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Post von oben

Folgende Mail hatte ich nun schon zum dritten Mal in meinem Postfach. Anscheinend möchte irgendwer unbedingt einen Beweis dafür, dass ich dieses Geschreibsel zur Kenntnis nehme. Nun denn: Möge meine Antwort ein Hinweis darauf sein, dass man einem Atheisten manche Texte einfach nicht zuschicken sollte.

Bitte einfach lesen!

Nur unter Protest.

Liebst du Jesus?

Tut mir Leid, ich bin nicht schwul.

Komisch, dass 100 Euro nach so viel aussehen, wenn du sie der Kirche gibst, aber so wenig, wenn Du damit einkaufen willst.

Komisch, wie saubekloppt ich mich fühlen würde, wenn ich wüsste, dass ich der Kirche 100 Euro gegeben hätte.

Komisch, wie lange es dauert, Gott für eine Stunde zu dienen, aber wie schnell 60 Minuten Fußball vergehen.

Wer erzählt mir denn dauernd, dass Gott allmächtig ist? Und dann braucht der noch Diener? Faule Sau.
Und ich kann Fußball nicht leiden.

Komisch, wenn uns nichts einfällt, was wir beten können, aber wir unseren Freunden immer etwas zu erzählen wissen.

Ich wette, Gott ist nicht halb so interessiert an meinen Gedankengängen wie meine Freunde.

Komisch, wie schwer es ist, ein Kapitel in der Bibel zu lesen, aber wie leicht es ist, 100 Seiten eines Bestsellerromans zu verschlingen.

Natürlich, weil es kaum einen Schinken gibt, der miserabler geschrieben ist als die Bibel.

Komisch, wie sich Leute auf einem Konzert um die vordersten Plätze bemühen, und sich um einen der hintersten Plätze in der Kirche drängeln.

Bei einem Konzert ist die Show vorne besser. In der Kirche ist es die Luft hinten bei der Tür.

Komisch, dass wir 2 oder 3 Wochen Vorwarnung brauchen, um ein kirchliches Ereignis in unseren Plan zu bringen, ihn für andere Ereignisse aber im letzten Augenblick umändern können.

Andere Ereignisse erfordern es auch nicht, Gullideckel zuzuschweißen oder den Luftraum über Köln weiträumig zu sperren.

Komisch, wie schwer es Menschen fällt, die Gute Nachricht weiterzugeben, aber wie leicht es ist, den neusten Klatsch und Tratsch weiterzuverbreiten.

Was ist die Gute Nachricht? Dass wir alle in die Hölle kommen, wenn wir zum Spaß ficken?

Komisch, wie wir der Zeitung glauben, aber in Frage stellen, was die Bibel sagt.

Punkt 1: Normale Zeitungen behaupten auch nicht, dass Menschen aus Erde und Rippen gebacken wurden.
Punkt 2: Der BILD-Zeitung trau ich noch weniger über den Weg als euch. Lernt das zu schätzen.

Komisch, wie viele auf deiner Adressenliste diese Mail nicht erhalten, weil Du Dir nicht sicher bist, dass sie an irgendetwas glauben!

Was ganz hervorragend zu der Frage überleitet, warum ausgerechnet ich ständig diesen Quatsch geschickt kriege.

Komisch?.......................Nein!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Traurig!

Ich stimme dir zur Hälfte zu. Komisch ist es tatsächlich nicht. Eher bemerkenswert unkomisch.

Stelle dir vor, folgendes passiert Dir: Eines Morgens während eines Gottesdienstes sind 2000 Christen überrascht, 2 Männer zu erblicken, die beide von Kopf bis Fuß in schwarz eingehüllt sind und Maschinengewehre tragen. Einer der Männer ruft: "Jeder, der bereit ist, eine Kugel für Christus zu erhalten, bleibe da stehen, wo er gerade steht!" Sofort fliehen der Chor, die Diakone und die meisten der Versammelten. Von den 2000 bleiben nur ungefähr 20 stehen. Der Mann, der gesprochen hatte, nimmt seine schwarze Verhüllung vom Gesicht, sieht den Prediger an und sagt: "Okay Pastor, ich habe alle Heuchler entfernt! Jetzt kannst Du mit deinem Gottesdienst beginnen. Ich wünsche noch einen schönen Tag!" Und die beiden Männer drehen sich um und gehen hinaus.

Und was lernen wir daraus? Wahre Christen stürmen vermummt mit Maschinengewehren in die Kirchen und verbreiten Angst und Schrecken statt Nächstenliebe.

Merkwürdig, wie leicht es für Menschen ist, Gott zu leugnen, und sich dann wundern, warum die Welt zur Hölle wird.

Genau, für Moses, Noah und Jesus war das Leben ja ein fröhlicher Spaziergang, weil sie an Gott glaubten.

Merkwürdig, dass jeder in den Himmel will, doch annimmt, man brauche nicht zu glauben, zu denken, zu sagen oder zu tun, was in der Bibel steht.

Weil die Religion von nebenan dasselbe Paradies verspricht, die Regeln dort aber halb so dämlich sind?

Merkwürdig, wie jemand sagen kann: "Ich glaube an Gott", aber dennoch dem Teufel folgt.

Das ist jetzt unfair. Ratzinger ist doch noch gar nicht so lange Papst, vielleicht wird er ja noch weniger diabolisch.

Merkwürdig, wie das Obszöne, Vulgäre, Gewalttätige und Okkulte frei den Cyberspace passieren kann, aber eine öffentliche Diskussion über Jesus in den Schulen und am Arbeitsplatz unterdrückt wird.

Oh Junge, du hattest noch nie Ärger mit den Jugendschutzbehörden, oder?
Und über Jesus gibt's nichts zu diskutieren. Ein langhaariger Wanderprediger hielt sich für den König der Juden und wurde von den Römern hingerichtet. Alles andere ist Legende.

Merkwürdig, wie jemand so entbrannt sein kann für Jesus im Gottesdienst, aber ein unsichtbarer Christ im Rest der Woche ist.

Was daran liegen mag, dass man unter der Woche arbeiten muss, um seine Brötchen zu verdienen, weil sie anders als beim Messias nicht vom Himmel fallen.

Merkwürdig, wie ich mehr besorgt darüber sein kann, was andere Leute von mir denken, als was Gott von mir denkt.

In meinem Fall liegt es definitiv daran, dass Gott mir seltener über den Weg läuft als andere Menschen. Wesentlich seltener.

Dies ist eine wahre Geschichte, die vor knapp einem Jahr in einer Zeitung in den Südstaaten erschien: Es gab ein atheistisches Ehepaar, das ein Kind hatte. Sie erzählten ihrer Tochter nie von Jesus Christus. Als das Mädchen 5 Jahre alt war, stritten sich ihre Eltern. Der Vater erschoss vor den Augen seines Kindes erst seine Mutter und dann sich selbst. Das Kind wurde daraufhin zu Pflegeeltern gegeben. Die Mutter war Christin und nahm das Mädchen mit in die Kirche. Die Pflegemutter erzählte der Leiterin der Sonntagsschule, dass das Mädchen noch nie etwas von Jesus gehört hatte und bat sie, Geduld mit ihr zu haben. In der Sonntagsschule hielt die Lehrerin ein Bild von Jesus hoch und fragte:"Weiß einer von euch, wer das hier ist?"

Ich wäre wahrscheinlich wieder das Arschloch gewesen, wenn ich an der Stelle drauf hingewiesen hätte, dass zu Jesus' Zeiten niemand ein Bild von ihm gemalt hat und die jetzigen Bildnisse wohl ebensoviel Ähnlichkeit mit Jesus haben wie der Weihnachtsmann...

Das kleine Mädchen hob die Hand und sagte: "Ich! Das ist der Mann, der mich in der Nacht, als meine Eltern starben, gehalten hat." Wenn Du glaubst, dass das Mädchen die Wahrheit gesagt hat und das, obwohl sie nie von Jesus gehört hatte, ER sie dennoch an jenem Abend gehalten hat, dann wirst Du sicherlich diese Mail an so viele Freunde wie möglich weiterleiten. Du kannst sie aber auch löschen, als hätte Dich die Geschichte nie berührt.

Sie hat mich berührt. Und mich etwas gelehrt. Nämlich dass da draußen ein Kinderschänder rumläuft, der wie Jesus aussieht und kleine Mädchen besucht, wenn ihre Eltern sich gegenseitig umnieten.

Merkwürdig, wie leicht es den Menschen fällt, Gott einfach in den Papierkorb zu tun!

Wenn Gott so groß wäre, wie immer gesagt wird, würde er da eh nicht reinpassen.

Leite diese Mail nun weiter, wenn Du sagen kannst: "Ja, ich liebe Gott. Er ist meine Lebensquelle und mein Erretter. Er sorgt jeden Tag dafür, dass ich funktioniere. Ohne IHN wäre ich nichts. Ohne IHN bin ich nichts, aber mit IHM kann ich alle Dinge tun, weil er mich stark macht. (Phil.4,13)

Sowas sag ich einem Mädchen, wenn ich es sehr sehr liebe. Aber keinem Typen, dessen wesentliche Leistung es ist, seinen unehelichen Sohn ans Kreuz hämmern zu lassen, weil die anderen Menschen so böse waren.

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