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    <title>Aktuelles auf Klopfers Web</title>
    <link>http://www.klopfers-web.de</link>
    <description>Neues in der "Aktuelles"-Kategorie</description>
    <language>de-de</language>
    <copyright>Copyright 2012 Christian Schmidt</copyright>
    <pubDate>Fri, 27 Apr 2012 17:58:43 GMT+1</pubDate>
    <webMaster>klopfer@klopfers-web.de (Christian Schmidt)</webMaster>
    
    <item>
      <title>Namen</title>
      <link>http://www.klopfers-web.de/blog_847</link>
      <description><![CDATA[Es begab sich, dass vor mir auf einer Rolltreppe eine junge Mutter mit ihrem Sprössling im Alter von vielleicht 5 Jahren stand. Der Knirps tat etwas, was seiner Erzeugerin überhaupt nicht behagte, und diese maßregelte ihn folgendermaßen: "Lass das, Emil! Bist du des Wahnsinns?"<br /><br /><br /><br />Weib, du hast mit dem Stänkern angefangen, als du deinen Sohn Emil nanntest. Alles, was er seitdem tut, ist gerechtfertigte Rebellion gegen ein liebloses Elternhaus. <p><i>Eventuell eingebundene Bilder und Videos werden im RSS-Feed nicht angezeigt. Bitte besuche die Webseite, um den Eintrag ggf. vollständig zu sehen und um ihn zu kommentieren.</i></p>]]></description>
      <pubDate>Fri, 27 Apr 2012 17:58:43 GMT+1</pubDate>
      <guid>http://www.klopfers-web.de/blog_847</guid>
    </item>

    <item>
      <title>Die Debatte ums Urheberrecht - Teil 4</title>
      <link>http://www.klopfers-web.de/blog_846</link>
      <description><![CDATA[Hier ist der letzte Teil der Reihe über die Urheberrechtsdebatte.<br />Teil 1 - Teil 2 - Teil 3<br /><br />Wie kann man nichtkommerzielles Kopieren fair erlauben?<br /><br />Die Freigabe von Kopien für nichtkommerzielle Zwecke ist für viele eine zentrale Forderung bei der Neuordnung des Urheberrechts. Allerdings stellt sich hier die Frage, wo man eigentlich die Grenze setzen sollte. Ist ein Blog nichtkommerziell, wenn der Betreiber Werbebanner eingeblendet hat oder beim Amazon-Partnerprogramm mitmacht? Was ist, wenn nicht der Betreiber des Blogs selbst, aber der Anbieter der Blogplattform durch die Werbebanner etwas verdient? Was passiert, wenn ein nichtkommerzieller Blogbetreiber nach einiger Zeit so erfolgreich ist, dass er anfängt, mit seinem Blog Geld zu verdienen? Kann man davon ausgehen, dass er dann all die bisherigen Blogeinträge löschen wird, die nicht von ihm stammen?<br /><br />Autoren, Zeichner und Fotografen haben naturgemäß ein Problem, welches bei Musikern und Filmschaffenden weniger auftritt: Beim Kopieren verschwindet gerne mal die Urheberangabe. Ich habe bisher in der ganzen Debatte noch niemanden gesehen, der das in Ordnung findet. Aber müssen wir als Urheber unbedingt damit zufrieden sein, dass der Übeltäter, der dabei erwischt wurde, einfach die Quellenangabe hinzufügt und sonst so weitermacht wie bisher?<br /><br />Viele Urheber veröffentlichen den Großteil ihres Schaffens schon jetzt gratis im Netz. Dahinter steht natürlich die Hoffnung, dass einem Teil der Besucher die Inhalte so gut gefallen, dass sie den Schöpfer irgendwie unterstützen, ob sie nun im Webshop bestellen, seine Bücher kaufen oder die Werbebanner anklicken. Für die Urheber ist es daher natürlich wichtig, dass die Seite eine gewisse Exklusivität behält. Würde das nichtkommerzielle Kopieren bedingungslos legalisiert, könnte sich jemand eine Seite aufbauen, auf der er jeden Tag nach und nach alle Inhalte von Nichtlustig, Lawblog, Fernsehkritik.tv, Klopfers Web usw. veröffentlicht. Quasi EBaumsWorld, aber unkommerziell – fürs Erste. Für die Leute, die diese Inhalte mögen, gibt es dann kaum noch eine Motivation, auf die ursprünglichen Seiten der Urheber zu gehen. Schon jetzt ist es ja so, dass die Leute seltener auf den Link zur Quelle eines längeren Textes klicken, wenn sie ihn schon komplett gelesen haben, als wenn sie diesen Text nur im Anriss oder in Form von Zitaten gelesen hätten und auf die Seite des Autors gehen müssten, um ihn komplett lesen zu können. Für die Urheber, die schon versuchen, ohne irgendwelche Verwerter zwischen ihnen und dem Publikum zu arbeiten, ist eine komplette Freigabe privater Kopien eine zusätzliche Erschwernis ihrer Lage. <br /><br />Allerdings sehe auch ich, dass gewisse Nutzungen von urheberrechtlich geschütztem Material zumindest im nichtkommerziellen Bereich problemlos möglich sein sollten. Wenn jemand meine Texte als Grundlage nimmt, um selbst kreativ zu werden, finde ich das großartig. Dazu zählt aber nicht, sich dabei zu filmen, wie man auf dem Bett sitzt und meine LmD-Antworten vorliest. Auch Parodien sollten wie in den Vereinigten Staaten ohne Probleme erlaubt sein. Derartige Fair-Use-Regeln fehlen momentan im deutschen Urheberrecht oder sind nicht klar genug formuliert.<br /><br />Es geht um Freiheit<br /><br />„Freiheit“ ist das Wort, welches in dieser Debatte häufig genannt wird. Der Informationsfluss soll frei sein, und viele meinen, „frei“ bedeute „kostenlos“, obwohl das gar nicht der Kern der Sache ist. Wenn zwischen einem Menschen und einem Kunstwerk nur ein paar Euro stehen, dann ist das keine Unfreiheit, so wie ich nicht unfrei bin, was den Verzehr von Fleisch angeht, bloß weil ich für eine Rostbratwurst im Brötchen über einen Euro zahlen muss.<br /><br />Wie steht es aber um die Freiheit der Künstler? Sie sollten schließlich die Freiheit haben, selbst zu entscheiden, in welcher Form und unter welchen Bedingungen sie ihre Werke veröffentlichen. Bekannte Vorschläge für die Reform des Urheberrechts nehmen ihnen diese Freiheit, die eigentlich der Kernpunkt des Urheberrechts überhaupt ist. Ich veröffentliche die meisten meiner Texte im Internet. Jeder kann sie lesen, der auf meine Website geht. Manche Texte veröffentliche ich nur in meinen Büchern, als Dankeschön für diejenigen, die mich durch den Kauf finanziell unterstützen. Ich denke, es ist mir und den ehrlichen Käufern gegenüber fair, wenn diese Texte nicht einfach ohne mein Einverständnis überall erscheinen. Wer Urheber wirklich unterstützen will, sollte das nachvollziehen können.<br /><br />Gedanken zum Schluss<br /><br />Was bleibt also von der Debatte um das Urheberrecht? Nichts Konkretes jedenfalls. Schon die Kritik am Urheberrecht selbst ist meistens eher wischiwaschi, kaum jemand benennt mal einen konkreten Paragraphen und sagt, was daran so furchtbar ist und wie man ihn genau ändern sollte. Eine Ausnahme sind die Schutzfristen, die ein Urheberrecht bis 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers sicherstellen, aber das sind eher Scheingefechte, denn die Leute, die heutzutage wegen Filesharing abgemahnt werden, werden das selten, weil sie Platten von Heinz Erhardt oder Hans Albers hochgeladen haben. In Foren stelle ich meistens eine erschreckende Ahnungslosigkeit fest, was das Urheberrecht überhaupt besagt, schützt, verbietet und erlaubt. Auf dieser Basis ist eine Diskussion über das Urheberrecht natürlich totaler Quatsch, das ist so, als würde man mit einem Blinden über Farben streiten. Der Satz „Die Rechte der Urheber sollen gestärkt werden“ ist genau wie „Natürlich sollen Urheber Geld mit ihren Werken verdienen“ ein reines Lippenbekenntnis, wenn kein konkreter Vorschlag erfolgt, wie das durch ein reformiertes Urheberrecht sichergestellt werden soll. Wer in der Politik für Urheber wählbar sein will, muss sich dessen bewusst sein und darf sich nicht auf diesen Lippenbekenntnissen ausruhen, nur um klagen zu können, dass die eigenen Ziele in den Medien falsch dargestellt worden wären.<br /><br />Die vorherigen Teile: Teil 1 - Teil 2 - Teil 3<p><i>Eventuell eingebundene Bilder und Videos werden im RSS-Feed nicht angezeigt. Bitte besuche die Webseite, um den Eintrag ggf. vollständig zu sehen und um ihn zu kommentieren.</i></p>]]></description>
      <pubDate>Tue, 24 Apr 2012 15:08:20 GMT+1</pubDate>
      <guid>http://www.klopfers-web.de/blog_846</guid>
    </item>

    <item>
      <title>Die Debatte ums Urheberrecht - Teil 3</title>
      <link>http://www.klopfers-web.de/blog_845</link>
      <description><![CDATA[Hier ist der dritte Teil meines Textes zur Urheberrechtsdebatte. Teil 1 - Teil 2<br /><br />Verwertungsgesellschaften sind (meistens) hilfreich<br /><br />Klar, auch ich bin sauer, wenn ich Videos auf Youtube nicht gucken kann, obwohl die Plattenfirmen selbst die Stücke dort veröffentlicht haben. Und die Verteilung von Geldern durch die GEMA ist einfach nur obszön. Dennoch haben Verwertungsgesellschaften, von denen die GEMA nur eine ist, wichtige Funktionen, denn sie sind Ansprechpartner für die, die fremde Werke aufführen, vervielfältigen oder nutzen wollen. Es wäre eine wahnsinnige Arbeit, wenn ein Radiosender jeden Künstler, von dem ein Lied gespielt wird, einzeln kontaktieren und um die Sendeerlaubnis bitten müsste. Deswegen haben Musikkünstler, die nicht bei der GEMA sind, oft Schwierigkeiten, ihre Lieder im Radio spielen zu lassen, weil das über die Pauschalzahlung an die GEMA nicht abgegolten wäre. Auch die Verwendung von fremden Bildern oder Texten wird über die Verwertungsgesellschaften vereinfacht. Und sicher, über Abgaben für Leermedien, Kopierer etc. wird auch versucht, den Urhebern die Existenz von Privatkopien ihrer Werke zu versüßen. <br /><br />Wenn im Bemühen um ein reformiertes Urheberrecht die Urheber auf der Seite der Ausgebeuteten und die Verwerter sowie die Verwertungsgesellschaften auf der Seite der Ausbeuter verortet werden, dann wird auch hier nicht beachtet, dass wir Urheber viele Dinge einzeln ohne die Verwertungsgesellschaften nicht oder nur schwer schaffen würden. Wenn irgendwer Geld einnimmt, weil er fremde Lieder oder Texte vorträgt, dann dürfte es den meisten Menschen einleuchten, dass die Urheber (zumindest soweit die Werke nicht zu alt sind) auch ein Stück vom Kuchen verdient haben. Aber welcher Veranstalter will jedem einzelnen Künstler hinterherlaufen und das rechtlich abklären? Die Verwertungsgesellschaften bieten daher auch Rechtssicherheit für die, die fremdes Material verwenden.<br /><br />Das soll natürlich nicht heißen, dass es keinen Änderungsbedarf gäbe. Gerade im Musikbereich liegt da vieles im Argen, und was ich über die Mitgliedsstruktur bei der GEMA und die Einflussmöglichkeiten der Mitglieder lese, lässt mich schaudern. Eine komplette Abschaffung der Verwertungsgesellschaften würde aber auch die kommerzielle Verwendung von Kunstwerken wahnsinnig verkomplizieren.<br /><br />Die Kulturflatrate ist problematisch<br /><br />Mehrere Parteien haben inzwischen die Kulturflatrate als Lösung für die zukünftige Vergütung der Urheber entdeckt, aber was die tatsächliche Umsetzung angeht, so hört man wenig konkrete Ideen. Mit gutem Grund: Während der normale Konsument mit der Zahlung seiner Kulturpauschale seine Pflicht getan hätte, so zeigt sich auf der anderen Seite das gigantische Problem der fairen Verteilung der Gelder. Soll jedes Werk bei gleicher Beliebtheit auch gleich vergütet werden, oder sollen Filmwerke einen größeren Anteil bekommen, weil sie auch aufwendiger zu realisieren sind? Welche Werke werden überhaupt abgedeckt? Sollen verwackelte Videos von kichernden Teenagern auf einem Bahnsteig genauso von der Kulturflatrate abgedeckt werden wie Kurzfilme? Und wie bestimmt man, wie beliebt welche Werke sind, um eine faire Vergütung zu gewährleisten?<br /><br />Für die VG-Wort-Meldung von Texten im Internet muss ich bei jedem besagten Text einen Zählpixel einfügen und sowohl den Link dahin als auch den Text selbst bei der VG Wort angeben. Wenn aber alles frei kopiert werden darf und man sich nicht darauf verlassen kann, dass Zählpixel mitkopiert und die Adressen an die Urheber gemeldet werden, dann verzerrt das die Erfassung der Beliebtheit von Werken ungemein. Die Umsetzung der Kulturflatrate ist sowohl technisch als auch bürokratisch eine Mammutaufgabe, was natürlich die Frage aufwirft, wie viel Geld dieses Ungetüm dann eigentlich für die Urheber übrig lässt. Gerade wenn sich durch die Kulturflatrate das Nutzungsverhalten drastisch ändert, weil man plötzlich ohne Angst vor Abmahnungen Filme und Musik gratis aus dem Netz laden kann, und deswegen noch weniger im Laden oder über Online-Shops verkauft wird, muss man sich überhaupt fragen, inwieweit die Kulturflatrate überhaupt in der Lage ist, einen gerechten Ausgleich zwischen Privatleuten und Urhebern zu schaffen. Die einen wollen keine 100 Euro im Monat zahlen, die anderen haben nichts davon, wenn sie für jedes Werk insgesamt nur einen halben Cent bekommen.<br />(Bei Netzwertig.com findet man einen ausgiebigeren Text über die Probleme der Kulturflatrate.)<br /><br />Flattr, Spenden und so weiter bringen zu wenig ein<br /><br />Der CCC nennt es „Kulturwertmark“, im Endeffekt ist es das, was man in den virtuellen Hut wirft, den der Künstler nach erfolgtem Konsum vorzeigt. Während man früher Paypal-Buttons und Kontodaten veröffentlichte, gibt es heute mit Flattr einen Dienst, der so etwas bequemer ermöglicht. Das Problem ist nur, dass eine nachhaltige Finanzierung damit nicht möglich ist. <br /><br />Ein persönliches Beispiel: Im Februar 2011 brachte Flattr mir 10,27 Euro, im März 2011 sogar 21,70 Euro. Im Februar 2012 waren es dagegen 3,27 Euro, im März sogar nur 91 Cent. Meine Lästerei zum ersten Twilight-Film wurde elf Mal geflattrt, die zum zweiten Teil überhaupt nicht, obwohl die Resonanz darauf ähnlich gut war. Leute spenden gerne etwas, wenn sie es neu entdecken. Bei den meisten schläft es aber ein, sobald der Reiz des Neuen weg ist, auch wenn sie weiterhin gerne die Werke lesen, anschauen oder hören. Es hat seinen Grund, warum die ganzen Hilfsorganisationen keine Spendenbüchsen mehr herumgehen lassen, sondern regelmäßig die Kohle vom Konto einziehen wollen, damit man sich als Spender Mühe geben muss, nicht mehr zu spenden.<br /><br />Auch bei anderen stagnieren oder sinken die Einnahmen per Flattr. Taz.de hat im Februar des letzten Jahres über 1200 Euro per Flattr eingenommen, im Februar 2012 waren es unter 700 Euro. Eine Redakteursstelle kann man damit nicht bezahlen. Das Lawblog veröffentlicht keine Flattr-Einnahmen mehr, aber ich schätze, die 300 Euro monatlich, die im vorletzten Jahr reinkamen, sind auch nichts, was die Verfechter der „veralteten Geschäftsmodelle“ als ordentliche Finanzierungsgrundlage gelten lassen würden, und wir reden hier immerhin von einem der erfolgreichsten Blogs Deutschlands. <br /><br />Auch carta.info diagnostiziert in den Flattr-Charts für Januar 2012, dass sich Flattr fast nur noch für Podcasts lohnt. Klar ist es nett, wenn man mit den Flattr-Einnahmen mal einen Hamburger im Monat kaufen kann. Aber man sollte nicht so tun, als würde in diesen freiwilligen Spenden die Lösung für eine nachhaltige Finanzierung von Urhebern liegen.<br /><br />Ich sehe keine neuen Geschäftsmodelle<br /><br />Es wird gerne davon geredet, dass die Verwerter und Urheber „veraltete Geschäftsmodelle“ schützen wollen, anstatt sich an die neuen Gegebenheiten anzupassen und nach neuen Geschäftsmodellen zu suchen. Ich bin ja offen für alles, aber wo sind denn diese neuen Geschäftsmodelle? Das WWW boomt seit über 10 Jahren, inzwischen müsste es doch wenigstens ein paar Leute geben, die einige dieser neuen Geschäftsmodelle entdeckt haben? Stattdessen sehe ich nur alte Geschäftsmodelle, die die neuen Möglichkeiten der Kommunikation ausnutzen. Datenhandel à la Facebook gab es schon früher, man frage nur die GEZ, die schon lange so an Adressen kommt. Werbung überall hinzupflastern gab es auch schon vorher, und irgendwelche nützlichen Sachen gratis zu veröffentlichen, um dort dann Werbung für sich oder andere zu machen, ist ebenfalls keine neue Idee für alle, die vor fünfzehn Jahren kostenlose Bewerbungsratgeber von der AOK oder Gratis-Magazine der städtischen Clubszene gelesen haben. Versandhandel betrieb man früher ausschließlich per Katalog statt online, Auktionen veranstaltet man immer noch gerne vor Ort und nicht nur bei Ebay. Provisionszahlungen für vermittelte Aufträge sind ebenfalls keine Erfindung der New Economy.<br /><br />Ein Geschäftsmodell muss immer noch sagen, wie man Geld einnimmt. Und das passiert wie früher entweder durch direkte Zahlungen der Nutzer, den Verkauf ihrer Daten oder durch den Verkauf von Werbeplätzen. Das grundlegende Geschäftsmodell von Google ist nicht „Suchmaschine sein“, sondern „Werbeplatz verkaufen“. Die Suchmaschine ist nur Mittel zum Zweck, weil man eine Plattform braucht, um die Werbung anzuzeigen. Der gerade von Facebook für eine Milliarde Dollar gekaufte Bildfilterhochladedingsbums-Dienst Instagram hat bisher gar kein Geschäftsmodell, auch wenn die Macher persönlich vielleicht das Geschäftsmodell „Wir verkaufen unseren Schuppen an eine reiche Firma und vergolden uns so die Eier“ im Hinterkopf pflegten. Das hatten wir aber alles schon mal in der Dot-Com-Blase, wo enorm viele Firmen auch kein tragfähiges Geschäftsmodell hatten, es aber vor lauter Begeisterung all den Investoren gar nicht auffiel.<br /><br />Daher bitte ich einfach um Erleuchtung: Die Urheber sollen unter Umgehung von Verwertern direkt mit ihrem Publikum Geld verdienen. Bezahlschranken nerven und gefallen niemandem, Werbung wird von vielen durch Werbeblocker ausgeblendet. Wo ist das geheimnisvolle Geschäftsmodell, was uns allen Seelenheil verspricht? Und warum haben es selbst die Alphablogger nicht gefunden, die immer davon sprechen und dabei doch eher von anderen Jobs (womöglich sogar in der viel gescholtenen Totholz-Industrie) leben?<br /><br />Teil 1 gibt es hier. - Teil 2 gibt es hier.<br />Fortsetzung in Teil 4<p><i>Eventuell eingebundene Bilder und Videos werden im RSS-Feed nicht angezeigt. Bitte besuche die Webseite, um den Eintrag ggf. vollständig zu sehen und um ihn zu kommentieren.</i></p>]]></description>
      <pubDate>Mon, 23 Apr 2012 15:51:03 GMT+1</pubDate>
      <guid>http://www.klopfers-web.de/blog_845</guid>
    </item>

    <item>
      <title>Jubel zwischendurch</title>
      <link>http://www.klopfers-web.de/blog_844</link>
      <description><![CDATA[Hab es ja noch gar nicht verkündet: Von "Sexpanzer und Babytod" sind inzwischen über 1000 Exemplare verkauft worden!  <br />[BILD]<br />Vielen Dank an alle, die das möglich gemacht haben, und ich hoffe, dass da noch viele weitere Exemplare ihre Leser finden. ^^<p><i>Eventuell eingebundene Bilder und Videos werden im RSS-Feed nicht angezeigt. Bitte besuche die Webseite, um den Eintrag ggf. vollständig zu sehen und um ihn zu kommentieren.</i></p>]]></description>
      <pubDate>Sun, 22 Apr 2012 23:29:03 GMT+1</pubDate>
      <guid>http://www.klopfers-web.de/blog_844</guid>
    </item>

    <item>
      <title>Die Debatte ums Urheberrecht - Teil 2</title>
      <link>http://www.klopfers-web.de/blog_843</link>
      <description><![CDATA[Hier ist der zweite Teil meiner Gedanken zur Urheberrechtsdebatte. Teil 1 findet man hier.<br /><br />Kunst macht Arbeit<br /><br />Kaum jemand behauptet offen das Gegenteil, aber im Prinzip ist es genau das, was viele Leute mitteilen, wenn sie ihr Unverständnis darüber ausdrücken, dass jemand gerne seinen Lebensunterhalt mit dem verdienen möchte, was er mit großem Zeitaufwand geschaffen hat und was auch von den Menschen begeistert genossen wird. (Es geht hier nicht um Künstler, die gar kein Publikum für ihre Kunst haben. Darüber reden wir überhaupt nicht, weil es da nichts zu sagen gibt. Wer etwas macht, was keinen interessiert, der muss sich auch keine Sorgen über illegales Kopieren machen.) Es ist Arbeit, ein Buch zu schreiben, ein Lied zu komponieren, Bilder zu malen und so weiter, auch wenn es uns Künstlern im Prinzip Spaß macht. Trotzdem gelangen wir – wie jeder andere auch, der arbeitet – oft an Punkte, bei denen es keinen Spaß macht, wir uns durchbeißen müssen und uns auch gerne mal quälen. Ich schreibe das nicht, um Mitleid zu erregen, sondern um einfach klarzumachen, dass es eben nicht so ist, dass man mit Leichtigkeit ein paar Stunden in der Woche arbeitet, um dann selbstzufrieden in den Sessel zu sinken und ein paar dicke Geldbündel zu kassieren. Das führt mich auch gleich zum nächsten Punkt.<br /><br />Wenn künstlerische Arbeit nur noch als Hobby möglich wäre, gäbe es deutlich weniger Kunst<br /><br />Es ist eigentlich peinlich, dass ich darauf überhaupt eingehen muss, aber ich lese es so oft, dass ich langsam den Verdacht habe, dass diese Blogger es tatsächlich glauben: Angeblich würde es ja gar kein Problem sein, wenn Musiker, Autoren und andere Urheber von ihren Werken nicht leben könnten, weil es ja zu den Grundbedürfnissen der Menschen gehören würde, Kunst zu erschaffen, weswegen all die tollen Werke dann eben in der Freizeit entstehen würden. Als Beispiel werden dann gerne sowohl künstlerische Werke als auch Projekte wie Wikipedia oder Open-Source-Programme genannt. Es möge mal jeder durchgehen, was er tagtäglich konsumiert, um sich zu informieren oder zu unterhalten, und dabei überlegen, wie lange es dauern würde, all das am Wochenende oder nach der Arbeit zu erschaffen. Glaubt tatsächlich jemand, es gäbe sieben Harry-Potter-Bände, wenn J.K. Rowling nach dem ersten Buch gezwungen worden wäre, als Lehrerin zu arbeiten? Hätte die Dark-Tower-Reihe von Stephen King inzwischen acht Bände, wenn er damit kein Geld verdient hätte? Von Filmen, Computerspielen, Musikalben etc. möchte ich gar nicht anfangen, zumal hier die Kosten für die Realisierung meistens noch weitaus höher sind als bei Büchern. Jedenfalls: Kunst macht Arbeit, und das heißt, sie braucht Zeit. Als Autor kann ich in erster Linie natürlich vom Schreiben erzählen. Und die Arbeitszeit, die ein Text verschlingt, besteht nur zum geringsten Teil aus dem Verfassen des Textes selbst. Viel mehr Zeit geht für Ideenfindung und Recherche drauf. „Autoren wollen gelesen werden“ ist ein toller Spruch, aber auch nicht mehr. Wenn man keine Zeit zum Schreiben hat, dann wird es eben kein Buch, sondern höchstens eine Kurzgeschichte. Oder man hört nach dem dritten Kapitel auf, weil die Motivation flöten gegangen ist und man nicht durch wirtschaftliche Zwänge dazu gedrängt wird, den inneren Schweinehund zu überwinden, da man sonst nichts zu essen hat. Im Mittelalter gab es kein Urheberrecht, aber die Künstler, an die man sich erinnert, waren auch keine Bauern, Schmiede oder Stallburschen, die Kunst bei Kerzenschein nach der Arbeit schufen, sondern Leute, die damit ihren Lebensunterhalt verdienten.<br />Selbst bei den gerne genannten Musterbeispielen ist die Sachlage nicht so simpel, wie gerne angedeutet wird. Beim Linux-Kernel, einem der Flaggschiffe der Open-Source-Bewegung, kommen 80 Prozent der Änderungen mittlerweile von bezahlten Programmierern. Und dass bei vielen Artikeln der Wikipedia die Zuverlässigkeit nicht sonderlich hoch ist, weil Fachleute keine Zeit oder Lust haben oder von löschwütigen Administratoren vergrault werden, ist auch nicht unbekannt.<br /><br />Künstler sind Freiberufler<br /><br />Auch das sollte eigentlich klar sein, aber offenbar ist die Bedeutung noch nicht ganz durchgedrungen. Künstler sind meistens nicht fest angestellt, sie kriegen also kein regelmäßiges Gehalt, sondern hangeln sich von Honorar zu Honorar. Wenn man krank ist und keine gesonderte Versicherung abgeschlossen (und bezahlt) hat, gibt es keine Lohnfortzahlung.<br />Und deswegen ist es Quatsch, wenn ein festangestellter Programmierer herumheult, dass er ja für von ihm geschriebene Programme auch nicht weiter bezahlt wird, wenn die fertig sind. Er hat dafür mehr Sicherheit (und meistens sowieso trotzdem noch mehr Geld als die meisten Künstler). Würde er als selbstständiger Programmierer arbeiten und ein Kunde verlangte von ihm ein bestimmtes Programm, so würde er doch auch nicht auf die Idee kommen, das Programm an alle weiteren Kunden zu verschenken. Sicher, wenn er sich ausrechnen kann, dass er das Programm mehrfach verkaufen kann, wird er seine Arbeitskosten vielleicht nicht komplett auf den ersten Kunden abwälzen, sondern auf die in nächster Zeit zu erwartende Kundschaft aufteilen. Und wenn er nicht gerade enorm gut bei Kasse ist, wird er vermutlich auch nicht mit dem Verschenken anfangen, sobald die Kosten wieder eingespielt wurden.<br /><br />Und weil ich auch das Argument „Man bezahlt ja einen Bäcker auch nicht mehrfach für ein Brötchen“ gelesen habe: Ein Bäcker ändert auch nicht für jedes Brötchen sein Rezept. Im Endeffekt bezahlt man für eine Kopie seines Brötchens. Und wer mehr Brötchen einer Sorte kauft, bezahlt eben mehrere Kopien des gleichen Brötchens.<br /><br />Die Verwerter sind hilfreich<br /><br />Das Feindbild sind für viele die bösen Verwerter, die die Urheber ausbeuten. Und wie so oft haben Feindbilder mit der Realität wenig zu tun. Ich will gar nicht bestreiten, dass es Fälle gibt, in denen Urheber beim Aushandeln ihrer Verträge über den Tisch gezogen wurden. Allerdings hat es einen Grund, warum Urheber so oft Verträge mit den Verwertern haben wollen: Sie profitieren davon. Gar nicht mal so selten profitieren Urheber mehr als die Verwerter.<br /><br />Um das zu verstehen, muss man erst einmal wissen, was die Verwerter tun. Bei Filmstudios ist es klar. Sie sorgen dafür, dass aus einem Drehbuch ein Film wird, bezahlen Schauspieler, Regisseur, Kameramänner, Maskenbildner, Kulissenbauer und so weiter. Plattenfirmen bezahlen Studiozeiten und eventuelle Musikvideos, machen Promotion und sorgen dafür, dass CDs in den Läden stehen. Buchverlage bezahlen Korrektoren, Lektoren, Layouter, die Covergestaltung, den Druck und den Vertrieb. Heißt im Endeffekt: Die Verwerter stecken richtig Geld rein, um die Werke der Urheber marktreif zu kriegen, deswegen kommt das Wort „Verlag“ auch von „vorlegen“. Die Urheber profitieren natürlich von der Infrastruktur der Verwerter und müssen dafür nichts bezahlen. Sie selbst könnten die ganze Arbeit nicht oder nur schwer allein stemmen. Ich kenne das Verlagswesen ja von beiden Seiten, sowohl als Korrektor als auch als Buchautor, und ich kann nur sagen, dass viele Autoren schon bei der Rechtschreibung scheitern. Im Selbstverlag sein Buch in die Regale einer Buchhandelskette wie Thalia zu kriegen, ist nahezu unmöglich.[BILD]<br />Hier am Beispiel eines Buches mit dem Ladenpreis von 9,95 Euro, was von dem Geld an wen geht, wenn man durchaus marktübliche Bedingungen ansetzt. Der Autor bekommt 9 Prozent vom Nettoverkaufspreis, der Buchhändler hat einen Rabatt von 50 Prozent vom Nettoverkaufspreis ausgehandelt.<br />Der Buchhändler muss Ladenmiete, Strom, Personal usw. bezahlen. Der Verlag finanziert Lektorat, Cover, Herstellung, Druck, Lager und Vertrieb des Buches (kostet locker fünfstellige Summen), zusätzlich hat er noch seine Kosten für Büro, Personal, Strom, Internet usw.<br />Es müssen sich recht viele Exemplare verkaufen, bis der Verlag überhaupt Geld macht. Nur ein Bestseller bringt wirklich nennenswert Profit ein, deswegen sind die meisten Buchverlage kleine Unternehmen, die gerade so überleben.<br /><br /><br />Je nach Branche gibt es Unterschiede, was die Vergütung angeht. Im Buchbereich wird den Autoren ein bestimmter Anteil des Nettoverkaufspreises eines Buches zugestanden, wobei der Verlag einen vertraglich festgelegten Mindestbetrag schon vorher auszahlt. Selbst wenn sich das Buch nicht oft genug verkauft, kann der Autor diesen Vorschuss behalten. Ähnliche Konstruktionen gibt es in den anderen Branchen. Erfolg kann man nicht planen, daher setzen die Verwerter darauf, dass wenigstens ein paar der Veröffentlichungen genug Geld einbringen. Der Rest spielt seine Kosten gerade so ein oder wird zum Verlustgeschäft. Wenn der Verlag einen langen Atem hat, werden verlustbringende Autoren über mehrere Bücher hin aufgebaut, weil man glaubt, irgendwann das ganze Geld wieder einzuspielen. Auch wenn es unangenehm ist: Oft kosten die Urheber die Verwerter mehr als sie ihnen einbringen. Und wenn die Verwerter mal viel Geld mit einem Werk einnehmen, investieren sie große Teile davon wieder in andere Urheber. Das Ausbeuterbild, was die Verwerter in den Köpfen vieler Menschen haben, trifft so einfach nicht zu.<br /><br />Übrigens dürfen sich auch Musikbands, die sich heute dafür feiern lassen, dass sie ihre Alben per „Bezahl so viel du willst“-Strategie im Internet veröffentlichen und damit einiges an Geld einnehmen, bei ihren ehemaligen Plattenfirmen bedanken, ohne deren Arbeit sie heute nicht weltbekannt wären und Zugang zu Millionen von Fans hätten.<br /><br />Teil 1 hier.<br />Fortsetzung in Teil 3 hier<p><i>Eventuell eingebundene Bilder und Videos werden im RSS-Feed nicht angezeigt. Bitte besuche die Webseite, um den Eintrag ggf. vollständig zu sehen und um ihn zu kommentieren.</i></p>]]></description>
      <pubDate>Sun, 22 Apr 2012 15:49:27 GMT+1</pubDate>
      <guid>http://www.klopfers-web.de/blog_843</guid>
    </item>

    <item>
      <title>Die Debatte ums Urheberrecht - Teil 1</title>
      <link>http://www.klopfers-web.de/blog_842</link>
      <description><![CDATA[Wieder mal kocht die Urheberdebatte hoch, und wieder einmal habe ich das Gefühl, dass keine der beiden Seiten einander wirklich verstehen kann oder will. Auf 50 Unterzeichner eines Pamphlets auf einer Seite folgen 51 für die Gegenseite, 100 Verfasser von Wortmeldungen für eine Position rufen die Reaktion von 101 (oder 102) Verfassern dagegen auf, auf aggressives Vokabular folgen noch aggressivere Antworten. Mittlerweile wäre ich nicht mal mehr überrascht, wenn sie sich gegenseitig zu einer Schlägerei auffordern, um die Sache endlich mal wie Männer zu regeln. Saudumme Äußerungen gibt es auf beiden Seiten, aber anstatt darauf mal einzugehen, ignoriert man die Fehltritte seiner Kampfgenossen lieber, weil man es für klüger hält, möglichst beißwütig die Kontrahenten anzukläffen.<br /><br />Ich sag es gleich: Ich hab auch keine Wunderlösung, aber einige Gedanken will ich wenigstens mal aufs virtuelle Papier bringen.<br /><br />Was nicht verkauft wurde, kann nicht gezählt werden<br /><br />Immer, wenn beziffert werden soll, wie viel Schaden durch illegales Kopieren angerichtet wird, verspielt man an Glaubwürdigkeit, wenn man tatsächlich eine Zahl nennt. Es ist schon nicht leicht zu bestimmen, wie viele unrechtmäßig erstellte Kopien eines Werkes überhaupt im Umlauf sind, aber dann noch vorhersagen zu wollen, wie viele von denen, die diese Kopien haben, tatsächlich das Original gekauft hätten, wenn sie keine andere Möglichkeit gehabt hätten, an das Werk heranzukommen, dürfte gegen einige Naturgesetze verstoßen. Das heißt wohlgemerkt nicht, dass es durch illegales Kopieren gar keine Schäden gäbe, da habe ich genug persönliche Erfahrungen gemacht, die mir das Gegenteil beweisen. Aber so wie ein Cafébesitzer auch nur sagen kann, dass er bestimmt mehr Kunden hätte, wenn es nicht die Starbucks-Filiale an der Ecke gäbe, allerdings keine genauen Schadenszahlen berechnen kann, so können auch die Urheber und Verwerter nur sagen, dass ihnen Geld durch die Lappen geht, aber nicht wie viel.<br /><br />Das Internet ist nicht immer schuld<br /><br />Natürlich kann man sich fragen, inwieweit das Internet daran beteiligt ist, wenn die Einnahmen durch traditionelle Vertriebswege abnehmen. Man sollte allerdings nicht den unangenehmen Gedanken ignorieren, dass das Interesse des Publikums an bestimmten Werken abgenommen hat, eventuell durch geschäftliche Entscheidungen, die man getroffen hat, um die Kosten zu reduzieren, eventuell aber auch, weil man inhaltlich nicht (mehr) das bietet, was die Zielgruppe haben will. Viele Zeitungen sind beispielsweise beliebig austauschbar, weil sie zum großen Teil sowieso aus Agenturmeldungen bestehen oder Artikel innerhalb einer Verlagsgruppe fröhlich von einem ganzen Dutzend Zeitungen verwurstet werden. <br />Anders als viele denke ich aber nicht, dass die Lösung für die Presse darin besteht, mehr auf lokale Nachrichten zu setzen. Lokalnachrichten sind meistens sterbenslangweilig und für die Nachwuchsjournalisten, die mit Reportagen über Kürbiswettbewerbe und Tage der offenen Tür in der örtlichen Behindertenwerkstatt ihre Sporen verdienen müssen, auch nicht wesentlich spannender. <br />Ich denke, die Zeitungen müssen wieder unterscheidbar werden. Sie müssen einen eigenen Charakter entwickeln, sodass man beim Lesen eines Artikels merkt: „Ja, das ist der Hasenhausener Bote, wie ich ihn kenne!“ In den Zeitungsredaktionen müssen Persönlichkeiten herangebildet werden, die den jeweiligen Zeitungen ihren Charakter geben und dem Leser einen Grund geben, ausgerechnet diese Zeitung zu kaufen. Wird aber meistens nicht gemacht, weil man sie dann einfacher feuern und durch billigere Schreibkräfte ersetzen kann. Außerdem hat man heute zu viel Angst, irgendwo anzuecken. Wenn man als Zeitung Aufmerksamkeit braucht, druckt man lieber ein Gedicht von Grass ab, den muss man nicht dauerhaft durchschleppen und riskieren, dass er Abonnenten vergrault.<br /><br />Andere Dussligkeiten treiben das Publikum dazu, sich ihren Stoff im Internet herunterzuladen. Wenn RTL bei der Ausstrahlung von „Dr. House“ wild alte und neue Folgen durcheinanderwürfelt und zwischendrin mal gar keine neuen Episoden sendet, dann darf man sich nicht wundern, wenn die Fans sich die Folgen lieber im Netz holen. Man darf sich auch nicht wundern, dass die meisten „Top Gear“-Fans auf der Welt die Folgen per Torrent herunterladen, statt sie im Fernsehen anzuschauen oder auf DVD zu kaufen: Die Videos aus dem Netz sind nicht geschnitten, die Musik ist die, die die Macher original verwendeten, und man muss sich nicht mit einer selten dämlichen Synchro herumärgern, bei der nur jeder dritte Witz übersetzt wurde, und das auch nur so mittelprächtig. (Das mit der Synchro ist auch so ein Problem bei „Mythbusters“.) Nebenbei gesagt finde ich es auch vollkommen verständlich, wenn man sich Sachen herunterlädt, die anders gar nicht zu bekommen sind, etwa die Sendungen des englischen Fernsehkritikers Charlie Brooker oder alte deutsche Sendungen, die gar nicht mehr wiederholt werden und auch auf DVD nicht zu kaufen sind. Warner Brothers kann sich nur an die eigene Nase fassen, wenn Menschen die deutschen Animaniacs-Folgen herunterladen, denn offenbar möchte WB gar kein Geld von den Fans der Kultserie. In all diesen Fällen sind Downloads im Internet kein Problem, sondern ein Symptom für ein Problem, das die Medienbranche selbst geschaffen hat.<br /><br />Leistungsschutzrecht ist nicht Urheberrecht<br /><br />Ich finde die Idee des Leistungsschutzrechts bescheuert. Ich glaube, außerhalb Deutschlands gibt es selbst bei den Zeitungsverlagen nicht viele, die sich das Konstrukt angucken und sagen: „Das ist eine tolle Idee!“ Aber das Leistungsschutzrecht ist ein eigenes Ungetüm, was in der Debatte um die Vergütung von Urhebern überhaupt nichts zu suchen hat. Beim Leistungsschutzrecht geht es darum, dass Zeitungsverlage dafür bezahlt werden wollen, dass man ihre Erzeugnisse zitiert. Ich kenne keine Urheber, die das für eine tolle Idee halten, zumal anscheinend kein Verlag was von der Kohle an die Urheber abgeben will.<br /><br />ACTA , Three Strikes und sonstige Ideen sind Unsinn<br /><br />Ich als Urheber habe wirklich etwas dagegen, dass Urheber vorgeschoben werden, um die Erfüllung der  feuchten Träume von Geheimdiensten, Plattenfirmen und Musikstudios zu rechtfertigen. Das hilft den Künstlern kein Stück weiter und macht es uns bloß noch schwerer, bei unserem Publikum Verständnis für unsere Anliegen zu gewinnen. Es ist auch Unsinn, den kleinen Privatleuten in Gerichtsverfahren für jedes kopierte Spiel, Lied oder Film eine Schadenssumme zu berechnen, die das Tausendfache vom Ladenpreis beträgt. Abschreckung mag ja wirksam sein, aber ich habe oft den Eindruck, dass z.B. die amerikanische Musikindustrie insgeheim jeden ehrlichen Kunden für ein Ärgernis hält, weil man den nicht vor den Kadi zerren und ausnehmen kann. Man sollte sein Publikum mit Respekt behandeln und nicht daran arbeiten, es zu ruinieren oder komplett zu vergraulen.<br /><br />Teil 2 gibt es hier. - Teil 3 gibt es hier.<p><i>Eventuell eingebundene Bilder und Videos werden im RSS-Feed nicht angezeigt. Bitte besuche die Webseite, um den Eintrag ggf. vollständig zu sehen und um ihn zu kommentieren.</i></p>]]></description>
      <pubDate>Sat, 21 Apr 2012 22:07:55 GMT+1</pubDate>
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