Klopfers Blog

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Manchmal ist es schlimm, Atheist zu sein. Ich hab jetzt nämlich niemanden, zu dem ich beten kann, dass das Display meines Laptops nicht den Geist aufgibt. Seit einer Reinigung hat das Teil rechts eine merkwürdige Spur, als wenn dort etwas unter das Glas gekommen wäre. Dabei war das Reinigungsmittel extra für Laptopmonitore gedacht. *seufz*

Typen, die gerne ihre Frauen schlagen, sollten zum Islam wechseln, falls sie es noch nicht gemacht haben. Dort gehört das nämlich zum guten Ton. Zumindest glaubt das eine Richterin am Amtsgericht Frankfurt/Main, die über einen Antrag auf vorzeitige Scheidung (ohne Trennungsjahr) einer Ehe zwischen zwei Marokkanern zu entscheiden hatte. Der Mann hatte seine Frau wiederholt geschlagen (was sogar die Polizeit feststellte, als sie in der Wohnung einen Streit schlichten musste) und gedroht, sie zu ermorden. Die Richterin indes wies den Antrag ab. Begründung: Im Koran sei die Züchtigung der Frau festgeschriebenes Recht und begründe damit keinen Härtefall. Wie gut, dass die Richterin nicht über Ehrenmorde entscheidet, da würden die Täter womöglich noch einen Blumenstrauß und 100 Euro Trefferprämie zugesprochen bekommen. Inzwischen wurde der Richterin der Fall wegen Befangenheit entzogen.

Aber auch auf der anderen Seite des Gerichtssaals gibt es genug Vollidioten. So sieht sich die Anwältin Sylvia Stolz jetzt einer Anklage wegen Volksverhetzung gegenüber, ebenso droht ihr ein Berufsverbot. Frau Stolz verteidigte 2005 und 2006 den Holocaust-Leugner Ernst Zündel und vollbrachte dabei die Geistesleistung, eine Beschwerde an das Gericht mit "Heil Hitler" zu unterschreiben. Die Frau wurde wegen nationalsozialistischer Äußerungen schließlich vom Prozess ausgeschlossen. Als sie trotzdem erschien, musste sie aus dem Gerichtssaal getragen werden.

Britney Spears hat Angst davor, pleite zu gehen. Nachdem sie in den letzten zwei Jahren 21 Millionen Dollar, also zwei Drittel ihres Vermögens verpulvert hat, macht ihr der Gedanke an einen drohenden Bankrott ihren Entzug zur Qual - am liebsten würde sie sich die Situation wohl schönsaufen. Nun bin ich etwas erstaunt - zum einen darüber, dass man sich bei immerhin noch 11 Millionen Dollar Vermögen wirklich so sehr in die Hose machen kann. Andere Menschen könnten sich damit zur Ruhe setzen. Zum anderen wundert mich, dass sie bei über 80 Millionen verkaufter Alben, 55 Millionen verkaufter Singles, riesiger Tour- und Merchandiseeinnahmen und unzähliger Werbeverträge nicht mehr als 32 Millionen Dollar auf der Kante hatte. Immerhin: jetzt spart sie ja schon am Shampoo.

Vielleicht will Britney ja ein Haus in Detroit kaufen. Der wirtschaftliche Niedergang der amerikanischen Automobilindustrie sorgt für so viele leerstehende Häuser in der Stadt, dass diese bereits billiger als ein Auto zu kriegen sind. Am letzten Sonntag wurden mindestens 16 Häuser für 30000 Dollar oder weniger verkauft, ein Haus mit vier Schlafzimmern bekam man für schlappe 7000 Dollar.

Wir gucken ja immer mit ein wenig Schadenfreude und überlegenem Unverständnis auf die Meldungen aus den USA, wo gewisse Bücher aus hanebüchenen Gründen aus den Bibliotheken verschwinden. Doch warum in die Ferne schweifen? Am Chemnitzer Kepler-Gymnasium wurde nun Harry Potter vom Lehrplan der 5. Klasse genommen, weil sich zwei Elternpaare über das Buch beschwert haben, da es sie in ihren christlichen Gefühlen verletzen würde. Insbesondere der breite Raum, den die Magie im Werk einnimmt, stört die Erziehungsberechtigten. Offenbar können sie mit einer Jungfrauengeburt, einer Vervielfachung von Fisch und Brot und auferstehenden Toten umgehen, aber nicht mit Geschichten über Kinder, die auf Besen herumfliegen. Versteht ihr jetzt, warum wir in der DDR versucht haben, die Religionen zu unterdrücken? Wenn man das unterlässt, kommt sowas raus wie in Karl-Marx-Stadt Chemnitz. Ich freu mich jedenfalls schon auf die Beschwerden, wenn in der Klasse Lessings "Nathan der Weise" mit der Ringparabel rankommt.

Tom und Bill Kaulitz haben Briefe vom örtlichen Kreiswehrersatzamt bekommen: sie sollen Angaben zur Vorbereitung ihrer Musterung machen. Bill Kaulitz, der kürzlich von der FHM als "Frontfrau von Tokio Hotel" auf Platz 7 der "Unsexiest Women 2006" gewählt wurde, und sein Bruder haben den Fragebogen allerdings nicht ausgefüllt, obwohl sie rechtlich dazu verpflichtet sind. Mich können sie allerdings nicht beeindrucken - selbst wenn sie in den Knast gehen würden, könnte ich sie nicht als Rebellen anerkennen.

Mal wieder gibt es Schimpfe von der UN für das deutsche dreigliedrige Schulsystem, welches von vornherein Schüler benachteiligt und somit zu Unterschichtenproblematik beiträgt. Die Kultusminister Deutschlands allerdings fordern eine "Korrektur" des Berichts, der noch nicht veröffentlicht wurde, ihnen aber bereits bekannt ist. Mit bereits bekannter Hartnäckigkeit halten sie daran fest, dass die Aufteilung in Haupt- und Realschule sowie Gymnasium ganz dufte wäre. Besonders gefallen hat mir die Äußerung vom Kultusminister Sachsen-Anhalts, Jan-Hendrick Olbertz: "Die Diskussion über Schulstrukturen hält uns seit den siebziger Jahren von energischen und entschlossenen inneren Schulreformen ab." Soll wohl heißen: "Wenn ihr das System gut finden würdet, hätten wir es schon längst geändert." Die Idee, dass Kritik an bestehenden Umständen Reformen behindert, anstatt sie anzustoßen, will sich mir logisch nicht wirklich erschließen. Ehrlich gesagt bin ich entsetzt, dass jemand, der solchen Hirnschiss fabriziert, einen Ministerposten besetzt.

Ich hab gerade diesen Artikel bei SPON gelesen. Toll. "Die junge Frau heißt Aylin Selcuk [...] und hatte bis vor kurzem selbst die türkischstämmigen Schüler der Hauptschulen über einen Kamm geschoren: 'Prolltürken', die an ihrem Misserfolg in der Schule selbst schuld sind." Soweit, so gut. Und dann das: "Einem Jungen aus der neunten Klasse seien im Zweiergespräch gar die Tränen gekommen, als er von seinen Problemen und Sorgen erzählte: Eigentlich wolle er gerne aufpassen, aber wenn alle Blödsinn machen, dann sei er halt auch dabei." Bin ich der einzige, der sich gedacht hat, dass das ein Spitzenbeispiel für "selbst schuld" ist? Das würdelose Geflenne hätte sich der Knabe bei mir sparen können. Wer nicht mal das bisschen Selbstbeherrschung aufbringt, nicht bei jedem Scheiß mitzumachen, hat's verdient, später in der Gosse von Hunden angepinkelt zu werden.

Kleiner sinnloser Fakt: Oft wird behauptet, Marco Polo hätte das Rezept für Spaghetti aus China nach Europa gebracht. Marco Polo war allerdings nie in China, sondern dachte sich die Reisen aus und schmückte sie mit fremden Beschreibungen. Wäre er wirklich in China gewesen, hätte er sicher chinesische Schriftzeichen, Essstäbchen oder die chinesische Mauer erwähnt.

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Veröffentlicht am 21. Januar 2015 um 20:02 Uhr in der Kategorie "Meine Sicht der Welt"
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