Klopfers Blog


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Lego ist der wohl beliebteste Spielzeughersteller auf der Welt. Das Unternehmen versucht auch, dieses Image zu erhalten, deswegen gibt es eine ganze Reihe von Regeln, die Lego-Sets erfüllen müssen, und auch Themen, die für die Dänen absolut tabu sind. So gibt es keine religiösen Symbole, keinen Sex, abgesehen von speziellen Ausnahmen (Piraten, Star Wars, Indiana Jones, Ninjago) keine Waffen und auch sonst keine Brutalität.
Aus diesem Grund würde auch Lego bestimmte Lizenzen gar nicht anfassen, um dafür Spielzeug herzustellen. Ein Beispiel dafür ist Ubisofts "Assassin's Creed"-Spielereihe, in der es ja im Wesentlichen darum geht, kunstvoll irgendwelche Menschen umzulegen. Mattel hatte weniger Skrupel und erwarb für seine Marke "Mega Bloks" diese Lizenz, um Lego-kompatible Bausteine herzustellen, aber die Figuren sahen natürlich anders aus, da die Lego-Minifiguren urheberrechtlich geschützt sind (anders als die Bausteine selbst) und nicht nachgemacht werden dürfen.

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In China kümmert man sich weniger um solche Eigentümlichkeiten wie das Urheberrecht, und deswegen gibt es dort ganz problemlos Lego-artige Minifiguren zu "Assassin's Creed" zu kaufen. Und ich war so neugierig auf die Qualität, dass ich sie mir bestellt habe. Ein bisschen irre ist es ja schon, schließlich war meine letzte Erfahrung mit Fake-Lego aus China eher durchwachsen.


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Nuff! Ich grüße das Volk. 059.gif

In Bahnhofsbuchhandlungen sehe ich sie immer noch: die gute, alte Wundertüte. Meist ist die Spannung vor dem Auspacken ja schöner als das, was man beim Anblick des Inhalts spürt. Das modernere Gegenstück zur Wundertüte sind die Überraschungspakete, die diverse Shops monatlich gegen eine Abo-Gebühr anbieten. International ist Lootcrate wohl am bekanntesten; in Deutschland dürfte GetDigital mit seiner Lootbox der Platzhirsch sein. Und weil ich neugierig bin, hab ich mir mal bei einem Abonnenten in meinem Freundeskreis angeschaut, was denn so in der GetDigital-Lootbox vom Juli drin war und ob das Zeug was taugt.

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Ich muss so etwa 11 oder 12 Jahre alt gewesen sein, als ich zum ersten Mal ein Point-and-Click-Adventure gespielt habe. Es war „Indiana Jones and the Last Crusade“ von Lucasfilm Games auf dem Atari ST meines großen Bruders Micha, und es sorgte dafür, dass ich mich in dieses Genre verliebte und die anderen Klassiker aus diesem Haus leidenschaftlich spielte. 4e5dd44a.gif Bis heute ist mein erster Gedanke, wenn ich an Adventures denke: Oben ist die Grafik, unten hab ich die Verben und mein Inventar. 04a97f13.gif Trotz der vielen hübschen Bemühungen anderer Firmen wie Telltale, Daedalic oder Animation Arts erfüllte mich der Gedanke immer mit Wehmut, dass es keine Spiele mehr wie diese geben sollte.

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Doch Ende 2014 begannen die alten Recken Ron Gilbert und Gary Winnick, die mit „Maniac Mansion“ die Blüte von Lucasfilm Games/LucasArts im Adventure-Bereich erst begründeten, mit der Entwicklung von „Thimbleweed Park“, einem Abenteuerspiel mit der handgezeichneten Pixelgrafik und dem Bedienkonzept, das in den Augen vieler Fans mit „Monkey Island 2“ und „Indiana Jones and the Fate of Atlantis“ den Gipfel der Perfektion erreichte. Weitere Mitarbeiter bei dem Projekt: David Fox und Grafiker Mark Ferrari, die ebenfalls an den klassischen Lucasfilm-Adventures mitgearbeitet haben. Bei Kickstarter wurde das Finanzierungsziel quasi im Handumdrehen erreicht – und selbstverständlich beteiligte ich mich auch. Und nun ist es endlich so weit: Das Spiel ist fertig! Und ich hab es durchgespielt.


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In meinem langen Text über "Raumschiff Enterprise" hatte ich erwähnt, dass Gene Roddenberry jede Menge nicht verwendetes Filmmaterial aus den Studio-Archiven mopste, um die Filmstreifen zu zerschnippeln und an Fans zu verkaufen. Vor knapp zehn Jahren allerdings wurden in einem Lagerhaus allerlei Filmdosen aus dem Besitz Roddenberrys entdeckt, die in den vergangenen Jahren nach und nach ausgewertet wurden und aus der Entstehungszeit der alten Star-Trek-Serie stammen. Das Ergebnis dieser Auswertung ist "The Roddenberry Vault", welcher in Deutschland am Ersten des Monats auf BluRay veröffentlicht wurde und zum ersten Mal seit über 45 Jahren wieder bisher allgemein ungesehenes Material der Serie zeigt, wenn man mal von Privataufnahmen eines Mitarbeiters absieht, die auf den BluRays der Serie veröffentlicht wurden. (Die USA müssen bis zum 13. Dezember warten; bei den Briten kam es am Nikolaustag auf den Markt.)


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Nuff! Ich grüße das Volk. 059.gif

Heute möchte ich euch wieder ein paar Bücher vorstellen. Sie sind sicherlich nicht für jeden Geschmack geeignet und teilweise inhaltlich auch keine leichte Kost, aber vielleicht vermag ich es, bei dem einen oder anderen Leser Neugier zu wecken. animaatjes-onion-21907.gif

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Wisst ihr, was auf Klopfers Web fehlt? Nackte Weiber! pervplz.gif

Allerdings fehlt auch etwas über gesunde Ernährung. Das wird auch weiterhin so bleiben, aber wenigstens wollte ich das Ernährungsthema einmal anschneiden, und zwar mit dem ultimativen Keks-Vergleichstest! (Ultimativ ist übertrieben, weil es bloß drei verschiedene Kekse sind, aber versucht ihr mal, im Supermarkt unauffällig Kekse zu klauen, wenn ihr ein Hase seid und euer Pelz keine Taschen hat. angsthasi.gif )

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Das hat mehr Relevanz fürs Leben, als viele sicherlich denken. Eine der romantischsten Liebeserklärungen ist wohl: „Diesen Menschen würde ich nicht mal rausschmeißen, wenn sie im Bett mit Keksen krümeln würde.“ Allein deswegen haben Kekse unser Augenmerk verdient, wenngleich natürlich jeder von uns weiß, dass Kekskrümel im Bett nicht mehr pieken, wenn man draufpinkelt, und somit ein recht leicht zu behebender Mangel sind.

Das Wort „Keks“ kommt vom englischen Plural „cakes“ und wurde von der Firma Bahlsen Anfang des letzten Jahrhunderts eingedeutscht, weil die Leute mit ihren lausigen Englischkenntnissen es wie „Kackes“ aussprachen. lehrer.gif Damit hätten wir den Bildungsteil hinter uns und können uns dem Gebäck selbst widmen.


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Erstaunlich: Ich hab mir spontan für diesen Tag vorgenommen, wieder eine Spielestunde zu machen, und dabei festgestellt, dass ich vor einem Jahr dieselbe Idee mit Büchern hatte. Sollte ich vielleicht zur Regel machen, aber was nehme ich mir im nächsten Jahr vor? fragehasi.gif

Das ist jetzt aber erst einmal egal, denn diesmal geht es ja um Spiele, die die Ehre hatten, mir mal die Zeit vertreiben zu dürfen. Diesmal sind es sechs, die ich hier zeigen will. Nicht alle sind unbedingt empfehlenswert. angsthasi.gif


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Lange ist's her, dass ich meine Meinung zu Computerspielen abgegeben habe, zuletzt nur relativ kurz zum Goat Simulator und davor zum Game Dev Tycoon; die letzte (und erste) Spielestunde ist gar vier Jahre her. Jungejunge, dann wird's aber wieder Zeit. ohmy.gif Und daher dränge ich euch wieder mal ungefragt meine Meinung zu 5+2 Spielen auf. Vielleicht findet ihr ja (trotz des Alters der meisten hier vorgestellten Spiele) ein oder zwei Perlen, die euch bisher entgangen sind. angsthasi.gif


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Obwohl mich die neueren Medien fest im Griff haben, schaffe ich es doch gelegentlich, meinen Blick von den ganzen Monitoren und Displays loszureißen und ein oder zwei Bücher zu lesen. Ich habe bereits häufiger darüber geschrieben, und nun ist es wieder an der Zeit, meinen Mostrich beizutragen. (Die angegebenen Preise bei englischen Büchern stimmten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung; für spätere Preisänderungen gebe ich keine Garantien.)

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Randall Munroe ist sicher nicht wenigen Lesern als der Zeichner des Webcomics xkcd bekannt. Auf einer Nebenseite beantwortet er inzwischen aber auch ausführlich zumeist mathematische und physikalische Fragen seiner Leser, etwa „Wie viele Menschen müsste ein Tyrannosaurus Rex fressen, um seinen täglichen Kalorienbedarf zu decken?“ oder „Könnte man durch schnelles Umrühren seines Tees so viel Energie zuführen, dass der Tee nicht abkühlt, sondern heißer wird?“ Begleitet werden die launig geschriebenen Texte natürlich von Abbildungen seiner berühmten Strichmännchen. Mehr oder weniger überraschend lautet bei vielen Fragen die Antwort, dass wir alle sterben würden, was ja irgendwie auf existenzieller Ebene auch eine gewisse Dankbarkeit aufkommen lässt, dass uns das Universum das Leben nun schon so lange ermöglicht hat. biggrin.gif Inzwischen lese ich Munroes Antworten auf die „Was wäre wenn?“-Fragen sogar deutlich lieber als den Hauptcomic.

Seit letztem Herbst gibt es nun auch eine Sammlung seiner „What if?“-Texte als Buch, sogar in deutscher Version. Die Übersetzung ist okay, ich würde aber allen, die gut Englisch können, die Originalversion ans Herz legen, zumal die auch als schickes Hardcover mit Schutzumschlag ins Haus kommt.

Deutsche Ausgabe bei Amazon für 14,99€ - Englische Ausgabe bei Amazon für 15,95€

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Beim letzten Mal hatte ich schon „Im Land des Flüsterns“ vorgestellt, dies ist nun ein weiteres Buch über Nordkorea. Hier geht es um den Nordkoreaner Shin Dong-hyuk, der schon im Gefangenenlager zur Welt kam und eigentlich auch dort hätte sterben sollen. In Nordkorea glaubt man, dass bei einem schweren Vergehen (bzw. was die Führung als schwer ansieht) die Familie bis in die dritte Generation besudelt ist. Die Ehe seiner Eltern war eine Belohnung im Gefangenenlager; sein Vater durfte fünf Mal im Jahr seiner Frau beiwohnen, und er war das Resultat einer dieser Zusammenkünfte. Liebe gab es nicht, seine Mutter sah ihn als Nahrungskonkurrenten, sein Bruder war wie ein Fremder für ihn. Als seine Mutter und sein Bruder einen Fluchtversuch planten, verpetzte er (als Vierzehnjähriger) sie, wie er es gelernt hatte, wurde anschließend gefoltert und sah dann bei ihrer Hinrichtung zu. Damals dachte er, sie hätten es verdient. Für fast jedes Vergehen im Lager drohte die sofortige Erschießung. Er sah, wie eine Mitschülerin vom Lehrer totgeprügelt wurde, weil sie fünf Maiskörner in ihren Taschen hatte. Er sah, wie weibliche Mitgefangene von Wärtern sexuell missbraucht wurden. Wenn sie schwanger wurden, wurden auch sie erschossen. Sein Alltag wurde von Zwangsarbeit beim Bau, in der Fabrik und auf dem Feld bestimmt.

Interessant aber auch: Weil die Gefangenen sowieso nie freikommen sollten und als Menschen für die nordkoreanische Führung unwichtig waren, erfuhr Shin nie dieselbe Indoktrination wie die anderen Nordkoreaner. Er lernte nichts über den Koreakrieg und wusste nicht einmal, dass es Länder wie die USA, China oder Südkorea überhaupt gab. Lediglich von Mitgefangenen erfuhr er schließlich etwas über die Außenwelt. Gemeinsam mit einem „Freund“ (wenn man so etwas überhaupt haben konnte) beschloss er schließlich zu fliehen. Er schaffte es, sein Freund nicht. Das Buch erzählt die Geschichte seines Lebens, seiner Flucht und seiner Schwierigkeiten, sich in Südkorea an das normale Leben zu gewöhnen. Wer ein bisschen Interesse an Nordkorea hat, sollte in das Buch unbedingt mal reinschauen.

Deutsche Ausgabe bei Amazon für 10,99€

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Das deutsche Steuersystem ist für die meisten Leute ein Gräuel, und das nicht zu Unrecht. Mit allerlei Durchführungsvorschriften, Sonderregeln und unverständlichen Gesetzestexten gleicht es einem Dschungel, durch den man sich mit viel Aufwand schlagen muss, um dann eventuell am Ende ein bisschen Geld wiederzukriegen. (Nicht in meinem Fall; ich muss immer draufzahlen. schnueff.gif )

Jens Westerbeck versucht in seinem Buch, seinen Frust über die Absurditäten und vermeintlichen Ungerechtigkeiten loszuwerden, und das in amüsanter Weise. Auf dem Cover steht als Empfehlung „Sofort kaufen und abheften – Oliver Kalkofe“, insofern wird die Latte schon mal hoch gelegt. Umso enttäuschender, dass das ganze Geschreibsel mich ziemlich kalt lässt und die gewollte Lustigkeit eher zum Rohrkrepierer wird. Es ist einfach nur Gejammer auf hohem Niveau: Die Besteuerung der Zweitwohnung, die Steuerlast ab einem Einkommen von 60.000 Euro im Jahr, die grobe Ungerechtigkeit, dass überschuldete Leute dank Privatinsolvenz nach ein paar Jahren Wohlverhalten als schuldenfrei gelten – und dann auch noch der blöde GEZ-Beitrag, obwohl die 17,50 Euro im Monat bei den im Buch erwähnten Einkommen eh nur Krümel sind. Es ist nicht mal gut geschrieben. Und am Ende wollte ich dem Schnösel, der das verfasst hat, eher eine klatschen, als ihm zu seiner scharfsinnigen Beobachtungsgabe zu gratulieren. Eine simple Beschreibung davon, dass Uli Hoeneß wegen Steuerhinterziehung eine Selbstanzeige gestellt hat, wird später mit „er hat im Buch schon sein Fett wegbekommen“ beschrieben, und man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass in Herrn Westerbeck jede Menge Sympathie für private Steuerhinterzieher aller Art schlummert.

Ich bin als Unternehmer ja zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet, ich quäle mich auch alle paar Monate durch meine Steuererklärungen bzw. Voranmeldungen, ich fluche wegen bescheuerter Steuer- und Nachweisvorschriften, und ich stöhne, weil ich alle paar Monate vierstellige Summen ans Finanzamt überweisen darf, obwohl ich mit meinem Einkommen deutlich unter dem deutschen Durchschnitt liege. Und trotzdem finde ich mich in diesem Buch nicht wieder. Eindeutig ein Buch für die Altpapiertonne.

Hardcover-Ausgabe bei Amazon für 10,00€

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Dafür, dass die Bibel für Milliarden Menschen eine heilige Schrift ist, ist den meisten Leuten gar nicht so bewusst, was da eigentlich drinsteht. Nun ist das „Buch der Bücher“ auch nicht unbedingt lesefreundlich geschrieben, zumal viele Ausgaben auch noch mit ziemlich kleiner Schrift gedruckt sind, um die Wälzer nicht zu unhandlich zu machen. Brendan Powell Smith hat sich im Laufe von zehn Jahren daran gemacht, mit einem unerschöpflichen Fundus an Lego-Teilen sowohl das Alte als auch das Neue Testament zu illustrieren. Natürlich wird nicht jede Einzelheit illustriert, aber die wesentlichen Bestandteile beider Bücher werden mit viel Detailfreude nachgebildet und neben den entsprechenden Bibelzitaten präsentiert. Und das gab in den USA durchaus Zoff: Viele Eltern, die die Bibel offenbar auch nicht gelesen haben, hatten offenbar bloß gesehen, dass da viele bunte Bildchen drin sind, und die Bücher ihren Kindern gegeben, ohne sie vorher selbst mal genauer anzugucken. Dummerweise ist gerade das alte Testament sehr blutrünstig und zeigt darüber hinaus eine etwas ungesunde Faszination, was Beschneidungen angeht. (Und gerade die Beschneidungsbilder sind herrlich. biggrin.gif ) Die Stärke der Brick Bible ist, dass sie nicht interpretiert und relativiert, sondern tatsächlich das zeigt, was in der richtigen Bibel beschrieben wird. Das ist sicherlich für viele Gläubige aber auch eine Herausforderung, da (insbesondere im Alten Testament) der liebe Gott gar nicht so lieb ist und allerlei Charaktereigenschaften zeigt, die man im Normalfall als extrem schuftig ansehen würde.

Das Alte Testament gibt es auch schon in einer deutschen Version, wer aber keine Probleme mit Englisch hat, sollte sich das „Complete Set“ zulegen: Zwei Hardcover-Bücher im Schuber nebst Poster, und das für gerade mal 21 Euro – das ist ein unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis. Eine Sache ist allerdings schade: Aufgrund der etwas eigentümlichen Haltung vieler Muslime, was die Darstellung ihres Propheten angeht, wird es wohl nie einen Koran in Lego-Form geben; die Veröffentlichung würde sich vermutlich kein Verlag trauen.

The Complete Set bei Amazon für 21,02€ - Deutsche Ausgabe des AT bei Amazon für 18,00€

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Noch ein Webcomic-Buch? Ja, noch ein Webcomic-Buch. Evangeline Neo ist Chinesin und kommt aus Singapur. Die Zeichnerin studierte zunächst Kunst in den USA, fing dann an, Webcomics zu veröffentlichen, und ging schließlich für einige Jahre nach Japan, um dort ihren Master of Business Administration zu machen. So lernte sie quasi drei mal mehr, mal weniger radikal unterschiedliche Kulturen kennen. Diese Unterschiede verarbeitet sie mit ihren Comics, in denen sie die Einstellungen und Gegebenheiten in den verschiedenen Ländern satirisch gegenüberstellt. Damit schaffte sie dann auch den Durchbruch, da sich einige ihrer Comics viral verbreiteten. Sie selbst ist meistens die Hauptfigur – und leidet darunter, dass die Leute sie immer für älter halten, als sie eigentlich ist. Ihre imaginären Haustiere Kopi und Matcha tauchen indes relativ selten auf.

Eva hatte lange versucht, in Japan ihre Comics veröffentlichen zu lassen (was angesichts der großen Comic-Kultur in dem Land ja nicht abwegig ist), erlebte aber viele frustrierende Ablehnungen. Dass sie unter anderem mit den Comics darüber schließlich die ersehnte Veröffentlichung (wenn auch mit einem nichtjapanischen Verlag) schafft, ist da wohl ein bisschen ausgleichende Gerechtigkeit. „Eva, Kopi and Matcha“ gibt’s derzeit nur auf Englisch. Mir persönlich gefällt das Buch, allerdings sollte man vorher die Chance wahrnehmen, sich ein paar von den Comics online durchzulesen, den Link habe ich weiter oben gepostet.

Englische Ausgabe bei Amazon für 15,74€

Fernsehen – Jetzt auch als Buch!

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Philipp Walulis kennen sicherlich einige Leser von seiner empfehlenswerten Sendung „Walulis sieht fern“, in der er früher auf Tele5 und nun auf EinsPlus Fernsehsendungen kommentierte und durch Sezieren und Parodieren ihrer Funktionsweise die Zuschauer sowohl zum Lachen bringt als auch ihnen die Augen öffnet. „Fernsehen – Jetzt auch als Buch“ macht dasselbe, nur noch etwas launiger geschrieben. Es gibt 20 Kapitel, in denen jeweils ein TV-Genre (welches in Form deutscher Produktionen im Fernsehen vertreten ist) näher charakterisiert und nebenbei durch Infografiken und Cartoons demontiert wird. Das ist aufgrund der großen Informationsdichte und dem Fehlen bestimmter Parodiemöglichkeiten etwas ermüdender als bei einer „Walulis sieht fern“-Episode, aber wer sich das Buch nach und nach zu Gemüte führt, wird sich großartig amüsieren. Manche Anspielungen sind mit fortschreitender Zeit etwas optimistisch: Während der 9Live-Ratefuchs schon zu Redaktionsschluss wohl nur noch fleißigen Zuschauern von „Kalkofes Mattscheibe“ in Erinnerung geblieben ist, hat Conchita Wurst mit dem Sieg beim Eurovision Song Contest 2014 dafür gesorgt, dass es viel schwerer wird, die Erinnerung an diese Person aus dem Gedächtnis zu tilgen, während man sie vorher nur dann als Kuriosität aus RTLs Reality-Show „Wild Girls“ kannte, wenn man sich versehentlich beim Zappen auf die Sendung verirrte.

Was es beim Buch noch zu kritisieren gibt, hat nichts mit dem Inhalt zu tun. Vielmehr wirken einige der Design-Entscheidungen so, als würden sie aus dem Buch „Schülerzeitungslayout mit Microsoft Word 97“ stammen, und sehen entsprechend mittelgrässlich aus. Insgesamt kann man das Buch aber empfehlen.

Taschenbuch bei Amazon für 12,99€

Das war wieder eine Ausgabe von "Klopfers Bücherstunde". Eigentlich ist ja seit längerer Zeit auch mal wieder eine Ausgabe von der "Spielestunde" geplant, aber bei manchen Spielen weiß ich schlicht und einfach nicht, ob ich tatsächlich schon genug gesehen habe, um eine faire Einschätzung vorzunehmen, oder ob ich mich beim Spielen einfach nur so dusslig anstelle, dass mir die ganze Spieltiefe verschlossen bleibt. kratz.gif Nun ja, es wird kommen. Irgendwann.


Guten Tag! Habt ihr kurz Zeit?
Ich möchte mal kurz meine Erfahrungen mit einem Computerspiel schildern, um das es einen mittelgroßen Hype gab, was mich dazu brachte, es endlich auch mal auszuprobieren und dann meine Meinung zu sagen, wenn sich schon längst niemand mehr einen Dreck für das Spiel interessiert. tropf.gif Moment, das klang in meinem Kopf irgendwie weniger deprimierend.

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Es geht um den Goat Simulator, auf dessen Verpackung dankenswerterweise als Untertitel auch noch "Der Ziegen-Simulator" steht. (Bei Amazon ist das Spiel übrigens derzeit über einen Euro billiger als direkt im Steam-Store. Steam ist dennoch Pflicht für das Spiel.) Der Name ist Programm: Man spielt eine Ziege, die durch eine winzige Kleinstadt rennt und Chaos anrichtet. Man rennt Menschen um, zerstört Zäune und Laternenpfähle, bringt Autos, Kraftstofftanks und Gasflaschen zur Explosion und kann an vielerlei Sachen auch lecken, wodurch diese an der Zunge hängenbleiben und durch die Gegend geschleppt werden können - oder umgekehrt, wenn das Massenverhältnis ungünstig ist. Auf der Karte verteilt sind auch Trampoline und große Ventilatoren, mit denen man versuchen kann, neue Höhenrekorde aufzustellen. Sterben kann die Ziege übrigens nicht, selbst wenn sie vom Laster überrollt oder von einer riesigen Explosion durch die Luft geschleudert wird.

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Dieser Feuerwerkskörper hält nur für kurze Zeit. Es gibt aber auch ein Jetpack.

Da das Spiel als reiner Gag programmiert wurde, bleibt jeder Bug im Spiel, der es nicht zum Absturz bringt. Das heißt einerseits, dass es manche amüsante Grafikfehler gibt und die Spielphysik so einige Eigenheiten hat, die interessantere Resultate als in der Realität hervorbringen, aber andererseits auch, dass man sich mit der hakeligen Steuerung und dem relativ häufigen Festhängen in der Spielumgebung arrangieren muss. So richtig geschmeidig kann man sich mit seiner Ziege nicht bewegen, und wenn man schmale Aufstiege oder Leitern erklimmen will, sorgt die Lenkung schon mal für leichten Frust und ungewollte Abstürze. Wer das Interieur eines Hauses verwüstet und dann in der vermüllten Abstellkammer (oder schlimmer: in der Zimmerdecke) festhängt, kann seine Ziege auf den Startpunkt im Garten zurücksetzen, aber das reißt natürlich dann auch aus dem Erlebnis heraus.

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Die Ziege ist nicht die einzige herzlose Mörderin im Spiel. Die Autofahrer sind nicht besser.

Am Anfang muss man oft mal schmunzeln, aber wirklich lange hält das nicht an. Andere Rezensionen des Spiels haben beklagt, dass nach etwa drei Stunden die Langeweile einsetzt. Das halte ich für optimistisch, ich hab mich nach einer Stunde schon gelangweilt. Dabei sind viele nette Ideen versteckt: Man kann mit einem großen runden Stein eine Grillparty vernichten, in einer Fabrikhalle gibt's ne hübsche Half-Pipe und für die Sprengung einer Tankstelle gibt es eine Michael-Bay-Auszeichnung. Und dennoch: Man stapft auf der kleinen Karte herum, stößt hier mal einen Arbeiter von einem Kran in die Tiefe, treibt dort Demonstranten auseinander, ruft sogar ein UFO und richtet mit Ballkanone und Jetpack Unsinn an, aber hat nach relativ kurzer Zeit nur noch die Reaktion: "Hm. Putzig. doofguck.gif" Wenn 500.000 Punkte erreicht werden sollen, man aber schon nach gut der Hälfte der Punktzahl beinahe alles gesehen hat, schleppt man sich nur noch so durch die Karte und fragt sich, ob der Witz jetzt schon auserzählt ist. Und nach zwanzig Minuten geht einem die Musik auch auf den Keks.

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Endlich werden diese ganzen Moralapostel fündig, die Computerspielen unter anderem gerne unterstellen, Rekrutierungswerkzeuge für Satanisten zu sein.

Wer also mit dem Gedanken spielt, sich den Goat Simulator zuzulegen: Als kleiner Spaß ist das Spielchen ganz nett, aber es ist ein sehr kurzes Vergnügen mit so manchen Frustmomenten.

So, und wo bleibt nun die Hasen-Simulation?