Klopfers Blog

Nuff! Ich grüße das Volk. :hi:

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Star Trek gibt es seit über 50 Jahren. Mittlerweile gibt es sieben Realserien, mindestens zwei weitere sind in Vorbereitung, in den 70er Jahren gab es auch eine Zeichentrickserie, aber erst im letzten Jahr startete mit der zweiten Zeichentrickreihe „Star Trek: Lower Decks“ die erste richtige Comedyserie im Star-Trek-Universum. (Eine dritte Zeichentrickserie ist derzeit für Nickelodeon in Arbeit und anders als „Lower Decks“ tatsächlich für Kinder gedacht.)

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So ein Kampf ist eine Nummer zu groß.

Es gab schon einmal eine Folge von „Star Trek: The Next Generation“, die im Original den Titel „Lower Decks“ trägt. (Im Deutschen hieß die Episode „Beförderung“.) Dort lag der Fokus mal nicht auf den Brückenoffizieren, sondern auf dem Nachwuchs, der relativ frisch von der Sternenflottenakademie kam. (Damals wurde der Dienstgrad „Ensign“ in der deutschen Synchronisation noch mit „Fähnrich“ übersetzt.) Auch die Serie „Lower Decks“ konzentriert sich auf das niedere Personal, die jungen Ensigns, die wenig Ruhm und Ehre abkriegen, aber die ganzen lästigen Wartungsaufgaben erledigen müssen, die das Schiff am Laufen halten. Wie der Name „Lower Decks“ andeutet, wohnen die Ensigns nicht in normalen Quartieren auf den oberen Decks des Raumschiffs, stattdessen schlafen sie in kleinen Alkoven im Flur in einem der unteren Decks.

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Privatsphäre muss man sich in der Sternenflotte offenbar erst verdienen.
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Die California-Klasse. Klein, aber doch bemerkenswert robust.

Das Schiff ist auch kein prestigeträchtiger Brummer wie die Enterprise, sondern die kleinere und nicht mehr ganz taufrische USS Cerritos, die für die Flotte insgesamt das ist, was die Lower-Decks-Offiziere für das Raumschiff sind. Spezialität der Cerritos ist der Zweitkontakt: Nachdem der glamouröse Erstkontakt mit der Zivilisation eines fremden Planeten von einem wichtigen Schiff erledigt wurde, darf die Cerritos übernehmen und den langweiligen Bürokratiekram erledigen, schauen, ob überall der Name des Planeten richtig geschrieben wird, und ermitteln, welche Unterstützung die Einwohner von der Föderation gebrauchen können und was für Antragsformulare dafür ausgefüllt werden müssen. Die Serie spielt übrigens 2380, ein Jahr nach dem Kinofilm „Star Trek: Nemesis“ und 19 Jahre vor „Star Trek: Picard“.

Zentrum der Handlung sind vier Protagonisten:

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Ensign Beckett Mariner ist trotz ihres niedrigen Dienstgrads ein alter Hase: Sie hat schon auf fünf verschiedenen Schiffen gedient, viel gesehen und ist in keiner Situation auf den Kopf gefallen. Trotzdem hat sie nicht den Ehrgeiz, Karriere zu machen: Sie ist rotzfrech und ignoriert die Bestimmungen, wenn sie ihr nicht in den Kram passen. Beförderungen vermeidet sie, da sie das Gefühl hat, als Ensign relativ ungestört ihren Kram machen zu können, ohne Verantwortung (und damit den Bürokratiescheiß) übernehmen zu müssen. Weil sie so oft Unsinn macht, landet sie häufig in der Arrestzelle – aber ihr gefällt es da.

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Ihr Kollege und etwas unfreiwilliger Kumpel ist Bradward Boimler, und die beiden könnten unterschiedlicher nicht sein. Boimler will unbedingt so schnell wie möglich Captain werden, weswegen er zu jeder Gelegenheit darüber nachdenkt, wie er sich bei seinen Vorgesetzten einschleimen kann, um befördert und auf ein besseres Schiff (wie zum Beispiel die USS Titan von Captain Riker) versetzt zu werden. Seine Fixierung auf die wortgetreue Umsetzung der Sternenflottenvorschriften macht ihn allerdings in vielen Situationen viel zu unflexibel, weswegen er oft auf Mariner angewiesen ist, die ihm aus der Patsche hilft. Nicht selten landet er aber auch erst dank ihr überhaupt in der Patsche.

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Samanthan „Sam“ Rutherford ist ein begnadeter Nachwuchsingenieur, der nichts schöner findet, als in den Eingeweiden der Cerritos herumzukrabbeln und die technischen Probleme des Schiffes zu diagnostizieren und zu beheben. Leider behindert das auch seine Chancen beim anderen Geschlecht. Sein kybernetisches Implantat am Kopf verleiht ihm zusätzliche Fähigkeiten, allerdings hat er noch einige Schwierigkeiten dabei, es richtig zu benutzen.

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Die Vierte im Bunde ist ganz neu auf dem Schiff: D’Vana Tendi ist Orionerin. Die Orioner kennt man in Star Trek vornehmlich als Piraten oder als tanzende Sklavenmädchen, Tendi ist aber nichts davon. (Und sie weist darauf hin, dass viele Orioner schon seit über fünf Jahren keine Banditen mehr sind!) Stattdessen ist die junge Wissenschaftsoffizierin total begeistert von der Sternenflotte, findet alles total aufregend und kann sich nichts Besseres vorstellen, als mit der Cerritos endlich ins All aufzubrechen und sich als Ensign zu beweisen. Vermutlich kann sich jeder Star-Trek-Fan in sie hineinversetzen.

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Boimler ist genervt: Mariner bricht mal wieder die Regeln und säuft romulanischen Whisky.

Auch wenn man in den unteren Decks wohnt, kann man nicht vermeiden, im Dienst häufiger mal auf die Führungsoffiziere des Schiffs zu treffen. Auch hier sind vier für die Serie besonders wichtig.

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Captain Carol Freeman befehligt das Schiff und leidet unter einem kleinen Minderwertigkeitskomplex: Sie findet, dass die Sternenflotte sie und ihre Leistung nicht genug wertschätzt – und sie kann sich des Gefühls nicht erwehren, dass ihre Crew daran eine Mitschuld trägt, weil sie sich nicht genug Mühe gibt. In Krisensituationen zeigt sie aber, dass sie durchaus ein fähiger Anführer ist. Sie und Mariner verbindet ein Geheimnis: Beckett ist ihre Tochter, was allerdings an Bord außer den beiden niemand weiß. Beckett diente vorher auf der USS Quito, dem Schiff ihres Vaters – bis der Admiral die Schnauze voll von seinem ungezogenen Gör hatte und es bei der Mutter ablud. Carol weiß aber auch nicht so recht, wie sie den Wildfang unter Kontrolle halten soll.

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Der Erste Offizier der Cerritos ist Commander Jack Ransom. Er ist selbstbewusst, draufgängerisch, ziemlich von sich eingenommen und wäre gern so ein Womanizer wie James Kirk oder William Riker. Allerdings kann man nicht bestreiten, dass er sich wirklich für das Schiff und seine Crew einsetzt und sich Vorwürfe macht, wenn seine Handlungen sie in Gefahr bringen. Mariner geht ihm aber dennoch ganz schön auf den Zeiger mit ihrer respektlosen Art. Ein kleiner Casting-Gag: Im Original wird Ransom von Jerry O’Connell gesprochen. Der ist mit Rebecca Romijn verheiratet, die in „Star Trek: Discovery“, ein paar „Short Treks“-Folgen und der neuen Serie „Strange New Worlds“ Una/Nummer Eins spielt, die Erste Offizierin der USS Enterprise unter Captain Pike. Es heißt, bei Uneinigkeiten im Privatleben setzt sich Rebecca inzwischen gegen Jerry durch, indem sie darauf verweist, dass sie dank längerer Dienstzeit ranghöher ist als ihr Mann.

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Für die Taktik und Sicherheit auf der Cerritos ist der muskulöse Bajoraner Lt. Shaxs verantwortlich. Für ihn gibt es nichts Schöneres, als einem Feind den Warpkern wegzuballern, und er ist tief enttäuscht, wenn Captain Freeman friedlichere Arten der Konfliktlösung bevorzugt. Auf Kritik reagiert er aggressiv, jedoch stellt er sich schützend jederzeit vor die Crew der Cerritos und ist bereit, für die Sicherheit seiner Kameraden jedes Opfer zu bringen.

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Schiffsärztin der Cerritos ist Dr. T’Ana, eine Caitianerin (also eine Space-Katze). Die Rasse tauchte zum ersten Mal in der ersten Star-Trek-Zeichentrickserie in den 70er Jahren auf, diese Vertreterin ist allerdings eher schroff und kratzbürstig. Deswegen hat sie in Fankreisen den Namen „Dr. Purrlaski“ bekommen, weil sie gewisse Erinnerungen an Dr. Pulaski weckt, die in der zweiten Staffel von TNG die Schiffsärztin der Enterprise war. Ganz frei von warmherzigen Gefühlen ist die Ärztin indes nicht, denn sie hat gewisse Gelüste nach dem Sicherheitschef, die von Shaxs wohl durchaus erwidert werden.

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Mariner zeigt Tendi, wofür sie das Holodeck nutzt.

Die erste Staffel der Serie umfasst 10 Episoden zu je 25 bis 30 Minuten Länge, eine zweite Staffel wurde gleich zusammen mit der ersten bestellt und wird dann vermutlich gegen Ende des Jahres in den USA anlaufen. Außerhalb der Vereinigten Staaten dauerte es (wohl auch dank Corona) eine ganze Weile, bis klar war, ob und wo die Serie zu sehen sein würde. Nun wissen wir: Ab 22. Januar gibt es „Star Trek: Lower Decks“ bei Amazon Prime, wo auch schon „Star Trek: Picard“ zum Abruf bereitsteht.

Die Folgen der ersten Staffel

Ensign Tendi trifft auf der Cerritos ein und lernt ihre Lower-Decks-Kollegen Mariner, Boimler und Rutherford kennen, bevor das Schiff sich zu einem Zweitkontakt begibt. Während bei Boimler auf dem Planeten der Verdacht aufkommt, dass Mariner heimlich Waffen an die Bevölkerung des Planeten liefert, bricht auf dem Schiff eine Seuche aus, die die Infizierten in Raserei versetzt: eine Bewährungsprobe für Tendi auf der Krankenstation und ein Dämpfer für ein Rendezvous von Rutherford.

Boimler soll mit Mariner den klingonischen General K’orin nach Tulgana IV bringen. Doch bei der Ankunft kapert der stockbesoffene Klingone das Shuttle und lässt die beiden Sternenflottenoffiziere auf dem Planeten dumm aus der Wäsche gucken. Mariner macht sich tatkräftig dran, das Shuttle und den Klingonen wiederzufinden, während Boimler eine Sinnkrise erlebt. Auf der Cerritos beschließt Rutherford, sich in anderen Abteilungen auszuprobieren.

Weil Boimler seine Klappe nicht halten kann, bemerkt Captain Freeman, dass die Besatzung bei der Erledigung ihrer Aufgaben großzügige Zeitpuffer einplant, dank derer man auch mal ein bisschen gammeln kann. Prompt verordnet sie der gesamten Besatzung äußerst straffe Zeitpläne, mit denen fast alle überfordert sind – bis auf Boimler. Bei einer diplomatischen Mission sorgt ein Fehler eines überarbeiteten Besatzungsmitglieds dafür, dass das Außenteam (mit Mariner) unter Commander Ransom gefangengenommen wird.

Die Cerritos soll mit ihrem Schwesterschiff USS Merced ein uraltes Generationenschiff einer fremden Alienrasse abschleppen, was später noch furchtbar schiefgehen wird. Als Captain Freeman mit dem Captain der Merced eine Missionsbesprechung vornimmt, benimmt sich Mariner daneben und besudelt das Ansehen der Cerritos-Crew. Wütend teilt Freeman ihre Tochter für die schlimmsten Drecksarbeiten ein, doch die macht einfach das Beste draus. Da fasst Freeman einen teuflischen Plan – und befördert Mariner zum Lieutenant.

Die USS Vancouver und die Cerritos sollen einen instabilen Mond zerstören, bevor er auf den bewohnten Planeten Mixtus III stürzt. Doch unerwartet melden sich sowohl Bewohner von Mixtus II als auch von Mixtus III selbst, die gegen die Zerstörung des Mondes protestieren. Captain Freeman muss also erst einmal diese diplomatische Krise lösen. Boimler freut sich: Er hat eine Freundin an Bord der Vancouver, und Mariner kann kaum fassen, dass die Frau a) wirklich existiert, b) tatsächlich attraktiv ist und c) anscheinend echt auf Boimler steht. Sie hat den Verdacht, dass es sich bei Barbara um ein Alienmonster handeln muss, welches sein Aussehen ändern kann und Boimler entweder fressen oder seine Eier in ihm ablegen will.

Ensign Fletcher ist ein echt netter Kerl, der seinen Kameraden sogar Arbeit abnimmt, damit die sich amüsieren können. Dummerweise müssen Mariner und Boimler anschließend feststellen, dass ein wichtiges Stück des Schutzschildsystems fehlt. Währenddessen hat Tendi Angst davor, im Laufe ihrer Mission einen Weltraumspaziergang machen zu müssen. Rutherford bietet ihr ein Training auf dem Holodeck an, mit einem von ihm programmierten Helfer namens Badgey (der offenbar ein entfernter Verwandter von Karl Klammer aus älteren MS-Word-Versionen ist). Badgey ist allerdings nicht so freundlich, wie es scheint…

Tendi hat einen Hund mit speziellen Fähigkeiten erschaffen, der die anderen heftig erschreckt. Boimler wird bei einem Transporterunfall durchsichtig. Sowohl Boimler als auch Tendi mit ihrem Hund werden auf ein Transportschiff geschickt, um zu einem Sternenflottensanatorium zu fliegen. Doch gibt es dieses Sanatorium wirklich, oder ist das Schiff tatsächlich nur ein Gefängnis für Freaks? Mariner trifft derweil auf eine alte Freundin aus ihrem Akademiejahrgang, die mittlerweile Captain ist und sich freut, bei der anstehenden Mission mit Mariner zusammenzuarbeiten. Doch plötzlich scheint Mariner rein gar nichts mehr zu gelingen.

Mariner, Boimler, Tendi und Rutherford landen vor einem Alien-Tribunal und sollen über die Vorkommnisse der letzten Zeit berichten, damit ein Urteil über ihre vorgesetzten Offiziere gefällt werden kann. Dummerweise haben sie keine Ahnung, was eigentlich genau passiert ist, denn über mehr als ihre unmittelbaren Aufgaben werden sie gar nicht informiert. Unter Zwang erzählt jeder, was er bei der letzten Mission gemacht hat – und offenbar haben die Romulaner und ein gestohlenes Raumschiff damit zu tun?

Mariner mischt sich in die inneren Angelegenheiten eines Planeten ein, um dafür zu sorgen, dass die eine intelligente Rasse nicht mehr als reine Nahrungsquelle für die andere intelligente Rasse dienen muss. Statt des erwarteten Lobs von Captain Freeman kriegt sie aber einen gehörigen Anschiss und wird zur Psychotherapie verdonnert. Da Boimler sich für einen besonderen Fortbildungskurs bewerben möchte, hat er eine Holodecksimulation des Schiffes mit allen Besatzungsmitgliedern erstellt, um für das Bewerbungsinterview zu üben. Mariner, immer noch stinkwütend auf ihre Mutter, ändert eigenmächtig das Programm und macht einen epischen Film daraus: Sie ist die teuflische Vindicta, die mit ihren (scheinbar) ergebenen Schergen (gespielt von Tendi und Rutherford) die Cerritos übernehmen und blutige Rache an Captain Freeman nehmen will…

Dank Boimler erfährt die ganze Besatzung, dass Mariner die Tochter von Captain Freeman ist. Weil jetzt viele versuchen, sich nun bei Mariner einzuschleimen, nimmt sie sich vor, zum Musteroffizier zu werden, um eine Versetzung auf ein anderes Schiff zu ermöglichen. Doch das muss warten: Eine Falle der Pakleds (bekannt aus der TNG-Episode „Das Herz eines Captains“) droht, die Cerritos zu zerstören…

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Aus der ersten Folge: Tendis Feuertaufe.

Erfinder und Showrunner der Serie ist Mike McMahan, früher Autor und Produzent bei „Rick & Morty“, in Star-Trek-Kreisen aber nicht nur bekannt als Autor der Short-Treks-Episode „Houdini“, sondern auch der Kopf hinter dem Twitter-Account @TNG_S8, der satirische Zusammenfassungen einer fiktiven achten Staffel der „Next Generation“-Serie postete, die schließlich auch in einem Buch „Star Trek: The Next Generation – Warped“ verarbeitet wurden. Mike ist tatsächlich Star-Trek-Fan durch und durch, und das merkt man auch an „Lower Decks“.

Die Serie dürfte auch für „Laien“ sicher einigermaßen amüsant sein, aber einen beträchtlichen Teil der Witze kann man nur dann erfassen, wenn man aufmerksam alle Serien bis „Voyager“ und die Kinofilme bis dahin gesehen hat und am besten auch noch einige Hintergrundinformationen besitzt. („Lower Decks“ ist deutlich näher an der Atmosphäre dieser Serien dran als an der von „Discovery“ oder „Picard“.) Dazu kommen allerlei Gags im Hintergrund, die oft erst beim dritten oder vierten Anschauen auffallen. Trotz allem Klamauk gilt aber: Die Geschichten passen allesamt in den Star-Trek-Kanon, die Macher gingen erkennbar sorgfältig vor und lassen die Serie nicht zur blanken Parodie werden.

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Ein "Zwinkere und du verpasst es"-Moment in der letzten Folge der Staffel. Ist das nicht ein interessanter Helm, den der Chefingenieur da in den Händen hält?
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Das ist natürlich der berühmte Spock-Helm, ein Beispiel für die absurden Artikel, auf die man in den 70er Jahren das Star-Trek-Logo klatschte.

Ich als Star-Trek- und Comedy-Fan war sehr positiv überrascht; wenn man nach Reddit geht, ging es vielen anderen ebenso, die „Star Trek“ jetzt nicht bierernst nehmen und es auch vertragen können, wenn eine Serie mal den Finger dort in die Wunde legt, wo die Sternenflotte nicht perfekt ist. Vermutlich hat „Lower Decks“ die gelungenste erste Staffel seit der Originalserie hinbekommen. Die ersten Episoden sind noch etwas uneben, aber gerade zum Ende hin steigert sich die Serie enorm. Die letzten zwei Folgen sind episch. Trotz der Kürze der Folgen schafft „Lower Decks“ etwas, womit „Picard“ haderte: Man bekommt tatsächlich ein gutes Gefühl für die Charaktere, weil sie in den Episoden sehr viel auf menschlicher Ebene miteinander agieren und nicht nur von der Action getrieben werden. Mariner wirkt gerade am Anfang sehr überkompetent, aber die vorletzte Folge macht deutlich, dass mit ihr nicht alles in Ordnung ist.

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Gut, warum sollte sich Mariner auch sonst so oft wie ein bockiger Teenager verhalten? :tjanun:

„Lower Decks“ ist nicht die einsteigerfreundlichste Star-Trek-Serie, auch wenn die Geschichten spannend und viele Witze selbst für Nicht-Fans leicht verständlich sind. Wer sich bisher gar nicht mit diesem Universum befasst hat und dennoch Lust auf Sci-Fi-Comedy verspürt, ist mit „The Orville“ allerdings etwas besser bedient. Wer aber offen dafür ist, im Zweifel auch mal nachzulesen (oder den freundlichen Star-Trek-Geek von nebenan zu befragen), worauf sich all die Anspielungen beziehen, sollte der Serie aber eine Chance geben, zumal der Zeitaufwand auch nicht so groß ist.

Ich danke euch für eure Aufmerksamkeit! Bald werde ich wunschgemäß auch noch meinen Eindruck zur dritten Staffel von "Star Trek: Discovery" abgeben. :bye:

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Ich habe keine Angst

Veröffentlicht am 22. November 2010 um 13:31 Uhr in der Kategorie "Belanglose Gedanken"
Dieser Eintrag wurde bisher 54 Mal kommentiert.
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Wie kann man Klopfers Web unterstützen?

Text veröffentlicht im November 2017
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Asgar (Profil)
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Super Besprechung, danke dafür!

Jetzt freue ich mich noch mehr auf Lower Decks.
Den 1. Trailer fand ich schon ziemlich gut.
Hat mich etwas an Futurama erinnert.

Star Trek mäßig fehlt mir zwar sicher einiges an Hintergrundwissen, aber ich habe tatsächlich einen guten Kumpel der ein absoluter Star-Trek-Geek ist, den frage ich dann.

Und auf deine Meinung zu Discovery 3 bin ich echt gespannt. Morgen gibt's ja das Staffelfinale.
Ich muss gestehen, dass für mich wahrscheinlich nix mehr zu retten ist in dieser 3. Staffel. Mit der vorletzten Folge, in der die Brand-Ursache geklärt wurde, ist die Staffel für mich komplett in die Grütze geritten worden.
So viele Möglichkeiten eine Welt 1000 Jahre in der Zukunft zu gestalten und dort spannende Geschichten zu erzählen und so wenig draus gemacht.

Bin neugierig, ob du meine Meinung teilst, oder es ganz anders siehst und vielleicht sogar meine Sichtweise änderst oder erweiterst.

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Geschrieben am
Grand Inquisitor (Profil)
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Endlich mal wieder eine ST-Serie bei der man sich nicht so belehrt fühlt wie bei einem Tatort!

0
Geschrieben am
IdefixWindhund (Profil)
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Super beschrieben, und man liest die Mühen, und Liebe dazu richtig heraus. :daumenhoch:

0
Geschrieben am
Nova (Profil)
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Weiß nicht, was ich davon halten soll. Die Charaktere klingen auch etwas... Standard. Gefühlt jede Charakterbeschreibung von dir endet mit "aber eigentlich steht er/sie immer für seine/ihre Crew ein."

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Geschrieben am
Gast (Profil)
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@Nova, ist das nicht der Star Trek Spirit? Dass die Crew zusammenhält und isnbesondere noch die Vorgesetzten keine karrieregeilen Arschlöcher sind, sondern wissen was sie an ihrer Crew haben und sich mindestens ebenso für diese einsetzen, wie sie es umgekehrt auch gerne hätten?

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Geschrieben am
Klopfer (Profil) (Website)
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@Nova: Oft ist der Standard für solche Komödien am Arbeitsplatz ja, dass der Chef ein unfähiger Arsch ist. Deswegen war mir wichtig zu betonen, dass diese Leute hier nicht dazu da sind, Projektionsflächen für Hass zu sein.
(In vielen Texten vor Veröffentlichung der Serie hieß es ja, dass es um "das schlechteste Schiff der Flotte" ginge, was aber überhaupt nicht stimmt.)

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Geschrieben am
(Geändert am 10. Januar 2021 um 14:47 Uhr)


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