Klopfers Blog

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Laut einer Umfrage erhalten 60 Prozent der deutschen Internetnutzer zwischen 10 bis 100 Spammails pro Woche. Zwei Drittel bekommen laut derselben Umfrage keine Viren oder Trojaner. Diese glücklichen Bastarde. Ich bekomme täglich über 1000 Mails, fast alles Spam. Es sind IMMER auch Trojaner dabei. Ich bekomme inzwischen auch Spam aus der fernen Zukunft: Die fortgeschrittenste Mail in meinem Junk-Ordner ist vom 8. April 2105.

Nach der Veröffentlichung des UN-Klimaberichts haben Medien und Politik plötzlich mitbekommen, dass es einen Klimawandel gibt. Eigentlich sagt der Bericht nichts anderes als die Berichte davor, aber dennoch hat jeder Fernsehsender mindestens eine Doku zum Thema ins Programm gestopft, jede Zeitung seitenweise Prognosen, Zukunftsvisionen und Tipps zum Energiesparen gegeben und nahezu jeder deutsche Autokonzern bekanntgegeben, dass sie zwar ihr CO2-Reduktionsversprechen zwar nicht halten konnten, sie aber trotzdem dufte sind, weil die Motoren so schön viel Kraft haben und schlucken können wie eine Bahnhofsnutte. Und die Politiker sind ganz zerrissen zwischen ihrem neu entdeckten Umweltbewusstsein und den dicken Schecks der deutschen Industrie, die sie bisher davon abhielten, sonderlich harte Umweltrichtlinien in Gesetze zu fassen.
In den USA hat ein republikanischer Abgeordneter indes eine ganz andere Ursache als den Menschen im Verdacht. Dana Rohrabacher findet es ebenso plausibel, dass die globale Erwärmung auf Dinosaurierflatulenzen (für Vulgäre: Fürze) zurückzuführen sei. Das ist das Schöne an der Meinungsfreiheit: Der Knabe darf das ruhig denken. Aber ich darf dann auch denken, dass manche Leute nur deswegen aufrecht gehen können, weil sie nur Helium in der Birne haben.

Die Webseite der Rheinischen Post hat einen Artikel mit Empfehlungen, wo Karnevalsmuffel sich vor dem Fasching verstecken können. Der folgende Satz fiel mir recht deutlich ins Auge: "Nicht alle lieben den Karneval: Zu laut, zu bunt, zu lustig geht es nach ihrem Geschmack an den närrischen Tagen zu." Hierbei möchte ich etwas klarstellen: "zu laut" ist eindeutig richtig, "zu bunt" ist Geschmackssache, aber es ist nicht das Problem, dass Karneval "zu lustig" wäre. Eher im Gegenteil. Die Witze auf Prunksitzungen sind so alt und so schlecht, dass sie unter einem Blutalkoholwert von 6 Promille eigentlich nicht zu ertragen sind (deswegen muss ja immer ein Tusch gespielt werden, damit man weiß, wann man lachen soll), die Musik wird in Guantanamo für die Folter von Terroristen benutzt, und kleine Mädchen in Kostümen irgendwo zwischen Partyhure und Görings Ausgehuniform sollten eigentlich keine Form legaler Unterhaltung sein. Der WDR überträgt ja auch immer die Prunksitzungen des Kölner Karnevals, aber eigentlich könnten sie die alten Bänder senden, weil den Unterschied eh keiner merkt.

Das Anal Kommando gibt's auch in Echt. Nur leider nicht weiblich. In einer russischen Armeeeinheit nahe St. Petersburg sollen Offiziere die untergebenen Soldaten zur Prostitution gezwungen haben. Die Armeeangehörigen hielten ihren Hintern auch für Generäle hin und mussten das so verdiente Geld umgehend wieder abgeben. Wenn jemand seinen Arsch nicht für's Vaterland hergeben wollte, wurden ihm Schläge angedroht. Da sieht man mal, wie modern Russland heute ist - in anderen Armeen ist schon die Duldung von Homosexuellen ein schwieriges Thema, in manchen russischen Truppenteilen ist Homosexualität anscheinend ein dickes Plus.

In Südamerika sollen Raubkopien von Windows Vista für umgerechnet 5,50 Euro erhältlich sein, trotz Kopierschutzmaßnahmen. Mein erster Gedanke war allerdings: "Das ist totaler Wucher, in China kriegt man's für die Hälfte!"

Langsam glaub ich, Anna Nicole Smith ist an Erschöpfung gestorben: Neben Anwalt Howard Stern und Fotojournalist Larry Birkhead will auch Frédéric Prinz von Anhalt (der Badewannenpisser aus "Die Burg") der drallen Blondine beigewohnt haben und Vater ihres Kindes (und zufällig Erbe ihres riesigen Vermögens) sein. Damit nicht genug: Ex-Bodyguard Alexander Denk hat ebenfalls angegeben, möglicher Zeugungstäter zu sein. Und außerdem sind Fotos aufgetaucht, auf denen sie dem Einwanderungsminister der Bahamas Shane Gibson tieeef in die Augen schaut. Dass eventuell eingefrorenes Sperma ihres verstorbenen stinkreichen Ehemanns J. Howard Marshall für ihre Umstände verantwortlich sein könnte, wurde allerdings als Ente entlarvt. Das war allerdings sowieso unglaubwürdig - wie sollte sie das Zeug auch reinkriegen, wenn dauernd ein Pimmel im Weg war?

Killerspiele sollen jetzt auch ohne Umweg über die BPjM auf den Index kommen - die zeitaufwändige Prüfung soll nach dem Willen der Familienministerin von der Leyen entfallen. Das kann tatsächlich Schule machen: mutmaßliche Verbrecher kommen ohne zeitaufwändige Ermittlungen und Gerichtsverhandlungen in den Knast, mutmaßliche Wahlgewinner kommen ohne Stimmauszählung in ihr hochbezahltes Amt - und wer gegen eine derartige Aushebelung demokratischer Kontrollmechanismen ist, der darf sofort als nachgewiesener Volksfeind verhaftet werden.

Kleiner sinnloser Fakt: Mindestens 11 Orte behaupteten, im Besitz der Vorhaut von Jesus Christus zu sein. Laut der Ehefrau des Königs Heinrich V. von England sollte der "süße Duft" der Vorhaut eine gute Geburt garantieren. Der griechische Gelehrte Leo Allatius hingegen vermutete, dass die Vorhaut mit Jesus in den Himmel fuhr und die Saturnringe bildete. Der katholische Gedenktag für die Heilige Vorhaut ist der 1. Januar.

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Was haben wir letzte Woche gelernt? - Teil 52 (Kalenderwoche 34)

Veröffentlicht am 31. August 2014 um 1:40 Uhr in der Kategorie "Meine Sicht der Welt"
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