Klopfers Blog

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Nuff! Ich grüße das Volk. 059.gif

Das wird nach längerer Zeit mal wieder ein Blogeintrag ohne festes Thema, ich lade hier einfach mal ein paar Gedanken ab, die mir so in den Sinn kommen, denn wozu hat man einen Blog? 014.gif

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Wohnen der Zukunft

Vor einigen Tagen hab ich im Fernsehen einen Bericht gesehen, in dem sich Architekten und sonstige Planer über „die Zukunft des Wohnens“ ausließen und fanden, dass doch in Zukunft wieder jeder Mensch weniger Wohnfläche kriegen sollte. Es wurden Konzepte gezeigt (und gelobt), in denen „soziales Leben“ gefeiert wurde: In Zukunft könnte man sich durchaus vorstellen, dass jeder quasi nur noch ein Schlafzimmer kriegt. Ansonsten werden Küche, Bad und Wohnzimmer mit anderen geteilt, alles wird offen, quasi eine riesige Zwangs-WG, die ganze große Wohnhäuser umfasst.

So stell ich mir die Hölle vor. 5c745924.gif Das können sich nur Leute ausdenken, die wahnsinnig extravertiert sind und für die es unverständlich ist, dass viele Leute eben nicht dauernd mit ihren Mitmenschen konfrontiert sein wollen. Es ist für jede Menge Menschen eben auch eine Wohltat, nach einem anstrengenden Arbeitstag nach Hause zu kommen und einfach für sich zu sein (höchstens noch mit den Menschen, die einem am nächsten stehen). Früh am Morgen in die Küche zu schlurfen und an der Kaffeemaschine Schlange stehen zu müssen, weil all die anderen auf der Etage ebenfalls heißen Türkentrank brauchen, um in die Gänge zu kommen, ist diesen Planern vermutlich deswegen nie in den Sinn gekommen, weil die sich ihren Kaffee morgens eh auf dem Weg überteuert bei Starbucks holen. Ich bin sicher, die Kriminalitätszahlen sind hier auch deswegen in den letzten Jahrzehnten gesunken, weil die Leute daheim mehr Gelegenheit hatten, sich aus dem Weg zu gehen. 04a97f13.gif

Die USE

Martin Schulz möchte gerne im Hauruck-Verfahren die Vereinigten Staaten von Europa gründen und dabei einfach mal alle Länder rausschmeißen, die dabei nicht mitmachen wollen. Letzteres zeugt schon von einem ausgeprägten Tunnelblick, weil bereits der Austritt eines Landes aus der EU gerade enorme Kopfschmerzen verursacht. Aber auch sonst wundert es mich nicht, dass die Begeisterung in der Bevölkerung nicht übersprudelt: Die EU hat sich (insbesondere in den letzten 10 Jahren) nicht unbedingt mit Ruhm bekleckert, was sinnvolle Gesetzesinitiativen, Regulierungen und Sensibilität für lokale Befindlichkeiten und Probleme angeht. In dieser Situation jetzt zu fordern, dass der Verein noch mehr Kompetenzen kriegen soll, ist ungefähr so, als würde man eine Mutter, die wegen akuter Unfähigkeit und fortgeschrittenem Alkoholismus das Sorgerecht über ihre Kinder verloren hat, als Erzieherin im Kindergarten einstellen wollen. facepalm.gif Das Einzige, was den Ruf der EU in der letzten Zeit gesteigert hat, war das Gefühl „Wenigstens sind wir nicht die USA unter Trump“.

Dänemark, das bessere Deutschland

Ich hab vorhin diesen Artikel darüber gelesen, wie Dänemark für uns ein Vorbild sein könnte, weil da vieles so viel besser organisiert ist und die Bürger sich weniger mit Bürokratie herumschlagen müssen und Projekte viel schneller in Angriff genommen werden können als bei uns. Ich musste ein bisschen grinsen, als da beschrieben wurde, wie sich die Dänen in ihrem Bürgerportal einloggen, allerlei Informationen über sich abrufen und auch ändern können. Können die Deutschen darauf neidisch sein? Klar. Aber das Problem ist gleichzeitig: Die Deutschen würden das nie zulassen. Würde man hier so ein Portal einrichten, würden den Datenschutzbeauftragten der Bundesländer kollektiv die Köpfe explodieren, und vermutlich 20 Prozent der Bevölkerung ebenfalls, weil wir manchmal ziemlich merkwürdige Prioritäten haben. (Ja, sorry, ich weiß, wir hatten das schon mal bei „Frag den Hasen“, aber ich kapiere immer noch nicht, worin jetzt genau das Problem liegt, wenn eine staatliche Behörde Zugriff auf Daten kriegt, die eine andere staatliche Behörde an Pflichtinformationen über jemanden hat, insbesondere wenn man auf diese Weise Prozesse wesentlich vereinfachen könnte und andere Daten wiederum sowieso ganz automatisch ausgetauscht werden.) Gerade was die Straffung von Organisation und Bürokratie angeht, stehen wir uns selber im Weg, insofern ist der sehnsüchtige Blick nach Dänemark oder Estland (wo die digitale Verwaltung ähnlich weit ist) etwas inkonsequent.

Das erinnert mich auch ein bisschen an die Leute im Heise-Forum, die einerseits sichtbar Fans von Star Trek sind, aber andererseits nie ein Amazon Echo oder Google Home in die Wohnung stellen würden, weil man sich damit ja das Zimmer verwanzt. Ja, natürlich, aber wenn Captain Picard mit dem Computer spricht, ist den Zuschauern auch nie störend aufgefallen, dass quasi jeder Raum an Bord des Raumschiffs Enterprise vom Computer belauscht wird. 3eb4e7b3.gif

Inhaftiert in der Türkei

Momentan reden ja wieder viele über den seit Februar in der Türkei inhaftierten Deniz Yücel und dass er endlich freikommen solle. Mich stört allerdings der Tunnelblick der deutschen Medien, als wenn er der Einzige wäre, dem endlich Gerechtigkeit widerfahren müsste. Sagt euch der Name Serkan Gölge etwas? Nein? Der Mann stammt aus der Türkei, ging in die USA, fand dort Arbeit als Wissenschaftler bei der NASA und wurde amerikanischer Staatsbürger. Im letzten Jahr war er zufällig mit seiner Frau im Urlaub im alten Heimatland, als der Putschversuch geschah. Als er zurück nach Hause reisen wollte, wurde er festgenommen und beschuldigt, Handlanger und Spion des Islamistenpredigers Fethullah Gülen zu sein. Beweise unter anderem: sein NASA-Mitarbeiterausweis und eine 1-Dollar-Note in seiner Brieftasche, angeblich ein Erkennungssymbol für Gülen-Anhänger. Der Mann sitzt nun seit etwa anderthalb Jahren in der Türkei im Knast, ohne Verhandlung und ohne wirkliche Unterstützung der US-Regierung. Und daneben gibt es natürlich auch Tausende einheimischer Türken, die unter sicherlich oft eher zweifelhaften Vorwänden eingesperrt wurden. Für die gibt es keine ganzseitigen Anzeigen in türkischen Zeitungen, in denen 200 Künstler (inklusive Nobelpreisträgern) für ihre Freilassung eintreten.

Patreon

Update vom 13. Dezember: Patreon hat bekanntgegeben, die angekündigte Gebührenreform nicht durchzuführen. Der folgende Absatz ist somit gegenstandslos. animaatjes-onion-21907.gif

Abschließend: Patreon ändert seine Gebührenstruktur. Anstatt die Zahlungsgebühren von dem Spendenbetrag abzuziehen, kommen sie demnächst oben drauf. Da diese Gebühr dann 35 US-Cent plus 2,9 Prozent des Spendenbetrags ausmacht, werden gerade 1-Dollar-Spenden für die Spender deutlich teurer. Jetzt bin ich schon froh, dass ich nicht so viele Patreon-Unterstützer habe, sondern größtenteils direkt hier auf Klopfers Web unterstützt werde, aber andere Künstler machen sich jetzt riesige Sorgen, da ihr Lebensunterhalt von Patreon abhängt und ein großer Teil ihrer monatlichen Einnahmen aus solchen Kleinspenden kommt, die jetzt wegzubrechen drohen.

Ein Grund für die Änderung scheint zu sein, dass Patreon jetzt gerne die Beiträge nicht einfach gesammelt am 1. des Monats einziehen möchte (wodurch nur einmal Transaktionsgebühren entstehen), sondern jeweils taggenau, wodurch natürlich auch jedes Mal die Gebühr des Zahlungsdienstleisters anfällt, über den das Geld eingezogen wird. Trotzdem ist es sehr unglücklich, dass den unterstützten Künstlern nicht mal die Option bleibt, diese Kosten wieder selber zu absorbieren, um nicht so viele Unterstützer zu verschrecken, die feststellen müssen, dass eine 1-Dollar-Spende sie nun fast 1,40 Dollar kostet. Falls ihr Patreon-Unterstützer seid und von der Sache noch nichts mitbekommen habt, denkt drüber nach, ob ihr aus dieser Gebührenänderung Konsequenzen ziehen wollt.

So, genug mit dieser Gedankenwälzerei. Ihr könnt euch jetzt wieder schmutzigen Witzen und Pornografie widmen. greatjobplz.gif Bis dann! animaatjes-onion-09769.gif

Mehr zu lesen:

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Neue Kolumne: Wortgewalt

Veröffentlicht am 20. Juni 2018 um 13:13 Uhr in der Kategorie "Belanglose Gedanken"
Dieser Eintrag wurde bisher 136 Mal kommentiert.
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Wie kann man Klopfers Web unterstützen?

Text veröffentlicht im November 2017
Klopfer erzählt, wie man helfen kann, Klopfers Web zu erhalten und besser zu machen - sowohl ohne als auch mit Geldeinsatz. [mehr]

qwzt (Profil)
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Zum Wohnen: Der Gedanke dahinter mag ganz vernünftig sein, aber ich hoffe sehr, dass sich das nicht durchsetzen wird. WGs waren in meinen Augen schon immer nur eine Notlösung.

Zum Vereinigten Europa: Ich bin ein Fan dieser Idee, auch wenn ich die Verwirklichung wohl nicht mehr wirklich erleben werde. Das muss langsam, Stück für Stück gehen. Aber ich denke schon, dass es sinnvoll wäre, ein bisschen vom Nationalstaat abzukommen und einheitliche Regelungen zu bilden. Gerade das europäische Militär ist so wie es jetzt ist völlig nutzlos. Eine Europäische Armee könnte mit viel weniger Mitteln viel mehr erreichen.

Zur digitalen Verwaltung: Es ist aber ja schon ein Unterschied, ob ich mir einen Film anschaue in dem so etwas vorkommt, oder ob ich mir so etwas direkt ins Wohnzimmer stelle.
Aber ich muss dir Zustimmen, Datenschutz ist gut und wichtig, aber die Daten wurden ja alle bereits erhoben und können auch zusammengetragen werden, wenn man entsprechende Anträge stellt. Ich fände es jedenfalls Sinnvoll, dass alles bei einer zentralen Stelle erledigen zu können. Ich hab da vor kurzem eine Studie gelesen, in der es hieß, dass selbst Angestellte der Behörden abraten digitale Angebote zu nutzen, fand ich auch sehr interessant.

Zu den Inhaftierten: Absolut richtig, das kotzt mich auch jedes mal an.

Die Änderung von Pantreon verstehe ich nicht so ganz. Wo liegt da jetzt der Vorteil für irgendwen?

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Geschrieben am
Klopfer (Profil) (Website)
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An sich sind die USE sicherlich keine schlechte Idee. Allerdings hat die EU in meinen Augen nicht bewiesen, dass sie diese Verantwortung übernehmen könnte, dazu zeigt sie sich einfach zu blind und taub gegenüber regionalen Eigenheiten, zudem ist Europa momentan einfach zu ungleich, als dass alle Teile gleich regiert werden könnten.


Bei Patreon: Patreon selbst verkauft das bei den Künstlern natürlich mit "Es bleibt jetzt mehr Geld von den Spenden bei euch hängen", was natürlich eher ein zweifelhafter Vorteil ist, wenn dafür weniger Spenden reinkommen. Für Patreon selbst ist einerseits der Vorteil, dass weniger irritierte Nachfragen von Leuten kommen, die fragen, wieso Patreon jetzt etwas abbucht, weil sie vergessen haben, dass Patreon (bislang) immer zum 1. abbucht und nicht dann, wenn sie sich angemeldet haben. Außerdem werden die Künstler weniger das Problem haben, dass sich Leute als Unterstützer eintragen, die Belohnungen abstauben und dann aber kündigen, bevor ihnen Geld abgebucht wurde. Andererseits hat Patreon natürlich einen Vorteil bei denen, bei denen sie weiterhin zum 1. gesammelt abbuchen, also nur einmal Zahlungsgebühren anfallen, aber mehrfach berechnen können, weil das halt Beiträge für mehrere Künstler sein können.

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Geschrieben am
Sajoma (Profil)
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Lustig, ich hab diese Woche in einer Praxis hospitiert, die ständig von Dänen aufgesucht wird, weil das Gesundheitssystem da wohl so scheiße ist. oo
Was für Informationen können die Bürger da selbständig ändern? Vermutlich ja nichts wie Namen oder Adresse, oder?

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Geschrieben am
Klopfer (Profil) (Website)
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Adresse wohl schon, so wie das in dem Artikel steht.

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Geschrieben am
qwzt (Profil)
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@Klopfer: Ja, ich sag ja, das dauert noch lange.

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Geschrieben am
tu[ks]. (Profil)
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So lange Patreon ähnlich wie Paypal Leuten das gesammelte Geld wegnimmt, weil Berufsempörte nicht mit dem, was diese Leute tun, einverstanden ist (etwa Lauren Southern), so lange ist Patreon als Spendenbüchse ohnehin gänzlich ungeeignet. Es sei denn, man mag Überraschungen.

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Geschrieben am
(Geändert am 10. Dezember 2017 um 13:26 Uhr)
Klopfer (Profil) (Website)
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Ja, aber es gibt kaum brauchbare Alternativen, wenn man nicht alles selbst machen will. Flattr ist ja auch ziemlich unbenutzbar geworden, deswegen ist es hier gar nicht mehr eingebaut.

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Geschrieben am
tu[ks]. (Profil)
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Steady soll wohl ganz in Ordnung sein.

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Geschrieben am
Klopfer (Profil) (Website)
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Ist aber auch teurer als Patreon.

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Geschrieben am
Der deutsche Alienzwerg
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zu denn Vereinigten Staaten von Europa das würde nur dann funktionieren wenn mann die bisherige Führung der EU Komplet rauswirt und die Posten via Direktwahl neu besetzt . Außerdem müsste man das Mitsprache recht für Länder wie Griechenland endlich einschränken und für wirtschaftlich starke Länder ausweiten. Die EU funktioniert ja nicht weil jedes kleine Land berücksichtigt wird . man müsste die Kontrolle hauptsächlich auf starke Länder wie Deutschland und Frankreich verteilen

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Geschrieben am
ObsidJan (Profil)
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Ich bin auch Trekkie und würde mir nie so ein Mitlausch-Ding in die Wohnung stellen. Die ganzen mehr oder weniger lustigen Unfälle und Missgeschicke, die damit schon passiert sind, geben mir (und den Nerds bei Heise) Recht. Die potentiellen Gefahren überwiegen in meinen Augen klar den (für mich ohnehin fragwürdigen) Nutzen, während der Bordcomputer im Raumschiff viel weniger Angriffsfläche und Missbrauchspotential bietet (ich unterstelle auch mal, dass er im 24. Jahrhundert ausreichend geschützt und somit "unhackbar" ist, außerdem wird er ja nicht von einem privaten Konzern betrieben). Und das sag ich als jemand, den die Technik- und Fortschrittsfeindlichkeit in Deutschland genau so nervt wie dich und der liebend gerne den Behörden seine Daten, die sie (d.h. "der Staat") sowieso schon haben, geben würde, damit ebenso nervige Vorgänge beschleunigt werden können. nick.gif
Ich sehe darin also eigentlich keinen Widerspruch. hm.gif

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Geschrieben am
(Geändert am 10. Dezember 2017 um 22:12 Uhr)
Askat (Profil)
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Also die Computer bei Star Trek werden so fast jede Folge in der sie eine Rolle spielen gehackt xD

Ich bin Trekkie / Finde Echo und GHome super gruselig / Liebe aber die Idee von Sprachsteuerung
Ergebnis? Ich versuche die Zeit zu finden, mir meine eigene Sprachsteuerung zu implementieren. Es gibt sogar schon ein bestehendes Open Source Projekt, wo ich mich evtl beteiligen wollte. Das ist natürlich wieder nur für Techies zugänglich, aber man kann nicht jeden für umme glücklich machen.

Thema Datenschutz: Ich bin ein Verfechter von sehr strikten Datenschutzregeln, würde mich aber durchaus auch auf digitale Verwaltung einlassen, WENN diese gut durchdacht und auch umgesetzt sind. Diese wischiwaschi, wir haben keine Ahnung-Ideen und Umsetzungen die meist von den Verantwortlichen durchs Dorf geprügelt (und entschieden) werden, finde ich zum kotzen. Warum muss der Perso seine Daten aus der Distanz lesbar haben? Gebt dem nen Lesestreifen wie der EC-Card und dann habt ihr die gleiche Funktion ohne das Sicherheitsleck...
Genau so finde ich NFC fürchterlich. Mit EC lässt es sich bequem bezahlen. Warum sollte ich mein Handy oder eine "wireless"-Bankkarte dazu verwenden, die viel mehr Angriffsflächen bieten? Solange sich an der Qualität solcher Ideen und Umsetzungen nichts ändert, bleibe ich dagegen. Es gäbe vorher genügend Bürokratie die man abschaffen könnte, um das System bedeutend zu beschleunigen. Das fängt schon damit an, dass ein und dieselbe Behörde absolut alle Daten bei jedem Folgeantrag erneut anfordert, nur weil der Sachbearbeiter zu faul ist, in die Akte zu gucken. Ich gehe auch davon aus, dass die irgendwo digitalisiert werden...

Die USE (klingt fürchterlich...) finde ich von der Grundidee, genau wie die EU, sehr schön. Die Umsetzung muss aber auch hier stimmen. Dafür müsste man in meinen Augen erst einmal die EU überhaupt demokratisieren. Im Moment entspricht die nicht einmal der Wikipedia-Definition von demokratisch. Da dann mehr Rechte für die Vollspacken vom Abstellgleis zur Verfügung zu stellen, halte ich für sehr dämlich.

@komischen Zwerg: Ja klar und die ganzen reichen Länder wissen dann auch genau, was gut für die kleinen armen Länder ist und "helfen ihnen wieder auf die Beine" wie Deutschland aktuell Griechenland. Nein danke.
Griechenland ging es nur nach Kriegen so beschissen wie jetzt gerade und alle Sparmaßnahmen ziehen sie nur immer weiter runter. Und das ist die Schuld der deutschen Regierung und ihrer Entscheidungen(die sie dort ja durchdrücken), daher sollte man sich da nicht zu weit aus dem Fenster lehnen und behaupten Deutschland würde das viel besser machen. Deutschland ist nur auf den eigenen Vorteil bedacht und hat kein Interesse daran Griechenland auf die Beine zu helfen. Das Geld was von der EU da reingepumpt wird, geht größtenteils direkt wieder nach Deutschland, bzw unsere Banken, zurück. Die Idee eines gemeinsamen Wohlstandseuropas wird damit ad absurdum geführt.

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Geschrieben am
Klopfer (Profil) (Website)
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@Askat: Das stimmt schon seit Jahren nicht mehr. Deutsche Banken sind inzwischen kaum mehr involviert in Griechenland, die haben sich von den Staatsanleihen schon vor einiger Zeit getrennt. Es sind griechische Banken, die den größten Teil der griechischen Anleihen halten und mit den Zahlungen der EU am Leben erhalten wurden bzw. werden (mit gutem Grund).

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Geschrieben am
KainAutor (Profil) (Website)
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Ohje, soviele gute Themen, soviele gute Gedanken - und das nicht nur im Blogeintrag.
Na gut, Senf ab.

Schöner Wohnen:
Ich finde die Vorstellung genauso alptraumhaft wie Klopfer, kann ihre Entstehung angesichts der steigenden Bevölkerungszahlen und des Zuzugs in den Ballungsräumen nachvollziehen. Es gibt ja viele visionäre Architekten, die sich dann auch gerne mal Städte auf dem Wasser, in der Wüste oder gleich im Weltraum oder auf dem Mond ausmalen. Im Vergleich dazu sehe ich "enger zusammenrücken und Privatsphäre aufgeben müssen" noch (in absehbarer Zeit) am realistischsten. Ob nun in der Form "viel mehr Hochhäuser mit viel kleineren Wohnungen und dünneren Wänden" oder in Form der beschriebenen Riesen-WGs. Ein Blick nach Asien genügt, um zu sehen was da noch kommt. Ich habe immer diese Schlafkapseln in Hotels und Studentenwohnheimen vor Augen. Ich glaub über ein SchlafZIMMER würden die sich freuen.
Versteht mich nicht falsch: Ich finde die Ideen echt grausig, aber mir fällt nicht wirklich was besseres ein. Mit Blick auf die Mietspiegel und Grundstückspreise in Frankfurt oder München bin ich froh, im Eigenheim auf dem Land zu wohnen - aber auch das hat Nachteile (weiter Fahrtweg, schlechte ärztliche Versorgung, etc.). Einen Tod muss man halt sterben.

USE:
Auch hier sehe ich die unausweichliche Konsequenz globaler Mechanismen. In einer globalisierten Welt, die sich immer mehr vernetzt und in der die wirtschaftliche Abhängigkeit der Nationen voneinander immer weiter zunimmt, scheint es mir unausweichlich zu sein, dass individuelle Staaten sich zusammenschließen, Unionen und langfristig größere Staaten bilden, bis wir irgendwann eine zentrale Weltregierung (unter Richard Nixon happy.gif ) haben.
Aber das ist wirklich eine sehr langfristige Prognose, deren Erfüllung ich nicht mal mehr zu Lebzeiten meiner Enkel erwarten würde.
Zumindest eine USE sehe ich zu meinen Lebzeiten nicht sinnvoll umsetzbar. Die EU hat sich mit ihren Sinnlosvorgaben wirklich nicht Ruhm bekleckert. Dass im Umgang mit den Flüchtlingen nicht an einem Strang gezogen wurde, sehe ich eher als katastrophales (wenn auch nachvollziehbares) Versagen der beteiligten Staaten. Aber das sind eben die unausweichlichen Reibungen bei solchen Prozessen. Da wird es immer Differenzen Rückschritte, Aus- und Wiedereintritte geben. Schulz' Vorstoß, sofern ihn überhaupt irgendjemand ernst nimmt, wird in einem solchen Rückschritt münden und am Ende des Prozesses eine (von sicherlich vielen) Narben im entstandenen Gewebe sein. Die Geschichte wirds richten.

Vernetzung vs. Datenschutz:
Ist tatsächlich ein sehr ambivalentes Thema, gerade für uns technophobe Teutonen. Ich sehe da auch, dass man zwischen Fiktion (Wunschvorstellung) und Wirklichkeit unterscheiden muss. Gleichzeitig bin ich von so manchen Datenschutz-Regularien doch etwas irritiert:
- Es ist z.B. völlig ok, prozentuale Projektanteile der FTEs seiner Mitarbeiter auf dem Papier zu tracken - da bedarf es keiner Absprache. Sobald ich aber die gleichen Daten stumpf in eine Excel-Tabelle hauen möchte, benötigte ich die Genehmigung des Betriebsrats.
- Da Whatsapp (im Gegensatz zu z.B. Threema) die ausgelesenen Kontakte meines Handys auf einem Server speichert, mache ich mich mit der Installation und Nutzung dieser App aus datenschutzrechtlicher Sicht strafbar, wenn ich vorher nicht jeden Kontakt (auch den vorinstallierten ADAC Pannenotruf awesome.png ) um Erlaubnis bitte.
- Wenn ich als Personalreferent eines Unternehmens die Firmenkontaktdaten meiner Mitarbeiter auf einer Intranetseite zur Verfügung stellen möchte, muss ich erst jeden Einzelnen um Erlaubnis fragen.
- Wenn mir ein Mitarbeiter eines Lieferanten oder Dienstleisters seine Visitenkarte auf einer Messe oder im Rahmen eines Projektes gegeben hat, sollte ich schon zu diesem Zeitpunkt abklären, ob ich ihn damit auch für zukünftige Projekte kontaktieren darf, denn es kann ja sein, dass er den Kontakt nur für dieses Projekt wünscht und von mir erwartet, dass ich die Visitenkarte nach dessen Abschluss verbrenne. patsch.gif
- Außerdem finde ich es als Patient extrem lästigt, bei jedem Arzt einen Einverständniserklärung unterschreiben zu müssen, dass dieser meine Daten erfassen darf. Gleichzeitig findet zwischen den Ärzten kaum bis kein Informationsaustausch statt, so dass man ein und dieselbe Krankengeschichte bei jedem Arzt neu ausrollen darf. Zumindest für ein zentrales Patientenregister sollte man doch mal gewisse Datenschutzrichtlinen überdenken.
Allerdings glaube ich, dass auch bei diesem Thema irgendwann der Nutzen mehrheitlich die Bedenken wegwischen wird (auch wenn viele dieser Bedenken sicher nicht unberechtigt sind).
Am Beispiel der Sprachsteuerung steht und fällt meiner Ansicht nach alles mit der Entwicklung von KIs (wie auch immer man dann wieder zu diesem Thema steht).
- Solange ich mit dem Smarthome nur das Licht via Sprachsteuerung ein- und ausschalten kann, ist es nicht mehr als eine nette Spielerei. Eine Alltagserleichterung wäre so etwas höchstens für körperlich Behinderte.
- Wenn das Smarthome aus meinen messbaren Körperparametern (Position, Temperatur, Puls, Stimmlage) meinen Gesundheitszustand ableiten und z.B. einen Krankenwagen rufen kann, wenn ich dazu nicht mehr in der Lage bin, sieht der Fall schon anders aus.
- Wenn meine Google Sprachsuche auf meine Fragen nicht mehr mit den ersten fünf Zeilen des betreffenden Wikipedia-Artikels antwortet, sondern aktiv für mich recherchiert, bekommt sie eine ganz andere Bedeutung

Die Akzeptanz kommt mit dem Nutzen:
- Ich benutze gerne Google Maps um die Verkehrslage zu checken, da sie dort wesentlich aktueller und genauer ist, als der Verkehrsfunk des Radios. Warum? Weil jeder Autofahrer ein Smartphone einstecken hat und das System über die Standortdaten die Verkehrsdichte berechnen kann. Geile Sache! Und weil ich wegen der guten Verkehrslage-Funktion selbst gern mit Maps navigiere, sende ich auch meinen Standort und werde Teil der Funktion.
- Noch ein schönes Maps-Beispiel: Die "Stoßzeiten"-Funktion mit der ich prüfen kann an welchen Wochentagen und Uhrzeiten wieviel Betrieb in Einrichtungen wie Schwimmbädern, Restaurants, Museen und Boulderhallen herrscht. Ich nutze die Funktion oft, da z.B. Bouldern in einer überfüllten Halle wenig Spaß macht. Aber auch dieser Dienst funktioniert nur über die Standortdaten der Hallenbesucher. Auch hier muss ich sagen: Ich finde es zwar nicht so geil, dass Google meinen Standort kennt und diese Daten auch zweckentfremden könnte, aber der Service den sie damit realisieren, hat für mich so viel Mehrwert, dass ich die Funktion nutze und dadurch ein Teil von ihr werde.
- Meine Eltern waren (und sind) im Umgang mit Computern extrem unbeholfen. Eigentlich steht der PC nur in der Ecke und wenn mein Vater nicht gerade Solitär damit spielt, brauchen sie in 8 von 10 Anwendungsfällen meine Unterstützung.
Aber in ihre Smartphones mit Puzzelspielen, Selfies und Whatsapp haben sie sich mit ihren Ü60 schneller reingewuselt als der Fuchs in den Hühnerstall!
Und meine Realbeispiele sind nur Bequemlichkeiten, noch nicht mal überlebensförderliches Zeug wie das mit dem Notruf-Smarthome. Wenns irgendwelche Nanobots gäbe, die permanent mein Blut analysieren und mit ner Cloud synchronisieren - ich würde die Dinger nutzen, wenn dadurch eine zuverlässige Krebs-Früherkennung möglich wäre.

Zur Türkei:
Ja, natürlich gibt es noch wesentlich mehr politische Gefangene, aber ich finde es nicht verwunderlich, dass deutsche Medien in erster Linie über deutsche Gefangene berichten, sowie die amerikanischen Medien eher über amerikanische Gefangene berichten werden. Bei jedem Flugzeugabsturz und jedem Tsunami wird ja auch immer dazu gesagt ob und wie viele Deutsche gestorben sind - einfach weil das die Leute mehr interessiert. Die zahlreichen anderen Gefangenen sind nice to know aber keine Headline. schulterzuck.gif

So. Zu Patreon kann ich nix sagen. Damit hatte ich bisher weder als Künstler noch als Konsument Berührung. Bin vom Nutzen nicht überzeugt. 014.gif

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Geschrieben am
(Geändert am 11. Dezember 2017 um 11:14 Uhr)
kasoris
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Zum Datenschutz: Captain Picard hatte einen riesigen Vorteil, es gab den Befehl "Computer, initiiere Selbstzerstörung!". In meiner Wohngegend sind noch keine Warpkerne überlastet worden. Wenn es mal überall rumst, führt Alexa vielleicht gerade Befehl 65 aus.

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Geschrieben am
Der deutsche Alienzwerg
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Askat Es gibt schlicht keine Grund Ländern wie Griechenland so viel Stimmrecht einzuräumen sie sind uns weder wirtschaftlich noch militärisch von Nutzen und haben praktisch keine Bodenschätze diese Relevanz sollte das Stimmrecht wiedergeben. Außerdem ist die Eu zu großem teil schuld an Griechenlands Situation. Weil sie denn Griechen Unmengen Geld geliehen haben aber die Probleme (Verwaltung,Korruption,usw.) dort nicht behoben daher ist das als würde man Wasser in nen löchrigen Krug füllen man kann mehr Wasser rein schütten aber der Krug wird trotzdem nicht voller . das führte zum Sparprogramm um zinsen zu bezahlen was die Probleme verschlimmerte. Die einzige Praktikable Lösung wäre Griechenland zu zwingen auf eigenen beinen zu stehen und die Probleme selbst zu lösen. Außerdem müsste man auf die Rückzahlung der Schulden verzichten damit das Land Gelegenheit zur Erholung hat. Ist ja nicht so als könnten die das in den nächsten 400 Jahren zurückzahlen (selbst wenn dort spontan unerschöpfliche Quellen an Öl,Gold,Öl, Diamanten und ÖL gefunden würden)

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Geschrieben am
Diiter (Profil)
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Zu Deniz Yücel:
Ist sicherlich scheiße für die Inhaftierten, aber im Prinzip sehe ich das wie KainAutor.

Allerdings kann ich mit Yücel in seinem konkreten Fall kein Mitleid haben: wenn sich jemand jahrelang für so einen anti-integrierenden Schwachsinn wie die doppelte Staatsbürgerschaft einsetzt und dann wegen seiner eigenen nicht mehr aus dem Knast seines quasi-faschistischen Heimatlandes rauskommt, entbehrt das nicht einer gewissen Ironie.

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Geschrieben am
qwzt (Profil)
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Zu den Vereinigten Staaten von Europa hab ich gerade gelesen, dass Gabriel die Kritik an der Idee ausmanövrieren wollte, indem er dazu aufruft, neue Ideen nicht sofort zu verreißen, nur weil sie eben neu ist. Mag ja an sich richtig sein, aber die Idee ist doch alles andere als neu. Gabriel Tarde schrieb um 1870 rum in seinem Werk "Monadologie und Soziologie" schon, dass es zu einer Vereinigung der Staaten kommen wird, und seiner Meinung nach, auch kommen muss.

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Geschrieben am
Dino (Profil)
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Alienzwerg, das Geld kam aber nicht von der EU, sondern von nordeuropäischen Banken. Die haben das zwar tatsächlich gemacht, weil der Euro/die EZB-Politik dafür gesorgt haben, dass das kurzfristig sehr lukrativ war, aber die Entscheidung kam trotzdem aus der Wirtschaft.

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Geschrieben am
O.W. (Profil)
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Zu Wohnungen in der Stadt:
Ich stimme KainAutor zu. Wer das nicht will, der kann aufs Land ziehen. So schlimm ist es da auch nicht.
Und ja, ich wohne auf dem Land und bin Pendler mit dem eigenen Auto.
Ich wohne in einem größeren Dorf (rund 3000 Einwohner) und in der Nähe der Stadt Siegen, Deutschlands grünster Großstadt und, wenn ich Leuten aus dem Ruhrgebiet Glauben schenken darf, keine eigentliche Großstadt. Ich habe alle Fachärzte und Spezialkliniken die ich mir vorstellen kann in weniger als 20km Fahrstrecke mit dem Auto, und alles für den täglichen Bedarf fußläufig am Ort.
Ok, Disko ist etwas schwierig, interessiert mich aber auch nicht so und der ÖPNV ist zu teuer (7€ für einmal hin und zurück nach Siegen, ca. 7km) und zu wenig (Halbstundentakt zwischen ca. 5.00 Uhr und ca. 22.30 Uhr), aber dafür hat man ja Autos.

Und wer jetzt sagt, dass Autos zu teuer sind, dem sei entgegengehalten, dass bestimmte Leute immer Autos brauchen (ich als Lehrer kenne keine Kollegen ohne, auch nicht die aus der Großstadt) und die zeitabhängigen Kosten ohnehin da sind. Und ich habe in einer Zeit des extremen Pendelns genau Buch geführt über die Kosten meines Autos. Das war damals ein Mercedes C180 Kompressor (Benziner), Baureihe W203, Classic mit Handschaltung, normalem H7-Licht und Komfortklimaautomatik (immer an)
Die Kraftstoffkosten beliefen sich in 30 Monaten mit 83000km auf ca. 8750€ bei einer Fahrweise zwischen sehr sparsam (meißtens) und Ausreizen der Höchstgeschwindigkeit bis in den Drehzahlbegrenzer (selten). Das waren maximal 6000€ mehr, als ich ohne Pendeln gehabt hätte. An Wertverlust habe ich mir sicher etwa 1500€ eingehandelt, die ich ohne Pendeln nicht gehabt hätte, an Reifen etwa 400€, an Inspektionen etwa 800€ und an Reparaturen wahrscheinlich etwa 2000€. Damit hätte ich ohne Pendeln geschätzt 10700€ gespart, oder etwa 360€ pro Monat.
Dem steht aber die höhere Miete entgegen der Stadt entgegen oder in meinem Fall Miete, die ich hätte zusätzlich zahlen müssen, da ich in einem Haus wohne, das ich von meinen Eltern übernehmen werde und insofern mietfrei wohne, aber am Erhalt des Hauses beteiligt bin.
Und nein, so extrem pendel ich nicht mehr, das war für eine begrenzte Zeit, weil es beruflich sein musste und mein baldiges Eigenheim nunmal da war. Meine jährliche Pendelstrecke ist jetzt knapp 18000km und ich fahre auch ein sparsameres, größeres, schnelleres und schöneres Auto, was ich mir aber erst von höherem Gehalt kaufen konnte (realer Verbrauch ca. 6,5l/100km Super E5). Damit habe ich monstliche Spritkosten von knapp 180€ fürs Pendeln, ggf durch Fahrgemeinschaften noch senkbar. Bei diesen Strecken fällt erhöhter Verschleiß auch kaum ins Gewicht, was Extrakosten bei Reifen, Inspektionen Reparaturen und faktisch auf 0 reduziert, wenn ich mein Auto die geplante Dauer von mindestens 6 Jahren halte. Bein Wertverlust werde ich mir aber sicherlich 2000€ einhandeln, bzw. ca. 17€ pro Monat, also kostet Pendeln knapp 200€ pro Monat.

Also: Wer solche Wohnmodelle nicht will, der sollte aus den Großstädten rausziehen, selbst wenn er da arbeitet. Wirtschaftlich ist es kein Problem, weil die Pendelkosten durch geringere Miete rauskommen.

Und wie ist die Wirklichkeit? Die Leute wollen in die Großstädte, selbst wenn es am Land Arbeit gibt und in der Großstadt nicht in dem Maß. Das heiß, ein solches Modell sollte so schnell als möglich flächendeckend eingeführt werden, insbesodere bei Wohnraum, der durch Transferleistungen gefördert wird, denn wenn das Leute aus den Städten wieder rausholt wäre das volkswirtschaftlich erheblich sinnvoller.

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Gast (Profil)
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@O.W. und nicht zu vergessen, Dank der Pendlerpauschale kannst Du diese Kosten auch steuerlich geltend machen, das ist mit der Miete in der Großstadt nicht so einfach zu machen.

Bei Wohnvisionen der Großstadt muss ich irgendwie immer an das gute alte Sandmännchen aus dem Osten denken, wie toll da jeden Abend die Wohungen der Kinder dargestellt wurden (und mit welch abgefahrenen Sachen das Sandmännchen immer ankam), da wurde noch das fortschrittliche Bild des Sozialsmus und die hoffnungsfrohe Zukunft gezeigt.

Das gemeine an den Vereinigten Staaten von Europa ist ja, dass es eine Theorie der streitenden Reiche gibt, die davon ausgeht, dass Europa nur deswegen alle anderen Länder der Erde überholt hat, weil die kleinen Staaten in ständiger, erbitterter Konkurenz gegeneinander standen und sich so zu Höchstleistungen in den technisch-wissenschaftlichen Entwicklungen getrieben haben.
Naja, ist halt so eine Theorie...

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Geschrieben am
ObsidJan (Profil)
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@O.W.
Das klingt jetzt anhand der Zahlen irgendwie so, als sei Pendeln mit dem Auto ziemlich teuer. urx.gif Nun besitze ich selbst zwar noch kein eigenes Auto (und habe momentan aus verschiedenen Gründen keine Ambitionen, mir eins anzuschaffen), aber wenn ich die Wahl habe, eine Strecke mit Auto oder mit DB/ÖPNV/Bus zurückzulegen, versuche ich immer, die jeweiligen Kosten so genau wie möglich zu berechnen und dem Auto gegenüberzustellen. Oft spaßeshalber auch so, um festzustellen, was mich z.B. ein Bahnticket für die Strecke X maximal kosten darf, damit ich gerade noch günstiger unterwegs bin als mit dem Auto. Tatsächlich ist Auto oft genug günstiger als der "umweltfreundliche" ÖP(N)V, u.a. weil die Bahn manchmal wirklich freche Mondpreise berechnet. urx.gif Ich finde, da läuft was falsch.

Ich verstehe daher im Endeffekt auch nicht, wieso einerseits der ÖPV in DE so scheiße ist und dem Konsumenten so unattraktiv gemacht wird, andererseits aber an jeder Ecke Umweltfreundlichkeit gepredigt und bei jeder Gelegenheit mit dem Finger auf die bösen Autofahrer gezeigt wird. Das widerspricht sich doch. kratz.gif Die Politik hält wohl fliegende Teppiche für das Modell der Zukunft?! Ich meine, wenn du für 1x 7 km nach Siegen rein und zurück pro Fahrt 3,50 € zahlen musst, ist das natürlich für die gebotene Leistung viel zu teuer und natürlich fahren die Leute dann lieber Auto. In Berlin kannst du für 3,40 € (Einzelfahrt) 2 Stunden lang quer durch die Stadt durch alle 3 Tarifbereiche (A, B, C) fahren und das finde ich schon ziemlich teuer für ÖPNV. (Mir ist klar, dass ich hier wahrscheinlich Regionalzug mit S-Bahn vergleiche, aber dennoch...) Göttingen ist noch schlimmer, da zahle ich im Regionalzug eines privaten Betreibers für den 1. Halt nach dem Hbf (Sprich ins 1. Dorf im Umland) schon 3,80 € (die sind besonders dreist, weil sie in ihren Werbematerialien sinngemäß behaupten, dass sie schon staatlich bezuschusst werden und bei einem kostendeckenden Betrieb die Ticketpreise noch höher sein müssten - da frage ich mich, wie schlecht man bitte wirtschaften kann?). Da komme ich mit dem Auto immer günstiger bei den paar km.

Ich gehöre da wahrscheinlich zu den wenigen Liberalen, die beim Thema ÖPNV ziemlich linke/piratenparteiische Positionen vertreten: Recht auf Mobilität für jeden, ÖPNV als kostenlose (weil staatliche/kommunale, steuerfinanzierte) Dienstleistung, dadurch auch keine Schwarzfahrer mehr, die die Ticketpreise hochtreiben, usw. Oder eben Marktliberalisierung und den VEB Deutsche Bahn endlich komplett privatisieren, um den total verzerrten Markt in einen gesunden Wettbewerb umzuwandeln (so wie sie jetzt ist, also halb staatlich und halb privat, ist sie ja weder Fisch noch Fleisch). Die Liberalisierung des Fernbusmarkts war da schon mal ein guter Schritt, aber nachdem Flixbus nach und nach die meisten Konkurrenten geschluckt hat (Quasimonopol), sollte da jetzt meiner Meinung nach das Kartellamt auch mal ein wachsames Auge drauf werfen. kratz.gif
Schon schwierig alles, und ich sehe selbst, dass man da mit totaler Deregulation und Turbokapitalismus alleine nicht weiterkommt. unsure.gif

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(Geändert am 12. Dezember 2017 um 0:56 Uhr)
Gast (Profil)
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Naja, die Bahn kämpft halt mit ganz anderen Bedingungen. Schienen udn Bahnhöfe baut sie selbst. Also zum größten Teil. Die straße ist schon da, die das Auto nutzt. und einen PArkplatz hat man vielleicht auch schon gratis vor der Tür, aber selbst wenn, ein PKW Stellplatz kostet ja nicht annährend das, was ein Bahnhof verschlingt. Das Streckennetz ist eben auch nicht zu unterschätzen, aktuelles Beispiel, die Ferntrasse Berlin-München hat 10 Milliarden Euro verschlungen und wurde direkt nach der Wiedervereinigung geplant. Das waren locker 25 Jahre Bauzeit.
Dann der Vandalismus. Wenig Menschen machen ihr Auto selbst kaputt, in der Bahn und an Bahnhöfen wird ständig zerkrazt, vermüllt, zerstört, randaliert...
Personal, in deinem auto fährst Du Dich selbst, diese Zeit stellst Du Dir selbst aber als Arbeitszeit nicht in rechnung. Wenn jeder zu seinem Auto einen Chauveur bräuchte, würden sich die Leute das aber ganz schnell überlegen. Dazu kommen die ganzen Servicedienstleistungen, die die Bahn anbietet, Ticketverkäufe, Auskünfte, Bordrestaurants, Schaffner, die Lokführer, die Wartungen an Gleisen und Zügen... das summiert sich halt.
Und dann die ganz normalen Steuern, in vielen Ländern sind die Bahnen von Mehrwertsteuer und Umweltprämien entlastet, nicht so in Deutschland. Wollte man den ÖPNV wirklich fördern, könnte man alle Preise über Nacht um 19% senken. Das scheint aber politisch nicht gewollt zu sein. Man darf die mächtige Autolobby nicht vergessen.

Also ich verstehe warum Bahnfahren teurer ist, aber das heißt nicht, dass ich nicht durchrechne und ein einmal angeschaftes Auto steht nunmal vor der Tür, ich muss mich nicht selbst bezahlen und den Service brauche ich auch nicht immer, also ab ins Auto...
Fernreisen mache ich aber nach wie vor gerne mit der Bahn. Im Voraus nach Tickets suchen, zum Beispiel schnell und übersichtlich über bahn.guru und dann für 20 Euro quer durchs Land reisen auf eine entspannte und bequeme Art. Das kann schon Spaß machen und erst recht sinnvoll mit Kidnern, solange die noch nichts kosten.

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ObsidJan (Profil)
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Ja, aber das ist ja genau das, was ich meine: im Grunde sollte Deutschland und die Politik wenigstens offen zugeben, dass es eine Autofahrernation ist und der Individualverkehr immer Priorität vor dem ÖPV genießt. Die ganzen Umweltkampagnen ("lasst doch euer Auto stehen"), Abgasnormen, Mineralölsteuer und das Gedöns könnte man sich dann ehrlicherweise sparen. Außerdem müsste dann trotzdem der Schienengüterverkehr mit den von dir genannten Maßnahmen gefördert werden, um die Straßen freizukriegen. Im Moment fühle ich mich irgendwie als ÖPV-Reisender und als Autofahrer unnötig gegängelt. Und es sind ja nicht allein die Grünen (in der Opposition), die jeden Autofahrer als ultimativ böse Abgas- und Feinstaubschleuder schief ansehen, sondern auch die aktive Politik macht durch beruhigte Zonen, sinnfreie Geschwindigkeitsbegrenzungen, Fahrverbote etc. oft genug den Eindruck, dass Autofahren unerwünscht ist. Dann aber den ÖPV nicht entsprechend zu fördern, ist entweder schizophren oder scheinheilig.

Was die überteuerten Bahnpreise angeht: was du beschreibst, sind ja im Prinzip alles Fixkosten. Trotzdem kann ich für die gleiche Leistung auf gleicher Strecke eine Vielzahl unterschiedlicher Preise zahlen. Du zahlst 20 € mit Bahncard für deine Fahrt, dein Sitznachbar zahlt vielleicht 40 €, einer ein paar Plätze weiter 60 € und einer in der 1. Kl. 100 €, obwohl alle die gleichen Schienen, Bahnhöfe und Lokführer benutzen und der Schaffner nicht plötzlich eine Lohnklasse aufsteigt, wenn er die 1. Kl. betritt und dort abknipst. kratz.gif Das ist einfach unnötiges Tarifchaos und treibt regelmäßig Blüten, wo dann die 2. Kl. zum Flexpreis teurer ist als die 1. Kl. zum Sparpreis, oder sich der Preis stark verringert, wenn ich zwischen A und B irgendeine extravagante Verbindung raussuche. Wenn ich beispielsweise nach Berlin fahre und dort weiter in den C-Bereich muss, kostet mich zur Zeit ein DB-Ticket bis zum Hbf mit Anschlussfahrt mit der S-Bahn (gehört ebenfalls der DB) im günstigsten Fall 22,40 €, während ein DB-Ticket nur bis zum Hbf 14,90 € und eine anschließende Einzelfahrt in der gleichen S-Bahn nochmal die oben erwähnten 3,40 € am Automaten kostet - zusammen also nur 18,30 €, obwohl ich zusätzlich zu meiner normalen Online-Buchung noch einen Automaten in Anspruch nehme, die Bahn also mehr Kosten hat (Strom, Ticketdruck, Wartung...). facepalm.gif

In Japan beispielsweise ist das Tarifsystem viel einfacher gehalten, obwohl die Bahn dort viel stärker privatisiert ist und eine Vielzahl von Bahnunternehmen am Wettbewerb teilnimmt (JR ist staatlich, und dann gibt es noch mehrere private, die unterschiedliche Strecken bedienen).

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(Geändert am 12. Dezember 2017 um 4:31 Uhr)
KainAutor (Profil) (Website)
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@O.W.
Ja. Bin selbst dieses Jahr von Zug auf Autopendeln umgestiegen, weils meiner Ansicht selbst nach Abzug von Sprit, Verschleiß und Fixkosten nicht teurer als die Bahnfahrt ist. Gut, ich fahre aich einen Toyota-Hybrid mit ca. 4,5l Realverbrauch auf der Pendelstrecke (im Winter witterungsbedingt eher 4,8). Außerdem fahre ich immer einen Umweg um Frankfurt herum, um meine Frau zur Arbeit zu bringen. Aber dadurch dass wir beide zusammen fahren fallen dadurch zwei Fahrkarten + Bahnhofsparkticket weg = ca. 400€/Monat. Selbst mit 5l Verbrauch und massiven Verschleiß wäre ich da bestenfalls genauso teuer.

Aber ich verstehe auch jeden, der sich diesen Schuh nicht anziehen kann oder will und in der Stadt wohnen will oder muss: Ich spare mit dem Auto gegenüber der Bahn 1 h Fahrtzeit am Tag, bin dafür aber die restlichen 2-3 h mit meiner Aufmerksamkeit im Verkehr und kann nicht wie in der Bahn lesen, schreiben oder schlafen. Das Bahnhofsparktticket ist nötig, da die Busverbindungen bei uns auf dem Land sehr dünn sind. (Zug verspätet --> Bus verpasst und umgekehrt. D.h. dann 1 h warten.)
Die gute Ärztesituation bei dir ist, fürchte ich, eine Ausnahme. Zumindest bei uns ist das Gegenteil der Fall. Mein Hausarzt gehört eigentlich schon längst in Rente und die Hausärzte in den anderen Ortsteilen haben Annahmestopp (d.h. sie lehnen dich ab, wenn du nicht aus ihrem Ortsteil kommst und solange es in deinem Ortsteil noch einen praktizierenden Arzt gibt). Fachärzte sucht man bei uns (außer Zahnärzte) vergebens - für die meisten Sachen muss ich nach Frankfurt, wo ich ja zum Glück eh arbeite.
In unserer Gegend einen Job zu finden, bei dem ich (auch nach Abzug der eingesparten Pendelkosten) mein jetziges Gehalt bekomme, wäre sehr schwer. (Ok: Fieser Vergleich, ich arbeite in der Pharmabranche. Die haben eh zu viel Geld.) Solange ich noch ein Haus abzubezahlen habe, sehe ich beruflich wenig nahegelegene Alternativen.

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(Geändert am 12. Dezember 2017 um 7:34 Uhr)
KainAutor (Profil) (Website)
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@ObsidJan
Als ehemaliger, langjähriger, meckernder Bahnpendler stimme ich dir nahezu komplett zu, außer dass ich mir nicht sicher bin, ob ein "linkes Modell" mit komplett staatlich finanziertem ÖPV realisierbar ist (muss ja auch irgendwie bezahlt werden). Eigentlich fehlt es im ÖPV an Wettbewerb und was den angeht, sehe ich ein nicht unerhebliches Problem:
Eine echte Konkurrenz lässt sich im Schienenverkehr (imo) nur zulasten des Kundenkomforts realisieren. Aktuell gibt es z.B. im Rhein-Main-Gebiet den RMV, in dem mehrere verschiedene (eigentlich konkurrierende) Betreiber (DB, Cantus, VIAS, HLB, Vlexx) zusammengefasst sind. Wenn ich als Pendler nun im RMV-Gebiet pendeln will, hole ich mir ein Ticket vom RMV und kann damit die Linien aller Betreiber im bezahlten Tarifgebiet nutzen. Der Erlös aus dem Ticketverkauf wird auf die im Verkehrsbund vertretenen Betreiber aufgeteilt was schwer zulasten des Wettbewerbs geht. Mist!
Wenn ich nun aber den RMV abschaffen würde, müsste ich mir das Ticket immer bei dem Betreiber holen dessen Verbindung ich nutzen will. Gerade bei (Langstrecken-)Pendlern setzt das Fahrprofil sich aber aus unterschiedlichen Betreibern zusammen. Eine Monatskarte ist so kaum realisierbar und auch die Flexibilität ("Ich spring in die HLB, wenn ich die blöde S-Bahn nicht mehr erwische") ist dann nicht mehr gegeben. Ich hätte zwar mehr Wettbewerb, der (hoffentlich) zu mehr Pünktlichkeit und besserem Service führt, muss dafür aber wahrscheinlich tiefer in die Tasche greifen oder verpasse die pünktlichen Züge weil ich am Ticketautomat stehe.

Ich glaube, eine echte Konkurrenz für den ÖPV als marktwirtschaftlicher Lösungsansatz lässt sich nur über das TAAS-Konzept realisieren. Das wird aber leider erst mit voll-autonomen Autos möglich sein, da sich mit menschlichen Fahrern der Preiswettbewerb kaum halten lässt.

Vielleicht bin ich da aber auch etwas zu Subjektiv. Ehrlich gesagt schwärme ich ein bisschen für TAAS, da ich eh nicht gerne Auto fahre und das Bahnpendeln mit der blöden Umsteigerei auch satt habe. 8f337f1c.gif

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(Geändert am 12. Dezember 2017 um 8:08 Uhr)
dns01 (Profil)
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Zum Thema Alexa und co.: Bin selbst in der IT-Branche aber würde mir das Teil nie in die Bude stellen, da ich nicht weiss was da alles mit gelauscht und übertragen wird. Auch wenn ich es harmlos sehen will, habe ich keine Lust , wenn ich mal sage dass ich ein Bier will, mir plötzlich auf allen Medien Bierwerbung um die Ohren fliegt. Und was passiert wenn ich mal einen Tobsuchtsanfall wegen meines Chefs bekomme will ich mir nicht ausmalen ("Es ist gerade eine Karrierechance im 4. Stock freigeworden!")
Wegen dem Wohnraum: ich bin gerade wegen meiner Tochter von der Großstadt Wien auf das Land gezogen, damit sie noch mitbekommt das Kühe nicht in 1/2 Kilopackungen in Zellophan auf die Welt kommen und wie es ist auf einen Baum zu klettern. Von den Eigentums- und Mietpreisen will ich nicht reden. Mir kostet am Land ein 240m2 Haus genausoviel wie ich Miete für 89m2 in Wien (nicht der beste Bezirk!) gezahlt habe. Arbeiten muss ich aber in der Stadt da es meiner Firma nicht möglich ist täglich auf mein hübsches Gesicht zu verzichten (also kein Home Office) und daher pendle ich mit dem Auto. Sind so an die 120 Km pro Tag. ÖNV kannst du abhacken denn die S-Bahn ist sauteuer (12€/Tag) und fährt von 7:00 bis 19:30 im 3/4 Stundentakt und sonst gar nicht. Fahrt dauert mit dem Öffis von mir zur Arbeit im Zentrum 1,5 Stunden, mit dem Auto 45 Minuten. Was ich aber nicht mal im Ansatz verstehe ist, dass die Wiener auch mit dem Auto kommen (müssen). In Wien kostet die die Gesamtnetzkarte 365€/Jahr (das Einzige was die Grünen gut gemacht haben), beinhaltet alle U-Bahnen (fahren im 3 Minutentakt), Busse, Straßenbahnen und die S-Bahn im Stadtbereich. Da gibt es für mich absolut keinen Grund warum man da mit dem eigenen Auto zur Arbeit muss. Als ich noch in Wien gelebt habe, hatte ich ein Kleinmotorrad und habe für größere Einkäufe Carsharing gemacht. Hat auch gut funktioniert.

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the_verTigO (Profil)
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Ich habe spaßeshalber mal ein bisschen rumgerechnet, um Auto und Bahn zu vergleichen, wenn ich meine Freundin besuchen möchte.

Wir wohnen ca. 255 km auseinander.
Ich habe mit dem Auto einen Durchschnittsverbrauch von 6,2l/100km. Das ganze mal 255 durch 100 und dann mal 2, weil ich leider auch wieder nach Hause fahren muss, ergibt bei einem optimistischen Spritpreis von 1,12 €/l (Diesel) pro Besuch 35,41€.
Wenn ich gut durch komme, brauch ich 2,5 Stunden pro Fahrt, mit Pech mal eine Stunde länger.

Mit der Bahn zahle ich für Hin- und Rückfahrt je nach Verbindung zwischen 85,80 € und 113,20 €.
Die Fahrzeit variiert mit Aufenthalten etc. zwischen 4,5 und 9 (!) Stunden. Hinzu kommt, dass ich dazu vorher noch irgendwie die 2,5 km von zu Hause bis zum Bahnhof zurücklegen muss (entweder laufen oder noch mehr zahlen für Bus oder Taxi) und dabei auch noch alles, was ich so mitnehmen will, tragen muss und dass der Ort, in dem meine Freundin wohnt, keinen Bahnhof hat. Ich muss also in den 10 km entfernten Nachbarort fahren und von da auch entweder Taxi oder Bus nehmen. Kostet noch mehr Zeit und Geld.
Zudem bin ich mit Bus/Bahn an feste Zeiten gebunden.
Früher buchen für evtl. günstigere Ticketpreise geht auch nicht, weil ich ja oft erst eine Woche vorher weiß, ob und wann ich fahre.
Ich erkenne also nicht einen einzigen Punkt, in dem die Bahn besser wäre, als das Auto.

Nun stelle man sich vor, meine Schwester möchte auch mal mitkommen (kam schon vor). Im ÖPV müssen wir dann beide so viel zahlen, während sich der Preis pro Nase im Auto halbiert.

__________________

Nun ist das hier eine eher spezielle Situation. Wie wäre das denn bei meinem täglichen Weg zur Arbeit?

Arbeitsweg: 33 km

Auto:
Kostet mich hin und zurück 4,58€.
Über die A23 bin ich in guten 20 Minuten da.

Bahn:
Zunächst wieder die 2,5 km zum Bahnhof kommen.
Da es keine Direktverbindung gibt, erst am Ziel vorbei bis zur nächsten größeren Stadt fahren. Dann mit dem Bus weiter (bzw. wieder zurück), weil der Ort, in dem ich arbeite, auch keinen Bahnhof hat.
Reine Fahr- und Wartezeit etwa 2 Stunden.
Dann noch ca. 1 km von der Bushaltestelle zur Arbeit laufen.
Eine Fahrt kostet mich 14,50 €, macht also 29€ am Tag. (Kosten für ne Monatskarte weiß ich jetzt nicht. Das wäre dann wohl etwas billiger.)
Und ich wäre natürlich wieder an feste Zeiten gebunden. (Einmal pro Stunde...)

Ich denke, ich muss nicht begründen, warum ich auch in diesem Fall lieber mit dem Auto fahre.

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Geschrieben am
(Geändert am 12. Dezember 2017 um 15:14 Uhr)
Gast (Gast)
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Ich bin in die nähe meiner Arbeit gezogen. 2998m
13 min mit dem Fahrrad. Das Auto wird einmal pro Woche zum Einkaufen genutzt.

Miete vorher und jetzt kann man nicht vergleichen, weil ich jetzt auch eine größere Wohnung habe.

Nachteil ich habe kein Fitnessstudio um die Ecke. O.o Erst in 3,5 km Vorher war es 0,5 km war aber eher Zufall war.

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Geschrieben am
KainAutor (Profil) (Website)
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@the_verTigO
Genau die gleiche Rechnung hat meine Frau und mich auch zum Autofahren veranlasst. Stein des Anstoßes war, dass das neue Auto so schön sparsam ist. adorableplz.gif

Hab vorhin im Zuge (höhö) dieses Themas mal interessehalber die Verbindung von unserem Lokalbahnhof nach Hamburg gecheckt, da wir da übers WE hinwollen. (Entferung: rund 600km.) Ergebnis: Da die Strecke vorwiegend aus Autobahn besteht, brauche ich hin- und zurück ca. 2-3 Tankladungen = macht ca. 150 € (+/- 20€, je nach Witterung, Verkehrslage und Spritpreis.) Fahrtzeit 5-6 h (ohne Stau).

Modell Bahn: Fahrtzeit 4-4,5 h Stunden (juchu) mit 1-2 Umstiegen (och nö!). Fahrtpreis Hin- und Zurück für 2 Personen: 240 €. Sparpreis.
lol.gif

Ok. Mein Kollege hat via Schnäppchen-App noch ne Verbindung für 130 € gefunden. Allerdings mit Zügen, die mitten in der Nacht fahren. awesome.png

Da wir auch gar nicht nach Hamburg, sondern zu Verwandten ins alte Land wollen und dort dann auch im Bahnfall noch ne Mitfahrgelegenheit bräuchten, ist das eh nur ein hypothetisches Szenario. Aber ich frag mich schon ein bisschen, warum in drei Teufels Namen ich bei diesen Preisen mit der Bahn fahren sollte. huh.gif
Für ne weitere Strecke im Urlaub hätte ich mal Bock drauf (so mit chillen, statt auf den Verkehr schauen müssen), aber da sollte ich dann wohl lieber alle denkbaren Sparregister ziehen, um von DB nen vernünftigen Preis zu bekommen.

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(Geändert am 12. Dezember 2017 um 14:07 Uhr)
Sajoma (Profil)
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Ich beglückwünsche mich bei dieser Diskussion irgendwie zu meinem Semesterticket. Lalala.

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O.W. (Profil)
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@ ObsidJan:
Ja, es klingt teuer. Das kann man einfach so festhalten. Der Trick hier ist die Gegenrechnung. Eine so weite Pendlerstrecke, wie ich im längsten Fall hatte ist nicht rentabel, denn die 360€/Monat kamen nur dadurch wieder raus, dass ich mitefrei wohnen konnte.

Wenn ich es mir jetzt aber ansehe mit 200€/Monat, dann wird es lukrativer.
Im Urlaub muss man nicht pendeln. Da ich als Lehrer arbeite sind das im Prinzip 3 Monate, in denen ich nicht in der Schule sein muss (2 Wochen Ostern, 6 Wochen Sommer, 2 Wochen Herbst und 2 Wochen Weihnachten). Damit sind es im Jahr nur 1800€.
Wie schon erwähnt kann ich das steuerlich geltend machen mit 0,30€/km für die einfache Strecke. Das sind immerhin für mich im Jahr über 2600€, die ich nicht versteuern muss. Bei einem Steuersatz von rund 20% also eine weitere Ersparniss von über 400€. Bleiben 1400€.
Rechnet man dann noch ein, dass ich einige Einkäufe direkt auf der Pendelstrecke erledigen kann und mir damit Extrafahrten von mehreren Kilometer pro Woche spare sind es noch etwa 100€ pro Monat, die übrig bleiben.

Und 100€ pro Monat ist bei einer Wohnung mit 100 Quadratmetern 1€/m². Rechnet man die Stellplatzkosten für einen eigenen Stellplatz noch ein lohnt pendeln noch mehr, denn die können in Großstädten katastrophal sein.


Und ja, mit dem Bus oder Zug pendeln wäre sexy, aber eine Zeit von run 50min mit dem Auto geht in Ordnung, 3h mit dem ÖPNV wären - abgesehen vom Preis - irgendwie unangenehm. Und ja, einfache Strecke.

@Sajoma
Zum Thema Semsterticket sage ich so viel: Wenn der ÖPNV gut ist, dann ist das gut und schön. Ich bin aus verschiedenen Gründen fast immer mit dem Auto zur Uni gefahren. Und Eitelkeit war keiner der Gründe, sondern vor allem schlechte Verbindungen und zu langsamer Wechsel zwischen verschiedenen Campi.
Dass scheinbar die Verkehrsbetriebe Scheiße am Schuh hatten, wenn ich in einem ihrer Busse saß, half nicht. Irgendwann musste ich tatsächlich in einem Semester, wo Bus an einem Tag mal günstig war, bei einem Dozenten dreimal sagen, dass ich zu spät war, weil der Bus einen Unfall gehabt hatte. Einmal ist dabei ein Gelenkbus gebochen, weil der Fahrer wohl nicht wusste was Schnee und Berge bedeuten ...

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Geschrieben am
Kitschautorin (Profil) (Website)
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Sajoma:
Meins (Uni Osnabrück) war auch klasse, allerdings darf ich es, Bachelor sei Dank, nur noch bis zum 31.03. benutzen. Da ich möglicherweise bald eine Arbeit aufnehme, die (je nachdem, wo man mich letztlich einsetzt) ca. 60 Kilometer entfernt ist, überlege ich, wie ich dann weitermache. Etwas über ne Stunde Auto fahren oder wie bisher (je nachdem, wo in diese Stadt man wollte) anderthalb Stunden mit Öffis? Und was ist wohl günstiger? Muss mich bald über die Preise informieren.

In welcher Stadt studierst du?

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Geschrieben am
Sajoma (Profil)
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@Kitschautorin: Oldenburg. Moin. ^^ Ich hab noch ne ganze Weile Studiums vor mir, insofern bin ich aus der Diskussion noch ne Weile raus. Nur in Groningen werde ich mich auf Fahrrad verlegen müssen, denke ich...

@O.W.: Davon gehe ich aus. Der ÖPNV ist nicht perfekt, aber man kann damit gut was anfangen. Schon die Tatsache, dass man quasi ein ganzes Bundesland (mit Ausnahme) befahren kann, ist ziemlich attraktiv.

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Geschrieben am
ObsidJan (Profil)
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Ich hab auch ein Semesterticket (welches zum Glück im ganzen Bundesland, sprich auf ~ 95% der Strecken dort, gültig ist), aber das hält mich nicht von solchen Diskussionen und gelegentlichen inneren Rants gegen den ÖPNV und insbesondere die DB und ihr bescheuertes Tarifsystem ab. hm.gif
Die erwähnten 14,90 € für die Fahrt von meinem Studienort zu Freunden und Verwandten nach Berlin (je nach Verbindung 2,5 - 3 h), die so zustande kommen (Semesterticket bis zur Bundeslandesgrenze, dann Sparpreis 19 mit Bahncard bis nach Berlin) sind eigentlich auch verhältnismäßig günstig. Aber gerade deswegen seh ich es nicht ein, für die gleiche Leistung auf gleicher Strecke - willkürlich festgelegt - 22,40 € (Sparpreis 29 minus 25%) oder sogar ein Vielfaches davon zu zahlen, was mir die Bahn notorisch anzudrehen versucht. dry.gif

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Kitschautorin (Profil) (Website)
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Sajoma: Kannst du denn bis Groningen fahren?
Ich glaube, bei mir ist mittlerweile irgendeine Strecke in die Niederlande drin... aber ich weiß das nicht so genau. Bin grad zu faul, nachzusehen. biggrin.gif

Ansonsten... ich kann Niedersachsen quasi komplett befahren, komme bis in die hinterletzten niedersächsischen Dörfer (was mir nichts nützt), aber wenn ich mal nach NRW reinwill, muss ich mir sehr schnell n Ticket lösen. Das ist echt beschissen, Osnabrück liegt nämlich an der Grenze zu NRW.

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Geschrieben am
Sajoma (Profil)
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@Kitschautorin: Noch nicht, haben sie aber vor. Ich muss studienbedingt mal nach Groningen, bis dahin haben sie das hoffentlich durchgesetzt...

@ObsidJan: Völlig berechtigt, sich darüber aufzuregen. Aber ich freue mich trotzdem darüber, das Problem wenig am eigenen Leib zu spüren.

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Geschrieben am
Kitschautorin (Profil) (Website)
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Dann drück ich dir mal die Daumen^^

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Geschrieben am
Sajoma (Profil)
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Danke dafür. Kann ich immer gut gebrauchen. ^^

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Geschrieben am
Zielfinder (Profil)
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Nun,
Ich denke Bus und Bahn ist dann interessant wenn sich die Reisezeit nicht wirklich verlängert und/oder sich damit auch Parkplatzprobleme erledigen.
EIn ganz anderes Problem bezgl. ÖPNV wurde hier aber noch gar nicht angesprochen:
Die Fülle der Züge.
Ich selber wohne in Lüneburg und meine Frau ist arbeitsbedingt nach Hamburg gependelt.
Leider Gottes eben dann wenn alle anderen auch müssen :-(
Die Strecke selber legt der Metronom in 30 Minuten zurück bei zwei Zwischenstationen. Eigentlich nett, aber leider muss man schon in Lüneburg mit Anlauf in den Zug um überhaupt reinzukommen und spätestens am nächsten Stop ist vorbei.
Diese Züge werden schon "liebevoll' Sardinenzüge genannt weil man so eng aufeinander hockt.
Nächste Problem ist dann auch oft andere Fahrgäste die einen belästigen. Laute Musik ausm Kopfhörer, Gerüche, UNterhaltungen, etc. können ganz schön nervig sein.
Einmal stieg ein Obdachloser zu, wie der gerochen hat brauch ich wohl nicht zu erwähnen.
Bei mir lohnt sich der Weg mit der Bahn auch nicht zur Arbeit.
Ich arbeite im Osten von Hamburg und leider ist es in Hamburg so, das man erstmal iwie über die Elbe kommen muss und das geht bahntechnisch wirklich nur in Hamburg an den Elbbrücken..
Rein rechnerisch würde sich die Fahrzeit um gut 75-90 Minuten erhöhen, pro Richtung. Der Bus an der Firma fährt auch nur alle Stunde.
Solange sich da nicht etwas verbessert, sehe ich wenig Alternativen gegenüber dem Auto :-(

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Geschrieben am
Sajoma (Profil)
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Hab auch ne Weile in Hamburg gewohnt und fand es seit meinem Umzug ins westliche Niedersachsen süß, dass mein Freund von seiner Wohnung in Zentralhamburg bis zur Arbeit in Harburg nicht wesentlich kürzer brauchte, als wenn er morgens von mir aus mit der Bahn losfuhr (so da nichts ausfiel). Das sind wirklich nur so... zehn Minuten Differenz, wenn ich's richtig in Erinnerung habe.

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Geschrieben am


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