Klopfers Blog

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Gestern war ich am Berliner Ostbahnhof auf dem Riesenflohmarkt. Dummerweise gab es keine Riesen zu kaufen, dafür hab ich ein paar ausländische Geldscheine erstanden. Inzwischen spüre ich sogar meine Füße wieder, über die gestern einige Proleten, Volksschädlinge und Untermenschen gelatscht sind. Allerdings habe ich einige Zweifel, ob wirklich alles, was dort so angeboten wurde, überhaupt verkauft werden kann. Ein abstraktes Interesse an einer völlig durchrosteten Autotür aus den 30er Jahren kann ich mir gerade noch vorstellen, aber schutzlose CD-ROM-Laufwerke und Druckerpatronen, die in der prallen Sonne vor sich hinbacken, sollte eigentlich keiner haben wollen. Meinen Füßen geht es jetzt (wie gesagt) besser, dafür tut meine Zunge mal wieder weh, weil ich beim Essen vom Telefon gestört wurde (ich gucke anklagend in die Richtung eines gewissen kleinen Mädchens) und mir vor Schreck heftig auf die Zunge gebissen habe. So ist mein Leben: Blutvergießen und Schmerzen.

Aus dem großen Protest von Stefan Raab gegen DSDS wurde nichts, also kommt eigentlich dieselbe Scheiße, die der Raab jedes Mal abzieht, wenn er woanders Formate entdeckt, deren Ausführung ihm nicht behagt: er schustert eine Kopie zusammen. Nach "Stefan sucht den Super-Grand-Prix-Star" und dem "Bundesvision Song Contest" bedient er sich wieder mal bei der DSDS-Casting-Idee und startet im Herbst "Stefan sucht den Superstar, der singen soll, was er möchte und gern auch bei RTL auftreten darf", weil der von RTL gegangene Max Buskohl nicht bei TV Total auftauchte, obwohl Raab eventuelle Vertragsstrafen bezahlt hätte. Ich vermute, dass der ganze Blödsinn anfängt, sobald die nächste Popstars-Staffel gelaufen ist. Quoten fährt Raab ja sowieso nur noch mit seinen besonderen Aktionen ein, also wird das vermutlich auch wieder ein ganz toller Erfolg für ProSieben. Ich wäre aber doch langsam mal ganz dankbar, wenn Stefan Raab nach den vielen Jahren kreativer Arbeitsverweigerung wieder aufhören würde, lausig zu sein.

Im vorletzten Eintrag* hatte ich ja von einer heißen Liebesszene unter Mitwirkung von Lindsay Lohan und Keira Knightley im Film "Best times of our lives" geschrieben. Tja, Pustekuchen, umsonst davon geträumt, stopft den ganzen sinnlos vergossenen Samen wieder zurück in den Hodensack: Lindsay Lohan ist nicht zum Dreh erschienen. Ich glaube, jetzt fehlt dem Film einfach die künstlerische Tiefe.

* Inzwischen ist es der vorvorletzte Eintrag, weil in der Zwischenzeit Blog und Aktuelles zusammengeführt wurden und alle alten Blogeinträge nun auch im Aktuellen stehen.
Vielleicht möchte Lindsay ja viel lieber einen anderen Beruf haben, in dem man verhindert, dass sie auf die schiefe Bahn gerät, indem man einfach alle Entscheidungen für sie übernimmt: bei der Armee. Die kanadische Armee sucht jederzeit neue Rekruten im Alter von 18 bis 24 Jahren, nun auch in Form von Werbespots im kanadischen Fernsehen. Die Kampagne wird vornehmlich im Umfeld passender Serien platziert: CSI Miami, Kampfstern Galactica, Lost, Die Simpsons, Family Guy und *trommelwirbel* Spongebob Schwammkopf! Wenigstens macht man sich keine Illusionen über die geistige Reife des künftigen Kanonenfutters.

Vielleicht wollte Lindsay aber auch nur ganz sicher gehen, dass sie nicht versehentlich lesbische Aktivitäten mit Keira Knightley vollzieht, die sie später bereuen könnte. Denn wie eine Studie von (zweifellos recht sadistischen) Wissenschaftlern beweist, tendieren Lesben eher zur Fettleibigkeit als heterosexuelle Frauen. Das erklärt allerdings, warum private Amateurvideos von lesbischen Liebespaaren eher Ähnlichkeit mit Elefantenwrestling haben als mit wirklich erotischen Begegnungen zärtlicher Liebessklavinnen, die zum Beispiel die Menschenfreunde und Kunstschaffenden im professionellen Pornogewerbe täglich einfühlsam und diskret produzieren.

Aber nicht überall findet man so hervorragende Arbeitsbedingungen wie in der Sexindustrie. Insbesondere in Indien kann man da schon böse Überraschungen erleben, insbesondere wenn man die zugewiesene Arbeit unvollständig oder gar nicht erledigt. So wurde nun im Osten des Subkontinents ein Arbeiter von seinem Chef geköpft, weil er die Kühe nicht gemolken hat. Bevor jetzt allerdings deutsche Arbeitgeber zu träumen anfangen und aufgrund dieser Meldung neue Methoden zur Steigerung der Arbeitsmoral und der Produktivität entwickeln: auch in Indien ist man nicht ganz so begeistert über diese doch recht ultimative Mitarbeiterzüchtigung und klagte den Schwertschwinger wegen Mordes an.

Sony liebt es, im Gespräch zu bleiben, egal ob gut oder schlecht. Erst jetzt wurde bekannt, wie man am 1. März den Release des Spiels "God of War II" in Athen feierte. Ein muskulöser Kerl mit Fell um den Leib? Okay. Ein halbnacktes Mädel mit Farbe auf dem Leib? Super! Eine tote Ziege auf der Bühne? Jetzt klingt's zwar weniger nach Pornofilm, andererseits geht's nun eher in die abartige Richtung. Auch wenn die anfänglichen Behauptungen, die Journalisten hätten sich ihr Essen aus dem Leib der Ziegenleiche holen müssen, sich als unwahr herausstellten, wird die Party wohl nicht gerade als Zeugnis des guten Geschmacks der europäischen Sony-Niederlassung in die Geschichte eingehen. Ich wäre gern bei dem Meeting dabei gewesen, auf dem das Event geplant wurde. "Ich schlage ein Mädchen mit Bodypainting vor!" "Ja, großartige Idee, Bob!" "Ich denke, ein Muskelprotz im Fellfummel bringt das Barbarenthema der Antike richtig rüber!" "Volltreffer, Carl, das machen wir!" "Ich würd sagen, wir schleifen eine tote, blutige Ziege auf die Bühne und schreiben in die Einladungen, dass die Gäste ihre Eingeweide fressen müssen!" "... Prima Idee, Boss..."

Ich darf keine Nagelfeile ins Flugzeug mitnehmen, weil das angeblich zu gefährlich wäre, aber blinde Piloten lässt man aufsteigen. Unfair.

Wenn er seinen Ultraleichtflug einige Jahre früher gemacht hätte, hätte er in Sydney vielleicht folgendes gesehen (okay, nein, hätte er nicht): eine offiziell geistig zurückgebliebene 26jährige hatte im Februar 2002 einige Sprayer an einer Bahnstrecke beobachtet und festgestellt, dass einer von ihnen ganz cool und lässig auf die Leiter eines langsam fahrenden Güterwaggons sprang und einige Meter mitfuhr. Prompt dachte die angehende Friseuse: "So cool will ich auch aussehen", kroch durch das Loch im Zaun und suchte sich Beute. Als sie dann einen passenden Waggon erblickte, hüpfte sie an die Leiter und war cool, musste allerdings zu ihrem Entsetzen bemerken, dass der Zug beschleunigte. Sie ließ die Leiter los und wurde einige Meter mitgeschleift, was ihrem coolen rechten Bein so viel uncoolen Schaden zufügte, dass es knapp unter dem Knie amputiert werden musste. Sie verklagte die Eisenbahngesellschaft auf eine Million Dollar, weil die nur einen lumpigen Maschendrahtzaun aufgestellt hatten, bekam nun aber nur die Hälfte zugesprochen, weil das Gericht unverständlicherweise der Meinung war, dass sie ja auch ein minimales Maß an eigener Schuld hätte. Ich hätte die blöde Kuh eiskalt abgebügelt. Selbst mit der geistigen Reife eines Achtjährigen weiß man doch, dass Züge groß und schwer sind und verdammt viel Aua machen können. Jedenfalls sollte das eher gelernt werden als die Möglichkeit, scheißviel Geld von anderen einzuklagen, wenn man selbst zu doof war.

Endlich arbeiten Pharmazeuten mal an etwas Sinnvollem statt an Quatsch wie der Krebsheilung: eine Pille soll Frauen nicht nur den Appetit nehmen und sie somit schlanker machen, sondern auch ihr sexuelles Verlangen stärken. Tests an Mäusen und Affen sind bereits vielversprechend verlaufen. Ich hoffe, das Zeug kommt erst auf den Markt, wenn ich mal wieder eine Freundin habe, anstatt dann darunter leiden zu müssen, dass andere Pärchen einfach die Sorgen ihrer Beziehung wegvögeln und sich nicht mehr trennen.

Solche Trennungen schmerzen ja fast immer, manchmal werden sie aber richtig widerlich. Eine schottische Frau verdächtigte ihren Ehemann, sie nach 21 Jahren Ehe zu betrügen, und so tat sie das einzig Logische. Sie setzte sich mit ihrem Mann zusammen, konfrontierte ihn mit ihrem Verdacht, und beide diskutierten die Sache sachlich wie Erwachsene. Sie benutzte zur Verfeinerung des Abendessens Hundepupu und fing zu lachen an, als der ahnungslose Mann sich daran machte, sein opulentes Mahl zu verzehren. Dafür wurde sie nun von einem schottischen Gericht verurteilt. Das waren allerdings vermutlich nicht die letzten Gerichtstermine für die Beiden: die Scheidung muss schließlich auch noch durch. Der Fall illustriert auch sehr schön, dass die Frau anscheinend eine miserable Köchin war, wenn der Mann nicht einmal merkte, dass er Hundekacke aß.

Kleiner sinnloser Fakt: Der österreichische Schneider Franz Reichelt erfand einen fledermausähnlichen Mantel, der wie ein Fallschirm funktionieren sollte. Der Erfinder ließ es sich nicht nehmen, seine Entwicklung selbst zu testen, indem er sich am 4. Februar 1912 damit vom Eiffelturm stürzte. Vermutlich war der letzte Gedanke des ersten Batmans etwas in der Art von "Verdammter Mist, die Scheiße funktioniert nicht." Seine Erprobung wurde bis zum bitteren Ende gefilmt.

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Veröffentlicht am 21. Mai 2014 um 3:37 Uhr in der Kategorie "Meine Sicht der Welt"
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