Klopfers Blog

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Wer das hier lesen kann, dem möchte ich herzlich gratulieren: So oft wie Myblog in den letzten Tagen nicht erreichbar war, darf man sich als Leser zu einer äußerst kleinen und auserwählten Gruppe zählen. Leider kann ich nicht sagen, auf welchem Platz der Rangliste ich nun stehe, die Liste ging als erstes hopps, als myblog nach und nach die Hufe hochriss. (Anmerkung vom Dezember 2008: Natürlich hat man auf Klopfers Web selbst keine Probleme zu befürchten, was das Lesen des Eintrags angeht.)

Fernsehen ist toll, insbesondere Ratgebersendungen. Auf dem Kanal FAB (Fernsehen aus Berlin) wurde vorhin ein Servicebeitrag rund ums richtige Beten gezeigt, weil es so viele Arten zu beten gibt und das ja bei so einigen Religionen ein wichtiger Teil ist und offenbar viele Probleme dabei auftreten. Im Beitrag führte ein Pfaffe ein paar Jugendliche durch eine Kirche und beantwortete Fragen. Die erste Frage war: "Muss man knien, um zu beten?" Die Antwort war: "Man KANN beten, wenn man mag. Hier seht ihr die Kniebank, ihr dürft gerne mal ausprobieren, wie man schon seit vielen hundert Jahren betet." Ich weiß nicht, ob der Geistliche sich vorgestellt hat, dass die Kinder jetzt anfangen zu jubeln, weil es schon immer zu ihren innersten Wünschen zählte, auf den Knien zu beten, sie das mangels Kniebank aber nie ausleben konnten.
Die nächste Frage war: "Muss man die Hände beim Beten auf eine bestimmte Art halten?" "Manche verhakeln die Hände ineinander, andere legen die Handflächen aneinander, so dass sie wie Türme zum Himmel zeigen. Die Handhaltung soll sagen, dass man sich jetzt nur auf Gott konzentriert und alles andere vergisst." Und wenn man die Hände einfach runterhängen lässt, kann Gott nicht erkennen, dass man betet, und schickt dich in die Hölle, vermute ich.
Die dritte und letzte Frage haben wir uns alle natürlich schon einmal gestellt: "Darf ich für alles beten, was ich will?", worauf der Pfarrer erwiderte: "Ich habe einmal gehört, das Beten ist kein Wünschen, sondern ein Hören. Man wartet auf ein Signal von Gott." Das soll wohl heißen, dass man sich schenken kann, den lieben Gott um einen Lottogewinn oder die Heilung eines todkranken Kindes zu bitten.

Die bayerische Landesregierung hat im Bundesrat das lang erwartete Gesetz gegen Verbreitung und Erwerb von "Killerspielen" eingebracht. Angeblich soll das Gesetz die aktuellen Forschungsergebnisse berücksichtigen, wonach erwiesen sei, dass Computerspiele Kinder verrohen und zur Nachahmung animieren würden. Mich verrohen solche hanebüchenen Gesetzentwürfe allerdings viel mehr, ich könnte Stoiber, Beckstein und Kumpanen grad mal wieder in der Luft zerfetzen, mich in ihren blutigen Eingeweiden wälzen, darauf pinkeln, alles verbrennen und Fotos davon an die "Bäckerblume" schicken. Über den Gesetzentwurf soll am 16. Februar beraten werden.

Bundesinnenminister Schäuble hat bekräftigt, dass es bei der geplanten geheimen Online-Überwachung von PCs keine Schranken geben dürfe - selbst privateste Inhalte auf der Festplatte dürften nicht tabu sein, denn Terroristen seien ja so gerissen, dass sie Terrorpläne sonst in Tagebucheinträgen verstecken würden. Ich bin kein Terrorist, aber meine erste Idee wäre, meine Terrorpläne zu verschlüsseln, anstatt sie in einen Text á la "Heute habe ich Steffi Newyork beim WTC-Rudelbumsen getroffen" umzuschreiben. Passend dazu meldet der Verfassungsschutz, dass die Wirtschaftsspionage in Deutschland von Seiten Chinas immer mehr zunimmt. Bald haben's die Chinesen noch einfacher - die müssen dann einfach nur die dann installierten Bundestrojaner für ihre Zwecke benutzen.

Anscheinend hat man sich geeinigt, dass man jetzt doch langsam dran denkt, wie man überlegen könnte, in welcher Form es möglich wäre, einen Ausstieg aus der Steinkohleförderung in Deutschland in Betracht zu ziehen, idealerweise 2018 oder so, weil dann die ganzen Kohlekumpels alle auf dem besten Weg zum Ruhestand sind. Wichtig war den Politikern und Gewerkschaften angeblich die Sozialverträglichkeit, weswegen sie sich dagegen gewehrt haben, schon früher den Hahn für die Subventionen zuzudrehen. Ich will ja nicht meckern, aber es sind nicht ganz 37000 Leute im Steinkohlebergbau beschäftigt, und jährlich gibt der Staat über 1,5 Milliarden Euro aus, um den Bergbau zu unterstützen. Von dem Geld könnte man die Leute ganzjährig in einem Hotel auf Mallorca bei Vollpension wohnen lassen.

In den USA haben Mitarbeiter des bekannten konservativen Senders FOX in Milwaukee nun auch den Nintendo DS als ideales Kinderschänderwerkzeug entdeckt. Wenn sich mehrere Nintendo DS in Reichweite voneinander befinden, kann man mittels der standardmäßig vorhandenen Software "Pictochat" kommunizieren. Dabei erscheint das, was man auf dem eigenen Touchscreen malt, auf dem DS des anderen. Wenig überraschend: man kann so natürlich auch Ferkeleien schreiben. Und wie wir alle wissen, müssen Kinder nur die Frage "Ficken?" lesen, um sofort freudig zu Fremden zu laufen und sich von ihnen flachlegen zu lassen. Im Endeffekt läuft's also mal wieder darauf hinaus, dass man seinen Kindern beibringen soll, Fremden nicht zu vertrauen. Wenn man Eltern aber für jede Gelegenheit einzeln daran erinnern muss, sollten die überhaupt keine Kinder haben.

Kleiner sinnloser Fakt: Charlie Chaplin nahm einmal inkognito an einem "Charlie-Chaplin-Lookalike-Contest" in San Francisco teil. Er kam nicht einmal ins Finale.

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Veröffentlicht am 12. Juni 2007 um 11:19 Uhr in der Kategorie "Meine Sicht der Welt"
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Text veröffentlicht im November 2017
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