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Ich hab einen neuen Text geschrieben. Und diesmal veröffentliche ich ihn sogar. Es geht diesmal um Leute, die sich über jeden kleinen Scheiß aufregen und oft auch gleich einen Shitstorm im Namen der Moral lostreten, um andere Menschen und Firmen in die Unterwürfigkeit zu drängen.

Angefangen hatte ich den Text schon, als noch der Shitstorm wegen des Hemds eines Kometenforschers tobte. Inzwischen regt man sich ja wieder viel zu viel über die Worte eines Biologie-Professors auf, der eigentlich nur einen Witz über seine Frau (Professorin für Immunologie) und sich gemacht hat. Und wieder hat die SJW-Brigade dafür gesorgt, dass jemand öffentlich gedemütigt und bestraft wird. Ich glaube ja, dass in den letzten Jahrzehnten andere Frauen dem Bild von Frauen in der Wissenschaft mehr geschadet haben als die öffentlichen Äußerungen irgendwelcher Männer. Damit meine ich nicht nur, dass 90 Prozent der Käufer von Esoterik-Schrott weiblich sind, sondern einige bizarre Äußerungen von feministischen Autoren.

Die amerikanische Feministin Sandra Harding bezeichnete Newtons Gesetze mal als „Newtons Vergewaltigungshandbuch“, ganz einfach weil sie vermutete, dass Newton in irgendwelchen anderen Schriftstücken (nicht unbedingt seiner Principia Mathematica) vielleicht Folter- und Vergewaltigungsmetaphern benutzt haben könnte. Später bereute sie diese Charakterisierung angeblich, aber ich bin mir nicht sicher, ob das aus persönlicher Einsicht geschah oder weil ihr dann doch genug Leute gesagt haben, dass sie bekloppt ist.

In eine ähnliche Kerbe schlug die französische Feministin Luce Irigaray, die tatsächlich Einsteins Gleichung E = mc² als geschlechtliche Gleichung bezeichnete, weil sie die Lichtgeschwindigkeit gegenüber allen anderen Geschwindigkeiten privilegiere, obwohl diese doch auch wichtig für uns wären. Zudem wäre es ja schon sexistisch, dass man mehr und früher die Mechanik fester, also „männlicher“ Körper lehren würde als die Fluidmechanik, die sich mit der Bewegung von „weiblichen“ Flüssigkeiten und Gasen befasst. Dass es schlicht was damit zu tun haben könnte, dass die entsprechende Mathematik für die Fluidmechanik ungemein komplizierter ist und daher nur für fortgeschrittene Studenten der Physik geeigneter Lehrstoff ist, kam ihr offenbar nicht in den Sinn.

Natürlich ist es höchst unfair, dass Frauen wegen der schwachsinnigen Äußerungen ihrer Geschlechtsgenossinnen abgestraft und unterschätzt werden. Umso wichtiger ist es daher aber, dass Frauen eben auch zeigen, dass sie selbstbewusst und abgeklärt ihren Weg gehen können, anstatt sich über Winzigkeiten mehr aufzuregen, als es angemessen ist, und sich so einen Ruf als zartbesaitete Mimöschen einzufangen.

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Kartoffelsalat - Nicht fragen!

Veröffentlicht am 26. Juni 2016 um 3:09 Uhr in der Kategorie "Neuigkeiten zur Seite"
Dieser Eintrag wurde bisher 44 Mal kommentiert.
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Wie kann man Klopfers Web unterstützen?

Text veröffentlicht im November 2017
Klopfer erzählt, wie man helfen kann, Klopfers Web zu erhalten und besser zu machen - sowohl ohne als auch mit Geldeinsatz. [mehr]

Kaa
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Das ist eines dieser Themen, mit denen ich mich im Moment auch vergleichsweise öfter beschäftige wenn ich mich auf bestimmten Plattformen aufhalte. Irgendwie besorgt mich dieses Verhalten inzwischen mehr als ich dachte und es scheint echt so als wäre kein Ende in Sicht. Auch das Verhalten der sogenannten "SJWs" kann man echt mit radikal beschreiben und es kommt auch oft vor, dass man sie nachweislich dabei ertappt, wie sie es selbst waren, die sich feindliche Kommentare geschickt haben, nur um dann behaupten zu können sie werden von anderen unterdrückt. Immer mehr Leute verstehen, dass man ihnen keine Angriffsfläche geben sollte, weswegen sie wohl auch ihre eigenen schaffen müssen um den Aufruhr weiter anzuheizen... da steht man teilweise echt hilflos und kopfschüttelnd gegenüber.

Danke für den Text, deswegen komme ich immer wieder gerne auf deine Seite zurück.

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Geschrieben am
Nuki
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Danke für diesen Text.
Ich schäme schon fast eine Frau zu sein wenn ich so lese was andere von sich geben.

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Geschrieben am
chena
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DANKE!

Inzwischen traut man sich ja kaum noc7h, irgendwas zu sagen, weil irgendjemandem irgendwo ein Furz quer sitzen könnte. Gefühlt sind wir auf dem besten Weg, ins Mittelalter zurückzukehren. Der Shitstorm, der bei der kleinsten Unbequemlichkeit losbricht, hat schon was von 'ner Ketzerjagd.

0
Geschrieben am
Evil
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Eigentlich komisch, dass einige wenige dumme Aussagen von Frauen dem Ruf der Frauen besonders geschadet haben soll (ja ich weiss, das steht da so nicht).
Wenn man sich mal anguckt was einige unserer Geschlechtsgenossen schon für einen Unsinn erzählt und gemacht haben, dann könnte man auch Männern totale Inkompetenz bescheinigen.

Ich denke eher, dass das Bild der Frauen in der Wissenschaft darunter leidet, dass es zwar viele Frauen in den Laboren gibt, die aber seltener eine führende Rolle spielen, als sie Assistenkräfte gibt. Und solange Natur- und Ingenieurswissenschaften (bei mir im Fachbereich Maschinenbau haben wie bestimmt keine 10% vllt. sogar keine 5% Frauen) gesellschaftlich eher als Männerberufe gehandelt werden, gehen die jungen Frauen doch eher in die klassischen Frauenberufe (Bildung, Erziehung, Pflege usw.) und die Chancen das Frauen in der Forschung wahrgenommen werden, bleiben weiterhin gering, was auch dem Ruf nicht hilft.

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Geschrieben am
MynonA
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Danke für diesen Artikel, der quasi alles ausspricht, was ich mir immer denke. Da frage ich mich glatt, ob du den Australier Jim Jefferies kennst, der so gute wie politisch inkorrekte und moralisch grenzwertige Witze macht, dass hierzulanden allen das Poloch zukneift.
Allerdings finde ich immer dass er oft das anspricht, was viele denken und auch oft kreative Lösungen mit einbringt. Falls es dich interessiert such mal "jim jefferies gun control".

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Geschrieben am
(Gast)
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Danke für diese nette Sachen zum Lesen! Eigentlich ist es ja eher traurig.

Bei dem Kommentaren zur sexistischen newtonschen Mechanik konnte ich nur noch gequält lachen. Die Grundgleichungen der Hydrodynamik (Kontinuitätsgleichung, Navier-Stokes-Gleichung) sind Newton in Reinform auf Felder erweitert. (Nähere Erläuterungen auf Anfrage).
Die Aussage über die Lichtgeschwindigkeit kann nur jemand treffen, der in diesem Bereich eine mangelnde Vorbildung aufweist.


Extreme Meinungen wird es immer geben. Jedoch handelt es sich hier um das Problem, dass einer extremen Meinung ein großes Gewicht zugestanden wird. Zudem existiert das durchaus reale Problem, dass sich bei jeder Meinung/Aussage Minderheiten angegriffen fühlen können, sodass nun alles zerpflückt wird.


Allgemein kann man alles auf einen Punkt reduzieren: Deutungshoheit. Derjenige, der die Deutungshoheit besitzt, kann anderen immer Ketzerei vorwerfen.


@Klopfer/Formulierung:
US-amerikanisch ist irgendwie doppelt. Normalerweise sollte amerikanisch ausreichend sein.

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Geschrieben am
Freda
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Ich vermute, diese Menschen sind einfach sehr glücklich, wenn ihnen jemand ein Motiv zur Empörung gibt.

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Geschrieben am
Cedros
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Das ist ja eine ungemein wichtige Erkenntnis von Frau Irigaray, sehr aufschlussreich..

Von nun an werde ich dazu übergehen, statt dem geschlechtlichen E = mc² nur noch E = mv² zu verwenden. Für v werde ich dann immer eine zufällig gewählte Geschwindigkeit einsetzen, damit sich diese gegenüber c nicht benachteiligt fühlen smile.gif

Das muss ich nun nur noch meinem Physik-Professor erklären ohne mich dabei köpfen zu lassen...

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Geschrieben am
ChristianL
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Ich war der Gast oben (Namen vergessen)

@Cedros:
Vielleicht doch einfach auf beta = v/c übergehen wie in der SRT üblich?


Wegen meiner ersten Antwort oben: Ich habe die beiden Feministinnen zusammengefasst - war noch nicht ganz wach. Sorry für die schlechte Antwort!

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Geschrieben am
(Gast)
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Nicht nur die Lichtgeschwindigkeit wird massiv bevorzugt. Nach dem Benfordschen Gesetz ist außerdem die 1 in den meisten Datensätzen deutlich stärker vertreten (30%) als bspw. 8ten (5.1%) oder gar die 9 (4.6%).
Ich setze mich für die Abschaffung dieses Gesetzes sowie für eine konsequente Gleichverteilung der Ziffern ein!

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Geschrieben am
Praeriebaer
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Und auch wenn ein Mädchen Jungsspielzeug haben will, dann kauft man es ihm einfach. Das ist nun wirklich kein kompliziertes Konzept,

Find ich im Gegenteil sehr kompliziert, IHM es zu kaufen.

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Geschrieben am
Mentos
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@ChristianL,

US-amerikanisch ist nicht gedoppelt, es schreibt nur den letzten Buchstaben von USA aus. Und einfach nur "amerikanisch" ist ja auch Kanada oder Mexiko, oder irgendein anderer Staat auf dem Kontinent Amerika. will sagen, ein amerikanischer Wissenschaftler kann von überall auf dme Kontinent kommen, ein US-amerikanischer Wissenschaftler kommt aus den USA. Aber ja, im allgemeinen Sprachgebrauch würde trotzdem jeder vermuten, dass ein amerikanischer Forscher aus den USA kommt, obwohl dieser Schluss logisch nicht zwingend ist.

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Geschrieben am
Ylva
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@Praeribaer

Das Mädchen - es - ihm biggrin.gif Ist also alles richtig so.

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Geschrieben am
Praeriebaer
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Wenn Mädchen auch noch das "ihm" kriegen, wirds aber verdammt eng für die Jungs.

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Geschrieben am
Krwasch
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@Evil

Ich habe da eine gewagte Theorie: Frauen wählen oft Frauenberufe weil die Frauen sich für die Frauenberufe interessieren.

Das fängt doch schon in der Schule oder sogar noch früher an. Die Mädchen spielen eher mit Puppen, die Jungs mit Autos. Die Mädchen interessieren sich eher für die Geisteswissenschaften, die Jungs für die Naturwissenschaften.
Drei Mal darfst du raten, aus wie vielen Frauen unser 23-köpfiger Erziehungswissenschaften LK damals bestand. Tipp: 23 waren es nicht.

Wenn du also Mädchen mehr für solchen Kram interessieren willst, musst du einfach früh anfangen. Warum aber nicht einfach ein kleines Kind selbst entscheiden lassen, was es mag?

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Geschrieben am
mischka
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@Praeriebaer:
Da es "Das Mädchen" heißt, bekommen die Mädchen das sächliche "ihm", während die Jungs das männliche "ihm" bekommen...


BTW: Ist es nicht sexistisch, dass es zwar "DAS Mädchen" heißt, aber "DER Junge"? Da muss doch mal ein Shitstorm los getreten werden. Wer ist dabei?

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Geschrieben am
Lurinil
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@Krwasch: Genau das ist es ja, was viele dieser sich ständig über alles aufregenden Leute kritisieren - in unserer Gesellschaft wird den Kindern durch verschiedene Bilder schon im Kleinkindalter ein Weg gewiesen, der meistens traditionellen Geschlechterrollen entspricht. Will meinen, Jungs bekommen blau gestrichene Zimmer und Klamotten sowie Autos zum Spielen, Mädchen bekommen alles in Rosa und Barbiepuppen. Dazu die ganzen Rollenbilder in TV, Kino, Computerspielen und sonst überall. Ich kann mir schon vorstellen, dass da was dran ist, aber ich glaube nicht, dass einen eine solche Kindheit davon abbringt, als Mädchen später doch ein MINT-Fach zu studieren oder als Junge einen Pflegeberuf zu ergreifen.

In Indien beispielsweise gibt es sehr viele Mädchen, die sich für technische Berufe interessieren und diese studieren wollen. Also zumindest aus der wohlhabenderen Schicht, die ihren Kindern ein Studium ermöglichen kann. Und ich glaube, in Indien ist das mit den Rollenbildern noch viel, viel schlimmer als hier. Aber das wird wohl daran liegen, dass man dort glaubt, dass man nur mit einem Master of Science oder als Arzt Geld verdienen kann.

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Geschrieben am
Niemand
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Ich hoffe inständig, dass die Äußerungen der Frauen, die du zitiert hast, nicht repräsentativ für den Feminismus sind.

Der gute Mann hatte vielleicht einen Witz gemacht, aber es war kein guter Witz und ein Witz, der etwas üblen Nachgeschmack hinterlässt. Und gerade ein Professor und Nobelpreisträger, der für seine Studenten eine Vorbildfunktion hat, sollte sich drei Mal überlegen, was er in welchem Rahmen sagt. Solche Witze sind doch bei einem informellen Beisammensein mit Freunden besser aufgehoben als im Rahmen einer Rede bei einer Konferenz.
Damit will ich nicht sagen, dass man ihn sofort ohne ihn auch nur anzuhören, hätte rausschmeißen sollen. Ich verstehe aber, warum man es getan hat. Ich hatte mal einen Dozenten, der häufig einen sexistischen Spruch gebracht hat und da ich keine Gedanken lesen kann, war es mir nicht klar, ob ich jetzt aufgrund meines Geschlechts bei ihm Nachteile habe oder ob er das einfach nur so sagt. Da es mir unangenehm war, projiziere ich vielleicht dieses Unbehagen jetzt auf den Biologen.

Zu dem Wissenschaftler mit dem Hemd: ich gebe dir Recht, in dem Moment, wo er etwas außergewöhnliches schafft, wie eine Sonde auf einem Kometen zu landen, sollte seine Kleiderwahl wirklich nicht das übergeordnete Thema sein. Aber wenn man weiß, dass man gerade an einem bestimmten Tag gefilmt/fotografiert wird, greift man doch eher zu einem dezenteren Hemd. Niemand hätte verlangt, dass er in Anzug und Krawatte zur Arbeit kommt, aber man könnte sich ja etwas repräsentabler zeigen.

Auch wenn ich zugeben muss, dass häufig über die Stränge geschossen wird, im Kern kann ich verstehen, woher die Aufregung kommt.

0
Geschrieben am
ChristianL
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@Krwasch:
Es gibt da die unterschiedlichsten Thesen:
- Frauen gehen in D mehr nach Interesse bei der Berufswahl, weil sie es sich leisten können.
- Mädchen wird bereits im Vorschulalter das Interesse für Naturwissenschaften aberzogen (übrigens eher vom weiblichen Umfeld).
- Vorbildmangel wird zwar immer wieder betont, aber meiner Meinung nach nicht so existent, denn man findet genug, wenn man nur sucht. (Emmy Noether, Marie Curie als Beispiele).


Deine These mit dem Entscheiden, was es mag, kollidiert übrigens oft mit dem weiblichen Umfeld (Mütter, Lehrerinnen, Erzieherinnen, usw). "Das ist Männerarbeit", herablassende Bezeichnungen, ...


@Lurinil:
Du sprichst einen interessanten Punkt an. Warum ist in D (und auch in den USA) der Anteil der Frauen in der Physik so niedrig (ca 10%), während er in aus feministischer Sicht so rückschrittlichen Ländern wie Spanien oder Türkei bei ca 40% liegt?

0
Geschrieben am
Zar
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Hallo,
es gibt da eine von einem norwegischen Dr. Lippa und der BBC durchgeführte Studie zu dem Thema. Diese Studie zeigt, dass gerade in Ländern wo Frauen eigentlich aktiv unterdrückt werden das Interesser in technische Berufe zu gehen größer ist.
Gerade in Ländern in denen die Berufswahl komplett frei ist gehen weniger Frauen in technische Berufe. Wäre also das Interesse an Technik/sozialen Berufen wirklich durch die Gesellschaft veränderbar müsste es genau andersrum sein.

An dich Klopfer: Du sprichst mir aus der Seele. Ich bekleide an der Technischen Universität an der ich studiere ein paar Positionen um Studenteninteressen zu vertreten und durfte mich da bereits des öfteren mit Menschen auseinandersetzen denen ja alles genau perfekt auf keinen Fall provozierend sein muss.
Danke für diesen erheiternden und aufmunternden Text smile.gif

lg Zar

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Geschrieben am
Zar
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Nachtrag: Die Vermutung wieso das so ist ist einfach: in den "rückständigereren" Ländern ist dieser Markt noch nicht vollkommen erschlossen d.h. wenn du dort in die MINT-Richtung gehst hast du verdammt gute Job-Aussichten.

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Geschrieben am
Krwasch
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@Niemand

Keine Ahnung was das soll. Jeder Witz dieses gottverdammten Planeten richtet sich gegen irgendwen. Frauen, Männer, Blondinen, Juden, Christen, Schwarze, Moslems, Türken, Informatiker, Physiker, Nerds, Beamte, Bundeswehr-Soldaten, Bayern, Westfalen, Ostfriesen, Ossis, Dicke, Pickelige.
Schaffen wir einfach Witze ab, hm? Denn seien wir mal ehrlich. Wir finden zu jedem Witz jemanden, der ihn nicht gut findet.

Ich hatte damals übrigens auch einen Lehrer, der dauernd Witze über die weiblichen Klassenkameraden machte. Komischerweise hatten die bei dem Lehrer aber auch durchgehend bessere Noten. Meine Theorie damals war, dass er das tat, um zu verhindern, dass eines der Mädels sich zuhause beschwert, aber wer weiß das schon. Das aber nur mal als kleine Anekdote am Rande.

@Christian
Joa ich kenne die verschiedenen Theorien, allerdings habe ich mich nie genauer damit auseinander gesetzt und kann sie deswegen nicht einschätzen.
Ich kann mir nur einfach nicht vorstellen, dass sich ein Individuum von seinem Umfeld in eine Richtung drängen lässt, die ihm eigentlich gar nicht zusagt, allerdings kenne ich mich auch nicht aus, mit der Beeinflussbarkeit von Kleinkindern. Wenn meine fiktive Tochter aber irgendwie beim Spielen mit Ritterburgen und Autos mehr Spaß hat als mit Puppen, dann greif ich da doch nicht ein, weil das unweiblich ist, oder? Wie hohl wäre das denn.

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Geschrieben am
Mentos
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Zur Berufswahldebatte:

Technische Berufe (und in Deutschland auch das Lehramt) sind klassische Aufsteigerberufe, in Deutschland findet man in den MINT Fächer zum Beispiel anteilig mehr Studierende mit Migrationshintergrund aus der Mittelschicht als in anderen Fächern. Ich habe ja nun auch selbst ein MINT Fach studiert und ich muss sagen, nirgendwo war es so egal wo man herkommt, was die Eltern arbeiten, wie man aussieht oder welches Geschlecht man hat, ich habe es so erlebt, dass in den MINT Fächer deine eigene Leistung zählt. Auch später bei der Jobsuche, kannste Programmieren, kriegste den Job, deine Klamottenwahl war zweitrangig (solange es keinen Kundenkontakt gab).
Und das ist bei Fächern wie Jura oder Architektur nicht so, da kommt es viel stärker auf Beziehungen an. Es ist von großem Vorteil, wenn Papa schon eine Kanzlei besitzt. Da existiert schon ein gewisser Stand in den man nicht eben so reinkommt.
Warum sollte es da Frauen in Schwellenländern anders gehen? Die streben nach oben, die haben gesehen was geht, die wollen nicht mehr in das traditionelle Rollenbild ihrer Gesellschaft, die wollen was aus sich machen. Also ab in einen Aufsteigerberuf, einen wo du zählst, deine Leistungen, nicht was deine Eltern machen. Wobei sich natürlich nur die Mittel- bis Oberschicht in diesen Ländern es leisten kann, dass die Kinder studieren gehen.

Was die ganzen Kleinkriege angeht, es ist einfach lächerlich und keinem ist damit geholfen, außer dem Ego derer, die das lostreten. Der Typ der die Sonde gelandet hat mit dem Hemd? Der trägt worin er sich wohlfühlt! Verdamt nochmal. Das Hemd passt zu dem Typen und warum guckt ihr dem so intensiv aufs Hemd, statt ins Gesicht? Das ist doch krank, sich erst über sexistische Mode beschweren und sagen, es soll keinen gesellschaftlichen Druck geben, soll doch jeder tragen worin er sich wohlfühlt, macht man das, zack, wird man gebasht. Natürlich darf auch ein großartiger Wissenschaftler nicht alles, wird er straffällig wird er behandelt wie ein Straftäter, aber jemandem, der eien Sonde auf einem Kometen gelandet hat, wegen seinem Hemd anzumachen, da fehlt mir jedes Verständnis. Es ist wie die verlinkte Afrikanische Feministin sagt, der Feminismus in westlichen Ländern ist völlig Panne, der wird so auch bald nicht mehr ernstgenommen.
Der Feminismus in Europa, den es mal gab, der das Wahlrecht für Frauen erstritten hat, der durchgesetzt hat, dass Frauen selbst über ihre Berufswahl entscheiden können, der Frauen auch finanziell unabhängig von Männdern gemacht hat, der sitzt doch jetzt in der Ecke und weint vor Scham, was mit dieser einst höchst respektablen Bewegung passiert ist.
Natürlich gibt es noch Sexismus und so schlimm das ist, es werden auch immer noch Frauen Opfer von Benachteiligung und Vergewaltigung usw. aber das passiert nicht, weil jemand ein Hemd trägt und bald kann auch niemand mehr solche Menschen ernst nehmen, die sich über Hemden aufregen. Es passiert noch viel Ungerechtigkeit da draußen in der Welt und die sollte man angehen, anstatt sich über Killefitz aufzuregen. Aber das ist es ja eben, es ist auch so viel leichter und bequemer, am PC zu sitzen und zu gutmenscheln, ein paar Tweets und Facebookeinträge zu schreiben, sich virtuell aufzuregen und mit dem guten Gefühl ins Bett zu gehen, man hätte es heute wieder allen so richtig gezeigt und die Welt zu einem besseren Ort gemacht. Hat man aber nicht.

0
Geschrieben am
Toni (Website)
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Zum Bericht passt ja eigentlich fast schon dieser Comic: http://files1.isnichwahr.de/media/rltgkhHDXx_W4yh1bRxV3w,1435183200/cont/640/inwlive_220615/94621334.jpg

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Geschrieben am
WerWolle
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Das Problem bei Frauen - bzw. sogenannten Feministinnen - ist, dass sie bei ihrem Kampf für Gleichstellung zu oft über das Ziel hinaus schiessen und somit in Forderungen verfallen die schließlich die Männer benachteiligen.
Das hat nix mit Gleichstellung zu tun.

Es gibt auch Männer in sog. Frauenberufen, von welchen man im Allg. nix hört.
Warum? Haben die weniger Geltungsbedürfnis?

0
Geschrieben am
Praeriebaer
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@WerWolle: Nö, es sind nur soooo extrem wenige, die atypisch untergebracht sind, dass sie garnicht so sehr auffallen können. bspw. gibts genau EINEN Geburtshelfer in Deutschland und der hat seine eigenen mitleidigen Zeitungsartikel... schwule Friseure sind hingegen nun wirklich nix unnormales. Bemerkenswert wäre mal ein männlicher heterosexueller Friseur.

0
Geschrieben am
Niemand
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@Krwasch

Ich habe nun wirklich nicht gesagt, man solle keine Witze mehr machen.
Es macht aber oft einen riesigen Unterschied, wer einen Witz wo und zu wem sagt.

Wenn ein Nobelpreisträger sich öffentlich äußert, hat seine Äußerung nun mal mehr Gewicht als die eines x-beliebigen Herrn Müllers.

Wenn man als Wissenschaftler zu einem Essen der Federation of Women's Science and Technology Association eingeladen wird und weiß, dass da Journalisten anwesend sein werden, die die eigene Ansprache verfolgen, überlegt man sich doch genau, was man sagt.
Ein guter Redner muss doch Rücksicht auf sein Publikum nehmen.

Zudem, wenn man anderen Berichten glauben kann, war die Forderung nach getrennten Laboren für Männer und Frauen, weil man ja mit Frauen nicht arbeiten könne, da sie keine Kritik vertragen, von Tim Hunt sogar ernst gemeint. (Quelle: https://storify.com/deborahblum/tim-hunt-and-his-jokes-about-women-scientists).
Anscheinend ist er erst zurückgerudert, als sich die Öffentlichkeit über seinen Spruch empört hat.

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Geschrieben am
Niemand
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@Krwasch

Ich habe nun wirklich nicht gesagt, man solle keine Witze mehr machen.
Es macht aber oft einen riesigen Unterschied, wer einen Witz wo und zu wem sagt.

Wenn ein Nobelpreisträger sich öffentlich äußert, hat seine Äußerung nun mal mehr Gewicht als die eines x-beliebigen Herrn Müllers.

Wenn man als Wissenschaftler zu einem Essen der Federation of Women's Science and Technology Association eingeladen wird und weiß, dass da Journalisten anwesend sein werden, die die eigene Ansprache verfolgen, überlegt man sich doch genau, was man sagt.
Ein guter Redner muss doch Rücksicht auf sein Publikum nehmen.

Zudem, wenn man anderen Berichten glauben kann, war die Forderung nach getrennten Laboren für Männer und Frauen, weil man ja mit Frauen nicht arbeiten könne, da sie keine Kritik vertragen, von Tim Hunt sogar ernst gemeint. (Quelle: https://storify.com/deborahblum/tim-hunt-and-his-jokes-about-women-scientists).
Anscheinend ist er erst zurückgerudert, als sich die Öffentlichkeit über seinen Spruch empört hat.

0
Geschrieben am
Knallcharge
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Ja, so manche Sexismusdebatte ist schon richtig genial. Eine Kollegin und eingefleische Veganerin und Feministin entdeckte zufällig auf meinem Bürobildschirm das Bild einer nur mit einem Bikini bekleideten Frau (War eine von den immer wieder auftauchenden Werbungen am Rande, wenn man bei einem Freemailer ist). Riesen geschrei über diese angeblich sexistische Werbung...
irgendwie brauchte sie eine halbe Stunde der sinnlosen Aufregung, um zu erkennen, dass sich dabei nur um einen Werbung für ein Modelabel war, die zufällig viel zu viele dieser ansprechenden Bademode zuviel im Lager hatte, und diese daher unter den weiblichen Teil unserer Bevölkerung (OK, auch einige Männer werden wahrscheinlich für sich diesen Bikini bestellt haben, aber nur in homöopathischen Dosen messbar) bringen wollten.
Nun, sie vertritt immer noch die Meinung, so etwas sei sexistisch, es gehe ja nur um den Körper der Frau...
Na ja, da stellt sich ja nur noch die Frage, ob ich meine langjährige gute Freundin Samira immer noch "Schwarze Wildkatze" nennen darf, oder ob es nicht als rassistisch und sexistisch gilt. Übrigends, sie mag es, wenn sie so bezeichnet wird...

0
Geschrieben am
Grischu
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Der Wutbürger ist IN. Da muss man sich, im Notfall, krampfhaft etwas suchen smile.gif

0
Geschrieben am
Praeriebaer
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Als Mann hat man keinerlei Möglichkeiten mehr, Lebewesen politisch korrekt zu behandeln PUNKT

Daher lasse ich es lieber gleich bleiben, intelligent eingesetzter Sexismus ist für alle Situationen ein effektives Wirkmittel.

0
Geschrieben am
Reami
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@ Praeribär
so ein blödsinn DOPPELPUNKT

0
Geschrieben am
Zethis
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Schon ne Weile her, dass ich mich hier mal gemeldet habe, aber aus aktuellem Anlass mal ein Beispiel über die "Feinfühligkeit" die derzeit in Österreich gelebt wird:

http://derstandard.at/2000018004526/Semmel-bleibt-draussen-Shitstorm-gegen-negative-Billa-Werbung

Ich fühle mich in so einer filigranen Welt nicht mehr wohl, wo ich keine Witze mehr über meine zwei Schwänze (ich habe lange haar) machen darf, ohne gleich Sexismusanzeigen zu bekommen. sad.gif
Oder in der sich Leute über die Befindlichkeiten von Gebäck aufregen...

0
Geschrieben am
Mentos
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Das mit der Semmel ist wohl nicht deren ernst. Wer kann denn sowas überhaupt missverstehen? Da ist doch die Frage wer ist hier eigentlich der schlimmere? Der der die Werbung macht oder der der sie so interpretiert?

Die Grundaussage lautet doch einfach nur, beste Zutaten für gute Produkte (obs stimmt sei dahingestellt, aber das ist ja auch nicht der Auftrag der WErbung, Wahrheiten zu verbreiten).
In welcher Welt leben wir denn, wenn ein Hersteller nicht sagen darf, wir nehmen eine Qualitätskontrolle vor und verwenden nur beste Zutaten? Ja sollen die jetzt bei Nutella auch faulige, ranzige Haselnüsse verwenden, weil sich sonst jemand diskriminiert fühlt?

Wie stellt man sich das demnächst denn bitteschön beim Bäcker vor?
Kunde: "Das Brot ist aber ganz schön hart, ist das von gestern?"
Verkäufer: "Nein, das ist von letzter Woche."
Kunde: "Von letzter Woche?!?"
Verkäufer: "Ja, denn Altersdiskriminierung findet bei uns nicht mehr statt."

Und zum Thema, was darf man in der Öffentlichkeit sagen und was nicht. Ich fände es ziemlich verlogen, wenn man in Öffentlichkeit einen auf ganz korrekt macht und sobald die Kameras abdrehen, die Sau rauslässt. Da lob ich mir doch ehrliche Leute, die nicht hinterm Berg halten, was sie witzig finden.
Ich finde diese ganzen Shitstorm-Lostreter wegen Witzen oder Hemden, die gehören in dieselbe Kategorie wie die Terroristen, die Charlie Hebdo angegriffen haben. Sie spielen nicht derselben Klasse, aber eigentlich geht es ihnen auch darum, dass man nur das sagen darf, was sie für richtig halten. Die erschießen nur keinen, um ihn mundtot zu machen, sie sorgen lieber dafür, dass Leute ihren Job verlieren.

0
Geschrieben am


Freiwillige Angabe

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