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#495 von KainAutor

Die Seite bietet den Direktversand von "krummen" Obst und Gemüse an. Also Ware, die wohl sonst nicht den Weg in den Supermarkt findet. (Natürlich alles Bio :wackel: )

An sich gar nicht so verkehrt, aber bei genauerer Betrachtung krankt es doch sehr heftig an der Umsetzung.

Das Textfeld hier reicht nicht aus, um zu beschreiben, was ich davon halte. Das mache ich im Kommentar unten.

Spoiler: Ich gebe ihnen ein, maximal zwei Jahre bis zur Insolvenz.

Link: [https://etepetete-bio.de/index.php]
2 Punkt(e) bei 2 Reaktion(en)
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KainAutor (Profil)
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Also:
- Der Kunde kauft die Katze im Sack. Welches Gemüse in der Box landet, hängt davon ab, was der Bauer halt an Ausschuss über hat. Okay, ist ja irgendwie im Sinn der Sache.
- Das krumme Gemüse ist nicht günstiger, als das Supermarkt-Gemüse, das kein Ausschuss ist. Wenn ich es richtig sehe ist es sogar erheblich teurer. Eine Classic Gemüse-Box mit ca. 4-5 kg Inhalt kostet knapp 22 Euro. Das macht selbst im Best Case einen Durchnittspreis von ca. 4,40 €/kg. Mir ist im Supermarkt selten Gemüse für über 3€/kg über den Weg gelaufen. Selbst Bio Gemüse. Spontan fallen mir Fenchel und Auberginen ein, irgendwo so bei 2,50€/kg. Laut der Beschreibung finden sich derlei teure Gemüsesorten "Selten" bis "Oft" in der Lootbox. In der "Fast immer"-Kategorie dominieren Kartoffeln, Karotten, Zucchini und Gurken.
Ich hungere mich schon vom Lesen in die Armut. :tozey:
- Das Geschäftsmodell ist natürlich ein Abo, wenn auch ein jederzeit kündbares. Einzellieferungen sind nicht möglich. (Entspricht eine nach der ersten Lieferung ausgesprochene Künding nicht einer Einzellieferung? :fragehasi: )

Alles schön und gut, sagt ihr. Aber es geht doch darum, krummes Gemüse zu retten! Da kann man doch mal ein kleines finanzielles Opfer für die armen Bauern und vor allem die Umwelt bringen.

Nein. Einfach nur: Nein.

...Unser Gemüse kommt wenn möglich aus der bayerischen Region. Wir arbeiten aber auch mit Bio-Landwirten aus Norddeutschland, Österreich, Spanien, Griechenland und im Winter selten aus Übersee zusammen. Denn ein Motto von uns ist "Gemüse retten geht über Regionalität"...

So die Antwort auf einen Facebook-Kommentar zu ihrer Werbeanzeige. Machen wir uns nix vor. "Aus Spanien" heißt von hier. Dass sie, wie im FAQ behauptet, die meisten ihrer Bauern persönlich kennen und auswählen, kaufe ich denen - vor diesem Hintergrund - nur insofern ab, dass "persönlich" ja auch "am Telefon" bedeuten kann und "kennen" keinerlei Qualitäts- oder Sorgfaltsversprechen beinhaltet.

Darüber hinaus behaupte ich einfach mal, dass der Einzeltransport zum Endverbraucher weder besonders ökologisch ist, noch besonders faire Arbeitsbedingungen bei den Zustellunternehmen subventioniert.

4
Geschrieben am
(Geändert am 5. Juli 2019 um 6:25 Uhr)
PiCelli (Profil)
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Also die Idee finde ich vom Prinzip her nicht schlecht. Ich sehe allerdings die gleichen Schwachpunkte wie KainAutor.
Darüberhinaus selbst wenn überwiegend Kartoffeln, Zwiebeln und Gurken in den Boxen sind (wird bestimmt nie langweilig) finde ich 4-5 Kilo ziemlich viel. Vielleicht verschätze ich mich mit dem Volumen. Aber ich glaube nicht das ich so viel Gemüse vernünftig gelagert und aufgebraucht bekomme bevor es vergammelt.

0
Geschrieben am
Rakshiir (Profil)
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4-5 Kilo kannst du schon verbrauchen, wenn du ne große Familie bist, oder das zusammen mit ein paar Leuten aufteilst.
Aber generell isses schon schwierig, da sind zuviele Grauzonen.
Wenn möchte ich wissen, was ich definitiv bekomme. Denn da ist doch das Problem:
Wenn ich im Supermarkt das Biogemüse/Obst bekomme, was ich will zu nem günstigeren Preis, wo ist mein Vorteil? Der Webseite muss ich doch genauso vertrauen dass alles Bio ist wie dem Supermarkt. Und solang das nicht gekennzeichnet ist kann ich auch nicht wissen obs wirklich vom lokalen Bauer kommt.
Wenn ich nicht weiss was ich bekomme sollte es günstiger sein, dass ich das "Risiko" irgendwas zu bekommen eingehe.

Unterm Strich: Die Grundidee mag nicht falsch sein, muss aber eben richtig umgesetzt werden. Am Ende läufts wohl darauf hinaus: Wenn ich wirklich meine lokalen Bauern unterstützen will, muss ich direkt dort kaufen (sofern sie das anbieten)

1
Geschrieben am
KainAutor (Profil)
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Es kommt drauf an, wieviel du kochst. Ich bekomme z.B. pro Woche locker 1kg Möhren weg und würde wahrscheinlich noch mehr schaffen. Kartoffeln kaufst du im Markt auch im 1-2 kg Sack, die halten sich auch noch länger. Zucchini, Auberginen, Fenchel hast du mit je ca. 2-3 Stk. (= ca. eine Mahlzeit) je ein halbes Kilo zusammen. Mit Sellerie und Kohlrabi bekommst du auch schnell ein Kilo zusammen (Wurzelgemüse hat halt ne höhere Dichte.) Tomaten ca. 100g/Stück, für ne Mahlzeit kannst du schon mindestens 2-4 Stk. rechnen.

Grob geschätzt verkoche ich persönlich für zwei Personen pro Mahlzeit ca. 500 - 800 g Gemüse, was im Durchschnitt knapp 4kg/Woche und damit der Classic Box ("für 2 Personen") entspricht. (Ich bezahl halt nur ca. die Hälfte dafür, obwohl ich vorwiegend Regional kaufe. :popel: )
Ich koche aber auch sehr viel vegan und vegetarisch und auch bei omnivoren Gerichten mit hohem Gemüseanteil.
Wer weniger kocht, kann sich die Box ja auch zweiwöchentlich liefern lassen. Zumindest das Wurzelgemüse (Kartoffeln, Möhren, Sellerie, Kohlrabi) sollte sich bei korrekter Lagerung so lange halten.

Was die Abwechslung angeht, kann ich mit den "Fast immer" und "Oft" Sorten der Box schon ziemlich viel machen. Unterschiedliche Zubereitungen bringen da schon ordentlich Abwechslung rein. Gebraten schmeckts völlig anders als gedünstet, Gebacken anders als gekocht. Mit pürieren gehen vielfältige Suppen und Aufstriche.

Was in den Boxen soweit ich sehe gar nicht auftaucht sind die Sachen, die ich selbst auch lieber eingemacht statt frisch kaufe: Rote Beete, allerlei Hülsenfrüchte, Mais, Schwarzwurzel, Champingongs (Pilz, kein Gemüse, ich weiß). Einfach weil das Putzen so unheimlich viel Arbeit und/oder Sauerei macht. (Vor allem bei roter Beete und Schwarzwurzel :ko2: ). Heißt aber bezogen auf etepetete, dass man zumindest für diese Sachen doch nochmal in den Laden rennen muss.

0
Geschrieben am
(Geändert am 5. Juli 2019 um 7:54 Uhr)
bANDIT2k1 (Profil)
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Grundsätzlich ist die Idee toll.
Aber: Biogemüse aus Übersee kann nicht Bio sein. Kartoffeln aus Ägypten, Israel, Neuseeland haben soviel Co² / unnütze Wegstrecke auf dem Konto dass denen mMn das Biolabel sofort entzogen werden sollte. Als ob wir hier in Kartoffelland nicht genug davon hätten...
Zum Lootboxprinzip: Überspitzt gesagt hat man im schlimmsten Fall bei 5 Kg einen 4 Kg-Sack-Kartoffeln und ein Bündel Karotten im Paket

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Geschrieben am
ObsidJan (Profil)
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die wohl sonst nicht den Weg in den Supermarkt findet
Wenn ich sehe, was für Gammelobst und -gemüse* hier im Supermarkt** mit Biolabel verkauft wird, muss ich leichte Zweifel an dieser Aussage anmelden... :kratz:

* Was auch kein Wunder ist; der Ertrag pro Fläche ist viel geringer, da muss man sicher nehmen, was man kriegen kann und was die ganzen Schädlinge, gegen die keine synthetischen Stoffe gespritzt werden dürfen, übrig gelassen haben. :D

** Könnte mir allerdings vorstellen, dass die guten Stücke eher bei Denns oder Alnatura landen, die sind ja auch teurer.

0
Geschrieben am
ObsidJan (Profil)
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@ZeroVentiquattroUno:

Biogemüse aus Übersee kann nicht Bio sein. Kartoffeln aus Ägypten, Israel, Neuseeland haben soviel Co² / unnütze Wegstrecke auf dem Konto dass denen mMn das Biolabel sofort entzogen werden sollte.
Häufiger Denkfehler. Das Label "Bio" bedeutet keineswegs "klimaneutral" oder "geringe CO2-Emission" o.Ä., sondern einfach nur "ökologische Landwirtschaft" (am Ort der Erzeugung). Also nicht nur rein faktisch, weil man durch den geringeren Ertrag für die gleiche Menge Essen viel mehr landwirtschaftliche Fläche braucht (was schon per se klimaschädlich ist) und aus den von dir genannten Gründen, sondern die Mindestanforderungen für das Bio-Label machen überhaupt keine Aussage zum Thema CO2/Klimaschutz.
Der Wissenschaftliche Beirat für Agrarpolitik, Ernährung und Verbraucherschutz und der Wissenschaftliche Beirat für Waldpolitik beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft sahen in ihrem 2016 veröffentlichten Klimaschutzgutachten in einer Ausdehnung der ökologischen Landwirtschaft keinen eindeutigen Beitrag zum Klimaschutz.
(Quelle)

1
Geschrieben am
(Geändert am 5. Juli 2019 um 11:34 Uhr)
KainAutor (Profil)
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@ObsidJan

Das war auch nicht umsonst mit "wohl" formuliert. Ich frage mich ja selbst, was etepetete unter "krumm" versteht, zumal sie es ja als ihr Alleinstellungsmerkmal definieren.

Ich bin nicht näher darauf eingegangen, weil es fast schon egal ist. Selbst wenn das Konzept agrartechnisch wirklich so positiv ist, wie sie behaupten (was ich zu bezweifeln wage) ist es aus Kundensicht absolut unattraktiv. Ich sehe da einfach keine dauerhaft relevante Zielgruppe. Da sind jetzt ein paar tausend Leute, die die Idee irgendwie dufte finden und das mal ausprobieren wollen. Der Großteil wird das aber schnell wieder sein lassen, weil die Überraschungspakete schlicht zu teuer sind. Hier wird einzig auf das Umwelt- und Veranwortungsbewusstsein der Verbraucher als Kaufargument abgezielt. Bei den meisten wird das nicht dauerhaft funktionieren. Und die Leute, bei denen das wirklich ausgeprägt ist, kaufen halt selbst regional, saisonal und trotzdem wesentlich günstiger.

2
Geschrieben am
(Geändert am 5. Juli 2019 um 12:22 Uhr)
KainAutor (Profil)
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Hier die Transparenz.

Aus Deutschland kommt das wenigste. :tozey:
Und was die beschriebenen Fehler angeht: Das sind alles Makel, die ich am Gemüse im Supermarkt auch finde.

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Geschrieben am
(Geändert am 5. Juli 2019 um 12:35 Uhr)
Gast (Profil)
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Krummes Obst udn gemüse gibt es inzwischen auch im Supermarkt dann zu einem Reduzierten Preis zu kaufen. Der Aldi um die Ecke hatte letztens "Krumme Dinger" da habe ich 2kg Äpfel für nen Euro oder so mitgenommen udn zuhause fein Apfelmus bzw. einen Apple-Crumble draus gemacht. Das stört keinen großen Geist, dass die Dinger vorher nicht 1A aussahen. Hier könnte auch eien wesentliche Zukunft für krumm geratenes liegen, ab an Fabriken oder die Gastronomie damit, wenn sie eh weiterverarbeitet und man nachher nichts mehr davon sieht. Die haben ein Interesse an der Preisschraube zu drehen und nehmen entsprechende Mengen ab.

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Geschrieben am
ZRUF (Profil)
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Das passiert doch jetzt schon. Pfanni interessiert sich auch nicht dafür wie die Kartoffeln aussehen. Wird eh zu Knödeln oder Püree.

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Geschrieben am
Der Böse Watz (Profil)
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Kartoffeln sind aber kein Wurzelgemüse KainAutor, damit fällt jetzt deine gesamte Argumentation und Glaubwürdigkeit wie ein Kartenhaus in sich zusammen während dir nichts bleibt als Tränen über die Trümmer zu vergießen :lehrer:

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Geschrieben am
KainAutor (Profil)
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Das war der obligatorische Klugscheißer-Köder, damits nicht langweilig wird. :mwhaha:

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Geschrieben am

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