Klopfers Blog

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Ich hab letztens auf dwdl.de das Interview mit dem Sat.1-Chef Roger Schawinski gelesen. Dort wurde auch die Frage gestellt, wann sich Lisa Plenske aus "Verliebt in Berlin" denn nun endlich in den schönen Schwan verwandelt. Die Antwort lautete, dass man den Zuschauern doch nicht die Spannung verderben wollte. Ich stell mal klar, dass ich die Serie nicht gucke, aber: Die haben von Anfang an damit geworben, dass das eine "Hässliches Entlein wird schöner Schwan"-Geschichte wird, und nach gefühlten 400 Folgen sieht sie immer noch aus wie ein Eimer Scheiße. Wo bleibt da der Storyfortschritt?
Übrigens wollte Sat.1 die Serie ursprünglich "Alles nur aus Liebe" nennen, zog den Titel jedoch wieder zurück, weil die Abkürzung "AnaL" sich in Werbetexten und auf T-Shirts nicht so toll gemacht hätte.

Mit dem Bewerbungs-Aufruf für das Webmate des Monats auf Klopfers Web hab ich ja anscheinend eine ganz schöne Welle gemacht. Bisher gab's keine Bewerbung, aber mehrere Leute schrieben mich an, dass ich doch den Aufruf auf erwachsene Mädchen begrenzen solle oder einen Ausweisscan verlangen sollte, um sicherzustellen, dass die Mädchen auch über 16 sind. Ich find diese Sorge sehr rührend, allerdings: so wie ich mir das Ergebnis vorstelle, kann mich gar kein Gesetz belangen.
Wobei ich natürlich die Gesetzeslage selbst nicht gut heiße. Ich darf zum Beispiel keine Bilder von Jugendlichen (also von 14 bis 17) in unnatürlich geschlechtsbetonten Posen veröffentlichen, selbst wenn sie bekleidet sind. Solche Bilder zu besitzen, ist aber legal. Ich darf die Jugendlichen auch vögeln. Aber Bilder davon veröffentlichen, selbst wenn sie einverstanden sind: Verboten.
Oder nehmen wir Pornographie. Warum dürfen Kinder und Jugendliche keine Geschlechtsteile sehen? Auch hier gilt: Ab 14 können Jugendliche vögeln wie die Bürstenbinder - aber ihnen Fotos von anderen vögelnden Pärchen zu zeigen, ist verboten. Dabei ist Sex eine völlig natürliche Sache, ohne die sie nicht auf der Welt wären. Die angebliche Jugendgefährdung kann ich beim besten Willen nicht erkennen. Und bevor jetzt jemand von "Ausbeutung von Frauen" anfängt: die Frauen arbeiten freiwillig in der Branche, werden besser bezahlt als die Männer, und beide Geschlechter werden zumeist gleich doof dargestellt.
Hier sind Moralvorstellungen in Gesetze gegossen worden. Dabei ändern sich moralische Werte so schnell, dass derartige Gesetze in Windeseile von der Realität überholt werden. Kinder und Jugendliche kommen heute dank dem Internet leicht an Pornographie ran. Und zwar meistens nicht, weil sie drüber stolpern, sondern weil sie aktiv danach suchen. Im Fernsehen laufen nachts umgeschnittene Pornos, bei denen der einzige Unterschied zu den Videoversionen der ist, dass die Großaufnahmen auf die Geschlechtsteile entfernt wurden; und dank Videorekordern ist nicht einmal die Sendezeit mehr ein Hinderungsgrund für die Kids, sich das anzuschauen.
Die Neugier auf alles Geschlechtliche ist ganz natürlich, sobald man in die Geschlechtsreife kommt, schließlich ist sie der Antrieb unserer Vermehrung. Und die Natur kümmert sich einen Dreck um künstlich festgelegte Altersgrenzen von 18, 20 oder 21 Jahren.
Und vielleicht würde ein bisschen mehr Offenheit in Sachen Sexualität auch dafür sorgen, dass weniger Mädchen ihr ahnungsloses Herumprobieren noch vor dem 15. Geburtstag mit einer Schwangerschaft krönen.

Wo ich grad bei der Gesetzgebung war: Habt ihr euch die Rede von unserem Bundespräsidenten zu Weihnachten und die unserer Kanzlerin zu Neujahr angehört? Ich hab ehrlich gesagt nur Ausschnitte ertragen. Die beiden klangen wie Papa und Mama, die ihrem vierjährigen Kind abends ein Märchen erzählen. Ich erwarte von den Regierenden, dass sie uns wie Erwachsene behandeln (Jüngere tun sich den Kram ja eh nicht an). Und ein Hinweis an Frau Merkel: Politik der kleinen Schritte ist ja gut und schön - aber denken Sie echt, dass eine Mehrwertsteuererhöhung von 3 Prozent ein kleiner Schritt ist? Und wär nicht ein großer Schritt (wie etwa ein komplett neues, unkomplizierteres Steuerrecht) manchmal besser als dieses Flickwerk?
(Apropos: Erinnert sich noch jemand daran, wie über die Hartz-Reformen im Bundestag abgestimmt werden sollte? Die CDU/CSU-Fraktion verweigerte ihre Zustimmung nicht etwa, weil sie dagegen gewesen wären, sondern weil ihnen die Pläne nicht weit genug gingen. Doppelzüngigkeit kotzt mich an.)

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Spring forward, fall back XVI

Veröffentlicht am 24. März 2018 um 5:46 Uhr in der Kategorie "Meine Sicht der Welt"
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