Frag den Hasen

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#44669 Naja, MAcht übernommen... die Gemengelage ist unübersichtlich. Sie sind militärisch schnell vorgedrungen. Eine Stadt wie Kabul hat Millionen Einwohner, ein paar Taliban mit Waffen sind noch keine Machtübernahme. Die alte Nordallianz hat sich wieder zusammengerauft und leistet Widerstand in ihrer Provinz (die auch vom ersten Talibanstaat nie erobert werden konnte), Ex-Präsident Kasai sitzt in seinem gesponnen Netz der Beziehungen, Paschtune wie die Taliban und will verhandeln. Der Vize-Präsident lebt noch und ist im Land und beansprucht nach der Verfassung der allein gültige Regierungschef zu sein. Weltbank und IWF haben alle Gelder eingefroren.
Worüber herrschen die Taliban effektiv? Das die NATO da raus musste, schon vor Jahren, ach am besten nie reingegangen wäre... geschenkt, aber mit ihrem Abzug sind nur wie beschrieben die alten Stammesfehden hochgekocht. Afghanistan bleibt zerrissen, arm und kaputt. Und ob China und die arabischen Staaten das Land jetzt finanzieren werden, bleibt abzuwarten.
Ja, die Armee hat praktisch nicht gekämpft und die Taliban sind in Windeseile nach Kabul einmarschiert. Aber der Bürgerkrieg ist damit noch lange nicht vorbei. Die USa haben erreicht was sie wollten 2001, Al-Quaida den Boden entziehen und Osama bin LAden töten. Ein Land aufbauen stand nicht auf der Agenda.
Klopfer, was meinst Du, sollte man Länder einfach mehr sich selbst überlassen, anstelle von den ganzen Einmischungen?
Eine Provinz ist quasi nix, und im Rest sind die Taliban (trotz Stammesfehden) quasi unumstritten. Natürlich müssen sie mit den Stammesfürsten auskommen, aber es ist nicht so, als wenn sie keine Macht hätten. Im Prinzip ist es halt wie 2001.
"Die USa haben erreicht was sie wollten 2001, Al-Quaida den Boden entziehen und Osama bin LAden töten. Ein Land aufbauen stand nicht auf der Agenda"
Das hat Biden jetzt gesagt, aber seien wir ehrlich: Das war kompletter Bullshit, um den Rückzug irgendwie eleganter erscheinen zu lassen. Bin Laden und Al-Quaida hatten mit Pakistan zu der Zeit mehr zu tun als mit Afghanistan, Bin Laden ist schon seit 10 Jahren tot und die sind trotzdem noch da geblieben. Wenn "ein Land aufbauen" nicht auf der Agenda stand, warum dann das Stützen einer Regierung, Abhalten von Wahlen, Aufbau von Armee und Polizeikräften, Investitionen in die Infrastruktur und so weiter? Natürlich wollten die aus Afghanistan ein stabiles Land machen. Aber dafür müsste man tatsächlich lange bleiben und dann auch allen wehtun, die dagegen stehen, und das ist besonders dann schwer, wenn sich der Feind immer in die Berge und Höhlen zurückziehen kann.
Ob man die Länder sich mehr selbst überlassen sollte? Klar. Aber das müsste dann auch konsequent geschehen, und das heißt auch: nicht dauernd Leute aufnehmen, die von da kommen. Sonst holt man sich die Probleme trotzdem ins Land.
(Wohlgemerkt: Ich bin durchaus dafür, jetzt den Ortskräften zu helfen, denen durch die Taliban der Tod droht. Allerdings muss man eben auch aufpassen - es gibt auch genug Ortskräfte, die sogar vor Kameras damit geprahlt haben, eigentlich Islamisten zu unterstützen und die Bundeswehr und US-Armee usw. eigentlich nur auszunehmen, daher sollte man ein Auge auf die haben, die man herholt, und die auch zurückschicken, wenn sie Scheiße bauen.)