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Bob & Linda: Der Hochzeitsmord

Unerwartet früh bekamen die Ermittler am nächsten Tag die Meldung, dass die Untersuchung des Leichnams und der Wasserflasche abgeschlossen war. Wie erwartet war Rupert Porter vergiftet worden. In der Wasserflasche war kein Gift nachgewiesen worden, aber im Verdauungstrakt des Toten hatte der Gerichtsmediziner Reste einer Kapsel gefunden, die offenbar mit Blausäure gefüllt war. Nicht alle Fingerabdrücke auf der Flasche gehörten zu Porter, allerdings waren die anderen Fingerabdrücke auch nicht in der polizeilichen Datenbank erfasst.

Als sie aus dem Labor zurückkamen, fing ihr Vorgesetzter sie auf dem Flur vor ihrem Büro ab.

»Bob, Linda? Gute Nachrichten: Wir haben euren Kevin Plotkowiak gefunden«, verkündete er. »Ich hab’ Norman und Benny schon zu ihm geschickt, damit es schneller geht.«

»In welchem Bezirk wohnt der Knabe denn?«

»In gar keinem. Der wohnt auf dem Land, in Heidenwalde.«

»Macht Sinn, dann muss er nicht so vielen Nachbarn seinen Namen buchstabieren.«

»Logisch. Sagt Bescheid, wenn ihr weitergekommen seid«, sprach der Chef zum Abschied und verschwand in seinem Büro.

Zehn Minuten später klingelte Bobs Telefon.

»Inspektor Bob, Polizei, Abteilung Mord bis Mundraub.«

»Hey, hier ist Benny. Wir haben gerade mit eurem Kevin geredet. Schlechte Nachrichten für euch: Der hat ein wasserdichtes Alibi«, informierte die Stimme am anderen Ende. Bob schaltete den Lautsprecher ein, damit Linda mithören konnte.

»Inwiefern?«

»Der junge Mann arbeitet bei einer Reparaturwerkstatt für Landmaschinen. Und gestern war er mit seinen Kollegen den ganzen Tag 150 Kilometer entfernt und hat mit denen zwei Mähdrescher wieder zum Laufen gebracht. Der hat so viele Zeugen dafür, dass sein Alibi besser ist als unseres.«

»Verdammt. Kann er trotzdem mal vorbeikommen?«

»Moment, ich frage mal.«

Es dauerte einige Minuten, bis sich Benny wieder meldete.

»Er ist einverstanden, sein Boss auch, wir bringen ihn gleich mal rüber. Bis nachher!«

Es klickte im Hörer. Bob legte auf und schaute Linda nachdenklich an.

»Irgendwas kommt mir falsch vor an der Sache.«

»Keine Ahnung, was du meinst«, sagte Linda mit triefendem Sarkasmus, »was kann falsch daran sein, wenn ein Mann wenige Stunden nach seiner Hochzeit umgebracht wird?«

»Das meine ich nicht. Ich meine diese angebliche Fehde zwischen Porter und Plotkowiak. Porter ist ein Brite, der seit ein paar Jahren hier in der Stadt lebt und Versicherungsfritzen dabei hilft, ihren Windows-Hintergrund zu wechseln. Plotkowiak ist ein Landei, das Mähdrescher und Traktoren repariert. Woher sollen die sich kennen? Welche Schnittpunkte haben die beiden, aus denen überhaupt ein Konflikt entstehen könnte?«

»Da hast du wohl recht«, grübelte Linda. »Die können sich nicht mal aus der Kindheit kennen. Und alle, mit denen ich geredet habe, sind sich einig, dass Porter kein Partyhengst war, sondern eher introvertiert. Also sind die auch nicht in irgendeiner Disco aneinandergeraten. Und um die Braut haben die sich auch nicht geprügelt, denn die kennt den Plotkowiak überhaupt nicht.«

Sie tippte kurz auf der Tastatur ihres PCs herum.

»Im Zentralregister ist kein Eintrag für Kevin Plotkowiak. Vorbestraft ist er also nicht.«

Linda runzelte die Stirn.

»Meinst du, der kann uns überhaupt was sagen?«

»Ich hoffe es. Sonst schleppen Benny und Norman ihn umsonst hierher«, seufzte Bob.

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