Klopfers Link- und Lichtbild-Deponie



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Klopfer
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:kaputtlach: Respekt.

0
Geschrieben am
Rakshiir
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Ich geb zu dass ich nichts von Elon Musk halte.
Ist für mich ein überschätzter Vertriebler, der alle möglichen Dinge verspricht, Geld ohne Ende macht und definitiv einiges nicht liefert.
Es funktioniert aber ja scheinbar, insofern macht er wohl "alles richtig"

Die Aktion mit Twitter, sollte er das WIRKLICH durchziehen? Also die Änderungen, dass die Plattform wieder echte Redefreiheit bietet? Das ist gut so (bin mir zwar nicht sicher woher die Motivation seinerseits wirklich kommt, aber das isn anderes Thema)
Dass es einige Menschen gibt die vor dem Satz "Redefreiheit auf Twitter" n totalen Meltdown bekommen ist doppelt witzig. Sieht man mal was auf der Plattform bisher los war. Da konnten gewisse Gruppen halt tun und lassen was sie wollten, weil hintendran Leute waren, die meinten das is genau richtig so... nix mit Neutralität und Redefreiheit

... und ich nutze Twitter nichtmal :D

1
Geschrieben am
(Geändert am 28. April 2022 um 6:37 Uhr)
Karteileiche
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Redefreiheit könnte aber auch ohne weiteres dazu führen, dass ohne Konsequenzen gegen Minderheiten gehetzt werden könnte, auch wenn jede Minderheit das Recht auf Diskriminierung hat :-)

Aber mal im Ernst: ist es traurig, dass ich Elon sowas zutrauen würde?

0
Geschrieben am
mischka
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Das sehe ich anders. Die totale Redefreiheit ist nicht gut. Sollte es z. B. erlaubt sein, den Holocaust zu leugnen?

Auch trumps tweets haben regelmäßig zu Gewalt geführt. Insofern sehe ich das eher kritisch.

Achja: Ich selbst nutze ebenfalls kein Twitter.

0
Geschrieben am
ZRUF
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@tu[ks]

Nice catch. Wenn er das schafft... Respekt. Also das mit dem Koks. Coca-Cola kaufen traue ich ihm zu.


Bezüglich Twitter: Redefreiheit ist ein hohes gut und die sollte auch gewahrt werden. Von daher finde ich es persönlich sogar gut, dass Musk dafür sorgen will, dass diese auch auf Twitter möglich ist. Teilweise werden ja auf social Media wirklich harmlose Sachen unter nicht nachvollziehbaren Gründen (oder gar ohne Gründe) gelöscht oder sogar Accounts gesperrt. Bei manchen sicherlich zurecht bei anderen fragt man sich aber warum eigentlich? So etwa wie YouTube zumindest einige Zeit Videos demonetarisiert hat, in denen das Wort COVID vorkam. Das hatte schon komische Folgen, so dass Tech-Tuber immer von dem Virus sprachen oder es sonstwie umschrieben haben.
Sowas braucht einfach kein Mensch.

@mischka
Das Leugnen des Holocausts ist nur in Deutschland eine Straftat. Überall anders ist das von der Meinungsfreiheit gedeckt. Im Prinzip kann also nur Deutschland dafür sorgen, dass deutsche Tweets entfernt werden müssen. Im Rest der Welt muss man das wohl akzeptieren, ob man das gut findet oder nicht.
Das einzige was nicht von der Meinungsfreiheit gedeckt ist, sind strafrechtlich relevante Inhalte. Und das ist in Deutschland tatsächlich eben auch das Leugnen Holocausts. Hier käme Musk also Löschforderungen noch aus. Kann aber natürlich sein, dass er Tweets dann auch nur auf von Deutschland aus nicht erreichbar stellt, weil eben nur hier relevant.
Andere strafrechtliche Sachen gibt es natürlich auch noch, wie Aufrufe zu Gewalt etc. Hier wird Musk auch weiterhin mit den Behörden zusammenarbeiten müssen.
Wenn aber die Willkür der Zensur bei social Media weniger wird durch die Übernahme, dann ist das meiner Meinung nach nur positiv.

P.S. ich finde Musk jetzt auch nicht gerade sympathisch.

1
Geschrieben am
BJ68
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[...]Das sehe ich anders. Die totale Redefreiheit ist nicht gut. Sollte es z. B. erlaubt sein, den Holocaust zu leugnen?[...]

Ja....weil es es dann klar ist, was man von der Person zu halten hat und u.U. dagegen argumentieren kann.

Einfach mal lesen, besonders ab " »Das Wichtigste, das ich gelernt habe:...."
https://sz-magazin.sueddeutsche.de/wild-wild-west-amerikakolumne/ein-schwarzer-pianist-entmachtet-den-ku-klux-klan-83122

bj68

3
Geschrieben am
ZRUF
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Dazu kommt noch, dass heute die Redeverbote ja schon an ganz anderen Stellen anfangen, als beim Holocaust, dessen Leugnung hierzulande ja, wie gesagt, eine Straftat ist und von daher auch von einem Musk-Twitter nicht ignoriert werden kann (zumindest eben nicht in Deutschland).
Dass aber kontroverse Tweets zum Thema Gendern gelöscht werden oder zum Thema Klimawandel zum Beispiel, wo es viel Diskussionsbedarf gäbe, eben weil das aktuelle Themen sind.
Oder dass teilweise Mordaufrufe gegen Russen zugelassen werden, gegen alle anderen aber nicht? Dass abfällige Tweets gegen Trump geduldet werden, gegen Ocasia-Cortez aber nicht... sowas ist einfach Willkür und das sollte nicht sein. (Übrigens halte ich Trump noch immer für einen gefährlichen narzistischen Irren, nicht, dass wir uns falsch verstehen).

Aber grundsätzlich sollte schon gelten: Gleiches Recht für alle! Was aber auch bedeutet, dass ich auch finde, dass Trump sich seine Twittersperre redlich verdient hatte.

1
Geschrieben am
ZRUF
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Weil ich's gerade gesehen habe
Musks Klarstellung zur Meinungsfreiheit.

2
Geschrieben am
(Geändert am 28. April 2022 um 11:21 Uhr)
VargK
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@ZRUF Klingt doch eigentlich vernünftig.

0
Geschrieben am
ZRUF
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Ja, sehe ich ehrlich gesagt auch so.

0
Geschrieben am
Klopfer
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Musk kennt zumindest einige seiner Grenzen:

Bild 9797


PS: Ich find's immer etwas seltsam, dass (gerade in den letzten zehn Jahren) immer, wenn jemand für Rede- und Meinungsfreiheit auftritt, gleich Leute aus dem Gebüsch springen mit "Aber zu viel Freiheit ist schlecht!!!!", so als wenn nicht klar wäre, dass da nicht alles zugelassen wird.
Machen die das bei anderen Dingen auch so? "Wir müssen die Unverletzlichkeit der Wohnung verteidigen." "Das geht nicht, Polizei und Feuerwehr müssen in Notfällen die Wohnung betreten können!!!!"
"Es muss Freiheit der Berufswahl herrschen." "Aber nein, man kann doch nicht zulassen, dass sich jeder als Arzt betätigt, nur weil er das will!!!"
"Sohn, du darfst dir was wünschen." "Ausgeschlossen! Was, wenn er sich eine Atombombe wünscht?!"

Karl Popper, der vom Paradox der Toleranz sprach, sagte, dass man Intolerante in einer toleranten Gesellschaft nicht unbegrenzt tolerieren kann, wenn man die tolerante Gesellschaft verteidigen will. Aber - und da war er auch sehr klar - man sollte intolerante Meinungsäußerungen tolerieren, solange man mit den Intoleranten diskutieren kann.

3
Geschrieben am
Gast
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Kann ja jeder sagen was er will, muss ihm aber auch keiner zuhören... Ich finde es gefähredet nicht die Meinungsfreiheit, wenn ein soziales Medium Sachen sperrt. Jeder darf weiterhin sagen was er will, nur nicht dort. Hausrecht sozusagen. Der Wirt darf auch Gäste rauswerfen, die rumkrakelen, wenn er glaubt, dass das sein Geschäft schädigt weil dann andere Gäste fernbleiben. Die Meinungsfreheit ist deswgeen aber nicht in Gefahr, die rausgeworfenen Gäste dürfen auf der Straße trotzdem ihre Meinung kundtun. Bei Twitter gesperrt zu werden ist nicht das Ende der Meinungsfreiheit. Für seine Meinung vom Staat eingesperrt zu werden (siehe aktuell Russland, wenn man was gegens Militär sagt), das ist das Ende der Meinungsfreiheit. Aber es gibt kein Menschenrecht auf einen Twitteraccount.

0
Geschrieben am
Klopfer
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Es kommt auf die Größe des sozialen Netzwerks an. Wenn es durchaus ein bedeutendes Medium ist, dann kann es diskriminierend sein, wenn man daran nicht teilnehmen darf und die Begründung dafür nicht stichhaltig ist. Es gibt auch Gerichtsentscheidungen in Deutschland, die Twitter, Facebook und Youtube dazu verdonnert haben, die Sperrungen von Benutzerkonten aufzuheben, eben weil die beanstandeten Inhalte von der Meinungsfreiheit gedeckt waren und es eine unzulässige Diskriminierung war, ihnen zu verbieten, ihre Meinung dort zu verbreiten, wo alle anderen auch ihre Meinung verbreiten dürfen und das zum großen Teil auch tun. (Das OLG Stuttgart sprach bei Facebook von einer "Monopolstellung" und von der "überragenden Bedeutung des Grundrechts auf freie Meinungsäußerung".) Facebook und Twitter sind schlicht zu groß, um lediglich als zwei Plattformen unter vielen zu gelten. (Aus diesem Grund ist es ja auch so heikel, wenn der Staat per NetzDG Zensur über die Plattformbetreiber ausüben lässt und (wie Heiko Maas es damals durchaus auch öffentlich zugegeben hat) jegliches Overblocking mit "Ist eine Privatsache der Plattformbetreiber" eher wohlwollend in Kauf nimmt.)

2
Geschrieben am
(Geändert am 29. April 2022 um 0:44 Uhr)
mischka
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@Klopfer: Das Problem ist, daß gerade in den USA der Staat unfähig ist. Wenn die Unternehmen da keine Regeln fest legen, tut es niemand.

Dort darf man ungestraft den Holocaust leugnen. Klar, klingt gut.

Dort dürfen Fotos von erschossenen Kindern bei einem Schulmassaker per Photoshop geändert werden, um dann in sozialen Netzwerken auf die Manipulation aufmerksam zu machen, was natürlich beweist, dass sie Kinder Schauspieler sind, und es das Massaker nie gegeben hat.

Dort dürfen die Privatadressen der Hinterbliebenen geteilt werden, damit die von Waffennarren "überzeugt" werden können, die "Wahrheit" über die Massaker zu erzählen.

Dort darf ein noch Präsident einem wütenden mob bestehend aus Arschlöchern und teils bewaffneten Vollidioten sagen, dass sie zum Kapitol marschieren sollen und dort kämpfen müssen um ihr Land nicht zu verlieren.

Dort darf gerne behauptet werden, Schwarze seien dumme Tiere.

Wenn das oben alles von der Meinungsfreiheit gedeckt ist, hat der Staat bzw. die legislative mal hart verkackt, dann bleibt dem Unternehmen nichts anderes, als eigene Regeln aufzustellen, wenn man nicht eine Mitschuld an der resultierenden Diskriminierung und Gewalt tragen will.

Alle obigen Beispiele sind leider reale Geschehnisse, die nur von den Unternehmen geblockt wurden, aber keine strafrechtlichen Konsequenzen hatten. Leider könnte ich die Liste ein paar Stunden so weiter führen. Gewaltaufrufe sind in den USA leider legal wenn ich sie etwas subtil verpacke.

Die Menschen die vorgeben, Eltern eines beim Schulmassakers getöteten Jungen zu sein, wohnen in der Landsberger Allee 217 B, 13055 Berlin. Lasst uns dort hinfahren, und sie erschießen, damit sie nie wieder schlecht über Waffen reden können.
dürfte auch in den USA verboten sein. Aber
Die Menschen die vorgeben, Eltern eines beim Schulmassakers getöteten Jungen zu sein, wohnen in der Landsberger Allee 217 B, 13055 Berlin. Lasst uns dort hinfahren, um mit ihnen die Vorteile des Waffenbesitzes zu besprechen.
gefolgt von einem
Solchen Arschlöchern müsste mal jemand zeigen, welche Konsequenzen ihre Lügen haben
ist noch legal.
Wenn man nun in der Landsberger Allee 217B wohnt, findet man diese "Meinungsäußerung" wahrscheinlich ziemlich scheiße.

Btw: @ZRUF: Der Klimawandel ist kontrovers?!? Echt jetzt? Nicht über Wissenschaftlern!

Der Klimawandel wird ja nur deshalb so kontrovers diskutiert, weil jeder Idiot ungefiltert Stuss für ein Millionenpublikum schreiben kann. Ich sage nicht, dass es verboten werden sollte, das ginge wohl zu weit, aber es ist definitiv schlecht.

0
Geschrieben am
ZRUF
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Und genau deshalb braucht es Diskussion, nicht Löschung.
Mit Löschung und Ausgrenzung erreichst du nur das Gegenteil von dem was man will. Da verstärken sich höchstens die Verschwörungstheorien...

Und weil in USA Aufrufe zu Straftaten rechtlich anders bewertet werden braucht auch ein Twitter oder Facebook den örtlichen Gesetzen angepasste Regeln. Sonst funktioniert das eben nicht.

Das Recht auf Löschung bei uns gilt ja auch nur bei uns. Suchanfragen zu deiner Person bei Google aus dem Ausland bleiben dann halt trotzdem möglich.

Ansonsten was Klopfer sagt, Facebook und Twitter sind zu groß um sich einfach nur auf das Hausrecht zu berufen, da ein Ausschluss aus ihnen zu sozialen Einschränkungen führen kann.
(Gut bei mir nicht mehr, aber bin auch nicht mehr die Zielgruppe)

1
Geschrieben am
mischka
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Und genau deshalb braucht es Diskussion, nicht Löschung.
Naja, ich für meinen Fall hätte schon ein Problem damit, wenn auf Twitter meine Ermordung diskutiert würde...
Mit Löschung und Ausgrenzung erreichst du nur das Gegenteil von dem was man will. Da verstärken sich höchstens die Verschwörungstheorien...
Naja, lieber verstärke ich Verschwörungstheorien, als dass irgendwelche Vollhonks vor meiner Haustüre erscheinen und mich abmurksen möchten.
Und weil in USA Aufrufe zu Straftaten rechtlich anders bewertet werden braucht auch ein Twitter oder Facebook den örtlichen Gesetzen angepasste Regeln. Sonst funktioniert das eben nicht.
Aber wenn die örtlichen Gesetze unzureichend sind, kann ich nachvollziehen, wenn die Tech-Konzerne keine Mitschuld haben möchten.

Würdest du als CEO verantworten, dass Menschen durch Mordaufrufe auf deiner Plattform gelyncht werden, nur weil das in dem Shithole-country, dass du bewohnst, erlaubt ist.

Übrigens stimme ich Klopfer zu, dass Facebook und Twitter tatsächlich zu groß sind.

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Geschrieben am
BJ68
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@Gast

[...]Ich finde es gefähredet nicht die Meinungsfreiheit, wenn ein soziales Medium Sachen sperrt. [...]

Jein...Klopfer hat schon mal auf die Größe hingewiesen und von mir kommt der Einwurf, dass ich es problematisch sehe wenn dieses soziale Medium an Postings unterschiedliche Maßstäbe anlegt bzw. die Sache in eine (politische) Richtung läuft.

@ZRUF

[...]Und weil in USA Aufrufe zu Straftaten rechtlich anders bewertet werden braucht auch ein Twitter oder Facebook den örtlichen Gesetzen angepasste Regeln. Sonst funktioniert das eben nicht.
[...]

und selbst mit den angepassten Regeln funktioniert es nicht, weil auf Twitter/Facebook jeder oder besser so gut wie jeder (Stichwort: Great Firewall und Co.) zugreifen kann, gilt auch für den sichtbaren Teil des Internets...und diese Problematik ist schon ziemlich alt:

a) http://odem.org/informationsfreiheit/o-ton--wieviel-und-was.html
b) https://www.heise.de/forum/heise-online/News-Kommentare/Die-EU-auf-dem-Weg-zu-Internetsperren/Aha-daher-weht-der-Wind-eine-kleine-historische-Zusammenfassung/posting-11700816/show/
c) und aus dem ersten Link das Zitat (bitte mal lesen und sich überlegen was es eigentlich aussagt): https://www.heise.de/forum/Telepolis/Kommentare/Lobbyismus-Koenig-Bertelsmann/Zwar-alt-Am-Anfang/posting-29662196/show/

Kommt dann noch das Problem hinzu was sich im §9 StgB
https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__9.html findet....und die Konsequenz daraus ist z.B. das: https://www.heise.de/tp/features/Update-Leugnung-des-Holocaust-im-Internet-nach-deutschem-Recht-strafbar-3442851.html

bj68

0
Geschrieben am
ZRUF
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@mischka

Naja, ich für meinen Fall hätte schon ein Problem damit, wenn auf Twitter meine Ermordung diskutiert würde...


Genau darum geht es doch. Wenn strafrechtlich relevant, dann ist das von der Meinungsfreiheit nicht mehr gedeckt.

Übrigens ist mir auch klar, dass es eine andere Wirkung hat, wenn ich am Stammtisch sage: Kann dem Lauterbach bitte Mal einer den Kopf abreißen und in den Hals scheißen? Als wenn ich das mit großer Reichweite bei Twitter oder Facebook mache. Das ist dann auch tatsächlich ein Grad auf dem bestimmte Regeln gefunden werden müssen, denn im Internet ist die Wahrscheinlichkeit halt höher, dass unter Tausenden oder Millionen irgendein verblendeter Idiot dabei ist, der das ernst nimmt.

@BJ68
Die Links muss ich mir bei Zeit mal alle anschauen.

0
Geschrieben am
(Geändert am 29. April 2022 um 9:40 Uhr)
mischka
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Genau darum geht es doch. Wenn strafrechtlich relevant, dann ist das von der Meinungsfreiheit nicht mehr gedeckt.
Und genau da frage ich dich, was ein Tech-Konzern in Ländern machen soll, wo das nun mal strafrechtlich nicht relevant ist.

Wir stellen uns ein Land vor, nennen wir es die Verblödeten Staaten von Amerika (kurz: VSA). In diesem Land ist es völlig legal, Privatadressen von politisch anders denkenden per twitter zu veröffentlichen und dazu aufzurufen, diese zu "korrigieren". Soll nun ein Tech-Konzern wie Twitter oder Facebook das dulden, nur weil es das Strafrecht nicht tangiert, oder sollte dieser Konzern eigene Regeln erlassen, um derartige Nutzungen der eigenen Plattform zu unterbinden? Ich finde es gibt gute Argumente für beide Seiten.

Zum einen ist eine Selbstzensur über das Strafrecht hinaus kritisch zu sehen, weil dann eine nicht demokratisch gewählte Person bzw. ein nicht demokratisch gewähltes Gremium die Grenzen der Meinungsfreiheit fest legen. So viel Macht sollte eigentlich nur mit demokratischer Legitimation existieren.

Andererseits möchte der Tech-Konzern aber keine Unterstützungshilfe für Bekloppte sein, und so eine - zumindest moralische, aber keine juristische - Mitschuld an den Morden, die deswegen begangen werden, tragen.

Beide Argumente haben ihre Berechtigung, ich persönlich halte das letztere aber für überwiegend, insofern sollten die Tech-Konzerne tatsächlich auch eigene Regeln aufstellen dürfen!

Dabei sollte der Staat sie aber zumindest insofern regulieren, als dass Tatbestände in alle Richtungen gleich gesperrt/gelöscht werden. Wenn ich sagen darf:
Trump ist das, was dabei raus kommt, wenn ein Orang Utan zu viel Meth konsumiert und ein Faultier vögelt.
muss ich auch sagen dürfen
Cortez ist das was dabei raus kommt, wenn Honnecker im Vollrausch auf den Affenstrich geht.
Der Tech-Konzern sollte meiner Ansicht nach die Möglichkeit haben, beides zu verbieten, selbst wenn es im betreffenden Land legal ist. Er sollte auch die Möglichkeit haben, beides zu erlauben, aber nur dann, wenn es im betreffenden Land legal ist.
Es sollte aber definitiv verboten sein, das eine zu sperren oder zu löschen, und das andere nicht.

0
Geschrieben am
Gast
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Ich bin für die liberale Lösung, ein Unternehmen kann selbst entscheiden, was es auf seinen Seiten stehen haben will und was nicht. Das ist die Entscheidung des Unternehmens, das sollte darin frei sein. Ich sage nicht Twitter soll alles löschen, ich sage nur, ich halte es für unternehmerische Freiheit alles zu löschen, was sie wollen, ohne jemandem Rechenschaft schuldig zu sein. Es ist ihr verdammtes Unternehmen, es läuft auf den Servern, die die dafür bezahlen, programmiert von Leuten, die die ebenfalls dafür bezahlen.

Wenn die taz bestimmte Leser-Kommentare nicht abdruckt oder die süddeutsche, dann ist das Sache dieser Zeitungen und nicht eine Sache der Meinungsfreiheit (außer bei Gegendarstellungen, aber das ist juristisch etwas anderes als ein Kommentar). Jeder ist zudem frei die eine oder die andere zu kaufen oder auch beide oder keine von beiden. Wer bei Twitter seine Meinung nicht herausposaunen kann, der findet mit Sicherheit einen anderen Kanal. Das ist Wettbewerb. Das finde ich okay. Die Nutzer werden ein Unternehmen schon abstrafen, dass ihnen mit der Zensur gegen den Strich geht. Und wenn sie trotzdem da bleiben, ist das ja auch eine Aussage.

1
Geschrieben am
Diiter
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ich halte es für unternehmerische Freiheit alles zu löschen, was sie wollen, ohne jemandem Rechenschaft schuldig zu sein. Es ist ihr verdammtes Unternehmen, es läuft auf den Servern, die die dafür bezahlen, programmiert von Leuten, die die ebenfalls dafür bezahlen.

Und diese unternehmerische Freiheit wird eingeschränkt, wenn man eine Monopolstellung hat, das hat Klopfer doch schon ausführlich erläutert. Je mehr Macht und Einfluss man auf die Gesellschaft hat, desto mehr wird man auch in die Verantwortung genommen, das ist in jedem Bereich des gesellschaftlichen Lebens so. War mir schon immer schleierhaft, wieso man den sozialen Medien da plötzlich einen Freibrief erteilen will.

0
Geschrieben am
Klopfer
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@mischka: Wenn du schon zugestehst, dass auch in den USA nicht alles gepostet werden darf, woher nimmst du die Zuversicht, dass es bei uns besser liefe? Auch bei uns kursieren Personenlisten. Auch bei uns gibt's verschleierte Drohungen. (Von rechts und links.) Aber das ist eben auch bei uns ein langwieriger Prozess, da rechtssicher zu sagen: Das ist jetzt nicht zulässig. Deswegen war ja auch linksunten.indymedia.org so lange online.

Und auf der anderen Seite musst du bedenken, dass es Staaten gibt, in denen sehr viel verboten wird. Soll Twitter wirklich Leute sperren, die Erdogan oder Lukaschenko kritisieren, weil deren Äußerungen gegen türkische oder weißrussische Gesetze verstoßen?
Oder was ist mit weltanschaulichen Bemerkungen, die irgendeiner Gruppe gegen den Strich gehen? Sollten Mohammed-Witze grundsätzlich gelöscht werden, weil man Angst hat, dass die Moslems sonst ausrasten und wieder mal zeigen, was für eine Religion des Friedens sie haben?

2
Geschrieben am
(Geändert am 30. April 2022 um 16:51 Uhr)
Gast
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@Diiter, ich bezweifle nur das Monopol. Ich sehe das etwas anders. Wenn jemandem alle Ölfelder der Welt gehören, dann hat er ein Monopol auf Öl, das kann dann wirtschaftlich missbraucht werden.

Twitter hat kein Monopol, keine dieser Firmen hat ein echtes Monopol. Es ist nur Code. Morgen kann ein Team ohne Probleme ein zweites Twitter aufbauen, ohne dass Twitter das verhindern kann. Was zählt ist das Geschäftsmodell, wenn es den Leuten zu bunt wird mit der Zensur irgendwo dann wechseln sie halt. Wer nicht bei WhatsApp kontrolliert werden will, geht zu Telegram. Und Ausweichprogramme werden umso attraktiver, je blöder sich die anderen verhalten. Der Markt regelt das.

1
Geschrieben am
ObsidJan
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Ich bin noch nicht lange auf Twitter, aber es klingt gerade so, als sei Twitter in grauer Vorzeit mal ein Hort des liberalen Meinungsaustauschs gewesen und wäre jetzt die Zensur-Hölle schlechthin. Da meine eigenen Erfahrungen was anderes sagen, kann ich das nicht so recht glauben. :kratz:
Der Brüller ist daher gar nicht mal so sehr der jetzige oder zukünftige Grad an Redefreiheit, sondern die selbstentlarvende Reaktion der Linken, Woken und SJWs. :mwhaha: (Dabei glaube ich, dass die Blockierfunktion weiterhin bleiben wird und diese Gruppen weiterhin die Möglichkeit haben werden, andere Meinungen wegzublocken und in ihrem eigenen Saft zu schmoren - ist ja an sich auch gut so, denn Redefreiheit bedeutet nicht, dass sich jeder deinen Mist anhören muss.)

@mischka:

Die totale Redefreiheit ist nicht gut. Sollte es z. B. erlaubt sein, den Holocaust zu leugnen?
Begriffe wie "totale Redefreiheit" ergeben keinen Sinn. Entweder es gibt Redefreiheit, oder eben nicht.
Wenn du für begrenzte Redefreiheit bist, bist du nicht für Redefreiheit - so einfach ist das.
Nicht zufällig haben wir in Deutschland keine Redefreiheit ("free speech"), sondern nur Meinungsfreiheit, mit einem limitierten, theoretisch jederzeit änderbaren Spektrum an erlaubten "Meinungen": gestern war Holocaustleugnung noch "keine Meinung", heute skandieren sie schon "Hass ist keine Meinung". Garantierst du mir etwa, dass biologische Fakten ("Misgendern") eine Meinung bleiben?

Und: wie kommen wir eigentlich zu der Annahme, dass ausgerechnet deutsches Recht Basis für die Redefreiheit auf Twitter sein müsste? Twitter ist eine amerikanische Plattform, Musk ist Südafrikaner, die Server stehen was-weiß-ich-wo, also müsste man auf Twitter selbstverständlich den Holocaust leugnen dürfen, auch wenn das jetzt unangenehm klingt. Zumindest wenn die Tweets nicht auf Deutsch verfasst sind.

3
Geschrieben am
(Geändert am 2. Mai 2022 um 9:24 Uhr)
tu[ks].
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Hass ist ja auch keine Meinung. Hass ist ein Gefühl. Ich zum Beispiel fühle Hass gegenüber Menschen, die "xy ist keine Meinung" quatschen.

2
Geschrieben am
ObsidJan
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@tu[ks]:
Das Gefühl will einem zum Glück (noch) keiner absprechen, aber es geht dabei wohl eher um die öffentlichen Äußerungen, die aus diesem Gefühl resultieren (sogenannte "Hassrede"). ;) Und die, so muss man konstatieren, sind in weiten Teilen eben doch durchaus von der Meinungsfreiheit gedeckt...

0
Geschrieben am

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