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#805 von Klopfer

Einen Bürgerkrieg zu führen, um die Sklaverei zu beenden, war offenbar nicht genug, um ihn zu ehren. :facepalm:

(Der Artikel spricht auch davon, dass sie ihm vorwerfen, mit seiner Politik den Indianern ... sorry, Native Americans nicht geholfen zu haben. Aber mal ehrlich: Wer verdient dann überhaupt, eine Schule nach sich benannt zu kriegen, wenn man irgendwelche absurden Ansprüche von heute stellt, die damals gar nicht durchzusetzen gewesen wären?)

Link: [https://twitter.com/DailyMail/status/1338880528439717888]
Bild 8809
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Rakshiir (Profil)
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Historische Situationen müssen natürlich nach heutigen "Standards" (die selbst heute fragwürdig sind) gewertet werden. Und Personen aus dem heutigen Leben müssen natürlich verantworten was jemand damals "falsch" gemacht hat (irgendwer muss ja Schuld sein?!)
Das ist denke ich eins der ganz tollen Beispiele dass diese Leute absolut nicht mit ihrem Gehirn arbeiten. Jeder der Teil dieses Vorschlages ist sollte seinen Job meiner Meinung nach verlieren, weil sie n relativ klares Zeichen von Irrationalität vorweisen. Und in gewissen Positionen ist Rationalität ziemlich wichtig.
Meine sarkastische Seite denkt darüber: Mensch, wie blöd dass es diesen dummen Kerl gab, ohne den wären die vielleicht heute noch in ner Situation in der sie nichtmal darüber motzen könnten, dann hätten wir den Ärger nichtmal.
Plus: Komisch dass niemand darüber redet dass es gewisse politische Personen in Ländern gibt, die heute noch genau das machen: Menschen anhand der Hautfarbe unterdrücken. Nur sind es da teilweise schwarze, die weisse unterdrücken. Aber warum sollte man darüber reden.

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Geschrieben am
(Geändert am 16. Dezember 2020 um 16:13 Uhr)
Gast (Profil)
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Die Schulumbennenung ist Unsinn, aber historisch gesheen war der alte Abe tatsächlich kein Freund der Schwarzen. Er hat den Bürgerkrieg nicht geführt, um die Sklaverei zu beenden. Als die Südstaaten aus der Union ausgetraten, hatte das hat den Bürgerkrieg ausgelöst. Abe kam nicht, um Sklaven zu befreien, sondern um die Einheit wieder herzustellen. Im Gegenteil, hielt er doch noch im Wahlkampf Reden, dass er Schwarze für eine miderwertige Rasse hielt, und Mischehen für ausgeschlossen. Außerdem überlegte er noch während des Bürgerkrieges, die Schwarzen nach Afrika zurückzuschicken, was angesichts von knapp 4 Millionen ein hoffnungsloses Unterfangen war. Und auch im Krieg nahm er die ersten Jahre keien Schwarzen in der Armee auf, wobei sich tausende geflohener Sklaven ja geradezu dafür angeboten haben. Die ersten Schwarzen im Bürgerkrieg dienten in der Südstaatenarmee, die ihnen dafür im Gegenzug die Freiheit zusicherte. Erst dann war der Druck so groß, dass auch die Nordstaaten Schwarze in die Armee aufnahmen.

Abe war ein Kind seiner Zeit, er sah Weiße als überlegene Rasse an, und lag damit voll im Trend und war nicht mehr oder weniger rassistisch als seine Zeitgenossen. Trotzdem hat er dafür gesorgt, dass in den USA die Sklaverei abgeschafft wurde, obwohl er weiß und rassistisch war.

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Klopfer (Profil)
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Er hat den Bürgerkrieg nicht geführt, um die Sklaverei zu beenden. Als die Südstaaten aus der Union ausgetraten, hatte das hat den Bürgerkrieg ausgelöst.

Na jaaaa.... das klingt jetzt sehr nach der Darstellung, die gerne in den Südstaaten verbreitet wird. Aber es ist nicht zu bestreiten, dass die Südstaaten wegen der Sklavenfrage auch erst ausgetreten sind. Es ging nicht um die Rechte der Staaten ggü. der Union per se, es war tatsächlich das Bestreben, die Sklaverei abzuschaffen, das die Südstaaten zur Sezession getrieben hat, und Lincoln war sich auch bewusst, dass es um diese Frage ging, die einen Bürgerkrieg auslösen könnte, auch wenn er sich dabei sehr schwertat und ihn am liebsten verhindert hätte. Und die Bewegung zur Abschaffung der Sklaverei wurde eben aus dem Gedanken gefüttert, dass die Menschen die gleichen Rechte haben (was ja in der Unabhängigkeitserklärung auch erwähnt wird) und dazu auch die Schwarzen zählen.

Was richtig ist: Es war selbst in den Nordstaaten umstritten, ob man die Sklaven auf einmal befreien sollte, weil man Bedenken hatte, dass eine große Zahl von Schwarzen, die kaum gebildet und (wie auch die Weißen in den Südstaaten) vergleichsweise unzivilisiert waren, plötzlich in den Norden drängen würden und dort für Unruhe sorgen, weil sie eigentlich allein kaum lebensfähig wären. (Im Norden sozialisierten und gebildeten Ex-Sklaven und deren Nachkommen ging's bis dahin ziemlich gut, sie konnten auch problemlos in weißen Wohngebieten leben. Ihre Lage verschlechterte sich dramatisch, als Massen von Ex-Sklaven aus den Südstaaten in die Nordstaaten drangen.)

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Geschrieben am
(Geändert am 17. Dezember 2020 um 0:39 Uhr)
Gast (Profil)
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Die Wahl Lincolns hat der Austrittsfrage der Südstaaten den Rest gegeben. Die Splatung wurde ja schon 20 Jahre vor dem Bürgerkrieg diskutiert. Letztlich sind auf dem Gebiet der USA zwei verschiedene Wirtschaftssysteme gewachsen. Der industrialisierte Norden, der sich eher an Staaten wie Großbritannien und Frankreich anlehnte, und der ländliche Süden mit Plantagen, Großgrundbesitz usw., der sich eher wie eine Spanische Kolonie gab. Die Oberschicht der Südstaatler war durchaus gebildet, im Stile der Kolonialherren lernten die Kinder Latein und Altgriechisch, lasen Klassiker usw. Man darf nicht vergessen, es war ja nicht der ganze Süden nur in Sklave und Herr aufgeteilt. Es gab ca. 400.000 Plantagenbesitzer, 4 Millionen Sklaven und die restlichen 8 Millionen weißen Einwohner.

Lincoln war moderater Sklavengegner, er achtete aber auch das Selbstbestimmugnsrecht der einzelnen Staaten. Und er hatte mehrfach im Wahlkampf betont, dass er über die Frage der Sklaverei keinen Krieg führen würde. Aber das Zerbrechen der Union ließ ihm dann keine Wahl. Er tat sich schwer, gelangte aber im Verlauf des Krieges zu zwei Einsichten, erstens würde die Sklaverei der Union immer wieder im Wege stehen, in diesem Sinne musste sie abgeschafft werden, um dem Pulverfass die Lunte zu nehmen, zweitens war die Sklaverei der Wirtschaftliche Faktor der Südstaaten, die Abschaffung schwächte sie außerordentlich. Licoln überlegte ja hin udn her wie er das gestalten könnte. Im Raum stand ja lange Zeit auch Reperationszahlungen für enteignete Sklavenhalter usw. Zu Beginn der Krieges haben die Nordstaaten Plantagenbesitzern im Grenzgebiet der Kämpfe es soagr ermöglicht, entflohene Sklaven wieder einzufangen.

Die Sklaverei abzuschaffen war dann das Ergebnis des Bürgerkriegs, nicht sein Auslöser. Wobei man das natürlich differenziert betrachten muss, die Abspaltung wurde wegen der immer weiteren Einschränkungen und dem drohenden Verbot der Sklaverei vorangetrieben. Letztlich hat sie diese damit allerdings nur noch beschleunigt.

Aber ja, Lincoln war ein Rassist, man schaue seine Reden an. Aber von all den Rassisten war es immerhin einer, der trotzdem die Sklaverei abschaffte, das hätte ganz sicher nicht jeder getan. GErade sein Gegenkandidat für die zweite Amtszeit, der Demokrat, der einen Verhandlungsfrieden mit der Konföderation schließen wollte, wenn sie den gewählt hätten in den schon etwas kriegsmüden Nordstaaten, dann wäre weder die Sklaverei abgeschafft worden, noch die USA zu der Weltmacht geworden, die sie heute sind. Die Industrialisierung war ein wichtiger Schritt dorthin, ebenso ein modereneres zentral organisertes Staatswesen. Das sind Abes Verdienste, dafür kann man auch mal ne Schule benennen.

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Geschrieben am

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