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Kategorie: Persönliches

Tja, wie ich schon beim letzten Mal geschrieben hatte, war zwischendurch ein Forentreffen in Düsseldorf, was mich für eine Weile aus dem Internet fernhielt. Danach brauchte ich noch eine Woche, um mich zu akklimatisieren.

Was kann ich denn zum Forentreffen sagen? Es war lustig. ^__^
Ach so, es wird ja erwartet, dass ich mehr dazu schreib. Nun ja, ok.
Ich kam am Donnerstag in Düsseldorf an, so gegen halb 3 nachmittags. Es regnete, aber ich dachte mir frohgemut: "Hey, das Hotel ist schlappe 500 Meter vom Bahnhof entfernt, auf der Straßenkarte sieht's auch nicht so weit aus: Das schaffste doch locker." Leider hat das Hotelmanagement ein wenig geflunkert bei der Entfernungsangabe. Es war mal eben ein Kilometer, den ich da bei strömendem Regen hinter mich bringen musste.
Im Hotel war die Ernüchterung über das Zimmer schonmal recht groß: Die Wände in ferkelrosa gehalten, überall Insektenleichen an den Wänden, eine fette Spinne an der Decke, es gab keine Duschwanne, weswegen das winzige Badezimmer nach jeder Dusche halb überschwemmt war, und ich hatte nur einmal in den ganzen vier Tagen Gummibärchen auf dem Kopfkissen. Direkt vor dem Fenster war das leuchtende "HOTEL"-Schild, nachts war es im Zimmer also taghell, zum Glück gab's Vorhänge. Nun hatte ich noch einen Sonderpreis wegen der Reservierung bei hotel.de, der Standardpreis für das Zimmer hätte so um die 70-80 Euro pro Übernachtung betragen, in Messezeiten noch um einen kräftigen Happen mehr. Ich persönlich empfand schon die 45 Euro als Wucher. Mit der Spinne hatte ich übrigens zunächst einen Nichtangriffspakt geschlossen ("Machen wir's so: Du bleibst da oben, und ich hier unten, ok?"), als sie sich aber am Freitag abend von der Decke herunterließ, musste ich sie jedoch töten. (Ich HASSE Spinnen.)

Donnerstag nachmittag traf ich mich noch mit einer Freundin. Wir gingen dann in ein kleines Café, was wohl italienisch sein sollte. Kunden waren da wohl nicht so gern gesehen, es war ziemlich leer, und statt uns die Karte zu geben, fragte der Strunk an der Theke gleich, was wir haben wollten.
Wir latschten dann eine ganze Weile durch Düsseldorf und warfen schonmal einen Blick in die berühmt-berüchtigte Immermannstraße, die fest in japanischer Hand ist. Dort sahen wir das japanische Kaufhaus Mitsukoshi (was Christoph Neumann in seinem Buch "Darum nerven Japaner" erwähnte) und beschlossen, einen Blick hineinzuwerfen. Wie im Buch beschrieben sind dort alle Beschriftungen ausschließlich auf japanisch, die Preise in Euro sind da schon fast das Einzige, was an die Stadt außerhalb des Ladens erinnerte. Ohne die Beschriftungen auf den zumeist deutschen Verpackungen hätten wir keine Ahnung gehabt, was sich hinter einigen Dingen verbirgt. Dieses Kaufhaus verkauft anscheinend die gesamte Jahresproduktion aus Solinger Klingenwerkstätten (dafür seh ich nur selten woanders irgendwas aus dieser Stadt, aber egal), zum Beispiel einen "Nasen- und Ohrenhaarschneider". Mir war nicht bewusst, dass es bei Japanern dort besonders wuchert. Ansonsten gab es den üblichen Tand, den sich Japaner wohl vorstellen, wenn sie an Deutschland denken: Bierkrüge, Zinnteller, kleine Kästchen mit Holzpüppchen und geschliffene Kristallfiguren. Wein gab's dort auch, jedoch wurden wir nach argwöhnischer Betrachtung durch die Kaufhauslakaien mit einem "Wir schließen gleich" fünf Minuten vor der Schließung aus dem Laden eskortiert. Düsseldorf muss für die Japaner toll sein, da können sie ihre sprichwörtliche Höflichkeit mal vergessen. Der Abend auf dem Hotelzimmer war langweilig. Ich hatte mir bei einem Fresstempel um die Ecke noch ne Spaghettimahlzeit mitgenommen, dummerweise haben die vergessen, das Plastikbesteck einzupacken, weswegen ich die Pampe mit den Fingern essen musste. Nun ja, schade war's darum nicht wirklich, Koreaner kriegen wohl keine gute Tomatensoße hin.

Freitags war dann Zeit für Köln. Ich tigerte also zum Bahnhof, konnte nach einigen Schwierigkeiten endlich einen Fahrschein kaufen, und fuhr mit einer rumpelnden, rustikal wirkenden S-Bahn in die Stadt, die für den Bau einer Kirche mehrere Jahrhunderte gebraucht hatte. Gleich vorweg: Der Dom wirkt da etwas unpassend, viel zu dicht eingebaut und etwas zu protzig und überladen.
Wie auch immer, ich irrte zunächst durch Köln und fand dann endlich zu EMA, die ich ja eigentlich besuchen wollte. Die Büros sind verdammt eng (verglichen mit Berlin) und der im 6. Shinkan gerühmte Ausblick auf den Dom ist recht unspektakulär. Danach traf ich mich mit zwei anderen Freundinnen, und wir stiefelten erstmal um den Dom rum (bitte, liebe Kölner, macht da mal die ganzen Püppchen ab, sieht ja tuckig aus...), ich bestaunte einen Brunnen mit einem bemerkenswerten Mosaik am Boden ("Wie verstecke ich kreativ ein Hakenkreuz" Lektion 1), und dann trampelten wir durch Kölns Geschäftsviertel. Wir waren in einem Lego-Laden, den ich ganz toll fand, danach in diversen Klamottenläden, die ich ganz langweilig fand, und dann haben wir noch Eis gemampft. Der Abend im Hotelzimmer war wieder extra-langweilig, aber ich hatte keinen Bock, nochmal rauszugehen, mir taten die Füße weh.

Samstag war dann endlich der Tag, wo wir uns dann alle treffen sollten. Die innigste Begrüßung erfuhr ich von einem Kerl (urx...), aber es war trotzdem ganz amüsant. Wir stiefelten dann durch die Düsseldorfer Innenstadt (insbesondere die schon erwähnte Immermannstraße), um dort die japanischen Buchhandlungen zu überfallen. Ich lernte bei der Gelegenheit die Basara-Übersetzerin kennen (reizendes Mädel), und ich unterhielt mich mit einem Japaner ne gute Viertelstunde lang über die Faszination von Mangas auf die deutsche Jugend. Unsere Tour führte uns dann noch in ein thailändisches Restaurant (Opfer: eine Gabel), in eine Eisdiele (erstaunlicherweise keine Zerstörung) und in ein Kaufhaus (ewig langes Warten, weil die Mädchen sich am Hello Kitty Kram festgebissen hatten). Wir verabschiedeten dann nach diversen Gruppenfotos noch die Leute, die dann schon leider gehen mussten, und gingen dann in eine thailändische Karaoke Bar. Dieser Besuch war ein voller Erfolg: Zunächst wurde eine Bacardi Cola über den Sitzen verteilt, ein Glas zerklirrte irgendwann, und wir richteten die musikalischen Klassiker der westlichen Welt mit unserem Gesang hin. Wir merkten später ziemlich deutlich, dass man uns loswerden wollte. Nun ja, am Abend war dann nicht mehr viel mit langweilen, ich war todmüde.

Sonntag war dann Tag der Abreise. Da wir aber erst kurz nach Mittag abfuhren, konnten einige von uns sich noch den Vormittag vertreiben. Wir stiefelten wieder durch Düsseldorf, diesmal zum Rheinufer. Dann pflanzten wir uns dort in die herrliche Spätsommersonne, genossen den Ausblick auf die Schifffahrt und den Geruch eines nicht ganz dichten Dixi-Klos hinter uns. War ein schöner Ausklang des Treffens, was im Nachhinein irgendwie zu kurz war. Trotzdem: Mehr Spannung am Abend wäre schon ganz nett, ich hoffe, beim nächsten Mal hab ich ne Freundin, um die Langeweile zu überbrücken.

So, was gibt's noch so zu bemerken?
Ich hab gelesen, Daniel Küblböck hat sich bei der chilenischen Cosmopolitan Uni um einen Ehrendoktortitel beworben, wurde aber mit Hinweis auf seine nicht genügenden Leistungen und seines kaum nennenswerten Alters mit einem Korb bedacht.
Den Schwuchtelpokal kann er aber trotzdem kriegen, ich hab den letztens auf dem Cover einer Jugendzeitschrift gesehen, da fehlte eigentlich nur noch die ausgestopfte Oberweite.

Durch einen Link bei einer Partnerbörse fand ich bei Amazon dieses Buch. Die Kundenrezensionen waren dann dermaßen putzig, dass ich vor lachen nicht mehr konnte. Offenbar empfiehlt der Autor solche Taktiken wie "Verteile in der Fußgängerzone Visitenkarten von Dir", "Verfolge Frauen quer durch den Park und setze die sofort neben Sie auf die Bank. Wenn Sie daraufhin abweisend reagiert sage einfach: 'Mädchen was hast Du für ein Problem!'", "Spioniere Frauen hinterher und schicke täglich über Wochen Blumen. Auch wenn Du nicht weißt ob sie schon einen Freund haben." und "Lerne jeden Abend 5 neue Witze auswendig. Stell Dir vor Du kennst 100 oder 200 Witze. Frauen werden Dich für sehr intelligent halten." Ich glaub mal, dass man da gute Chancen hat, einen beschissenen Ruf zu bekommen und als Stalker im Knast zu landen.

Nun ja, jetzt fällt mir erstmal nix mehr ein, der Text ist lang genug, also bis zum nächsten Mal.

PS: Auf Wunsch schreib ich's hin: Utopia war beim Treffen auch dabei, ihr Blog findet man unter "Meine Lieblings-Weblogs".

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Mir geht's gar nicht gut

Veröffentlicht am 23. September 2003 um 21:28 Uhr in der Kategorie "Persönliches"
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