Klopfers Link- und Lichtbild-Deponie


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#700 von Gast

Die Autoren der taz haben leider nix verstanden. In dem Artikel wird gefragt, wie es sein kann, dass Rechtsextreme von der Ploizei beschlagnahmte illegale Böller zurückbekommen konnten. Auflösung steht dann aber im Text, weil die sich bei nem Sprengstoffanschlag damit so blöd anstrellten, dass es einem wohl fast die Hand weggerissen hat und man ihn anhand der Blutspur vom Tatort bis zu seiner Wohnung verfolgen konnte. Das war kein Versagen der Polizei, das war ein Geniestreich, der verübt so schnell keinen Anschlag mehr, und Waffe halten geht auch für lange Zeit nicht mehr. Wenn die das Zeug behalten hätten, hätte der womöglich sicheren Sprengstoff besorgt, am Ende wär der noch Profi geworden. So hat die Rückgabe des fehlerhaften Materials eine Karriere als Bombenleger schlagartig beendet.

Link: [https://taz.de/Nach-Beschlagnahme-durch-die-Polizei/!5693202/]
3 Punkt(e) bei 3 Reaktion(en)
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Sir of Toastland (Profil)
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Knapp, ich hätte ich dem durchaus eine Darwin-Award-Nominierung gegönnt :D

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Gast (Profil)
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Das sollte man aber niemandem wünschen... aber ein wenig mag man da schon an Karma glauben, wenn man sich mit nem illegalen Böller beim Anschlag die eigene Hand kaputtmacht...

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Geschrieben am
Sajoma (Profil)
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Lustig, die Ecke kenne ich sogar...
Wer steckt denn eigentlich den Böller mitsamt der Hand in einen Briefkasten? Ich kenne mich da jetzt nicht so aus, aber wenn ich Briefe einwerfe, stecke ich die Hand da auch nicht mit rein. Ich denke, man sollte da für die Sicherheit der gesamten Region Schulungen veranstalten.

(Ich finde es auch sehr gut, dass die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung sich BAM abkürzt. Die stecken doch alle unter einer Decke!)

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Geschrieben am
(Geändert am 6. Juli 2020 um 7:36 Uhr)
Rakshiir (Profil)
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Die Frage ist halt, ob das einwandfrei klar ist, dass es so laufen wird.
Aber hier insgesamt isses definitiv ein Fall von Karma. Ich befürchte allerdings, dass der Kerl seine Lektion nicht gelernt hat. Wer sich schon sowas besorgt um damit irgendwas zu sprengen, hat meistens nicht unbedingt die Einsicht danach, dass die Idee doof war.

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Geschrieben am
ZRUF (Profil)
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Also davon abgesehen, dass der Täter wohl einfach nur dämlich ist... Und seine Strafe auf dem Fuß folgte. Die rechtlichen Konsequenzen kommen ja auch noch.
Neue Dimension rechter Gewalt? Das Sprengen eines Briefkastens? Ist ja nicht so, dass solche Aktionen nicht auch schon von Autonomen bei Rechten durchgeführt worden wären.
Eine neue Dimension war vielleicht der Anschlag auf eine Synagoge letztes Jahr. Aber sowas? Das ist nur Kapital aus dem Verbrechen schlagen.

Aber ja, ich finde, dass die Polizei hier natürlich nicht korrekt gehandelt hat. Die Beamten aber gleich zu entlassen erscheint aber auch nicht gerade maßvoll. Wird aber wohl auch nicht passieren.

Und, dass die Polizei beim Aufruf "Einbecker Nazistrukturen angreifen!" einen Aufruf zur Gewalt sieht, finde ich auch nicht übertrieben. Man hätte ja auch einfach einen weniger aggressiven Spruch wählen können. Angreifen ist bewusst provokant gewählt, auch wenn die Anwendung von Gewalt nicht vorgesehen sein sollte.
Die Ermittlungen werden auch hier im Sand verlaufen, weil sich am Ende eine Absicht zur Anwendung von Gewalt nicht feststellen lassen wird.
Auch das ist am Ende richtig. (sollte es gewaltfrei bleiben natürlich).

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Geschrieben am
Rakshiir (Profil)
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Man muss sich bei so gewissen Sprüchen einfach nur überlegen, wie es klingen würde wenn man das Wort Nazi mit was anderem ersetzt. Da wäre der Shitstorm gross, wenn gewisse Wörter da stehen würden.
Ich persönlich finde es immer besser, das andersrum anzugehen. Red doch lieber vom Schutz der Gesellschaft vor xy.

2
Geschrieben am
ZRUF (Profil)
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Selbst "Gegen Einbecker Nazistrukturen vorgehen" würde weniger den Gewaltgedanken wecken als der gewählte Spruch. Und dabei wäre es noch immer genauso aussagekräftig.

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Gast (Profil)
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Ja, die reflexartige Forderung alle zu entlassen kommt ja immer schnell und ist bei derartigen Vorfällen überzogen. Und wie gesagt, die haben dem Täter mit der Rückgabe keinen Gefallen getan...

Ich denke, das der Spruch mit dme angreifen schon bewusst so gewählt wurde, weil man ihn auch anders lesen kann. Das sind so die Spielchen, wo man unschuldig tut, aber eigentlich genau weiß was man da provoziert. Aber das können die Extremisten alle, ob von links oder rechts.

Man sprengt auch nicht die Briefkästen anderer Leute. Da geht es ja nicht um die Sachbeschädigung, sondern ums Einschüchtern, "wir wissen wo Du wohnst, pass bloß auf".

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Geschrieben am
ZRUF (Profil)
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Ich denke, das der Spruch mit dme angreifen schon bewusst so gewählt wurde, weil man ihn auch anders lesen kann. Das sind so die Spielchen, wo man unschuldig tut, aber eigentlich genau weiß was man da provoziert. Aber das können die Extremisten alle, ob von links oder rechts.


Absolut. Man kann sich auch hier wieder zum Opfer des Polizeistaats machen. Also klar war das bewusst so gewählt. Die Leute, die hinter solchen Aktionen stehen sind ja nicht dumm. Im Gegensatz zu einigen ausführenden Leuten, die dann Briefkästen sprengen. Auch die rechten Strippenzieher sind oft nicht dumm... Auch da wird bewusst so formuliert, dass der Effekt maximal ist.

Man sprengt auch nicht die Briefkästen anderer Leute. Da geht es ja nicht um die Sachbeschädigung, sondern ums Einschüchtern, "wir wissen wo Du wohnst, pass bloß auf".


Klar geht es da auch um Einschüchterung, das können die linken aber genauso mit der Veröffentlichung von Adressen, Hakenkreuzen an den Wänden der potentiellen Nazis etc.
Weniger brachial, gleiche Aussage.

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Geschrieben am
Rakshiir (Profil)
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Die beiden Seiten geben sich für mich sehr wenig. Gewaltbereit ohne Ende, und viele die blind hinterherlaufen.
Die Stripenzieher sind meist nicht komplett hirntot, aber die Ausführenden, nun... ich würde sagen oftmals haben die nicht ganz so viel zwischen den Ohren.

Der Unterschied ist allerdings, dass ich vermute, wenn jemand sagen würde "Greifft die linke Struktur XY an" würde das einen massiven Aufschrei geben, weil die Rechten ja alle böse und sowieso. Andersherum empfinde ich die Empörung oftmals geringer. Merklich geringer. Und das ist ein Problem. Es sollte keinen Freischein geben, egal ob es Aktionen sind oder Aussagen.

2
Geschrieben am
ZRUF (Profil)
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Absolut! Die Reaktionen sollten in beiden Fällen gleich ausfallen. Aber solange es der gerechten Sache dient wird da sehr oft mit zweierlei Maß gemessen.

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Geschrieben am
Rakshiir (Profil)
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Naja, die gerechte Sache in meinen Augen ist in dem Fall halt nicht objektiv bewertet. Das ist absolut subjektiv.
Denn ich denke die Sachbeschädigung und Körperverletzung die die eine Seite verursacht ist nun nicht besser als dasselbe von der anderen Seite.
Und nur weil vielleicht nicht beide in derselben Menge vorkommt, ändert das absolut nix an der Sache ansich.

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the_verTigO (Profil)
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@Rakshiir
Das hier hat überhaupt nichts mit dem eigentlichen Gespräch zu tun und es soll auch nicht rechthaberisch oder sonst wie klingen, aber...
Wörter, die ein "ei" gefolgt von "f" haben, haben ausnahmslos niiiiieeemals (na gut, doch eine Ausnahme: Eigennamen wie z.B. Pfeiffer oder Steiff wie die Stofftiere) ein Doppel-F an dieser Stelle.
Zweifel, greifen etc.
Immer nur ein "f".
Ich weiß selbst nicht, warum mich das so triggert... :D

Ich hoffe, du bist mir nicht böse...

Inhaltlich stimme ich dir übrigens voll zu! ^^

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Geschrieben am
(Geändert am 6. Juli 2020 um 14:39 Uhr)
Sajoma (Profil)
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Entlassen, und sich dann beschweren, dass es zu wenig Polizisten gibt, wenn dann die Rechtsstaatlichkeit leidet. Nachher kann man dann noch große Artikel schalten, in denen man besorgt aufzudecken versucht, weswegen denn niemand mehr Polizist werden will, obwohl doch ganz viele Leute das als Kinder mal als Traumberuf in's Auge gefasst hatten... Gerne kann man auch ein höheres Gehalt verlangen, ganz bestimmt aber keine besseren Arbeitsbedingungen ernsthaft anstreben. (Wäre ja auch völlig absurd.)

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Geschrieben am
Sajoma (Profil)
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@the_verTigO: Du bist schlimmer als ich. Ich hab das als Tippfehler übergangen. ôo

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Geschrieben am
the_verTigO (Profil)
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@Sajoma
Ja, normal schon. Ich hab das aber schon ganz oft (über Jahre hinweg tatsächlich!) gesehen. Ich brauch Hobbys! :heul:

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Geschrieben am
Sajoma (Profil)
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Klugscheißer sein ist ja auch kein Hobby, sondern eine ganz ernsthafte Lebenseinstellung.
Was schwebt dir denn so als Hobby vor? Ich liebe ja das Absurde. Bei einem Töpferkurs für traditionelle Gartenzwerge trifft man wahrscheinlich einen höheren Prozentsatz spannender Menschen als beim nahegelegenen Fitnessstudio...

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Geschrieben am
Gast (Profil)
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Warum nicht einen Steichelzoo mit den Endprodukten von Tieren eröffnen? Wer mag es nicht mal streicheln, das Putenschnitzel zum Beispiel? Udn so Zoodirektor, das ist bestimmt ein ausfüllendes Hobby...

Als Doppel F Fan weißt Du hoffentlich auch die ff Ligatur zu schätzen, die oftmals in Schreibprogrammen sträflich vernachlässigt wird...

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Geschrieben am
ZRUF (Profil)
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@Rakshiir
Natürlich ist die gerechte Sache völlig subjektiv. Bei dem Dogmatismus, der teilweise an den Tag gelegt wird, ist das dann halt gefühlt objektiv.

Die Welt ist verrückt...

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Geschrieben am
Rakshiir (Profil)
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Die Welt ist total irre.
Echte Probleme interessiert keinen mehr, es wird nurnoch über Kleinigkeiten diskutiert. Und auch wenn man Dinge verbessern kann, meist in ner Art die nichts verbessert - verallgemeinern hilft eben nicht.
Ich hatte gerade letztens mit n paar Leuten n Gespräch wo wirklich 2 Typen der Meinung sind, die Gender Paygap ist noch ein RIESEN Thema in Deutschland. Und der Meinung JEDE Frau bekommt auf Facebook oder Ähnliches ständig so richtig blöde Anmachsprüche ab. Letzteres kann ich nicht so beurteilen, dazu können die Frauen hier ja (wenn sie wollen) was sagen. Ich kanns mir aber nicht so ganz vorstellen dass das immer und dauernd passiert. Vielleicht hab ich aber auch unrecht, kann ja sein. Hatte bei dem der das meinte eher das Gefühl der war triggered weil seine Freundin gerade eben sowas abbekommen hatte.

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Geschrieben am
DavidB (Profil)
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Und der Meinung JEDE Frau bekommt auf Facebook oder Ähnliches ständig so richtig blöde Anmachsprüche ab.
Bin zwar keine Frau, aber diese ganzen dämlichen Bots mit Frauen-Avatar, die unbedingt mit einem befreundet sein wollen, nerven aufs bestialischste.

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Geschrieben am
ZRUF (Profil)
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Stimmt. Als Mann bekommt man immer wieder die Frauen bots ab, die mit einem "befreundet" sein wollen.
Aber zumindest meine Frau bekommt nicht ständig irgendwelche anzüglichen Angebote auf Facebook. Das liegt sicherlich auch daran, wie man sich auf Facebook präsentiert. Zwar sollten Bikinifotos keine Einladung sein, aber sie triggern wohl die niederen Instinkte. Das sieht man ja auf Instagram auch. Deswegen sind dort aber auch die am bekanntesten, die am meisten vom Körper zeigen und natürlich im Auge der Masse als attraktiv gelten. Da hat es dann auch entsprechende Kommentare drunter.
Auf Partnerbörsen glaube ich aber noch immer, dass die Kerle Frauen blind mit irgendwelchem Rotz belästigen in der Hoffnung, dass irgendwann irgendeine positiv reagieren wird. Was aber auch daran liegt, dass man als Mann dort nur gewinnen kann, wenn man entweder sexiest man alive ist oder mit mein Haus, mein Auto, mein Boot prahlen kann.
Auch das soll keine Entschuldigung für so manche Entgleisung sein. Was da manchmal abgesondert wird ist unter aller Sau. Die breite Masse dürfte es allerdings nicht sein.

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Geschrieben am
(Geändert am 7. Juli 2020 um 8:03 Uhr)
Gast (Profil)
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Ist ja öfter so, wenn 10% der Nutzer für 90% des Mists verantwortlich sind... der Mist gehört benannt und man sollte Themen nicht gegeneinander ausspielen, aber angemessen bearbeiten schon.

Dass Leute auf Facebook angemacht werden ist nicht schön, aber man kann Leute auch ignorieren, man kann denen das auch zurückmelden, dass das nicht die beste Idee ist, wenn man wirklich mal bei wem landen will, man kann sich abmelden, usw. man kann da auf individueller Ebene schon viel machen. Klar ist ein Gesellschaftlicher Diskurs auch gut, in dem wir mal klären, wie wollen wir miteinander umgehen, was sind denn so die Regeln des guten Umgangs. Aber den kann man ja auch nebenbei führen, während wir unsere Energie darauf konzentrieren so Dinge wie Corona und die Umwelt wieder in den Griff zu kriegen. Und ebenfalls ganz groß, und da spielen viele Dinge eben mit rein, müssten wir der Spaltung unserer Gesellschaft entgegenwirken, sonst sieht es hier irgendwann wirklich aus wie in den USA. Mehr miteinander reden als übereinander. Demokratische Diskurse anstelle von Gewalt, womit sich der Kreis zum Thema schließt.

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Geschrieben am
glub glub, he whispers (Profil)
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Ich weiß nicht, ob das möglich ist. Viele scheinen ja Gefallen an der politischen Radikalisierung zu finden. Ich kann hier nur mutmaßen: n Gefühl, die Mitte hat versagt, führt zu „man müsse sich jetzt klar positionieren“, und da natürlich jeder recht haben will, rutscht das ganz schnell an in „wer nicht für mich ist, ist gegen mich“ (+so Dinge wie Aufmerksamkeitbedürfnis, was dann allerdings eher ein strukturell-individuelles Problem darstellt). Dann wird gecancelt was geht, geshamed, Autos angezündet, Anschläge verübt etc. you know the drill - von beiden Seiten. Tatsächlich ist wohl, wie Gast oben erwähnte, ein vernünftig geführter Dialog der einzige Ausweg - mein Vertrauen in Menschen lässt mich allerdings andere Enden vermuten.

1
Geschrieben am
Gast (Profil)
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Ein Journalist sieht etablierte Medien daran nicht unschuldig:

https://www.br.de/kultur/birk-meinhardt-wie-ich-meine-zeitung-verlor-sz-medienkritik-100.html

Also nicht die eh schon radikalen Mitspieler im Medienrummel, sondern die "normalen" Blätter. Je mehr die Meinungsfreiheit durch die "richtige" Sprache eingeschränkt wird, umso mehr werden Menschen aus der Mitte an Ränder gedrängt, wo sie gar nicht gehören, aber sich dort so äußern können wie sie wollen und über die Bestättigungen in den Gruppen auch weiter abdriften.

Dieter Nuhr sagte kürzlich in einer Talkshow, er stellt gerne unbequeme Fragen und je nachdem um was es geht, ist er wechselsetig Nazi, links-grün-versifft, Umweltsau, Öko-Terrorist usw.

Durch die fortschreietende Individualisierung fehlen uns immer mehr die gemeinsamen Bezugspunkte. Das Netz bietet für jeden was. Plattes Beispiel, aber früher hatten wir nur das Fernsehen und die Zeitung als Massenmedium. Und wenn Gottschalk Wetten, dass...? machte, dann hatte das die halbe Republik gesehen und konnte am nächsten Tag drüber reden. Es gab nch Filme wie Jurassic Park oder Titanic, die hatte praktisch jeder gesehen und Bands, die hatte jeder gehört. Es gab einen kulturellen "common ground" auf dem man sich bewegen konnte, wenn ich eine Anspielung gemacht habe zu Star Wars (z.B. ich bin dein Vater) dann hatte jeder den Witz verstanden. Ob das nun lustig war oder nicht steht auf einem anderen Blatt, aber jeder wusste worauf ich anspielte.
Und das geht uns Stück für Stück verloren. Das ist auf der einen Seite positiv, ich war immer an Manga udn Anime interessiert udn an JapanoRPGs, an Pen'n'Paper Rollenspielen und Fantasy udn Sci-Fi Büchern, und da kommt man viel leichter ran und man trifft auch merh Leute im Netz, die das auch mögen, aber man schiebt sich damit eben in eine Blase udn nimmt sich ein Stück weit aus der Gesellschaft heraus, man verlässt dne common ground ein Stück. Nur wenn zu viele diesen Grund verlassen, dann geht uns der Grund verloren auf dem wir gemeinsam miteinander reden können. Auf dem wir uns verstehen und unsere Spielregeln die gleichen sind.
Es gibt einfach zu viele Gruppen, rechts, links, religiös usw. die keine Probleme mehr mit Gewaltanwendung gegen andere außerhalb ihrer Gruppe haben. Und das müssen wir kitten, ein Anfang wäre es, wieder eine gemeinsame Sprache zu finden, damit wir wieder miteinander reden können. Und ich meine nicht die ewigen Beleidungen, die man zum Beispiel bei Youtube unter Videos findet, wo nach zwei Kommentaren mit Schimpfwörtern politische Gesinnungen unterstellt werden.

6
Geschrieben am
Sajoma (Profil)
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Schöner Artikel.
Ja, es fällt irgendwie leicht, recht zu haben und dabei statt zu kommunizieren nur noch zu predigen. Neil deGrasse Tyson hat mal erzählt, sein Vater sei ein Mann weniger Worte gewesen und habe ihn irgendwann darauf aufmerksam gemacht, dass es nicht reicht, recht zu haben. Man müsse auch effektiv kommunizieren können, sodass die anderen Leute einem zuhören wollen - und dafür muss man sich natürlich auch ernsthaft mit ihnen auseinandersetzen.

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ZRUF (Profil)
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Sehr interessanter BR Artikel. Spannend auch, dass das Buch gerade erst erschienen ist und bei Amazon nicht mehr zu bekommen ist. Hatte eigentlich auf eine ebook Variante gehofft.

Aber muss dann wohl mal in den Hugendubel und es mir da holen.
Bestätigt für mich den Eindruck, den ich von einigen Presseerzeugnissen habe. Nur, Was der Agenda entspricht darf auch gedruckt werden.
Sehr bedenklich.

1
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Gast (Profil)
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Damit führt die Presse ihre eigene Existenz ad absurdum. Also natürlich sollten Falschmeldungen und unbewiesene Anschuldigunen nicht abgedruckt werden (ist mehr so das BILD Vorgehen). Aber gut recherchiere Reportagen nicht zu drucken, weil es nicht der eigenen politischen Meinung entspricht, das ist keine freie Presse mehr und damit spielt man ganz gefählich denen in die Hand, die "Lügenpresse" skandieren. Und wie soll man solche Blätter da dann noch in Schutz nehmen?
Wer Angst hat einen Artikel über Freisprüche für Neonazis zu drucken, dem ist ja selbst kaum noch zu helfen. Das heißt doch nicht, dass die Zeitung selbst voller Nazis wäre oder deren Meinung teilt. Es beweist nur das Funktionieren eines Rechtsstaates, wenn er selbst seine Feide in ordentlichen Verfahren auch freispricht. Im Gegenteil, es beweist mehr die Stärke und Größe dieser Demokratie und dass diese Leute eben nicht Recht haben, wenn sie behaupten wir leben in einer Diktatur.

4
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Klopfer (Profil) (Website)
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Das ist ein echtes Problem, das den Vertrauensverlust der Bürger in die Medien vorantreibt. Medien klopfen sich auf die Schulter und halten sich für Quellen des Qualitätsjournalismus, weil man ihnen kaum Falschinformationen nachweisen kann, dabei besteht der Knackpunkt inzwischen weniger in Fehlern als in Auslassungen. Was nicht genehm ist, kommt einfach nicht vor. Und dazu geben die Journalisten dann auch ziemlich offen zu, dass sie ihr Publikum erziehen wollen und es nicht als ihre Aufgabe sehen, einfach zu informieren.
Sehr tendenziöse Beiträge werden als Kommentar markiert, damit man die Fassade des ordentlichen Journalismus aufrechterhalten kann: "Das ist ein Meinungsbeitrag, der muss nicht objektiv sein!" - aber gleichzeitig ist in der Auswahl derer, die einen solchen Meinungsbeitrag veröffentlichen dürfen, auch schon eine kräftige Schlagseite zu erkennen.

Und die Normalos, die sich nicht fest mit einer Gruppe/Seite assoziieren, kriegen das ja auch mit. Inzwischen kann man es schon als eine Art indirekte Information werten, wenn (je nach Vorkommnis) nicht Nationalität oder politische Richtung genannt werden. (Oft kann man diese indirekte Information durch ausländische Presseberichte überprüfen.) Und es ist schon erschreckend und für unsere heimische Presse beschämend, wie oft sich diese Herleitung aus dem Nichtgenannten tatsächlich als korrekt herausstellt. Da muss man ja das Gefühl kriegen, dass man manipuliert werden soll.

3
Geschrieben am
glub glub, he whispers (Profil)
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Zu glauben, dass man es besser weiß als alle anderen, dass man die Leser erziehen muss, das ist doch reine Verblendung. Das hat mit Lessing oder Schiller nichts mehr gemein.
Letztendlich sind die ganzen Journalisten dann auch nur Opfer ihres eigenen Systems. Immer die gleichen Gedankenmuster, keine Weiterentwicklung. Keine ECHTEN kritischen/kontroversen Gedanken (und wenn, dann halt immer nur in eine Richtung - die akzeptierte). Ich mein, versuch' mal daraus auszubüchsen. Glaub, die vice, oder taz, oder wie sie alle heißen, will dich dann nicht mehr haben. ^^

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Rakshiir (Profil)
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@Klopfer
Also ganz grundsätzlich isses nicht so, dass ich der Presse nicht glaube. Und immerhin sind die Medien zum Großteil noch nicht so schlimm wie die "Journalisten" und "Kritiker" die über Filme und Spiele schreiben. Bei denen isses mittlerweile so klar, dass viele nicht objektiv und tatsächlich sachlich da drangehen, sondern eine gewisse Agenda vertreten in ihren Artikeln. Deshalb geb ich auf die Idioten auch nix mehr. Zusätzlich ziehen die ja gerne in den Krieg mit denen, die etwas nicht mögen, weil das dann alles Sexisten, Frauenfeindliche und was weiss ich nicht noch alles sind.
Aber mir ist definitiv mittlerweile schmerzlich bewusst, dass die Medien eben gerne filtern, WAS berichtet wird. Das heisst nicht, dass das was sie schreiben falsch ist, aber dass eben nicht das neutrale Bild gezeigt wird. Verschweigen ist nicht lügen, aber es ist nicht so weit davon weg.
Insofern ist Trump mit der Aussage "fake news" nicht so weit weg von der Wahrheit, in der Theorie. Der Unterschied ist: er meint was anderes, als das, was nunmal Tatsache ist. Aber weil genug Leute misstrauisch sind (zugegeben nicht ganz zu unrecht), und vermutlich auch genug blind glauben was jemand losposaunt, wenn die Person nur laut genug dabei ist, wirkt es.

Ich würde mir generell schon wünschen dass wir in allen Medien, Kritiken und Co. an nen Punkt kommen, wo es neutral und kritisch berichtet wird. Aber im Moment glaube ich nicht, dass es jemals dazu kommt.

1
Geschrieben am
Gast (Profil)
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Naja, dass Medien eine gewisse Richtugn haben, das war ja schon länger so. Die taz ist nunmal links, der Spiegel auch, aber nicht so wie die taz, Focus und Welt sind konservativ usw. man hat ja auch eine Zielgruppe. Und natürlich werden eher in der taz über Anschläge auf Linke Gruppen berichtet. Auch solche, die vielleicht weniger spektakulär sind. Umgekehrt wird das wohl in den Blättern der Neuen Rechten passieren, wenn die Antifa Rechtsextreme angegriffen hat, wovon wir vermutlich in der taz wieder nichts lesen werden.

Mag alles sein, der Platz einer Zeitung ist begrenzt, Journalisten haben nur endlich viel Zeit zum Schreiben. Was wirklich stört, ist wenn dann durch Auslassunge solchen Berichten zusätzlich eine Richtung gegeben wird. Und da bin ich ganz bei Rakshiir udn Klopfer, wenn man dann aus anderen Medien (tatsächlich häufig die ausländische PResse) einen neutralen Bericht dazu bekommt udn sich denkt, Häh? Aber warum schrieben die das bei uns denn nicht? Dann fängt man an, die Medien komisch zu finden. Und das ist ganz gefährlich, weil wir einen unabhängige Journalismus brauchen. Und dieser sich aber selbst demontiert und ja, Trump meint etwas anderes mit Fake-News, aber den Leuten könnte es so vorkommen als habe er Recht. Zumindest nicht ganz Unrecht. Und da wird es saugefährlich. as ist doch das Problem, dass Teile der Bevölkerung dann zu ganz anderen Quellen abgerückt sind und lieber QAnon glauben.
Und das ist auch was, dass der Rezo in seinem Video kritisiert hat, wie Medien zur Zeit arbeiten. Ja, man kann trefflich darüber streiten, ob seine Liste der "Guten" wirklich besser ist, aber die Missstände, die er bemängelt, die stimmen schon.

1
Geschrieben am
Sajoma (Profil)
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@glub glub, he whispers: Den Vergleich mit Lessing und Schiller habe ich nicht kommen sehen; magst du das erläutern?

1
Geschrieben am
Klopfer (Profil) (Website)
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Naja, dass Medien eine gewisse Richtugn haben, das war ja schon länger so. Die taz ist nunmal links, der Spiegel auch, aber nicht so wie die taz, Focus und Welt sind konservativ usw. man hat ja auch eine Zielgruppe.

Ja, das ist richtig. Bedenklich finde ich es aber dann bei den öffentlich-rechtlichen Medien, die als Zielgruppe eigentlich ein breites Spektrum der Gesellschaft haben müssten (immerhin müssen ja auch alle dafür bezahlen), und während ich mit den alleinstehenden Reportagen noch relativ zufrieden bin, so ist bei den Nachrichtensendungen wie "tagesschau" und "heute" schon eine Tendenz zu erkennen, was sicher dazu beiträgt, dass laut einer Studie vom Reuters-Institut ARD und ZDF im Wesentlichen deutlich mehr von Linken als vertrauenswürdig eingestuft werden - in Großbritannien hingegen ist das Vertrauen in die BBC weniger von der politischen Ausrichtung abhängig.

2
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Gast (Profil)
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Die BBC ist tatsächlich ziemlich gut. In UK gibt es im non-pay-TV aber auch viel weniger Sender. BBC1 und BBC2, Fourth Channel und noch ein oder zwei, meine ich. Also da ist die BBC auch noch ein starkes Leitmedium. Ansonsten ist die Presse in UK auch anders drauf, die sind ja so scharf, dagegen ist alles hierzulande ja lammfromm. Und so ehrverletztend das manchmal sein mag, wie die ihre Promis und Politiker angehen, so nötig scheint das manchmal zu sein.

Und ja, ich gebe Dir völlig Recht, die öffentlich-rechtlichen müssten peinlich genau auf ihre Neutralität achten.

0
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Rakshiir (Profil)
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@Klopfer
Ja, genau das meinte ich auch. Wenn wir von den Nachrichtenquellen ausgeht, die in meinen Augen neutral sein sollten, die sind es auch nicht (mehr). Und ich empfinde das als gefährlich. Einseitige Nachrichtenlage von diesen Quellen meiner Meinung nach wird Gewisse Aktionen unterstützen und fördern. Wenn ich (übertrieben gesprochen) nurnoch von den bösen Rechten höre, werden mehr nach Links fallen, oder diejenigen die schon tendenziell dort sind eher dazu bringen "was dagegen zu tun".

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Geschrieben am
ZRUF (Profil)
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Bestes Beispiel von fehlender Neutralität im ÖRR ist für mich Quer beim BR. Ich habe das ja lange Zeit sehr gerne verfolgt, weil es Probleme mit einer gewissen Portion schwarzen Humors aufgezeigt hat . So wie halt auch Extra3.
So kommt es auch, dass ich die auf Facebook abonniert habe. Anfangs war das auch wie in der Sendung noch relativ ausgewogen. Inzwischen geht es nur noch darum, dass alles was von Union, FDP, AfD etc. kommt, also alles was nicht SPD, Linkspartei und Grünen kommt, einfach durch den Dreck gezogen wird, und scheiße ist. Da fehlt auch der satirische Anstrich. Wirkt für mich einfach nur noch wie die Holzhammermethode...

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Geschrieben am
Gast (Profil)
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Dass wir mehr von rechten als von linken Straftaten hören, liegt viellicht auch an deren Anzahl, die Rechten schaffen viermal so viel wie die Linken:

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/4721/umfrage/vergleich-der-anzahl-von-rechten-und-linken-gewalttaten/

Wobe es natürlich nicht so einfach ist. Generell machen die Rechten mehr in Körperverletzungen und die Linken mehr in Sachbeschädigungen. Beides ist nicht in Ordnung, aber je nachdem wie unspektakulär die Sachbeschädigung ausfällt, verstehe ich dass sie auch schonmal weggelassen wird bei einer Zeitung wohingegen eine Körperverletzung eher eine Meldung Wert ist.

Was halt gar nicht geht ist wie beschrieben, eine fertige Reportage zu verweigern, nur weil es Neonazis sind, die da freigesprochen wurden.

2
Geschrieben am
Klopfer (Profil)
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Die Tabelle verwirrt mich etwas. Laut dem Bericht zur Politisch Motivierten Kriminalität 2018 gab es 1000 Körperverletzungen von rechts und 507 von links, warum sind die Zahlen bei Statista anders? :kratz:
(Bei Gewalttaten insgesamt haben Linke übrigens ein klein wenig die Nase vorn, weil die sich so oft mit Polizisten prügeln. :kratz: )

2019 liegen die Körperverletzungen übrigens bei 828 für rechts und 405 für links.

Dass wir mehr von rechten als von linken Straftaten hören, liegt viellicht auch an deren Anzahl, die Rechten schaffen viermal so viel wie die Linken:

Eher zwei- bis dreimal so viel, aber das liegt zum überwältigenden Teil daran, dass viele Propagandadelikte rechts eingeordnet werden, da es links keine Entsprechung gibt. Hakenkreuze sind verboten und werden automatisch als PMK rechts eingeordnet (selbst wenn Linke sie an ein AfD-Büro schmieren), und auch wenn ein abgelehnter Asylbewerber bei seiner Abschiebung "Heil Hitler" ruft, weil er damit sagen will, dass die Polizisten Nazis wären, wird es als PMK rechts eingeordnet. Aber es gibt keine Entsprechungen von links. Man darf ein RAF-Logo zeigen, und mir fällt auch keine verbotene linke Parole ein. Insofern seh ich diesen Gesamtstraftatenvergleich ein bisschen kritisch, da man linke Propagandadelikte viel schwieriger begehen kann.
(Ein weiteres Problem ist, dass die PMK-Statistik eine Eingangsstatistik ist, also der allererste Anschein zählt, anders als bei der normalen Kriminalstatistik.)

2
Geschrieben am
(Geändert am 9. Juli 2020 um 15:29 Uhr)
Gast (Profil)
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Ich finde, Propagandadelikte müssen wir nicht betrachten. Das mögen unschöne Schmierereien sein, aber da wird ja keiner von verletzt (höchstens seelisch...). Will nicht sagen, die wären alle in Ordnung, aber ich würde nur "harte" Straftaten gegenüberstellen.

Ich will auch keine "die sind aber böser" Debatten führen. Straftaten sind einfach verkehrt (deswegen sind sie ja verboten und werden bestraft), ich kann mir bei den Zahlen nur vorstellen, dass das häufigere Berichten über rechte Taten nicht nur in der Motivation der Presse begründet liegt, sondern weil es einfach bei einer Seite ein paar mehr gibt.

Ich folge ansonsten dem Vorschlag der APPD, Gewalterlebnisparks einzurichten, wo sich Extrremisten aller Couleur gerne gegenseitig die Köppe einhauen dürfen und dafür mal alle anderen in Ruhe lassen, die damit nix zu tun haben wollen.

3
Geschrieben am
Diiter (Profil)
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aber ich würde nur "harte" Straftaten gegenüberstellen.
[...]
ich kann mir bei den Zahlen nur vorstellen, dass das häufigere Berichten über rechte Taten nicht nur in der Motivation der Presse begründet liegt, sondern weil es einfach bei einer Seite ein paar mehr gibt.

Wird ja gemacht auf Seite 4, und da gehen die Linken in Führung.
Das Argument, dass das Augenmerk der Presse auf rechten Straftaten also von der Quantität der Taten abhängt, ist in der Form nicht haltbar.

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Geschrieben am
Sajoma (Profil)
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@Diiter: Hilf mir weiter, ich habe keine Lust, mich da reinzulesen. Ich sehe unter "Körperverletzungen" auf Anhieb 781:355 (rechts>links). Ob die Zahlen nun stimmen, ist eine andere Frage, aber das wäre für mich eine harte Straftat (und auch die versuchten Tötungsdelikte darüber wären es), und da stimmt deine Aussage irgendwie nicht. Oder war das nicht bei Gasts Link, sondern einem von Klopfer? Da war ich noch nicht.

0
Geschrieben am
Diiter (Profil)
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Ich rede von der PKS 2018, die Klopfer gepostet hat, hätte ich vielleicht dazu schreiben sollen.
Da gehts auf Seite 4 um politisch motivierte Gewalttaten, mit 1.340 auf der linken und 1.156 auf der rechten Seite.

0
Geschrieben am
(Geändert am 9. Juli 2020 um 19:49 Uhr)
Sajoma (Profil)
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@Diiter: Danke dir.
Ich glaube, das ist verwirrend formuliert; sie schreiben da zwar "Politisch motivierte Gewalttaten (insbesondere Körperverletzungen und Tötungsdelikte", aber schlüsseln im Gegensatz zu der ersten Tabelle, die du, glaube ich, meinst, weiter unten bei Körperverletzung explizit auf, dass es sich um 828:405 (2019) bzw 1000:507 (2018) Körperverletzungen handelte. Weiter oben scheinen, wenn man den Kontext liest, eben auch Propagandadelikte etc. mit reinzuzählen.

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Geschrieben am
Diiter (Profil)
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Propagandadelikte sind in der allerersten Tabelle, die direkt auf Seite 2 ist, enthalten. Die nächste Tabelle, auf Seite 4, sind dann alle Gewalttaten (Körperverletzung ist ja nicht die einzige Art von Gewalt, die unser Strafrecht kennt) aufgelistet und von der sprach ich auch, weil es ja darum ging, die Propagandadelikte rauszulassen. Und da sind die Linken sowohl 2018 als auch 2019 führend.

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Gast (Profil)
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Ja, die führen knapp bei den Gewalttaten, bei den Körperverletzungen und Tötungsdelikten sieht das ganz anders aus. Ich zitiere mich selbst:

Wobei es natürlich nicht so einfach ist. Generell machen die Rechten mehr in Körperverletzungen und die Linken mehr in Sachbeschädigungen. Beides ist nicht in Ordnung, aber je nachdem wie unspektakulär die Sachbeschädigung ausfällt, verstehe ich dass sie auch schonmal weggelassen wird bei einer Zeitung wohingegen eine Körperverletzung eher eine Meldung Wert ist.


Un ich verstehe nicht Diiter, was Du mir jetzt mit Deinen Posts neues sagen wolltest, dass ich nicht schon gesagt habe? Wir sind uns da doch einig.

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Geschrieben am
(Geändert am 10. Juli 2020 um 10:54 Uhr)
Sajoma (Profil)
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@Diiter: Äh, ja. Was ich sagen wollte, war, dass auch weniger harte Gewalttaten mit reinzählen - Propagandadelikte nicht, da hast du recht.

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Geschrieben am
glub glub, he whispers (Profil)
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@Sajoma, sorry, dass ich so spät antworte, und dann auch noch schlecht recherchiert und zusammengebröselt, aber ich bin grad im Endstress meiner Bachelorarbeit und habe auch keine Zeit, mich noch in irgendwas anderes reinzulesen.
Also das Ganze sehr verkürzt geschildert: Lessing und Schiller operierten mehr oder minder unter dem Motto "prodesse et delectare" (nützen und erfreuen, aufklärerischer Spruch des 18.Jahrhunderts) // ist grad n bisschen kritisch, die beiden in einen Topf zu schmeißen, da nicht so wirklich dieselbe Epoche, von daher nagel ich mich jetzt einfach mal vorrangig an Lessing fest // also deren Dramen/Balladen/etc. sind nicht nur schön zu lesen, sondern haben irgendwo auch eine Moral und wollen "belehren" (bsp. Lessings Nathan der Weise - Anhänger aller Religionen können auch friedlich koexistieren). Nun hatten diese den ehrlichen Anspruch, das Volk/die Leser durch ihre Texte irgendwie zu bilden, auf positive, konstruktive Weise. Und meines Empfindens nach hat das nichts mehr mit dem heutigen "Schaut mich an, ich bin gebildeter Kournalist, und ich sage euch jetzt, was ihr zu denken habt ("...and here's why that's a good thing")" zu tun.
So, hoffe, das war kurz genug und doch irgendwo verständlich dargestellt. :S

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Geschrieben am
(Geändert am 11. Juli 2020 um 2:34 Uhr)
Sajoma (Profil)
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@glub glub, he whispers: Erstmal viel Erfolg mit dem Bachelor. An den Endstress erinnere ich mich auch noch, aber das Gefühl nach dem Einreichen macht dann alles wieder wett...

Die positive, konstruktive Weise der Bildung durch beispielsweise Literatur diverser Epochen, nicht nur der der Aufklärung, ist mir auch sympathischer als vieles, was im aktuellen Journalismus geschieht. Nichtsdestotrotz ist allein der "Bildungsauftrag", also das Selbstverständnis, dass man die Rolle des klugen Lehrers innehat und der Rezipient der zu Belehrende sei, nicht mit der Rolle eines auf Augenhöhe agierenden Journalismus für den mündigen Bürger zu vereinbaren. In diesem Punkt sollte aus meiner Sicht der Journalismus wie die Wissenschaft handeln: man darf Meinungen, Theorien und Hypothesen haben, aber sobald es um die Darstellung der Faktenlage geht, muss es objektiv bleiben. Jede Information, die ernstzunehmend mein Gedankengebäude gefährdet, muss (nach kritischer Prüfung der Information, selbstverständlich) nicht etwa dazu führen, dass man sie verschweigt oder kleinredet, sondern dass man sein Gedankengebäude anpasst. Da sehe ich noch Potential in unserer Medienlandschaft.

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Geschrieben am
Diiter (Profil)
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Un ich verstehe nicht Diiter, was Du mir jetzt mit Deinen Posts neues sagen wolltest, dass ich nicht schon gesagt habe?

Mir ging es um deine Aussage, dass die Berichterstattung der Presse auf die Quantität der Taten gegen Personen zurückzuführen sei. Und diese Einschätzung ist mit Blick auf die Zahlen eben nicht haltbar; dass Linke im Vergleich ja größtenteils "nur" Sachbeschädigungen begehen, ist ein Mythos. Eine Sachbeschädigung ist zum Beispiel keine Gewalttat (eine solche richtet sich immer gegen Personen), die sind in den Zahlen der Gewalttaten also gar nicht enthalten.

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Gast (Profil)
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Von welchen Gewalttaten reden wir denn wenn Körperverletzung und Tötung raus sind, denn diese werden weiter unten aufgeführt. Mir fallen noch ein:
- Vergewaltigung und sexuelle Nötigung (politisch motiviert...? habe ich weder von links noch von rechts groß was zu im Kopf)
- Angriffe auf See-, Luft- und Schienenverkehr (ja, wenn die wieder die Gleise vom Castor ausbuddeln oder sich dranketten, könnte sein, wenn wird darüber berichtet, ich habe schon davon gelesen)
- Raub und Entführung (politisch motivierte linke Entführungen waren zu RAF Zeiten ein Übles Problem, inzwischen hört man davon aber nicht mehr so viel, ich würde davon ausgehen, weil es nicht stattfindet, solche Fälle sind doch immer spektakulär genug um darüber zu berichten)

Diiter, dann sag doch mal, was diese Gewaltdelikte sind. Es gibt ja eine Lücke in der Statistik zwischen der Anzahl der Gewalttaten und der Anzahl der Körperverletzungen. Erst wenn wir uns darüber einig sind, können wir sinnvoll weiterdiskutieren.

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Geschrieben am
Sajoma (Profil)
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@Gast: Ist schön, wenn ihr euch darauf einigt, aber geht es nicht letztlich ganz objektiv darum, was in dieser Statistik als solches definiert wird? Also, als Gewalttat, die aber weder Körperverletzung noch Tötungsdelikt ist? Da muss es ja eine Definition für geben, ich habe jetzt aber in 20 Sekunden Suchens keine gefunden...

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Diiter (Profil)
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@Gast: Das BMI bietet auf seiner Homepage auch eine Tabelle an, auf der die Delikte nach Gewalt- und sonstigen Taten aufgeschlüsselt sind. Betrachtet man diese im Zusammenhang mit der PKS, schließt sich auch die von dir erwähnte Lücke in der Statistik:
https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/downloads/DE/veroeffentlichungen/2020/pmk-2019-deliktsbereiche.pdf?__blob=publicationFile&v=3

Du hast also durchaus recht, wenn du sagst, dass Rechte häufiger Körperverletzungen begehen und Linke häufiger Sachbeschädigungen, aber darauf allein kann man es eben nicht reduzieren; Gewalt gegen andere Personen äußert sich nicht nur in Körperverletzungen.
Deshalb habe ich auch deine Annahme, dass die, mehr oder weniger, einseitige mediale Berichterstattung darauf zurückzuführen sei, dass Angriffe auf Personen spektakulärer sind, als Angriffe auf Sachen, in Zweifel gezogen, weil die Zahlen eine solche Interpretation meiner Meinung nach nicht stützen. Ich habe das vorher vielleicht etwas unklar formuliert, deswegen nochmal diese Klarstellung.

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Geschrieben am
Gast (Profil)
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Danke für die Statistik. Die deckt sich ja ungefähr mit den Daten von Statista, wenn ich mir das so anschaue.

Also schauen wir nochmal in die Zahlen der Gewaltdelikte. Ih denke wir sind uns einig, über Propagandadelikte brauchen wir nicht reden, das ist schon deswegen einseitig, weil es kaum anerkannte verfassungswidrige linke Symbole gibt. Und Sachbeschädigungen und so finden wir auch nicht so spektakulär. Nicht in Ordnung möchte ich betonen udn wird zurecht verfolgt und bestraft.

Rechte führen bei
- Tötungen
- Körperverletzungen
- Erpressung

Linke führen bei
- Brandstiftung
- Sprengstoffdelikten
- Landfriedensbruch
- Gefährlicher Eingriff in den Verkehr
- Raub
- Widerstandsdelikten

Ausgeglichen sind
- Freiheitsberaubung (jeweils 3 Fälle in 2018 und 2019 zusammen)
- Sexualstraftaten (beide 0)

Was mich wundert, ist dass nicht mehr über Brandstiftungen und Sprengstoffdelikte berichtet wird. Das kann ja mitunter schlimme Folgen haben. Über Eingriffe in den Verkehr wird meiner Meinung nach berichtet. Allerdings weiß ich nicht ob da die politische Gesinnung des Täters mit erwähnt wird, wenn es heißt, dass sich X Personen ans Gleisbett gekettet haben.
Was die Linken führend macht vor den Rechten sind ja die Widerstandsdelikte. Da muss ich sagen, über die wird auch schon berichtet. Also kaum ein Bericht über eine Demo vergeht ohne die Erwähnung von Ausscheitungen am Rande und dass Y Personen festgenommen wurden wegen Widerstand gegen die Staatsgewalt bzw. dass es Auseinandersetzungen zwischen z.B. der autonomen Szene/dem schwarzen Block und der Polizei gab.

Ich würde auch anhand der von Dir geposteten Statistik (die Dankenswerter Weise mehr Klarheit bringt), vorsichtig die These weiterentwickeln, dass innerhalb der Gewaltdelikte die Rechten einfach mehr von solchen Straftaten begehen, über die die Presse nunmal eher berichtet. Ein vollendetes Tötungsdelikt wird praktisch immer in den Medien aufgegriffen und da steht es 2:0 in 2019.

Wir haben ein Problem mit politischer Gewalt, von links und rechts und auch von religiös motivierter Gewalt. Die Zahlen sind etwas rückläufig aber nicht gut, jede Gewalttat ist einfach eine zu viel. Es muss sich was tun in der Gesellschaft und mehr miteinander als übereinander geredet werden. Letztlich beginnt Gewalt da, wo Sprache versagt, wo Meschen das Gefühl haben, das Reden, das bringt eh nichts, jetzt müssen Taten folgen. Und dafür muss man erstmal zuhören. Allen Seiten und die nicht von Anfang an in eine Ecke schieben, dass das Spinner sind, die eh alle Unrecht haben. Damit macht man es sich zu bequem und das wird nicht zu einer Lösung führen. Man muss Argumente hören und nachspüren, was dahinter steckt. Und dann kann man schauen ob man Ausgleiche schaffen kann, wo sie möglich sind.
Beispiel die AfD, das war zu Beginn eine Partei die den Protest gegen den Euro getragen hat. Und dass es berechtigte Sorgen gibt an einem Projekt wie dem Euro, einer Gemeinschaftswährung unterschiedlicher Staaten mit utnerschiedlicher Wirtschaftskraft, unterschieldichen Steuersystem usw. das sind ja alles keine Hinrgespinnste. So ein Protest bietet ja auch Chancen die eigene Politik zu hinterfragen, über Sicherungsmechanismen nachzudenken, der Vereinheitlichung des Wirtschaftsraumes. Die Lösung muss ja nicht heißen den Euro abzuschaffen, sondern ihn besser und sicherer zu machen. Ein Einbinden der Gegner in einen konstruktiven Dialog hätte sicherlich geholfen und die Partei wäre vielleicht nicht das geworden, was sie heute ist. Naja, Spekulationen...

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Geschrieben am

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