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Mehr Arbeitslose!

Warum werden nicht mehr Menschen gefeuert? Man möge mir unterstellen, ich hätte diese Frage formuliert, um zu polarisieren. Aber mal ganz ehrlich: Warum bekommen nicht mehr Leute eine Kündigung in Form eines Arschtritts? Ich möchte jetzt nicht wieder auf Managern oder Politikern einhacken. Mir geht es um die kleinen Leute aus der Mittel- und Unterschicht, die ihre Arbeitsplätze nicht verdient haben.

Leser meines Blogs wissen, was mit einem Buch passiert ist, welches ich an einen Besteller geschickt habe. Es wurde geschändet, zerrissen und besudelt. Und laut der Post wäre ich schuld. Zunächst versuchte man dem Besteller offenbar einzureden, ich selbst hätte das Böse Hasi so verschickt. Klar, ich zerrupfe auch meine eigenen Bücher, ich hab ja nichts Besseres zu tun. Als das nicht so richtig überzeugte, weigerte sich die Post dennoch, den schwarzen Peter anzunehmen, denn ich hätte das Buch ja vollkommen falsch verpackt (natürlich, ich hab mich genau an die Anweisungen gehalten, wie man Büchersendungen verpacken muss), denn im Paketzentrum passiert es halt öfters, dass man große Gepäckcontainer einfach mal auf dem Boden auskippt und die Päckchen dabei schwere Schäden davontragen. Wie man sieht, eindeutig meine Schuld, denn offenbar ist es ja absolut in Ordnung für die Post, wenn die Pakete ihrer Kunden wie Abfall behandelt werden. Diejenigen Proleten in den Paketzentren, die so mit der Post umgehen, welche ihnen Lohn und Brot sichert, können sich wahrlich glücklich schätzen, dass ich nicht ihr Chef bin. Ich würde ihnen zeigen, dass ich ein sadistischer, jähzorniger Prophet des Terrors bin und ihnen Qualen bereiten kann, für die ihre Vorstellung selbst in den schlimmsten Alpträumen nicht ausgereicht hätte.

Natürlich weiß ich, dass nun wieder einige versucht sind, das mit der schlechten Bezahlung der postalischen Leibeigenen zu erklären. Prophylaktisch erkläre ich gleich, dass mir das schnurz ist. Egal wie mies die Bezahlung ist, sie rechtfertigt nicht die Zerstörung von fremdem Eigentum, erst recht nicht, wenn der Eigentümer des geschundenen Objekts mit den schlechten Arbeitsbedingungen überhaupt nichts zu tun hat. Man könnte ja auch mal ausprobieren, ob denn ein Geringverdiener einer Tankstelle Verständnis erfährt, wenn er aus Frust über seinen mickrigen Stundenlohn einem Kunden volle Möhre in die Klöten tritt. Man lässt seinen persönlichen oder beruflichen Frust nicht an den Kunden oder ihrem Eigentum aus.

Mit Abscheu denke ich immer noch an die nutzlose Kreatur von der Telekom, die 2006 vor meiner Tür stand, um eine ständig zusammenbrechende DSL-Verbindung zu untersuchen. Nachdem der Schlurf nur feststellen konnte, dass sein eigenes DSL-Modem auch dauernd die Verbindung verlor, fummelte er an der Verkabelung des Routers herum. Ich haute ihm schließlich auf die Finger, denn das Kabel vom DSL-Splitter an eine andere Stelle am Router einzustöpseln als an die, welche mit DSL beschriftet war, hätte aus der instabilen Verbindung eine nichtexistente Verbindung gemacht. Ich hätte ihn gerne verbal aufgehalten, aber er hörte mir überhaupt nicht zu. Er war dann aber (trotz des Versagens seiner eigenen Technik) der Meinung, der Fehler würde definitiv nach der Telefondose auftreten und wäre damit nicht das Problem der Telekom. Erst eine Woche später gab die Telekom zu, dass in ihrer Gegenstelle ein veraltetes Bauteil mit höheren DSL-Geschwindigkeiten überfordert war. Gut, kann passieren. Aber diesen Techniker würde ich trotzdem rausschmeißen. Nicht allein wegen Unfähigkeit, sondern weil er grundlos versuchte, die Schuld auf den Kunden zu schieben. "Ich habe keine Ahnung, wo der Fehler liegt." – Okay. "Deine Technik ist scheiße." – Verende in der Gosse mit deinem Kündigungsschreiben in deinen unfähigen Händen, direkt neben deinen Vorgesetzten, die so ein Verhalten unterstützen. Mein moralischer Maßstab ist simpel, einfach zu verstehen und ebenso einfach umzusetzen.

Ich bin tolerant, was kleine Pannen, Anfangsschwierigkeiten oder verständliche Reaktionen angeht. Unter meiner gütigen Führung müsste niemand seine Kündigung befürchten, der versehentlich etwas fallen lässt oder einem unverschämten Kunden die Meinung geigt, der grundlos die Mitarbeiter beleidigt, weil er nichts umsonst bekommt. Grobe Unfähigkeit oder Unwilligkeit muss allerdings drakonisch bestraft werden. Wenn beim Bürger-, Arbeits- oder Finanzamt jemand nicht den Leuten hilft, sondern sie anscheißt, weil sie die Anträge falsch oder nicht vollständig ausgefüllt haben oder irgendwelche Belege vergaßen: In den See mit ihm, mit einem Gewicht an den Füßen!

Meine Forderung, unfähige Mitarbeiter wieder dem freien Arbeitsmarkt zuzuführen, erstreckt sich auch auf studierte Amtsträger juristischer Stellen. Deutlich gesprochen: Die Nase, die als Richter jemanden wegen Tragens verfassungsfeindlicher Symbole verurteilt, obwohl derjenige ein durchgestrichenes Hakenkreuz auf dem T-Shirt hatte, was bereits der Bundesgerichtshof Jahre vorher für unbedenklich erklärte, sollte nie wieder ein Urteil sprechen dürfen. Gleiches gilt für die Gestalten vom Landgericht Hamburg, die mit ihren Urteilen mehr als einmal zeigten, dass ihnen alle Leute suspekt sind, die eigene Meinungen vertreten und auch äußern. Da sie geistig offenbar nicht zu produktiver Arbeit für unsere freiheitliche Grundordnung in der Lage sind, könnte man sie doch zum Straßenbau schicken. Da sind sie vielleicht auch nicht produktiv, aber sie richten sicher weniger Schaden an.

Bei der Gelegenheit kann man vielleicht auch die ganzen Moralwächter von der BPjM, Jugendschutz.net, der KJM und sonstigen staatlich finanzierten Zensurvereinen loswerden. Nicht, dass sie ihre Arbeit schlecht machen würden. Allerdings bleibt im Wesen schlechte Arbeit schlecht, auch wenn sie auftragsgemäß erledigt wird. Das Resultat meiner Vorschläge wäre paradiesisch: Nicht nur hätte man die ganzen Napfsülzen, Grobmotoriker, Penner, Scheinheiligen und Wichtigtuer entschärft, sondern könnte mit deren Arbeitskraft sämtliche deutschen Verkehrswege an einem einzigen Wochenende sanieren. Was wir danach mit ihnen anfangen könnten, weiß ich noch nicht. Aber vielleicht brauchen wir ja einen originalgetreuen Nachbau der Cheops-Pyramide in Mecklenburg-Vorpommern?

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