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Richterin Barbara Salesch

Auch die Frau Vorsitzende maßregelt die Nebenklägerin und den Erzeuger mit Hinweis darauf, dass es ihr tatsächlich lieber ist, wenn die Angeklagten in der Kleidung kommen, in der sie sich wohlfühlen, und sich nicht verstellen. Und außerdem ist die Nina ja auch nicht verrückt. Man hat trotzdem mal bei einem Psychologen nachgefragt, sicher ist sicher.

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Hat der ein Schwein gehabt, dass er nicht bei dem Dreck mitmachen musste.
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"Ich beantrage, die Angeklagte zum Putzen meiner Wohnung zu verurteilen!"

Nun soll Nina aber erst einmal erzählen, wie es zu diesem Shooting gekommen ist. Und das war so: Sie war mit ihrem Freund Midnight Moon im Park und – MÖÖÖÖÖÖÖP – da muss der Herr Staatsanwalt Römer doch sofort einschreiten, sonst bricht hier Sodom und Gomorrha aus! Der Freund heißt nämlich eigentlich Jonas Dombrowski und wird später auch noch als Zeuge aussagen. Wo kommen wir denn da hin, wenn hier einfach jeder Spitznamen benutzt?! Echt ey. Jedenfalls waren Nina und ihr Lebensabschnittsgefährte im Park und wurden von diesem Armin Allen angesprochen, weil dieser noch „spacige Figuren“ für eine Kunstausstellung suchen würde. Für die Fotos sollte es dann auch Geld geben, und außerdem soll sich dieser Fotograf bereit erklärt haben, in ihr Manga-Café zu investieren.

Da muss die Witwe aber wieder unterbrechen, denn ihr toller Gemahl hätte nie in so eine Sache Geld reingesteckt, schon gar nicht ohne Absprache mit seiner lieben Gattin. Die Angeklagte fragt nur trocken, ob er sie denn auch um Erlaubnis gefragt hat, was für eine Sau er sein darf. Offenbar fingerte er dem Mädchen nämlich schon unter dem Kleid herum und meinte, das müsste für 250 Euro drin sein, worauf sie dann ihre Sachen gepackt hat und abgehauen ist.
(250 Euro? Der Mann treibt ja die Preise hoch! mad.gif Sexuelle Belästigung von heißen Cosplay-Mäuschen sollte nicht mehr als einen Fuffi und zwei Snickers kosten! Sonst wird ja mein jährlicher Connichi-Aufenthalt zu teuer. fluch.gif )

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"Ich habe täglich mit Mördern, Erpressern und Vergewaltigern zu tun, aber ein Mädel mit bunten Haaren, das schlägt dem Fass den Boden aus!"

Auch der Staatsanwalt stört sich an den 250 Euro, denn schließlich würden ja jetzt 6.000 Euro fehlen! Und außerdem wäre die Geschäftsidee eh blöd und gar nicht neu. Wüsste jetzt nicht, inwieweit das für diesen Fall relevant wäre, aber die Staatsanwälte in der Serie sind eh immer ziemliche Pimmel.

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"Ihr Mann war ein perverses Untier!"
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"Erstens stimmt das nicht, und zweitens hab ich es ihm erlaubt, so!"
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Bin von den Fähigkeiten des Fotografen jetzt nicht so wahnsinnig überzeugt.

Jetzt kommt auch raus, dass die Ehefrau des Opfers eigentlich vorhatte, Bürgermeisterin zu werden, aber sich aus dem Rennen zurückziehen musste, weil das mit der Trauerarbeit nicht vereinbar wäre. Und Rechtsanwältin Tašić fügt noch hinzu, dass es vermutlich eh nicht gut für die Kampagne gelaufen wäre, wenn der Ehemann der Kandidatin unter so zwielichtigen Umständen ins Gras biss, zudem noch mit einer vollgewichsten Matratze im Atelier. Die Gattin hat jedoch eine ganz einfache Begründung: Die Arbeit ihres Mannes war hart, also hat er sich gelegentlich zur Entspannung mal ordentlich die Wurst gepellt. Und das ist, wie der Staatsanwalt bemerkt, ja nicht verboten. (Ha, ich glaube, ich weiß, wer noch so eine Matratze im Büro hat. duschelm.gif )

Zusätzlich gibt es ja sogar einen Augenzeugen, der die Angeklagte bei der Flucht aus dem Atelier gesehen haben will. Frau Tašić wundert sich natürlich, was das beweisen soll, da ja die Nina selbst ausgesagt hat, dass sie wie ein geölter Blitz verschwunden ist, als der Fotograf ihr seine Fingerfertigkeit unter Beweis stellen wollte.

Der Augenzeuge ist Hausmeister und heißt Erlefried Gantel. Selbst Babsi wundert sich über den Vornamen. Vielleicht hätte Herr Römer ihm dann einen Spitznamen wie „Midnight Moon“ sogar verziehen. Der Hausmeister sagte jedenfalls bei der Polizei aus, er wäre dann ins Atelier gegangen und hätte den Armin Allen tot aufgefunden. Wie mysteriös!

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Mit dem Namen wohnt man normalerweise in Entenhausen.

Babsi will von der Angeklagten wissen, wieso sie eine halbe Stunde nach dem Auffinden der Leiche nicht die Tür geöffnet hätte, als die Ordnungshüter bei ihr klingelten. Die Nina erklärt, dass sie zu der Zeit geduscht habe. Allerdings in ihrem Latexkleidchen. Der Staatsanwalt vermutet, dass sie das Blut des Opfers abwaschen wollte – wozu natürlich passt, dass das nicht so leicht waschbare Schürzchen verschwunden war. Nina selbst behauptet, sie hätte sich einfach nur so geekelt und es hätte zu lange gedauert, sich die Fetischpelle auszuziehen. Und anstatt sich von dem Mädchen jetzt ordentlich vorführen zu lassen, wie lange es denn wirklich dauert, sie nackt auszuziehen, wird der Hausmeister zum Zeugen hereingerufen. Nein, nicht er mit dem Mädel, er soll bloß aussagen.

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Er ist ja so ein Fuchs! awesome.png

Der Hausmeister erzählt erst einmal davon, wie anspruchsvoll seine Arbeit ist, weil die Miete der Lofts (von denen eins das Atelier war) ja so hoch wäre und die Mieter deswegen erwarten würden, dass immer alles pikobello ist. Und der Hausmeister wollte an dem besagten Tag gezielt zu dem Fotografen, weil der sich schon dreimal beschwert hätte, dass die Sprechanlage nicht geht. Aber wenn der bienenfleißige Hausmeister dann vor der Tür stand, hätte der Armin Allen nie aufgemacht. Ich hätte vermutet, das liegt daran, dass er dank der kaputten Gegensprechanlage nicht hört, wenn es klingelt. Aber was weiß ich schon. Der Hausmeister machte sich am Abend jedenfalls doch noch mal auf den Weg und begegnete dabei der Angeklagten. Und ihr Kleid soll nass gewesen sein. Erlefried schließt messerscharf: Das muss was von dem Blut des Opfers gewesen sein, jawoll!

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"Sind Sie sicher, dass es meine Mandantin war und nicht etwa Angela Merkel?"

Die Rechtsanwältin hat aber schon ihren „Du blöder Hund“-Gesichtsausdruck aufgesetzt, denn ihre Mandantin trug damals wie bei der Gerichtsverhandlung auch ihren Gummifummel – und der glänzt immer so, als wenn er nass wäre. Der Zeuge versucht’s noch auf das Licht zu schieben, aber es hilft nichts: Diese Fährte führt ins Leere.

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