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Kategorie: Lästereien

Nuff! Ich grüße das Volk. :hi:

Ich habe tolle Neuigkeiten: Ich werde berühmt! :victory: Bald wird auf Millionen von Bildschirmen mein Penis zu sehen sein. :mwhaha:

20180816145603_0.jpg

Der Grund für meinen Optimismus sind mittlerweile 36 Mails der folgenden Art, die ich in den letzten 7 Tagen bekam:

It appears that, (), is your password. May very well not know me and you are probably wondering why you're getting this e-mail, right?

actually, I put in place a viruses (alternativ an dieser Stelle möglich: malware/spyware/trojans) over the adult vids (adult porn) web-site and guess what, you visited this web site to have fun (you know very well what I mean). Whilst you were watching videos, your internet browser started out operating as a RDP (Remote Access) which gave me accessibility of your screen and web cam. after that, my computer software obtained all of your contacts from the Messenger, Outlook, Facebook, along with emails.

What did I do?

I produced a double-screen video clip. Very first part shows the video you're seeing (you've got a good taste haha . . .), and 2nd part shows the recording of your web cam.

exactly what should you do?

Well, I think, $1100 is a reasonable price for our little hidden secret. You will make the payment by Bitcoin (if you don't know this, search "how to purchase bitcoin" search engines like google).

Bitcoin Address: (Bitcoin-Adresse zensiert)
(It is case sensitive, so copy and paste it)

Very important:
You've got some days to make the payment. (I have a unique pixel within this e mail, and at this moment I am aware you have read through this email message). If I do not get the BitCoins, I will certainly send out your videos to all of your contacts including family members, co-workers, and so on. Having said that, if I receive the payment, I'll destroy the recording immidiately. If you want evidence, reply with "Yes!" and i'll certainly send out your video recording to your 6 contacts. It is a non-negotiable offer, that being said don't waste my personal time and yours by responding to this message.

Kurzfassung auf Deutsch: Jemand hat mich angeblich beim Wichsen gefilmt, als ich eine Schmuddelseite besucht habe, und wird das Video an 6 Kontakte schicken, die sich aus meinem Adressbuch, meinen Mails und Facebook herausfinden lassen, wenn ich nicht eine horrende Summe (immer irgendwas zwischen 1000 und 1300 Dollar) in Bitcoin zahle. Der Erpressungs-Zeitraum schwankt übrigens auch immer, von einem bis 5 Tage oder auch mal wenige bis einige Tage. In dem Geschäft muss man halt flexibel sein. :soistdas:

Natürlich weigere ich mich zu zahlen, denn ich glaube, ich liefere gar keine schlechte darstellerische Leistung beim sexuellen Selbstmissbrauch ab. :klarerfall: Und daher bin ich zuversichtlich, dass die Zusendung meiner Videos an die ersten 200 Kontakte oder so eine virale Lawine in Gang setzen wird, die in einer grenzenlosen Verehrung der Gesellschaft für meine Hingabe und Leidenschaft gipfeln wird. :geruehrt: Vielleicht krieg ich sogar eine Auszeichnung und unanständige Angebote von Jamie Young. :herdamit:

Ich habe gar keine Zweifel daran, dass diese Erpresser unheimlich fähig sind. Schließlich schaffen sie es offenbar, mich durch eine abgeklebte Webcam zu filmen. Am Anfang haben sie ja auch noch ein echtes Wegwerfpasswort von mir angegeben, das ich schon seit Ewigkeiten nicht mehr benutze, weil irgendwelche amateurhaften Seiten irgendwann ihre Userpasswörter schlecht (oder gar nicht) verschlüsselt an die Chinesen verloren haben. Inzwischen geben sie aber selbst dieses Passwort nicht mehr an (deswegen ist die Klammer oben in der ersten Zeile der Mail leer). Wie selbstbewusst ist das denn?! :bittebitte: Die müssen echt verdammt viel drauf haben. :daumenhoch:
Da sehe ich es ihnen auch nach, dass sie immer vergessen haben, den angekündigten Tracking-Pixel in ihre Mail einzubauen, mit dem sie feststellen können, ob ich ihre Mail gelesen habe. Sie haben sicherlich viel um die Ohren, da kann so was schon mal passieren.

Während ich mir schon mal überlege, wie ich meine Autogrammkarten gestalte, habt ihr ja vielleicht Lust, den Text über Gesinnungs- und Verantwortungsethik zu lesen, den ich vor einigen Tagen auf die Seite gestellt habe. :wackel:

20180813030936_0.jpg
Warum dieses Teaser-Bild? Weil das in meinem Stockphoto-Ordner unter dem Stichwort "Kommunikation" gelistet war. :kratz:

Wenn ihr damit fertig seid, dürft ihr eure Vorfreude auf die kommenden Videos gerne in den Kommentaren ausleben (oder sonstige Gedanken äußern, die euch beim Lesen gekommen sind). Bis dann! :bye:

Mehr zu lesen:

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Schlagzeilen kommentiert

Veröffentlicht am 28. Mai 2011 um 23:12 Uhr in der Kategorie "Lästereien"
Dieser Eintrag wurde bisher 66 Mal kommentiert.
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Wie kann man Klopfers Web unterstützen?

Text veröffentlicht im November 2017
Klopfer erzählt, wie man helfen kann, Klopfers Web zu erhalten und besser zu machen - sowohl ohne als auch mit Geldeinsatz. [mehr]

Atlantis (Profil)
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Bin mal gespannt wann auch Klopfers Web mit deinen künstlerischen Darstellungen überschwemmt wird :bittebitte: Gibt's dann auch Autogrammkarten im Shop? :bunnyhop:

1
Geschrieben am
Klopfer (Profil) (Website)
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Bestimmt! Jedenfalls noch vor Userdates. :kicher:

2
Geschrieben am
qwzt (Profil)
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Ich drück dir die Daumen das die Superhacker deine Karriere fördern!

Der Text über Ethik war sehr interessant zu lesen, gerne mehr in die Richtung.

0
Geschrieben am
mischka (Profil)
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Ist ja auch mal was neues. Ich hatte vor einiger Zeit mal eine Erpressermail nach der ich angeblich auf Seite xy.z einen Porno gesehen haben soll, dessen Darstellerin lediglich 17 Jahre und 50 Wochen sei. Entweder ich zahle, oder ich werde an den BND verpetzt. Der BND sucht ja auch genau solche Fälle...

2
Geschrieben am
Atlantis (Profil)
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Erpressermails sind mir noch nicht untergekommen... nur unmoralische Angebote von leicht bekleideten Damen und irre Rabatte auf Viagra und Cialis weil sie aus irgendeinem Grund denken ich sei ein Mann :kicher:

0
Geschrieben am
Klopfer (Profil) (Website)
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@Atlantis: Nachdem ich nie auf die unmoralischen Angebote von leicht bekleideten und sehr liebebedürftigen Damen reagiert habe, scheinen diverse Spammer einen (unzutreffenden) Verdacht zu hegen und schicken mir inzwischen Spammails, in denen sehr liebebedürftige Männer nach einem Typen suchen. :angsthasi:

5
Geschrieben am
Aglaija (Profil)
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@klopfer hast du etwa schon die zutiefst persönlich gefühlvollen Nachrichten deiner russischen Groupies vergessen?! Ich bin entsetzt :bittebitte:

3
Geschrieben am
Atlantis (Profil)
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@Klopfer: Heißt das ich habe irgendwann Angebote von liebesbedürftigen Männern ignoriert??? :angsthasi:

3
Geschrieben am
mischka (Profil)
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@Atlantis: Hat das nicht jede Frau im Internet?

5
Geschrieben am
Gast (Gast)
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Die Mails habe ich auch bekommen, nach genau dem gleichen Schema. Erst war es tatsächlich ein uraltes Passwort, mittlerweile einfach ein leerer String.

0
Geschrieben am
Atlantis (Profil)
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@mischka: aber nicht jede Frau wird danach fälschlichereweise für einen Kerl gehalten und kriegt tonnenweise Sonderangebote für Viagra :kicher:

0
Geschrieben am
(Geändert am 16. August 2018 um 19:29 Uhr)
Askat (Profil)
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Ich habe eine mail dieser Art erhalten und darauf mit Häme reagiert, weil mein PC keine Kamera hat und mein mikro nur angeschlossen ist, wenn ich im TS hocke und da wichse ich dann doch nicht.

Danach kam nie wieder was :D

0
Geschrieben am
ObsidJan (Profil)
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@mischka: Und, hast du das Video oder einen Link? Zu Recherchezwecken, versteht sich. :herdamit:

0
Geschrieben am
mischka (Profil)
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@Obsidjan: Ich war nie auf besagter Seite gewesen, insofern war die Behauptung von Anfang an blödsinnig. Davon ab habe ich - nebenbei bemerkt - meine ernsten Zweifel, ob das denn tatsächlich strafrechtlich relevant wäre, wenn ich nicht wusste, dass das Mädel keine 18 ist. Ich weiß zwar, dass unsere Gesetzgeber gerade bei dem Thema teilweise recht bescheuert sind, aber mal ehrlich, die Pässe aller Darsteller von Erwachsenenfilmchen selbst zu prüfen und nicht gutgläubig der Platform zu vertrauen geht ja mal so was von an der Lebenswirklichkeit vorbei, dass ich derartige Dummheiten nicht mal Politikern zutraue!

1
Geschrieben am
(Geändert am 16. August 2018 um 23:28 Uhr)
Gast (Profil)
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Angeblich kann Viagra ja auch bei Frauen Durchblutungsfördernd wirken und damit die Sache reibungsloser gestalten... habe aber keine Vagina fürs Viagra zum testen, kann also nur über Gerüchte berichten, weil bewiesen hat es mir auch noch keine Frau. Fairerweise muss ich aber dazu sagen, ich habe auch nie auf einen Beweis bestanden. Man suhlt sich als Mann ja gerne in dem Glauben, es läge schon an einem selbst, dass der Dame die Körpersäfte fließen. Auch wenn sie dafür heimlich was einwerfen und an wen anders denken musste.

0
Geschrieben am
Sajoma (Profil)
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Klopfer, du stehst dann doch bestimmt für Pornos mit Niveau. Vielleicht kriege ich als prüde Nichtguckerin dann endlich die Kurve und werde ein normaler Mensch...!

Der Text erinnert mich vor allem daran, mal ein paar alte Passwörter zu ändern. Ähäm.

Wie gut Viagra bei Frauen funktioniert, weiß ich leider auch nicht. Aber Gast, deine Leistung ist über jeden Zweifel erhaben. <3

0
Geschrieben am
ObsidJan (Profil)
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Auch Rodrigo Dutertes brutaler, fernab von rechtsstaatlichen Prinzipien ablaufender Kampf gegen die Drogenkriminalität auf den Philippinen ist pure Verantwortungsethik.
Wie kommst du zu dem Schluss? Duterte ist (nehme ich an) katholisch, für ihn sind Drogen Teufelszeug (im Wortsinn). Er macht für viele Probleme im Land die Drogenkriminalität verantwortlich, aber woher wollen wir oder er wissen, dass die Probleme nicht mehrere Ursachen haben? Ich finde schon, dass das mindestens zu gleichen Teilen auch Gesinnungsethik ist. Kann nämlich gut sein, dass die Philippinen auch ohne Drogenkriminalität ein ziemliches Shithole sind. :unsure:

0
Geschrieben am
(Geändert am 17. August 2018 um 4:28 Uhr)
Rakshiir (Profil)
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Wird aber auch Zeit dass die Pornoindustrie endlich mal einen Schauspieler bekommt, der kompetente und gute Leistungen abrufen kann.
Bei dem man weiss es ist nicht nur gespielt, sondern lebt den Moment in vollen Zügen - das macht das Ganze auch bei Weitem interessanter anzuschauen.
Ich meine, es gab ja schon alternative Pornos für Zielgruppen die etwas brauchen, was intimer wirkt als dieser Mainstreamkrams... aber das hier, das wird was komplett Neues!

@Sajoma
Und genau deshalb werden natürlich auch ALLE... Absolut alle die bisher noch nicht auf den Pornogeschmack gekommen sind bestimmt nun sofort verfallen.

0
Geschrieben am
Stone (Profil)
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Wie singt Hans Söllner so schön? "Owa olle samma Wichsa und a jeda woaß wias geht..." Menschen erpressen zu wollen, weil man sie beim Selbstbefummeln gefilmt hat, funktioniert wohl im prüden Amerika. "Oh Gott, ich hab da ein Mail bekommen, wo man sieht, wie mein Steuerberater/Bäcker/Onkel/Fußballtrainer ein Pornovideo schaut und sich einen runterholt!!" Wow, was für ein Skandal! Es weiß doch jeder: The internet is for porn!

1
Geschrieben am
Atlantis (Profil)
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@Gast: habe bezüglich des Viagras auch keine Erfahrungen, gehe aber davon aus dass der Prozentsatz der Frauen die es benutzen minimal ist. Bezüglich der Wirkung hab ich mal gehört dass Männer die es benutzen weniger Spaß an der Sache haben (angeblich spürt man(n) weniger).Wenn das auch für Frauen gilt, müssten sie bescheuert sein das Zeug zu nehmen :mwhaha:

0
Geschrieben am
Leo Hammer (Profil)
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Die habe ich vor einiger Zeit bekommen und fand sie so kurios (ich habe keine Webcam), dass ich sie aufgehoben habe:
Während Sie gewesen sexuell erregt vor display when you called on adults Internet resource Ihre handheld computer get software virus because of vulnerability the Web browser. Dies bug Register alle Aktivität auf Ihrem computer und unter anderem es haben einen Zugang über coockie der Ressourcen die Sie teilnehmen. Und die Hauptvorteil von die gegebenen feindliche Programm ist, dass es kann in Aktion bringen Web cam und upload all the Kontaktnummern von yours mail box. zur gleichen Zeit ich get access zu Ihre E-Mail und social media sites. So ich haben video und Bilder wo Sie wichsen und Bar-ass. Wenn Sie nicht wollen die Informationen zu ausgestellt werden und sein geliefert an alle Ihre Kumpels Ihre Familienmitglieder ich empfehlen Sie die nächste Entscheidung. Sie müssen liefern Versand an mine Bitcoin money bag 17a9Cop3Xof6bqXyUTQX2R1oUSUYRRw12t 350 eur in BTC. Nach Erhalt von das Geld ich wird löschen glaubwürdige Intelligenz gegen Sie un d Sie wird nie wieder erinnern über all diese situation. Sonst wenn Sie senden mir nicht die Bargeld innerhalb von 24 Stunden nach Sie geöffnet haben die Brief ich soll senden alle die Spinner compromising picture of you to your close related people and collaborkers and at the same time über soziale Netzwerke zu schätzen von Ihr Aktivität. P. S. Mein die deutsche Sprache ist nicht weit von perfekt weil ich bin nicht Muttersprachler aber Sie könnte zu verstehen, mich Bitte und nicht Antworten auf diese Briefkasten ich wird nie verwenden, um es wieder.

3
Geschrieben am
mischka (Profil)
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Mein die deutsche Sprache ist nicht weit von perfekt
Wie soll ich es vorsichtig ausdrücken? Dein die deutsche Sprache ist sehr weit von perfekt!

5
Geschrieben am
Klopfer (Profil) (Website)
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@ObsidJan: Duterte begründet seine Handlungen aber nicht mit seiner katholischen Gesinnung, sondern schlicht damit, dass er die Drogenkriminalität ausrotten will, indem er die Dealer und Hintermänner kaltmacht und damit auch dafür sorgt, dass andere zu viel Bammel haben, sich in diesem Feld zu betätigen. (Ich würde auch behaupten, dass er Schwierigkeiten hätte, die Maßnahmen mit seiner christlichen Gesinnung überzeugend zu erklären.)
Dass die Probleme auf den Philippinen auch andere Ursachen als Drogen haben könnten, ist ja für den Punkt Gesinnungsethik vs. Verantwortungsethik nicht relevant. Es geht darum: Wie kriegt man Drogenkriminalität weg? Man legt sie alle um. Für wie viel Probleme die Drogenkriminalität sorgt oder nicht sorgt, spielt da ja keine Rolle.

1
Geschrieben am
Gast (Gast)
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zu Drogen in dritte Welt Ländern. Mir wurde gesagt das die Drogenmafia vom Militär bekämpft wird. Um dann das Geld das mit den Drogen verdient wird durch das Militär eingetrieben wird und direkt in die Staatskasse fliest. Hört sich pausibil an.

0
Geschrieben am
Grischu
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Ach ihr habts gut. Ich bekomme immer nur Mails von afrikanischen Prinzen und burmesischen Rechtsanwälten die mir schnöden Mammon überweisen oder vergammelte Liegenschaften vererben wollen....

1
Geschrieben am
bört
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Von Deiner Einschätzung zur Gesinnungs- und Verantwortungsethik bin ich nicht ganz überzeugt. Duterte sieht Drogen als Teufelszeug an, das vernichtet werden soll, und handelt genau nach dieser Gesinnung. Die Folgen seiner Handlungen - dass dabei auch Unschuldige umkommen, der Druck und die Angst vielleicht sogar noch mehr Leute in die Abhängigkeit führt, dass die Gesetze am Ende auch prima missbraucht werden können, um Leuten, die man loswerden will, mehr oder minder legal aus dem Weg zu räumen - sind ihm dabei egal.

Das Verhalten der Rettungsorganisationen hat m.E. gar nichts mit dem Thema "Gesinnungsethik gegen Verantwortungsethik" zu tun: Das eine ist die Rettung der Menschen aus dem Mittelmeer - dagegen hat wohl kaum jemand etwas. Danach stellt sich die Frage, welchen Hafen man anlaufen kann. Mal ganz davon abgesehen, dass dazu auch das Land zustimmen muss, dessen Hafen ich anlaufen möchte: Ich kann es sowohl aus Gesinnungs- als auch aus Verantwortungsethik ablehnen, Menschen dahin zu bringen, wo ihnen Versklavung, Misshandlung, Ausbeutung und Mord droht. Das sind die direkten Folgen meines Handelns, die ich auch als Verantwortungsethiker im Blick haben kann.

Bei der Abschiebung von Menschen, deren Verfahren noch nicht durch ist, würde ich auch genau im Gegensatz zu Dir argumentieren: Wenn man sich zb den Fall von Sami A ansieht, wurde hier ein Gericht ziemlich dreist belogen (ein verschobener Flug wurde als "abgesagt" bezeichnet) und eine Gerichtsentscheidung einfach ignoriert. Wenn man nun einen Präzedenzfall schafft, dass das okay ist, können sich künftig Behörden genau darauf berufen. Das ist eine konkrete Folge, die deutlich größeren Schaden anrichten kann als das Geld für eine Rückholung.
Es ist doch eher eine "Gesinnungsentscheidung", dass man alle "Gefährder" möglichst schnell und möglichst kompromisslos aus dem Land jagen will, egal, was man dabei für Kollateralschäden anrichtet, egal, ob man versehentlich mal den Falschen abschiebt (was bei dem berühmten 69er Abschiebeflug nach Afghanistan ja passiert ist) und damit uU auch den Falschen im Land lässt.
Die konkrete Folge der Entscheidung zur Rückholung Sami As ist übrigens: Nach aktuellem Stand gar keine, denn die tunesische Justiz lässt ihn ja momentan gar nicht ausreisen. Ansonsten könnte diese Entscheidung dazu führen, dass jemand, der seit den Neunzigern in Deutschland nicht straffällig geworden ist, noch ein paar Monate hier leben wird, bevor man ihn erneut abschiebt.

Man muss bei dieser Diskussion aufpassen, dass man nicht einfach die Seite, deren Meinung einem als "vernünftig" erscheint, als "Verantwortungsethiker" kategorisiert und die Gegner folglich als gute, aber naive "Gesinnungsethiker" abstempelt...

0
Geschrieben am
Klopfer (Profil) (Website)
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Von Deiner Einschätzung zur Gesinnungs- und Verantwortungsethik bin ich nicht ganz überzeugt. Duterte sieht Drogen als Teufelszeug an, das vernichtet werden soll, und handelt genau nach dieser Gesinnung. Die Folgen seiner Handlungen - dass dabei auch Unschuldige umkommen, der Druck und die Angst vielleicht sogar noch mehr Leute in die Abhängigkeit führt, dass die Gesetze am Ende auch prima missbraucht werden können, um Leuten, die man loswerden will, mehr oder minder legal aus dem Weg zu räumen - sind ihm dabei egal.


Nee, überzeugt mich nicht. Warum hält er Drogen für Teufelszeug? Nicht wegen seiner katholischen Gesinnung (die Bibel verbietet ja keine Drogen), sondern weil es viele Leben zerstört. Wenn er aber die einen Leben zerstört, um zu verhindern, dass andere Leben zerstört werden, dann handelt er meiner Meinung nach nicht gesinnungsethisch, da das inkonsistent wäre. Und gerade die Möglichkeit, dass er diese Maßnahmen als Machtpolitik einsetzt, um lästige Leute loszuwerden, spricht noch mehr für Verantwortungsethik.

Das Verhalten der Rettungsorganisationen hat m.E. gar nichts mit dem Thema "Gesinnungsethik gegen Verantwortungsethik" zu tun: Das eine ist die Rettung der Menschen aus dem Mittelmeer - dagegen hat wohl kaum jemand etwas. Danach stellt sich die Frage, welchen Hafen man anlaufen kann. Mal ganz davon abgesehen, dass dazu auch das Land zustimmen muss, dessen Hafen ich anlaufen möchte: Ich kann es sowohl aus Gesinnungs- als auch aus Verantwortungsethik ablehnen, Menschen dahin zu bringen, wo ihnen Versklavung, Misshandlung, Ausbeutung und Mord droht. Das sind die direkten Folgen meines Handelns, die ich auch als Verantwortungsethiker im Blick haben kann.


Aber es sind nicht die einzigen Folgen. Und ich hab von all den ganzen Leuten, die dafür plädieren, alle Leute hierher zu holen, noch nie gehört, dass sie sich mit den Folgen in den Aufnahmeländern befassen. Da wird dann lieber gleich moralisiert - ein starkes Anzeichen für Gesinnungsethik.

Bei der Abschiebung von Menschen, deren Verfahren noch nicht durch ist, würde ich auch genau im Gegensatz zu Dir argumentieren: Wenn man sich zb den Fall von Sami A ansieht, wurde hier ein Gericht ziemlich dreist belogen (ein verschobener Flug wurde als "abgesagt" bezeichnet) und eine Gerichtsentscheidung einfach ignoriert. Wenn man nun einen Präzedenzfall schafft, dass das okay ist, können sich künftig Behörden genau darauf berufen. Das ist eine konkrete Folge, die deutlich größeren Schaden anrichten kann als das Geld für eine Rückholung.


Das Gericht wusste um die Brisanz der Entscheidung und dass man es eilig hat, ihn loszuwerden. Und es hat trotzdem kein Fax geschickt. Da also den Behörden einseitig den Schwarzen Peter zuzuschieben, find ich beknackt.

Es ist doch eher eine "Gesinnungsentscheidung", dass man alle "Gefährder" möglichst schnell und möglichst kompromisslos aus dem Land jagen will, egal, was man dabei für Kollateralschäden anrichtet, egal, ob man versehentlich mal den Falschen abschiebt (was bei dem berühmten 69er Abschiebeflug nach Afghanistan ja passiert ist) und damit uU auch den Falschen im Land lässt.


Wer wurde denn da falsch abgeschoben? Ich hab nur von dem gehört, der sich da umgebracht hat, und der hat die Abschiebung verdient.
Einen Gefährder loszuwerden, bevor das Gericht entschieden hat, das ist für mich eindeutig Verantwortungsethik. Man wägt die Konsequenzen ab und tut das, was im Endeffekt das Problem schneller beseitigt. "Alle Gefährder möglichst schnell und möglichst kompromisslos aus dem Land zu jagen", das klingt so, als wäre das ein Zweck für sich, und das ist es ja nicht.

Die konkrete Folge der Entscheidung zur Rückholung Sami As ist übrigens: Nach aktuellem Stand gar keine, denn die tunesische Justiz lässt ihn ja momentan gar nicht ausreisen. Ansonsten könnte diese Entscheidung dazu führen, dass jemand, der seit den Neunzigern in Deutschland nicht straffällig geworden ist, noch ein paar Monate hier leben wird, bevor man ihn erneut abschiebt.


Die konkrete Folge ist, dass eine Landesbehörde Tag für Tag eine Geldstrafe aufgebrummt kriegt, weil das Gericht von ihr etwas verlangt, was sie gar nicht leisten kann (eben weil Tunesien den ja erst mal gar nicht gehen lässt und eine Landesbehörde auch keine Außenpolitik betreiben darf), um ein Asylverfahren langwierig durchzuziehen, welches sowieso hinfällig ist, weil Sami A. ganz offensichtlich in Tunesien weder gefoltert wird noch (falls sie ihn wieder nach Deutschland lassen) eine unfaire Strafverfolgung in Tunesien zu erwarten hätte (weil das Strafverfahren dann ja eingestellt wäre). Ob Tunesien den Typen aber danach überhaupt wieder zurücknehmen würde, steht auch nicht fest (das haben wir nämlich auch schon erlebt, dass die Leute nicht zurückgenommen haben, weil diverse Fristen abgelaufen sind). Und das alles, weil das Gericht das Prinzip durchsetzen will. Das ist Gesinnungsethik.

Man muss bei dieser Diskussion aufpassen, dass man nicht einfach die Seite, deren Meinung einem als "vernünftig" erscheint, als "Verantwortungsethiker" kategorisiert und die Gegner folglich als gute, aber naive "Gesinnungsethiker" abstempelt...


Man muss aber auch aufpassen, dass man als Gesinnungsethiker nicht blind beteuert, man hätte doch alle Konsequenzen durchdacht und würde nicht einfach nur aus Prinzip handeln...
(Beim grundlegenden Punkt hast du natürlich recht. Aber gerade deine Beispiele fand ich wenig überzeugend.)

2
Geschrieben am
(Geändert am 17. August 2018 um 19:29 Uhr)
Klopfer (Profil) (Website)
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Jetzt hab ich auch die deutsche Version gekriegt! :victory:

Guten Abend!

Wir sind nicht der Meinung, dass es schlimm ist, zu schwelgen, sich hin und wieder zu knutschen. Immerhin es ist besser, manche Sachen geheim zu halten. Im Falle dass Ihre Verwandten und Freunde sie beachten, wird es etwas sein, worüber Sie sich beunruhigen werden.
Es gibt etwas, das jeden in Verlegenheit bringen würde. Und das wird schwerwiegende Folgen für Ihr Privatleben und Ihr Wohlbefinden haben.
Seit einiger Zeit verfolgen wir Ihren Computer mit einem Trojaner, der per se installiert wurde und Ihr Notebook infiziert hat.
Sie haben sich infiziert, indem Sie auf der pornografishen Webseite infiziert von uns auf die Anzeige klickten.
Der Trojaner-Virus ermöglicht uns den Zugriff auf Ihren Computer und jedes damit verbundene Gerät, egal ob über Wi-Fi oder Bluetooth.
Wir haben Ihren Bildschirm und alles, was Sie gemacht haben, durch den Live-Kanal durchgesehen.
Wir kontrollieren auch Ihre Kamera und Ihr Mikrofon und können sie allerzeit aktivieren oder deaktivieren.
Alle Daten, die für uns interessant oder relevant waren, wurden vertraulich behandelt.
Hierzu folgende Beispiele: Kontakte, Konten in sozialen Netzwerken, E-Mails, etc.
Wir haben ein Video aufgenommen, wo Sie masturbieren, und wir haben ein Video hineingegeben, das Sie gesehen haben, als Frames mit einem geteilten Bildschirm.
Durch Drücken einer Taste können wir dieses Video an alle Ihre Kontakte, sozialen Netzwerke usw. weiterleiten.
Im Falle dass Sie diese Situation verhindern möchten, übertragen Sie einen Betrag von 250 Euro an die nächste Bitcoin-Adresse.

Bitcoin-Adresse: (Adresse zensiert)

Bitcoin zu kaufen ist sehr einfach und verständlich (gewöhnlich Überprüfung ist erforderlich) über die folgenden Websites:
Adressen entfernt

Sofern Ihre Zahlung gesendet ist, löschen wir alle Ihre Daten und Videos.
Sie haben genau 5 Tage als die Zahlungsfrist.
Ansonsten, werden Sie auf alle Konsequenzen stoßen, vor denen Sie gewarnt wurden.
Wir irren uns nicht.
Es ist sinnlos, jemanden darüber zu sagen. Es ist unmöglich, diese E-Mail-Adresse zurückzuverfolgen, diese E-Mails wurden über einen externen Server aus dem Ausland geschickt.
Alle Ihre Konten wurden gehackt.
Im Falle dass Sie eine fehlerhafte Wahl treffen, sich mit jemandem ins Vernehmen setzen oder etwas über diese Nachricht mitteilen, werden wir diese Videoaufnahmen sowie alle anderen Daten, die wir haben, augenblicklich veröffentlichen, die Sie verletzen können und gegen Sie angewandt werden können.
Kaum dass dieser Brief geöffnet wird, erhalten wir eine Benachrichtigung, und von jetzt an beginnt der Zeitzähler zu arbeiten.
Sie haben nur fünf Tage für Zahlung, keine Minute mehr.
Liebe Grüße!


Und die haben sogar einen Tracking-Pixel drin. :kaputtlach: (Der wird allerdings nicht geladen von meinem Mailprogramm.)

2
Geschrieben am
Aglaija (Profil)
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Aber trotzdem höflich mit Liebe Grüße unterschrieben :kicher: :kicher:

1
Geschrieben am
Atlantis (Profil)
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"übertragen Sie einen Betrag von 250 Euro"
:adorable: Die sind aber nett! In den fiesen, englischsprachigen Mails wollten sie wesentlich mehr :gaaah:
Und da soll man nicht rassistisch werden :fluch:

1
Geschrieben am
Mandarine (Profil)
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Pfff, ich bekomme immer nur die Virenmails von irgendwelchen bekannten Bezahlanbietern wie z.B. sofort.de (der Email-Server ist eigentlich immer echt, also gehe ich mal vom Botnet aus) mit angehängter .zip-Datei. Die sehen dann irgendwie so aus:

Sehr geehrte/r X,

bedauerlicherweise konnte Ihre Überweisung an Bank Payment eG nicht verbucht werden.

Wir erwarten die Überweisung bis spätestens 20.08.2018 auf unser Konto. Falls wir bis zum genannten Datum keine Zahlung verbuchen, sehen wir uns gezwungen Ihren Mahnbescheid an ein Gericht abzugeben. Sämtliche damit verbundenen Kosten werden Sie tragen.

Die detaillierte Kostenaufstellung Nr. 774208048, der Sie alle Positionen entnehmen können, befindet sich im Anhang.

Aufgrund des andauernden Zahlungsrückstands sind Sie angewiesen außerdem, die entstandene Gebühren von 5,11 Euro zu tragen. Um zusätzliche Kosten zu vermeiden, bitten wir Sie den ausstehenden Betrag auf unser Konto zu überweisen. Berücksichtigt wurden alle Buchungen bis zum 18.08.2018.

Mit verbindlichen Grüßen

Bank Payment eG


Die Frist beträgt immer nur ein, zwei Tage (um Dringlichkeit vorzutäuschen), es wird lustigerweise gleich mit dem Gericht gedroht, und auch die spannenderweise sehr geringen Gebühren sind jedes Mal im Bereich von unter 10€.

Ich habe aus Spaß mal auf meinem Experimentiercomputer im Pseudointernet den Anhang entpackt, und geschaut was der so treibt, aber die Verbindungen gehen fast alle leider ins Ausland, und die deutschen Adressen sind Privat-IPs (also noch mehr Botnetmitglieder). Um den Spaß noch weiter zu treiben, habe ich den ganzen Kram zusammengetragen, und als Anzeige gegen Unbekannt bei der Staatsanwaltschaft (zwecks Aktenzeichen) abgegeben, aber dort hat man die Sache innerhalb eines Monats wegen "unverhältnismäßigem Aufwand [sic]" eingestellt - da weiß ich doch gleich wieder, wofür ich Steuern zahle.

P.S.: Der Kundendienst von sofort.de hatte mir übrigens recht klar zu verstehen gegeben, dass man sich nicht dafür interessiere, dass von den eigenen Mailservern Viren versendet werden, und das auch nicht an die eigene IT-Abteilung weiterleiten werde. Ich weiß also auf jeden Fall, welchen Dienstleister ich niemals benutzen werde, wenn man dort mit so viel technischem Verständnis und interessierter Aufnahmebereitschaft unterwegs ist.

Und ja, die zitierte Email oben täuscht einen anderen Anbieter vor, der wechselt manchmal (und mit dem Wechsel dann auch der Server). Sofort.de ist aber mit großer Zuverlässigkeit immer wieder mal dabei - deshalb habe ich mittlerweile alle mir bekannten Email-Server von denen in meinem Netzwerk komplett gesperrt (Pakete werden einfach gedropped, da gibt's auch keine Rückmeldung mehr), und seitdem ist es deutlich ruhiger.

1
Geschrieben am
(Geändert am 18. August 2018 um 17:57 Uhr)
IdefixWindhund (Profil)
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Ich bekomme nur irgendwelche Forderungen von Banken, und Telekommunikationsanbieter von denen ich niemals je was in Anspruch genommen habe.

Einmal war die richtige Bank dabei, nur eben mit dem falschen Webdesign.

Und 2x schrieb mich ne Frau an, die mir günstig Medikamente verticken wollte.

Irgendwie geben die Leute sich keine Mühe. Und gehen auch gar nicht auf meine wünsche ein.

Da nerven mich die Werbemails von Gourmondo, Telepizza, und Karstadt viel mehr. Und Europcar ist ein Thema für sich. Da bekomme ich Angebote für jemanden anderen der dort mal ein Lieferwagen gemietet hat. Selbst auf mehrmalige E-Mails, Kontakt über die Homepage, auch den Hinweis dass ich nicht der besagte Herr bin, wird ignoriert.

1
Geschrieben am
Lila
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Da fällt mir doch gleich eine besagte Folge von der Serie "Black Mirror" ein...
Der arme Junge der angeblich dabei gefilmt wurde, versucht alle möglichen (dämlichen) Forderungen der Erpresser zu erfüllen, damit das Video nicht versendet wird. Das geht jedoch trotzdem alles ziemlich in die Hose (Achtung: Wortwitz) ;)
Das Ende und die Auflösung jedoch haben mich ziemlich verstört....

0
Geschrieben am
ObsidJan (Profil)
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@IdefixWindhund: Na, du hast ja Ansprüche - jetzt sollen Bots, Scammer und Schutzgelderpresser auch noch auf deine Wünsche eingehen? :XD:

0
Geschrieben am
Klopfer (Profil) (Website)
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Hier mal der Spamordner von einem meiner Haupt-Mailaccounts mit dem Spam von einem Tag.
20180818235411_0.png



:arbeit:

(Der 18. ist ja noch nicht ganz vorbei, aber es sieht so aus, als wäre das der erste Tag seit über einer Woche, an dem ich zumindest bei diesem Account nicht diese Erpresser-Mail aus dem Blogeintrag kriege. :tjanun: Dafür dann halt die deutsche Version beim Klopfers-Web-Account.)

1
Geschrieben am
Atlantis (Profil)
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@Klopfer: dafür aber wieder die netten spärlich bekleideten Damen :kicher:

0
Geschrieben am
michicop (Profil)
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Blöde Frage, aber wer ist Jamie Young?
Google spuckt da nur einen Fußballer aus, und ich glaub mal nicht dass Du den Kerl meinst?!

0
Geschrieben am
Klopfer (Profil) (Website)
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1
Geschrieben am
michicop (Profil)
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Ah okay, ich hab mir schon Sorgen gemacht 😂👍

0
Geschrieben am
IdefixWindhund (Profil)
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Auf dem einen Bild hat Jamie aber einen schwarzen, dicken, langen Schwanz. :fragehasi:

Willst du uns @Klopfer nicht etwas mitteilen!?!? :kicher:

0
Geschrieben am
FlauschigerHase (Profil)
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Olala,

Also von mir und meinen unchristlichen Aktivitäten kursieren wohl auch schon diverse Videos in meinem Freundeskreis, und vermutlich auch unter meinen Arbeitskollegen.
Wer weiss, vielleicht schauen die der Videos wegen alle beschämt zu Boden, wenn sie mich sehen ? :kaputtlach:

*Dumm stell*
Was ich aber bis heute nicht verstanden habe, ist wie die das Video von mir gemacht habe, weil "isch 'abe garkeine webcäm" ...

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Geschrieben am
Aglaija (Profil)
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@flauschigerHase: als ob die genialen Hacker auf sowas Profanes wie Webcams zurückgreifen müssten. Wahrscheinlich haben sie Google Earth benutzt :-) :-)
ja, es gibt in meinem Bekanntenkreis tatsächlich Menschen, die das für einen Live Stream halten - da diese aber auch Anhänger von Chemtrails, Flacher Erde und sonstigem Mist sind - ist ein Quell ewigen Amüsements für mich :kicher::kicher::kicher::kicher:

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Geschrieben am
(Geändert am 20. August 2018 um 9:17 Uhr)
mischka (Profil)
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@Aglaija: Warum gehören sie noch zum Bekanntenkreis?

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Geschrieben am
Mandarine (Profil)
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@mischka Wahrscheinlich, weil es unter diesen Leuten auch Menschen gibt, die nicht permanent ihre Weltansicht in die Atmosphäre pusten, und die deshalb abseits dieser speziellen Themen ganz erträglich sein können. Ich habe auch ein paar solcher Leute in meinem Bekanntenkreis, und wenn man nicht ganz gezielt deren Meinung zu einem dieser Themen abfragt, bekommt man deren krude Ansichten gar nicht mit - insofern sehe ich persönlich da gar keinen Handlungsbedarf, nur um mich moralisch überlegen fühlen zu können.

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Geschrieben am
mischka (Profil)
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@Mandarine: Also ganz ehrlich, wenn die Bekannten "ein Quell ständigen Amüsements" sind, so scheint Aglaija sie nicht sonderlich zu respektieren. Freunde oder Bekannte, über die ich mich ständig lustig mache, existieren bei mir allerdings nicht. Ich bin halt der Auffassung, dass Respekt bei Freund- und Bekanntschaften wichtig ist. Wenn ich jmd. nicht respektiere, so versuche ich auch, ihn weitestgehend aus meinem Freundes- bzw. Bekanntenkreis los zu werden.

Jedenfalls meinte ich nicht, dass man diese Leute wegen ihrer Weltansicht aus dem Bekanntenkreis werfen sollte, sondern wegen des mangelndem Respekts.

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Geschrieben am
Aglaija (Profil)
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@Mischka: vielleicht definiert jeder für sich auch "Bekannte" anders. Im erwähnten Fall sind das Facebook Bekanntschaften, die tatsächlich unter der Kategorisierung "entfernte Bekannte" laufen. Ich bekomme den Schwurbel nicht live mit, sondern nur im FB. Ja, zum Großteil amüsiere ich mich darüber (so gehässig bin ich) und manchmal versuche ich sachlich dagegen zu wirken (was, wenn auch sehr gering, zumindest mal zu einem Ansatz von Umdenken geführt hat). In meinem Live Bekannten & Freundeskreis würde ich auf Dauer mit so jemanden nicht klar kommen, da es einfach zu viele Reibungspunkte gibt. Es gibt nur eine Ausnahme, einen gute Freund, den ich sonst sehr schätze, hat zu einem Thema eine recht verschwörungstheoretische Ansicht. Nach einigen erbitterten Diskussionen haben wir uns darauf geeinigt in unserer Freundschaft dieses Thema komplett auszuklammern und das funktioniert recht gut.

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Geschrieben am
bört
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Wie markiert man einen Teil des Kommentars eigentlich als Zitat?

"Warum hält er Drogen für Teufelszeug? Nicht wegen seiner katholischen Gesinnung (die Bibel verbietet ja keine Drogen), sondern weil es viele Leben zerstört."

Dass er das religiös begründet habe ich nicht behauptet, weiß ich im Grunde auch nicht. Das ist ja letztlich auch egal, wie er es begründet, aber die Auffassung: "Drogen sind schlecht und diejenigen, die sie verbreiten, haben ihre Rechte verwirkt" ist doch wohl eine Gesinnung, oder?

"Wenn er aber die einen Leben zerstört, um zu verhindern, dass andere Leben zerstört werden, dann handelt er meiner Meinung nach nicht gesinnungsethisch, da das inkonsistent wäre."

Eines der Argumente, dass Flüchtlingshelfer Gesinnungsethiker sind, besteht doch immer darin, dass sie die Folgen in den Herkunftsländern nicht auf dem Schirm haben. Jetzt ist inkonsequenz auf einmal ein Zeichen für Verantwortungsethik?

"Das Gericht wusste um die Brisanz der Entscheidung und dass man es eilig hat, ihn loszuwerden."

Das Gericht hätte also davon ausgehen sollen, dass es belogen wird?

"Und es hat trotzdem kein Fax geschickt. Da also den Behörden einseitig den Schwarzen Peter zuzuschieben, find ich beknackt."

Wenn ich davon ausgehe, dass jemand nicht in der Nacht abgeschoben wird, gehe ich normalerweise auch davon aus, dass ich nach 19:00 kein Fax mehr schicken muss, sondern dass es reicht, die Entscheidung auf dem normalen Dienstweg 12 Stunden später bekannt zu geben.
Übrigens war der Mann nach Verkündigung der Entscheidung immer noch lange genug in der "Gewalt" Deutscher Behörden, wurde aber - das Urteil ignorierend - den tunesischen Behörden übergeben.

"Wer wurde denn da falsch abgeschoben? Ich hab nur von dem gehört, der sich da umgebracht hat, und der hat die Abschiebung verdient."

Ein weiterer Afghane wird demnächst (oder wurde schon) zurückgeholt, weil sein Verfahren noch läuft. Er wurde abgeschoben, weil die Behörden seine Identität falsch zugeordnet haben.

"Einen Gefährder loszuwerden, bevor das Gericht entschieden hat, das ist für mich eindeutig Verantwortungsethik. Man wägt die Konsequenzen ab und tut das, was im Endeffekt das Problem schneller beseitigt."

Nur dass man halt die Konsequenzen dieser Haltung nicht zuende gedacht hat. Wenn eine wie auch immer behauptete "Gefährdung" ausreicht, jemanden ohne juristische Grundlage zu "beseitigen" (und zwar vorerst unumkehrbar, wie ja beispielsweise der Fall Sami A zeigt), könnte das für alle anderen Bürger auch recht unangenehm werden. Das bayrische Polizeigesetz geht da schon in eine recht beunruhigende Richtung...

"um ein Asylverfahren langwierig durchzuziehen, welches sowieso hinfällig ist, weil Sami A. ganz offensichtlich in Tunesien weder gefoltert wird noch (falls sie ihn wieder nach Deutschland lassen) eine unfaire Strafverfolgung in Tunesien zu erwarten hätte "

Sämtliche Entscheidungen in dem Fall sind bislang vorläufig. Sollte er in Tunesien tatsächlich freikommen, entfällt hierzulande auch der Asylgrund (falls er überhaupt einreist).

"Man muss aber auch aufpassen, dass man als Gesinnungsethiker nicht blind beteuert, man hätte doch alle Konsequenzen durchdacht und würde nicht einfach nur aus Prinzip handeln."

Auch "Verantwortungsethiker" können nicht alle Konsequenzen durchdenken, denn irgendwann werden sämtliche Überlegungen zur Spekulation. Hinter beiden Haltungen steckt irgendeine Gesinnung (das ist "Ethik" ja immer - kosmisch gesehen ist es ja ziemlich egal, wie es der Menschheit an sich geht), und beide Haltungen sehen natürlich auch auf die Konsequenzen ihrer Haltung (denn ohne Konsequenz wäre ja jede Handlung Zeitverschwendung)
Der Unterschied besteht nur darin, welche Folgen man wie stark gewichtet und welche man ggf komplett ausblendet.

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Geschrieben am
Mandarine (Profil)
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@bört Links neben dem Eingabefeld ist ein Link namens "Smilies + Codes", ganz unten werden die akzeptierten BB-Codes erklärt.

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Geschrieben am
IdefixWindhund (Profil)
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Kommentare funktionieren so:
[ q u o t e ] Was man kommentieren möchte [ / q u o t e ]

Natürlich wird das, was in den eckigen(!) Klammern ist, alles zusammen ohne Leerzeichen zusammen geschrieben. Eckige Klammern gibt es unter MS Windows mit Alt Gr + 8 und Alt Gr + 9. Das Slash Zeichen / gibt es unter MS Windows mit Shift (große Pfeil nach oben Taste bzw. Großbuchstabentaste) + 7.

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Geschrieben am
(Geändert am 21. August 2018 um 9:53 Uhr)
Discobutcher (Profil)
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Klopfer, du hast einen guten Geschmack was Pornosternchen angeht !
Das lässt ja hoffen, dass sich Bunny Hub bald als Säule der zwischenmenschlichen Kommunikation etabliert.

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Geschrieben am
KainAutor (Profil) (Website)
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Hm. Finde ich schwierig mit der Gesinnungs vs. Verantwortungsethik. Also so wie ich es verstanden habe geht es bei GE quasi nur ums Prinzip und bei VE mehr um die Konsequenzen einer Entscheidung.
Deine Zuordnung in den Beispielen kann ich aber nicht immer nachvollziehen. Den ersten Absatz gehe ich ja noch mit. Aber ein "brutaler, fernab von rechtsstaatlichen Prinzipien ablaufender Kampf gegen die Drogenkriminalität" hat für mich weder mit Verantwortung noch mit Ethik zu tun. Klingt für mich mehr nach purer Gesinnung. ("Kampf den Drogen - um jeden Preis!") Unter Verantwortungsethik würde ich da eher "Lindern statt bekämpfen" verstehen.

Flüchtlingsrettern im Mittelmeer Gesinnungsethik zu unterstellen, finde ich doch sehr gewagt. (Vor allem lässt sich sowas vom bequemen Wohnzimmer im doch sehr verwöhnten Deutschland leicht sagen.) Wenn man die Leute aus dem Meer fischt hat man eben auch Verantwortung für sie. Sie dort wieder abzuladen, wo sie hergekommen sind, ist eben keine Alternative. Wenn ich erwarten muss, dass sie dort verfolgt oder getötet werden, hätte ich die auch gleich absaufen lassen können. Wenn ich das nicht erwarten kann oder will, muss ich trotzdem damit rechnen, dass sie sich bald wieder auf den Weg machen. Dann muss ich sie entweder immer wieder rausfischen oder eben doch irgendwann mal absaufen lassen.
Oder ich bringe sie halt nach Europa, dem es trotz allem lauten Gejammer doch eigentlich ziemlich gut geht ..

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Geschrieben am
(Geändert am 21. August 2018 um 21:07 Uhr)
Sajoma (Profil)
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@KainAutor: Dass Europa nicht über Nacht untergeht, wenn man Flüchtlinge aufnimmt, ist klar (oder wenigstens sehr wahrscheinlich). Dass man aber jammert, wenn man das Gefühl bekommt, die Situation gerät außer Kontrolle (oder ist es bereits), was wiederum in Zukunft durchaus zu einem Untergang des Europas, das wir kennen, führen könnte, ist nur menschlich. Bleibt die Frage, ob und wenn ja, mit welcher Wahrscheinlichkeit, das eintreten wird. Sollte es das tun, stünde ich da zum Beispiel nicht drüber, egal, wie pazifistisch, humanistisch und hilfsbereit ich gegebenenfalls sein (wollen) mag.

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Geschrieben am
KainAutor (Profil) (Website)
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@Sajoma
Jo. Dem kann man nicht widersprechen. Ich finde es auch nicht schlimm, wenn man sich darüber beschwert. Im Gegenteil: Ich finde es sogar sehr verständlich.

Ich würde halt nur nicht das Handeln von Flüchtlingsrettern im Mittelmeer als Gesinnungsethik kategorisieren, nur weil deren Handlung ggf. meinen eigenen Wünschen zuwider läuft. Das halte ich auch unabhängig davon, wo sie die Flüchtlinge abladen. Meiner Ansicht nach lässt sich das, was dort abläuft, gar nicht in GE und VE einteilen: Man hat Menschen in Seenot gerettet. Vollkommen egal was man nun tut, es hat Konsequenzen - und zwar gute wie schlechte. Für irgendeine Option muss man sich nun aber entscheiden - das heißt aber nicht dass einem die Konsequenzen daraus nicht bewusst bzw. egal wären.

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Geschrieben am
(Geändert am 22. August 2018 um 12:35 Uhr)
KainAutor (Profil) (Website)
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@Sajoma
Zur Frage ob und wann Europa untergeht: Ich gehe mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon aus, dass das innerhalb der nächsten 100-200 Jahre der Fall sein wird. Ebenso wie ich fest davon überzeugt bin, das wir gerade erst am Anfang einer Migrationsbewegung stehen, gegen die wahrscheinlich im historischen Rückblick selbst die Völkerwanderung blass aussehen wird. (Und die hat ja angeblich schon Rom zu Fall gebracht. Ich weiß, ist strittig.)

Wenn ich von "Untergang" spreche, meine ich das aber nicht so wie der zottelige, nackte Mann mit dem "Das Ende ist nahe"-Schild auf der Straße. Ich sehe darin eher einen langfristigen und unvermeidbaren Wandel. So wie er eben schon seit Jahrmillionen auf diesem Planeten passiert.

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Geschrieben am
(Geändert am 22. August 2018 um 13:00 Uhr)
Gast (Profil)
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Man sollte da entspannt bleiben. Bis zur Industrialisierung waren die Europäischen Staaten eher unter ferner liefen zu verbuchen. China war Jahrhunderte die Supermacht, gemessen in seiner Bevölkerung, seinem militärischen und kulturellen Einfluss. Ist halt demnächst vielleicht wieder so. Heißt ja nicht, dass es sich auf dem dritten Platz oder so nicht ebenfalls gut leben lässt.

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Geschrieben am
Olli
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Ich bin rhetorisch nicht so geschickt. Deswegen nur einige Angriffspunkte.

Gefährder ist nur ein Schlagwort. Heißt so viel wie, wir glauben er ist ein Terrorist oder potentieller Terrorist, aber haben nicht mal Indizien. Gibt es auch nur in dem Bereich. Bei Zuhältern oder Gruppen aus dem Motorsport traut man sich das nicht.

Der Krieg gegen die Drogen ist auch schon lange gelaufen. Selbst in Ländern mit extrem harten Strafen bekommt man das Problem nicht in den Griff. Aber mal versuchen das ganze zu legalisieren?Undenkbar.

PS Ich hasse Google-Captchas.

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Geschrieben am
KainAutor (Profil) (Website)
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@Olli
Es gibt ja ein paar Länder, die es zwar nicht komplett legalisiert haben, aber es zumindest nicht mehr kriminalisieren. Stattdessen wird dort Süchtigen Hilfe in Form von freien Zugang zu Drogen, sauberen Spritzen und Räumen angeboten. Und siehe da: Es hat geholfen.

Finde ich den richtigen Ansatz. Das Problem sind ja nicht die Drogen, sondern die Sucht. Und die kann man ebensowenig "bekriegen" wie Depressionen oder Diabetes. Die Rauschgift-Illegalisierung ist ja eben der Geburtshelfer der Drogenkriminalität, nicht ihr Henker.

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Geschrieben am
Klopfer (Profil) (Website)
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Okay, ich glaube, manche hier sind einem Missverständnis erlegen: Ich habe nicht gesagt, dass ich Dutertes Vorgehen für richtig halte oder auch für die logische Schlussfolgerung aus der Verantwortungsethik. Es ist zweifellos möglich, dass man auch mit Verantwortungsethik auf andere Lösungen für die Drogenproblematik kommt. Dass Leute denken, diese Politik wäre eine Ausgeburt von Gesinnungsethik, nur weil "Ich bin gegen Drogen, ich mach alles platt", halte ich immer noch für zu kurz gedacht, aber gut, denkt halt, was ihr möchtet.
(Es ist auch generell möglich, dass man sowohl mit Gesinnungs- als auch mit Verantwortungsethik zum gleichen Schluss kommt, aber auf verschiedenen Wegen.)

Dass wiederum Leute denken, Migranten, die man aus dem Meer gefischt hat, gleich nach Europa zu holen, wäre Verantwortungsethik, finde ich allerdings vollkommen absurd. Natürlich kann man bei den Konsequenzen bedenken, dass denen in Libyen Folter etc. droht (was allerdings auch keine Gewissheit ist). Aber damit scheint dann für die meisten Leute das Bedenken der Konsequenzen auch abgeschlossen zu sein. Dass man diese (mögliche) Konsequenz vermeiden will, füttert sich allerdings aus dem universellen Verständnis eines Menschenrechts. Und das ist Gesinnung. Denn handfeste Vorteile gibt es nur für die Geretteten, nicht für die Aufnahmeländer, egal wie blumig uns versprochen wurde, wie Fachkräftemangel und Rentenkassen jubeln würden, realistisch ist nichts davon. Im Saldo sind sie für die Aufnahmeländer eine Belastung auf Dauer. Und da bleibt im Endeffekt nicht viel übrig, was rein verantwortungsethisch auf den Punkt "Die sollten alle nach Europa gebracht werden" führt. Und da fordere ich auch gerne diejenigen heraus, die das Gegenteil behaupten, diese Schlussfolgerung verantwortungsethisch zu verteidigen, ohne an ein allgemein gültiges Menschenrecht zu appellieren.

Nur dass man halt die Konsequenzen dieser Haltung nicht zuende gedacht hat. Wenn eine wie auch immer behauptete "Gefährdung" ausreicht, jemanden ohne juristische Grundlage zu "beseitigen" (und zwar vorerst unumkehrbar, wie ja beispielsweise der Fall Sami A zeigt), könnte das für alle anderen Bürger auch recht unangenehm werden.

Es hat nicht jeder das Recht, hier zu leben. Bürger haben das Recht. Jemand, der von woanders kommt, hat dieses Recht nicht automatisch, und ich würde argumentieren, dass die Konsequenzen, einfach hier jeden aufzunehmen, auch wenn er ein übler Mensch ist, und ihn nur dann (eventuell oder aber auch gar nicht) loszuwerden, wenn er auch hierzulande Menschen konkret geschädigt hat, noch viel gravierender sind. Denn dann wird das Vertrauen in den Staat komplett in die Grütze geritten, und man muss sich nicht wundern, wenn die Einheimischen grantig werden.

Sämtliche Entscheidungen in dem Fall sind bislang vorläufig. Sollte er in Tunesien tatsächlich freikommen, entfällt hierzulande auch der Asylgrund (falls er überhaupt einreist).

Wenn er freikommt, warum muss man ihn dann überhaupt zurückholen? Dann kann man das Verfahren auch so beenden.

Flüchtlingsrettern im Mittelmeer Gesinnungsethik zu unterstellen, finde ich doch sehr gewagt. (Vor allem lässt sich sowas vom bequemen Wohnzimmer im doch sehr verwöhnten Deutschland leicht sagen.)

Im Gegenteil: Wenn man im bequemen Wohnzimmer sitzt und sich nicht selber um die Probleme kümmern muss, die durch die Migration in den Aufnahmeländern entstehen, dann fällt es leicht, rein nach Gesinnungsethik zu urteilen. Wenn Italiener sich zurückgesetzt fühlen, weil ihre Familien in Not nur mit 320 Euro unterstützt werden, aber der Staat für die Migranten viel mehr Geld aufwenden muss, dann ist es auch leicht, im bequemen Wohnzimmer zu sagen, wie scheiße doch Italien ist, weil es sich weigert, die aufzunehmen.

Man sollte da entspannt bleiben. Bis zur Industrialisierung waren die Europäischen Staaten eher unter ferner liefen zu verbuchen. China war Jahrhunderte die Supermacht, gemessen in seiner Bevölkerung, seinem militärischen und kulturellen Einfluss. Ist halt demnächst vielleicht wieder so. Heißt ja nicht, dass es sich auf dem dritten Platz oder so nicht ebenfalls gut leben lässt.

Das Problem ist ja nicht unbedingt, dass einen andere überholen, sondern dass man selber zurückfällt. Und momentan bewegen wir uns im Rückwärtsgang, weil man sich nicht traut, den Neuankömmlingen zu sagen, dass sie die Teile ihrer Herkunftskultur aufgeben sollten, die dafür sorgen, dass ihre Heimatländer so kacke sind.

Gefährder ist nur ein Schlagwort. Heißt so viel wie, wir glauben er ist ein Terrorist oder potentieller Terrorist, aber haben nicht mal Indizien. Gibt es auch nur in dem Bereich.

Quatsch. Bei Sami A. gibt's Hinweise, dass er Bin Ladens Leibwächter war, dass er Salafist ist, dass er den Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt gefeiert hat und dass er gedroht hat, Deutschland würde Blut weinen, wenn er abgeschoben werden würde. Wenn es wirklich keine Indizien gäbe bei den Gefährdern, wie kommt's dann, dass es nur knapp 770 sind, mit denen das Bundesinnenministerium rechnet?

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Geschrieben am
(Geändert am 23. August 2018 um 19:43 Uhr)
KainAutor (Profil) (Website)
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Hm. Bei Duterte verstehe ich was du meinst, finde es aber nicht so eindeutig das ich es als Beispiel gewählt hätte. Ich wollte auch nicht ausdrücken, dass du das befürwortest. Nur hätte ichs halt als Gesinnung eingestuft, so wie den Drogenkrieg generell.

Bei dem Mittelmeer-Thema habe ich ja weiter oben schon geschrieben, dass ich die Begriffe dort generell nicht anwendbar finde. Wirklich anwenden kann ich sie doch nur auf konstruierte Probleme, die eigentlich keine sind. (Das Wikipedia-Beispiel mit den Zeugen Jehovas finde ich recht gut gewählt.) In dem Moment wo ich ein echtes moralisches Dilemma habe, bei dem ich zwangsweise mit einem Schuh in die Kacke treten muss, ist der Luxus einer solchen Kategorisierung imo nicht mehr gegeben - und auch nicht sinnvoll.

Aber wer solche Einteilungen unbedingt für sein Weltbild braucht, darf mich gerne Gesinnungsethiker nennen. :schulterzuck:

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Geschrieben am
Gast (Profil)
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Ich finde ja nicht, dass wir uns wirklich im Rückwärtsgang bewegen. Gibt es wirklich einen gesellschaftlichen Wandel durch Zuwanderer? Ist ja nicht so, als würde bei VW das Badn nicht mehr rollen, weil die nur noch Leute eingestellt haben, die mit einer "kommste-heute-kommste-morgen" Haltung ständig nicht auftauchen. Es sind ja auch in den Forschungsabteilungen nicht alle dümmer geworden und tüfteln nun nix mehr aus. Die Korruption inder öffentlichen Verwaltung ist wohl auch noch nicht dramatisch nach oben geschnellt (Korruption ist der Wirtschaftskiller schlechthin). Ich sage nicht, dass wir nicht vor Problemen (oder wie man so gerne sagt: Herausforderungen) stehen, aber Rückwärtsgang... vielleicht stagnieren wir in einigen Bereichen.

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Geschrieben am
Sajoma (Profil)
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@Gast: Hätte den Kommentar eher auf die allgemeine Entwicklung bezogen, denn wie gesagt, über Nacht geht Europa wohl nicht unter. Stagnieren mag das erste Zeichen dafür sein oder auch schlicht eine Phase, ich weiß es nicht.
@KainAutor: Ich denke, es gibt Leute, die schon das Retten an sich anzweifeln, und von dem Standpunkt aus kann man die Einteilung vielleicht vornehmen. Allgemein ist so eine Einteilung nur so sinnvoll, wie sie nützlich ist. Wenn man sie eher als Lageraufteilung denn als Ansatz, seinen und den Standpunkt seines Gegenübers besser zu verstehen, nutzt, kann man sie getrost in die Tonne treten.

Wenn die Unruhen, Gewalt und das Menschenbild, was dazu führt, das Europa in 200 Jahren definieren, mag ich daran keinen Anteil haben und muss wohl zusehen, meinen Beitrag dazu zu leisten, dass dem nicht so kommt. Ob man Weltmacht ist oder nicht, kann einem nur so lange egal sein, wie die Weltmächte einem nicht vor die Schuhe kotzen.

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Geschrieben am
KainAutor (Profil) (Website)
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@Sajoma
Gehe ich mit. Aber auch dann finde ich diese Begriffe als Werkzeug ungeeignet. Für Historiker mag die Einteilung in GE und VE Sinn machen, für den Handelnden und seine Zeitgenossen weniger. Denn zum Zeitpunkt der Handlung sind schlichtweg nicht alle Konsequenzen absehbar und beide Begriffe sind rein moralisch neutral. Rein ethisch ist es zunächst mal egal, ob ich "meinen Leuten" helfen will oder "anderen Leuten". Am Ende zählt nur das Ergebnis, ob sich die Konsequenzen meiner Handlung mit meinen Intentionen decken.

Wenn ich die Förderation und ihre Werte erhalten will, aber bereit bin, genau diese Werte aufzugeben, indem ich einen Genozid an Klingonen begehe, hab ich genau das Gegenteil erreicht von dem was ich eigentlich wollte: Am Ende wird die Galaxis von einer Fraktion bevölkert, die die andere vernichtet hat.
Wenn ich mich stattdessen um einen friedlichen Ausweg bemühe, könnte es vielleicht passieren, dass die Klingonen die Förderation vernichten und ich das gleiche Ergebnis bekomme. Der Knackpunkt ist das Wörtchen "Vielleicht".

Man muss sich fragen: Warum will ich denn eine bestimmte Kultur bzw. Gesellschaft schützen und erhalten? Will ich ihre Werte schützen, von denen ich glaube, dass sie so vielen Menschen wie möglich ein gutes Leben ermöglichen? Oder will ich nur mich selbst als Teil dieser Gesellschaft schützen?

Wenn ich die Werte schützen, bleibt mir gar keine andere Wahl, als Gesinnungsethisch zu handeln, sobald sich ein Konflikt zwischen diesen Werten und ihrer Verteidigung ergibt.
Wenn ich mich selbst schützen will, kann ich das natürlich tun. Das ist mein gutes Recht. Das ist dann aber keine der beiden Ethikformen, sondern Egoismus.

Verantwortungsethisch kann ich beides tun: Wenn meine Taten sich mit meinen Intentionen decken schütze ich entweder meine (Gesinnungsethischen) Werte oder eben mich selbst, meine Freunde und meine Familie. Letzteres im Zweifelsfall sogar existentiell und damit vollkommen legitim.

Zum europäischen Wandel:
Meine Erwartung wäre eher, dass die Kulturen sich innerhalb der nächsten 200 Jahre so sehr vermischen, dass es die heutigen Gruppierungen und Grenzen einfach nicht mehr gibt (dafür wahrscheinlich andere). Wenn wir gut sind, schaffen wir es, die Werte die uns heute wichtig sind sind zu erhalten (zumindest teilweise). Wenn nicht werden sie vielleicht durch andere Werte ersetzt. Ob diese dann besser oder schlechter sind, wir dann wiederum die Zeit zeigen.

Was können wir also tun um die Zukunft in unserem Sinne zu gestalten? Die Werte, die uns wichtig sind und die wir erhalten wollen um jeden Preis leben und weitergeben!

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Geschrieben am
(Geändert am 24. August 2018 um 12:31 Uhr)
KainAutor (Profil) (Website)
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Um an der Stellle mal meinen persönlichen Standpunkt auszuräumen:

Ich finde es nicht geil, wenn massenhaft Migranten über das Mittelmeer hier einschippern. Ich kann es den Rettern dort nur nicht verübeln, dass sie sie nicht dort absetzen wollen, wo sie hergekommen sind. Ebensowenig kann ich es Ländern wie Italien verübeln, dass sie sie nicht aufnehmen wollen, weil sie schon genug um die Ohren haben.
Und ich kann es den Flüchtlingen (im Gegensatz zu einigen anderen) nicht verübeln, dass sie sich überhaupt auf den Weg machen. Ich meine: Die sind doch nicht doof. Die wissen doch was für Strapazen da auf sie zukommen und dass viele von ihnen die Reise wahrscheinlich nicht überleben werden. Dass sie sich trotzdem auf dem Weg machen (inkl. Schwangerer und Kinder!), ist für mich nicht anders zu erklären, als mit purer Verzweiflung.

Zu sagen "Das Land aus dem ihr flüchtet ist scheiße, weil eure Kultur so scheiße ist", ist mir zu einfach. Ebenso wie "Passt euch meiner Kultur an, damit es hier nicht auch scheiße wird!"
Vielmehr würde ich schätzen dass die jahrhundertelange Ausbeutung des afrikanischen Kontinents, sowie Klimawandel und knapper werdendes Wasser ihren Teil dazu beitragen.
Letztendlich ist es ja auch egal, warum diese Menschen kommen. Sie kommen. Und es werden (meiner Ansicht nach) noch sehr viel mehr kommen. (Spätestens wenn ihnen das Wasser ausgeht, wird doch keiner dort hocken bleiben und auf den Tod warten.)

Eine Lösung kann ich leider keine bieten, außer das man halt versuchen muss, das Beste aus den gegebenen Umständen zu machen. Vielleicht bessern sie sich ja dadurch.

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Geschrieben am
(Geändert am 24. August 2018 um 12:51 Uhr)
Praeriebaer
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Egal wo ich hingehe, wenn ich irgendwo herkomme, wo es schlechter läuft, muss ich mich nicht wundern, wenn jeder von mir verlangt, dass ich mich ihnen anpasse. Und das sehen die Neuankömmlinge aus Afrika auch genauso bevor sie hier ankommen! Erst unsere "Tolleranz" sorgt dafür, dass sie ihre Kultur hier erhalten.

Wenn wir von Anfang an von ihnen verlangen würden, im Sommer shorts zu tragen um im Schwimmbad Bikini und Badehose, gäbe es überhaupt keine Probleme hier, die würden das ziemlich anstandslos so umsetzen, weil sie aus ihren Ländern gewohnt sind zu tun, was von ihnen erwartet wird. Wenn wir nichts abverlangen, gibts auch nichts wo sie sich anpassen könnten.

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Geschrieben am
Gast (Profil)
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Totgesagte leben länger. Europa hat Völkerwanderungen überstanden, Mongolische udn Türkische Invasionen, den Kommunismus überlebt udn auch die Pestepidemien. Auf diesem Boden wurde mehr Kriege geführt als irgendwo sonst, inklusive zweier Weltkriege. War hatten alles, Monarchie, Anarchie, Demokratie und alles dazwischen udn daneben, inklusive größenwahnsinnigen udn durchgeknallten Diktatoren. Wir hatten die Inquisition, die Religionskriege, die Hexenverfolgung, verflucht, Europa hat aber auch nichts ausgelassen was irgendiwe Spaß machen könnte. Ich habe die seltsame Hoffnung, dass wir auch nach einer weiteren Weltwirtschaftskrise und einer großen Zuwanderungswelle uns wieder berappeln. Dauert vielleicht, aber wird schon.

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Geschrieben am
Praeriebaer
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Der Unterschied vom alten Europa zum heutigem Afrika ist Stellenweise auch nur, dass hier damals schon mehr Bäume standen. Die Europäer haben sich früher gegenseitig beklaut, betrogen um umgebracht, dass die Heide wackelte. Wenn du Nostalgiker bist, schaue dir das doch in Afrika an.

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Geschrieben am
KainAutor (Profil) (Website)
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@Praeriebaer
Das was du dir wünschst, ist halt keine Integration, sondern Assimilation.

@Gast
Schön formuliert. Aber tatsächlich hat sich ja auch Europa innerhalb all dieser Prozesse, die du beschreibst, immer wieder gewandelt (ebenso wie die ganze Welt). Sowohl kulturell als auch ethnisch und politisch, ja sogar ökologisch. So stelle ich mir das auch in Zukunft vor.

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Geschrieben am
(Geändert am 25. August 2018 um 23:59 Uhr)
Gast (Profil)
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Naja, gewandelt schon, aber einen gewissen Kern hat es sich dabei bewahrt dieses Europa. Zumindest gibt es diese these von einem militärhistoriker, dessen Name mir mal wieder entfallen ist... hat ein lesenswertes Buch geschrieben "Why the West has won", vielleicht gibt es das auch auf deutsch. Da zieht er von den Griechen, die gegen die Perser ausrückten, über die Spanischen Eroberer von Mexiko bis zu den Schlechten des zweiten Weltkriegs eine Linie. Verkürzt ist die Aussage, der Westen hat nie wegen seiner Technologischen Überlegenheit gewonnen, sondern wegen seinem unbedingten Willen zum Überleben und Gewinnen. Ich glaube so war das, ich müsste es nochmal nachlesen...

Dazu passend als Anekdote, in Chile gibt es ein Stück Land, das ist so karg und öd, da sagen die Einheimischen drüber, das sei ein Land, das könne nur von Deutschen bestellt werden. Weil deutsche Aussiedler irgendwann kamen und mit viel Fleiß und Geduld dem Land langsam etwas Fruchtbarkeit abtrotzen konnten. Die Einheimischen hatten das längst aufgegeben.

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Geschrieben am
Praeriebaer
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Das Grundgesetz verbietet die Burka genauso wie Frauen ein Kopftuch vorzuschreiben oder sie 5m hinter dem Ehemamm gehen zu lassen, auch Beschneidung ist hier nicht legal. Wo ist deine Grenze und was willst du da diskutieren? Frauen dürfen hier arbeiten und müssen keinen Ehrenmord befürchten wenn sie fremdgehen oder vor der Ehe Sex haben. Der Islam ist mit uns unvereinbar, da lohnt Integration eigentlich nicht.

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Geschrieben am
KainAutor (Profil) (Website)
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@Gast
Wie würdest du denn den erhaltenen Kern definieren, außer durch die Eigenschaften Fleiß, Geduld und Hartnäckigkeit?
Ich werde mal schauen, ob ich das Buch irgendwo finde. Aber die These, dass der Westen sich nur aufgrund eines stärkeren Willens durchgesetzt hat, finde ich wackelig. Technischer Vorsprung und durch innere Konflikte vertiefte strategische und taktische Erfahrung haben da sicher auch eine große Rolle gespielt. Nicht zu vergessen, der Heimvorteil. Die Griechen kannten ihr Land besser als die Perser. Ebenso wie die Russen als die Deutschen bis nach Stalingrad kamen, oder eben die Vietnamesen (Nichteuropäer) als die Amerikaner (emigrierte Europäer) zu Besuch kamen. Dass die Europäer wiederum im Ausland so erfolgreich waren, würde ich vor allem auf hoffnungslose technische Überlegenheit zurückführen. Im Falle Amerikas haben die von ihnen eingeschleppten Krankheiten die Ureinwohner schneller dezimiert, als sie sie abschlachten konnten.


@Praeriebaer
Das Grundgesetzt verbietet Burkas und Kopftücher? :huh: Kannst du das außer mit implizierten (aber nicht nachgewiesenen) Zwang begründen?
Das Handlungen, die gegen unsere rechtsstaatlichen Prinzipien verstoßen, geahnded werden sollten, gehe ich ja mit. Ich tue mich nur schwer damit, sie identitär einer ganzen Kultur zuzuordnen, weil ich damit echt verdammt viele Menschen stigmatisierte.

Ich tue mich auch schwer damit, die Problematik bestimmter Handlungen nachzuvollziehen, die unserer Gesetzgebung nicht zuwiederlaufen und damit auch nicht geahndet werden. Stichwort Burka: Bei allen Baustellen die wir in diesem Land mal angehen könnten, allen voran in den Bereichen Bildung und Armut, diskutieren wir wochen- und monatelang über die Bekleidung einiger Frauen in der Öffentlichkeit. Dabei fällt der eigentliche innenpolitsche Handlungsbedarf unter den Tisch. Daraus wachsen und verschärfen sich Probleme, für die wir dann wieder einen Sündenbock suchen - am besten in Form der Fremden, die ins Land schwappen und über die wir dann wieder (am besten im Wahlkampf) ellenlang diskutieren. Das ist doch ein Teufelskreis, der uns kein Stück voranbringt.

Frag dich mal ehrlich, weshalb du unsere Kultur als jener der Migranten überlegen empfindest.
Sind es die Prinzipien wie Menschenwürde und Gleichberechtigung? Dann kann die Antwort zu deren Verteidigung nicht in Zwangsassimilation liegen. Das wäre konträr.
Sind es schlichtweg identitäre Merkmale? (Ist halt meine Kultur und die besteht nunmal aus öffentlicher Nacktheit, Alkoholkonsum und Schweineschnitzel.) Damit wäre eine Assimilation natürlich vereinbar, aber meiner bescheidenen Ansicht nach weder erstrebenswert noch möglich.

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Geschrieben am
(Geändert am 26. August 2018 um 9:20 Uhr)
Praeriebaer
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Die Burka ist wegen Vermummung verboten, das Kopftuch ist wie alles andere auch bei Zwang verboten. Das ist bei einer Religion die Frauen unter die Männer stellt meist der Fall. Unsere Kultur ist wirtschaftlich erfolgreicher, es gibt auch Aspekte wo die Moslems besser sind. Wer stiehlt dem wird in muslimischen Ländern die Hand abgehackt, ich hatte nir so wenig Angst um meine Koffer wie auf dem maledivischem Flughafen!

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Geschrieben am
mischka (Profil)
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Das Vermummungsverbot untersagt den Teilnehmern von Demonstrationen, ihr Gesicht zu verdecken oder Gegenstände mitzuführen, die dazu bestimmt sind, das Gesicht zu verdecken und damit die Feststellung der Identität zu verhindern, beispielsweise Sturmhauben.
Also ist die Burka erst mal nur bei Demos verboten.

Davon ab, ist das Vermummungsverbot nicht im GG.

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Geschrieben am
Aglaija (Profil)
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@präriebär: Es wird in der ganzen Diskussion immer gern unterstellt, der Islam sei die frauen feindliche Religion und deswegen sei "unsere" christliche Kultur per se überlegen.
Tja, wenn ich mal die Bibel mit dem Koran Vergleiche, gibt es da diverse parallelen und beide liefern sich ein Kopf an Kopf rennen. Daher kann ich meist nur lachen, wenn mit Arroganz auf die Überlegenheit der christlichen Werte hingewiesen wird.
Ich als DDR Atheistin kann mich damit sowieso nicht identifizieren...

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Geschrieben am
(Geändert am 26. August 2018 um 11:36 Uhr)
Sajoma (Profil)
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@KainAutor: Zwangsassimilation für mehr Menschenwürde klingt ein wenig nach dem alten Spruch "war for peace is like fucking for virginity", da hast du wohl recht. Abgesehen von Schweineschnitzeln kann ich aber durchaus nachvollziehen, dass jemand seine Kultur schätzt, schlicht, weil es seine Kultur ist. Kulturelle Vielfalt ist ebenso auf dem absteigenden Ast wie viele andere gute Dinge. Es stellt sich die Frage: Wenn(!) meine Kultur und damit Identität von Schweineschnitzel bis Menschenwürde in Gefahr ist, wo bin ich ggf bereit, Abstriche zu machen im Sinne eines gesellschaftlichen Wandels, und wo will ich nicht zulassen, dass meine Werte verlorengehen? (Sagen wirs so, Schweineschnitzel ist mir weniger wichtig, gilt aber nicht für große Teile der restlichen Kultur.) Die nächste Frage ist, was für Optionen habe ich? Und wenn die Leute im selben Land wohnen und tatsächlich darauf erpicht sind, ihre Werte durchzusetzen, obwohl es meine gefährdet: dann ist Zwangsassimilation das erste, was den meisten einfällt. Oft auch das einzige. Was ist dein Vorschlag? (Gehen wir mal von dieser Situation aus, auch, wenn sie möglicherweise nicht 1:1 der Realität entspricht.)

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Geschrieben am
KainAutor (Profil) (Website)
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@ Sajoma
Solange die Assimilation nicht eben die Werte konterkariert, die ich erhalten will kann ich das machen. (Ich kann das, genau wie du auch nachvollziehen und verurteile es nicht. Ich nenne das Kind nur gern beim Namen.) Wenn es mir z.B. nur um wirtschafliche Aspekte ginge und nicht um ethische. Ansonsten werde ich selbst zu dem was ich bekämpfen will: Nämlich ein Unterdrücker. Und das Problem ist: Wenn ich Unterdrückung erst einmal legitimiert habe, ist es schwer sie wieder aus dem Sytem zu bekommen. Wer sagt mir dann, dass ich nicht selbst der nächste Sündenbock und damit Unterdrückte bin?

Mein anderer Gedanke ist der das eine Assimilation rein pragmatisch nicht funktionieren kann. Deswegen glaube ich, dass wir wenn wir von "gescheiterter Integration" reden, eigentlich "gescheiterte Assimilation" meinen. Bzw. letzteres (unwissentlich) versuchten, wenn unsere Absicht eigentlich ersteres war.

Wieso muss Assimilation scheitern?
Weil beim Menschen nichts so mit unbeugsamen und unzähmbaren Willen verankert ist wie seine Identität! Bei identitären Fragen (dazu zählen eben auch die eigene Ethik, Religion und Kultur) hört bei nahezu jedem die Rationalität auf. Ab da wird nur noch emotional agiert. Im Zweifel mit Klauen und Zähnen. Wenn man versucht, anderen Menschen durch Assimilation ihre Kultur zu rauben (und sei sie aus eigener Perspektive noch so schlecht!) Ist man unabhängig von allen moralischen Problemen zum Scheitern verurteilt. Mit so etwas befeuert man Subkulturen, Fundamentalismus und vor allem gesellschaftliche Spaltung. Damit schafft man sich nichts anderes als die Bürgerkriege der Zukunft.

Mein Vorschlag ist der schwierigste von allen: Ich muss die Menschen in meiner Gesellschaft so anerkennen wie sie sind, auch wenn ich ihre Werte nicht immer teile. (Da wo Straftaten vorliegen, muss ich diese natürlich ahnden. Aber ich muss verdammt vorsichtig sein, dass ich diese nicht fahrlässig oder wilkürlich deklariere.)
Ich muss sie wo immer ich kann an meiner Gesellschaft und meinen Werten teilhaben lassen, ohne sie zu missionieren oder zu assimilieren. Nur so können kommende Generationen sich einander annäheren und sich gemeinsame Werte schaffen. (Eine bis zwei Generationen werden nicht reichen. Vielleicht auch nicht drei oder vier.)
Und vielleicht - nur vielleicht - bleiben auf diese Weise die Werte, mit denen wir uns heute identifizieren und die uns wichtig sind, erhalten.
Wenn wir diese Werte aber selbst untergraben und aufgeben, gibt es kein vielleicht mehr. Dann sind sie weg.

Ich weiß, das ist viel verlangt. Dazu braucht es großes Vertauen in uns selbst, die anderen und unsere Kinder. Aber ich sehe beim besten Willen, keinen anderen, gangbaren Weg.

1
Geschrieben am
(Geändert am 26. August 2018 um 17:41 Uhr)
Aglaija (Profil)
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@kainautor: großartig geschrieben - schwierig ja, aber nicht unmöglich. Gerade in der Antike gibt es dafür gelungene Beispiele...

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Geschrieben am
Praeriebaer
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Die Bibel ist irrellevant keine Sau interessiert was da drin steht genauso wenig wie sich Christen für ihre Religion interessieren.

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Geschrieben am
Praeriebaer
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Völlig unmöglich! Nämlich zu spät! Zu Viele Deutsche haben ihre Identität bereits aufgegeben. Es passiert das was ich nicht will! Deutsche Töchter werden Kopftuch tragen, weil sie keinen Sinn in ihrer Identität sehen. Der Islam gibt ihn vor und so ziehen sie sogar in den Djihad. Hat garnichts mit Rassismus zu tun ist eher Mathematik

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Geschrieben am
Aglaija (Profil)
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Dann solltest du sie nicht als Argument heranziehen und das besonders in Bezug auf die Frauenrechte...

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Geschrieben am
KainAutor (Profil) (Website)
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@Aglaija
Danke. Ich hab so meine Momente. :^_^:

@Praeriebaer
Viel wichtiger ist doch die Frage, warum jemand überhaupt bereit ist, die ihm anerzogene "Identität" aufzugeben und einer fundamentalistischen Strömung aus einer anderen Kultur zu folgen. Offenbar weil derjenige sich eben nicht mit seiner Geburtskultur identifiziert, gleichzeitig aber etwas braucht, was diese Leere füllt.
Die von dir erwähnten jungen Frauen stellen Einzelfälle dar, keineswegs die gesamte deutsche Mädchenschaft. Und tatsächliche sehe ich das Beispiel als Bestätigung dessen, was ich oben hinsichtlich des obligatorischen Scheiterns von Assimilation geschrieben habe.
Teenager rebellieren - das ist Teil ihrer Identitätsfindung. Um zu erfahren wer man ist und sein will muss man das was man kennt erstmal kritisch hinterfragen. Biologisch absolut sinnvoll. Wenn diese Abnabelung nun aber auf elterlichen oder gesellschaftlichen Widerstand stößt, dann ist die Kacke am dampfen. Dann wird heftiger rebelliert und bei gegebenen Gegendruck immer weiter eskaliert - im schlimmsten Fall bis zur Entfremdung. Da es ohne Identität aber nunmal nicht geht, ist man dann ein leichtes Opfer für fundamentalistische Rattenfänger, die ja augenscheinlich das gleiche machen: Rebellieren.

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Geschrieben am
(Geändert am 26. August 2018 um 18:45 Uhr)
Aglaija (Profil)
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Deutsche Töchter werden Kopftuch tragen, weil sie keinen Sinn in ihrer Identität sehen. Der Islam gibt ihn vor und so ziehen sie sogar in den Djihad. Hat garnichts mit Rassismus zu tun ist eher Mathematik
bei solchen Behauptungen mache ich doch gern den Realitätscheck...
Wieviele Frauen kennst du persönlich, die so etwas tun?! Wenn die Antwort Null lautet, woher ziehst du deine Erkenntnisse?!
Ein Teil meiner Familie stammt aus dem Iran, ich habe durchaus im persönlichen Umfeld mit dem Islam zu tun und merkwürdigerweise tragen nicht mal meine islamischen Cousinen Kopftuch, obwohl sie durchaus religiös sind.

Islam ist so viel mehr als Kopftuch und Djihad, aber der Rest ist für die Angst Mache nicht so lohnenswert 😉 und wenn ich Paulus und die Kreuzzüge sehe, könnte man meinen die extremistischen Teile stammen aus der gleichen Feder.
Ich brauche niemanden von außen, der mir meine Identität bestätigt und somit kann sie mir auch niemand von außen nehmen.

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Geschrieben am
(Geändert am 26. August 2018 um 18:16 Uhr)
Praeriebaer
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Die alte Leier von der Rebellion, ich kann sie nicht mehr hören. Selbst wenn sich ein Mädchen umbringen wollte, oder das sogar geschafft hat, wollte sie nach Auffassung von manchen viel zu alten Leuten bloß rebellieren.

Ich hab einfache Lösungen? IHR macht es euch viel zu leicht mit der menschlichen Psyche! Wieviele ich kenne ist nicht wichtig. Wieviele werde ich noch kennen lernen? Zum Glück hatte meine Schwester Verstand genug, warum die mit so jemanden überhaupt was angefangen hat, weiß sie aber selber nicht.

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Geschrieben am
Aglaija (Profil)
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Dann solltest du aber korrekt bleiben : nicht die deutschen Töchter / Frauen, sondern eine dir bekannte Frau... Für mich und die mir bekannten Frauen sprichst du nämlich bestimmt nicht.

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Geschrieben am
(Geändert am 26. August 2018 um 22:21 Uhr)
KainAutor (Profil) (Website)
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Bei allem Mitgefühl - du scheinst ja persönlich betroffen zu sein. Aber ich kann mich nicht entsinnen, zu irgendeinem Zeitpunkt etwas von "einfach" gesagt zu haben. Ich bin mir sogar ziemlich sicher, dass meine Wortwahl gegenteilig war.

Ich habe auch nicht von "bloß" rebellieren gesprochen, sondern von Identitätsverlust. Das gehört zu den schwerwiegendsten Schäden die ein Mensch erleiden kann und Jugendliche sind (aufgrund einer natürlichen Entwicklungsphase) dafür überproportional empfänglich. Ich werde selbst bald Vater. Glaub mir, dass es mir - bei aller Freude und Vorfreude - vor der Teenager-Zeit jetzt schon graut.

Gerade weil Identitäsverlust aber so schwer wiegt, haben wir so heftige Abwehrmechanismen dagegen: Um uns genau davor zu schützen. Und genau deswegen kannst du niemanden Assimilieren ohne in zu brechen. Und genau am brechen wirst du scheitern.

Ich sehe Toleranz und ernsthafte Integration als einzige gangbare Lösung. Alles andere läuft final auf Unterdrückung, Krieg und/oder Genozid hinaus. Hatten wir alles schon. Ich möchte an dieser Stelle ausdrücklich niemanden eine diesbezügliche Absicht unterstellen! Ich denke nur langfristig und extrapoliere.

Ich habe dir auch keine einfache Lösung unterstellt. Schlag mir eine Lösung vor, die du bereit wärst zu gehen. Aber erwarte nicht, dass ich sie dann nicht als das bennene, worauf sie meiner Meinung hinaus läuft. Vielleicht überraschst du mich auch und erweiterst meinen Horizont in eine Richtung, die ich bislang nicht gesehen habe. Das meine ich ernst.

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Geschrieben am
(Geändert am 26. August 2018 um 22:08 Uhr)
KainAutor (Profil) (Website)
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@Praeriebaer
Und denke nicht, dass ich dich nicht verstehe. Bei der letzten Diskussion zur Wortgewalt habe ich dir noch Provokation oder satirische Absicht unterstellt. Das tut mir leid. Ich glaube inzwischen dass es dir ernst ist. (Textuell transferiert sich so etwas leider schlecht.)

Ich habe oben geschrieben, dass die Entwicklung -
wie ich sie beschreibe - sehr viel Vertrauen braucht und dieses Vertrauen fehlt dir offenkundig. Je nachdem, was du erlebt hast ist das natürlich verständlich. Aber vielleicht ist das der Punkt an dem du um deines eigenen Friedens Willen ansetzen solltest: Beim Vertrauen.

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Geschrieben am
(Geändert am 27. August 2018 um 7:26 Uhr)
Gast (Profil)
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Witzigerweise ist gerade die Eroberung Mittelamerikas durch die Spanier das Beispiel in dem Buch, dass die technische Überlegen wenig gebracht hat, stellenweise sogar von Nachteil war. Die Feuerwaffen der Spanier hatten gegenüber Pfeil und Bogen sowie Schwertern der Azteken nämlich gravierende Nachteile:

1.) Man braucht Munition. Die vierhundert Spanier hatten aber nur einen sehr begrenzten Vorat, als sie in Tenochtitlan belagert wurden.

2.) Feuerwaffen wurden in Europa erfolgreich, weil man damit die mittelalterlichen Festungen kaputtschießen konnte und auch die schweren Eisenrüstungen durchschlagen. Die Spanier wurden aber in der Festung belagert, es gab keine Mauern, die sie damit überwinden hätten können, noch trugen die Azteken nennenswerte Rüstungen.

Die Spanier waren wenige, gegenüber hundertausenden von Azteken. Sie waren eingeschlossen und es ging ihnen alles aus. Die Azteken würde in wenigen Tagen gewinnen. Was macht man als Belagerer in so einem Fall des sicheren Sieges? Man zieht sich zurück. Die Azteken waren es gewohnt, dass man tagsüber kämpft, dann beide Parteien friedlich Nachts ruhen und am nächsten Morgen wieder auf dem Schlachtfeld erscheinen. Außerdem versuchten sie, Gegner gefangen zu nehmen, um sie später opfern zu können, aber nicht gleich zu töten.
Jedenfalls sahen die Spanier die Azteken abziehen. Und was macht der eingekesselte Europäer, der kurz vor dem Ende steht, wenn er die Option hat, unehrenhaft zu fliehen? Er flieht! Die Spanier sind einfach Nachts aus der Stadt marschiert. Mit so viel Gold wie sie nur tragen konnten. Als die Azteken das gemerkt haben, war es schon zu spät, die Spanier schon auf den Dämmen, die aus der Stadt führten. Die nachsetzenden Azteken erwischten so viele sie konnten, die meisten fielen ins Wasser und sind ersoffen, wegen dem Gold und weil die Leute damals einfach nicht schwimmen konnten. In der Geschichte Spaniens wird das bis heute die Noche triste genannt, die traurige Nacht und beinahe wäre die Eroberung Mexikos im Desaster geendet. Aber die zurückgelassenen Krankheitserreger (ein Soldat im Gefolge hatte die Pocken) und vor allem geschickte Verträge mit von den Azteken unterdrückten anderen indigenen Völkern, lies Cortez wenige Wochen später mit einer großen Armee von über 10.000 indigenen Kriegern plus 100 Mann Nachschub aus Spanien vor den Toren Tenochtitlans erscheinen und siegen.

Die Spanier haben nicht wegen, sondern trotz ihrer Feuerwaffen gewonnen. Skrupelosigkeit, fehlendes Ehrgefühl und geschickte Diplomatie führten zum Sieg. Und Pferde. Der Wert der Kavallerie sollte nicht utnerschätzt werden. Aber es war nicht die Muskete. Die ehemals von den Azteken unterdrückten wurden dann kurze Zeit später sehr glücklich von den Spaniern unterdrückt. Cortez hat Überlebenswillen und den unbedingten Willen zum Sieg bewiesen.

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Gast (Profil)
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Wegen der Assimilationsdebatte. Prinzipiell ist das ein edles ansinnen, sich nicht schmutzig zu machen, die eigenen Werte nicht zu veraten. Das führt aber überspitzt auf die Frage zu: wie viel Intoleranz darf man tolerieeren? Darf es in einer Demokratie möglich sein, undemokratische Parteien zu wählen? Nach den Lehren aus Weimar, haben wir uns entschieden eine wehrhafte Demokratie zu sein. Es gibt das explizite Recht auf Widerstand und es können auch Parteien bei uns verboten werden. Ist das demokratisch? Parteien verbieten? Veraten wir damit die Werte der Demokratie? Warum darf die Todesstrafe nicht eingeführt werden, wenn eine Mehrheit dafür wäre? Darf man gegen Diktaturen Krieg führen, wenn man frieden will? War es richtig, dass sich die Alliierten gegen die Achsenmächte militärisch gewehrt haben und nicht nur das, sie sogar bis zu ihrer bedingslosen Kapitulation bekämpft haben? Widerspricht das nicht eienr freidlichen Nation? Waren die Attentatsversuche auf Hitler richtig? Ist der Mörder eines Mörders denn nicht genauso Mörder und schuldig? Der jüddische Aufstand im Warschauer Ghetto, SS Leute werden getötet, sidn die Aufständsichen also auch Möder, wie ihre Peiniger?

Ich glaube man macht es sich zu leicht, wenn man sagt, wir müssen total tolerant sein, weil das unser Wert ist, wenn wir den total Intoleranten nicht mit Toleranz begegnen, dann sind wir ja genauso schlimm. Ich glaube nicht, dass Assimilation die Lösung ist, aber das Argument warum man es nicht tun sollte, finde ich zu schwach. Es sieht nur schwarz und weiß, aber gerade bei diesen schwierigen moralischen Abwägungen gibt es viele Zwischentöne. Und auch wenn die aktuelle Einwanderungssituation nicht dazu gehört, glaube ich, gibt es Situationen, da muss man die eigenen Werte ignorieren, um sie letztlich zu schützen.

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KainAutor (Profil) (Website)
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@Gast
Zu den Spaniern kann ich nix sagen. Da stecke ich nicht tief genug in der Materie. Ich muss dir da einfach mal glauben. Aber der Gedanke, dass die Europäer einfach durch überlegenen Willen voll die Siegertypen sind kommt mir irgendwie chauvinistisch vor.

Zu Assimilation: Ich hatte es oben schon geschrieben. Die Toleranz hört da auf, wo die Straftat anfängt. Was wir von unserer Legislative zur Straftat erklären lassen, will aber gut überlegt sein. Auf Migranten bezogen sehe ich keinen Handlungsbedarf, der echten Mehrwert hätte und nicht eben nicht nur reine Symbolpolitik oder Schikane ist. (Bestes Beispiel: Burka-Verbot.)

Mein Hauptargument gegen Assimilation ist nicht das moralische, sondern das pragmatische, dass sie imo nicht funktionieren kann.

Die Situationen, die du abschließend meinst, sind unmittelbare Notsituationen: Wenn mein Überleben (und das meiner Famile) auf dem Spiel steht, werde ich wie jeder andere einen Scheißdreck extrapolieren oder ethisch abwägen, sondern so lange und hässlich angreifen wie nötig. Da sind wir dann nicht mehr auf der rationalen sonder der instinktiv emotionalen Ebene (die auch richtig und wichtig ist).

Die eigentliche Gretchenfrage ist also nicht "Toleranz oder Attacke", sondern ab welchen Punkt ich zur Attacke bereit bin. Da eine zu frühe Attacke zwar präventiv wirken kann, aber mit Sicherheit absolute Konsequenzen hat (mindestens Gegenattacke, im schlechtesten Fall trotzdem Niederlage und selbst im besten Fall eben der Verlust der eigenen Werte und Identität - was fast genauso schlimm ist wie der Tod), sollte ich mich so lange in Toleranz üben, wie noch der kleinste Funken Hoffnung auf eine friedliche Lösung besteht.

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(Geändert am 27. August 2018 um 7:28 Uhr)
Gast (Profil)
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Der Witz an den Spaniern ist auch noch, dass Cortez völlig eigenmächtig gehandelt hat. Er war nicht beauftragt die Azteken zu unterwerfen, er sollte nur das Festland erkunden. Der spanische Statthalter auf Kuba hat den 400 Soldaten von Cortez dann auch eine Strafexpedition von 1200 Soldaten hinterhergeschickt, die Cortez überlisten und dann auf seine Seite ziehen konnte. Der wollte gewinnen! Bezeichnend auch für die spanische Kriegsführung, als die also mehr oder midner erfolgreich aus der Stadt entkommen waren, setzten die Azteken nochmal hinterher und konnten die Spanier in offener Feldschlacht stellen. Was war Cortez Taktik gegen das zahlkenmäßig völlig überlegene Heer der Azteken? Er hat gezielt mit den letzten Pferden der Kavallerie die Truppenführer niedergemacht (gut erkennbar an dem schicken Federschmuck). Und so die feindliche Armeeführung geschickt ausgeschaltet. Am Ende der Eroberung Mexikos hatte er so ziemlich alles durch, was einen unehrenhaften aber siegreichen Anführer ausmacht.
Naja, war eins von zehn Kapiteln in dem Buch, das was mir noch sehr gut in Erinnerung geblieben ist. Lesenswert, weil es eben nicht (nur?) die vermeintlich technische Überlegenheit ist, sondern hinter jedem Sieg auch etwas mehr steckt. Zumindest die These des Autors.

Ich erinnere mich auch noch an die Einleitung, wie die Griechen eigentlich die PErser invasieren sollten, der Anführer der Griechen aber am ersten Tag der Schlacht stirbt. Ohen den Typen, der sie bezahlt, hat das griechische Heer keinen Bock mehr, dne Kopf hinzuhalten und zieht weider ab. Die Griechen wählen sich dabei Anführer und wandern zurück. Auf ihrer Rückreise sind sie eines der effektivsten Heere. Ihre Flexibilität über gewählte Anführer und das Zusammengehörigkeitsgefühl machen sie sehr erfolgreich. Hab das Buch bei Amazon eidergefunden, aber wenn dann bitte über Klopfer kaufen:
https://www.amazon.de/Why-West-Has-Won-Carnage/dp/0571204171

Zur Assimilierung. Naja, Kulturen können schon ganz in den neuen Ländern aufgehen. In Portugal haben sind die Moslems nach der Reconquista irgendwann in der Bevölkerung aufgegangen, sind irgendwann zu Christen gewordne und nromalen Bürgern der gesellschaft. Naja, 500 Jahre her oder noch länger. Oder man denke an all die polnischen Einwanderer ins Ruhrgebiet zu Beginn der Industrialisierung, all die -ski und -ska in den Nachnamen zeugen noch von Wurzeln weiter östlich. Die sind auch alle gut angekommen und haben sich total angepasst. Aber die hat in beiden Fällen wohl keiner gezwungen, die haben sich angenähert und sind irgendwann aufgegangen. Die USA galten zu Beginn ihrer Einwanderungsgeschichte auch nicht umsonst als melting pot, in dem alle zusammengeschmolzen werden und egal was sie mal waren, am Ende als Amerikaner rauskommen. Aber auch hier eher ohne Zwang.

Ich würde also auch sagen, Zwang zur Assimilierung das bringt es nicht. Ein attraktives Gegenangebot vom Leben hier schaffen, Vorbild (?) sein. Burkas verbieten... wieviele Frauen tragen wirklich in der Öffentlichkeit Burka? Das ist Symbolpolitik, wobei man die Kraft von Symbolen auch nicht unterschätzen sollte. Aber die Frage ist doch politisch vielmehr, warum wir uns so intensiv mit Flüchtlingen auseinandersetzen, wo wir doch viele dringendere Themen haben, die auch alle nicht verschwinden, wenn, selbst wenn die Flüchtlinge verschwinden würden. Unsere Infrastruktur ist schwach, was wir mit der Digitalisierung machen steht in den sternen, auf die fRage nach einem Altern in würde udn nicht in dubiösen Altenheimen haben wir keien Antwort. Was machen wir mit usnerem Bildungssystem, wie sieht die Gesundheitsversorgung aus. Was wollen wir mit und in Europa, wie beantworten wir Chinas wachsenen Einfluss in der Welt, wie wollen wir zukünftig mit Dikataturen umgehen, es wird in der Ukraine seit Jahren Krieg geführt, letzlich auf europäischem Boden. Das alles wird völlig überschattet von eienr Diskussion, von der ich mir nicht sicher bin, ob sie diesen großen Raum einnehmen sollte. Will sagen, es gibt wichtigeres zu tun.

1
Geschrieben am
KainAutor (Profil) (Website)
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@Gast
Genau. Und genau dieses einander annähern ohne unnötigen Zwang macht den Unterschied zwischen Integration und Assimilation. Auch den Rest kann ich so unterstreichen. Besonders den letzten Satz. :daumenhoch:

Man sieht das am letzten Wahlkampf ... ach was Wahlkämpfchen, das eh kaum geführt wurde: Keine inhaltliche Diskussion, nur Flüchtlingsfragen und dubiose Obergrenzen. Die Quittung kam in Form zähester monatelanger Koalitionsverhandlungen. Und um zu zeigen, dass mans kapiert hat, folgten die nächsten Migrantendiskussionen. Gerade so zwei gewisse Kasper aus der CSU würde ich da gern ungespitzt in den Boden hämmern.

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Geschrieben am
(Geändert am 27. August 2018 um 7:10 Uhr)
Praeriebaer
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Ich betrachte die ganze Flüchtlingsszenerie über Merkels Duktus. Alles was ihr in den Sinn kommt, in egal welcher Situation ist das Erkaufen von Zeit. Bei der Eurorettung sehen wir, was passiert wenn das Unvermeidliche nach hinten verschoben wird. Bei Flüchtlingen können wir ebenso nur bedingt lange bequem den Sozialstaat ausplündern um Moslems ihre Flausen zu finanzieren. Merkel sagte nicht was sie glaubte, als sie sagte "Wir schaffen das" Ihr blieb in dem Moment einfach nichts anderes übrig, denn sie scheut die Konfrontation. Mit Merkel saufen wir sowas von ab! Die Dinge werden sich eben nicht irgendwann in Wohlgefallen auflösen, wir können nicht "Integrieren" Das sind Hunderttausende Menschen, die absolut groß genug sind, um eigene Strukturen aufzubauen, die uns sicher nicht gefallen werden! Je länger wir warten umso stärker organisiert sich der islamische Geist auf Deutschem Boden und bis jetzt konnte mich noch kein Moslem davon überzeugen, dass er das was er tut, aus dem richtigem Antrieb heraus tut. Das sind Verblendete. Leuite die alles mögliche unternehmen würden um Allah zu verteidigen.

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Geschrieben am
IdefixWindhund (Profil)
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Irgendwie den Faden verloren. Wie kommt man von Pornos auf Flüchtlinge. :fragehasi:

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Geschrieben am
Aglaija (Profil)
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@Idefix: keine Ahnung, irgendwie ein stranger Verlauf...

@Präriebär: immer wieder lese ich diese schwarz/ weiß Argumentation (deutsche Kultur vs. islamischer Invasoren)... und ehrlich wenn ich schon lese "islamischer Geist auf deutschem Boden" - da kommt mir die Galle hoch. Menschen haben Religionen, aus welchen Ursachen sei jetzt mal dahingestellt. In jeder Religionsgemeinschaft wie in jeder Gemeinschaft gibt es Arschlöcher und Idioten - die kann man gern als Verblendete bezeichnen, aber dieses ständige Verallgemeinern geht mir dermaßen auf den Zeiger.

Es gibt weder "den Deutschen" noch "den Moslem", Menschen grundsätzlich nur als stereotype Gruppen zu sehen ist für mich das einfachste Denken.

Und wenn ich dann noch das zusammengerottete Pack in Chemnitz sehe, dass einen willkommenen Anlass sieht, den eigenen Hass und die eigenen Minderwertigkeitskomplexe mal so richtig rauszulassen, könnte ich im Strahl kotzen. So zieht man ein Bundesland komplett in Verruf.

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KainAutor (Profil) (Website)
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@Praeriebaer
Ich höre nach wie vor nur von dir, dass wir etwas tun sollen, aber nicht was wir tun sollen. Hast du denn keine konkreten Vorschläge oder klammerst du die bewusst aus?

@Idefix
War eigentlich nie ein allzu großer Themenwechsel. Der Porno-Blogbeitrag verlinkt als einziger die Kolumne "Gesinnungs- und Verantwortungsethik". Die Flüchtlinge waren dort schon Thema.

@Aglaija
Tief durchatmen.

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Geschrieben am
Aglaija (Profil)
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@KainAutor: sorry, hast Recht. Aber nachdem in Chemnitz eine liebe Freundin wirklich panisch vor diesem Mob geflohen ist, kocht da etwas das Blut... und besonders als stolze Sächsin macht es mich irre, wenn Sachsen bald nur noch mit diesem Pack assoziiert wird.

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Geschrieben am
Ricksi (Profil)
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@Aglaija, das tut mir Leid, ich hoffe, ihr ist nichts passiert.

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Geschrieben am
mischka (Profil)
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@Aglaija: Naja, die Assoziation kommt auch nicht von ungefähr. In Sachsen musste ich mal fliehen, weil ich die Frechheit besessen habe, eine Fremdsprache zu sprechen. Als "Ausländer" wollten die dann Kanacken klatschen, blöd nur, dass ich dieser Kanacke war (Ich bin in Deutschland geboren, meine Eltern beide auch, meine Großeltern ebenfalls, sogar von meinen Urgroßeltern weiß ich, dass alle 8 im damaligen Deutschland geboren sind, meine Vorfahren haben in beiden Weltkriegen für Deutschland gekämpft, viel deutscher kann ich nicht mehr sein). Im Endeffekt weiß ich, dass beileibe nicht alle Sachsen so sind, aber wenn man mal um sein Leben gerannt ist, hat man irgendwie ein merkwürdiges Gefühl.

Im Kopf weiß ich aber, dass das Gefühl nicht fair gegenüber den vielen nicht-Arschloch-Sachsen ist. Daher behaupte ich auch von mir, dass ich Sachsen unvoreingenommen gegenüber trete, wenn ich sie treffe. Weil ich meine Gefühlswelt hinterfrage bin ich z.B. nicht für ein Gesetz zur Hinrichtung aller Sachsen (das Problem wäre dann zumindest gelöst).

Und das ist auch etwas, was ich Praeriebaer wünschen würde: Seine Gefühlswelt zu hinterfragen. Das wäre mal was.

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Geschrieben am
Aglaija (Profil)
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@ricksi: glücklicherweise nicht, aber der Schreck sitzt tief.
@mischka: und gerade wenn persönliche Erfahrungen mit rein spielen, kann ich es sehr gut verstehen, dass solche Gefühle hoch kommen und finde es echt bewundernswert, dass du trotzdem neutral rangehst.
Leider muss ich sagen, dass ich tatsächlich zu einem Großteil meiner Verwandten den Kontakt abgebrochen habe. Neben anderen Gründen spielt da das sympathisieren mit solch einem Pack eine Rolle.
In den Köpfen sind die nie aus der DDR Zeit heraus gekommen, da wurde das Denken vom Staat erledigt. Und jetzt ist man mit allem überfordert und das einfachste ist immer noch einen Sündenbock zu suchen, anstatt mal bei sich selbst zu schauen.

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Geschrieben am
Ricksi (Profil)
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Aglaija, das verstehe ich gut, ich grusel mich ja schon, wenn die Fußballfans los sind, aber in Leipzig bin ich mal in die Nähe von brüllenden Neonazis geraten und konnte nichts denken, als: nichts wie fort, und bin in die erstbeste Straßenbahn gesprungen.
Was deine Freundin erlebt hat, hatte bestimmt noch eine andere Dimension.

Familienfeste sind für meine Geschwister und mich auch anstrengender geworden seit 2015. Meine Großeltern wohnen in Dresden und lassen es sich oft nicht nehmen, Verständnis bis Sympathie für Pegida und Co zu äußern. :( :(
Sie waren mal an einem Montag als Zuschauer da und da seien mehrere Rollstuhlfahrer schweigend vorbeigegangen. Während die linken in Hamburg Autos anzünden würden. Das zeige ja schon, dass Pegida irgendwie besser und vernünftiger sind als ,,die Linken".

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KainAutor (Profil) (Website)
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@Aglaija
Ich glaube da treffen so einige Faktoren zusammen. Von alten festgefahrenen Denkmustern über Überforderung bis hin zu schierer Verzweiflung. Dazu kommen ein paar Kandidaten die halt wirklich einfach nur Arschlöcher sind.

Ich komm ja selbst von drüben (50% Sachse / 50% Thüringer, seit 28 Jahren aber hessischer Immigrant). Daher tut es mir auch immer weh, wenn solche Ost-Klischees angeheizt werden. Eine oft gehörte Begründung ist auch, dass die Leute in der DDR einfach keine Fremden gewohnt waren und jetzt damit nicht umgehen können. Fakt ist aber, dass es zwischen Ost und West einfach ein starkes Wohlstandsgefälle gibt. Und dort wo es den Leuten schlechter geht, finden einfache Konzepte, die einen direkten Sündenbock benennen, einen super Nährboden.

Ich finde natürlich nicht, dass man ein solches Verhalten tolerieren oder schönreden sollte. (Gerade was deiner Freundin passiert ist, klingt wirklich schrecklich. Generell treibt diese Geschichte in Chemnitz auch meinen Puls in die Höhe.) Aber man kann nur versuchen, die Beweggründe, die zu so einem Verhalten führen, zu verstehen, wenn man ernsthaft damit umgehen will.

Klopfer hat ja jetzt schon in mehreren Kolumnen zu einer offeneren Diskussion angeregt. Und auch wenn ich rein inhaltlich in so einigen Punkten nicht seiner Meinung bin, gehe ich gerade bei den von ihn angesprochenen Sorgengründen völlig mit. Wenn ich in Deutschland als gelernter Facharbeiter keine Arbeit finde, weil meine Ausbildung aus DDR Zeiten heute anscheinend nichts mehr Wert ist, ist das kacke. (Ich habe selber erst vor einigen Jahren eine nebenberufliche Weiterbildung gemacht, die sich mit Hinblick auf ihren Wert am Arbeitsmarkt als ziemliche Zeitverschwendung herausgestellt hat.) Wenn die Wirtschaft dann noch wegen eines erfundenen Fachkräftemangels rumjammert, um mehr Leute in die Fachschulen zu treiben und so ein Überangebot zu bezwecken, dem man mit billigeren Löhnen und schlechteren Arbeitsbedingungen begegnen kann - dann kann man schonmal wütend werden.
Wenn dann aber noch die Politik nicht nur in diese Falle tappt, sondern auch noch die ankommenden Migranten als potentielle Fachkräfte und somit als Lösung des vermeintlichen Problems verkaufen will (um ihnen einen wirtschaftlichen Mehrwert zu verleihen, weil Altruismus und schlichte Menschlichkeit als Motivation ja anscheinend nicht ausreichen), dann wird dem ein oder anderen sicher der Kragen platzen. Nicht nur dass seine Fähigkeiten verkannt werden, ihm wird auch noch ein Fremder (der in den meisten fällen noch nicht einmal die Landessprache kann) als fähiger Konkurrent präsentiert.

Ich habe es oben ja schon mal dezent angedeutet - und auch Gast hat es treffend formuliert: Ich finde es höchst unbefriedigend, wie die Politik (über nahezu alle Parteien hinweg) mit dieser Situation umgeht. Anstatt das Übel bei der Wurzel zu packen und die innenpolitischen Faktoren für wachsende Ungleichheit anzugehen, lässt man sich immer wieder in die Migrantendiskussion treiben, zu der wiederum nur die Rechtspopulisten (vermeintlich) einfache Lösungen präsentieren können. Je nach eigenem Parteikurs versucht man dem entweder um jeden (noch so bekloppten) Preis entgegen zu halten oder man schließt sich der Strömung an und versucht die Rechten mit eigenen populistischen Ideen zu übertrumpfen. Die eigentlichen Problemursachen gehen im immer lauter und hässlicher werdenden Streit immer mehr unter.

Himmel, Arsch und Zwirn. Da kann man doch schon mal an die Decke gehen bei diesem verdammten Kindergarten ... :ehwas:

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Geschrieben am
(Geändert am 29. August 2018 um 9:29 Uhr)
Stone (Profil)
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Wenn Rollstuhlfahrer schweigend VORBEIGEHEN, schmeißen sich dann nicht in der Regel Menschen auf den Boden und Loben und Preisen den Herrn??? Oder kommt das nur in amerikanischen Filmen vor?

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Sajoma (Profil)
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@Stone: Woran erkennt man einen gehenden Rollstuhlfahrer? Schiebt er einen leeren Rollstuhl?

@KainAutor: Magst du mal ein paar Takte zum erfundenen Fachkräftemangel sagen? Überall, wo ich gearbeitet habe, wirkte der ziemlich real, was aber natürlich nichts heißt.

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Geschrieben am
Stone (Profil)
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@Sajoma: Im Normalfall springen die doch so euphorischaus dem Rollstuhl, sodass sie diesen umstoßen und schreien dabei: "Ein Wunder! Ich kann wieder laufen!"

So das gängige Hollywoodklischee. :lehrer:

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Geschrieben am
KainAutor (Profil) (Website)
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@Sajoma
Da muss man tatsächlich differenzieren. Bin dazu mal über einen Artikel gestolpert, der das Ganze recht schön zusammenfasst.

Die Kurzfassung: Während der Fachkräftemangel bei Betriebswirten und Ingenieuren schwer in Frage zu stellen ist, ist er in den Pflege- und Erziehungsberufen durchaus real. Einfach weil die Arbeitsbedingungen und die Bezahlung dort beschissen sind. (Womit wir wieder beim Thema "anzugehende Baustellen" wären.)

Mein ganz persönlicher Eindruck ist vor allem der, dass immer mehr Menschen studieren. Oftmals aber nicht um Wissen zu erlangen oder neues Wissen zu schaffen (was ja eigentlich Sinn der Übung ist), sondern einfach nur um bessere Karriereperspektiven zu haben.

Das Fatale: Wenn die Bildungseinrichtungen die Ansprüche an ihre Absolventen senken um den steigenden gesellschaftlichen Druck ("Wir brauchen mehr Fachkräfte!") gerecht zu werden, kreieren wir eine ganz andere Art von Fachkräftemangel. Dann haben wir nämlich bald auf dem Papier ganz viele Ingenieure Bachelors und Masters, die dann aber nicht mehr so viel auf dem Kasten haben.

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(Geändert am 29. August 2018 um 12:32 Uhr)
Ricksi (Profil)
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:D Ich war sicher, ich hätte ,, vorbeigezogen" geschrieben. :D Aber gerade stelle ich fest, dass meine Autokorrektur daraus vorbeigegangen gemacht hat. Also entgegen dem Glauben einiger bieten Afd und Pegida keine Wunder.

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Checkmate (Profil)
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Aus Erfahrung in meinem persönlichen Umfeld kann ich sagen, dass Unternehmen sehr wählerisch (geworden?) sind, wen sie von der Uni weg anstellen, gerade wenn derjenige (noch) nicht auf Deutsch arbeiten kann. Da schickt man lieber nach aufwendigen Bewerbungsprozessen mit Gesprächen, Tests etc eine Absage, und jammert dann an anderer Stelle, dass man schon seit Monaten offene Positionen nicht besetzen kann. Und ich beziehe mich hier auf IT-Absolventen, die ja angeblich jetzt überall gebraucht werden...

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mischka (Profil)
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Also was mich angeht, so kann ich das nicht bestätigen. Alle IT-Absolventen, die ich kenne haben maximal 3 Bewerbungen geschrieben und sofort eine Stelle gehabt.

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Ricksi (Profil)
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Noch mal zu Chemnitz und weil ich mich gerade nicht alleine fühlen möchte:
Dieses Video hat mich gerade zum Weinen gebracht.

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Sajoma (Profil)
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@Stone: Du meinst also just in dem Moment kurierte Rollstuhlfahrer, verstehe. Na gut. Vielleicht schieben einige den dann ja aus Gewohnheit und bis der Übergangsrollator kommt (oder sind Muskeln und Gangbild allgemein da inklusive?).

@KainAutor: Ich las neulich einen Blogeintrag, der die dienende Klasse wieder einführen wollte, weil das aus Sicht des Autors das einzige dauerhafte Betätigungsfeld "Ungelernter" sein könnte. Hab da jetzt nicht unbedingt einen besseren Vorschlag, aber ich denke, den bräuchte man vielleicht...
Dass nicht überall zugleich Fachkräftemangel herrscht, ist wohl so. Und ertappt, dachte ua an Pflege, Bildung, Erziehung und dergleichen. Mir wurde neulich gesagt, dass bei so wenig rentablen Berufen eben auch keine Spitzengehälter verdient werden können und dass die ja nicht schlecht verdienen; ich glaube, sowas in der Art schrieb hier auch schon wer (ggf sogar Klopfer selbst?). Man müsse halt die Arbeitsbedingungen verbessern, damit die Berufe attraktiver würden. Ich weiß nicht, ob das wirklich alles ist, bzw ob das machbar ist (und das auch schnell genug, um auf die dauernd steigende Nachfrage zu reagieren, so eine Ausbildung dauert ja).
Ich finde, diese Berufe müssen gut und in ausreichender Menge besetzt werden, und es irritiert mich, wenn eine so wohlständige und angeblich rationale Gesellschaft daran zu scheitern scheint...

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Gast (Profil)
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In Chemnitz war ich schon ein paar mal. Eigentlich ne ganz nette Stadt. Kann man schon ein paar Tage bleiben udn sich was ansehen. Ganz in der Nähe liegt Annaberg-Buchholz, Wirkungsstätte von Adam Ries, _dem_ deutschen Mathelehrer, wenn man so will.

Jedenfalls traurige Bilder. Vor allem traurig, dass ein Mensch auf einem Stadtfest sei Leben verloren hat. Egal durch wen und warum, es ist einfach scheiße, wenn Leute abgestochen werden. Traurig aber auch die Fronten, die sich darüber aufbauen. Vor allem sich gegenseitig die Dialogfähigkeit abzusprechen, wird zu keiner Lösung führen. Wenn keiner mehr bereit ist, mit der anderen Seite zu reden, ist es halt auch einfach vorbei, dann muss es fast schon eskalieren.Sicherlich wird es auf jeder Seite Betonköpfe geben, mit denen man nicht reden kann, das aber allen abzusprechen führt zu nichts.

Und ja, denke immer noch Deutschland hat noch ganz andere Probleme, es mus sich fit machen für die Zukunft, da hapert es gewaltig, weil nur kurzfristig nach der nächsten Wahl geschielt wird. Es fehlt aber auch an Visionen, an Zukunftsentwürfen, dass eine Partei sich mal mutig hinstellt und ihre Vision mal vorstellt. So ein großes übergeordnetes Ziel, wo soll Nachkriegsdeutschland eigentlich mal hin, wo ist unser Platz in der Welt.

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KainAutor (Profil) (Website)
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@Sajoma
Uiuiui. Das ist aber ne steile These des Autors. Kannst du den mal verlinken? Würde mich sehr interessieren.
Das Einkommen von Erziehern unterscheidet sich stark nach Einsatzgebiet (Betreuung, Primar- und Sekundarstufe) und Verbeamtung. Bei der Pflege sieht es einfach generell mau aus. Das heißt nicht, dass man in diesem Berufen generell am Hungertuch nagt, aber eine Familie ernähren wird oft schon schwierig. Da kollidert bei vielen die berufliche Orientierung mit der Lebensplanung. Wer die Wahl hat und nicht übermäßig idealistisch, wird Ingenieur, Betriebswirt oder Anwalt. Da ist man einfach auf der sicheren Seite, denn da sind die Kohlen.

Ich bin aber optimistisch, dass hier mittelfristig ein Wandel geschehen wird. Meine Abteilung ist zu ca. 60-70% mit Automatisierung betraut. Ich bin damit selbst beschäftigt und auch öfter mal bei Lieferanten und auf Fachmessen zu dem Thema. Meine Einschätzung: Neben der klassischen Fließbandarbeit sind es vor allem die Büroarbeiten, die aufgrund durch Digitalisierung gesteigerter Effizienz zunehmend verschwinden werden. Berufe, die schon heute das Potential haben, vollständig durch Maschinen ersetzt zu werden, sind (festhalten): Betriebswirte, Rechtswesen und mittleres Management. Der Grund: Das Arbeitsfeld besteht hier hauptsächlich aus dem Treffen von Entscheidungen anhand gegebener Parameter und gelernter Regeln. Dafür braucht man kein Embodiment, die Algorithmen, die den Menschen in diesen Disziplinen schlagen, gibt es schon lange - und sie werden immer besser.

Berufe, die sich mittelfristig durch Maschinen allenfalls entlasten, aber keinesfalls ersetzen lassen sind: Pflege, Erziehung und Handwerk. Um jemanden physisch zu pflegen oder um ein Treppenhaus zu verputzen braucht man Embodiment in einem Ausmaß von dem wir derzeit noch ziemlich weit entfernt sind.

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KainAutor (Profil) (Website)
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@Sajoma
Der Grund, warum unsere (wie du schon sagst: wohlhabende) Gesellschaft diese wichtigen Berufe Pflege & Erziehung so vernachlässigt, ist übrigens der, dass sie keinen direkten wirtschaftlichen Mehrwert generieren. Dem liegt (mal wieder) die Annahme zugrunde, dass sich gesellschaftlicher Wohlstand (der ja unser aller Ziel ist) immer direkt proportional zu unserem wirtschaftlichen Wachstum verhält. Mit diesem Ziel vor Augen untergraben wir aber soziale Wohlstandsfaktoren, die sich eben nicht in dieses Schema pressen lassen. Dass die angenommene Proportionalität nicht uneingeschränkt gilt und dass ein unbegrenztes Wachstum auf einem Planeten mit begrenzten Ressourcen nicht geht, hatte ich glaube ich schonmal an anderer Stelle referiert. So oder so: Ein Paradigmenwechsel muss her.

Auch hier bin ich zuversichtlich: Er wird kommen. Aber es hängt von uns ab, ob zeitnah und kontrolliert oder eben spät und unkontrolliert. Letzteres dürfte mit Sicherheit ungemütlicher werden.

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(Geändert am 30. August 2018 um 9:56 Uhr)
Stone (Profil)
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@Sajoma: Ja genau die meine ich. Gibt es denn andere? Also außer, die die im Rollstuhl sitzen und denen die spontan geheilt wurden?

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Sajoma (Profil)
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@KainAutor: http://esr.ibiblio.org/?p=8085 Der Blog wurde neulich wegen des Artikels "Kafkatrapping" verlinkt, hab mich dann mal umgesehen.
Die Diskrepanz zwischen Wirtschaftlichkeit und Notwendigkeit in den genannten Berufen als Grund für die Bezahlung ist mir bekannt, aber ähnlich wie du wohl auch sehe ich darin keine gute Lösung. Bezahlung ist aber nicht alles, die Arbeitsbedingungen sind, wie gesagt, oft auch etwas fragwürdig - man muss das Problem schon von allen Seiten angehen. (Mit "Erziehung" meinte ich vor allem Krippe, Kita und dergleichen, und mit Bildung dann alles ab der Grundschule. Logisch, dass da nicht alle gleich verdienen.)

@Stone: Ehemalige, nun geheilte Rollstuhlfahrer! Wenn man den Begriff weit genug dehnt, zählen plötzlich sehr viele Leute dazu: im Prinzip alle, die mal in einem saßen. :3 Denen sieht man das ja auch gar nicht immer an! Nur Experten, wie wir es sind, können da Klarheit bringen.

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Gast (Profil)
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Ich muss ja auch sagen, arbeite im "Bildungsbereich", die Bezahlung ist okay. Man wird nicht reich, aber das sind mir die Arbeitsbedingungen bei uns halt Wert.

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Geschrieben am


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