Klopfers Blog


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Guten Tag! Habt ihr kurz Zeit?
Ich möchte mal kurz meine Erfahrungen mit einem Computerspiel schildern, um das es einen mittelgroßen Hype gab, was mich dazu brachte, es endlich auch mal auszuprobieren und dann meine Meinung zu sagen, wenn sich schon längst niemand mehr einen Dreck für das Spiel interessiert. tropf.gif Moment, das klang in meinem Kopf irgendwie weniger deprimierend.

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Es geht um den Goat Simulator, auf dessen Verpackung dankenswerterweise als Untertitel auch noch "Der Ziegen-Simulator" steht. (Bei Amazon ist das Spiel übrigens derzeit über einen Euro billiger als direkt im Steam-Store. Steam ist dennoch Pflicht für das Spiel.) Der Name ist Programm: Man spielt eine Ziege, die durch eine winzige Kleinstadt rennt und Chaos anrichtet. Man rennt Menschen um, zerstört Zäune und Laternenpfähle, bringt Autos, Kraftstofftanks und Gasflaschen zur Explosion und kann an vielerlei Sachen auch lecken, wodurch diese an der Zunge hängenbleiben und durch die Gegend geschleppt werden können - oder umgekehrt, wenn das Massenverhältnis ungünstig ist. Auf der Karte verteilt sind auch Trampoline und große Ventilatoren, mit denen man versuchen kann, neue Höhenrekorde aufzustellen. Sterben kann die Ziege übrigens nicht, selbst wenn sie vom Laster überrollt oder von einer riesigen Explosion durch die Luft geschleudert wird.

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Dieser Feuerwerkskörper hält nur für kurze Zeit. Es gibt aber auch ein Jetpack.

Da das Spiel als reiner Gag programmiert wurde, bleibt jeder Bug im Spiel, der es nicht zum Absturz bringt. Das heißt einerseits, dass es manche amüsante Grafikfehler gibt und die Spielphysik so einige Eigenheiten hat, die interessantere Resultate als in der Realität hervorbringen, aber andererseits auch, dass man sich mit der hakeligen Steuerung und dem relativ häufigen Festhängen in der Spielumgebung arrangieren muss. So richtig geschmeidig kann man sich mit seiner Ziege nicht bewegen, und wenn man schmale Aufstiege oder Leitern erklimmen will, sorgt die Lenkung schon mal für leichten Frust und ungewollte Abstürze. Wer das Interieur eines Hauses verwüstet und dann in der vermüllten Abstellkammer (oder schlimmer: in der Zimmerdecke) festhängt, kann seine Ziege auf den Startpunkt im Garten zurücksetzen, aber das reißt natürlich dann auch aus dem Erlebnis heraus.

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Die Ziege ist nicht die einzige herzlose Mörderin im Spiel. Die Autofahrer sind nicht besser.

Am Anfang muss man oft mal schmunzeln, aber wirklich lange hält das nicht an. Andere Rezensionen des Spiels haben beklagt, dass nach etwa drei Stunden die Langeweile einsetzt. Das halte ich für optimistisch, ich hab mich nach einer Stunde schon gelangweilt. Dabei sind viele nette Ideen versteckt: Man kann mit einem großen runden Stein eine Grillparty vernichten, in einer Fabrikhalle gibt's ne hübsche Half-Pipe und für die Sprengung einer Tankstelle gibt es eine Michael-Bay-Auszeichnung. Und dennoch: Man stapft auf der kleinen Karte herum, stößt hier mal einen Arbeiter von einem Kran in die Tiefe, treibt dort Demonstranten auseinander, ruft sogar ein UFO und richtet mit Ballkanone und Jetpack Unsinn an, aber hat nach relativ kurzer Zeit nur noch die Reaktion: "Hm. Putzig. doofguck.gif" Wenn 500.000 Punkte erreicht werden sollen, man aber schon nach gut der Hälfte der Punktzahl beinahe alles gesehen hat, schleppt man sich nur noch so durch die Karte und fragt sich, ob der Witz jetzt schon auserzählt ist. Und nach zwanzig Minuten geht einem die Musik auch auf den Keks.

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Endlich werden diese ganzen Moralapostel fündig, die Computerspielen unter anderem gerne unterstellen, Rekrutierungswerkzeuge für Satanisten zu sein.

Wer also mit dem Gedanken spielt, sich den Goat Simulator zuzulegen: Als kleiner Spaß ist das Spielchen ganz nett, aber es ist ein sehr kurzes Vergnügen mit so manchen Frustmomenten.

So, und wo bleibt nun die Hasen-Simulation?


Ich hab in der Vergangenheit immer mal wieder über Bücher geschrieben, und weil sich immer wieder neue Bücher bei mir stapeln (ich komme mit dem Lesen manchmal gar nicht hinterher), dachte ich mir, ich werde wieder mal meine Meinung über einige Werke ausscheiden, die sich in der jüngeren Vergangenheit vor meinem Auge befunden haben.


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Anfang Mai gab es auf den einschlägigen Spiele- und IT-Seiten amüsierte Meldungen über eine klitzekleine Spieleschmiede, die mit ihrem Spiel „Game Dev Tycoon“ denjenigen den Spiegel vorhielt, die das Spiel als Torrent heruntergeladen haben, anstatt es zu kaufen. In „Game Dev Tycoon“ geht es – wie der Name schon andeutet – darum, dass man als kleiner Videospieleentwickler anfängt und nach und nach innerhalb von 30 Jahren zum kommerziellen Schwergewicht des Spielebereichs wird. Die modifizierte Version aus der Tauschbörse stürzte irgendwann den Spieler in den virtuellen Ruin, weil deren virtuelle Spiele dank virtueller Softwarepiraten kein Geld mehr einbrachten. Nun hab ich ja ein Herz für kleine aufstrebende Künstler, also hab ich das Spiel für kleines Geld gekauft.


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Ein beträchtlicher Teil meines Umzugs wird darin bestehen, jede Menge Bücher in Kisten zu verpacken, quer durch Berlin zu kutschieren und dann wieder auszupacken. Japanologe Florian Coulmas schrieb in "Die Deutschen schreien" nicht ganz zu Unrecht: "Bücher sind verheerend für den Rücken." Auch wenn ich also ein großer Fan gedruckter Bücher bin, sehe ich durchaus ein, das E-Books unbestreitbare Vorteile haben.

Als ich den ersten Band von "Braindead Love" schrieb, war mir schon klar, dass ich das Buch auch als E-Book verkaufen sollte. Um sich aber nicht nur auf die E-Reader-Programme auf dem PC zu verlassen, habe ich mir (mit tatkräftiger Unterstützung durch meinen Papa) auch ein bisschen Hardware besorgt, um das Resultat meiner E-Book-Bemühungen möglichst authentisch überprüfen zu können. Da der Kindle-Shop (abgesehen von meinem kleinen hier auf der Website) der einzige ist, der "Braindead Love 1" als E-Book anbietet, brauchte ich auch nicht lange zu überlegen, um mich für den Kindle und den Kindle Fire zu entscheiden. Und vielleicht sind meine Eindrücke von den beiden Geräten ja für einige Leser ganz aufschlussreich.

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Alte Bilder recyceln, yeah! victory.gif


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Ich kann nicht dauernd auf den PHP-Code vom zukünftigen Klopfers Web starren, onanieren macht nach einer Weile auch müde, also schreib ich wieder einen Blogeintrag. Vor fast genau einem Jahr habe ich zwei Einträge mit dem Titel "Klopfers Bücherstunde" gepostet, also ist das doch ein schöner Anlass, wieder ein paar Bücher zu präsentieren. Nicht alle sind neu, aber das soll dem Lesevergnügen ja keinen Abbruch tun. (Apropos: Meine Bücher gibt es auch noch. biggrin.gif )

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Vielen dürfte Autor Ben "Yahtzee" Croshaw sicherlich schon bekannt sein, da er mit seiner Reihe Zero Punctuation beim Online-Magazin "The Escapist" inzwischen eine der Lichtgestalten ist, was moderne Videospiel-Rezensionen angeht. "Mogworld" ist sein erster Roman, und wer Rollenspiele wie WoW gespielt hat, der wird sich leicht in die Handlung hineinfinden können.
Hauptfigur ist Jim, obwohl Jim eigentlich nur ein kleiner NPC in Mogworld ist. Jim war mal Magier-Azubi, wurde aber bei einem Angriff auf sein Zauber-College getötet. Einige Jahrzehnte später wird er dank des Nekromanten Lord Deadgrave wieder lebendig - oder vielmehr untot. So richtig gefällt ihm dieses Dasein nicht, aber er kann nicht sterben. Jedes Mal kehrt er wieder in seinen Körper zurück, egal wie geschunden dieser inzwischen ist und wie viel Arbeit seine Bekannte Meryl dabei hat, ihn wieder zusammenzuflicken. Mit der Zeit arrangiert er sich mit seiner Position in der Untotenarmee Deadgraves, doch dann geschieht etwas Unerwartetes: Deadgraves Festung, er selbst und fast alle Mitglieder seiner Untotenarmee werden einfach ausgelöscht. Nur Jim, Meryl und ein etwas nerviger Priester entkommen dieser Vernichtung. Erst danach wird Jim klar: Das wäre seine Chance gewesen, tatsächlich endgültig zu sterben! Also macht er sich auf die Suche nach den Deletern, um endlich seine ewige Ruhe zu finden...
Jim redet so, wie man Yahtzee aus seinen ZP-Videos kennt: Fies, zynisch, ein Misanthrop vor dem Herren. Es macht echt Spaß, der Handlung zu folgen und und mit Jims Bemerkungen gleichzeitig einen Kommentar zu bekommen, der alles durch den Kakao zieht. Ein bisschen ist das allerdings auch eine Schwäche des Romans. Jim kriegt fast alle guten Sprüche, Jim hat fast immer recht usw. Man merkt ziemlich stark, dass Jim für Yahtzee das ist, was Bella Swan für Stephenie Meyer war. Es funktioniert zwar viel viel viel besser als in Star-Trek-Fanfictions von Zwölfjährigen, in denen Kirk und Spock Hilfe von einem Zwölfjährigen bekommen, der die Helden in Sachen Intellekt, Geschicklichkeit und Witz locker in die Tasche steckt und zufällig genauso aussieht wie der Autor, aber ich gebe zu, ein kleiner Nachgeschmack bleibt trotzdem. Dennoch: "Mogworld" kann ich allen empfehlen, die etwas mit MMORPGs anfangen können und gut Englisch beherrschen. (Das Buch bei Amazon.de)

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Das Buch habe ich schon vor Jahren bei "Guter Sex" empfohlen und kann das immer noch guten Gewissens tun. Fark.com ist eine Website, die bizarre, empörende oder sonstwie bemerkenswerte Nachrichten sammelt und verlinkt, wobei eine lustige eigene Überschrift ein wichtiges Kriterium ist. Ohne Fark wären viele "Meine Sicht der Welt"-Einträge in meinem Blog undenkbar, und auch viele Radio- und Zeitungsredaktionen benutzen gerne Fark, um kuriose Nachrichten zu finden, die sie dann in ihren entsprechenden Rubriken verwenden können.
Der Fark-Gründer Drew Curtis hat dank seiner jahrelangen Erfahrung inzwischen ein gutes Gefühl für Nachrichten entwickelt, die keine Nachrichten sind, aber trotzdem von den Medien zu gerne gemeldet werden. In seinem Buch versucht er, diese Nicht-Nachrichten zu kategorisieren. Dabei wird die als Nachricht getarnte Werbung ebenso abgearbeitet wie etwa die jährlich wiederkehrenden Meldungen z.B. über Stau an Feiertagen, mediale Panikmache oder auch Bemerkungen von Prominenten über Dinge, von denen sie gar keine Ahnung haben. Illustriert wird jede Kategorie mit Beispielen aus dem umfangreichen Fark-Fundus, mitsamt den besten Beiträgen aus den dazu gehörigen Fark-Kommentaren. Und sollte es bis hierher trocken klingen: Das ist es absolut nicht, denn spästestens bei den Beispielen kann man sich oft ein Lachen nicht verkneifen. Stephen King hat geschrieben, dass er an einer Stelle im Buch so stark lachen musste, dass er fast gekotzt hätte - und diese Stelle ist wirklich köstlich. Eine unbedingte Empfehlung für alle, die des Englischen mächtig sind und sich ein bisschen für Medienkritik interessieren. (Das Buch bei Amazon.de)

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Bill Bryson hat nach dem vergnüglichen "Eine kurze Geschichte von fast allem" wieder ein Buch geschrieben, in dem allerlei nutzloses, aber interessantes Wissen vermittelt wird, schön verpackt in amüsanten Anekdoten. Diesmal ist der Aufhänger das Haus von Bill Bryson, welches vor Jahrhunderten für einen englischen Pfarrer gebaut wurde. Bryson arbeitet sich von Zimmer zu Zimmer und erläutert, wie sich Häuser im Laufe der Zeit gewandelt haben, welche architektonischen, technologischen und gesellschaftlichen Veränderungen unsere Vorstellung von Gebäuden geprägt haben und wie Leute früher das Leben beschrieben.
Im Vergleich zum inoffiziellen Vorgänger ist "Eine kurze Geschichte der alltäglichen Dinge" zwar nicht ganz so gut gelungen, es gibt an ein paar Stellen schon ein paar inhaltliche Längen, aber insgesamt ist trotzdem ein sehr amüsantes Buch für Klugscheißer und Wissbegierige herausgekommen. Der Preis für die Hardcover-Ausgabe ist zwar recht gesalzen, aber dafür bekommt man auch über 600 Seiten. (Die Taschenbuchausgabe ist bisher nicht angekündigt worden.) Wer es sich leisten kann und andere Bücher von Bryson mochte: Zugreifen! (Das Buch bei Amazon.de)

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Das Buch trägt den Untertitel "Wie wir versuchen, die Welt zu retten - und was wir damit anrichten", und damit ist der Tenor des Buches eigentlich schon beschrieben. Für die Umwelt tun wir vieles, zum Teil freiwillig, zum Teil gezwungenermaßen, weil entsprechende Gesetze verabschiedet wurden. Doch viele unserer Bemühungen sind vollkommen nutzlos, reine Symbolpolitik und im schlimmsten Fall sogar kontraproduktiv, weil im Endeffekt schädlicher für die Umwelt als das ursprüngliche Verhalten. Dass wir in Deutschland so viel Wasser sparen, ist schlecht für unsere Kanalisation und unsere Klärwerke, ein Großteil unserer Mülltrennung ist überflüssig, weil zum Beispiel fast zwei Drittel des Plastikmülls aus der Gelben Tonne doch im Verbrennungsofen landen, der Handel mit CO2-Zertifikaten sorgt dafür, dass ein Ökostromvertrag nutzlos ist, weil die so in Deutschland eingesparten Emissionen dann eben in Nachbarländern in die Luft geblasen werden. Dummerweise werden Irrwege in der Umweltpolitik stur weiter beschritten, auch wenn sie sich als schädlich herausstellen, sei es, weil man Angst davor hat, als Umweltsau zu gelten, wenn man die in ach so guter Absicht verabschiedeten Maßnahmen wieder außer Kraft setzen will, sei es, weil man fürchtet, Fehler einzugestehen. Das prangert das Buch deutlich an. Über einige Behauptungen in dem Buch kann und muss man durchaus streiten, allerdings ist es ein nötiger Beitrag zur Diskussion, die leider zu häufig eher emotional als sachlich geführt wird. (Das Buch bei Amazon.de)

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Worum es in diesem Buch geht, verrät der Untertitel: "Aberwitzige Sex-Unfälle"
Und wer dachte, dass sich hier die Perversionen darauf beschränken, seinen Lümmel in Staubsauger zu stecken oder allerlei Gegenstände in den After einzuführen, der hat sich geschnitten. Auch sich selbst zu strangulieren, um durch den Sauerstoffmangel besonders schöne Lustgefühle spüren zu können, ist nur in einem kleinen Teil der in diesem Werk abgedeckten Fälle das zentrale Thema. Ich bin ja durch "Leute mit Durchblick" einiges gewöhnt, aber dass es tatsächlich mehrere Leute gibt, die sich zur Selbstbefriedigung freiwillig Maden in den Penis einführen, sorgt selbst bei mir für Gruselgefühle.
"Ich habe mich versehentlich auf den Staubsauger gesetzt" zähle ich zur Klolektüre, also zu den Büchern, die man hervorragend in kleinen Häppchen konsumieren kann, und für manche Erzählungen ist es vielleicht sogar besser, wenn man in der Nähe einer aufnahmebereiten Keramik ist. An einem Stück ist das Buch (wie es so oft bei Klolektüre ist) allerdings etwas anstrengend, zumal manche Geschichten, umgeben von ihren krasseren Geschwistern, doch ein wenig öde wirken. Als kleine Ablenkung vom Alltag und als Quelle für kuriose Gesprächsthemen ist es allerdings sehr gut geeignet. (Das Buch bei Amazon.de; Preiswertere Version ab 15. Mai erhältlich)

Das war es erst einmal wieder mit den Büchern, aber ich bin immer gespannt, was ihr mir in den Kommentaren evtl. noch empfehlen könnt. smile.gif


Manchmal will man nicht nur Bücher lesen, und deswegen hab ich mich entschlossen, auch mal einen Eintrag einigen Computerspielen zu widmen, mit denen ich mich in letzter Zeit beschäftigt habe. Es sind nicht unbedingt alle die frischesten Spiele, aber ich hab auch nie behauptet, ich wäre auf der Höhe der Zeit. zunge.gif

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Als angehender Weltherrscher bin ich natürlich ein riesiger Fan der Civilization-Reihe und hab seit der ersten Version viele viele Nächte mit dem Unterwerfen fremder Völker verbracht. Civilization IV wurde erst mit dem Add-On "Beyond the Sword" wirklich klasse, hat mir aber dann auch viele Stunden meines Lebens mit willkommener Fütterung meiner megalomanen Fantasien versüßt. Insofern war ich sehr gespannt auf Civilization V und holte mir zur Veröffentlichung sogar die Collector's Edition mit Metallfiguren und so. Das war aber auch das Beste in der Packung.
Civilization V wirft einige Sachen über Bord, die im Laufe der Serie die Spiele komplexer gemacht haben. Spionage, Religionen, Unternehmen, Handel, Zufriedenheit und Gesundheit in den Städten, Ausbreitung seines Einflussbereiches durch Kultur - all das gibt es nicht mehr. Stattdessen gibt es jede Menge Einschränkungen. Nur noch eine Einheit pro Feld (jetzt hexagonal), jede Ressource kann nur eine bestimmte Zahl von Einheiten unterhalten, man teilt sich die Karte nicht nur mit anderen Zivilisationen, sondern auch mit Stadtstaaten, statt Regierungsformen gibt es nun Sozialpolitiken. Und die funktionieren wie Talentbäume. Man sucht sich etwas aus, kann nach und nach weitere Stufen freischalten, verbaut sich aber gleichzeitig andere Möglichkeiten. Einmal gewählt, ist man auch darauf festgelegt. Flexible Politik sieht anders aus.
Wirklich verbockt hat man so ziemlich alles, was auf der Karte passiert. Ja, sie sieht etwas natürlicher aus mit den Hexfeldern, aber sie ist viel kleiner als die Karten in Civ IV. Dass man alle paar Meter so einen dussligen Stadtstaat hingepflanzt hat, macht die Sache noch übler. Die Karte ist schon klein genug, da braucht man nicht noch so einen "Stadtstaat", der in manchen Fällen nicht viel weniger Fläche beansprucht als eine echte Zivilisation im Spiel. Die Stadtstaaten sind sowieso nervig: Wenn man von ihnen gemocht werden will, muss man alle paar Runden ordentlich Kohle rüberschieben. Und dann werden sie noch sauer, wenn du mit anderen Stadtstaaten am anderen Ende der Karte befreundet bist, die sie aus irgendwelchen Gründen nicht mögen, obwohl es unwahrscheinlich ist, dass sie überhaupt Kontakt mit denen haben.
Dazu kommt die Einschränkung mit einer Einheit pro Feld und die stärkere Abhängigkeit von der Zahl der Ressourcen. Das Resultat: Man hat eigentlich keine Armeen. Man hat hier und da ein paar Einheiten, die sich auch noch extrem langsam bewegen und sich bei engen Stellen gegenseitig behindern. Man braucht ewig und drei Tage, um einen Krieg zu führen. Nicht nur, dass man Jahrhunderte braucht, bis die Truppen bei den Städten sind, die sie erobern sollen - jeder Kampf dauert nun auch noch mehrere Runden. Ich führe in Civ zwar gelegentlich mal Krieg, aber doch bitte nicht über Jahrtausende.
Die Diplomatie ist bekloppt. In Civ IV wusste man noch relativ genau, weswegen jemand sauer auf dich war oder nicht. In Civ V wollte der Designer das unbedingt geheimnisvoll machen. Das Resultat davon war, dass man keinen blassen Schimmer hatte, wieso der Boss einer anderen Zivilisation sauer auf einen war. Inzwischen gibt es nach einigen Patches wenigstens ein paar Hinweise, aber wirklich besser ist es nicht geworden. Gelegentlich zickt einer rum, weil man angeblich zu nahe an seiner Zivilisation siedelt - obwohl da noch ein halber Kontinent dazwischen liegt. Andere motzen aus gleichem Grund, obwohl sie ihre Städte neben meine setzten. Und so wirklich viel kann man mit den anderen Zivilisationen eh nicht machen. Karten- oder Technologietausch gibt es ja nicht mehr, also ist die Diplomatie eh für den Arsch.
Das Management der Städte ist ebenfalls komplett ruiniert worden. Es macht einfach keinen Sinn mehr. Um die Gesundheit muss man sich nicht kümmern, die Zufriedenheit wird nur noch für die gesamte Zivilisation gemessen - eigentlich sind die Städte nur dazu da, für Wissenschafts- und Kulturpunkte zu sorgen und irgendwas zu bauen. Die Gebäude sind aber fast alle überflüssig und brauchen ewig, um fertig zu werden. Truppen sind durch die Ressourcen beschränkt (und du kannst keine bauen, wenn du eine Einheit in der Stadt stationiert hast), also baut man auch relativ wenig Einheiten. Nationale Wunder zu bauen, ist ein übler Scherz. Wer expandiert, wird dafür bestraft: Nationale Wunder erfordern Dinge wie "1 Monument in jeder Stadt", heißt also, große Reiche haben es schwerer. Oh, und Straßen kosten jetzt auch jede Runde Geld.
Im Endeffekt heißt das: Wenn es das Wort "Entschleunigung" nicht schon gäbe, hätte man es für Civ V erfinden müssen. Ich hab mich beim Spielen gelangweilt, denn ich hatte einfach nix zu tun. Die haben aus dem Spiel so viel rausgenommen, dass ich kaum mehr etwas zu entscheiden hatte und mich somit nie wirklich fühlte wie der Herrscher über mein Reich. Wenn ich eine Einheit von einem Ende des Kontinents zum anderen schicken wollte, war die schon mal für die nächsten hundert Jahre beschäftigt. Ebenso, wenn man eine Stadt angewiesen hat, irgendwas zu bauen. (Mal ganz davon abgesehen, dass man in Civ V fürs Bauen oft bestraft wird.) Und zwischendurch glotzt man nur auf die Karte und hofft, dass etwas Spannendes passiert. Dazu kommt die lausige Programmierung. Die DirectX10/11-Version stürzt auf meinem PC immer ab, die DirectX9-Version startet nur in etwa 40 Prozent der Fälle, in denen ich es versuche. Beim Start muss man sich auch immer das doofe Introvideo antun, weil das anstelle eines Ladebildschirms eingebunden wurde. Und wer mittels Steam Screenshots machen will (Civ V braucht zwingend Steam), sollte die Tastenbelegung der Funktion ändern: F12 ist im Spiel nämlich die Taste zum Schnellladen eines Spielstands. Mein Fazit ist also: Für echte Civ-Fans, die die Vorgänger mochten, ein Griff ins Klo.

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Fallout 3 war für mich ein Überraschungshit, auch wenn es nicht immer stabil lief: Die Story, die Grafik, die liebevoll gestaltete Umgebung, die man recht frei erforschen konnte, einfach wunderbar. Fallout: New Vegas versprach mehr davon, und so war ich sehr gespannt. Auch hier geht es um die Zukunft einer Alternativwelt, in der man über den Stil der 50er nie so recht hinausgekommen ist. 200 Jahre nach einem Atomkrieg zwischen den USA und China kämpfen allerlei Fraktionen um die Vorherrschaft in Nordamerika. Man spielt einen Kurier, der überfallen wird. Sein Paket wird geklaut, und er landet mit einer Kugel im Kopf in einem Grab. Er wird aber gerettet, hat allerdings einen Großteil seines Gedächtnisses verloren. Und so macht er sich in der Umgebung von New Vegas auf die Suche nach den Räubern, um sein Päckchen wiederzukriegen und sich zu rächen. Dabei trifft er zum Beispiel auf Banditen, auf die Soldaten der Republik Neukalifornien und auf die Legionäre von Cesar's Legion, die im Stil der römischen Armee auftreten, und muss sich dann entscheiden, auf welcher Seite er stehen möchte.
Das Spiel ist gut. Es ist aber leider nicht so gut wie Fallout 3. Die Story fesselt mich nicht so sehr. In Fallout 3 fing man quasi bei der Geburt des Hauptcharakters an, bekam ein Gefühl für die Umgebung. Als man hinaus in die Welt geworfen wurde, ergab sich automatisch die Motivation, dem Plot zu folgen (also seinen Vater zu finden, wegen dem man den Bunker verlassen musste). In New Vegas weiß man nur, dass man überfallen wurde und einen Kopfschuss überlebt hatte. Ich mag ein Feigling sein, aber wenn ich mit neuem Gesicht in einem apokalyptischen Ödland aufwachen würde und mir jemand sagte, dass ich ausgeraubt und abgeknallt wurde, dann wäre mein erster Instinkt sicher nicht, dass ich den Typen noch einmal über den Weg laufen möchte. Die emotionale Verbindung zum Kurier ist nicht da. Andere Dinge spielen da auch eine Rolle. Die Karte ist zwar größer und bietet mehr Orte, aber es ist zum größten Teil eben nur Steppe und Wüste. (Schon Fallout 3 war da nicht wirklich abwechslungsreich, aber hier gibt es halt noch mehr, was genauso aussieht wie alles andere.) Die Grafik wirkt im Vergleich zum Vorgänger eher etwas schlechter, weil sie bei natürlichen Strukturen doch eher an ihre Grenzen stößt. Manche Sachen wurden komplexer gemacht. So kann man sich Munition selbst basteln und auch auswählen, ob man in seine Wumme normale oder panzerbrechende Patronen steckt. Im Eifer des Gefechts finde ich das aber eher umständlich; das nötige Wechseln zum Pip-Boy zum Umstellen reißt mich dann wieder etwas heraus und erinnert mich daran, dass ich ein Spiel spiele. (Nachtrag: In den Kommentaren wurde mehrmals erwähnt, dass man die Munition auch per Tastendruck wechseln kann. Wäre nur schön gewesen, wenn das auch in der Anleitung unter "Spielsteuerung" erwähnt worden wäre.) Wer Fallout 3 gemocht hat, kann darüber sicher hinwegsehen, aber wer schwankt, welches der beiden Spiele er sich zulegen sollte, sollte eher zu Fallout 3 greifen. Übrigens ist Fallout: New Vegas wie Civ V ein Steam-Spiel.

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Dieses Spiel dürfte nicht sonderlich bekannt sein, was zum Teil daran liegen könnte, dass man es nur online (zum Beispiel per Steam) kaufen kann. "Fate of the World" soll den Spieler in die Lage versetzen, die ganze Erde vor der Klimakatastrophe zu retten. Hierfür hat man sich eine etwas arg unrealistische Geschichte ausgedacht, wonach die Länder der Welt im Jahr 2020 große Teile der Entscheidungsbefugnisse an eine fiktive Organisation namens "Global Environmental Organization" übertragen, als dessen Boss man nun daran arbeiten soll, die globale Erwärmung einzudämmen. Nun haben die meisten Regionen der Erde noch andere Probleme als das Klima. Die Leute verhungern oder verdursten, haben keine Arbeitsplätze und jede Menge Wut auf die Regierung. Also muss man sich auch darum kümmern.
Für jede Region der Erde kann man sogenannte Agenten rekrutieren, die für die Umsetzung der vom Spieler getroffenen Entscheidungen sorgen sollen. Je mehr Agenten man rekrutiert, desto mehr politische Entscheidungen kann man in der Region treffen. Allerdings hat man nur ein begrenztes Budget, von dem man sowohl die Agenten als auch die Politik bezahlen muss. Und wie legt man nun fest, was in welcher Region getan werden muss? Mit Karten.
Ja, irgendwer hat es für eine brillante Idee gehalten, die Probleme der Welt als Kartenspiel umzusetzen. Man hat Karten für Energie-, Umwelt-, Technologie- und Sozialpolitik, und dazu noch welche für militärische Eingriffe. Die meisten Sachen muss man zunächst freischalten durch eine bestimmte Karte, die verdammt viel kostet. Viele der Karten, die dadurch freigeschaltet werden, sind dagegen billig, aber sind nur so lange wirksam, wie man sie tatsächlich gewählt hat, während andere innerhalb einer Runde eine permanente Änderung bewirken. Jede Runde dauert fünf Jahre, und man bekommt in jeder Mission bestimmte Ziele, die bis zu einem bestimmten Jahr erreicht werden müssen - oder auch Sachen, die unbedingt vermieden werden müssen. Besonders wichtig ist dabei der "Human Development Index", der einfach gesagt von der UN benutzt wird, um festzustellen, wie gut es den Leuten in einer bestimmten Region geht. Oft kriegt man die Vorgabe, dass bis zum Ende alle Regionen einen HDI über 0,7 haben müssen, und das ist echt schwer.
Das Problem liegt darin, dass man z.B. für die Erhöhung des HDI in Afrika was für Bildung, Gesundheit und Arbeitsplätze tun muss. Weil man sich aber meist nicht mehr als zwei Agenten pro Nord- und Südafrika leisten kann, muss man dort schon eine Auswahl treffen, weil man nur zwei Karten ziehen kann. Die entsprechenden Karten wirken nur, solange sie gezogen sind; wer also weiter auf Bildung setzen möchte und daher Arbeitsplatzprogramme zugunsten medizinischer Versorgung einstellt, kann sich darauf einstellen, dass es in der nächsten Runde wieder Proteste geben wird, weil zu wenig Leute Arbeit haben. Und um die Umwelt hat man sich da noch gar nicht gekümmert und kann das auch nicht. Wenn man die Bevölkerung aber nicht genug bemuttert, schmeißt sie die GEO aus ihrer Region raus, was die Aufgabe noch schwieriger macht.
Generell hab ich nicht das Gefühl gehabt, wirklich Entscheidungen treffen zu können. Statistiken sind zwar da, aber nicht sehr aussagekräftig; was die einzelnen Karten so genau bewirken, kriegt man nur durch Ausprobieren heraus, das ganze Kartensystem mit 5-Jahres-Runden erscheint arg unflexibel und wahnsinnig indirekt. Ich hab mich nicht gefühlt, als würde ich versuchen, die Welt zu retten, sondern herauszufinden, welche Karten ich in der Vorstellung der Spieledesigner wählen sollte, um die Missionen zu erfüllen. Das macht die Atmosphäre kaputt. Fate of the World ist zwar innovativ, aber nicht wirklich gut.

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Wenn man erfolgreich sein will, sollte man seinem Produkt einen Namen mit "-craft" geben. (Lernt mehr darüber in meinem kommenden Buch "Bookcraft"! wink.gif ) Minecraft ist wohl DER Indie-Überraschungserfolg der letzten Jahre. Der Schwede Markus Persson programmierte Minecraft zunächst als Kopie eines anderen Indie-Spiels namens Infiniminer und erweiterte das Programm immer weiter. Das Prinzip ist einfach: Man ist in einer Klotzwelt und klotzt ran, um sie nach eigenen Vorstellungen zu gestalten. Eine alte Version kann man gratis als Java-Applet auf der Minecraft-Seite spielen, dort kann man aber nur Blöcke zerstören und setzen. Die richtige Version (mittlerweile in der Beta) muss man sich aber kaufen.
Dafür ist die Version aber auch spielerischer. Man kann anders als in der Classic-Version nicht mehr beliebige Blöcke in unbegrenzter Anzahl setzen, man muss sich tatsächlich alles erarbeiten. Die Welt hat einen Tag-/Nacht-Zyklus, und das setzt (außer auf der niedrigsten Schwierigkeitsstufe) den Spieler unter Druck: In der Nacht kommen die Monster. Also muss der neue Einwohner der Minecraft-Welt für seinen Schutz sorgen. Zunächst hackt man mit der bloßen Hand einige Bäume auseinander. Aus den Holzklötzen kann man Planken machen, aus den Planken wiederum Stöcke. 4 Planken ergeben eine Werkbank, die einem mehr Platz für das Basteln neuer Dinge gibt. Auf diesem Platz kann man dann mit ein paar Stöcken und Planken eine Hacke aus Holz bauen. Mit dieser Hacke kann man dann Felsen aufhacken und eventuell Kohle finden. Kohle und Stöcke ergeben Fackeln. Und zusammen mit ein paar Planken, Steinen oder Dreck kann man sich für die erste Nacht eine kleine Behausung basteln, die man dann gemütlich mit den Fackeln ausleuchtet. Später kann man sich dann richtig ausleben. Man sucht im Untergrund nach Eisen, Gold und Diamanten (mit denen man z.B. bessere Werkzeuge bauen kann), oben schmilzt man Sand zu Glasblöcken, um seine neue Villa richtig wohnlich zu machen, bastelt Rüstungen und Waffen, klaut von den herumlaufenden Schafen die Wolle oder baut eine Eisenbahn. Es gibt sogar ein Minecraft-Äquivalent zu Strom und elektrischen Leitern, und zusammen mit Schaltern und Repeatern kann man von Logikgattern bis zu ausgewachsenen Prozessoren allerlei richtig komplexe Sachen bauen - Rohstoffe vorausgesetzt. Platz hat man jedenfalls genug: Eine Minecraft-Welt kann, falls genügend Speicher vorhanden ist, das Achtfache der Erdoberfläche abbilden. Die Landschaft wird dabei dynamisch generiert, wenn man sie erkundet; am Anfang existiert also eigentlich nur das, was in der unmittelbaren Umgebung des Spielers ist, nach und nach wird die Welt aber richtig groß (und bietet auch verschiedene Landschaften, etwa Wüsten und polare Gegenden).
Trotz der simplen Grafik existieren also viele Möglichkeiten, sich zu beschäftigen. Es gibt allerdings das Problem, dass man für seine Langzeitmotivation selbst verantwortlich ist. Irgendwann hat man an natürlichen Formationen ober- und unterirdisch alles gesehen, und wenn man alles gebaut hat, was man sich vorstellt, gibt es kaum etwas, was einen bei der Stange hält. Trotzdem finde ich, dass Minecraft sein Geld wert ist. Wer das richtige Spiel ausprobieren will, ohne dafür zu latzen, der kann es nun für 90 Minuten als Demo testen.

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Ich gestehe: Ich habe das erste Starcraft so gut wie gar nicht gespielt. Allerdings dürften die meisten, die Warcraft 3 oder WoW gespielt haben, auch nie Warcraft oder Warcraft 2 gespielt haben, insofern schäme ich mich überhaupt nicht. Ich dreister, unverschämt attraktiver Tunichtgut.
Starcraft 2 hat anders als sein Vorgänger nur eine Kampagne, in der man die Menschen zum Sieg führen soll (bei Starcraft konnte man auch die Zerg und die Protoss spielen; bei Starcraft 2 werden vermutlich als Add-Ons nachgeliefert). Man übernimmt zumindest zwischen den Missionen die Rolle des Rebellen/Terroristen Jim Raynor, der von seinem riesigen Raumschiff aus einen kleinen Privatkrieg gegen den Imperator führt und nebenbei von Schuldgefühlen geplagt wird, weil seine alte Flamme Kerrigan inzwischen die Zerg anführt. Es gibt noch andere Charaktere und allerlei Wendungen, die deutsche Übersetzung wurde dabei wirklich liebevoll durchgeführt - sowohl die Synchronisation als auch die Bearbeitung der Schrift in den Bildschirmen sind sehr professionell und sorgen für eine wahnsinnig gute Atmosphäre. Der unmittelbare Nutzen der Raumschiffsequenzen ist aber, dass man selbst entscheiden kann, in welcher Reihenfolge man seine Missionen durchführt und welche Verbesserungen in der Waffentechnologie in Angriff genommen werden sollen. Die Missionen selbst sind gute Echtzeittaktik nach Standardrezept. Man baut seine Basen, sammelt Ressourcen, schafft sich nach und nach eine große Armee, mit der man den Gegner zu Klump haut. Rein von der Logik her ist allerdings öfter mal ein Bruch zwischen den Missionen und der Story zu sehen. Man hat eine beträchtliche Streitmacht aufgebaut, eine Mission erfüllt - und bei der nächsten Mission steht man wieder nur mit einer winzigen Einsatzgruppe auf dem Acker? Spieltechnisch durchaus sinnvoll, aber es schränkt das Gefühl ein, dass die Leistung in einer Mission tatsächlich einen Einfluss auf den Gesamtverlauf hat. Eine allzu lange Spielzeit sollte man von der Einzelspielerkampagne nicht erwarten, insofern ist man gut beraten, wenn man wartet oder auf Sonderangebote achtet, anstatt über 40 Euro für das Spiel auszugeben.

Jetzt muss ich noch etwas Allgemeines sagen: Für jedes dieser Spiele wird erwartet, dass ich irgendwo einen Account habe, entweder bei Steam oder bei den Spielemachern selbst. Mag ich nicht. Es mag als Option nett sein, aber ich möchte nicht gezwungen sein, meine Spiele irgendwo zu registrieren oder zu aktivieren. Fairerweise muss ich anmerken, dass sowohl die Steam-Titel als auch Minecraft einen nicht am Spielen hindern, wenn keine Internetverbindung besteht. Starcraft 2 hingegen ist abartig. Selbst für die Einzelspielerkampagne braucht man einen Battle.net-Account, mit dem man sich zwingend einloggen muss, und bei wackeliger Internetverbindung funktioniert nicht einmal das Menü richtig. Blizzard, das ist richtig scheiße. Die Firma schwimmt im Geld. Starcraft 2 ist auch nicht billig. Und trotzdem nehmen sie das Spiel als Geisel und zeigen dem Kunden sehr deutlich, dass ihm das Spiel eigentlich nicht gehört. Dieser Daueronlinezwang war schon bei Ubisoft beschissen. Die Musikindustrie hat gelernt, dass diese ganzen DRM-Maßnahmen ehrliche Kunden eher verunsichern und vergraulen. Wird Zeit, dass der Computerspieleindustrie das auch mal aufgeht.

(CSB-Zeit: Am 7. Mai gab es bei Steam Crysis im Sonderangebot. Die meisten Leute, die da zugegriffen haben, konnten es in den ersten Tagen gar nicht spielen, weil der Registrationsschlüssel, den man von Steam bekommen hat, vom Spiel nicht angenommen wurde. Valve gab EA die Schuld, EA gab Valve die Schuld, und die Spieler saßen dazwischen und rauchten vor Wut. Als wir - kurz nachm Krieg - noch mit Disketten herumhantierten, waren die Spiele vielleicht nicht so hübsch, aber so etwas ist uns damals nie passiert. biggrin.gif )


Wie versprochen gibt es hier den zweiten Teil von Klopfers Bücherstunde mit weiteren fünf Buchvorstellungen. Falls euch eines der Bücher interessiert, wäre es unheimlich toll, wenn ihr über die angegebenen Amazon-Links bestellt. smile.gif

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James May dürfte einigen bekannt sein als einer der Moderatoren der britischen Autosendung "Top Gear". Daneben ist er auch Autor, weswegen viele seiner sonstigen Fernsehreihen mit eigenen Büchern begleitet werden. Im letzten Jahr lief im britischen Fernsehen die Serie "James May's Man Lab", in der James May herausfinden wollte, welche Fähigkeiten ein echter Mann heutzutage besitzen sollte. Das Buch "How to land an A330 Airbus and other vital skills for the modern man" nimmt einige dieser Dinge auf, fügt aber auch eigene Ideen hinzu, die natürlich alle in Form von mehr oder weniger nützlichen Anleitungen genau beschrieben werden, um dem männlichen Leser diese Fähigkeiten beizubringen.
Und ja: Es ist tatsächlich eine Anleitung enthalten, wie man einen A330 landen kann, komplett mit Diagrammen, Zeichnungen und genauen Anleitungen. Kapitel 2 beschäftigt sich mit einem etwas unrealistischeren Problem: Was tut man, wenn ein Ferienort von einer Invasionsstreitmacht zu einem Gefangenenlager umgewandelt wird und man daraus entkommen muss? Leider braucht man hier die Hilfe der Franzosen. Kapitel 3: Wie führt man korrekt ein Duell durch - und zwar nach dem irischen Duell-Codex. Weniger um den Tod als um das Leben geht es in Kapitel 4: Wie leistet man Geburtshilfe, wenn eine Frau Zwillinge zur Welt bringen muss? Das Spielkind im Mann wird durch Kapitel 5 sicher mehr angesprochen. Dort wird beschrieben, wie man eine Dampflokomotive fährt. Noch besser Kapitel 6, welches genau ausführt, wie man die Isle of Wight erobern kann. Weniger vergnüglich ist das siebte Kapitel, welches einen darauf vorbereitet, seinen besten Freund in Zeiten der Not zu essen. Kapitel 8 ist zweifellos eines der nützlicheren, denn hier wird erklärt, wie man eine deutsche Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg entschärfen kann. Kulturell wertvoll ist wiederum das letzte Kapitel: Wie spielt man eine Sonate von Beethoven auf dem Piano ohne vorherige Kenntnisse?
Man merkt, dass das Buch sich nicht wirklich ernst nimmt, obwohl man sich wirklich viel Mühe gegeben hat, alle Fakten in dem Buch möglichst korrekt zu recherchieren. Das Resultat ist gelungen: Man amüsiert sich und lernt trotzdem noch etwas dabei. Nutzloses Wissen, okay, aber es ist cool. Nicht so gut ist das Layout, was bei jedem Kapitel wechselt und gelegentlich eher lesefeindlich ist. Trotzdem eines der besten Bücher der letzten Jahre von der Insel. Eine deutsche Ausgabe existiert bislang leider nicht. (Das englische Buch bei Amazon.de)

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Etwas für die Computergeeks: "Volkscomputer" erzählt die Geschichte des Computerherstellers Commodore, der in den 70er und 80er Jahren dank Rechnern wie PET, VC-20, C64 und Amiga eine der wichtigsten IT-Firmen der Welt war und in den 90ern unterging. Das Buch ist eigentlich eine Übersetzung eines amerikanischen Buchs, wurde aber für die deutsche Ausgabe noch einmal deutlich erweitert und bietet viele interessante Einblicke in die internen Triebkräfte der Computerindustrie. Neben einigen Dingen, die Commodore direkt betreffen (etwa die legendären Ausbrüche des berüchtigten Jack Tramiel), erfährt man auch so manches über die anderen Firmen, die in dieser Zeit ihren Start hatten, etwa Microsoft und auch Apple. Wer Steve Wozniaks gedruckte Masturbation "iWoz" gelesen hat, sollte sich auch "Volkscomputer" mal anschauen, um eine etwas ausgewogenere Einschätzung seiner Leistungen zu lesen, auch im Vergleich zur Konkurrenz während dieser Zeit. (Würde man nach Wozniaks Selbsteinschätzung gehen, war er fast das einzige Genie damals, ohne das es viele technische Neuerungen in den Computern dieser Zeit nicht gegeben hätte.) Und auch sonst ist "Volkscomputer" für jeden empfehlenswert, der sich für die Geschichte der Personalcomputer interessiert. (Das Buch bei Amazon.de)

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Harald Lesch ist einer der besten Wissenschaftsmoderatoren im deutschen Fernsehen. Früher bei Alpha Centauri, dann als Sci Xpert beim Pay-TV-Kanal Sci-Fi, jetzt bei Abenteuer Forschung - ich guck ihn gerne. Und ich les ihn auch gerne, weil er Dinge mit Humor erklären kann. (Kosmologie für Fußgänger und Big Bang, zweiter Akt sind wirklich empfehlenswert.) Dieses Buch hier ist weniger auf Astrophysik ausgerichtet, sondern handelt in kurzen Kapiteln jeweils ein Thema ab, welches mit Naturwissenschaften zu tun hat. Der Text auf dem Buchrücken fragt: "Darf man Wissenschaft mit Witz erklären?", und er gibt auch gleich die Antwort: "Nein, man muss!" Und genau deswegen frage ich mich, wer zur Hölle den armen Harald Lesch abgefüllt hat, bevor er ihn an die Tastatur setzte. In den 119 Kapiteln jagt ein billiger Kalauer den nächsten, und man bekommt den Eindruck, dass die "witzigen" Metaphern zum Selbstzweck geworden sind, hinter dem der Wunsch zurücktritt, tatsächlich etwas verständlich zu erklären. Ein Beispiel aus dem Kapitel "Gottes Luftballon" zum Thema Urknall, welches so beginnt:

Wahrscheinlich ist der Urknall letztlich doch von den Japanern erfunden worden. Aber eigentlich vermute ich doch ganz stark, der liebe Gott hat irgendwo vor dem Urknall in irgendeiner Spielhölle gezockt - und dann ist ihm das Spielgerät um die Ohren geflogen.
Und dann rief seine Frau an und fragte: "Wo bist du? Was machst du?"
"Ja, ich bin hier in Las Dingsbums und ..."
Und dann kommt der berühmte Satz, den auch alle sagen, die etwas mit Computern zu tun haben: "Ich? Ich hab doch gar nichts gemacht."

Das geht noch über eine halbe Seite so weiter, und bis er dann endlich mal auf etwas Astronomisches zu sprechen kommt (dass sich das Universum ausdehnt), hat man schon die Hoffnung aufgegeben, etwas zu erfahren. Ich weiß, ich bin nicht die Zielgruppe für dieses Buch, dafür weiß ich doch schon zu viel über Astronomie und Physik. Allerdings frage ich mich, inwieweit ein unbedarfter Leser etwas aus diesem Buch mitnehmen kann. Besteht nicht die Gefahr, dass er Schwierigkeiten hat, Witz und Fakt auseinander zu halten, weil eines so flapsig wie das andere präsentiert wird? Dazu kommt, dass der Text eher so wirkt, als wurde er für den mündlichen Vortrag geschrieben. Kurze Sätze, viele Stellen, an denen man sich unwillkürlich eine Betonung vorstellt - aber für ein Buch darf es dann doch etwas komplexer sein. Ergo: keine Kaufempfehlung. (Das Buch bei Amazon.de)

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Wer kennt Carrie Fisher nicht? Die energische Prinzessin Leia aus der Star-Wars-Trilogie (es gibt nur eine Star-Wars-Trilogie, lalalala *ohren zuhalt*) war nicht nur ein starker Charakter, sondern führte Millionen von Jungs an die ersten zarten Masturbationsversuche heran. Das allerdings eher indirekt, auch weil George Lucas Carrie Fisher erzählte, im Weltraum gäbe es keine Unterwäsche, also solle sie ebenfalls luftig unter ihren Kostümen herumlaufen.
Man kann die Schauspielerin allerdings nicht auf ihre Rolle reduzieren. Ihr wahres Leben ist ebenso filmreif: Als Tochter des Filmstars Debbie Reynolds und des berühmten Schnulzensängers Eddie Fisher wuchs sie inmitten von Hollywood auf, mit all den Exzessen und ohne Geldsorgen, aber auch ohne feste moralische Leitfiguren. Drogen machten ihr Leben fast kaputt, sie wurde manisch depressiv, hatte Pech mit Männern (einer wurde schwul), einer ihrer Freunde starb in ihrem Bett - es ist ein Wunder, dass sie ihren Humor behalten hat. Verloren gegangen sind allerdings viele Erinnerungen. Denn um ihre Depressionen behandeln zu lassen, musste sie sich einer Elektroschocktherapie unterziehen, welche als Nebenwirkung allerdings einen Großteil des Gedächtnisses gelöscht hat. (Carrie Fisher legt viel Wert darauf zu betonen, dass die Therapie keine barbarische Behandlungsmethode ist, sondern ihr tatsächlich ihr Leben wiedergegeben hat.) Um ihre noch vorhandenen Erinnerungen festzuhalten und zu ordnen, schrieb sie dieses Buch, in dem man ein lückenhaftes, von Anekdoten geprägtes Bild von ihrem Leben erhält, auf das sie mit viel Humor zurückblickt. Nach dem Lesen dieses Buches versteht man etwas besser, wie Charlie Sheen (ebenfalls Sohn eines Hollywoodstars) zu dem werden konnte, was er heute ist. (Der Mann braucht Hilfe, das war eh klar.) "Prinzessin Leia schlägt zurück" ist zwar kein Meisterwerk (wie soll es auch bei der Entstehungsgeschichte), aber ich fand es recht interessant, auch wenn man über Star Wars selbst sehr wenig erfährt. (Das Buch bei Amazon.de)

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Ein Skandalbuch darf nicht fehlen: Christoph Maria Herbsts Buch "Ein Traum von einem Schiff" war kurz nach dem Erscheinen in den Schlagzeilen, weil es verboten wurde. Neuere Auflagen sind an einigen Stellen geschwärzt, weil sich eine Person von dem Buch beleidigt fühlte und gerichtliche Schritte einleitete. Ich habe kurz vor dem Verbot ein Exemplar der Erstauflage gebraucht gekauft, insofern konnte ich das ursprüngliche Werk lesen. (Und ich kann durchaus nachvollziehen, warum diejenige Person das Buch in der Form nicht dulden wollte.) Aber worum geht es eigentlich?
Christoph Maria Herbst spielte in einer Folge der ZDF-Serie "Das Traumschiff" mit. Man kann viel über das "Traumschiff" sagen, aber nicht, dass es wirklich anspruchsvoll wäre - es ist für einen Schauspieler also nicht unbedingt ein Qualitätsmerkmal, da aufgetreten zu sein. Herbst sagte trotzdem zu und schrieb über die Dreharbeiten dieses Buch. Man erfährt, wie er dafür angeworben wurde, wie es auf dem Schiff zugeht, was ihm bei den Landgängen passierte (er wurde beinahe verprügelt, weil sein Gegenüber nicht verstand, dass "Stromberg" eine fiktive Figur ist)... Im Wesentlichen erfährt man aber etwas über die Leute, die bei der Produktion mitmachten. Und der Autor lästert ausgiebig darüber, wobei eine Regieassistentin es besonders heftig abbekommt. In der Erstauflage wenigstens. *hust* Leider ist das Buch selbst nur so mittelmäßig. Es liest sich zwar ganz locker, aber zwischendurch gibt es immer mal wieder eher langweilige Stellen oder längere Abschnitte, in denen man den Eindruck bekommt, dass man ohne fundierte Insiderkenntnisse über die deutsche TV-Landschaft nicht den ganzen innewohnenden Humor versteht. Aber wer weiß, vielleicht ist die Erstauflage ja eine Investition. biggrin.gif (Das Buch bei Amazon.de)

So, das war es erst einmal mit den Buchvorstellungen. Vielleicht gibt es ja bald mal mehr, wenn das Interesse besteht; wenn es gewünscht wird, kann ich ja auch mal einiges zu Büchern sagen, die in den Kommentaren vom letzten Beitrag und dem hier genannt werden und die ich schon kenne.


In den letzten Monaten hab ich wieder einige Bücher gelesen. Nicht genug - es liegen noch neun Bücher auf dem "muss ich noch zu Ende lesen"-Stapel, darunter zwei sehr dicke Wälzer von Stephen King (das ist meine Badewannenlektüre). Nichtsdestotrotz dachte ich mir, dass ich ja mal etwas über die Bücher schreiben kann, die ich gelesen habe, genauer gesagt, zehn von denen, die ich gelesen hab, aufgeteilt auf zwei Einträge. Wer nicht lesen kann, sollte jetzt lieber aufhören, stupide auf die Buchstaben zu gucken und zu hoffen, dass die reine Optik einen Hinweis auf die Bedeutung geben könnte.

Fangen wir zuerst mit dem an, was ich als Klolektüre bezeichne. Das sind Bücher, in denen man für ein paar Minuten lesen kann und die keinen inneren Zusammenhang haben, man sich also nicht erst wieder in den Stoff reinfinden muss.

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Das ist der erste Sammelband der Website belauscht.de, wo lustige Äußerungen gesammelt werden, die Leute im Alltag mal aufgeschnappt haben. Im Buch werden die Zitate in Kapitel eingeordnet, die zum Beispiel "Typisch deutsch" oder "Surreales" heißen und mal mehr und mal weniger eindeutig auf die groben Themen hinweisen. Die Auswahl der Zitate ist gar nicht schlecht, allerdings sollte man das Buch wirklich nicht am Stück lesen, da sich mit der Zeit eine gewisse Ermüdung einstellen kann. Daher: gute Klolektüre. Und die über 280 Seiten dürften für einige intensive Sitzungen reichen. Allerdings empfehle ich dann einen Schutzumschlag. Nicht wegen eventueller Verschmutzungen; das Cover ist einfach potthässlich. (Das Buch bei Amazon.de)

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Ebenfalls ein Sammelband zu einer Website, diesmal von SMSvonGesternNacht.de. Es werden also mehr oder weniger lustige SMS präsentiert, oft gar ganze Dialoge. Also auch hier wieder: gut als Klolektüre.
Eines der größten Probleme der Seite ist allerdings, dass oft Witze mit einem ewig langen Bart veröffentlicht werden. Ein anderes, dass man für manche SMS wohl einfach dabei gewesen sein muss, um sie komisch zu finden. Man hat sich bei der Auswahl der SMS für das Buch schon mehr Mühe gegeben, es gibt tatsächlich einige Perlen, aber hier und da quält man sich schon eher durch die Seiten, als tatsächlich amüsiert zu sein. Die SMS nach Uhrzeit zu ordnen, war jetzt auch nicht wirklich ein Geniestreich, und wirklich lesefreundlich ist das Layout mit den Zitaten in dunklen Kästen auch nicht. Verschenkte Chance. (Das Buch bei Amazon.de)

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Kein Buch zu einer Website, aber auch wieder kurzweilige Unterhaltung mit etwas makaberem Inhalt. Es geht um lustige, bizarre... ach, ich schreib einfach mal vom Cover ab: Es geht um ungewöhnliche Todesanzeigen, die die Herausgeber in Jahrzehnten aus Zeitungen ausgeschnitten und aufbewahrt haben. Jede Anzeige wird von einem launigen Kommentar begleitet, wobei nicht alle Kommentare wirklich gelungen sind. Bei den Anzeigen selbst habe ich besonders die der Adligen gemocht, bei denen es offenbar immer die gesamte Verwandtschaft darauf besteht, mit vollem Namen und allen Titeln genannt zu werden. Wie vorher auch gilt: Klolektüre, bitte nicht am Stück lesen. Erstens ermüdet es, zweitens nervt es die Leute, die auch auf Klo wollen. (Das Buch bei Amazon.de)

Schluss mit Büchern fürs Scheißhaus! ^^

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Der Twitter-Kanal "Shit My Dad Says" war eine der größten Erfolgsgeschichten des Internets: 2009 zog der damals 28-jährige Comedy-Autor Justin Halpern wieder bei seinem Vater ein, nachdem seine Freundin ihn abserviert hatte und seine Wohnung bereits gekündigt war. Sein granteliger Vater nahm schon früher kein Blatt vor den Mund, und so veröffentlichte Justin die Weisheiten seines Erzeugers per Twitter und brachte es auf über 2 Millionen Follower. Schließlich entstand nicht nur ein Buch, sondern sogar eine Fernseh-Sitcom mit William Shatner in der Hauptrolle. Weil "Shit" aber ein böses Wort ist, sind sowohl Buch- als auch Serientitel zensiert. Ich habe das englische Buch gelesen, es gibt aber auch eine deutsche Ausgabe namens "Sh*t - Ansichten meines Dads", wie die Übersetzung gelungen ist, kann ich leider nicht sagen.
Das Buch ist nicht, wie man vielleicht erwarten würde, eine reine Auflistung von lustigen Sprüchen Sam Halperns. Stattdessen gibt Justin Halpern einen Einblick, wie er aufgewachsen ist und seinen Vater dabei erlebte. Dabei wird immer wieder klar, dass sein Papa trotz seiner drastischen und vulgären Ausdrucksweise seinen Sohn liebt und dieses Gefühl von seinem Sohn auch erwidert wird. Man kann manche Sprüche besser einordnen, sodass sie nicht mehr ganz so brutal wirken wie beim reinen Lesen der Tweets. Als amüsante Lektüre nebenbei ist das Buch gut geeignet, man sollte nur nicht zu empfindlich sein, was derbe Wortwahl angeht. (Das englische Buch bei Amazon.de - Die deutsche Ausgabe bei Amazon.de)

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Ja, wir sind noch nicht durch mit den Büchern zu Websites. Hier geht es um den Sammelband zum Webcomic "The Oatmeal", bekannt durch viele nützliche Anleitungen und Listen, die die richtige Verwendung von Satzzeichen erklären, über die Umwandlung von Haustieren zu Kampfmaschinen informieren, Fakten über Kaffee auflisten, erzählen, wie ein gutes Webdesign wegen der Einmischungen des Kunden zum Teufel geht und natürlich, welche fünf Gründe dafür bestehen, einem Delfin die Fresse zu polieren. Ein großer Teil des Buches ist daher schon von der Website bekannt, andere Dinge (wie z.B. die acht Gründe, sich einen Kanadier als Haustier zu halten) sind neu. Nicht alles ist wirklich lustig, aber es ist eine der besseren Buchausgaben von Webcomics, die so existieren. Eine deutsche Ausgabe gibt es bisher leider nicht. (Das englische Buch bei Amazon.de)

So, das war der erste Teil, den nächsten gibt es morgen. ^^ Und falls ihr eines oder mehrere der hier vorgestellten Bücher bei Amazon kaufen wollt - habt ihr eigentlich schon meine Bücher? wink.gif


Andere kriegen es für eine Rezension gesponsort, bei mir müssen fünf Minuten Ausprobieren im Media Markt ausreichen: Ich schreib was übers iPad.

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Apple bezeichnet das Teil ja als magisch und revolutionär, aber schon beim ersten Anheben überkommen mich Zweifel: Ich vermute, dass das, was das iPad kann, auf die 700 Gramm Elektronik zurückzuführen sind und nicht auf irgendeine Form von Magie. Das Gewicht ist übrigens auch der Grund, weswegen ich nicht so recht daran glaube, dass viele Leute auf dem iPad Bücher lesen wollen. Es ist schlicht und einfach auf Dauer zu schwer für so etwas. Und wo wir bei Äußerlichkeiten sind: Das iPad zieht Fingerabdrücke magisch (wenn auch nicht revolutionär) an. Schon nach einer Stunde kann man vermutlich mehr Fingertapser auf dem Gerät sehen als auf Lindsay Lohan. Und Apple legt nicht mal ein Putztuch bei.

Was ich aber zugeben muss: Das Display ist wirklich gut und gibt Farben schön wieder. Die Auflösung (1024x786) wirkt im Zahlenvergleich zum neuen iPad nano iPhone 4 (940x640) zwar nicht sonderlich beeindruckend, aber reicht vollkommen aus. Das Umschalten zwischen vertikaler und horizontaler Ansicht durch Kippen des Geräts funktioniert etwas behäbig, aber flüssig. Das Vorführgerät hatte nur ein ziemlich schlechtes Video drauf, daher kann ich nichts darüber sagen, wie gut das iPad für die Videowiedergabe geeignet ist. Außerdem war es weder per WLAN noch per UMTS mit dem Internet verbunden, also weiß ich auch nicht, wie gut es sich damit surft oder wie man damit bei Youtube zurechtkommt. (Allerdings ist Safari jetzt nicht so eine Katastrophe, dass ich da irgendwas Schlechtes annehmen müsste.) Immerhin schien der Lautsprecher ein wenig besser zu sein als bei meinem Netbook.

Die Bedienung ist leicht, aber doch nicht so intuitiv wie viele behaupten. Dass man durch Drücken auf die Home-Taste die gerade laufende App beendet, wusste ich aus dem Internet, aber sonst hätte ich das nur durch Ausprobieren feststellen können. (Ich habe bei anderen Kunden beobachtet, dass die auch oft etwas ratlos wirkten, wie sie denn aus so einer App wieder zur Normalansicht gelangen.) Das berührungsempfindliche Display ermöglicht ganz nette Spielereien (eine Keyboard-App zum Beispiel), und auch das normale Tippen per Bildschirmtastatur funktioniert recht gut, ich würde aber keine seitenlangen Kolumnen darauf schreiben wollen. (Ganz davon abgesehen, dass das Übertragen von ganz normalen Dateien zwischen iPad und PC sowie zwischen verschiedenen Programmen fast unmöglich gemacht wird, weil dem Nutzer der Zugriff auf das Dateisystem vollkommen verwehrt wird.)

Mein Fazit: Das iPad tut das, was es kann, wirklich ordentlich, aber gleichzeitig zeigt sich da schon das Hauptproblem. Es kann eigentlich nicht wirklich viel, und da sind 500 Euro und mehr doch ein sehr stolzer Preis. Für Leute, die Medien wirklich nur konsumieren, mögen die Fähigkeiten des iPads ausreichen, eventuell auch für Blogger, die einfach nur Texte schreiben und sonst nichts. Aber schon wenn man eigene Fotos oder gar Videos verwenden möchte, macht es einem das iPad schwer bis unmöglich. (Und im Businessbereich ist das iPad auch nicht geeignet, da man sich z.B. auch das Anschauen von simplen Dateien einer Tabellenkalkulation abschminken kann.) Es fehlen Schnittstellen für Speicherkarten und USB-Sticks oder -Festplatten, und Apple lässt sich Zusatzhardware teuer bezahlen, selbst die Teile, die es selbst als Pfennigartikel produziert. Aber auch wer daran denkt, seinem rein konsumierenden Opi ein iPad zu schenken, kann nicht einfach die Packung überreichen und sich dann verpissen - das iPad muss zuerst per iTunes und einem Mac/PC aktiviert werden, ist also tatsächlich nur als Zweit- oder Drittgerät zu gebrauchen. Als solches hat das iPad allerdings eben das Problem, dass es nicht wirklich besser ist als ein Laptop oder Notebook, und so wundert es mich nicht, dass viele iPad-Käufer inzwischen selbst sagen, dass sie ihr Gerät nach einigen Wochen immer seltener benutzen.


Vor einem halben Jahr gab's mal einen Eintrag namens "Klopfers Bücherminute", und damals hatte ich drei Bücher verrissen. Heute wird's nur eins, deswegen "Klopfers Büchersekunde".

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Das Buch, um das es geht, ist die Autobiografie von Apple-Co-Gründer Steve Wozniak, der die ersten Apple-Computer entwickelte. Der Titel des Werkes ist "iWoz", obwohl Wozniak der Firma schon längst den Rücken gekehrt hatte, als die den Buchstaben i entdeckte. Aber das ist nicht der einzige Etikettenschwindel des Buches. Es ist nämlich eigentlich keine Autobiografie in dem Sinne, dass da jemand seine Lebenserinnerungen aufgeschrieben hätte. Entstanden ist das Teil aus über 50 Interviews, die die Co-Autorin Gina Smith mit Wozniak führte, und die Frau hat das Gequassel anscheinend eins zu eins auf Papier übertragen. Der Schreibstil erinnert an Klassenaufsätze von 13-Jährigen:

Was für eine Enttäuschung, denn ich gewinne einfach gerne. Ich wollte schon immer, seit ich denken kann, der Beste sein. Und das war ich auch, weil mir das Glück oft hold war. [...] Ich meine, schon als Kind hatte ich eine Vorstellung davon, was wesentlich ist. Ich sagte mir, schau mal, es ist doch gar nicht so wichtig, dass du bei diesem Wettbewerb einen Preis einheimsen kannst, wenn du weißt, dass du ihn eigentlich schon längst zu Hause hast.

Dazu kommen die vielen Wiederholungen - Gina Smith hielt es offenbar nie für nötig, das zu streichen, was in einem vorherigen Interview schon einmal lang und breit erklärt wurde. Auch geordnet hat sie den Text wohl kaum, denn viel zu oft kommt es auch zu Sprüngen in der Zeit; das Buch ist im Prinzip ein Beispiel dafür, warum es sich rächen kann, keinen Lektor zu beschäftigen. Inhaltlich geht es um das Aufwachsen von Steve Wozniak, seine politische Haltung zum Vietnamkrieg, seine ersten Unternehmungen mit Steve Jobs im Telefonhacker-Bereich und den Bau des Apple I. Wesentlich kürzer abgehandelt werden die Gründung von Apple selbst, der Apple II und was danach kam. Etwas ausführlicher wird noch sein Rockfestival besprochen. Absolut keine Erkenntnisse sollte man sich über Apple-Interna erhoffen. Abgesehen von zwei kleinen Anekdoten gibt's wenig Konkretes über seine Zusammenarbeit mit Steve Jobs (gut kommt der Apple-Guru dabei übrigens nicht weg).

Was kann man denn aber nun aus dem Buch über Steve Wozniak erfahren? Kurz gesagt, dass er der genialste Ingenieur der Welt ist bzw. sich dafür hält. Quer durch das ganze Buch zieht sich wie ein roter Faden, dass Woz von anderen bescheinigt wurde, wie genial er ist, dass er Dinge erfunden hat, an die andere vorher angeblich noch nie gedacht hätten, dass er bescheiden und schüchtern ist. Ich könnte mir in einem Schaufenster beim Ferrari-Händler in der Berliner Prachtstraße Unter den Linden einen von der Palme wedeln, mit Live-Satellitenübertragungen in die ganze Welt und einem Chor, der bei meinem Orgasmus Halleluja singt, und es wäre immer noch dezenter als die Selbstbefriedigung, die dieses Buch darstellt. (Im Kontrast zu Wozniak stellt sich Bill Gates in seinen Büchern wesentlich bescheidener dar und betont eher, dass er halt zur richtigen Zeit am richtigen Ort war.) Warum Wozniak trotz seiner Genialität ab Mitte der 80er Jahre im Technikbereich nichts mehr reißen konnte, bleibt offen. Die Wahrheit wird in Wozniaks Erinnerungen auch gerne mal strapaziert - dass er so tut, als wenn ihm allein zu verdanken wäre, dass man an Computer Monitor und Tastatur anschließen kann, wird schon durch die damaligen Konkurrenzcomputer widerlegt. In Wozs Erinnerungen ist für viele andere Menschen kein Platz. Die Entwickler der Chips, die er für seine Rechner verwendete? Egal. Die Leute, die mit ihm im Flugzeug saßen, welches er schrottete? Werden irgendwann später mal beiläufig erwähnt. Die Programmierer der Software für Apple-Computer? Abgesehen von denen, die die Tabellenkalkulation VisiCalc entwickelt haben, werden Programmierer eher abschätzig beschrieben.

Und das ist nicht der einzige Aspekt, der Wozniak unsympathisch erscheinen lässt. Einen großen Teil des Buches verschwendet er, um von den Streichen zu erzählen, die er anderen Menschen spielte. Diese Streiche sind allesamt nicht lustig, teilweise sogar ziemlich gemein, und werfen ein übles Licht auf die moralische Geisteshaltung des (zugegebenermaßen begabten) Ingenieurs. Der Mann, der am Anfang des Buches groß davon tönt, dass er nie lügen würde (außer für seine Streiche), berichtet später ungerührt davon, dass er für Steve Jobs Blue Boxes (Geräte, mit denen man das Telefonsystem dazu bringen konnte, kostenlose Telefongespräche zu ermöglichen) produzierte, die dieser dann an zwielichtige Typen verkaufte. Das stellt beide Apple-Gründer in ziemlich übles Licht.

Am Ende des Buches hatte ich jede Menge Respekt für den "zweiten Steve" verloren. Immerhin gehen die fürchterliche Form und der erschreckende Inhalt eine angemessene Symbiose ein, die rund herum sagt, dass selbst ein Preis von 50 Cent auf dem Grabbeltisch zu viel für diese Schwarte wäre, geschweige denn die knapp zehn Euro, die man momentan dafür latzen soll.