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Kategorie: Politisches

In Österreich gibt's ja gerade die Studentenproteste, die wohl mehr Wellen schlagen als der etwas alberne Bildungsstreik in Deutschland vor einigen Monaten. Ich wurde gebeten, mal auf die Mitteilung aus Wien an die deutschen Studierenden Studenten hinzuweisen:

Liebe Studentinnen und Studenten in Deutschland,

in Österreich sind die Unis besetzt. Wir sehen die otwendigkeit, euch persönlich darüber zu informieren, was hier im Moment passiert, da in den Medien nicht vermittelt wurde, dass diese Proteste etwas Neues, nie Dagewesenes sind.

Dieser Protest wurde in einer völlig spontanen Solidarisierungs-Demonstration begründet, keine Studierendenvertretung oder Partei hat diese organisiert, rein aus dem Bewusstwerden der Bildungsproblematik heraus ist er entstanden und gewachsen. Diesen reinen Kern, diesen Motor, spüren wir hinter Allem, was hier geschieht. Die Studierenden aller Studienrichtungen haben sich spontan – ohne übergeordnete Organisation – zusammengefunden, um gegen die Studienbedingungen zu protestieren.

Das Ausmaß dieser Aktion ist der Beweis dafür, dass es sich um zentrale Anliegen handelt, die alle europäischen Studierenden persönlich betreffen. Wir protestieren, anders als es die Medien darstellen, zwar auch gegen die Entscheidungen der österreichischen Regierung, aber vor allem sind wir grundsätzlich mit europaweiten Tendenzen wie der Ökonomisierung der Bildung und der Entdemokratisierung der Bildungsinstitute nicht einverstanden. Dies sind länderübergreifende Probleme, an deren Lösung wir als Studierende nur dann beteiligt sein werden, wenn auch europaweit protestiert wird.

Der Wille zur Selbstbestimmung der Studierenden und der Lehrenden ist ein zentrales Element dieser Bewegung in Österreich. Deshalb wurden Hörsäle besetzt, in denen nun lebendige und konstruktive Diskussionen stattfinden, an denen sich alle Studierenden jederzeit beteiligen können. Es ist wichtig, dass nicht nur protestiert wird, sondern dass Diskussionsräume jenseits öffentlicher Institutionen und etablierter Plattformen geschaffen werden. In Österreich ist das bundesländerübergreifend bereits passiert. Die Diskussionen und Proteste hier werden anhalten und die Studierenden in Österreich warten auf ihre deutschen KommilitonInnen, um gemeinsame Probleme offenlegen zu können.

Am 05. November findet ein internationaler Protestag statt, als Warm-Up für eine Protestwoche unter dem Motto "Education is not for Sale". Die Studierenden und SchülerInnen in Österreich unterstützen diesen Tag mit einer Großdemonstration.

Wir unterstützen jede/jeden einzelnen Studierenden, in Deutschland, in Europa und darüber hinaus, der mit seinem Bildungssystem unzufrieden ist.

Plenum des besetzten Audimax Wien.

http://unsereuni.at/
http://www.emancipating-education-for-all.org/

Manche Aussagen, die man auf der Webseite tätigt, haben sicher einen gewissen Diskussionsbedarf, aber dass im Bildungssystem (nicht erst seit Bologna) auch in Deutschland der Wurm drin ist, ist wohl kein Geheimnis.

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Veröffentlicht am 08. Juni 2009 um 2:32 Uhr in der Kategorie "Politisches"
Dieser Eintrag wurde bisher 33 Mal kommentiert.
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Wie kann man Klopfers Web unterstützen?

Text veröffentlicht im November 2017
Klopfer erzählt, wie man helfen kann, Klopfers Web zu erhalten und besser zu machen - sowohl ohne als auch mit Geldeinsatz. [mehr]

maria
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Ökonomisierung der Bildung und der Entdemokratisierung der Bildungsinstitute?

Ich bin zwar selbst Mittelschüler, aber finde ehrlich gesagt, dass da schon bestimmte Beschränkungen gemacht werden wollten. Ein Staat, in dem das Ziel ist, möglichst vielen Menschen ein Unistudium ans Herz legen, kann nicht funktionieren. Es braucht schlussendlich nicht so viele "Intellektuelle", ein Land muss im Gegenteil über viele "berufsgebildete" verfügen.
Bei so vielen Studenten bekommt am Schluss sowieso nicht jeder einen Job.

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Geschrieben am
Necromat (Website)
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Hmm, ich find ja der ganze Text liest sich als ob die Jungs in Wien zu viel Kiffen würde. Ich für meinen Teil will studieren und nicht "lebendige und konstruktive Diskusionen" führen. Ich war froh, dass der verdammte Bildungsstreik an unserer Uni Keinen intressierte. Fehlt mir auch noch, dass so ein paar idioten meinen Hörsaal besetzen.

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Geschrieben am
Phael
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Von wem wurdest du denn gebeten, wenn ich fragen darf?

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Geschrieben am
Ishiza
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@ maria du studierst nicht, oder?

@necromant musst du studiengebüren zahlen und dafür nachtschichten am wochenende arbeiten um die nächsten 800 euro für ein weiteres semester irgendwie zusammen zu bekommen? oder hast du das glück alles von deinen eltern in den arsch geblasen zu beokmmen? hab du erstmal 2 nebenjobs um irgendwie dein studium und dein überleben zu finanzieren, während du irgendwie versuchst nebenbei auch noch in der uni gut abzuschneiden, bevor du deinen senf dazu gibst!

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Geschrieben am
maria
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Nein, aber meine Schwester. Und da bekomm ich schon genug mit.

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Geschrieben am
Klopfer (Profil) (Website)
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Ich wäre schon heilfroh, wenn es genug Seminar- (bzw. Sitz-)plätze für diejenigen gäbe, die zum Studium zugelassen werden. Dazu kommt die widerlich aufgeblasene Bürokratie.

Zur "Ökonomisierung" (auf der Webseite steht irgendwo was davon, dass die Unis rein auf die wirtschaftliche Verwertbarkeit des Studiums getrimmt würden): Ich muss sagen, dass meine eigenen Erfahrung da widersprechen. Ich sehe nämlich eben nicht, dass die Studiengänge die Studenten auf das Berufsleben richtig vorbereiten, die Praxisrelevanz steht oft in der zweiten Reihe hinter der wissenschaftlichen Ausbildung, die man in dem Maße oft nur gebrauchen kann, wenn man selbst wissenschaftlich tätig werden will, was für die allermeisten Studenten überhaupt nicht in Frage kommt. Da stimme ich maria zu. Daher sehe ich den Fehler eher darin, dass die verkürzten Studienzeiten das Problem der mangelnden Vorbereitung aufs Berufsleben eher noch verstärken.

@Phael: Würde es dir was bringen, wenn ich den Namen sagte? doofguck.gif

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Geschrieben am
iewl
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@Ishiza:
Warum arbeitst du und nimmst nicht BaföG oder eine Studienkredit und Studienbeitrräge von 500€ machen grad mal rund 83€ im Monat, du musst also für die Studiengebühren lediglich 3h die Woche f(bei 7€ Stundenlohn) arbeitengehen....
Woher weißt du eigentlich, dass necromant keine 2 Nebenjobs hat???

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Geschrieben am
Klopfer (Profil) (Website)
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@iewl: Nicht jeder will sich durch ein Studium verschulden (und es kriegt auch nicht jeder BaFöG). Studienkredite sind schon in den USA ein ganz entsetzlicher Auswuchs, das muss man nicht auch noch hier durchsetzen.

Inwieweit es überhaupt geht, ein Studium in der Regelstudienzeit durchzuziehen, gut abzuschließen und gleichzeitig die Nebenjobs machen zu können, die einem erlauben, das alles zu finanzieren, ist auch fraglich.

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Geschrieben am
Ishiza
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weil ich kein anrecht auf barfög habe und neben den 750 euro, die ich pro semester zahlen muss (zu den gebüren kommen nämlich noch die kosten, die die uni selbst berechnet (verwaltung ect) dazu) noch meinen lebensunterhalt finanzieren muss (welcher ohne studentenwohnheim auch verdammt teuer ist und ich kann auf grund lokaler distanz nicht bei meinen eltern wohnen!). und nein, meine eltern können mich nicht mehr unterstützen als sie es schon tun (mit nebenjob hab ich 700 im monat).

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Geschrieben am
Ishiza
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grrrr "bafög" (sch.... tastatur) und klopfer, du sprichst mir aus der seele

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Geschrieben am
Benne
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@iewl: Ich bekomme z.b. kein BaFöG, weil meine Eltern "zu viel" verdienen. Blöde Sache eben, dass nur das Einkommen genommen wird und nicht die Kredite fürs Haus etc.
Einen Studienkredit aufnehmen ist aber auch gewagt. Wie Klopfer schon erwähnt hat, muss man sich da gleich mal verschulden, obwohl man nichtmal weiß ob man das Studium schafft, geschweige denn danach einen gut bezahlten Job bekommt.
Und klar 83€/Monat hört sich nicht viel an, aber es läppert sich doch alles ein wenig.
Kurz gesagt: Ein Studium ist schon so schwierig genug und auch zeitraubend, wenn man was ordentliches studiert vorausgesetzt. Da muss das nicht noch durch unnötige Kosten erschwert werden.

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Geschrieben am
Necromat (Website)
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@Ishiza
Nein ich habe keine 2 Nebenjobs und ich kenne auch niemanden egal ob von zuhause unterstützt oder nicht der 2 Nebenjobs hat. Ein Hiwi Job am Lehrstuhl oder etwas Nebenher in den Semesterferien reicht eigentlich immer um die Kosten tragen zu können. Und falls eine Unterstützung vom Elternhaus überhaupt nicht möglich ist gibt es bafög und studienkredit. Ich kenne sogar jemanden der mit dem Bafög Wohnung Unterhalt und Studiengebühren bestreitet ohne währenddessen arbeiten zu gehen.
Natürlich ist der Verlust von 500€ im Semester ärgerlich aber
1. lieber schnell mit Studieren fertig werden und dafür dann genug Kohle verdienen um den Mist zurückzuzahlen. (Wobei besetzte Hörsäle nicht unbedingt hilfreich sind)
2. Hat sich zumindest bei uns das Lehrangebot erheblich verbessert: Neue Rechnerräume, Neue Tutorien, Mehr Matrialien
Ich bin Egoist das gebe ich zu. Ich sehe nicht ein mit Demonstrationen die sowiso keine ergebnisse erziehlen meine Zeit zu vertun. Und wenn andere mich mit ihren Demonstrationen behindern werd ich sauer. Zumal man bei den meisten Leuten, die bei so etwas mitmachen, den Eindruck hat, dass sie sich schlicht und einfach gerne wichtig machen.

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Geschrieben am
Gimpy
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ich hasse das wort studierende...das is so ein scheussliches wort...das sollte das unwort des jahres werden..

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Geschrieben am
maria
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Ich stimme Klopfer zu. Aber zum Thema Studiengebühren: Ich finde halt, dass jeder Student bzw. seine Eltern halt doch auch einen finanziellen Beitrag leisten muss für ein Studium. Klar ist das Geld für manche mehr, für andere weniger. Aber trotzdem sollte es nicht ganz "kostenlos" sein, das würde irgendwie falsche Zeichen setzen.

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Geschrieben am
Ishiza
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@necromant
ich habe das glück nur einen nebenjob zu brauchen. eine kommilitonin hat 5 geschwister und ist die zweit jüngste, sie hat neben bafög (was einfach nicht ausreicht um leben und studiengebüren zu zahlen) noch 2 weitere nebenjobs, weil es eben nicht reicht!
und ich weiß nicht, wo du lesen gelernt hast, ich hab mehrfach geschrieben, wir zahlen 750 !!! euro im semester und mal so nebenbei 1500 euro beiseite zu legen ist nicht einfach! auch sie hatte das pech, keinen platz im wohnheim zu bekommen.
ich habe einen netten job und komme daher ganz gut klar, auch wenn ich mein lebensunterhalt selbst bestreite, werde ich doch bei den studiengebüren von meinen eltern gut unterstützt, aber ich bin eben nicht so egoistisch, ich sehe die leute um mich rum und ich versuche mich für sie einzusetzen wo ich kann. allein in meinem abijahrgang waren 3 leute, die gern studiert hätten, aber dies nicht konten, weil die familie halt nicht genug geld hatte. die jetzt einfach nur eine ausbildung machen müssen um vielleicht irgendwann mal studieren zu können. es kann nicht angehen, dass bildung nur für leute, die das glück haben, dass das konto der eltern etwas schwerer ist.
bildung sollte für alle da sein! dies ist etwas, wo nicht jeder für sich stehen sollte, sondern wofür sich alle einsetzen sollten auch mit blick auf die zukunft zb. die eigenen kinder! (und ja, ich finde den einsatz der österreicher gut!)

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Geschrieben am
Klopfer (Profil) (Website)
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@maria: Kostenlos ist es auch ohne Studiengebühren nicht, auch wenn das rein intuitiv vielleicht keinen Sinn ergibt. Berlin hat z.B. keine Studiengebühren, und ich zahle aber trotzdem pro Semester knapp 300 Euro an die Uni. In Potsdam (ebenfalls ohne Studiengebühren) waren es auch über 200 Euro pro Semester.

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Geschrieben am
Phael
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@Klopfer Naja, damit meine ich halt, ob dir das vielleicht irgendein Kommilitone gesagt hat, oder ein Bekannter/Verwandter, oder hier im Forum...

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Geschrieben am
Ishiza
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@ maria:
kostenlos geht nicht, das ist klar. die unis haben auch ihre ausgaben, allein schon um alles instand zu halten und auch zu verbessern für die studenten.
an unserer uni wurden daher ja auch shcon immer 250 euro pro semester berechnet. was vollkommen ok ist und sich auch mit einem kleinen nebenjob und bafög gut einarbeiten lässt. das problem ist, das die studiengebüren (zumindest hier) nicht dafür genutzt werden dürfen. was bedeutet, dass wir 500 euro studiengebüren zahlen plus 250 euro semestergebüren (verwaltung und co).

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Geschrieben am
KlausAlleinZuhaus
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Ich finde es ein bisschen unpassend sich drüber zu beschweren wenn ein anderer "Alles von den Eltern in den Arsch bekommt"... Ich selbst spare jetzt jeden Cent um nächstes Jahr das studieren anfangen zu können. Mein Dad ist vor 5 Jahren tötlich verunglückt, bekomme als zum Studium ein paar Euro Halbweisenrente, dafür aber kein BaFöG. selbst mit dem was ich mir jetzt anspare und der Rente wirds nicht einfach da ich mir eine Wohnung nehmen muss, weil ich 75 KM zur Uni hab. Um den Nebenjob werd ich nicht rumkommen, aber glaub mir, ich würde lieber Arbeiten und dafür meinen Dad wieder haben als so.

so ähnlich ist es auch wenn man reiche Eltern hat. Nicht jeder ist damit glücklich das der Vater 90% des Jahres unterwegs ist, die Mutter ständig unterwegs und man bei dem Kindermädchen und der haushaltshilfe groß wird.

Evlt auch mal diesen Aspekt betrachten.

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Geschrieben am
tux. (Website)
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"Studierende", ohjemine.

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Geschrieben am
Necromat (Website)
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@Ishiza
Erstmal nur damit wir uns nicht falsch verstehen: Ich finde die Studiengebühren auch Mieß! Wenn ich die nicht hätte könnte ich mir vielleicht eine Wohnung in Uninähe leisten und müsste nicht täglich ca 4 Std pendeln.
Aber ich bin da im gegensatz zu vielen anderen Zeitgenossen eher realistisch: Daran wird sich nichts ändern. Also: Augen zu und durch!
Ich habe aber etwas dagegen, dass es Leuten, die wirklich 2 Nebenjobs haben (Ich kenne persönlich keinen aber wenn du das sagst glaube ich dir das) noch zusätzlich erschwert wird, indem sie durch Leute von der Arbeit abgehalten werden, die meinen auf dem Campus Randale machen zu müssen.
Solange die studiengebühren vernünftig für die Lehre eingesetzt werden können sind sie außerdem eine Bereicherung des Angebotes.
Wobei ich zugeben muss das dies stark Fakultäts und Uniabhängig ist. Bei uns läuft das recht gut, aber ich habe auch schon von Fällen gehört, wo die Lehrstühle keinen vernünftigen Verwendungszweck finden.

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Geschrieben am
Ishiza
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@KlausAlleinZuhaus
1) mein herzliches beileid
2) so meine ich das auch nicht, ich meine die leute, die von den eltern alles und jeden scheiß bezahlt bekommen. die eben nicht jeden cent sparen müssen, wo es nicht eng ist, was an sich nichts schlimmes sondern ehr etwas schönes ist. aber die leute dann so egoistisch sind und meinen sie wüssten wie hart das leben sein kann und versuchen einem weis zu machen, dass man nur übertreibt und es nicht so schlimm ist, wie man sagt. und die sich nur für sich selbst interessieren und dann auch moch rum motzen, wenn andere für fairere situationen sich einsetzen.
ich wünsche dir auf jeden fall alles gute für dein studium und hoffe dass es so klappt wie du es dir vorstellst =)

@necromat
die art der demonstration ist nicht wirklich die erwachsenste, da gebe ich dir recht. ich sehe es aber etwas anders, ich glaube, dass es wirklich was bringen kann und auch schon in der vergangenheit haben demonstrationen (leider nur wenige, das gebe ich zu) etwas gebracht. wenn man mit etwas nicht zufrieden ist, sollte man versuchen es zu ändern. wenn man es nicht versucht, dann wird auch wirklich nichts daraus. bei uns wurden die studiengebüren leider nicht wirklich für die lehre eingesetzt... wir müssen jeden scheiß irgendwie selbst bezahlen (im ersten semester haben wir noch scripte bezahlt bekommen, ab dem zweiten mussten wir aber auch die selbst bezahlen)...
und dein letzter eintrag zeigt mir, dass ich dich erst falsch eingeschätzt hab, das tut mir leid. du brauchst dich also von der oben beschriebenen kategorie mensch nicht wirklich angesprochen fühlen (leider haben wir auch viele von den obenbeschriebenen leuten bei uns an der uni =( )

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Geschrieben am
hummel
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was habt ihr gegen das wort "studierende"? ich kann an dem wort nichts schlimmes sehen und es ist vom klang her nicht mal sonderlich beschissen. außerdem seid ihr das doch: studierende. ihr studiert. leute die arbeiten sind ja auch "arbeitende". ich hab noch nie jemanden gehört der bei dem satz "die hart arbeitende bevölkerung..." gestöhnt und sich über das wort beschwert hat

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Geschrieben am
Tai
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In Hamburg kann man die Studiengebuehren stunden lassen, sprich man bekommt von "irgendeiner Bank" (ich weiss nimmer welche) einen Zinsfreien Kredit und sobald man 30.000 Euro im Jahr verdient, muss man beginnen den Kredit zurueckzuzaheln. Finde ich an sich eine vernuenftige Loesung, WENN das Ganze dank Zinsen (die die Stadt/Uni tragen muss) nicht mehr kostet, als es einbringt!
Hier ist kaum etwas von den Studiengebuehren zu merken, Lehrstuehle sind un- oder minderbesetzt, vieles sind "Frischlinge" oder gleich Studenten, Skripte kauft man sich selbst, Buecher sowieso. Augenfaellig sind eigentlich nur die DIN A5 grossen Aufkleber "Dieser Gegenstand wurde von ihren Stdiengebuehren gekauft, behandeln sie in sorgfaeltig!" Vielleicht ist es in anderen Fakultaeten/Fachbereichen anders... ich kann's nur hoffen.

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Geschrieben am
Klopfer (Profil) (Website)
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@hummel: Das Wort "Studierende" ist einfach überflüssig, wir sind Studenten. "Studierende" wird nur benutzt, um nicht auf das generische Maskulinum zurückzugreifen oder überall von "Studentinnen und Studenten" zu schreiben.

Wenn man von "Arbeitenden" redet (dein Beispiel von der "arbeitenden Bevölkerung" hinkt übrigens, weil wir uns ja nicht über eine Verwendung wie "studierende Bevölkerung" aufregen, sondern über die Verwendung als Substantiv), dann tut man das ja nicht, um eine geschlechtliche Neutralität zu demonstrieren, sondern weil "Arbeiter" eine weitaus engere Bedeutung hat und nicht auf alle Leute angewendet wird, die arbeiten.

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Geschrieben am
Maria (die österr.Initiatorin
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Hallo.

Ich misch mich hier jetzt nur ganz kurz ein, weil jemand danach gefragt hat, wer Klopfer denn darum gebeten hätte den Brief zu veröffentlichen. Also das war ich. Auch wenn ich eben auch nicht weiß, was das mit der Sache an sich zu tun hat?

Zum Blockieren der Hörsäle: Kein Student wird hier dadurch vom Studieren abgehalten. Die Lehrveranstaltungen wurden alle in andere Räumlichkeiten ausgelagert. Und die Bewegung wird auch von den Lehrenden mitgetragen.

Ich habe nicht vor, in die Diskussion hier einzusteigen, weil ich das Bildungssystem in Deutschland einfach nicht gut genug kenne. Die Nachricht sollte ein Aufruf an die deutschen Studenten sein, sich Gedanken über die gesellschaftlichen und politischen Umstände zu machen in denen sie derzeit studieren (sofern sie das denn überhaupt können), sich eine EIGENE Meinung zu bilden und sich uns dann gegebenenfalls anzuschließen. Derzeit sind mehrere Unis in Wien, die Uni Linz, die Uni Salzburg, die Uni Innsbruck und die TU in Graz besetzt. Außerdem Potsdam, Heidelberg und Münster. Morgen findet eine Vollversammlung in Marburg statt. Ihr seht also, es tut sich etwas.

Was die Diskussion um die Studiengebühren betrifft, so kann ich diese aus meiner Perspektive kein bisschen nachvollziehen. Denn wir hatten in Österreich jahrzehntelang weder Studiengebühren noch Zugangsbeschränkungen. Dennoch hat kein Mensch das Studium deswegen geringgeschätzt, nur weil es "gratis" gewesen wäre. Mal abgesehen davon, dass man ja immer noch nicht einfach nur für's Studieren Geld bekommt und daher immer schon vor einem finanziellen Problem stand, wenn man an die Uni wollte, weil das gleichzeitig für die Dauer des Studiums mit gravierenden Einkommenseinbußen verbunden ist. Zumindest wenn man es damit vergleicht, dass jemand genausogut gleich nach der Schule Vollzeit arbeiten gehen könnte. Und die Qualität der österreichischen Lehre war auch über lange Zeit international unumstritten. Kritisch wurde es seltsamerweise erst mit den Entwicklungen der letzten Jahre und nun sind es genau die Generationen, die damals von den Umständen profitiert haben, die weitreichende Erschwernisse für die Studenten verabschieden. Zumindest hierzulande war es schließlich auch so, dass die Studiengebühren nicht zur Finanzierung der Bildungseinrichtungen gedient haben und sich nichts an der präkeren Situation an den Unis gebessert hat. Allerdings wurde dadurch etlichen Studenten ihr Studium maßgeblich erschwert.
Zu all dem kommt hinzu, dass die derzeitigen Proteste weitergreifen, als nur auf die paar Jahre Studium bezogen. Es geht um eine grundlegende Bildungs- und damit in weiterer Folge auch eine Gesellschaftsreform. Schon jetzt ist es so (und war es immer so), dass nun mal Kinder von Akademikern wesentlich größere Chancen haben später selbst mal zu studieren, als Kinder "einfacher" Arbeiter. An der Intelligenz kann das ja aber wohl kaum liegen. Es wird also auch gefordert bereits früher anzusetzen, die Förderung an den Schulen zu verbessern und diese Ungleichheiten zu beseitigen. Klar ist aber, dass wenn man daneben dann auch noch finanziell mit Studiengebühren eins draufsetzt, dieser Zustand nochmal verschärft wird und gerade die einkommensschwachen (Arbeiter)familien besonders hart trifft. Wodurch die Schere immer weiter auseinander geht. Wohin solche gesellschaftlichen Zustände führen können, daran erinnern wir uns ja denk ich alle noch.

Zu den Zugangsbeschränkungen: Ein Fallen derselben hätte ja noch lange nicht zur Folge, dass nun plötzlich 100% der Bevölkerung anfangen wollen würden zu studieren. Aber es sollte jeder, der es möchte zumindest die Möglichkeit dazu haben. Es gibt so viele Menschen, die erst später im Studium dann ihre Talente entwickelt haben. Aber abgesehen davon, finde ich bei dem ganzen Bolognaprozess, die Aussicht dass nicht jeder, der den Bachelor absolviert hat, auch Garantie auf einen Platz im Masterstudium hat, einfach inakzeptabel.

Wichtig ist es, in dem Zusammenhang die Berichterstattungen kritisch zu hinterfragen. Hier geht es nicht darum pure Randale zu machen und es geht auch nicht um Demonstrationstourismus oder Partys oder sonst was. Es wurden Arbeitsgruppen gebildet, die konstruktive Vorschläge erarbeiten und schließlich mit den Verantwortlichen in Verhandlung treten sollen.

Ich selbst bin von den negativen Auswirkungen der Studiengebühren, des Bolognaprozesses und was sonst noch zur Debatte steht auch nicht betroffen. Ich bin in der glücklichen Lage für mein Studium nicht selbst aufkommen zu müssen und meine Noten haben immer den Anforderungen für etwaige Zugangsbeschränkungen entsprochen. Aber es geht hier eben nicht nur um mich.

Ich wünsche all jenen, die sich damit weiter beschäftigen, sich engagieren oder vielleicht sogar anschließen wollen viel Glück. Allen anderen alles Gute für ihr weiteres Studium.

Herzliche Grüße, Maria

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Geschrieben am
Patros
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Münster besetzt?
Warum weiß ich davon nichts?

Habe nur positive Erfahrungen mit Studiengebühren gemacht, modernes Laborgerät, moderne Computer(meiner is schlechter-.-), immer genug Stoff(also für Versuche und so^^)...

Nein, ich bin kein Student, aber habe schon einige Praktikas in Uni-Einrichtungen abgelegt, weil ich mir halt unsicher bin, was ich studieren soll.

Und fürs Bezahlen gibt es doch Stipendien...
Mein Kumpel hat nach nur einer Woche eine Zusage bekommen(Physik), er meinte, die waren echt froh, mal ein Stipendium loszuwerden... Jetzt hat er eigentlich keine Geldsorgen.

Woher soll das GEld sonst kommen wenn nicht aus Beteiligung der Studenten?
Speziel im Sozialsystem geht dem Staat ein Großteil (nein, ich hau jez nich mit Prozentzahlen um mich)
des Geldes verloren.
"Bildung behebt Soziale Probleme", klar, nur es muss erst einmal GEld frei werden!
Die wichtigste Baustelle ist vorerst der Sozialstaat.

Es wird in der Politik und allgemein viel zu wenig fokussiert.
Anstatt das man sich etwa "Sozialsystem reformieren" zum Ziel nimmt, fummelt man hier ein bisschen und da ein bisschen herum.Ok, mit einem einzigen Schwerpunkt wird man leider nicht gewählt s. Piraten.

Und es ist auch nur meine Meinung, wer ne andere Baustelle sieht, dem sei es gegönnt^^

Thema "Ausrichtung auf Wirtschaft bla":
Was genau heißt das?
So wie ich das verstehe, studiert man doch, um zu Arbeiten oder nicht?
Wofür denn sonst?
Oder worum geht es den Leuten da?

0
Geschrieben am
Ryshad
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@ Ishiza
Zu deiner Freundin möchte ich Dir vorschlagen sie über die Geschwisterregelung aufzuklären. Sollte es imho in allen Bundesländern mit Studiengebühren geben und vielleicht bringt es ihr ja was. z.B.:
http://www.mwk.baden-wuerttemberg.de/themen/studium/kosten_eines_studiums/studiengebuehren/geschwisterregelung/

Zu den Studiengebühren möcht ich hier nur sagen, dass sie mal wieder gut gemeint und schlecht gemacht wurden. Wenn man sie tatsächlich zur VERBESSERUNG der Lehre einsetzen würde, dann könnte ich mich sogar damit abfinden. Aber an meiner Universität findet das nicht statt, da im Gegenzug das Land (Baden-Württemberg) seine Zahlungen nicht mehr verlängert, werden wir wohl gezwungen 1,6 Millionen davon in den Haushalt zu pumpen. Das heißt zu deutsch, die werden im wahrsten Sinne des Wortes verheizt. Da solche Praktiken wohl nie aufhören werden, wäre ich auch für eine Abschaffung, da sie dem System Bürokratie sparen und Transparenz schaffen würden. Ich kann mir aber beim besten Willen nicht vorstellen, dass der Staat auf solche Einsparmaßnahmen verzichten wird. Traurig aber wahr...

0
Geschrieben am
Tenacious D
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Ist die TU Graz jetzt auch schon besetzt?!
Ich weiss nur von der Karl-Franzens-Uni, weil ich heute auf die pöhsen pöhsen (Nee alle ganz lieb und nett und friedlich zunge.gif)Studenten aufgepasst hab.

Was das Besetzen von HS angeht; sicher die Studenten (Das Wort "gendern" gehört erschlagen, erschossen, erstochen, erhängt, vergiftet, ertränkt und dann erst richtig misshandelt) könnten jetzt sagen: Pfeiff drauf gemma lieber studieren. -> Tun sie aber nicht, sie haben sich dazu entschieden lieber einen Teil Unterrichtszeit zu Opfern um dadurch eine Änderung zum (hoffentlich) besseren zu bewirken.

Was die Studiengebühren angeht:
Soweit ich es mitbekommen habe sind die Studenten der Meinung: Wenn es möglich ist für Banken ein 100 [u]Mrd.[/u] Rettungspaket zu schnüren dann muss es auch eine Möglichkeit geben 1-2 Mrd. für Universitäten rauszuschlagen bzw. was ich heute mitbekommen habe:

Die Erb-u. Schenkungssteuer lies man auslaufen weil man die Einnahmen als lapidar auffasste.

Studiengeb. und Steuer bewegen sich beide so um die 150 Mio. und die Steuer wird als unwichtig abgetan? Warum nicht auch die Studiengebühren?
Darum geht es den Studenten. (Denk ich zumindest)

0
Geschrieben am
Turi
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Da scheint ja die TU-Darmstadt mit ihren 208€ pro Semester ganz billig zu sein, und 48€ davon sind schon für ein Semesterticket (Dank 4 Wochen Rot-Rot-Grüner Mehrheit haben wir in Hessen ja keine Studiengebühren mehr).
Wenn ich da was von 750€ lese wird mir ja ganz schlecht.

0
Geschrieben am
Daisy
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Wir bezahlen hier auch über 700 Euro Studiengebühren....
Würden die wenigstens für was sinvolles ausgegeben, könnt ich damit leben, aber die wichtigsten sachen: lehrpersonal und Räumlichkeiten (also Renovieren etc) dürfen davon gar nicht bezahlt werden.

Ausserdem gibts bei uns so tolle sachen wie Beamer die nicht funktionieren, Mikros ddie in der Vorlesung den Geist aufgeben etc pp.
und irgendwie wird auch da kein Geld reingesteckt...

Und zum Tema Bafög: ich hab noch keinen kennengelernt dem das BAfög geriecht hätte...
Bei uns zumindest reicht das Gekd was wir kriegen auch kaum, bzw grade so zum Leben.
Neue Klamotten? is nich. Mal ins kino? einmal im Monat, wenn wir sionst nix machen(pizza bestellen, eis essen gehen....)

Warum muss man das Geld bitte von denen holen die sowieso nix haben????

und ich kenn auhc ne Menge Leute die gesagt haben ich studier nicht weil ichs mir nicht leisten kann.
Die haben sich teilweise ausrechnen lassen was die an Bafög kriegen lassen, mit den eltern ne schmerzgrenze verhandelt etc....und es hat immer noch nicht gereicht.
und ich denke das man sich nicht verschulden möchte ist auch klar....

DEshalb find ich solche Demoaktionen gut.
und leute die sagen es ändert sowieso nix find ich zum kotzen, weil wenn jeder so denkt und keiner mehr was macht dann wird sich nie was ändern und alles wird nur schlimmer.....

0
Geschrieben am
Der da
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"[...]und sich uns dann gegebenenfalls anzuschließen."

Ne du lass ma, das Letzte mal, als wir uns einem Österreicher angeschlossen haben, ist es ganz scheiße gelaufen biggrin.gif.

0
Geschrieben am
andreas
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Hm...also ich bin ja auch Student aber...

Also für mich hier gibt es keinen Grund zu streiken. Ich zahl keine Studiengebühren, finde den Stoff nicht zu schwer, es sind mir nicht zu viele Fächer und zu viele Wochenstunden habe ich auch nicht.

Naja, macht was ihr wollt.

0
Geschrieben am
DarthBane
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@patros: praktikas O.O meine augen bluten, mein duden weint.

0
Geschrieben am
miss.artemis
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Dann misch ich mich auch mal ein in die allgemeine Diskussion

Erst eine kleine Anmerkung zu dem Brief: 1. Briefe von Studenten, die zum Protest oder Nachdenken auffordern sollen, sollten keine Rechtschreibfehler enthalten ... aber gut, kann ja jedem mal passieren ^_^
Und: so SPONTAN wie es dargestellt werden soll, sind diese Proteste nicht entstanden, da waren schon Gruppen dahinter, die das "angezettelt" haben, auch wenn es nicht die öffentlichen Studentenvertretungen waren.

Was mich persönlich an diesen Diskussionen wie hier und auch an meiner Uni (die ja auch von den Protesten betroffen ist) stört, sind Aussagen wie "die das Geld von den Eltern in den Arsch bekommen". Okay, ja, ich bin in der glücklichen Lage, dass mir meine Eltern finanziell helfen können. Ich kann zum Beispiel umsonst bei ihnen wohnen (übrigens der einzige Vorteil, den es hat, wenn die Heimatstadt eine Unistadt ist -___-). Und als wir noch Studiengebüren hatten, haben sie die halbjährliche Summe von 380 € für mich bezahlt. Ich weiß, das ist ein Luxus, den nicht viele Studenten haben, und ich bin sehr dankbar dafür, in dieser Situation zu sein.

Aber ich habe auch zwei Jobs neben meinem Studium. Eigentlich drei, aber das gelegentliche Erteilen von Nachhilfestunden rechne ich nicht wirklich als Nebenjob.
Denn auch wenn man in seinem Zimmer gratis wohnen kann, muss man etwas essen, und trinken (der Kühlschrank gehört zwar der Familie, aber irgend wer muss den ja auch füllen. Und das bin fast immer ich), und Bücher bezahlen.
Und wenn man dann noch ständig die Eltern im Nacken haben, die wissen möchten, wie lange man denn noch studiert und wann man endlich selber genug Geld verdient und wann man endlich auszieht - sooo lustig ist das auch nicht.

Ich sag nicht, dass Studenten, die für alles selber aufkommen müssen, ein leichtes Leben haben. Wirklich nicht. Es muss sicher hart sein und ich beneide niemanden um diese Situation. Wie gesagt, ich bin dankbar, dass ich es hier so leicht habe.

Aber inzwischen werde ich bei solchen Diskussionen oft regelrecht angefeindet. Als ob ich nur zuhause sitzen und mit Papis Kreditkarte Markenkleidung und Champagner kaufen würde! Soll ich mich etwa schämen dafür, dass ich in der glücklichen Lage bin, finanzielle Unterstützung zu bekommen? Mich schuldig fühlen, dass ich Glück hatte und meine Eltern beide ein geregeltes Einkommen haben, das für mein Studium ausreicht?

In den vielen Diskussionen, die gerade in den letzten Tagen aufgekommen sind, bin ich inzwischen fast versucht, zu sagen, dass ich alles in meinem Leben selber finanzieren muss, nur damit mir nicht ständig alle Leute - oft vorwurfsvoll! - vorrechnen, wie wenig Geld sie im Monat zur Verfügung haben und wie gut es mir doch geht. Soll ich jetzt etwa bei meinen Eltern ausziehen (die nur 20 min von der Uni entfernt wohnen) und mir eine überteuerte Studentenwohnung zulegen, nur damit mich irgendwelche übersozialen Mitstudenten nicht für eine Prinzessin halten, die von goldenen Tellerchen isst?

Ach, und natürlich muss ich mich dann auch gleich noch schuldig fühlen, weil meine Eltern Akademiker sind, und ich deshalb eine viel höhere Chance auf Universitätsbildung hatte als Nicht-Akademiker-Kinder?

Natürlich muss an solchen Dingen gearbeitet werden, und die Probleme muss man lösen, aber ihr wärt vermutlich überrascht, mit wie vielen Anfeindungen man sich in Situationen wie meiner konfrontiert wird.

Das ist das, was mich an solchen Debatten einfach stört... So, und das musste jetzt einfach mal raus ^_^

Ansonsten: GO STUDENTEN GO! Vll kann mal jemand an dem maroden Bildungssystem was ändern ... nötig wärs ...

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Geschrieben am
Benne
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@miss_artemis: nee nee nee, so böse meinte das ja keiner mit dem Ausspruch "eltern in den arsch kriechen". Und wenn doch, dann hat diese Person nicht mehr alle :-)
Also du sollst dich jetzt auf keinen Fall dafür schuldig fühlen, dass es eben bei dir klappt mit der (teilweisen) Unterstützung seitens deiner Eltern.
Aber der Fakt mit den Akademikereltern stimmt nun mal so. Ist aber auch nur eine Statistik und dass heißt natürlich nicht dass einem die Chance aufs Studium oder das Gelingen locker in den Schoß fällt. Man muss trotzdem lernen fürs Abi und eben auch ranklotzen im Studium.
Aber wenn man aus ner Arbeiterfamilie kommt ist es halt statistisch!!!!! schwieriger einen Studienabschluss zu bekommen als aus eine Akademikerfamilie. Diesen Unterschied sollte man ja so gering wie möglich halten und nicht noch größer machen.

@Patros: Stichpunkt "Speziell im Sozialsystem geht dem Staat ein Großteil seines Geldes verloren"
Ja logo. Bestreitet auch niemand.
Aber wir leben in 'nem "sozialen Bundesstaat". Da ist dass nun mal so, dass im Sozialsystem viel Geld flöten geht. Aber deshalb die Bildung nun kostenpflichtig machen?
Stell dir mal vor, in 20 Jahren ist die Demografie so weit vorangeschritten, dass man ab Klasse 10 500€ pro Halbjahr zahlen muss um seinen Abitur zu machen....
Wird sich wohl keine Partei wagen anzustreben, aber so ähnlich ist das doch für die Studenten.
Klar, die paar Leute die eben auf Kosten des BaFöGs sich paar Jahre schönes Leben machen gibts auch (Pseudostudenten). Aber die gibts bei Hartz IV eben auch und diese paar Prozent sind zu vernachlässigen. Deshalb ist das gesamte Unterstützungssystem ja nicht schlecht.


Es muss einfach mehr Geld in die Bildung gesteckt werden. Der Vorteil für den Staat wäre ja, dass er in 10-20 Jahren technologisch weit besser dastehen würde (mit eigenen Arbeitskräften und nicht "Computer-Indern"wink.gif, als wenn er so weiter macht. Aber die Legislaturperiode dauert ja nur 4 Jahre und in 15 Jahre kann sich ja niemand hinstellen und sagen: "schaut mal was wir vor 15 Jahren gemacht haben. Darum wählt uns!"

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Geschrieben am
Klaus
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@Maria - ich bin zwar auch Student, jedoch auf einer FH. Mir sind also die Probleme der Unis nicht wirklich bekannt.
Was mich aber stört ist dass durch diese Proteste Kosten verursacht werden (wenn man den Nachrichten Glauben schenken darf). Schäden, Sicherheitskräfte, Reinigung... und auch das Verlegen der Vorlesungen z.B. ins Austria Center war sicher auch nicht gratis. Man hörte da in der ersten Woche schon von mehreren 10.000€. Auch dieses Geld hätte man besser verwenden können.

Zu den Studiengebühren: wars nicht so, dass diese Leute, die aus finanziell schwächeren Familien gekommen sind, ohnedies über das Beihilfensystem von den Studiengebühren befreit waren?! Also kam es doch zu gar keiner Benachteiligung dieser Gruppe.
Ich würde sofort einen finanziellen Beitrag leisten, das wäre mir die Ausbildung wert. Natürlich müssten diese Gelder unbedingt zweckmäig verwendet werden (am besten in eine Sparbüchse direkt auf der Uni zu werfen... ohne Verwaltungsaufwand ;-)
So, mehr hab ich leider nicht zu sagen.

Grüße
Klaus

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Geschrieben am
Necromat (Website)
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Für alle die nicht verstehen, wie man gegen solche Demoaktionen sein kann:
An unsere Uni wurde vor mehr als 2 Jahren eine "Campusbesetzung" durchgeführt. Dies hatte neben dem Anrücken der Feuerwehr (irgendjemand hat in einem Gebäude versucht zu kochen und den Feueralarm ausgelöst), dem mehrmaligen Erscheinen der Polizei(wegen Randale und Sachbeschädigung) und der Verschmutzung nicht nur dem Ruf der Uni sodern meiner meinung auch dem der Studenten geschadet.
Es mag viele Leute geben, die sich wirklich für eine Sache mit ruhigen Diskusionen einsetzen wollen. Aber ich fürchte, dass es leider so aussieht, dass auf jeden davon 5 andere kommen die Theater machen wollen.
Insofern war ich froh das der Bildungsstreik vor ca einem halben Jahr an unserer Uni bis auf einige Wenige Keinen intressiert hat. Wenn diese wenign Aber dann den Hauptzugandsweg zur Uni mit Absperrmaßnahmen versehen damit andere nicht zu den Hörsäälen kommen bin ich finde ich zurecht sauer!

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Xaerdys (Website)
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@Klaus: Sorry, aber beides stimmt nicht. Natürlich verursachen die Proteste Kosten. Aber auch die Montagsdemonstrationen verursachen Kosten, die amerikanischen Anti-Kriegsdemos verursachen Kosten und die studentischen Proteste auf dem Tian'anmen-Platz haben Kosten verursacht (unter anderem erhebliche Munitionskosten). Kosten sind nun wirklich kein Argument.

Wäre es nicht so, dass diese Leute, die aus finanziell schwächeren Familien gekommen sind, ohnedies über das Beihilfensystem von den Studiengebühren befreit waren?! Jedenfalls in Deutschland nicht. Die FDP will immer ein funktionierendes Stipendiensystem einführen, aber hat bisher kein Konzept dazu vorgelegt.
Außerdem würden von den Beihilfen eben jene nicht erfasst, deren Eltern genug verdienen, auch wenn ihnen weniger bleibt.

Was mich an solchen Protesten immer stört, insofern gebe ich Nekromat recht, ist, dass es nicht zielführend ist, andere Studenten die Studienbedingungen zu erschweren, um auf die eigenen schwierigen hinzuweisen.

@Klopfer: Ich denke, der Hinweis der Studenten richtet sich nicht gegen die Berufsqualifizierung, sondern gegen die unverhältnismäßig niedrigen Finanzierungen von wenig wirtschaftlich orientierten Studiengängen wie Geisteswissenschaften, außerdem werden die Universitäten immer mehr wie Unternehmen geführt - ich studiere in Jena. Hier gibt es einen Univeritätsrat, in dem außer dem Rektor noch ganze zwei Mitglieder der Universität sind (einer ist übrigens Professor für Wirtschaftsrecht). Dieses Gremium wählt beispielsweise den Rektor. Zum Dank für eine Spende wurde letztens einer der Hörsäle in Commerzbank-Hörsaal umbenannt und auf Protest des Studierendenrates (Fachterminus) wieder umbenannt. Ich denke, das ist es was kritisiert wird, in allen Länder Europas.

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Geschrieben am
Necromat (Website)
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@Xaerdys
Ich muss grad ziemlich lachen. biggrin.gif
"Commerzbank-Hörsaal" wie lustig. ich finde ja schon Allianz Arene oder König Pilsner Arena lächerlich aber "Commerzbank-Hörsaal" setzt dem die Krone auf...
Ich hätte es schon aus rein satirischen Gründen beibehalten. wink.gif

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Geschrieben am
Xaerdys
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Naja, wir mussten auch lachen. Prinzipiell muss ich sagen, ich geh auch lieber durch den Bürgerking-Flur in die McDonaldsbiliothek, wenn dadurch ein anderes Problem behoben würden und wenn es nicht anders ginge.

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hummel
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@Klaus
"wars nicht so, dass diese Leute, die aus finanziell schwächeren Familien gekommen sind, ohnedies über das Beihilfensystem von den Studiengebühren befreit waren?! Also kam es doch zu gar keiner Benachteiligung dieser Gruppe."

Meine Schwester kriegt zwar ungefähr 400 Euro BaFöG, aber das muss sie alles nach ihrem Studium zurück zahlen. Eigentlich muss einen Teil davon auch unser Vater zurück zahlen, aber der hat sich vor einigen Jahren aus dem Staub gemacht als er einfach keinen Unterhalt gezahlt hatte und die Summe dann bei 10.000 Euro stand. Unsere Mutter hatte vor 3 Jahren einen Herzinfarkt und kann seitdem nicht mehr arbeiten. Ich hätte nach meinem Realschulabschluss mein Abi machen und auch Studieren gehen können, aber da meine Schwester den gleichen Wunsch hatte, hab ich mich entschlossen eine Lehre als Koch zu machen und zu arbeiten um ihr Bücher, Skripte, eine Wohnung und einen halbwegs gefüllten Kühlschrank bieten zu können. Ich weiß ja nicht woher du deine Information hast, das Leute aus Familien mit weniger Einkommen von Studiengebühren befreit wären, aber ich habe gerade die Quittung einer Überweisung an die Uni meiner Schwester vor mir, auf der knappe 500 Euro Studiengebühren bezahlt wurden. Fürs Kopieren muss sie noch jede Menge Geld bezahlen, für Skripte von Lehreren die sich einfach nicht kurz fassen können und gerne mal 50 Seiten für ein Thema füllen und Bücher.

Ich wäre begeistert wenn die ganzen Demoaktionen was bringen würden und nicht so viel randaliert werden würde. Aber solche Pfeifen wird es immer geben, die denken sie könnten sich daneben benehmen.

@Klopfer
Danke das du mich aufgeklärt hast. Aber ich muss ehrlich sagen, würde jemand ankommen und sagen "Liebe Arbeitende..." nur weil er nicht "Arbeiter" oder "Arbeiterinnen und Arbeiter" sagen möchte, wäre mir das egal. Mich juckt das nicht sonderlich wie sich Leute verbiegen um möglichst nicht irgendwelche "schlimmen" Wörter in den Mund zu nehmen. Manchmal kann das sogar recht erheiternd sein. Ihr seid Studenten und wisst das. Lacht einfach über die die "gendern" möchten. Das Leben ist zu kurz um sich über so einen überflüssigen Blödsinn aufzuregen wink.gif

Ich wünsche allen Studenten viel Erfolg und ziehe mich zurück um meinen freien Tag zu genießen.

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Gast
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Erstens.: Es gibt auch reiche Familien die ihre Kinder nicht unterstützen, unter dem Thema ich musste mich durchkämpfen dann du auch.

Zweitens.: Ich studiere nicht.

Drittens.: Ich habe jemand auf der Arbeit kennen gelernt der hatte fünf Nebenjob´s.
3 Tage Nachtschicht von 1:00 - 6:15
Nachmittags Pressefot Pressefotograf
Nacht von freitag auf Samstag Kellnern
Sonntags Taxi fahren
und Nachhilfe stunden.

Er hat Journalismus studiert.

Er war nicht Bafög berechtigt, aber seine Eltern konnten ihn nicht unterstützen. Und ja er hat sein Studium geschafft ein Semester länger als die Regelzeit.

Gruß Gast

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SaschaP (Website)
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Also ich studier ja hier an der Uni Salzburg und JA

Ich habe auch an der Demo und am Anfang an der Besetzung von HS 381 (zum Glück heißen die anders als in Linz noch nicht nach Unternehmen, was ja zeigt, wie schlecht es den Unis geht) teilgenommen.

Ich bin zwar mit einem was da abgeht nicht zufrieden (leider gibts es da Grüppchen von sehr linken Studies, die irgendwie ihr eigenes Ding drehen, was nicht unbedingt eine Verbesserung der Situation der Studierenden (ja, ich benutz den Gerundiv, wozu auch nicht, immer noch besser als StudentInnen (und "Studenten" ist in Österreich per Verordnung verboten worden für Studierende, Lehrende und die Uni biggrin.gif)) bedeutet).

Aber die Grundidee, dass es endlich eine wirkliche Verbesserung geben muss, dass es nicht sein kann, dass sie erst in 10 Jahren mal 2% des BIP in die Unis stecken wollen (Deutschlands BLs finanzieren die Unis noch weniger), dass es Studiengänge mit 500 Studierenden gibt, die mit Knock-Out-Prüfungen rausgeworfen werden müssen, weil die Uni sich es nicht leisten kann, für diese Masse an Studierenden Seminare, Vorlesungen usw. anzubieten (und die Uni hat einen Allgemeinbildenden Auftrag, nicht nur den Auftrag, die "Durchgekommenen" zu bilden), und dass uns als "Lösung" wieder Zugangsbeschränkungen aufgedrückt werden sollen, ist echt nicht hinnehmbar.

Und die Politik tut nichts, die Konservativen sind froh, wenn nur ihre Kinder da sind, und die SPÖ? Die Sozialdemokraten haben zuerst Studiengebühren abgeschafft (außer für Menschen, die nicht genug verdienen, deren Kinder über 6 Jahre alt sind oder die nicht aus der EU stammen) und nebenbei auch die Zugangsbeschränkungen, und jetzt als der Protest aufschwillt, sagt der SPÖ-Kanzler Faymann nicht etwa, er wolle die Studierenden mehr unterstützen, sondern er schwenkt auf die ÖVP-Seite und fordert selbst neue Zugangsbeschränkungen.

Die Politik verkauft die Studierenden je nach Entfernung des nächsten Wahltermins entweder für dumm oder für dümmer, bezeichnet wahlweise die fehlenden Zugangsprüfungen, NCs oder die in Österreich studierenden Deutschen als das Problem, statt Lösungen zu entwickeln.

Von fast allen hört man: "Zum Glück macht ihr WAS"... einen Hörsaal/Audimax besetzen mag schon recht krass sein und was da beim Audimaxismus derzeit abgeht, muss nicht gefallen. Aber wenigstens tun endlich mal welche wieder was und igeln sich nicht in ihr "Mich betrifft es ja nicht" ein.

Und zu denen, die hier meinen, wir Studierenden wären so böse: Der Staat hat eine Bring-Schuld, er muss uns angemessene Bildung anbieten. Studierende Jahrelang ihrer Bildung zu berauben mit Wartesemestern, NCs, Zugangsbeschränkungen usw., und dann zu verlangen, 45 Jahre lang zu "hackeln", damit man vollen Rentenanspruch hat, zeigt nur, dass Studierende ihnen nichts wert sind.

Sprich Bildung ist ihnen nix wert. Sprich es ist ihnen egal, wenn China, Indien oder der Iran uns wissenschaftlich und technologisch überholen. (Nur so für die etwas konservativ Denkenden hier.)

Und nur weil die Wirtschaft bestimmte Studiengänge als "unnötig" ansieht, weil sie ihnen keine gewinnbringenden Arbeitskräfte anbieten, muss man nicht ein solches System an der Uni einführen.

Wer das will, soll alle Unis in FHs umbenennen, wir streichen alle "Orchideenfächer", jeder der nicht Ingenieurswissenschaften, BWL oder sowas studieren will fliegt raus und kriechen der Wirtschaft in den Arsch... machen uns also das "Land der Dichter und Denker" kaputt. Aber wenn ihr lieber in einem Land leben wollt, in dem Bildung = Ausbildung ist, dann schweigt ruhig.

Ansonsten: Man muss ja nciht aktiv mitbesetzen. Aber über das Thema Bildung kritisch nachdenken, sich fragen, was läuft schief und wieso, vielleicht ein zwei Podiumssitzungen anhören, akzeptieren, dass halt für die Proteste einige Vorlesungen verschoben werden, ist ja wohl für alle drin? Schließlich würden Verbesserungen (z.b. Schwächung des NCs, weniger/keine Studiengebühren usw.) ALLEN zugute kommen.

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Geschrieben am
blub
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@SaschaP: Der Staat bietet durchaus angemessene Bildung an.
Generell gilt, dass mehr Leute studieren wollen, als der Staat braucht. Und der Staat braucht nicht für jeden Job überqualifizierte Studenten, der Staat muss sich darum kümmern, dass die Arbeitslosenquote sinkt und jede Bildungsschicht im richtigen Verhältnis vorkommt.

Man sollte nicht vergessen, dass ein Staat ökonomisch denkt und denken muss.

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Geschrieben am
Alexander
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@blub: Wenn das stimmen würde, wieso sinkt dann die arbeitslosenquote stark mit dem Bildungsniveau, und Pflichtschüler haben keine Jobchancen, es gibt keine Lehrplätze, usw, während Akademiker doch eine sehr gute Jobchance haben (und das selbst in wirtschaftlich nicht relevanten Fächern wie Germanistik, Geschichte, usw).

Hab mit dazu ne AMs Statistik(März 09) raugesucht
http://www.wifi.at/uploads/KarriereTrends2009_21771_DE.pdf

Pflichtschule: 19,2%
Lehre: 7,9%
Höhere schule: 3,3% bzw. 3,6%
Hochschule: 2,2%
Gesamtbevölkerung: 8,3%
Datum: 31.1.2009, also werden aktuelle Statistiken zwar höher, aber kaum anders verteilt sein

Eine ähnlich schöne Statistik des AMS zeigt die anteile der Arbeitslosigkeit nach Bildung:
85,2% aller Arbeitslosen haben Pflichtschule oder Lehre

Fakt ist, dass in Europa nichts mehr produziert wird, also Arbeiter und Handwerker keinen Job finden, die Kosten in China oder Osteuropa einen Bruchteil. Höhere Bildung ist also die einzig Möglichkeit, die Arbeitslosigkeit zu senken. Besonders in der aktuellen Krise stellen Unternehmen keine unqualifizierten Leute an, sondern entlassen diese noch in Massen (z.B. Quelle).

Weiters sollte unabhängig vom Arbeitsmarkt, die Selektion an einer Hochschule (egal on Uni, FH, Akademie, usw) nach Fachfertigkeiten, und nicht nach Einkommen, Schulleistung (Wen interessiert der Mathe 4er im Geschichtsstudium?) , oder Einzelergebnissen wie Aufnahmsprüfungen erfolgen.

Ein weiteres Problem ist, dass immer von den langsamen Studenten geredet wird. Wie sollen aber Studenten, die fleißig sind, aber nicht in Seminare, Übungen, Prüfungen reinkommen schnell studieren. Ein gutes Bsp. ist das aktuelle Anmeldsystem an der Uni Wien. Man vergibt pro Anmeldung Punkte, die eine Priorität signalisieren, insgesamt hat man 1000 pro Semester. Logischerweise heißt das, dass schnelle Studenten, die viele Anmeldungen haben wollen, wenige Punkte pro LVA vergeben können, schlechte Aufnahmechancen haben, und länger studieren müssen. Wenn solche Misstaände abgeschafft werden, sinken die mittleren Studienzeiten wohl auch.

Als kleine Anmerkung noch, ich studiere Hauptfach an der TU Wien, habe dort wesentlich weniger Probleme (v.a. organisatorische nicht), und bin auf dem Weg zur Mindeststudienzeit, habe persönlich also keinen Grund zum meckern. Nur sehe ich die Probleme(Freundeskreis, Zweitstudium an der Uni Wien),und denke nicht "wenns mich nicht trifft, scheißegal".

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Geschrieben am
KlausAlleinZuhaus
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@ Ishiza:

Jetzt macht die ganze aussage sinn und kann so stehen bleiben. Ums mal mit Loddars worten zu sagen (ja, ich bin aus Franken ;-)) Nothing for Ungood

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maria
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@alexander
Warum hat die Schweiz dann weniger Arbeitslose als Deutschland, obwohl der Anteil and Studenten viel kleiner ist?

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Geschrieben am
Tommiboy
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An welcher Uni studierst du eigentlich, Klopfer?

Inzwischen besetzen ja nach dem österreichischem Vorbild immer mehr Studis ihre Audimaxe. Ich finde es auch wirklich Zeit, das sind doch alles keine Bedingungen, was wir hier haben. Danke, dass du dich auch an deine große Zielgruppe richtest und jene auf die Missstände hinweist!

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Geschrieben am
Yinas
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wie ich in der Halloween nacht auf der bühne im audimax getanzt hab, glaub 4uhr früh wars
aber sonst verbindet mich nix damit...

mal ehrlich, hab deren transparente gelesen, und iwie find ich 80% lächerlich. haltlose forderungen.

ein beispiel:
- keine aufnahmebeschränkung
- laborplätze für alle

mhm... und wer baut die labors für die dann 500% überbelasteten universitäten?
naja whatever...

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Geschrieben am
Benne
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@maria: "Warum hat die Schweiz dann weniger Arbeitslose als Deutschland, obwohl der Anteil and Studenten viel kleiner ist?"

man man man, immer diese äppel mit birnen vergleiche.... :-(
mensch man kann nicht immer vergleiche zu anderen ländern ziehen. was weißt du denn wie die ihre statistiken verschönern durch schweizerische "ABM"-Maßnahmen, 1€-Jobs oder irgendwelchen Mummpitz.
Klaro, vielleicht läuft das Land da viel runder, aber liegt jetzt nicht primär am prozentualen Anteil der Studierten im Land (Bürokratie, Sozialsystem etc.).
Bisschen weit hergeholt.....
aber so sind die äpfel und birnen vergleiche.
sind wir da eigentlich der apfel oder die birne? =P

aber zum thema.
@Alexander: ich stimme vollkommen überein. (komm aber nicht aus Österreich)

blub: "wir haben zu viele akademiker oder die, die es werden wollen"
-> wat'n blödsinn. ja gut was man immer von den germanistikstudenten hört kann ich nicht bestätigen, aber auch nicht verneinen. bitte da um aufklärung ob die jobchancen bei geisteswissenschaftlern gut aussehen oder nicht :-)

VWL'er, BWL'er (auch wenns viele studieren), Wirtschaftswissenschaftler, Mediziner, Lehrer, Naturwissenschaftler und von den Ingenieuren ganz zu schweigen
studier das, schließ es nicht mit 4,0 ab und du bekommst nen job. (auch auf die gefahr hin, dass sich jetzt ein paar ganz laut hier schreien von wegen sie haben keine job gefunden -> das ist dann trotzdem nicht repräsentativ aufs ganze land zu legen)
okay, klar dass mit den berufserfahrungsmist ist natürlich wieder ein haken aber das bedeutet nicht dass man die nicht brauch.
und man hat ja in der vergangenheit schon öfter den fehler gemacht dass man was verpennt hat und jahre später hat man keine fachkräfte

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Geschrieben am
SaschaP (Website)
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@Yinas ich bin mit so einigen Forderungen der Audimaxler auch nicht konform, auch weil manche einfach viel zu politisch sind (Abschaffung des Kapitalismus z.b.),

aber dank der Besetzungen, die sich ja auch jetzt nach Deutschland fortpflanzen, kommt endlich immer mehr Leuten ins Bewusstsein, dass da was nicht stimmt mit dem Bildungssystem und das nicht nur bei den Mittleren Schulen, sondern auch den Hochschulen viele Strukturen kaputtgespart sind.

Das denke ich ist wichtig und lustigerweise gratulieren den Studierenden dafür fast alle, außer den Rechtskonservativen, denn außer bei denen, die mit Scheuklappen durch die Uni laufen, ist bei jedem schon lange klar, dass die Unis krank sind.

Und was ich bemerkenswert finde: Das ist der erste Unistreik, bei dem alle behaupten können, dass sie die Hauptforderung, nämlich mehr Geld für die Unis, wollen, sowohl die Lehrenden als auch die Studierenden.

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Geschrieben am
Klaus
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@Xaerdis und Hummel
Nunja, ihr sprecht von Dingen, die es bei uns (Österreich) meines Wissens nicht gibt (Montagsdemo, Bafög…). Ich spreche in dem Fall natürlich nur für „mein“ Land, in dem ich brav meine Steuern zahle.
Natürlich mag das eine etwas beschränkte Sichtweise sein, aber ich finde es ist (sprichwörtlich) jeder Euro zuviel, der für solche Dinge an öffentlichen Geldern ausgegeben werden muss. Mit Dingen meine ich eben angerichtete Schäden, Kosten für externe Anmietungen (wie es in Wien geschehen ist und vielleicht auch noch geschieht) etc. Im gegenwärtigen Fall werden öffentliche Einrichtungen blockiert und in Mitleidenschaft gezogen. Das finde ich nicht ok. Meiner Meinung nach müsste es andere Möglichkeiten geben, eine Lösung für die Probleme herbeizuführen.

Wie gesagt haben wir sicher ein anderes Beihilfensystem als ihr in Deutschland. Soweit ich weiß (wenns nicht stimmt, so nehm ichs zurück) musste kein Beihilfenempfänger die Studiengebühren bezahlen. Und diejenigen, die keine Beihilfe bekamen konnten sich die Gebühren ohnedies leisten. Sogesehen sind Studiengebühren m.E. nicht ungerecht gewesen.

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Geschrieben am
Patros
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@DarthBane Ja, Praktikumse in Germanistik hab ich noch nicht gemacht zunge.gif

@Benne Gegen den Sozialstaat habe ich auch nichts gesagt. Das System ist nur mit zu vielen Gesetzen, Regelungen, Quoten etc. überschwemmt, die sich teilweise gegenseitig widersprechen.
Eine klare REchtslage mit einfacheren Richtlinien würde schon für weniger Bürokratie und Aufwand und damit für weniger Kosten sorgen.
Bei dem Chaos zur Zeit blicken selbst Richter und Anwälte nicht mehr durch.

Thema Aufnahmebeschränkungen aufheben:
Eine Gesellschaft kann doch nicht nur aus Doktoren bestehen!Genauso wie es nicht sein kann, dass Bildungsminister die Lehrer dazu auffordern, niemanden sitzen bleiben zu lassen und die Maxime ausgeben, dass am besten alle Schüler Abitur machen sollen...

Aber einen unbestreitbaren Vorteil haben die Studiengebühren:
Nur noch wenige Verirrte streben die kommunistische Weltrevolution an...

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blub
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@Benne: Zitier mich bitte nicht falsch, ich hab nie geschrieben, dass wir zu viele Akademiker haben, ich hab geschrieben, dass mehr Leute studieren wolln, als der Staat im Allgemeinen braucht (Es gibt immer Fachrichtungen, die mehr gebraucht werden als Andere). Der Sinn ist ein Anderer als bei dem Zitat.
Der Staat muss in die Zukunft schauen, er kann nicht erlauben, dass es alles bis zur Ausreizung gelernt wird.

Nehmen wir beispielsweiser Uni-Absolventen mit Master-Abschluss. Diejenigen sind qualifiziert nach 3-5 Jahren in einer Firma, bereits ein Team zu leiten... Und ein Team sollte ja nicht nur aus Leuten bestehen, die Teamleiter sein können, auch wenn sie dann effektiver sind.. sie sind dann nicht effizient. Das ist Ressourcenverschwendung. Es kostet einfach zu viel Geld für den Staat (und für die Studenten, die allerdings eher Geld ausgeben wollen, wenn sie dafür 'n höheres Bildungsniveau kriegen).

Ein Staat kann es nicht jedem Recht machen und muss die Mitte finden.

Dazu, dass die Arbeitslosenquote sich mehr auf Pflichtschüler konzentriert: Ich muss mich generell geschlagen geben bei diesem Thema, trotzdem sollte bedacht werden, dass Akademiker oftmals zielgesetzter sind und nicht all zu selten bessere Fähigkeiten aufweisen für Teamwork, Problemlösung und Problemerkennung und vieles mehr.
Dadurch kann es zu dieser Verteilung kommen, weniger wegen ihrem Fachwissen.

MfG

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Geschrieben am
hummel
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@blub
"trotzdem sollte bedacht werden, dass Akademiker oftmals zielgesetzter sind und nicht all zu selten bessere Fähigkeiten aufweisen für Teamwork, Problemlösung und Problemerkennung und vieles mehr."
Bitte wie? Sprichst du jetzt allen die nicht studiert haben diese Fähigkeiten ab? Schau dich mal in Berufen um wo normalerweise kein Akademiker anzutreffen ist. In einer Küche hast du äußerst selten jemanden der studiert hat, trotzdem muss man da im Team arbeiten, Probleme erkennen und lösen können, wenn zum Beispiel ein Gast etwas von der Karte bestellen möchte, aber man das doch bitte umändern soll weil er eine Allergie gegen etwas hat oder auf Kalorien oder sowas achten muss. In einer Werkstatt muss man ebenfalls im Team arbeiten und Probleme erkennen und lösen, genauso wie in der Müllentsorgung oder im Fern- und Nahverkehr mit Lastkraftwagen. Auch im Einzelhandel sind diese Fähigkeiten gefordert. Da ich aber eher selten Akademiker in diesen oder ähnlichen Arbeitsbereichen antreffe, bin ich der festen Überzeugung das auch wir "Normalos" über solche Fähigkeiten, wie du sie aufgeführt hast, verfügen. Außerdem kann in absolut keinem Beruf jemand lange überleben der keine Probleme erkennen und eigenständig lösen kann. Und das Akademiker oftmals zielgesetzter sind, fasse ich als erhebliche Beleidung auf. Jeder setzt sich Ziele und versucht diese nach allen Kräften zu erreichen. Nur weil jemand seine Ziele lieber niedriger setzt und "nur" Verkäufer wird, heißt das nicht das er niedriger steht als Akademiker. Außerdem haben mich diese ganzen "Finanzgenies" in den Banken und an der Börse nicht sonderlich mit ihrer Problemlösung beeindruckt als plötzlich der große Pleitegeier seine Runden drehte.

Fakt ist das eine Gesellschaft sowohl studierte (kann ich das so schreiben?) als auch Arbeiter brauch um zu überleben. Ohne Ärzte, Wissenschaftler, Manager, Lehrer und alle anderen "hohen" Berufe geht es nicht, aber auch ohne Verkäufer, Friseure, Köche, Berufskraftfahrer und alle anderen "niederen" Berufe läuft nichts. Leider wird vielen das Studium wegen den extremen Bedingungen verwehrt und so bleibt ihnen nichts anderes übrig als einen Beruf zu ergreifen der fern ab von jeglicher akademischer Laufbahn liegt. Deshalb gibt es so viele Arbeitslose die nicht studiert haben.

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Geschrieben am
Benne
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Richtig hummel.

@blubb: ja okay, wir brauchen vielleicht nicht ganz so viele, die es mal werden wollen (sagen wir mal 100). aber wir brauchen mehr (sagen wir 60) als momentan(30)und auch in nächster zeit auf den arbeitsmarkt drängen. das ist nun mal fakt und da ist das problem.
durch die schlechte bildung schon in den untersten klassen wo man nicht genug gefördert wird bis hin zur uni, können gar nicht alle das studieren was sie vielleicht mal werden wollen.
und auch in den uni/fh/hs deutschlands brechen eben noch viele ab, sei es aus finanziellen gründen oder weil es eben doch schwerer ist und man es mit den vorkenntnissen eben nicht schafft. gibt auch viele die abbrechen wegen kein bock oder weil se doch was anderes machen wollen. klar.
aber gibt ja schon genug hürden (zulassungsbeschränkungen etc.). da muss man das ganze nicht noch durch studiengebühren verschärfen.
und das dass bildungssystem mehr geld braucht kann jawohl auch keiner widersprechen.
einfachstes beispiel: an meiner alten schule gingen in den letzten jahren immer mehr lehrer in den ruhestand. aber es wurd nicht ein neuer lehrer eingestellt. klar, schülerzahlen sind rückläufig.
aber da die keinen eingestellt haben hat jetzt zur folge, dass stunden gestrichen werden und ganze fächer nicht mehr angeboten werden können.
und das ist nicht okay.

ich zahl auch mehr steuern, wenn die dann im gegenzug auch mehr in die bildung/erziehung stecken und nicht wieder alles auf jedes ressort verteilen und das wieder nur wie ein tropfen auf den heißen stein wirkt.
flickschusterei bringt das land nicht vorwärts

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Geschrieben am
blub
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Verzeihung, ich wollte nicht arrogant klingen oder jemanden beleidigen, das war wirklich nicht meine Absicht. Und ich wollte auch nichts verallgemeinern. Ich bin wirklich niemand, der Menschen in Schubladen steckt.
Dennoch bin ich der Meinung, dass der prozentuale Anteil höher ist bei Pflichtschul-Absolventen, dass diejenigen Fähigkeiten nicht so stark ausgeprägt sind.

Und natürlich können Köche, Handwerke und viele mehr im Team arbeiten... aber ich hab auch nicht von der arbeitenden Bevölkerung geredet, sondern von einen gewissen Teil der Arbeitslosen.
Hie will ich wieder nicht verallgemeinern, aber worauf ich hinaus will, ist, dass diejenigen erst gar keine Jobs bekommen, weil ihnen genannte Fähigkeiten fehlen könnten.
Während diejenigen, die bereits eingestellt worden, Köche etc. diese Fähigkeiten vor ihren Arbeitgebern aufwiesen und deshalb eingestellt worden sind.

@Benne: Welche Fächer können denn nicht mehr angeboten werden? Es gibt Fächer, die kaum mehr studiert werden... und noch weniger für's Lehramt.
Und wenn ich in die Richtung gucke, dann könnte das weniger daran liegen, dass Studierende/Studenten/StudentInnen/Studies/Universitätsbesucher/Langweiler/Spießer/Whatever genügend unterstützt werden, sondern vielleicht eher daran, dass diese Fachrichtungen zu selten angestrebt werden.

Ich bin definitiv nicht dagegen, dass sich Studenten für bessere Bedingungen einsetzen... aber dafür bin ich auch nicht unbedingt..

MfG

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Geschrieben am
blub
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Nachtrag: mein Text liest sich irgendwie shice =/

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Geschrieben am
Benne
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also auf jeden fall ist das thema sehr komplex ^^

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Geschrieben am
Vineyard
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Mein Senf:

Ich bin auch nicht wirklich der Fan von Studiengebühren, aber das Problem ist leider, dass derzeit keine Sau mehr wirklich weiß wie die Unis mit dem bestehenden System zu finanzieren wären.

Was man bei der Diskusssion nicht vergessen darf ist, dass die Anzahl der Numerus Klausus Flüchtlinge seid Feymanns "Wahlzuckerl" (Abschaffung der Studiengebühren) explodiert sind.) Das hat die Sache noch zusätzlich verschlimmert.

Werner Feymann ist als Kanzler sowieso eine mittlere Katastrophe und einer der miesesten Opportunisten schlechthin. (Siehe die Sache mit der Krone und derzeit das geeiere mit dem österreichischen EU-Kommissar)

Nicht daß Schüssel und Co in Sachen Bildungspolitik besser waren, die waren es ja die mit dem Kaputtsparen begonnen haben.

Man fühlt sich von der Politik einfach megaverarscht...

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Geschrieben am

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