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Im September feierten zwei amerikanische Science-Fiction-Serien Premiere, die ihre Inspiration aus dem Star-Trek-Universum schöpfen. Die eine ist der neueste offizielle Ableger, „Star Trek: Discovery“. Die andere Serie ist „The Orville“ von Family-Guy-Schöpfer (und erklärtem Trek-Fan) Seth MacFarlane. Ich habe mir nun die ersten drei Folgen von „The Orville“ und die ersten beiden Folgen von „Star Trek: Discovery“ angeschaut. Und damit ich das als Arbeitszeit verbuchen kann, dränge ich euch jetzt meine Meinung auf. greatjobplz.gif

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The Orville

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Fangen wir an mit „The Orville“, da diese Serie früher startete. Ed Mercer ist ein mustergültiger Offizier der Planetaren Union – bis er eines Tages nach Hause kommt und seine Frau im Bett mit einem blauen Alien erwischt. Die anschließende Scheidung lässt ihn zu einem psychischen Wrack werden und gefährdet so ernsthaft seine Karriere. Nach einem Jahr kriegt er aber eine letzte Chance: Er darf das Kommando des Forschungskreuzers USS Orville übernehmen, denn in der Flotte fehlt es an Captains.

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Seine Crew ist ein bunter Haufen: Gorden Malloy ist sein undisziplinierter, aber extrem talentierter Pilot – und der beste Freund des Captains. Das ist auch fast der einzige Grund, warum er wieder ein Raumschiff fliegen darf, nachdem er vorher richtig Scheiße gebaut hat.

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Daneben sitzt Navigator Jon LaMarr, der vor allem dadurch heraussticht, dass er zwar fast ebenso locker wie Malloy redet, aber ansonsten der normalste in der Besatzung ist.

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Der zweite Offizier ist Bortus. Bortus ist ein Moclan, eine Spezies, in der es nur Männer gibt (oder?), und er ist vollkommen ernst und stoisch. Humor hat er offenbar nicht, was ihn umso lustiger macht.

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Die Sicherheitschefin Alara Kitan ist erst 23 Jahre alt, aber gehört zu einer Rasse, die aufgrund starker Gravitation auf ihrem Heimatplaneten unheimlich kräftig ist. Weil Xelayaner wie sie so selten in die Flotte eintreten, wurde sie besonders schnell befördert.

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Nach der Pilotfolge wurde ihre Maske leicht verändert. Im Piloten sah man ihre Augenbrauen noch nicht.

Noch ein seltenerer Anblick in der Flotte ist jemand wie Isaac, der Wissenschaftsoffizier der Orville. Er ist ein kybernetisches Wesen von Kaylon 1. Kaylons sind unheimlich rassistisch und fühlen sich allen nichtkybernetischen Lebensformen überlegen. Isaac ist an Bord, um die Beziehungen zwischen der Union und seinem Heimatplaneten zu verbessern und die Menschen kennenzulernen.

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Schiffsärztin und -psychiaterin Claire Finn ist eigentlich überqualifiziert für die Orville, da sie mit ihrer Expertise auch problemlos auf größeren Schiffen Dienst tun könnte. Doch sie wollte unbedingt auf Captain Mercer aufpassen, damit er nicht aufgrund seiner persönlichen Probleme des letzten Jahres zusammenbricht. Man sollte allerdings nicht meinen, dass sie ein mütterlicher Typ wäre.

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Die Schauspielerin spielte bei "Star Trek: Deep Space Nine" übrigens Siskos Freundin Kasidy Yates.

Fehlt eigentlich nur noch ein erster Offizier. Und zum Glück ist eine geeignete und sehr fähige Person verfügbar – doch sie ist Kelly Grayson, die Ex-Frau von Captain Mercer. Sie bereut den Seitensprung, der ihre Ehe beendete und wohl bloß passierte, weil Ed nie daheim war und ständig arbeitete, und muss die Sticheleien ihres Ex-Mannes ertragen. Zum Glück ist sie auch nicht auf den Mund gefallen.

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Das ganze Setting und die Machart der Serie erinnern sehr an „Star Trek: The Next Generation“. Kein Wunder, es arbeiten vom Produzenten über den Kameramann bis zu einigen Regisseuren jede Menge Mitarbeiter der alten Star-Trek-Serien an „The Orville“ mit. Zudem wurde wie bei TNG für viele Aufnahmen des Raumschiffs ein echtes Modell verwendet, anstatt nur auf Computergrafik zurückzugreifen. Die Folgen sind in sich abgeschlossen, das Schiff ist hell und freundlich und hellgrau, die Vision der Zukunft ist prinzipiell positiv, und der gelegentlich aufflackernde Konflikt mit den feindlichen Krill erinnert sehr an die Scharmützel mit den Klingonen. Seth MacFarlane wollte unbedingt dieses Gefühl der alten Serien wieder aufleben lassen, als gewollten Kontrapunkt zu den heute üblichen Science-Fiction-Serien mit düsterer Optik und noch düstereren Handlungsbögen, und das ist ihm gelungen.

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Wann hat man heutzutage schon mal eine Sci-Fi-Serie, in der die Städte so aussehen, als wenn man darin gut leben könnte?
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„The Orville“ ist eine Komödie. Sie ist aber auch echte Science Fiction. Das ist eine Mischung, die wohl viele Kritiker überforderte – die Kritiken für die Serie sind entsetzlich schlecht, während die Zuschauerreaktion überwiegend positiv war. Ich sage es frei heraus: Ich liebe die Serie. Ich denke, ich habe genau verstanden, was MacFarlane machen wollte: eine schlüssige Star-Trek-Serie (mit abgefeilter Fahrgestellnummer), die sich nicht total bierernst nimmt, aber andererseits auch nicht voll in Klamauk ausbricht. Spätestens mit der dritten Episode wird klar, dass hier auch die Trek-typische Verarbeitung aktueller sozialer Konflikte mit den Mitteln der Science Fiction betrieben wird, ohne in Albernheit abzugleiten. Wenn es darauf ankommt, kann „The Orville“ auch ernst sein. Vielleicht haben viele Kritiker auch erwartet, dass die Serie sich wie eine Realversion von Family Guy oder American Dad anfühlen würde, aber MacFarlane wollte tatsächlich ein glaubhaftes Universum schaffen, das nicht einfach nur ein Vehikel für billige Witze ist.

Natürlich gibt es auch billige Witze, und bei weitem nicht jeder Kalauer ist gelungen. Aber es ist genug solide Substanz übrig, um die Serie zu tragen und gleichzeitig liebevolle Anspielungen auf die inoffiziellen Vorgänger zu machen, ohne dabei reine Parodie zu sein. Am ehesten gab es so eine Mischung zwischen Witz und Science Fiction wohl bei „Stargate SG-1“, im Trek-Universum ist das (von Einzelfolgen wie „Kennen Sie Tribbles?“ abgesehen) eher unentdecktes Land.

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In gewisser Weise repariert „The Orville“ auch einen Defekt der Star-Trek-Serien. Bei denen hatte man manchmal das Gefühl, dass unsere Zeit keine kulturelle Relevanz in der Zukunft hätte und es wenig kulturelle Kontinuität gäbe. Man erwähnte in Star Trek Brahms, DaVinci, Shakespeare, Sherlock Holmes, spätestens noch Detektiv- und Science-Fiction-Geschichten aus der Mitte des 20. Jahrhunderts, bevor man dann als Alibi noch irgendwas vom Vulkan nannte. Bei „The Orville“ gibt es zum Beispiel Erwähnungen von Kermit und aktuellem Reality-TV (wenn auch letzteres nicht unbedingt positiv), was die Serie einerseits vielleicht nicht wahnsinnig gut altern lässt, aber andererseits eine Brücke zwischen uns und den Menschen dieser fiktiven Zukunft schlägt.

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Dummerweise läuft „The Orville“ im US-Fernsehen auf Fox und musste jetzt auch schon einmal seinen Sendeplatz verlegen, von daher könnte es sein, dass die Serie nach den ersten 13 Folgen wieder eingestellt wird. (Fox hat einen verdienten Ruf, dass es mit hirnverbrannter Programmplanung gute Serien quotenmäßig so torpediert, dass diese schließlich als Flops gelten und verfrüht abgewürgt werden.) Schade wäre es, denn ich möchte gerne wissen, wie sich die Reihe in weiteren Staffeln entwickelt und inwieweit sie dann auch auf eigenen Füßen steht. Im Moment bin ich einfach glücklich über die Serie und den ursprünglichen Star-Trek-Geist, den sie versprüht.

Star Trek: Discovery

Zwölf Jahre nach dem (vorzeitigen) Ende von „Star Trek: Enterprise“ startet endlich wieder eine neue Star-Trek-Serie, und das sogar offiziell. Dass sie überhaupt auf die Bildschirme gelangt, ist ein kleines Wunder, denn fast alles an der Produktion war ein Musterbeispiel für Hollywoods „Development Hell“.

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Das erste Problem der Serie ist allerdings noch älter und besteht schon in der Zielstellung für Mutterkonzern CBS, der damit in den USA seinem Streamingdienst CBS All Access zum Erfolg verhelfen will, denn im regulären Fernsehen lief nur die erste Folge; schon die zweite Episode, die direkt im Anschluss an die Premiere veröffentlicht wurde, gab es nur im Internet. (Die internationalen Rechte verscherbelte man an Netflix und vermutlich noch an einige Fernsehsender, was wiederum bedeutet, dass die Serie schon Profit eingespielt hat, bevor eine einzige Minute ausgestrahlt wurde.) Frühere Star-Trek-Serien hatten ähnliche Ziele und sollten Flaggschiffe für den hauseigenen Sender von Paramount werden. (Paramount wurde irgendwann an CBS angegliedert und vor einigen Jahren wieder abgetrennt; das Resultat war, dass die Star-Trek-Rechte bei CBS landeten. Paramount hat allerdings immer noch das Recht, Star-Trek-Kinofilme zu drehen.) Bei den alten Serien wurden aber nicht die Fans direkt zur Kasse gebeten, um jede neue Folge sehen zu dürfen. Die Skepsis in der Fanszene für dieses Streaming-Vorhaben bei „Discovery“ war daher nicht überraschend.

Dass der eigentlich vorgesehene Showrunner Bryan Fuller noch vor Drehbeginn ausgetauscht wurde, das Casting wohl nicht ganz konfliktfrei vonstatten ging, diverse Entscheidungen bezüglich der Optik des Schiffes nicht das Gefallen vieler Fans fanden und dann auch noch der vorgesehene Start der Serie mehrmals verschoben werden musste, ließ bei manchen Leuten sogar Spekulationen blühen, dass CBS endgültig den Stecker ziehen könnte. Aber jetzt sind endlich die ersten beiden Episoden draußen – und das titelgebende Schiff ist noch gar nicht aufgetaucht.

Diesmal gibt es eine eindeutige Protagonistin. Bei der ursprünglichen Star-Trek-Serie war James Kirk als klarer Held vorgesehen; die Publikumsreaktion sorgte dann allerdings dafür, dass Spock und in gewissem Maße auch McCoy mit in den Vordergrund rückten. Nun versucht man also anscheinend wieder, vom Konzept einer Ensemble-Show wegzukommen, und der Fokus liegt nun auch nicht auf dem Captain.

Die Heldin heißt Michael Burnham. Ja, sie trägt einen Jungennamen. Sie ist ein Mensch, wurde aber auf dem Vulkan von Spocks Papa Sarek großgezogen, nachdem ihre Eltern bei einem Angriff der Klingonen auf ein menschlich-vulkanisches Bildungszentrum getötet wurden. Nun ist sie (zunächst) Erster Offizier auf der USS Shenzhou.

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Ihr Captain auf der Shenzhou ist Philippa Georgiou, die sich zur Aufgabe gemacht hat, Burnham ein bisschen menschlicher zu sozialisieren. Sie ist ein fähiger Captain, allerdings ist sie nicht darauf vorbereitet, dass die Überprüfung eines defekten Kommunikationsrelais zu einer militärischen Auseinandersetzung führen könnte.

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Viel mehr kann ich zu den regulären Charakteren gar nicht sagen, denn der Handlungsbogen (ja, hier gibt es einen) sorgt dafür, dass am Ende der zweiten Episode kein Stein auf dem anderen bleibt. Es beginnt eine neue Reiberei mit den Klingonen, und Burnham wird Opfer eines Konflikts zwischen ihren Befehlen und ihrem Bedürfnis, ihr Schiff und die Besatzung zu beschützen. Die ersten beiden Folgen sind eine Art Prolog; die Discovery wird also erst in den nächsten 13 Folgen (aufgeteilt in zwei Blöcke) zu sehen sein.

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Der Ansatz für „Star Trek: Discovery“ ist also deutlich anders als bei „The Orville“ und steht eher in der Tradition von „Star Trek: Deep Space Nine“. Es gibt einen übergreifenden Handlungsstrang, es gibt weniger Platz für Optimismus, es ist dreckig und dunkel. Und wie bei „Deep Space Nine“ wird gelegentlich zu viel geredet. *hüstel*

Hat mir „Discovery“ also gefallen? Ja, hat es tatsächlich, ich freue mich auf die nächsten Folgen. Allerdings muss man dabei auch bereit sein, die anderen Star-Trek-Serien loszulassen, denn „Discovery“ fügt sich gerade optisch nur sehr schlecht in die restliche Kontinuität ein. Angeblich soll die Serie ja nicht in der Zeitreihe der neuen Kinofilme spielen, sondern in der Hauptlinie mit all den anderen Fernsehserien, nur eben zehn Jahre vor den Abenteuern von Kirk und Spock. Das passt aber auch nicht.

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Die USS Shenzhou hat zumindest äußerlich noch ein paar Anleihen an die NX-01 Enterprise.

Bei „Enterprise“ hat man sich Mühe gegeben, die Technik zwar für heutige Zuschauer modern genug, aber andererseits auch ein bisschen grobschlächtiger und das Innere des Schiffes enger als bei der ersten „Raumschiff Enterprise“-Serie aus den 1960er Jahren wirken zu lassen. Nicht so bei „Discovery“, die Shenzhou sieht innen eher wie ein Vorläufer der neuen Kinofilm-Enterprise aus, aber mit weniger Lampen. Die Kommunikation über Hologramme erscheint sogar moderner als bei allen anderen Serien des Franchises. Und die Discovery sieht von außen aus wie… na ja, eigentlich wie eine Beschreibung eines Star-Trek-Raumschiffes per Telefon. Beim äußeren Schiffsdesign orientierte man sich an einem abgelehnten Entwurf aus den 70er Jahren, der in seiner Kantigkeit nicht ganz zur Designsprache passt, die man in den letzten 50 Jahren „Star Trek“ für die menschlichen Raumschiffe etabliert hat. Von den aufwendigen Uniformen will ich gar nicht erst reden. (Cosplayer werden es wirklich nicht leicht haben, die zu kopieren.)

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Die Klingonen hat man auch umgestaltet. Sie sehen jetzt aus wie die Nachkommen zwischen den TNG-Klingonen und den Orcs aus „Der Herr der Ringe“. Das sieht nicht nur merkwürdig aus, sondern scheint auch eher unpraktisch für die Schauspieler zu sein. Es gibt in den ersten Folgen recht lange (und etwas langweilige) Szenen, in denen nur Klingonisch geredet wird, aber die Schauspieler haben sichtlich Schwierigkeiten, sich klar zu artikulieren, weil man es mit den künstlichen Zähnen übertrieben hat. Für die optischen Unterschiede bei den Klingonen zwischen der Originalserie und den Kinofilmen/TNG hatte man bei „Enterprise“ eine kanonische Erklärung präsentiert, aber ob man für dieses neue Aussehen wohl noch eine andere Erklärung aus dem Hut zaubert? Ich bezweifle, dass man sich für so etwas die Zeit nimmt. Ich hab ein bisschen das Gefühl, dass Bryan Fuller sich hier einfach selbst verewigen wollte, um zu zeigen: „Ich drücke hier meinen eindeutigen Stempel auf.“

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Dass Michael Burnham die Ziehtochter von Sarek ist, widerspricht dem Kanon zwar nicht ausdrücklich, aber sorgte bei mir schon etwas für Augenrollen, weil mich das an diese krebsige Angewohnheit von „Star Wars“ erinnert, fast jedem wichtigen neuen Charakter eine Familienbindung zu irgendeinem vorher mal im Franchise auftretenden Charakter zu geben, so als wenn es nur eine Handvoll Familien im Universum gäbe.

Ein paar andere Sachen stören wiederum, weil sie in sich arg unlogisch sind. Das könnte man bei „The Orville“ noch als augenzwinkernde Anspielung interpretieren, aber „Discovery“ nimmt sich total ernst, daher fällt diese Erklärung wohl flach. Am Anfang laufen Burnham und ihr Captain auf einem Wüstenplaneten (und begehen die Drehbuch-Todsünde, sich gegenseitig Dinge zu erzählen, die beide schon wissen, nur damit der blöde Zuschauer es auch weiß), aber werden kurze Zeit später von der Shenzhou im Tiefflug weggebeamt. Warum sie überhaupt den Wandertag in der Wüste machen, anstatt sich gleich zum Ziel beamen zu lassen? Schleierhaft.

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Bei der oben erwähnten Überprüfung eines Kommunikationsrelais entdecken die Schiffssensoren ein Phänomen, welches aufgrund eines Verzerrungsfeldes nicht klar erkannt werden kann. Die Lösung: Burnham steigt im Raumanzug aus und fliegt rüber, um sich das mal mit eigenen Augen anzuschauen. Es wird groß und breit erklärt, wie gefährlich das (aufgrund der enormen Strahlenbelastung) ist, aber nicht mal versucht, vorher eine automatische Sonde loszuschicken, bevor man das Leben eines Offiziers riskiert.

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Anderes Beispiel: Später versucht Burnham, ihren Captain und einen Admiral überreden, etwas gegen die Klingonen zu unternehmen, nur um dann abgekanzelt zu werden, weil man ja seit 100 Jahren abgesehen von „flüchtigen Konflikten“ keinen Kontakt mit den Klingonen hätte und keine Ahnung hätte, wie die ticken würden. Aber Burnham ist um die 30 Jahre alt, und ihre Eltern wurden bei einem Angriff der Klingonen auf ein menschlich-vulkanisches Bildungszentrum getötet. Scheint ja total irrelevant für die Einschätzung der Sternenflotte zu sein, dass es keine 30 Jahre her ist, dass die Klingonen eine Einrichtung der Gründungsmitglieder der Föderation überfallen haben. Wie wahrscheinlich ist es, dass die Klingonen in der Zeit zu friedliebenden Hippies geworden sind, zumal Burnham kurz vorher noch bei ihrem Außeneinsatz auf einen sehr mies gelaunten Klingonen gestoßen ist und von ihm fast gekillt worden wäre, was ebenfalls von den Vorgesetzten ignoriert wird?

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Das blöde Admirals-Arschloch erzählt ihr noch was davon, dass gerade sie mit ihrem Hintergrund nicht nach dem äußeren Anschein gehen sollte. animaatjes-onion-31737.gif

Insofern bin ich zwar sehr angetan von der Serie, aber hoffe, dass die zukünftigen Drehbücher solche offensichtlichen Schnitzer vermeiden können, gerade weil die ja nicht von Anfängern geschrieben und überarbeitet werden. Denn ich will wirklich, dass die Serie richtig gut wird, und bin sehr gespannt, wie es mit Michael Burnham weitergeht.

Wenn es um’s traditionelle Star-Trek-Gefühl geht, ist „The Orville“ allerdings näher dran als „Discovery“, welches wiederum eher dramatisch angelegt ist. Und das finde ich großartig, denn beide Serien befriedigen unterschiedliche Bedürfnisse. Und deswegen möchte ich gerne beide noch einige Jahre behalten. animaatjes-onion-21907.gif

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Milchmöpse

Veröffentlicht am 19. Oktober 2012 um 16:56 Uhr in der Kategorie "Meine Sicht der Welt"
Dieser Eintrag wurde bisher 22 Mal kommentiert.
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Text veröffentlicht im November 2017
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mischka (Profil)
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Die wichtigste Frage beantwortest du natürlich nicht.

Habe in meinem Leben noch nie Star Trek gesehen. Kann man sich das trotzdem ansehen oder versteht man so nichts?

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Geschrieben am
(Geändert am 26. September 2017 um 6:13 Uhr)
Klopfer (Profil) (Website)
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"The Orville" geht auch so, weil ja quasi ein neues Universum aufgebaut wird. Viele Anspielungen entgehen einem vielleicht, aber an sich steht die Serie allein, und man weiß auch als Trekkie nicht wirklich mehr über diese Welt, als in den bisherigen drei Folgen erzählt wurde.

Bei DIS wird es etwas schwieriger. Im Prinzip ist zwar da auch kein Vorwissen unbedingt erforderlich, aber manche Dinge, die so nebenbei erwähnt werden, ergeben für Leute, die gar nichts davon wissen, vermutlich keinen Sinn. Man sollte vielleicht auch schon eine Ahnung haben, was zum Beispiel typisches Verhalten von Vulkaniern ist.
Wer ganz neu ist, sollte vielleicht vorher ein paar Folgen der alten Serie mit Kirk und Spock sehen, die ja auch eher darauf angelegt war, die Fernsehzuschauer mitzunehmen, die zur Sendezeit gerade eingeschaltet hatten, und auch noch nicht so fixiert darauf war, Bezug auf Dinge zu nehmen, die in anderen Folgen etabliert wurden. "Kennen Sie Tribbles?" aus der Originalserie ist die wohl beliebteste Folge der Serie (weil am humorvollsten), ganz gut zu verstehen und gibt trotzdem einen Eindruck vom Star-Trek-Universum.

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Geschrieben am
(Geändert am 26. September 2017 um 6:21 Uhr)
taz
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Wenn ich die Bilder zu The Orville sehe muss ich eher an Galaxy Quest als an ST denken. Wäre ein lustiges Camo wenn die da auftauchen.

Ansonsten ist es doch extrem klischeehaft. "Hey Captain Mercer, sie sind ja so extrem psychisch kaputt wegen ihrer Scheidung und so, wir dachten da stecken wir sie am besten mit ihrer Exfrau zusammen auf ein enges Raumschiff. Nichts passt besser als Führungsriege als ein Exmann und die Frau die ihn betrogen hat." Wer wird zweiter Offizier? Der blaue Alien?

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Geschrieben am
taz
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Wie ist den nun die offizielle Erklärung für das Klingonenaussehen? Ich steig da durch die Erklärungen nicht durch. Die Version mit dem 'Die Höckerstirne haben die Glattstirne eutanisiert' klingt recht interessant. Wäre für mich auch eine akzeptable Erklärung warum es keine Moslems ist ST gibt.^^

Oh mein Gott, stell dir vor die würden sich wegen der allgemeinen Dauerempörungswelle gezwungen sehen einen strenggläubigen Islamisten/Transgender/Irgendwas in die Serie zu schreiben.

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Geschrieben am
Solstice
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"Die Heldin heißt Michael Burnham."
Find ich arg gewöhnungsbedürftig. Wird erklärt, warum sie einen Männernamen hat?

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Geschrieben am
Kitschautorin (Profil) (Website)
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Vielen Dank für deinen Überblick. Werds mir sicher ansehen. Muss meine Trekkiemama fragen, was sie davon hält.

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Geschrieben am
Klopfer (Profil) (Website)
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@taz: Ich will nicht spoilern, aber es gibt am Ende der Pilotfolge eine Erklärung dafür, wieso die beiden auf diese Weise auf einem Schiff gelandet sind und warum sie dann auch zusammen bleiben. "Papa Schlumpf" kommt nicht weiter vor.

Was das mit den Klingonen angeht: So eine richtige Erklärung gibt es nicht. Zuerst hieß es, dass das Klingonenreich ja groß wäre und hier schlicht ein Clan (oder Haus) der Klingonen zu sehen wäre, welcher einfach anders aussieht als die anderen. Aber das wird in der Folge selbst widerlegt, weil dort auch Vertreter der anderen großen Häuser der Klingonen zu sehen sind, und die haben alle dieses neue Aussehen. Ich glaube, inzwischen stellen sich die Macher auf den Standpunkt, dass die Klingonen immer schon so ausgesehen haben und die bisherigen Serien da einfach falsch lagen.

@Solstice: Bisher nicht. Bryan Fuller hat allerdings oft die Angewohnheit, weiblichen Figuren in seinen Serien Männernamen zu verpassen.

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Geschrieben am
(Geändert am 26. September 2017 um 14:59 Uhr)
Soso
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Wenn du dir die Folgen von Star Trek genau ansiehst merkst du das da keine Schnitzer sind sondern du ein paar Details verpasst hast wink.gif

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Geschrieben am
Klopfer (Profil) (Website)
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Dann erzähl mal. Ich hab nämlich die entsprechenden Szenen mehrmals angeschaut.

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Geschrieben am
(Geändert am 26. September 2017 um 15:43 Uhr)
Der Admiral (Profil) (Website)
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The Orville ist tatsächlich mehr Star Trek, als man glauben könnte. Die Zweite Folge alleine erinnerte mich ja schon sehr an "The Cage", wenn auch in überdrehter und natürlich angepasster Form. Die Serie ist nicht schlecht aber ich habe die Befürchtung, das sie leider nicht lange laufen wird. Inzwischen habe ich auch die dritte Folge gesehen und war begeistert. Sie war zwar auch die unlustigste und traurigste Folge aber auch die, welche sich am Pathos von Star Trek orientierte. Zwischendurch mal solche Folgen zur Auflockerung werden der Serie definitiv nicht schaden.

Zu Star Trek Destiny...es ist irgendwie Star Trek und irgendwie auch nicht. Ich bin noch nicht so richtig warm geworden damit, zu viele Schnitzer, unnötige Scriptentscheidungen und ein viel zu fortschrittliches Schiff, das da schon mehrere Jahre alt ist. Ich geb der Serie aber noch ne Chance.

@taz Eine Erklärung für das Aussehen der Klingonen gibt es nicht und wird es auch nicht mehr geben. Es wurde beschlossen, dass die Klingonen schon immer so aussahen und halt nicht richtig sprechen können. Das führt zwar zu einem zwei Kontinuitätsfehlern aber das scheint auch niemanden mehr zu interessieren.

1. Fehler: Es wurde in TNG bereits erklärt, warum sich so viele Rassen so verdammt ähnlich sehen und warum sie kompatibel untereinander sind.
2. Die Erklärung aus Enterprise ist damit nun hinfällig. Gleiches gilt für Worfs Reaktion in der DS9 Folge "Mehr Trouble mit Tribbles".

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Geschrieben am
Leo Hammer (Profil)
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Klopfer, die Holocoms wurden in DS9 eingeführt und dort wurde gesagt, dass es eine brandneue Erfindung sei und erst wenige Schiffe sie installiert haben.

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Geschrieben am
(Geändert am 27. September 2017 um 0:01 Uhr)
Der Admiral (Profil) (Website)
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Die Holocoms und diese Vidcoms müssen nicht die gleiche Technologie sein. Verwirrend finde ich das aber eh, da der "Admiral" von STD mal mit den Offizieren auf seinem Schiff agiert und dann auf dem anderen ohne das man erkennt, wie umgeschaltet wird.

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Geschrieben am
Alex (Gast)
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Die laufen übrigens so planlos durch die Wüste, weil die Kommunikation nicht funktioniert und sie so damit ein riesiges StarTrek Logo in den Sand malen - dass das Schiff dann sehen kann und sie abholt -.-
Sozusagen ein SOS Signal.

Und zu den Klingonen: Gab es da nicht irgendwelche Lizenz Probleme und die wollten einfach nicht das Standard Design lizensieren (die mussten wohl alles extra bezahlen) - und mussten damit die Klingonen etwas anpassen....

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Geschrieben am
Klopfer (Profil) (Website)
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@Alex: Das erklärt es nicht. Captain Georgiou zückt nämlich direkt, nachdem sie in den Brunnen geballert hat, ihren Kommunikator, damit sie beide zurückgebeamt werden. Dass die Kommunikation gestört ist, wusste sie also bis dahin gar nicht, also bleibt weiterhin die Frage, warum sie nicht direkt zum Brunnen gebeamt wurden, zumal sie vorher ja noch groß davon erzählen, dass sie keinen Kontakt zu dieser Alienrasse haben sollen, die sie retten müssen, während sie durch ihre Brutstätte latschen. facepalm.gif Dann wäre ihnen dieser Sturm auch nicht in die Quere geraten, wenn sie nicht vorher zu viel Zeit damit verbracht hätten, durch die Wüste zu marschieren.
Die Sache danach mit den Fußspuren war auch Quatsch (weil sie als größere/breitere Objekte besser zu sehen sein müssten für die Shenzhou als die Fußabdrücke), aber das hab ich nicht konkret bemängelt.

Und das mit den Lizenzproblemen stimmt nicht, die Rechte für die Designs der Klingonen liegen alle bei CBS und Paramount.

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Geschrieben am
(Geändert am 27. September 2017 um 8:46 Uhr)
KainAutor (Profil) (Website)
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Ich vermisse so ein bisschen das "Explorer"-Feeling, dass mir die alten Trek Serien, Enterprise und die StarGate-Serien vermitteln konnten. (Vor allem SG Universe wurde imo viel zu früh abgesetzt <.< )

Bei ST Discovery habe (trotz des Namens) nicht das Gefühl, dass hier das Entdecken im Vordergrund steht, sondern mehr plotbequemliches BummBumm. Hat mich schon bei ST Beyond sehr gestört, dass der ach so mystische Haubthandlungsort nur nen gefühlten Steinwurf von der Citadel Yorktown entfernt ist und der Hauptplot sich wieder mal als schnöde Rachegeschichte inszeniert. Die Entdeckungsmission wird noch im Prolog als absolut öde und belanglos dargestellt. Wenn Discovery sich auch so anfühlt, kann ich drauf verzichten. Wie ist das bei Orville?

Edit:
Mal abgesehen davon: Was ist eigentlich los mit den Produktionsstudios, dass alle Fortsetzungen Prequels sein müssen? Ich finde es unglaublich schwer bei Prequels Interesse aufkommen zu lassen, denn ich weiß ja, worauf das ganze hinauslaufen wird. Wenn sich die Handlung zeitlich so weit entkoppel, dass sie schon wieder eigenständig ist (Enterprise, SW Old Republic) gehts ja noch, aber was interessieren mich die zwanzig Jahre vor Kaptain Kirk oder die Lebensgeschichte der Mutti von Jade aus Beyond Good and Evil? Mal abgesehen davon, sind Kontinuitätsprobleme beim herumdoktorn in der Timeline einfach vorprogrammiert. Man könnte eine Geschichte ja auch einfach mal WEITERerzählen oder die Handlung ein paar hundert Jahre in die Zukunft verlegen und zeigen wie die Gesellschaft sich weiterentwickelt hat. Oder ich mache halt mal (schockschwerenot) ganz was Neues. Nichts gegen Star Trek oder die anderen etablierten Franchises, aber man kann sich doch auch einfach mal was Neues ausdenken.

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Geschrieben am
(Geändert am 27. September 2017 um 15:41 Uhr)
Der Admiral (Profil) (Website)
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@Alex

Das Zeichen im Sand ist völlig unlogisch. Erstmal, das dem ersten Offizier nicht die Knicke beim gehen auffallen, behauptet sie doch, daß sie im Kreis gelaufen wären. Dann die Möglichkeit, das das Schiff das Zeichen überhaupt gesehen hat. Das mit dem beamen zum Brunnen ist ebenfalls unlogisch. Durch die Brutstätte latschen verstößt doch offensichtlich gegen die erste Direktive. Ungereimtheiten gibt es jede Menge, leider auch ziemlich offensichtliche. Bleibt zu hoffen, daß es in den späteren Folgen nicht so weiter geht. Kurioserweise wurden schon, ziemlich selbstsicher Staffel 2 bestellt und Staffel 3 angefragt. Teilweise muss mit der Kontinuität gebrochen werden, weil Schiffe im TOS Design nicht mehr glaubhaft sind aber ein Kompromiss wie bei Enterprise wäre schon möglich gewesen. Auf YouTube gibt es eine Kritik, in der alle Kontinuitäts-, Logik- und Plotfehler aufgezählt wurden. Sind einige aber nicht alle sind schlimm. Ich muss das mal raussuchen.

Update: Das ist es zwar nicht aber es spricht ebenfalls einige Fehler und Merkwürdigkeiten an.

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Geschrieben am
(Geändert am 27. September 2017 um 19:35 Uhr)
qwzt (Profil)
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Hab bislang noch keine StarTrek Folge gesehen, aber The Orville klingt interessant. Werde bei Gelegenheit mal reinschauen

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Geschrieben am
Daje (Profil)
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I love it! Xie xie! ❤

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Geschrieben am
mischka (Profil)
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Hab "The Orville" bei Netflix gesucht und nur STD gefunden.

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Geschrieben am
moehre (Profil)
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Schönen Dank für die Zusammenfassung. Ich kenne zwar nur DSC (was übrigens die offizielle Abkürzung ist wink.gif ), aber deine Meinung deckt sich so ziemlich mit meiner.
The Orville steht dann aber ab heute auch auf meiner Liste.

Allerdings habe ich die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass noch ein bisschen mehr ST-Feeling aufkommt. Ein Handlungsbogen schränkt diese Möglichkeit meiner Meinung nach nicht ein. Und es fehlen ja noch die meisten Hauptdarsteller. Davon wird noch stark abhängen, ob die Serie sehenswert bleibt.

Ich denke aber auch, dass mit scheinbaren Logikfehlern nicht so sehr hart ins Gericht gegangen werden muss. Natürlich muss sich DSC am vorhandenen ST-Universum orientieren - immerhin nimmt die Serie die Zugehörigkeit auch deutlich in Anspruch. Aber trotzdem bleibt es ein Unterhaltungsprodukt. Dinge wie das in den Sand gelaufene Logo sind - realistisch bewertet - natürlich Blödsinn. Aber unterhaltsam und im Zweifel massentauglich. Und es wird CBS nicht reichen, wenn die Serie bei den hartgesottenen ST-Fans beliebt ist. Sie muss bei einem deutlich breiteren Publikum ankommen, wozu wohl oder übel Kompromisse zur Steigerung des Unterhaltungswertes nötig sind.
Da stören mich eher solche Stilblüten wie "Ich erzähle dir Dinge, die du seit Jahren weißt, damit es jetzt auch die Zuschauer wissen".

0
Geschrieben am


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