ist bloss, dass du im naechsten Satz einige Fernsehsendungen aufzaehlst, die sehr wohl unterhaltsam seien. Der Punkt ist jedoch, dass solch eine Definition nie allgemeingueltig ist. Ich finde z.B. definitiv nicht unterhaltsam, einfach, weil es nicht meinen Geschmack trifft. Teenager moegen DSDS gut finden, Senioren vielleicht nicht, aber Termina wie die oben genannten kannst auch du nicht allgemeingueltig verwenden.
Klar, du hast vollkommen recht, dass es doch auch nicht Ziel der Programmmacher ist, die Sendungen auf eine Ranicki-Zielgruppe auszulegen, aber genau das stoerte Ranicki. Er fand das Programm, das er kannte scheisse, er hat das, was er kannte, als schlecht deklariert, nicht mehr; und nun kommen die Urheber dieser Programme an und wollen ihn ehren? Da finde ich es zumindest gut, dass er sagt: "Nein, ich will mit euch nix zu tun haben."

Was Ranicki nebenbei getan hat, was an seiner Integritaet zweifeln laesst, ist in meinen Augen nur menschlich: Er sah seinen Ruf und Einfluss schwinden, also laesst er seine Prinzipien mal zugunsten der Selbsterhaltung liegen. Das ist vielleicht nicht lobenswert, aber dafuer verstaendlich und menschlich.
Gruss,
Wurgel
Ich habe nur bei DSDS gesagt, dass es gute Unterhaltung bietet. Bei den anderen Sendungen habe ich gesagt, dass sie kein schlechtes Fernsehen sind. Und das war durchaus objektiv gemeint - selbst wenn man mit ihnen nichts anfangen kann, muss man ihnen doch zugestehen, dass sie mit Sorgfalt, Ehrgeiz und dem Anspruch gemacht wurden, nicht scheiße zu sein. (Ich bin nämlich auch kein Fan jeder Sendung, die ich in diesem Zusammenhang aufgezählt habe, aber den Produktionswert kann ich trotzdem erkennen.)
Und ich glaube, du hast ein wenig die Reihenfolge durcheinander gebracht. Reich-Ranicki hatte absolut kein Problem damit, einen Fernsehpreis anzunehmen (deswegen ist er ja zur Veranstaltung gekommen), solange er keine Ahnung vom Fernsehen hatte. Wie integer soll das denn sein? Wenn er nichts vom Fernsehen weiß, ist es okay, einen Preis anzunehmen, weil es ja nur um seine Arbeit geht und nicht um die der anderen; aber sobald er sieht, was sonst im Fernsehen läuft, ist er plötzlich an seiner Ehre gepackt? Warum hat er nicht vorher gesagt: "Hey, ich hab keinen Schimmer vom Fernsehen, ihr müsst mir keinen Preis geben?" Ohne das Vorhaben, ihm einen Preis zu geben, hätte er nie was vom aktuellen Fernsehen erfahren.

Und das mit der Selbsterhaltung meinst du ja wohl nicht ernst, oder? Er ist 88, bezieht vermutlich Rente, hat in seiner Karriere auch nicht übel verdient, und er hätte auch ohne diese Farce keine Probleme gehabt, über die Runden zu kommen, weil er nun mal der bekannteste Literaturkritiker in Deutschland ist und großen Einfluss hat. Selbsterhaltung am Arsch...
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