Klopfers Blog

Kategorie: Gemotze

Nuff! Ich grüße das Volk. :hi:

Manche Menschen scheinen nur dafür zu leben, andere verbal von der Seite anzupupen. Nichtsahnend sagt oder schreibt man etwas, mit dem man andere unterhalten oder informieren möchte, und schon kommt irgendein Arschloch wie Zieten aus dem Busch und nutzt schamlos aus, dass wir uns heutzutage einigermaßen bemühen, anderen mit Rücksicht zu begegnen.

Um zu erklären, warum ich gerade jetzt darüber schreibe, muss ich etwas ausholen. Es gibt einen recht bekannten Programmierer namens Robert Martin alias Uncle Bob. Als „agiles Projektmanagement“ in der Softwareentwicklung modern wurde (kurz gesagt: eine Methode, bei der ein Projekt durch sich immer wiederholende Zyklen von Umsetzung und Feedback vorangebracht werden soll), fiel ihm auf, dass dies wenig mit Programmierung und mehr mit Management zu tun hat, also formulierte er sogenannte „Clean Code“-Regeln, mit denen die agile Softwareentwicklung durch besseres Programmieren unterstützt werden sollte. Das nannte er dann „Software Craftsmanship“ (also Software-Handwerkskunst). Diese Clean-Code-Regeln erfahren durchaus Wertschätzung in der Branche.

Dummerweise wird Uncle Bob auch gehasst, und das weniger aus fachlichen Gründen. Zunächst halten ihn viele für einen Sexisten. Er beschrieb in einer Rede die späten 70er Jahre und dass die Programmiersprache C „was für echte Männer“ gewesen sei. Die Frage „Und die Frauen?“ beantwortete er flapsig mit „Die waren damals nicht erlaubt.“ Er hat sich dafür entschuldigt (auch wenn seine Antwort sicherlich den damaligen Zeitgeist einfing), aber das zählt natürlich nicht. Außerdem kritisierte man ihn dafür, dass die Bezeichnung „Software Craftsmanship“ nicht inklusiv genug und damit strukturelle Unterdrückung wäre, worauf er antwortete, dass das ein kleinlicher und ignoranter Gebrauch der englischen Sprache wäre.

Außerdem wirft man ihm vor, ein Rassist zu sein, weil er auf Twitter sagte, dass die Polizei nicht das Problem wäre und das Streichen von Polizeibudgets Hunderte oder Tausende Leben riskieren würde. Das kam bei BLM-Sympathisanten natürlich extrem schlecht an – obwohl selbst viele Schwarze seine Meinung teilten und der extreme Anstieg der Mordraten in fast allen großen amerikanischen Städten nach dem Tod von George Floyd und der daraus resultierenden Zurückhaltung der Polizisten seine Befürchtung voll und ganz bestätigten.

Soweit also klar: Uncle Bob hat ein einflussreiches Buch über Softwareentwicklung geschrieben, aber gilt als Schmuddelkind. Vor Kurzem hat dann Kovarex, der Chefentwickler des Spiels Factorio, die Clean-Code-Regeln von Uncle Bob empfohlen. Und prompt sprang wieder ein Wichtigtuer aus dem Versteck und schwafelte Kovarex damit zu, was für ein furchtbar schlimmer Mensch Uncle Bob wäre und man doch besser darauf verzichten sollte, ihn weiter zu promoten, damit nicht noch mehr Menschen von ihm verletzt würden. Kovarex reagierte darauf mit erfrischender Direktheit und empfahl dem Wichtigtuer, er solle sich seine Cancel Culture sonstwohin stecken. Das gab natürlich wieder einen Aufschrei auf Twitter und bei Reddit, vielen wurde ganz blümerant: Wie konnte Kovarex nur so unfreundlich sein?!

Ich war genervt (und fasste deswegen den Entschluss, diesen Text zu schreiben). Kovarex hat richtig reagiert: Es ist schon mehr als unhöflich, einfach ungefragt eine total sachfremde Charakterschelte hinzuscheißen, weil man sich gerne als Hüter der Moral und Streiter für die Schneeflöckchen darstellen will, um seinen Narzissmus anzufüttern. Ihm dann einfach mal knallhart zu sagen, dass man den Manipulationsversuch erkannt hat und nichts davon hält, ist leider eine viel zu seltene Reaktion. (Kovarex hatte später erklärt, dass er zwar seine Wortwahl bereut, aber inhaltlich zu dem steht, was er sagte, zumal er aus seiner Erfahrung im Ostblock durchaus sehr empfindliche Antennen dafür hat, wenn jemand durch moralische Ächtung sowohl beruflich als auch privat kaltgestellt werden soll, um eine bestimmte Agenda voranzutreiben.)

Anderes Beispiel: Liv Albert ist eine Autorin, die einen Podcast über Mythen und Legenden veröffentlicht. Im Titel einer Episode über die antike griechische Dichterin Sappho wird diese als „Poetess of Lesbos“ bezeichnet, denn sie lebte auf der besagten Insel. Kürzlich bekam Liv dann eine Nachricht, in der sie ein Wichtigtuer der Wokeness-Brigade darüber informierte, dass „Lesbos“ eine beleidigende Bezeichnung wäre, die nur Lesben verwenden dürften. Manchen Menschen wird nicht oft genug gesagt, dass sie dumm sind, und dann kommt so etwas heraus.

Umso frustrierender ist es, wenn Leute devot einknicken und öffentlich Buße tun, sobald Wichtigmacher sich als Moralhüter aufspielen. Im Buch „The Golden Girl“ von Elin Hilderbrand unterhalten sich zwei Teenager (Savannah und Vivi), und Savannah schlägt Vivi vor, dass diese sich auf dem Dachboden von Savannahs Haus (ohne Wissen der Eltern) verstecken könnte. Vivi sagt daraufhin: „Wie Anne Frank?“ Und dann lachen beide darüber. Prompt gab’s einen Aufschrei und Antisemitismusvorwürfe. Schließlich bat Hilderbrand um Entschuldigung und kündigte an, dass diese Stelle aus dem Buch getilgt werde. Dabei ist diese Bemerkung durchaus eine glaubwürdige Reaktion eines Teenagers – und nichts daran drückt eine antisemitische Haltung der Autorin oder eine Verharmlosung des Holocausts durch sie aus.

Im Roman „Red, White & Royal Blue“ von Casey McQuiston sagt der US-Präsident: “Mein UN-Botschafter hat Scheiße gebaut und was Idiotisches über Israel gesagt, und jetzt muss ich Netanjahu anrufen und mich persönlich entschuldigen.“ Laut einem Twitter-Nutzer normalisiere diese Stelle „die Genozide und Kriegsverbrechen“ Israels. Ein anderer sah darin eine „Normalisierung der Besetzung Palästinas“. Die Autorin kündigte dann an, dass diese Zeile in zukünftigen Auflagen geändert werde.

Das ist einfach bescheuert. Das Zitat eines fiktionalen Buchcharakters komplett aus dem Zusammenhang zu reißen und aus zwei Zeilen eine Botschaft oder die Geisteshaltung des Autors abzuleiten, dafür muss man a) schon besonders doof und b) dennoch von seiner eigenen Intelligenz überaus überzeugt sein. Ich wundere mich sowieso, wie selektiv man seine moralischen Bedenken aufpumpen kann. Ein Autor kann in seinem Buch jede Menge Leute ermorden lassen, aber wehe, ein Charakter lässt mal einen dummen Spruch ab. Da muss es natürlich sofort einen heftigen Shitstorm geben – auch wenn in der realen Welt niemandem damit geholfen ist.

Selbst Kindheitserinnerungen können nun eine vorgetäuschte Empörung provozieren, wie man im Frühling in Berlin feststellen konnte. Die grüne Spitzenkandidatin für das Oberbürgermeisteramt, Bettina Jarasch, erzählte bei einem Gespräch auf dem Landesparteitag ihrer Partei, dass sie als Kind gerne „Indianerhäuptling“ geworden wäre. Ging natürlich gar nicht. Prompt beschwerten sich einige Wichtigtuer darüber, wie diskriminierend dieser Begriff sei – nicht etwa wegen der maskulinen Form „Häuptling“, sondern weil „Indianer“ voll diskriminierend gegenüber den amerikanischen Ureinwohnern wäre. Die Politikerin bat in einer Rede um Entschuldigung und erklärte ihre Äußerungen als „unreflektierte Kindheitserinnerungen“.

Die Entrüstung über diese Äußerung und der darauffolgende Kotau hat natürlich viel Spott nach sich gezogen. Nichts an der Bezeichnung ist abwertend, sowieso würde niemand einem Menschen abnehmen, sich als Kind gewünscht zu haben, „VorsitzendX einer Gemeinschaft der amerikanischen Ureinwohner*Innen“ zu sein, und die einzigen amerikanischen Ureinwohner, die sich irgendeinen Dreck darum scheren, wie sie von einer Lokalpolitikerin am anderen Ende der Welt genannt werden, haben so wenig eigene Probleme, dass sie eher mal ihre Privilegien checken sollten. Sowieso scheint’s mit der Ablehnung des Begriffes gar nicht so weit her zu sein: In den USA gibt’s als Interessenvertretungen zum Beispiel den „National Congress of American Indians“ und den „National Indian Youth Council“, außerdem das „American Indian Movement“, das auch die Gründung des „International Indian Treaty Council“ vorantrieb.

Lange Rede, kurzer Sinn: Diese geheuchelte Rücksichtnahme auf angeblich angegriffene oder betroffene Minderheiten durch irgendwelche Aufmerksamkeitshuren muss aufhören, indem man ihnen klarmacht, dass man ihre Strategie durchschaut hat: sich selbst moralisch über andere zu erheben, weil sie sich Ansehen und Einfluss erhoffen und ihnen heimlich einer abgeht, wenn sie wieder jemanden dazu bringen, sich demütig in den Staub zu werfen und um Vergebung zu betteln. Erst dann kann diese Diktatur beendet werden, jawoll! :ha:

Andere Sache: Ich habe mir in einer Kolumne ein paar Gedanken über die Vermögensteuer gemacht, die mal wieder gefordert wurde. (Mir ist übrigens klar, dass es rein formal schon eine Vermögensteuer gibt in Deutschland, die aber nicht erhoben wird; das ist so wie bei der Wehrpflicht, die formal noch existiert, aber ausgesetzt ist und wohl auch nicht mehr wiederkommt.)

Bild 9137

Weitere Sache: Vor einiger Zeit sind drei Exemplare von "Bob & Linda" bei einem kleinen Fensterputzunfall nass geworden. Eins ist fast unversehrt (man merkt bloß, dass das Buch an einer Ecke dicker ist, als es sein sollte), die anderen beiden hat es schlimmer erwischt. Lesbar sind aber alle noch.

Bild 9138

Jetzt wäre es zu schade, sie wegzuwerfen, also biete ich sie ab sofort zum halben Preis an. Der Besteller, von dem am schnellsten Geld bei mir ankommt, kriegt dann das besterhaltene Exemplar. Viel Glück!
Nachtrag: Das besterhaltene Buch ist jetzt weg.

Ich glaube, das war's dann erst einmal für diesen Eintrag. :kratz: Tut mir auch leid, dass er so lange gebraucht hat, ich habe mich noch an meine neue Sehhilfe gewöhnen und dann eine "meiner" Mangaserien zum Abschluss bringen müssen. :ach: Wir sehen uns dann beim nächsten Eintrag! :bye:

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Kurze Motzerei

Veröffentlicht am 01. Februar 2008 um 12:14 Uhr in der Kategorie "Gemotze"
Dieser Eintrag wurde bisher nicht kommentiert.
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Wie kann man Klopfers Web unterstützen?

Text veröffentlicht im November 2017
Klopfer erzählt, wie man helfen kann, Klopfers Web zu erhalten und besser zu machen - sowohl ohne als auch mit Geldeinsatz. [mehr]

mischka (Profil)
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Volle Zustimmung meinerseits. Ich kannte die Beispiele teilweise, und fand sie absurd.

Manchmal wünsche ich mir, dass sich irgendwie rausstellt, dass Tim Berners-Lee ein pädophiler Rassist war. Um ihn und seine Erfindungen nicht weiter zu hypen dürften die Vollidioten das Internet nicht mehr nutzen. Wenn diese Trottel nur noch offline nerven und ihnen das Sprachrohr fehlt, werden sie deutlich weniger nervig sein.

@Tim Berners-Lee: Ich weiß, es ist viel verlangt, aber kannst du dich für die Allgemeinheit opfern und in einem Interview sagen, du seist ein pädophiler, rassistischer Antisemit? :bittebitte:

1
Geschrieben am
(Geändert am 12. Juli 2021 um 7:37 Uhr)
The one
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Neben der Tatsache dass dieser Sache Zeit und politische Aufmerksamkeit sowie jede Menge Mittel verschlingt wie ein Parasit. Finde ich es schlimm das fachlich gute Ideen nicht umgesetzt werden oder abgelehnt werden weil die Person die die Idee hatte ein Mann ist oder bestimmte politische Überzeugungen teilt. Weshalb ich nebenbei den Austausch bei Projekten via E-Mail deutlich besser finde als den persönlichen Kontakt. Keiner weiß ob der andere weiß schwarz oder gelb ist ob er Migrationshintergrund hat oder welche politischen oder religiösen Überzeugungen er teilt.

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Geschrieben am
Gast (Profil)
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Die Welt ist ein verrückter Ort und sie wird nicht besser dadurch, dass man versucht es jedem Recht zu machen, der eine Itnernetzugang und einen Twitteraccount hat...

Gerade so Sachen wir mit der Anne Frank, die rufen doch sowas ins Gedächtnis zurück, bzw. wenn ich Jugendlicher wäre, noch nie von Anne Frank gehört hätte und das lese in einem Buch, das mir gefällt, mich also als Zielgruppe erreicht, vielleicht bin ich dann ja geneigt mal nachzuschlagen, wer war das eigentlich, über den die da reden und dann lerne ich nebenbei auch noch was.

Was sollen wir denn machen? Keine Telefone mehr benutzen weil Graham Bell über die Separierung von Gehörlosen nachdachte? Fahren wir kein Auto mehr weil Henry Ford ein arroganter Schnösel mit fragwürdiger Bildung war? Vielleicht sollten wir das Internet nicht mehr nutzen, weil es von weißen priviligierten Militärangehörigen erfunden wurde? Sollen wir mit der Mathematik aufhören, weil die von alten weißen Männern in Greichenland maßgeblich beeinflusst wurde? Das ist doch alles Unsinn. Natürlich darf man sagen, dass einzelne Menschen aus heutiger Sicht nicht ganz korrekt sind, und dass es schlechte Zeiten für bestimmte Gruppen gab. Aber alles aus diesen Zeiten oder von diesen Menschen aus unserem Leben zu verbannen macht es nicht ungeschehen.
Ich bin mehr dafür in die Zukunft zu schauen und es da besser zu machen. Die Vergangenheit können wir eh nicht mehr ändern.

Trotzdem, ich glaube nicht, dass die am lautesten im Internet schreien und sehr präsent sind, eine Mehrheit repräsentieren. Insofern sehe ich das etwas entspannter, wenn sich nur Entscheidungsträger das auch mal vor Augen führen würden.

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Geschrieben am
Knallcharge (Profil)
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Meine Meinung zu solchen Typen im Internet: Haben zu Hause nichts zu melden und meinen ihren Frust dann bei anderen rauslassen zu müssen. Also einfach nur Trolle. Und wie heißt es dann immer so schön: Don't feed the Troll.

Einfach mal das Hirn einschalten, bevor man etwas schreibt... leider ist dieser Grundsatz bei vielen verloren gegangen, da werden dann krude Behauptungen aufgestellt und diese mit teilweise hirnrissigen "Beweisen" untermauert und alle springen dann darauf an und zeigen auf einen.

Da kann man nur noch sagen: Beam me up Scotty, there is no inteligent life on this planet...

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Geschrieben am
Veria (Profil)
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Englisch sollte wieder zu früheren Wortformen zurück. "Man" ist der Mensch, "were" ist der Mann, "wif" ist die Frau. Alle Probleme mit Wörtern, die "man" enthalten, sind damit auf einen Satz gelöst.

Die deutsche Sprache könnte auch "Wer" als Wort für den Mann wieder einführen ...


Ist ja alles bescheuert. "Mann" bzw. "man" hat halt die ursprüngliche Bedeutung "Mensch" und teilweise ist das Wort in der Bedeutung halt auch in Gebrauch, ist doch kein Problem.

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Geschrieben am
the_verTigO (Profil)
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Ich frage mich ja manchmal, warum sich - einfach um den Spieß mal umzudrehen (und vielleicht auch einfach aus Trotz) - noch kein Mann darüber beschwert hat, dass er keine eigenen Pronomen bekommen hat, sondern sich nur mit den allgemeinen zufriedengeben muss, bzw. warum niemand darüber stolpert, dass Männer sich eben nicht über sowas aufregen.
Alle wollen Gleichberechtigung (richtig so), aber alle sollen unterschiedlich behandelt/angesprochen werden?
Irgendwas passt da für mich nicht zusammen.

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Geschrieben am
Sajoma (Profil)
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@the_verTigO: Ich behaupte im Umkehrschluss immer, ich sei ja privilegiert, weil ich mich zwischen männlichen und weiblichen Bezeichnungen entscheiden kann, und bemitleide die Männer dann eine Runde.
Was aber wirklich niemanden außer mir zu stören scheint, ist die schreckliche Linkshänderdiskriminierung der deutschen Sprache!
Warum heißt es recht haben, jemandes rechte Hand sein, recht so, Rechtsprechung, und so weiter, aber etwas ist gelinkt, eine linke Sache, man hat zwei linke Hände, ist mit dem falschen (linken) Fuß aufgestanden und ist linkisch? Das zieht sich bis ins Lateinische, wo "sinister" inzwischen für düster steht. Da müsste sich doch endlich mal jemand für einsetzen! Ich fordere eine Linkssprechungsreform!

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Geschrieben am
the_verTigO (Profil)
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@Sajoma: Hast du denn auch Vorschläge, wie man Linkshändigkeit in der Schriftsprache kenntlich machen kann?

Und das ganze natürlich in einer Weise, dass es nicht mit dem Gendersternchen in Konflikt gerät!

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Geschrieben am
Sajoma (Profil)
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Ich denke, alle Worte, in denen "recht" vorkommt, sollten verboten werden. Das scheint mir angemessen. Dann werden sie irgendwann höchstens noch für negative Konnotationen verwendet. Das geschieht ihnen link!

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Geschrieben am
qwzt (Profil)
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Als Linkshänder kann ich das nur unterstützen!

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Geschrieben am
mischka (Profil)
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Das Wort "rechtsradikal" ist bei nicht komplett verblödeten Menschen schon jetzt negativ besetzt.

@Sajoma: Dein Aktionismus zeigt Wirkung.

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Geschrieben am
Sajoma (Profil)
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@mischka: Das Wort linksradikal aber auch, insofern ist das eine Pattsituation.

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Geschrieben am
ZRUF (Profil)
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Ich unterstütze die Forderung, die Linkshänder zu fördern. Bin ja auch einer. Meine Frau auch. Und beim Nachwuchs ist es noch nicht so klar, die Tendenz geht aber auch in die Richtung. Ist aber halt erst 6 Monate der Knirps.

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Geschrieben am
the_verTigO (Profil)
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Wenn wir das Ganze fair gestalten wollen, sind wir ab sofort alle einfach nur "Händer". Was haltet ihr davon?

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Geschrieben am
mischka (Profil)
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Und was ist mit Menschen, die keine Hände haben?

Unerträglich, diese Ausgrenzung.

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Geschrieben am
Sajoma (Profil)
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@mischka: Dein Speziesismus kotzt mich an. Und wer denkt eigentlich mal an die Nicht-Lebewesen?

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Geschrieben am
the_verTigO (Profil)
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Mir fällt gerade ein weiterer Faux-pas meinerseits auf.
Ich hätte natürlich zwischen Händer, Händie und Händas unterscheiden müssen. Mein Fehler.

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Geschrieben am
Gast (Profil)
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Also ich versteh nur Handy... und das sage ich schon seit den 90ern. Ich fühle mich wie ein Hipster...

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Geschrieben am
Sir of Toastland (Profil)
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Händie ist inakzeptabel, da darin offensichtlich Handicap mitschwingt und somit Behinderte diskriminiert. Gib dir doch einmal Mühe!

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Geschrieben am
(Geändert am 14. Juli 2021 um 10:24 Uhr)
jck (Profil)
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So, nach nur 210 Spielstunden (in dem einen Spiel) endlich Factorio mit Krastorio2 + Space Exploration bis zum Finish gespielt.

Und dann noch erfahren, dass ich mein Geld auch noch jemandem mit Eiern gegeben habe. War ein toller Tag, heute.

0
Geschrieben am
the_verTigO (Profil)
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Händ*_x?

0
Geschrieben am
Gast (Profil)
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*_x

sieht aus wie ein Smiley... links ein blaues Auge, rechts noch vom Suff völlig zu, ja, das könnte das Smiley für nach der Kneipenschlägerei sein, in die man sich mit einer Genderdebatte von den Kuttenträgern der Hells Angels gebracht hat, nachdem man lautstark Motorädinnen forderte... also ungefähr so im Whats Appverlauf:

A: "Und wie lief die Diskussion in der Kneipe mit dem Stammtisch über korrektes gendern?"
B: " *_x "

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Geschrieben am
Grunty (Profil)
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Spannend, ich lese auch gerade dann & wann besagtes Buch von Martin.
Mir würde es beim Lesen solcher Bücher im Traum nicht einfallen, darüber nachzudenken, welche Gesinnung wohl der Autor vertritt, weil das für die Inhalte keine Rolle spielt.
Anders sähe es wohl bei einem Buch aus, das gesellschaftliche Themen anspricht.

Und Factorio ist einfach toll. Nicht nur das Gameplay. Auch die Usability des Spiels ist mit das Beste, das ich je gesehen habe, da merkt man, dass Leute sich Gedanken gemacht haben. Wenn man das mit AAA Titeln wie Anno1800 mit dem großen, bekannten Entwicklerstudio dahinter vergleicht, wird mir jedes Mal schlecht, wie scheiße die Bedienbarkeit ist im Gegensatz zu Factorio.

0
Geschrieben am
Drako (Profil)
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Ich beende dann mal mein Dasein als rein lesender Besucher dieser Seite und melde mich mal zu Wort. Anlass ist, dass ich scheinbar das besterhaltene Buch mit "Wasserschaden" ergattert habe (in Anführungszeichen, weil ich absolut keine Schäden feststellen konnte).
und soeben das dem Buch durchgelesen habe. Ich ziehe meinen nicht vorhandenen Hut vor Klopfer und seiner Kreativität, ich habe mehr als einmal wirklich lachen und nicht nur laut ausatmen müssen - Hut ab!

Um den Anschluss zur aktuellen Diskussion zu finden: Macht mich das jetzt zu einem schlechten Menschen, dass ich das Buch verdammt gut fand, obwohl es von keiner Frau geschrieben wurde? Wobei, wenn Klopfer sich als Frau identifizieren würde... :fragehasi:

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Geschrieben am
Xaerdys
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Ich finde es ein bisschen unglücklich, dass Du für die Aussage, Onkel Bob würde Rassismus vorgeworfen, nur seinen Tweet verlinkst. Ich habe jetzt mal einen ganzen Teil der Diskussion darunter gelesen und soweit ich gelesen hab, hat jedenfalls nur einer Rassismus überhaupt erwähnt. Dieser geht davon aus, dass das Problem dann nach Bobs Auffassung bei den Afroamerikanern liegen müsse und sagt, das wäre rassistisch. Bob reagiert aber auch nicht.
Der weit überwiegende Teil weist darauf hin, dass "defund the police" in der Regel nicht meint, dass der Polizei die Mittel vollständig entzogen werden sollen, sondern dass die Polizei von Aufgaben entlastet werden soll, für die sie nicht ausgebildet ist und die entsprechenden Mittel in andere Berufe. Ein weiterer Teil bittet ihn höflich, seine Aussagen zu erläutern.
Hat er das mal getan? Irgendwo mal klargestellt, was konkret er wie meint, woher er seine Überzeugung nimmt odee so? Ansonsten kann man eben zu dem Schluss kommen, dass er die Ursache für überproportional viele Tote bei Polizeieinsätzen monokausal bei der schwarzen Bevölkerung der USA sieht. Das wäre schon rassistisch. Auch die Frage, ob militärische Ausrüstung für die Polizei sinnvoll ist, kann man berechtigt stellen.

Es wäre halt schön, wenn er sich schon so kontrovers äußert, wenn er dann mal mehr 280 Zeichen schreiben würde.

Nichtsdestotrotz stimme ich dir zu, das alles ist kein Grund für die selbsternannten Tugendwächter dann auch noch Dritte zu belästigen.

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Geschrieben am
Klopfer (Profil) (Website)
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Der weit überwiegende Teil weist darauf hin, dass "defund the police" in der Regel nicht meint, dass der Polizei die Mittel vollständig entzogen werden sollen, sondern dass die Polizei von Aufgaben entlastet werden soll, für die sie nicht ausgebildet ist und die entsprechenden Mittel in andere Berufe.


Na ja, wenn die Polizei gerufen wird, dann ist das ja erst mal so, weil jemand sich bedroht fühlt und die dann unmittelbar reagieren muss. Da kann man jetzt laut rufen, dass es mehr Geld für psychiatrische Einrichtungen geben muss (was ich auch richtig finde), aber wenn die Polizei involviert ist, ist es dafür schon zu spät.
Das Problem der US-Polizei ist nicht, dass sie zu viel Geld hätte oder zu viele Aufgaben, sondern dass sie zu schlecht ausgebildet ist, gerade was Deeskalation angeht. Allerdings muss man auf der anderen Seite auch sagen: Wenn ich dauernd damit rechnen muss, dass mein Gegenüber eine Pistole zieht, wäre ich auch schneller dabei, meine zu ziehen.
Wenn ich mir Bodycam-Videos wie dieses anschaue, wo der Polizist eigentlich auch keine Wahl hatte (und es trotzdem einen Aufschrei gibt, wieso er denn geschossen hat), dann sehe ich da auch nicht, dass ein Sozialarbeiter oder Psychologe die Situation besser/schneller/sicherer gelöst hätte.

Hat er das mal getan? Irgendwo mal klargestellt, was konkret er wie meint, woher er seine Überzeugung nimmt odee so? Ansonsten kann man eben zu dem Schluss kommen, dass er die Ursache für überproportional viele Tote bei Polizeieinsätzen monokausal bei der schwarzen Bevölkerung der USA sieht. Das wäre schon rassistisch.


Weiß nicht, wieso du auf monokausal kommst, aber wenn die Statistiken schon sagen, dass der Anteil von Schwarzen an der Gewaltkriminalität (insbesondere Morden und sonstigen Schießereien) deutlich größer ist als ihr Bevölkerungsanteil, dann ist es alles andere als überraschend, dass bei Polizeieinsätzen auch mehr Schwarze verletzt oder getötet werden (übrigens auch eher von schwarzen Polizisten als von weißen). Sicherlich ist es bedenklich, wenn der Anteil der unbewaffneten Schwarzen, die erschossen werden, extrem überproportional ist (wenngleich die absolute Anzahl der unbewaffneten Weißen, die im gleichen Zeitraum von der Polizei erschossen werden, immer noch höher ist), allerdings ist die Zahl vergleichsweise klein im Vergleich zu der Zahl der Morde, die die Polizei allein durch ihre Anwesenheit offenbar verhindert hat - wie der riesige Anstieg der Mordzahlen durch den Rückzug der Polizei nach den BLM-Protesten gezeigt hat. Ein schwarzer Amerikaner müsste rein aufgrund der Zahlen mehr Angst vor einem anderen schwarzen Amerikaner haben als vor einem Polizisten.

Auch die Frage, ob militärische Ausrüstung für die Polizei sinnvoll ist, kann man berechtigt stellen.

Kann man, aber George Floyd ist nicht gestorben, weil ein Schützenpanzer auf ihm parkte.

1
Geschrieben am
(Geändert am 29. Juli 2021 um 16:49 Uhr)


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